Kanelbullar, Lagom & Allemansrätten – Esra berichtet von seinem Auslandssemester in Göteborg, Schweden.

Als ich vor etwa einem Monat mit einem großen Rucksack und einem voll beladenen Rad am Göteborger Hauptbahnhof ankam, rangen Vorfreude und Müdigkeit miteinander. Es war früh am Morgen und ich hatte die ganze Nacht über kein Auge zugetan, da ich etliche Male umsteigen musste und generell in Zügen nicht schlafen kann. Was würde das Semester in der neuen (aber nicht gänzlich unbekannten) Stadt bereithalten?

Ich studiere hier Geowissenschaften, und die Uni begann gleich am ersten Tag. Ich war eigentlich nur zum Institut gelaufen, um endgültig zu klären, welche Kurse ich belegen würde – und erfuhr dann, dass der erste Kurs bereits nebenan im Gange war! Hier in Schweden laufen die Kurse übrigens nicht parallel, sondern immer einer nach dem anderen. Die ersten fünf Wochen hatte ich jeden Tag Geophysik. Ich hatte das Glück, in meinem Kurs der einzige Austauschstudent zu sein und mich zusammen mit schwedischen Kommilitonen durch die Materie zu arbeiten. In meinem Wohnheim leben nämlich ausschließlich andere Ausländische Studenten, und man findet sich schnell in einer Blase wieder – die Anwesenheit eines Schweden auf einer Zimmerparty ist eher ein Ausnahmefall.

So kommt es, dass mein neu gegründeter Freundeskreis aus dutzenden Nationalitäten besteht. Viele machen das Auslandssemester auch, um neue Leute kennen zu lernen und das Studentenleben in einer fremden Stadt zu erleben. Von daher ist das Gemeinschaftsleben zwischen den ERASMUS-Studenten besonders lebhaft und bunt. Jeden Tag wird irgendwo zusammen gekocht, man trifft sich in der Stadt zum Fika und unternimmt Ausflüge und Reisen zusammen. Ich werde im April mit 10 anderen Geowisschenschafts-Studenten auf eine zweiwöchige Exkursion nach China fahren, und ich bin schon sehr gespannt, davon zu berichten.

Genauso wird in den kommenden Monaten viel Gebrauch vom Allemansrätten (übersetzt: Jedermannsrecht) gemacht werden, welches einem erlaubt, überall in Schweden eine Nacht in der Natur zu zelten, solange man keine Spuren hinterlässt.

Generell freue ich mich schon sehr, vom Leben und Reisen hier in Schweden zu berichten, und ich hoffe, die Fotos schaffen einen ersten Eindruck!

P.s.: Lagom ist ein schwedischer Ausdruck ohne deutsche Übrsetzung. Er beschreibt die genau richtige Menge von etwas. Wie viel Milch muss in den Pfannenkuchenteig? Lagom. Wie viel hast du für die letzte Klausur gelernt? Lagom!

Autor: Esra

Ist der älteste Sohn seiner Eltern und hinterlässt überall Fahrradspuren.

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Kategorien: 18-auslandssemester Schweden Schlagwörter:

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6 Kommentare

  1. Hi Esra,

    das ist ja geil, ein Semester in Göteborg! Finden die Vorlesungen in englisch statt, oder ist dein Schwedisch inzwischen perfekt?
    Viel Spaß noch, freue mich auf deinen weiteren Bericht.

    LG Ursula

    • Hi Ursula,
      alles hier findet auf Englisch statt :) Ansonsten wäre es sehr schwer für mich! Nur das ein oder andere Dokument ist manchmal auf Scwedisch.

  2. Hallo Esra,
    ich wünsche dir weiterhin eine erfahrungsreiche Zeit in Schweden. Aus dem schwedischen Winter nach China zu fliegen, wird bestimmt ein kleiner Klima- und Kulturschock ;-).
    Ein wenig beneide ich dich.
    Liebe Grüße
    Michaela

    • Danke! Der schwedische Winter ist gar nicht so wild, hier liegt zwar etwas mehr Schnee als zuhause, die Temperaturen bewegen sich aber nur zwischen -5 und +2 hin und her.

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