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Cotentin – Cherburg und Cap de la Hague

In Cherbourg

Recht früh morgens brechen wir Richtung Westen auf. In Cherbourg wollen wir am Museum Cite de la Mer unsere gesammelten organischen Hinterlassenschaften entsorgen und unseren Wassertank nachfüllen. Der offizielle Womo-Stellplatz dort ist rappelvoll, aber nebenan stehen diverse Wohnmobile auf Betonfundamenten alter Fabriken rum. Keine Ahnung wie die dort hingekommen sind. Richtige Zufahrten gibt es wohl keine. Wir finden ein Plätzchen auf einem Schotterweg vor aufgegebenen Wohnhäusern und machen uns auf, etwas Stadtluft zu schnuppern.

Markt in Cherboug

Es ist Markttag in Cherbourg, wir finden interessante französische Comic-Bücher für unsere Tochter Amy. Wir Whatsappen ein paar mal hin und her, bis wir die richtigen Comics ausgesucht haben. Schon cool wie einfach Kommunikation über große Entfernungen geworden ist, nicht wahr?

SIM Karte fürs Internet

Wieder hilft mir die Smartphone-Technik. Per Internet suche ich einen Laden, der einen günstigen Free.mobil Kartenautomaten hat. Wir sind nur 150 Meter vom richtigen Zeitschiftenladen entfernt und ziehen uns dort eine neue SIM-Karte von free.mobil.fr,  sagenhafte 100 GB für 30 Euro. Jetzt müssen wir uns einen Monat lang keine Sorgen über den Internet-Traffic machen. Diesen Tarif hatten wir auch im Frühjahr schon erfolgreich verwendet. Für das Bloggen ist das wesentlich besser als unsere Prepaid Aldi Karte mit den paar Gigabytes.

Cherbourg

Cherbourg, Marktplatz

Kap de la Hague

Weiter gehts über Landstraßen zum Kap de la Hague, vorbei an der riesigen, stark gesicherten nuklearen Wiederaufbereitungsanlage vo La Hague. Der Wohnmobil-Parkplatz, auf dem wir vor Ewigkeiten mal standen, ist immer noch derselbe, und Platz ist auch noch, als wir ankommen. Wandern ist angesagt, gutes Training für die Beine, den wir sind noch relativ weit weg von der Küste. Wir klettern wieder in den von der Ebbe freigelegten Felsen herum und mühen uns glücklich durch die groben Kieselsteine der schrägen Strandabschnitte, die jeden Schritt doppelt mühsam machen. Wir haben wieder schwere Rücksäcke auf dem Rücken und Stative in der Hand. Beste Bedingungen, um wieder fit zu werden.

Kap de la Hague und phare de Goury

Phare de la Hague auch als Phare de Goury bekannt

Sonnenuntergang am Kap de la Hague und phare de Goury

Sonnenuntergang am Kap de la Hague

Lichtflecken auf dem Phare de Goury, Kap de la Hague

Lichtflecken auf dem Phare de la Hague

Der Leuchtturm Goury

Der 50 Meter hohe Leuchtturm Goury am Kap de la Hague steht auf einer Felsinsel im Meer. Den kann man nicht näher besichtigen. Wir schrauben das Teleobjektiv drauf, um ihn ordentlich zu fotografieren. Im Wind nehmen wir große Mühe auf uns, damit die Fotos scharf sind. Spiegelvorauslösung, schweres Stativ und viel Geduld wegen der Sonne, die sich nur für wenige Sekunden zeigen möchte.

Hier am obersten Ende des Kaps produziert das Meer immer sehr starke Gezeitenströmungen. Die Kanalinsel Alderney liegt in Sichtweite des Kaps – durch diese enge Rinne müssen sich die Gezeiten pressen. Wir können das von weitem an den weißen Wellenspitzen auf dem blauen Meer sehen. Im Jahr 1837 wurde der Leuchtturm errichtet, nachdem in nur einem Jahr 27 Schiffe gesunken waren.

Internet-Ärger am Kap

Am Abend wollen wir unsere neue SIM-Card einrichten, was auch ganz gut klappt. Aber ich bin auch mit meiner Heimat-Sim-Karte online. Nur kurz darauf ein Schock. Eine SMS klärt uns darüber auf, dass wir uns im Sendegebiet der Insel Jersey befinden, obwohl Jersey mindestens 50 Kilometer entfernt ist. Die genannten Kosten sind der reinste Nepp, ein Euro pro Megabyte ist einfach unverschämt. Und ein alternatives französisches Netz ist in dieser einsamen Ecke von Frankreich nicht verfügbar. Roaming muss ich logischerweise einschalten, ich bin ja in Frankreich. Wir lassen die Aldi Karte und die Free Sim danach einfach aus.
Vor dem Eintreffen des SMS haben wir schon für die SIM-Card-Einrichtung etwas herumgesurft, mal sehen, was die Queen uns dafür in Rechnung stellen wird.

Die englischen Kanalinseln sind eben kein Teil der EU und auch keine britische Kolonie, sondern gehören dem bitischen Königshaus. Trotz allem Ärger nehme ich mir vor, die Kanalinseln irgendwann einmal zu besuchen. Besonders die Kleineren interessieren mich, ich glaube die größeren sind mir zu bevölkert.

Wenn ihr also an der Westküste der Cherbourg-Halbinsel Mobilfunkverbindungen sucht, passt bloß auf, dass ihr nicht diesen Raubrittern in die Hände geratet. Eine ähnliche Begebenheit kostete kürzlich unserem Sohn sechzig Euro. Er kam bei einer Radtour der Schweiz etwas zu nahe.

Wandern entlang von Kuhweiden und über grobe Kieselstrände

Morgens wandern wir wieder mehrere Stunden. Wir treffen auf Kühe, die gern schmusen, sehen Vögel in den Felsen, wie sie nach Nahrung suchen und sind soweit ab vom Kap, dass wir auf keine Menschen treffen. Erst im Hafen von Goury sehen wir wieder Leute. Im Touristenbüro kaufe ich mal wieder ein Leuchtturmbuch, diesmal über die Normandie.
Während all der Zeit haben wir nur sehr wenig gutes Licht für  Fotos vom Leuchtturm Goury. Das ist wirklich Sekundensache, wenn die Sonne mal kurz durch eine Wolkenlücke bricht und auch noch den Leuchtturm trifft. Manchmal lohnt sich das Warten eben. Fotografie ist nichts für hektische Menschen.

Kühe vorm Leuchtturm, Kap de la Hague

Kühe vorm Leuchtturm, Kap de la Hague

Kühe vorm Leuchtturm, Kap de la Hague

Kühe vorm Leuchtturm, Kap de la Hague

Der kleine Hafen von La Hague

Der kleine Hafen von Goury am Kap de la Hague

Da liegt noch ein kleiner Leuchtturm auf unserer Route Richtung Carteret, aber wir haben wenig Lust, durch enge und steile Gassen zu gondeln. Also verzichten wir darauf und fahren direkt zum nächsten großen Leuchtturm des Cotentin-Quartets.

Übersichtsseite Fototour Normandie & Bretagne Herbst 2019

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

6 Kommentare

  1. Hallo Gabi und Günter,

    wir sind treue Leser seit Beginn eures Blogs. Tolle Infos und Fotos begeistern uns immer wieder!
    Seit gestern sind wir in der Bretagne angekommen und haben bereits an zwei Free Automaten versucht eine Simkarte zu erwerben. Leider ohne Erfolg, da unsere deutschen Kreditkarten nicht anerkannt wurden.
    Habt ihr für uns einen Tipp?

    Viele Grüße und noch tolle Reisen,

    Wolfgang

    • Lieber Wolfgang, das freut uns natürlich sehr, dass ihr schon so lange dabei seid.
      Wir bezahlten mit einer VISA Karte, da meckerte nichts. Ich glaube aber, dass es auch mit der Bankkarte klappte. Habt ihr die Pin eingeben müssen?
      Vielleicht liegts daran?
      liebe Grüße
      Gabi

  2. Wir waren im Juni auf dem Stellplatz von Goury und hatten die selben Erlebnisse mit dem Internet. Kaum angekommen waren wir im Jersey Netz eingebucht.
    Vodafone berechnet dann 5,99€ als Travel Tag oder so… ganz automatisch. Toll, das wollten wir nicht aber ausschalten geht nicht. Auch das manuelle Einbuchen in ein französisches Netz brachte nur für wenige Sekunden einen Erfolg.
    Zuhause angekommen haben wir die Kosten für Jersey bei Vodafone reklamiert und nach der Prüfung wurden auch alle Kosten für 2 Handys erstattet. Die schauen wohl wo man sich tatsächlich aufgehalten hat.

    Tolle Fotos. Kommt mir vor, als wäre ich glatt wieder da ….

  3. Also 50km-Entfernung und trotzdem wird über Jerseys Telefonnetz abgerechnet ?! Das ist ja nun absolut nicht in Ordnung. Da sieht man aber mal wieder, auf was man alles achten sollte……
    Habe mich übrigens in die Kuhbilder sowie in das Sonnenuntergangsbild verliebt.
    Weiterhin gute Fahrt !

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