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Die finnischen Aland Inseln

Auf Arte läuft gerade die schwedische Serie „Blutsbande“, die auf Aland spielt. Wir finden sie sehr spannend, etwas melancholisch und düster, ganz und gar nicht dieses weichgespülte Bullerbü-Tralala, was man so von deutschen Schweden-Serien gewohnt ist. „Blutsbande“ geht eher Richtung Wallander, aber nicht zu brutal. Die Kameraführung ist fantastisch, wir können die Ruhe und Naturverbundenheit, die Aland auszeichnet, in den Folgen hautnah spüren. Deswegen für dich als Tipp. Schau mal rein, gefällt dir vielleicht auch? Amazon Prime Kunden können die erste Staffel kostenlos anschauen. Die erste Staffel gibt es auch bei Amazon als DVD.

Aus diesem aktuellen Grund habe ich extra eine ausführliche Aland Fotogalerie eingerichtet. Klick dich mal durch für maximale Inspiration.

 

Havsvidden

Havsvidden

Felsenküste auf den Aland Inseln

Nachtaufnahmen auf Aland

 

Leute, Sehenswürdigkeiten und Häuser

Haus auf Åland, Finnland

Haus auf Åland, Finnland

 

Unterwegs Wohnmobil und Fähren

 

Degersand – Strandfeeling auf den Aland Inseln

Insel Föglö, Àland, Finnland

Insel Föglö, Àland, Finnland

 

 

 

 

 

 

Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews

 

 

„Nicht nur das Meer macht glücklich, sondern auch unsere Bilder davon“      Eva Tenzer

Vor einigen Jahren schrieb ich für das NaturFoto Magazin einen zehnseitigen Artikel über das Glück in der Naturfotografie. Damals tat ich mich sehr schwer, meine tausend Ideen, in Artikelgröße zusammenzupressen. Ich hätte noch viel, viel mehr über das Thema schreiben können.
Jetzt greife ich es sechs Jahr später noch einmal neu auf, weil ich denke, dass das Thema zur heutigen Zeit noch wichtiger ist und weil ich zu einigen neuen Erkenntnissen gelangt bin. Erstmal werde ich mich in diesem Blogbeitrag eng an den damaligen Artikel halten. Ich hoffe, dass ich bis Mitte des Jahres auch ein Buch über das Thema fertig habe. Das Buch ist im Sommer des Jahres 2020 erschienen. Am Ende dieses Artikels kannst du es als Ebook oder Softcover Buch kaufen!

1. Durch die Naturfotografie finde ich in die Natur und werde eins mit ihr

Ich stehe im nassen, weichen Sand am Strand von Myrland auf den Lofoten, atme tief die klare, salzhaltige Luft und genieße erstmals nach drei Wochen Regen und Sturm warme Sonnenstrahlen auf der Haut. Eine leichte Brise zerzaust meine Haare. Im blauen Meer wüten noch wild die Wellen. Unsere drei Kinder können ihr Glück kaum fassen, sie haben lebenslange Erfahrung mit uns Fotografen, erkennen also die bildwirksame Situation sofort. Hier werden die Eltern bestimmt lange beschäftigt sein, dass sie selbst stundenlang ungestört spielen können.

Ich drücke das Stativ mit der montierten Kamera tief in den weichen Sand, Pol- und Graufilter habe ich griffbereit in meiner Fotoweste. Konzentriert beobachte ich die Wellen, ich suche wiederkehrende Muster in der dynamischen Bewegung. An der kantigen Seite eines Felsens explodiert die Welle förmlich, sie dreht sich beim Aufprall spiralig um ihre eigene Achse. Diese Kreisbewegung halte ich mit einer Belichtungszeit von einer Viertelsekunde in einem Foto fest. Ein meisterhafter Schuss. Bei uns in der Familie ist das Foto von da an als die perfekte Welle bekannt.

Ich entscheide mich für relativ kurze Langzeitbelichtungen, welche die Dynamik und Urkraft der Natur hervorragend in einem einzigen Foto festhalten können. Die Wellenmuster verändern sich im Wechsel der Gezeiten andauernd, das Licht wird mit fortschreitender Zeit weicher und wandelt das Blau des unendlichen Himmelsgewölbes langsam ins Gelbe, das Wasser wird zu hellem Türkis. Die Brandung beruhigt sich, weiche Wellen streicheln nun sanft die Felsen.

Naturfotografie macht glücklich

Mit einer kurzen Langzeitbelichtung ist es möglich, die Dynamik und Kraft der Welle auf einem einzigen Foto zu zeigen. 1/13 bei f 11 und Iso 50

 

Naturfotografie macht glücklich - Wellen und Fels, Myrland, Lofoten

Naturfotografie auf den Lofoten – Wellen und Fels, Myrland

 

Naturfotografie macht glücklich - Wellen in Myrland, Lofoten

Eine etwas längere Belichtungszeit zeigt den Weg, den die Welle am Felsen nimmt. Die dezenten Abendfarben unterschreichen den Eindruck, dass das Wasser den Felsen sanft streichelt.

 

Das hört sich jetzt vielleicht schwulstig an: je länger ich so fotografiere, desto eher habe ich das Gefühl, dass ich eins mit der Welle werde. Nein: ich bin die Welle!

2. Durch die Naturfotografie bin ich ganz im JETZT

Meine Sinne werden durch die Beobachtung des sich stetig verändernden fließenden Zusammenspiels von Meer und Land auf angenehme Weise stimuliert.
Ich meditiere mit dem Drahtauslöser in der Hand; verschmelze mit dem Arbeitsgerät und werde eins mit den Wellen.

Kinder vergessen beim Spielen Zeit, Kälte, das Essen, einfach alles. So geht es mir auch, wenn ich fotografiere. Ich merke nicht, wie die Stunden vergehen, mir fällt das Knurren des Magens nicht auf, ich denke nicht an Sorgen oder Probleme. Ich bin ganz im Jetzt also in der bewußten Wahrnehmung. Ja, ich genieße diese höchste Konzentration wie im Rausch und gehe dabei völlig in meiner Arbeit auf. Ich fühle mich unglaublich glücklich!

Manchmal kann meine Familie das auch ganz gut hören. Ich Jubele, ich „stöhne“, meine zahllosen begeisterten“Ahhs“ und „Ohhs“ schweben durch die Luft. Diese Geräusche kann eine Außenstehender leicht falsch interpretieren. Deswegen habe ich dieser Ausdrucksform den Namen Beautyorgasm gegeben. Auf Deutsch klingt es nicht so gut: Schönheitsorgasmus (nach altgr. Orgasmos = heftige Erregung).

Hier hatte ich mal einen außergewöhnlichen Beautyorgasm als ich auf den herbstlichen Lofoten unterwegs war.

Naturfotografie macht glücklich - Meeresfotografie in Norwegen

Bleik Strand, Vesterålen, Norwegen – nachts gegen vier Uhr

 

3. Ich komme in das Flowerlebnis wenn ich in der Natur fotografiere

Ich bin am glücklichsten, wenn ich aktiv das tue, was mich erfüllt. Schon Aristoteles sagte, dass Glück Folge einer Tätigkeit ist. Der ungarische Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi hat dies ebenfalls durch zahlreiche Studien belegt. Er prägte den Begriff Flow für das Gefühl völligen Aufgehens in einer Arbeit, die höchste Konzentration erfordert und gleichzeitige körperliche Betätigung voraussetzt, bei der man sich ganz dem Erleben öffnet.

Naturfotografie macht glücklich - Ich fotografiere auf Ouessant

Ich fotografiere auf Ouessant

Die Naturfotografie gibt mir die Möglichkeit zur Erfüllung dieser drei Aspekte. Mit der schweren Fotoausrüstung auf dem Rücken und dem Stativ in der Hand bewege ich mich auf teilweise langen Wanderungen zu landschaftlich reizvollen Orten. Ich klettere stundenlang am Meer entlang über Felsen zu den fotogensten Plätzen oder beobachte interessante Tiere in ihrem Lebensraum. Nach jahrelangem Fotografieren ist meine Wahrnehmungsfähigkeit gut trainiert, vergleichbar mit den Muskeln eines Sportlers. Mit wachen Sinnen nehme ich die Natur um mich herum wahr, finde überall interessante und spannende Motive, welche ich im Bild festhalten kann. Das konzentrierte Arbeiten mit der Kamera fließt ineinander mit der körperlichen Aktivität in wunderschönen Naturlandschaften. Psyche und Körper werden gleichermaßen beansprucht. Mühelos verschmelzen meine Wahrnehmung und die Arbeit mit dem Fotoapparat, Bewusstsein und Handlung. Meine Kamera kenne ich in- und auswendig, ich bediene sie unbewusst, so, wie ich beim Autofahren nicht mehr über Gänge und Lenkung nachdenken muss. Und auch die von mir erlebte veränderte Zeitwahrnehmung, das Vergessen von Alltagssorgen, von Hunger und Müdigkeit wird in der Fachliteratur beschrieben.

„Durch stundenlanges, tägliches Arbeiten in Büros und abendlichen Fernsehkonsum verkümmern die Sinne und Menschen müssen ganz einfache Dinge wie das Sehen erst wieder lernen,“ so der Psychologe Reiner Gödtel. Seiner Meinung nach ist demnach „ganz normales spazieren gehen in der freien Natur und gleichzeitiges Sehen, Hören, Riechen eine Quelle von Freude und Glück.“

Ich schätze mich sehr glücklich, denn das Genießen von Schönheit, die körperliche Betätigung und der anspruchsvolle technische Aspekt der Fotografie sind in meinem Tun vereinigt.

4. Bei der Naturfotografie darf ich offen sein, für das, was die Natur mir anbietet

Natürlich erlebe ich solche stundenlangen, fotografischen Gelegenheiten und Glücksmomente wie in Myrland nicht jeden Tag, selbst, wenn ich in landschaftlich zauberhaften Gegenden unterwegs bin.

Doch selbst, wenn es tagelang geregnet hat, die Natur hat mir schon oft unverhofft landschaftliche Augenschmeichler präsentiert, die nur wenige Minuten anhielten. Was für ein riesiges Glück, in diesem Moment am rechten Ort zu sein und die Möglichkeit zu haben, solche Kostbarkeiten für die Ewigkeit festzuhalten. Diese Momente sind für mich Geschenke der Natur und ich bin bereit, sie dankend anzunehmen.

Naturfotografie macht glücklich - Kaputtes Schneckenhaus, Lofoten

Kaputtes Schneckenhaus, Lofoten

5. Abenteuer durch die Unberechenbarkeit der Natur

Ich fühle mich den Launen der Natur ausgesetzt, ja genieße diese Unberechenbarkeit sogar.

Ich erlebe im Gegensatz zum durchgeplanten Alltag immer eine Art Abenteuer. Was wird mir die Natur bieten? Werde ich bereit sein, etwas draus zu machen? Egal, wie es ausgeht, ich bewege mich in der Natur, ich erlebe Regen und Sonne und bin offen für alles, was auf mich zu kommt.

Hier sahen wir zum Beispiel Nordlicht und einen Mondbogen – einfach, weil wir trotz Nieselregen in der Nacht draußen waren und auf Nordlicht hofften.

Klar, das scheint nicht immer einfach zu sein. Diese Warterei, die Unsicherheit, ob es was Vernünftiges wird oder nicht. Ich behelfe mir da etwas, indem ich einfach nichts mehr erwarte. Dann kann ich nicht enttäuscht werden. (Darüber aber bald mehr!) Mir ist es so jedoch allemal lieber als morgens um 8:00 Uhr ins Labor oder Büro zu gehen und schon Tage im Voraus zu wissen, dass nichts wirklich passiert.

6. Welchsel zwischen Naturfotografie und Computerarbeit

„Rotation der Genüsse“ – Stefan Klein

Gerade solche Kontraste sind Quellen des Glücks, sagt Stefan Klein, der Autor des Bestsellers „Die Glücksformel“.

Normalerweise empfinde ich zwei, drei Wochen dauernde Fototrips in die Natur viel zu kurz, ich habe das Gefühl ewig und immer weiter fotografieren zu können. Doch dass auch dieses Wahrnehmung endlich sein kann, zeigte mir unsere sechsmonatige Auszeit im Jahr 2009. Gegen Ende der Reise sehnte ich mich zunehmend danach, endlich die Fotos am PC sichten und bearbeiten zu dürfen. Topfit, sehr schlank, aber auch körperlich ausgepowert kehrte ich nach Hause zurück und zog mich glücklich in mein heimisches Büro zurück. Dieser Wechsel zwischen Fotografie und Computerarbeit ist eine weitere, geniale Gelegenheit für die „Rotation der Genüsse“.

Naturfotografie macht glücklich - glückliche Fotografin auf der Belle Ile

Gabi ruht sich auf der Belle Ile in der Bretagne von der Fotografie in der Natur aus

 

7. Mit der Naturfotografie kann ich den Jagdtrieb stillen

Sind wir nicht alle tief drinnen noch Jäger und Sammler? Die Fotografie ist für mich eine Jagd nach außergewöhnlichen Momenten, ein Sammeln von besonderen Eindrücken. Wenn ich beispielsweise einem Vogel nachstelle, wird das sehr deutlich:

Wir besuchen Freunde auf ihrer Farm in Schweden. Gegen 6:00 Uhr, die Sonne ist gerade aufgegangen, stört der Ruf eines liebestollen Fasans die absolute Ruhe. Nicht nur ich, sondern auch mein Jagdtrieb ist blitzschnell geweckt. Ich lade schnell die Kamera mit frischer Batterie und Speicherkarte und pirsche mich noch im Schlafanzug langsam an den geräuschvollen Flattermann heran. Anfangs beäugt mich mein Fasannoch misstrauisch und hält Abstand. Mein Biowecker funktioniert auch die nächsten Tage zuverlässig, bei Sonnenaufgang bin ich auf den Beinen und beim Fasan. Der belohnt mich täglich mit immer mehr Vertrauen, bis er schließlich, nur für mich, ruft und burrt wie ein verliebter Teenager. Ich genieße die Nähe zu diesem Vogel, den ich bisher immer nur in der Ferne rufen hörte und erlebe einen intensiven Einblick in das Verhalten des Tieres.

Bei der Beobachtung bin ich ganz im Jetzt, mit großer Ehrfurcht und Achtung lasse ich mich auf ein gewöhnliches und doch einzigartiges Lebewesen ein, ich bin ständig neugierig und lerne dabei kennen und lieben.

Mühelos verschmelzen meine Wahrnehmung, die Bildgestaltung und die Handhabung meiner Kamera miteinander.

Im taunassen Frühlingsgras nach Nahrung pickend schlendert mein Fasanenmännchen über die Wiese. Im Minutentakt unterbricht er seine scheinbar wichtige Tätigkeit. Mit vor Stolz gestreckter Brust durchbricht er mit einem lauten Ruf die absolute Stille. Der Schrei ist noch nicht ganz verhallt, der Atem hängt als kleines Dunstwölkchen in der Luft, schon folgt die anmutige, immer gleiche Choreografie, begleitet vom dezenten Trommelwirbel aus Klicks von meiner Kamera.

Auf Augenhöhe mit dem Vogel nehme ich die Darbietung im Gegenlicht vor halbwegs ruhigem, grünen Hintergrund auf. Die graziös aufgefächerten Federn leuchten im Licht, die ganze Schönheit des Tieres ist für immer in einem Foto verewigt. Ich studiere den Bewegungsablauf, denn beim Rufen streckt sich der Fasan weit nach oben. Der hübsche Kopf fehlt im Bild, wenn ich nicht schnell genug reagiere.

Die technische Seite des Fotografierens läuft wie von selbst ab: Ich wähle auch mal längere Belichtungszeiten, damit bringe ich über die Bewegungsunschärfe bei den Flügeln Dynamik ins Bild. Mit den kürzeren Belichtungszeiten friere ich die Bewegung ein, so werden Details in den Federn besser sichtbar. Eine relativ offene Blende stellt den Vogel gegen den unscharfen Hintergrund frei.

In Zukunft wird der Ruf des Fasans in der Ferne, der Ruf eines guten Bekannten sein.

 

Auf unseren Touren in den Norden begeneten uns noch weitere wilde Tiere. Hier ein paar davon.

 

8. Durch die Naturfotografie kann ich meine Kinder für die Natur begeistern

Später schauen mir meine inzwischen ausgeschlafenen Kinder neugierig über die Schulter, während ich die Jagdbeute der Fasanentour im Notebook sichte. Gemeinsam entdecken wir sogar einige Zecken am Kopf des Vogels, wir bestaunen die hervorragende Haltung beim Rufen und finden viele weitere Details, die mir beim Fotografieren nicht direkt aufgefallen waren. Neugierig geworden, beschließen die drei, sich am nächsten Morgen an der „Fasanen-Jagd“ zu beteiligen.

Wenn das Ergebnis meines Jagdtriebs, das Foto, Interesse beim Betrachter weckt, haben die Mittel nicht nur den Zweck erfüllt, sondern erfreuen auch mich als Fotografin und machen mich stolz. Dieses Gefühl ist wohl keinem Naturfotografen fremd. Ich möchte mit meinen Bildern nicht nur Stimmungen transportieren, sondern auch Interesse wecken und dazu anregen, selbst die Welt zu erkunden, sei es mit oder ohne Kamera.

Unsere live Reiseberichte wimmeln nur so von Sachen, die wir mit den Kindern gemeinsam unternommen haben. Ich verlinke hier mal die Reise zu den finnischen Aland Inseln, die wir mit dem Wohnmobil, dem Rad, zu Fuß und per Kajak erkundet haben. 

 

9. Bei dem Fotografieren in der Natur lerne ich interessante, freundliche Menschen kennen

Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung. Im hohen Norden Norwegens stehe ich im November in eisiger Kälte mit ca. 30 anderen Naturfotografen auf einem Boot und halte in traumhafter Kulisse Ausschau nach Orcas .

Die typisch arktisch-nordische, pastellartige Lichtstimmung, schneebedeckte Berge, Fischerboote gefolgt von hunderten kreischenden Möwen, das monotone Brummen des Bootsmotors in der Ruhe des grandiosen Fjords, die klirrende Kälte, die saubere Luft – das alles verzaubert mich, mein Fotografenherz schlägt schneller. Überall entdecke ich Motive. Gerade komponiere ich ein Foto mit Fischerboot und Möwenschwarm vor den schneebedeckten Bergen im magischen, nicht enden wollenden Sonnenuntergang, und das mittags um 14:00 Uhr. Kälte, Hunger, Müdigkeit, all diese so menschlichen Gefühle verlieren sich, sie versinken im Rausch des Fotografierens. Plötzlich taucht in der Ferne eine Orca-Familie auf. Die schwarzweißen Schwertwale schwimmen direkt auf das soeben fotografierte Fischerboot zu, wir alle halten gemeinsam die Luft an, niemand wagt ein Geräusch zu machen, wir hören nur noch das Blasen der Orcas und Kameras die im Einklang klicken. Gemeinschaftlich erlebtes Glück liegt geradezu greifbar in der Luft.

 

Naturfotografie macht glücklich - Orcas im norwegischen Winter

Eine Gruppe Orcas zieht an einem Fischerboot mit Möwen vorbei. Traumhaftes Licht und schneebedeckte Berge bilden die perfekte Kulisse.

 

 

Orcas im Tysfjord, hier findest Du einen Reisebericht mit Fototipps.

 

10. Naturfotografen schützen (meistens) die Natur

Ähnlich ergeht es uns in Schottland am Chanonry Point bei Inverness. Eine ganze Horde, mit großen Teleobjektiven ausgerüsteter Naturfotografen wartet geduldig in Regen und Sturm auf die Delfine, die sich hier direkt vor dem Strand beim Wechsel von Ebbe nach Flut die Lachse in das Maul treiben lassen. Die Wartezeit nutzen wir für anregende Gespräche über Delfine und Kameraausrüstungen. Der Informationsaustausch endet abrupt, als schließlich eine unscheinbare kleine Finne vor uns die Wasseroberfläche durchstößt. Geschulte Delfinfotografen erkennen diese Vorboten der fotogenen Aktivitäten, die Finne bewegt sich schneller durch die Wellen, man folgt ihr mit der Kamera. Begleitet von Klicks aus unzähligen Kameras explodiert förmlich das Wasser vor unseren Augen, Lachse und Meeressäuger fliegen meterhoch durch die Luft. Auch, wenn man selbst dieses Naturschauspiel diesmal nicht aufs Foto bannen konnte, vergessen wird man es nie.

Die Naturfotografie ist keineswegs eine „einsame“ Arbeit, sie bringt Menschen und Familien zusammen.

Meine Erfahrungen zeigen mir, dass engagierte Naturfotografen sich fast immer für den Naturschutz einsetzen.

 

An jenem Tag am Chanonry Point raste ein Umweltbanause mit hoher Geschwindigkeit und gewaltigem Lärm auf einem Jet-Ski mitten durch das Mittagsmahl der Delfingruppe. Die ortsansässigen Naturfotografen waren maßlos verärgert und zeigten den Rüpel an. Der wurde schon wenige Tage später wegen dieses Vorfalls zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, so stand es in der Zeitung. Beweisfotos der Tat waren natürlich kein Problem. Solche Ereignisse erfüllen mich mit Zufriedenheit, geben sie der Fotografie doch einen weiteren, tieferen Sinn.

Live Reisebericht Schottland – viel Wissenswertes über die Delfine am Channonry Point und die netten Fotografen die auf sie warten. 

 

11. Gemeinsam mit der Familie die Natur erleben, lernen und fotografieren

Meistens gege ich zusammen mit meiner Familie auf unsere Fotoreisen.

Die Naturfotografie bietet uns als Familie viel Raum für gemeinsames Erleben und Wiedererleben.

Seit wir eine kleine Unterwasserkamera haben, begeistern sich unsere Kinder über Gezeitentümpel. Ihr Forscherdrang wurde geweckt und ihre Wahrnehmung auf diesem Gebiet wurde durch meine Fotografie geschärft. Wir sehen nun Lebewesen, die wir zuvor nicht wahrgenommen hatten. „Komm schnell und bring die Kamera mit“, diesen Ausruf höre ich gerne. Ich fotografiere alles, was uns interessant erscheint, gemeinsam suchen wir die Tiere und Pflanzen in den Bestimmungsbüchern, gestalten kleine Broschüren und lernen spielerisch so viel, wie es kein Schulunterricht im Klassensaal leisten könnte.

 

Unterwasserfotografie für „Arme“ – wie auch Du solch geniale Fotos schießen kannst!

 

12. Ich darf, ja ich muss, Spielen und das macht Spaß

Wenn Erwachsene Spielen nennt man das  Kreativität.

Die Landschafts- und Naturfotografie bietet viel Raum für Verspieltheit und Experimente, was erwachsene Menschen wohl eher Kreativität nennen. Sich auf der einen Seite einzulassen auf das ständig wechselnde Spiel der Natur mit Wind und Wetter, Tages- und Jahreszeiten, Ebbe und Flut und auf der anderen Seite die Herausforderung anzunehmen, neue Sichtweisen zu finden in Motiven, die wahrlich zur Genüge abgelichtet worden sind. Das macht die Sache spannend. Experimentieren ist nicht nur erlaubt, sondern auch unbedingte Voraussetzung. Zu diesem Thema werde ich noch einen sehr ausführlichen Blogbeitrag schreiben!

Ein paar Wellenfotos bei denen ich verspielt war, findest du hier.

 

Naturfotografie macht glücklich - kleine Welle

klitzekleine Wellen laufen in der Mitternachtssonne über den Strand

 

13. Das Naturfoto ist die Essenz meines Glücks

Ich möchte all meinen Spaß, meine Verspieltheit, mein Glücksgefühl, meine Freude an der Natur, die Bewegung der Wellen und die frische Luft durch die Fotografie zum Betrachter transportieren. Meiner Meinung nach und auch wegen der vielen Rückmeldungen, gelingt es mir das auch. Das Bild erweckt relativ schnell Emotionen beim Betrachter. Ich habe das in meinen Vorträgen und Ausstellungen beobachten dürfen. Ja, selbst an mir selbst kann ich es erleben. Nicht nur in meinem Büro, im ganzen Haus hängen Leinwandfotos. Auch wenn sie hinter meinem Rücken an der Wand hängen, spüre ich doch wenn sie fehlen, dann fühlt sich der Raum leer und kalt an. Ich muss meine Fotos also nicht mal anschauen, um deren Energie zu spüren.

Das Bild wird zum Naturerlebnis, genauso, wie bei meinem Flowerlebnis, doch völlig ohne Hunger, Kälte oder sonstigen Nebenwirkungen – von der geweckten Reiselust und Neugierde mal abgesehen.

Die Recherche zu meinem Glücksthema und das Spiel mit den Worten hat mir großen Spaß bereitet, aber es ist jetzt langsam wieder an der Zeit, die Genüsse zu rotieren. Jetzt reicht es wieder mal mit der Computerarbeit, die Kamera liegt bereit, ich sehne mich danach, wieder weichen Sand unter meinen Füßen und kalten Wind im Gesicht zu spüren und mich dem Rausch der Fotografie hinzugeben. Mal sehen, ob wir schon im Januar wieder auf eine kurze Inseltour gehen können.

 

Mein Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

Da mich das Thema auch weiterhin fesselt, habe ich 2020 ein ganzes Buch darüber geschrieben. Klick aufs Foto und du kannst es für 12 Euro bestellen!

Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

 

Literaturliste: (Amazon Links!)

Mihaly Czikszentmihalyi: Flow – das Geheimnis des Glück

Reiner Gödtel: Wege zum Glück

Stefan Klein: Einfach glücklich

Eva Tenzer: Einfach schweben – Wie das Meer den Menschen glücklich macht

Ja, und jetzt bist du an der Reihe. Geht es dir ählich wie mir? Was macht dich glücklich, wenn du mit der Kamera unterwegs bist?

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Abi als Freilerner

Am Leuchtturm Creac'h flogen die Ohren im Sturm

Vor knapp zwei Jahren empfand Dackel Grindel, dass es eine gute Idee wäre, bei uns einzuziehen. Mit ihrem umwerfenden Charme und dem unwiderstehlichen Dackelblick hatte sie auch uns davon in Rekordzeit überzeugt Sie begleitet uns seither auf all unseren Leuchtturmtouren. Unseren treuen Blogbesuchern brauche ich das nicht mehr erzählen. Darum mache ich es kurz: Wenn ein kleiner Hund so lang und süß aussieht, wie unsere Grindel, muss er einfach als Fotomodell herhalten.

Dackel Fotos mal anders

Wie bei all unseren Fotomotiven suchen wir unsere ganz eigene Perspektive. Ich muss also zum Fotografieren auf die Knie und manchmal auch auf den Bauch. Auf Augenhöhe mit unserem Dackel sozusagen. Diesen wuseligen, gut gelaunten kleinenHund lichte ich am liebsten zusammen mit meinen Lieblingsmotiven, den Leuchttürmen ab. Die beiden geben einen ziemlich heftigen Kontrast ab. Der Dackel lang und flach, dunkel und wuselig, der Leuchtturm hoch aufragend, hell und unverrückbar feststehend. Geduld ist gefragt bei diesem Projekt, und wir brauchen zahlreiche Leckereien, um die Kooperationsbereitschaft von Grindel zu gewinnen. Grindel hat den Dreh schon raus: sobald sie einen Leuchtturm und mich mit der Kamera in Bodennähe sieht, fordert sie mit Nachdruck Leckerlis. Da krieche ich also auf Knien und Ellenbogen durch den feuchten Sand, um auf Augenhöhe mit meinem Dackel zu sein. Gunter und Amy versuchen gleichzeitig, Grindel gut in Pose zu bugsieren. Passanten bleiben stehen und amüsieren sich über dieses Schauspiel. Was tut man nicht alles für ein ansprechendes Foto? Jetzt nach etlichen Leuchttürmen in Schweden, Holland, Deutschland und Frankreich sind wir ein eingespieltes Team.

Dackel Fotos – Aufnahmetechnik

Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Aufnahmetechnik: Ein Blitz ist essentiell, ohne gesonderte Aufhellung hat Grindels dunkles Fell fast keine Zeichnung. Mit dem Fell tut sich auch der Autofokus schwer, oft stelle ich deshalb manuell scharf und blende stark ab. Das Weitwinkelzoom ist mein Objektiv der Wahl damit unser Dackel groß raus kommt und nicht von der Präsenz der Leuchttürme erdrückt wird..

Klick aufs Foto für die Bildbeschreibung!

Hier mal zum Vergleich – einmal ein Leuchtturm ohne Dackel und einmal mit.

Ich finde, jeder Leuchtturm sollte seinen Dackel haben!

Entschuldige bitte die relativ lange Blogpause. Auf der Ile d’Ouessant gefiel es mir so gut, dass ich soviel Zeit wie möglich draußen in der Natur verbrachte. Ich radelte auf der kleinen Insel von einem Ende zu anderen und wieder zurück.

Meist zwischen 20 und 30 Kilometer pro Tag. Was sich zwar wenig anhört, aber mit Fotorucksack auf dem Rücken, Stativ auf dem Gepäckträger und Wanderungen zwischen den Etappen doch sehr anstrengend, aber unglaublich schön. Wir waren tagsüber und nachts unterwegs, wieviele Stunden kann ich nicht sagen. Sechs Kilogramm habe ich abgenommen, trotz Schoko-Croissant-Frühstück, so viel waren wir unterwegs. Ich schaffte es jedenfalls nicht, mich an der Insel satt zu sehen.

 

Ruine und La Jument

Ruine am Pointe de Pern und La Jument

 

Wellen am Pern, Ouessant

Wellen am Pern, Ouessant

 

La Jument, Ouessant

La Jument, Ouessant

 

Gabi bei der Arbeit

Gabi bei der Arbeit

 

Creach und Felsen, Ouessant

Creach und Felsen, Ouessant

 

Ideale Bedinungen für den Fotokurs auf Ouessant

In der zweiten Woche hielten wir unter besten Bedingungen unseren ersten Fotoworkshop. Wir hatten zwar nur eine Teilnehmerin mit ihrem Partner und einen Freund von uns dabei, aber es war ein interessantes Erlebnis. Wir fotografierten die Strahlen des Leuchtturms Creac’h in der Nacht, wir hatten mehrere Male beste Licht- und Wellenbedingungen am Pointe de Pern, dem wilden, westlichen Ende der Insel. Wir unternahmen Fotowanderungen in weichem Morgenlicht und futterten dabei die saftigen wilden Brombeeren, die überall auf Ouessant wuchern. Wir rückten die fünf Leuchttürme der Insel fotografisch ins richtige Licht. Den Leuchtturm Stiff fotografierten wir mit Sternenbahnen. Bei Regenwetter rauschten hohe Wellen mit weißen Kämmen auf uns zu. Der inselbekannte Delfin absolvierte eine ganz besondere Show für uns im Fährhafen Stiff. Insgesamt also ein gelungenes Workshop-Programm.

 

Ruhiges Meer auf der Insel Ouessant

Die dritte und letzte Woche waren wir wieder allein unterwegs. Es war ruhig, der Wind kam die ganz Zeit aus Osten, fiel also als Wellenerzeuger aus. Das Meer lag ruhig, manchmal fast spiegelglatt da. Das gab uns mangels dramatischer Meeresansichten die Gelegenheit, die skurrilen Granitfelsen intensiver zu fotografieren. Für eine gute Aussicht kletterten wir täglich auf die Felsen hinauf. Wir radelten, wanderten und kletterten und das tat uns gut.

Der Fels, Ouessant

Der lachende Fels, Ouessant

 

Welle und Leuchtturm Nividic, Ouessant

Welle und Leuchtturm Nividic, Ouessant

Unser Sohn Noah lernt das Fotografieren

Amy, Noah und Dackeldame Grindel waren auch mit auf die Insel gekommmen. Noah hatte den Wunsch geäußert. einen Fotokurs bei uns zu absolvieren. Logisch, das machen wir doch gern. Und was für eine Freude war es, als ich merkte: JETZT hat der Fotograf in ihm eingeschaltet. Es passierte nach dem Aufenthalt auf Ouessant, als wir Wellen am Leuchtturm Petit Minou fotografierten. Er kam zu mir, konnte gar nicht schnell genug reden, soviel Begeisterung sprudelte aus ihm heraus. Ich war selbst mitten in die Arbeit vertieft, aber musste die Wellen auf seinem Kameradisplay anschauen. Und ich muss sagen: er hat Talent!

Wellen, Noah

Wellen, Noah

Ohne Franzöisch Kenntnisse miteinander Reden

Ich freundete mich mit unserer Vermieterin Veronique an. Da mein Französisch immer noch sehr rudimentär daherkommt und Veronique genauso wenig Englisch kann, wie ich Französisch, hätte man meinen können, wir haben uns nichts zu sagen. Dem war aber nicht so. Wir redeten trotzdem die ganze Zeit und gingen auch gemeinsam auf Fototour. Das hat mir riesigen Spaß gemacht. Hier ein herzliches Dankeschön an unsere Vermieterin! Unsere Wohnung war übrigens genial: vom Fenster aus schauten wir auf die Bucht, den Strand und auf drei von vier Leuchttürmen.

Creac'h am Abend, links unten im Bild Gunter mit unserer Kursteilnehmerin

Creac’h am Abend, links unten im Bild Gunter mit unserer Kursteilnehmerin

 

PS: Der in Deutschland für die Filmmusik von „Die fabelhalfte Welt der Amelie“ bekannte Pianist Yann Tiersen wohnt auf Ouessant. Sein im September erschienenes Album Eusa ist der Insel gewidmet. Auf Ouessant habe ich vergeblich versucht, die CD zu kaufen. Später auf der Rückfahrt durch die Normandie habe ich sie endlich gefunden und höre seither nichts anderes mehr.

Übersichtsseite Bretagne 2016

Ausführliche Infos und Bildgelerie zur Insel Ouessant

 1. Unsere Anfänge mit dem Grauverlauffilter

Vor langer, langer Zeit, weit vor dem Höhenflug der Digitalfotografie, hatten wir bereits Grauverlauffilter im Einsatz. Die waren wie ein Polfilter gebaut, also rund und drehbar. Die eine Hälfte des Glases war dunkler als die andere, die Aufteilung genau mittig, der Verlauf weich. Leider machte es uns wenig Spaß, mit diesen Filtern zu arbeiten. Wer legt bei den Fotos den Horizont immer in die Mitte? Die Abdunklung des Filters war außerdem noch zu schwach, und dunkelte bei sehr hellem Himmel zu wenig ab.

2. Abdunkeln geht doch auch mit Lightroom, oder?

Gunter war von den Möglichkeiten von Lightroom und Photoshop so angetan, dass er postulierte: »Das geht softwaremäßig sowieso viel leichter als mit einem Filter« (er hatte natürlich unser wenig hilfreiches, altes Schraubfilter im Hinterkopf). Bei einigen Motiven in der Landschaftsfotografie hat er damit auch recht. Doch es gibt gerade am Meer, in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden viele Situationen, wo ich mir sehnlichst ein Verlaufsfilter wünsche. Dunkler Sand bei Sonnenuntergang, Lavaküste auf den Azoren, spritzendes Wasser auf den Felsplatten des Neptuni auf Öland. Situationen mit extrem hohen Kontrasten.

[caption id="attachment_17955" align="aligncenter" width="1000"]Ohne Verlaufsfilter Ohne Verlaufsfilter[/caption] [caption id="attachment_17956" align="aligncenter" width="1000"]Mit Verlaufsfilter Mit Verlaufsfilter und Polfilter[/caption]

Das Foto habe ich auf Sylt bei sonnigem Wetter aufgenommen. Ich finde, dass hier sehr gut zu sehen ist, dass sich das Verlaufsfilter nicht nur auf den Himmel auswirkt. Da der hohe Kontrast auf dem ganzen Foto abgeschwächt wird, sieht auch das Meer und der Strand wesentlich freundlicher aus. Diese luftige Stimmung würde ich per Bildbearbeitung nicht hinbekommen. Allerdings wurde bei dem zweiten Foto auch ein Polfilter eingesetzt!

Das Haida Verlauffilter ist übrigens absolut neutral.

 

3. Sparen bringt nichts

Um Kosten zu sparen versuchten wir es mit einem relativ günstigen Filter der Marke Hightech, welchen ich vor die Frontlinse hielt. Das Davorhalten ist schon mal keine wirklich gute Idee, weil es leicht zu Verwacklungen kommen kann. Ich schaffte es ohne Probleme, die Fotos korrekt zu belichten und nicht zu verwackeln, doch das Filter produziert in bestimmten Situationen einen sehr unschönen lila Farbstich. Dem kann ich auch mit Lightroom nicht zu Leibe rücken. Das Hightech Verlaufsfilter ist darum unbrauchbar für mich. Das Geldsparen hat uns letzlich nur zusätzliche Kosten verursacht.

[caption id="attachment_17958" align="aligncenter" width="860"]Ohne Verlaufsfilter Ohne Verlaufsfilter[/caption]

[caption id="attachment_17959" align="aligncenter" width="860"]Mit Verlaufsfilter Mit Verlaufsfilter[/caption]

Ile d’Ouessant, Bretagne. Trotz Farbstich sieht man auch hier, dass das Foto ingesamt einen weicheren Kontrast zeigt. Die Felsen im Vordergrund sind besser durchzeichnet, saufen nicht so ab.

 

[caption id="attachment_27473" align="aligncenter" width="920"]Grauverlaufsfilter von Haida Grauverlaufsfilter von Haida[/caption]

[caption id="attachment_27474" align="aligncenter" width="920"]Saint Mathieu ohne Grauverlaufsfilter Saint Mathieu ohne Grauverlaufsfilter[/caption]

Der Leuchtturm Saint Mathieu in der Bretagne Ohne und mit Grauverlaufsfilter von Haida. Hier ist mir der Verlaufsfilter fast schon zu stark. Aber das Foto mit Filter gefällt mir trotz allem wesentlich besser als ohne.

 

 

4. Vergleich von Software und Filter

Vorteile Software:

  • Kein teures Filter nötig, daher kein zusätzliches Gewicht im Fotorucksack
  • Günstige Filter haben oft Fehlfarben, die dann mit Lightroom nicht oder nur schwer rausgerechnet werden können.

 

Nachteile Software:

  • Bei sehr hohen Kontrastumfängen ist die Bildbearbeitung ziemlich aufwändig. Es sind mindestens zwei Raw-Fotos nötig, die ich am Rechner zusammenpfriemeln muss.
  • Manchmal kann ich das Foto nicht so bearbeiten, wie es in der konkreten Situation auf mich gewirkt hat. (Schau Dir das Foto von Sylt mehrfach an und schiebe den Regler hin und her. Ich finde, da wird das ganze Ausmaß sehr deutlich!)
  • Ich sitze eh schon viel oft und zu lange am Rechner, jede Minute, die ich mir vor dem Monitor sparen kann, ist den Mehraufwand beim Fotografieren wert.

 

Vergleich zwischen Drehfilter und Steckfiltersystem:

  • Ein Grauverlaufs-Drehfilter ist unflexibel in der Anwendung, der Horizont ist immer mittig.
  • Bei der Kombination mehrerer Filter kommt es mit Drehfiltern schneller zu Vigenttierungen.
  • Die großen Steckfilter sind windanfälliger – wir fotografieren sehr oft auch noch im Sturm und das könnte evtl mehr zu Verwachlungen führen. Ich werde da in Zukunft weiterhin berichten.
  • Die Steckfilter sind schon allein aufgrund der Größe kratzanfälliger.

5. Haida Steckfiltersystem

  • Das Steckfiltersystem von Haida ist für mich die optimale Wahl. Es ist recht günstig im Vergleich zu anderen Systemen wie zum Beispiel Lee Filter.
  • Die Qualität der Filterscheiben ist hervorragend – keine Farbstiche erkennbar
  • Ich kann das Filter sehr flexibel einsetzen – in Sonnenuntergangsstimmungen kann ich das Filter schäg stellen und nur die sehr hellen Himmelsanteile abdunkeln.
  • Das Grauverlaufsfilter lässt sich optimal mit dem Polfilter kombinieren. Das ist mir sehr wichtig, wenn ich kräftigere Farben im Bild haben möchte. Haida bietet extra dafür ein superflaches Polfilter an, das drehbar im Objektivadapterring eingesetzt wird.
  • Das System wiegt nicht viel, macht trotzdem einen robusten Eindruck und ist unkompliziert zu handhaben.
  • Als Filterbenutzer sparst du eine Menge Geld, wenn du eine größere Kameraausrüstung besitzt. Du brauchst für alle deine Objektive mit verschiedenen Filtergrößen nur noch ein einziges Polfilter, Grauverlaufsfilter und Graufilter
  • Der Filterhalter nimmt bis zu drei weitere quadratische Filter auf
  • Die Dimensionen des Haida Filterhalters 100 sind so großzügig bemessen, dass es auch im Weitwinkelbereich mit den meisten Objektiven zu keiner Vignettierung kommt
Haida Filtersystem

Haida Filtersystem – Polfilter plus Verlauffilter auf der Kamera, der Adapterring für das TiltShift liegt davor. Der Adapter kostet 17 Euro, das finde ich sehr praktisch, weil ich somit alle Filter auch für die Objektive mit größerem Objektivdurchmesser nutzen kann. Was allein ein 82mm Polfilter kostet…

 

Haida Polfilter,

Haida Polfilter

 

Haida Polfilter,

Haida Filterhalter, Polfilter, Adapterring und Verlauffilter (da hat sich was gespiegelt, es ist nicht braun!)

 

Grauverlauf Schraubfilter

Grauverlauf Schraubfilter

Mein Haida Filtersystem, besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Filterhalter 100
  2. Adapterringe für 77mm und 82mm Objektivfiltergewinde
  3. das dazu passende Haida Pro II Digital Slim Polfilter
  4. Grauverlaufsfilter HAIDA Pro II MC Optical 150 mm x 100 mm GND Soft Edge 0,9
  5. 64-fach Graufilter
  6. 1000-fach Graufilter

Das Haida Filtersystem gibt es auch bei Amazon.

 

Sonnenuntergang, Plage Donnant, Belle Ile

Sonnenuntergang, Plage Donnant, Belle Ile – Hightech Verlaufsfilter plus Polfilter

[caption id="attachment_17985" align="aligncenter" width="860"]Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf[/caption]

[caption id="attachment_17986" align="aligncenter" width="860"]Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf[/caption]

 

[caption id="attachment_27254" align="aligncenter" width="920"]Men Ruz, Ploumanac'h, Bretagne Men Ruz, Ploumanac’h, Bretagne[/caption]

[caption id="attachment_27255" align="aligncenter" width="920"]Men Ruz, Ploumanac'h, Bretagne Men Ruz, Ploumanac’h, Bretagne[/caption]

Men Ruz, Bretagne – aufgenommen mit 1000fach Graufilter und mit 1000fach Graufilter plus Haida Grauverlaufsfilter

 

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Am 12. Juli war ich nach Baden Baden eingeladen. Da kurz zuvor unser treuer VW Bus mit Motorschaden aus unserer Familiengemeinsaft ausgeschieden war, fuhr ich mit der Bahn. Das fing gut an, schon der erste Zug ab Ingelheim hatte eine saftige Verspätung. Ich war sowas von nervös – ist ja auch logisch, oder? Wann ist man als „Normalo“ mal live im Fernsehen. Naja, ich war sogar schon zweimal live beim SWR, zusammen mit Esra. Aber so ganz allein war das doch eine andere Hausnummer. Außerdem habe ich soviele Ideen und Erkenntnisse nach den langen Jahren des Reisens mit unseren drei Kids, dass es mir wohl leichter gefallen wäre, eine Stunde zu reden als zu versuchen, alles in ein paar Minuten zu quetschen.

Dieses „Persönlich“ lief einige Wochen vorher im SWR.

Im strömenden Regen kam ich in Baden Baden an, hüpfte in ein Taxi, das mache ich auch nicht jeden Tag, wurde an der Pforte abgeholt, und schon saß ich in der Maske. Ich schminke mich ja nie. Sollte ich vielleicht mal lernen. Vielleicht ist das auch mit 52 nicht zu spät? Die nette Dame in der Maske meinte, ich hätte wunderschöne Augen, ach, ein Kompliment tut  gut. Mit Wimperntusche und Kajal, oder wie das Zeugs alles heißt, sahen meine Augen dann auch hervorragend aus. Zwinker..

Ich wurde nervöser und nervöser. Klar hab ich in den Tagen vor dem Interview reflektiert, bin in mich gegangen und habe meine Erlebnisse analysiert. Das war wie ein innerlicher Hausputz. Das Sortieren meiner Gedanken, das tat mir richtig gut.

Du fragst Dich jetzt wahrscheinlich, warum wird Gabi denn eigentlich immer zum Fernsehen eingeladen? Da müssen wir mal ein halbes Jahr in die Vergangenheit reisen. Auf dem Bubenheimer Weihnachtsmarkt hielt ich einen Vortrag über die Fotografie, vor allem über mein Glück in der Fotografie, über das Reisen mit Kindern und das freie Lernen. An drei Wochenenden hielt ich den ungefähr einstündigen Vortrag und jedesmal sagte ich etwas anderes. Das Grundgerüst war gleich, aber ich bin so voller Geschichten und Anekdoten, dass immer wieder spontan was anderes hochkommt, wenn ich ins Erzählen kommen. Jedenfalls war an einem dieser Abende Gudrun, eine Mitarbeiterin des SWR anwesend. Mein Vortrag, vor allem die Motivation an die Zuhörer, doch auf seine inneren Regungen zu hören, inspirierte sie sehr. Sie hatte dann die Idee, den kurzen Beitrag zu machen, der im April gesendet wurde. Ja und so kam ich dann wieder einmal zu Kaffee oder Tee.

Aber zurück nach Baden Baden. Irgendwann bekam ich das Lampenfieber halbwegs in den Griff. Ich hatte mich gut vorbereitet. Sehr gut sogar, denn das Thema war ja mein Leben und das meiner Familie. Etwa eine Stunde vor der Sendung schaltete ich dann die Gedanken zum Gespräch ab und lies mich auf die momentanen Geschehnisse ein. Die Kameras im Studio, die kompetente Moderatorin Heike Greis – wie die das schafft, so souverän durch die abwechslungsreiche zweistündige Sendung zu führen, ist erstaunlich.

Ja und dann war ich dran. Ich spürte immer noch mein Herz bis zu den Ohren schlagen. Der Regiseur hatte mir den Tipp gegeben, einen Arm auf die Lehne des Stuhls zu legen. Das half wirklich, entspannter zu sein. Ja, und dann hörte ich mich ganz andere Sachen sagen, als ich mir vorgenommen hatte. Im Moment des Live-Interviews kamen mir neue Erkenntnisse hoch, die mir bis dahin nicht klar gewesen waren. Endlich war ich mit einer Formulierung so richtig glücklich. Nämlich, als ich über Noah und die Schule redete. Nein, Schule ist nicht prinzipiell schlecht, nein, mein Kind war da nicht unglücklich – das trifft es nicht wirklich – was es auf den Punkt trifft: er konnte einfach in der Schule nicht lernen. Hör dir das Interview einfach mal an. Ich selbst schaffe es noch nicht, mich selbst anzusehen und zu hören.

Nach der Sendung wartete bereits das Taxi auf mich und kurze Zeit später saß ich auch schon wieder in der Bahn Richtung Heimat. Leider mit Fensterplatz ohne Aussicht. Nach dem langen Tag war ich hundemüde und hungrig, außer einem zu süßen Stück Kuchen hatte ich fast nichts gegessen. Es war einfach keine Zeit dafür gewesen. Zuhause wusch ich mir das Gesicht und sah plötzlich aus, wie ein Panda Bär, so richtig mit riesigen schwarzen Rändern um die Augen. Wenn man vom Schminken keine Ahnung hat, dann schon gar nicht vom Abschminken. Nach 22:00 Uhr musste ich noch notfallmäßig eine Freundin anrufen, die mir dann dem Tipp mit dem Speiseöl gab, was anderes zum Abschminken hatten wir nichts im Haus.

Hach, was für ein Tag


Neuvorstellung: Metz Mecablitz M400

Der traditionsreiche Elektronenblitz-Hersteller METZ mecatech hat ein interessantes neues Blitzgerät vorgestellt, den Metz mecablitz M400. Wir fotografieren seit 40 Jahren fast ausschließlich mit Metz-Blitzen, von denen uns noch keiner im Stich gelassen hat. Da sind wir natürlich neugierig darauf zu erfahren, was man denn an Blitzgeräten noch alles verbessern kann.

Gerade habe ich den brandneuen Metz Mecablitz M400 in der CANON-Ausführung aus seiner Box geholt. Ich halte das kompakte Kraftpaket in mattschwarzem Finish mit voll dreh- und schwenkbarem Reflektor in der Hand. Auf den ersten Blick kann sich der M400 der Kritik an der komplexen Bedienung nicht entziehen, die ich im vorhergehenden Blitz-Artikel geäußert habe. Eine Raute und ein Pfeil auf der Rückwand, damit soll das Ding bedient werden?

Metz Mecablitz M400 von vorne

Metz Mecablitz m400 von hinten

Ein Blick in die Anleitung klärt mich schnell auf: Der Pfeil ist zum Ein- und Ausschalten, die Raute das Einstellzentrum des M400. Also schnell 4 AA-Akkus ins Batteriefach und auf die Einschalt-Raute gedrückt. Und schau an, links von der Raute leuchtet ein kleines OLED-Display auf. Mit der linken Rautenecke kann ich die Betriebsarten aufrufen und mit den oberen und unteren Ecken durchblättern. Duchr Druck auf die rechte Ecke rufe ich die zur Betriebsart passenden Optionen auf. Das Display ist schwarzweiß, sehr kontrastreich und extrem klar ablesbar. Kein Vergleich zu den älteren LCD-Displays anderer Blitze und eine Wohltat für meine gestressten Augen. Die Blitzbetriebsarten lassen sich schnell wechseln und konfigurieren. Das ist endlich mal eine einfache und intuitive Bedienerführung, die ihren Namen verdient.

Auch im Nahbereich ist BLitzaufhellung bei Gegenlicht hilfreich.

Die Standard-Betriebsarten

Der Automatik-Modus ist werksseitig voreingestellt, hierin lassen sich bewusst keine Veränderungen in den Einstellungen vornehmen. Er ist für sorgenfreies Blitzen mit Programm-Automatiken und für das Blitzen mit einfacheren Kompaktkameras gedacht.

Vieles macht der M400 auch im Fortgeschrittenen-Modus ETTL automatisch. Falls es die Kamera erlaubt, wechselt er bei Verschlusszeiten, die kürzer als die Blitzsynchronzeit sind, automatisch in den HSS-Modus. Oder er erkennt anhand der Belichtungsmessdaten, ob Aufhellblitzen angesagt ist.

Die Blitzleistung lässt sich auch manuell einstellen, von 1/1 Vollleistung bis hinunter zu 1/256 in Drittelstufen. Das sind volle 8 Blendenstufen. Manuelle Blitzleistung kann bei festen Aufbauten, wie z.B. in der Makrofotografie oder im Studio, nützlich sein. Mit mehreren Servoblitzen und Reflektoren lassen sich raffinierte Beleuchtungsszenarien aufbauen.

Highspeed-Synchronisation funktioniert übrigens im Manuell-Modus genauso wie im ETTL-Modus. Wenn die Kamera dafür eingerichtet ist.

Schneesturm auf den Lofoten, mit langer Belichtungszeit geblitzt. Synchronisierung auf den 2. Verschlussvorhang.

Fortgeschrittene Betriebsarten

Interessanter wird es, wenn mit mehreren Blitzgeräten im drahtlosen Remote-Blitzbetrieb fotografiert wird. Als Servoblitz wird der M400 irgendwo im Raum aufgestellt und vom Kamerablitz ausgelöst. Dabei gibt er eine feste, vorher eingestellte Blitzmenge ab.

Es geht aber auch voll TTL-gesteuert: Als Master oder Slave eingesetzt, arbeitet der M400 mit der ETTL-Blitzmessung der Kamera zusammen. Dabei kann das Lichtleistungsverhältnis zwischen den einzelnen Geräten eingestellt werden. Zusätzlich können mehrere Blitze auf verschiedenen Funkkanälen in Gruppen zusammengefasst und individuell angesprochen werden, aber das führt hier zu weit.

Ich habe zum Testen den M400 als Slaveblitz zusätzlich zum Kamerablitz meiner Canon EOS 7D eingesetzt. Der eingebaute Kamerablitz fungiert dabei als Master. Damit das ganze auch funktioniert, muss ich die Kameraeinstellungen im Menü „Blitzsteuerung“ entsprechend konfigurieren:

      • ich stelle den internen Blitz im Kameramenü auf „ETTL II“
      • ich aktiviere die drahtlose Funktionssteuerung im Kameramenü
      • den Funkkanal habe ich auf Kanal 1 gelassen
      • Das Verhältnis Kamerablitz zu M400 habe ich im Kameramenü auf 1 : 4 gestellt

Das ist eine Sache von zwei Minuten, und es hat tatsächlich auf Anhieb geklappt. Zudem macht es richtig Spaß, wenn die drahtlose Blitzsteuerung so problemfrei arbeitet. Ich habe den von der Kamera entfesselten M400 aus allen möglichen Winkeln auf mein Motiv, das Schachbrett gerichtet. Der Lichtführung sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Eine komplette Testerei für diesen Artikel ist mir allerdings zu umfangreich. Das Einstellen aller verschiedenen Blitzleistungs-Verhältnisse zwischen Master und Slave, direktes und indirektes Blitzen, der Einsatz von Reflektoren und Diffusoren, separate Blitzbelichtungskorrekturen am Kamerablitz und am Slaveblitz, und dazu die Lernfunktionen des M400, das sind unendlich viele Möglichkeiten zum Experimentieren und Entdecken.

Nachfolgend ein paar Beispiele aus meiner Testserie, welche die Möglichkeiten der Lichtführung demonstrieren. Die Aufnahmen wurden mit der Canon EOS 7D mit Tamron 2.8/17-50mm bei 35 mm gemacht. Belichtungsdaten: ISO 400, 1/125 sec., Blende 11. Den Mecablitz M400 habe ich in der Hand gehalten und Pi mal Daumen aufs Brett gerichtet.

Die Ausgangssituation: Kamerablitz der EOS 7D ohne Slaveblitz.

M400 Slave mit Kamerablitz als Master im Verhältnis 4:1. Lichtrichtung des Slaves von links oben für eine plastische Ausleuchtung.

M400 Slave zu Kamerablitz im Verhältnis 4:1. Slave 1 Meter direkt über die Kamera gehalten, für eine schattenfreie Beleuchtung.

M400 Slave zu Kamerablitz im Verhältnis 4:1. Slave hinten links oben positioniert für eine leicht gegenlichtige Wirkung.

M400 als Slave, Kamerablitz nur als Master-Steuerung ohne Blitzbeteiligung. Von seitlich links oben ergibt das dramatische Schatten.

M400 steil von oben, als Slave ohne Kamerablitz eingesetzt. Keine Schattenwürfe, klare harte Konturen.

Bei den Bildern der Testserie gab es keine Ausreißer. Die Technik scheint ausgereift und zuverlässig zu sein.

Für die Schachfans unter euch: Mit welchem Zug greift Weiß die schwarze Königsstellung vernichtend an?

Was kann der Metz Mecablitz M400 sonst noch?

      • Der Zoom-Reflektor leuchtet Bildwinkel von 24mm bis 105mm (auf Vollformat bezogen) aus.
      • Für Superweitwinkel-Objektive ist eine Streuscheibe integriert, die den Aufnahmewinkel eines 12mm Objektivs ausleuchtet.
      • Bei indirektem Blitzen lässt sich eine Reflektorkarte ausklappen, damit Spitzlichter in die Augen kommen. Das funktioniert aber nur im Querformat.
      • Für Videofilmer hat der M400 eine eingebaute, dimmbare LED-Leuchte. Die hält bei Akkubetrieb und voller Lichtleistung ungefähr 4 Stunden durch.
      • Mit NiMH-Akkus schafft der M400 über 300 Blitze bei Vollleistung.
      • Die Blitzfolgezeiten liegen dabei zwischen 0,1 und 1,5 Sekunden.
      • Über die Micro-USB-Buchse kann man selbst auf die neueste Firmware upgraden.

Blitz in der Landschaftsfotografie. Die im Schatten liegenden Strandgrasnelken leuchten in freundlichem Rosa auf.

Gibt es auch Kritisches zu berichten?

Nicht wirklich. Ich könnte kritisieren, dass andere Systemblitze zum Teil mehr Lichtleistung bieten, dafür sind diese Blitzgeräte auch voluminöser. Und bei der heutigen Kameratechnik mit den hochempfindlichen Sensoren, die hohe ISO-Werte erlauben, sind mir leichte, kompakte Blitze mit etwas geringerer Blitzstärke lieber.

Ein Problem hat mich allerdings genervt, das auch mit anderen Blitzgeräten aufgetreten ist: Der aufgesteckte Blitz verliert seine Verbindung mit der Kameraelektronik und blitzt auf Vollleistung. Nach Rücksprache mit dem Metz-Service könnte das an einer instabilen Verbindung der Steuerungskontakte im Blitzschuh zu liegen. Abhilfe schafft, beim Aufsetzen des Blitzes genau auf korrekten Sitz zu achten und die Fixierschraube gut anzuziehen. Das scheint zu helfen, danach konnte ich die Fehlfunktion nicht mehr provozieren.

Dass die Reflektorkarte, die bei indirektem Blitzen für Lichtreflexe in den Augen sorgt, nur bei der Querformat-Haltung der Kamera funktioniert, ist nur ein Schönheitsfehler. Für ernsthafte Porträtfotografie im Hochformat würde ich eh mit  Zusatzblitz und Reflektoren arbeiten.

Möwe mit Blitzlicht aufgehellt, deutsche Ostseeküste


 Fazit:

Blitzgerät ist gleich Blitzgerät, das scheint auf den ersten Blick so zu sein. Das Marktangebot umfasst alles, vom billigen Chinablitzer bis zu den teuren Systemblitzen der Kamerahersteller. Was hebt dann den Metz Mecablitz M400 aus der Fülle des Angebotenen heraus?

Es ist ein Metz-Blitz! Metz baut seit 1952 Elektronenblitzgeräte, hat technologisch eine Spitzenposition inne und ist für Innovation, Topqualität und guten Service bekannt.

AKTUELLE INFORMATION: Das Unternehmen Metz Mecatech hat Ende August 2020 einen Insolvenz-Antrag gestellt, der ab November abgewickelt wird. Noch vorhandene Neuware wird abverkauft, Service und Beratung sind eingestellt. Ob und wie es weitergeht, steht noch in den Sternen.

Die Menü des M400 ist logisch aufgebaut und die Bedienung leicht zu verstehen. Das OLED-Display ist brillant und informativ.

Durch seine kompakte Größe trägt der M400 kaum auf und bietet trotzdem alle wichtigen Funktionen und sogar LED-Videolicht.

Für knapp 230 Euro ist der M400  zwar teurer als die Billig-Konkurrenz, dafür wesentlich wertiger und voraussichtlich viel langlebiger.

Was Funktionsvielfalt, Leistung, Wertigkeit und Haptik betrifft, kann es der M400 locker mit den Systemblitzen der Kamerahersteller aufnehmen.

 

Mehr über Blitzfotografie findest du in unserem Blogbeitrag über externe Blitzgeräte. Unbedingt anschauen!

Unser am häufigsten outdoor geblitztes Motiv im letzten Jahr war unser Dackel mit den Leuchttürmen.

Daten des Mecablitz M400 / Canon

Ausstattungsmerkmale

      • Produktname     Mecablitz M400 / Canon
      • System-Blitzgerät – Adaptertyp  Canon
      • Farbtemperatur  ca. 5600 K

Leitzahlen

      • Leitzahl 28 bei ISO 100 und 35 mm
      • Leitzahl 40 bei ISO 100 und 105 mm

Standard-Blitzbetriebsarten

      • 25 Lichtleistungsstufen
      • EASY-Mode-Blitzbetrieb
      • Manueller Blitzbetrieb

Remote-Blitzbetrieb

      • Canon E-TTL-Remote-Blitzsystem
      • Als Master/Controller/Slave verwendbar

Slave-Betriebsarten

      • Servo-Funktion ohne Vorblitzunterdrückung
      • Servo-Funktion mit Vorblitzunterdrückung
      • Servo-Betrieb mit Lernfunktion

Reflektordaten

      • Ausleuchtung ab 12 mm (KB-Format)
      • Hauptreflektor schwenkbar / drehbar
      • Vertikaler Schwenkbereich +90°
      • Horizontaler Schwenkbereich 360° (2 x 180°)
      • Motor-Zoom-Hauptreflektor
      • Hauptreflektor mit automatischer und manueller Brennweitenanpassung
      • Zoom-Stellungen 24/28/35/50/70/85/105 mm (KB-Format)
      • Integrierte Weitwinkelstreuscheibe für 12 mm (KB-Format)
      • Integrierte Reflektorkarte für Hauptreflektor

Anzeigen

      • OLED-Display, beleuchtet
      • Reichweiteanzeige
      • Blitzbereitschaftsanzeige
      • Belichtungskontrollanzeige am Blitzgerät

Einstellmöglichkeiten

      • Manuelle Blitzbelichtungskorrekturen

System-Blitzbetriebsarten

      • Canon E-TTL-/E-TTL-II-Blitzbetrieb
      • FE-Blitzbelichtungsspeicher (ETTL, ETTL II)

System-Blitzfunktionen, kameraabhängig

      • Automatisches Aufhellblitzen
      • Blitzbereitschaftsanzeige im Kamerasucher
      • Automatische Reichweitenanzeige
      • Automatische Blitzsynchronzeit-Steuerung
      • Synchronisation auf den 1. oder 2. Verschlussvorhang
      • Kurzzeitsynchronisation (HSS bzw. FP)
      • Langzeitsynchronisation (SLOW)
      • Manuelle Blitzbelichtungskorrektur
      • Automatischer AF-Messblitz / Mehrzonen-AF-Messblitz

Energiemanagement

      • Automatische Geräteabschaltung (Auto-Off)
      • Wake-Up-Funktion durch die Kamera

Energieversorgung

      • Betrieb mit Alkali-Mangan-Batterien (1,5 V)
      • Betrieb mit NiCd-Akkus bzw. NiMH-Akkus (1,2 V)
      • Betrieb mit Lithium-Batterien (1,5 V)

Blitzanzahl bei voller Lichtleistung

      • Betrieb mit Alkali-Mangan-Batterien (1,5 V) 340
      • Betrieb mit NiMH Akkus (1,2 V/2100 mAh)   320
      • Betrieb mit Lithium-Batterien (1,5 V)             600

Blitzfolgezeit in Sek. (min./max.)

      • Betrieb mit Alkali-Mangan-Batterien (1,5 V)            0,1 / 2,4 s
      • Betrieb mit NiCd-Akkus bzw. NiMH-Akkus (1,2 V)  0,1 / 1,5 s
      • Betrieb mit Lithium-Batterien (1,5 V)                        0,1 / 3,2 s

Gewicht und Abmessungen

    • Gewicht ohne Stromquellen ca. 220 g
    • Abmessungen in mm ca. (B x H x T) 65 x 92 x 87 mm

 

Wir danken der Firma Metz mecatech GmbH für die freundliche Bereitstellung eines Testgerätes. Unsere Meinung wird davon nicht beeinflusst. Wo Kritik angebracht ist, wird sie auch geäußert.

 

Die finnischen Aland Inseln

Auf Arte läuft gerade die schwedische Serie „Blutsbande“, die auf Aland spielt. Wir finden sie sehr spannend, etwas melancholisch und düster, ganz und gar nicht dieses weichgespülte Bullerbü-Tralala, was man so von deutschen Schweden-Serien gewohnt ist. „Blutsbande“ geht eher Richtung Wallander, aber nicht zu brutal. Die Kameraführung ist fantastisch, wir können die Ruhe und Naturverbundenheit, die Aland auszeichnet, in den Folgen hautnah spüren. Deswegen für dich als Tipp. Schau mal rein, gefällt dir vielleicht auch? Amazon Prime Kunden können die erste Staffel kostenlos anschauen. Die erste Staffel gibt es auch bei Amazon als DVD.

Aus diesem aktuellen Grund habe ich extra eine ausführliche Aland Fotogalerie eingerichtet. Klick dich mal durch für maximale Inspiration.

 

Havsvidden

Havsvidden

Felsenküste auf den Aland Inseln

Nachtaufnahmen auf Aland

 

Leute, Sehenswürdigkeiten und Häuser

Haus auf Åland, Finnland

Haus auf Åland, Finnland

 

Unterwegs Wohnmobil und Fähren

 

Degersand – Strandfeeling auf den Aland Inseln

Insel Föglö, Àland, Finnland

Insel Föglö, Àland, Finnland

 

 

 

 

 

 

Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews

 

 

„Nicht nur das Meer macht glücklich, sondern auch unsere Bilder davon“      Eva Tenzer

Vor einigen Jahren schrieb ich für das NaturFoto Magazin einen zehnseitigen Artikel über das Glück in der Naturfotografie. Damals tat ich mich sehr schwer, meine tausend Ideen, in Artikelgröße zusammenzupressen. Ich hätte noch viel, viel mehr über das Thema schreiben können.
Jetzt greife ich es sechs Jahr später noch einmal neu auf, weil ich denke, dass das Thema zur heutigen Zeit noch wichtiger ist und weil ich zu einigen neuen Erkenntnissen gelangt bin. Erstmal werde ich mich in diesem Blogbeitrag eng an den damaligen Artikel halten. Ich hoffe, dass ich bis Mitte des Jahres auch ein Buch über das Thema fertig habe. Das Buch ist im Sommer des Jahres 2020 erschienen. Am Ende dieses Artikels kannst du es als Ebook oder Softcover Buch kaufen!

1. Durch die Naturfotografie finde ich in die Natur und werde eins mit ihr

Ich stehe im nassen, weichen Sand am Strand von Myrland auf den Lofoten, atme tief die klare, salzhaltige Luft und genieße erstmals nach drei Wochen Regen und Sturm warme Sonnenstrahlen auf der Haut. Eine leichte Brise zerzaust meine Haare. Im blauen Meer wüten noch wild die Wellen. Unsere drei Kinder können ihr Glück kaum fassen, sie haben lebenslange Erfahrung mit uns Fotografen, erkennen also die bildwirksame Situation sofort. Hier werden die Eltern bestimmt lange beschäftigt sein, dass sie selbst stundenlang ungestört spielen können.

Ich drücke das Stativ mit der montierten Kamera tief in den weichen Sand, Pol- und Graufilter habe ich griffbereit in meiner Fotoweste. Konzentriert beobachte ich die Wellen, ich suche wiederkehrende Muster in der dynamischen Bewegung. An der kantigen Seite eines Felsens explodiert die Welle förmlich, sie dreht sich beim Aufprall spiralig um ihre eigene Achse. Diese Kreisbewegung halte ich mit einer Belichtungszeit von einer Viertelsekunde in einem Foto fest. Ein meisterhafter Schuss. Bei uns in der Familie ist das Foto von da an als die perfekte Welle bekannt.

Ich entscheide mich für relativ kurze Langzeitbelichtungen, welche die Dynamik und Urkraft der Natur hervorragend in einem einzigen Foto festhalten können. Die Wellenmuster verändern sich im Wechsel der Gezeiten andauernd, das Licht wird mit fortschreitender Zeit weicher und wandelt das Blau des unendlichen Himmelsgewölbes langsam ins Gelbe, das Wasser wird zu hellem Türkis. Die Brandung beruhigt sich, weiche Wellen streicheln nun sanft die Felsen.

Naturfotografie macht glücklich

Mit einer kurzen Langzeitbelichtung ist es möglich, die Dynamik und Kraft der Welle auf einem einzigen Foto zu zeigen. 1/13 bei f 11 und Iso 50

 

Naturfotografie macht glücklich - Wellen und Fels, Myrland, Lofoten

Naturfotografie auf den Lofoten – Wellen und Fels, Myrland

 

Naturfotografie macht glücklich - Wellen in Myrland, Lofoten

Eine etwas längere Belichtungszeit zeigt den Weg, den die Welle am Felsen nimmt. Die dezenten Abendfarben unterschreichen den Eindruck, dass das Wasser den Felsen sanft streichelt.

 

Das hört sich jetzt vielleicht schwulstig an: je länger ich so fotografiere, desto eher habe ich das Gefühl, dass ich eins mit der Welle werde. Nein: ich bin die Welle!

2. Durch die Naturfotografie bin ich ganz im JETZT

Meine Sinne werden durch die Beobachtung des sich stetig verändernden fließenden Zusammenspiels von Meer und Land auf angenehme Weise stimuliert.
Ich meditiere mit dem Drahtauslöser in der Hand; verschmelze mit dem Arbeitsgerät und werde eins mit den Wellen.

Kinder vergessen beim Spielen Zeit, Kälte, das Essen, einfach alles. So geht es mir auch, wenn ich fotografiere. Ich merke nicht, wie die Stunden vergehen, mir fällt das Knurren des Magens nicht auf, ich denke nicht an Sorgen oder Probleme. Ich bin ganz im Jetzt also in der bewußten Wahrnehmung. Ja, ich genieße diese höchste Konzentration wie im Rausch und gehe dabei völlig in meiner Arbeit auf. Ich fühle mich unglaublich glücklich!

Manchmal kann meine Familie das auch ganz gut hören. Ich Jubele, ich „stöhne“, meine zahllosen begeisterten“Ahhs“ und „Ohhs“ schweben durch die Luft. Diese Geräusche kann eine Außenstehender leicht falsch interpretieren. Deswegen habe ich dieser Ausdrucksform den Namen Beautyorgasm gegeben. Auf Deutsch klingt es nicht so gut: Schönheitsorgasmus (nach altgr. Orgasmos = heftige Erregung).

Hier hatte ich mal einen außergewöhnlichen Beautyorgasm als ich auf den herbstlichen Lofoten unterwegs war.

Naturfotografie macht glücklich - Meeresfotografie in Norwegen

Bleik Strand, Vesterålen, Norwegen – nachts gegen vier Uhr

 

3. Ich komme in das Flowerlebnis wenn ich in der Natur fotografiere

Ich bin am glücklichsten, wenn ich aktiv das tue, was mich erfüllt. Schon Aristoteles sagte, dass Glück Folge einer Tätigkeit ist. Der ungarische Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi hat dies ebenfalls durch zahlreiche Studien belegt. Er prägte den Begriff Flow für das Gefühl völligen Aufgehens in einer Arbeit, die höchste Konzentration erfordert und gleichzeitige körperliche Betätigung voraussetzt, bei der man sich ganz dem Erleben öffnet.

Naturfotografie macht glücklich - Ich fotografiere auf Ouessant

Ich fotografiere auf Ouessant

Die Naturfotografie gibt mir die Möglichkeit zur Erfüllung dieser drei Aspekte. Mit der schweren Fotoausrüstung auf dem Rücken und dem Stativ in der Hand bewege ich mich auf teilweise langen Wanderungen zu landschaftlich reizvollen Orten. Ich klettere stundenlang am Meer entlang über Felsen zu den fotogensten Plätzen oder beobachte interessante Tiere in ihrem Lebensraum. Nach jahrelangem Fotografieren ist meine Wahrnehmungsfähigkeit gut trainiert, vergleichbar mit den Muskeln eines Sportlers. Mit wachen Sinnen nehme ich die Natur um mich herum wahr, finde überall interessante und spannende Motive, welche ich im Bild festhalten kann. Das konzentrierte Arbeiten mit der Kamera fließt ineinander mit der körperlichen Aktivität in wunderschönen Naturlandschaften. Psyche und Körper werden gleichermaßen beansprucht. Mühelos verschmelzen meine Wahrnehmung und die Arbeit mit dem Fotoapparat, Bewusstsein und Handlung. Meine Kamera kenne ich in- und auswendig, ich bediene sie unbewusst, so, wie ich beim Autofahren nicht mehr über Gänge und Lenkung nachdenken muss. Und auch die von mir erlebte veränderte Zeitwahrnehmung, das Vergessen von Alltagssorgen, von Hunger und Müdigkeit wird in der Fachliteratur beschrieben.

„Durch stundenlanges, tägliches Arbeiten in Büros und abendlichen Fernsehkonsum verkümmern die Sinne und Menschen müssen ganz einfache Dinge wie das Sehen erst wieder lernen,“ so der Psychologe Reiner Gödtel. Seiner Meinung nach ist demnach „ganz normales spazieren gehen in der freien Natur und gleichzeitiges Sehen, Hören, Riechen eine Quelle von Freude und Glück.“

Ich schätze mich sehr glücklich, denn das Genießen von Schönheit, die körperliche Betätigung und der anspruchsvolle technische Aspekt der Fotografie sind in meinem Tun vereinigt.

4. Bei der Naturfotografie darf ich offen sein, für das, was die Natur mir anbietet

Natürlich erlebe ich solche stundenlangen, fotografischen Gelegenheiten und Glücksmomente wie in Myrland nicht jeden Tag, selbst, wenn ich in landschaftlich zauberhaften Gegenden unterwegs bin.

Doch selbst, wenn es tagelang geregnet hat, die Natur hat mir schon oft unverhofft landschaftliche Augenschmeichler präsentiert, die nur wenige Minuten anhielten. Was für ein riesiges Glück, in diesem Moment am rechten Ort zu sein und die Möglichkeit zu haben, solche Kostbarkeiten für die Ewigkeit festzuhalten. Diese Momente sind für mich Geschenke der Natur und ich bin bereit, sie dankend anzunehmen.

Naturfotografie macht glücklich - Kaputtes Schneckenhaus, Lofoten

Kaputtes Schneckenhaus, Lofoten

5. Abenteuer durch die Unberechenbarkeit der Natur

Ich fühle mich den Launen der Natur ausgesetzt, ja genieße diese Unberechenbarkeit sogar.

Ich erlebe im Gegensatz zum durchgeplanten Alltag immer eine Art Abenteuer. Was wird mir die Natur bieten? Werde ich bereit sein, etwas draus zu machen? Egal, wie es ausgeht, ich bewege mich in der Natur, ich erlebe Regen und Sonne und bin offen für alles, was auf mich zu kommt.

Hier sahen wir zum Beispiel Nordlicht und einen Mondbogen – einfach, weil wir trotz Nieselregen in der Nacht draußen waren und auf Nordlicht hofften.

Klar, das scheint nicht immer einfach zu sein. Diese Warterei, die Unsicherheit, ob es was Vernünftiges wird oder nicht. Ich behelfe mir da etwas, indem ich einfach nichts mehr erwarte. Dann kann ich nicht enttäuscht werden. (Darüber aber bald mehr!) Mir ist es so jedoch allemal lieber als morgens um 8:00 Uhr ins Labor oder Büro zu gehen und schon Tage im Voraus zu wissen, dass nichts wirklich passiert.

6. Welchsel zwischen Naturfotografie und Computerarbeit

„Rotation der Genüsse“ – Stefan Klein

Gerade solche Kontraste sind Quellen des Glücks, sagt Stefan Klein, der Autor des Bestsellers „Die Glücksformel“.

Normalerweise empfinde ich zwei, drei Wochen dauernde Fototrips in die Natur viel zu kurz, ich habe das Gefühl ewig und immer weiter fotografieren zu können. Doch dass auch dieses Wahrnehmung endlich sein kann, zeigte mir unsere sechsmonatige Auszeit im Jahr 2009. Gegen Ende der Reise sehnte ich mich zunehmend danach, endlich die Fotos am PC sichten und bearbeiten zu dürfen. Topfit, sehr schlank, aber auch körperlich ausgepowert kehrte ich nach Hause zurück und zog mich glücklich in mein heimisches Büro zurück. Dieser Wechsel zwischen Fotografie und Computerarbeit ist eine weitere, geniale Gelegenheit für die „Rotation der Genüsse“.

Naturfotografie macht glücklich - glückliche Fotografin auf der Belle Ile

Gabi ruht sich auf der Belle Ile in der Bretagne von der Fotografie in der Natur aus

 

7. Mit der Naturfotografie kann ich den Jagdtrieb stillen

Sind wir nicht alle tief drinnen noch Jäger und Sammler? Die Fotografie ist für mich eine Jagd nach außergewöhnlichen Momenten, ein Sammeln von besonderen Eindrücken. Wenn ich beispielsweise einem Vogel nachstelle, wird das sehr deutlich:

Wir besuchen Freunde auf ihrer Farm in Schweden. Gegen 6:00 Uhr, die Sonne ist gerade aufgegangen, stört der Ruf eines liebestollen Fasans die absolute Ruhe. Nicht nur ich, sondern auch mein Jagdtrieb ist blitzschnell geweckt. Ich lade schnell die Kamera mit frischer Batterie und Speicherkarte und pirsche mich noch im Schlafanzug langsam an den geräuschvollen Flattermann heran. Anfangs beäugt mich mein Fasannoch misstrauisch und hält Abstand. Mein Biowecker funktioniert auch die nächsten Tage zuverlässig, bei Sonnenaufgang bin ich auf den Beinen und beim Fasan. Der belohnt mich täglich mit immer mehr Vertrauen, bis er schließlich, nur für mich, ruft und burrt wie ein verliebter Teenager. Ich genieße die Nähe zu diesem Vogel, den ich bisher immer nur in der Ferne rufen hörte und erlebe einen intensiven Einblick in das Verhalten des Tieres.

Bei der Beobachtung bin ich ganz im Jetzt, mit großer Ehrfurcht und Achtung lasse ich mich auf ein gewöhnliches und doch einzigartiges Lebewesen ein, ich bin ständig neugierig und lerne dabei kennen und lieben.

Mühelos verschmelzen meine Wahrnehmung, die Bildgestaltung und die Handhabung meiner Kamera miteinander.

Im taunassen Frühlingsgras nach Nahrung pickend schlendert mein Fasanenmännchen über die Wiese. Im Minutentakt unterbricht er seine scheinbar wichtige Tätigkeit. Mit vor Stolz gestreckter Brust durchbricht er mit einem lauten Ruf die absolute Stille. Der Schrei ist noch nicht ganz verhallt, der Atem hängt als kleines Dunstwölkchen in der Luft, schon folgt die anmutige, immer gleiche Choreografie, begleitet vom dezenten Trommelwirbel aus Klicks von meiner Kamera.

Auf Augenhöhe mit dem Vogel nehme ich die Darbietung im Gegenlicht vor halbwegs ruhigem, grünen Hintergrund auf. Die graziös aufgefächerten Federn leuchten im Licht, die ganze Schönheit des Tieres ist für immer in einem Foto verewigt. Ich studiere den Bewegungsablauf, denn beim Rufen streckt sich der Fasan weit nach oben. Der hübsche Kopf fehlt im Bild, wenn ich nicht schnell genug reagiere.

Die technische Seite des Fotografierens läuft wie von selbst ab: Ich wähle auch mal längere Belichtungszeiten, damit bringe ich über die Bewegungsunschärfe bei den Flügeln Dynamik ins Bild. Mit den kürzeren Belichtungszeiten friere ich die Bewegung ein, so werden Details in den Federn besser sichtbar. Eine relativ offene Blende stellt den Vogel gegen den unscharfen Hintergrund frei.

In Zukunft wird der Ruf des Fasans in der Ferne, der Ruf eines guten Bekannten sein.

 

Auf unseren Touren in den Norden begeneten uns noch weitere wilde Tiere. Hier ein paar davon.

 

8. Durch die Naturfotografie kann ich meine Kinder für die Natur begeistern

Später schauen mir meine inzwischen ausgeschlafenen Kinder neugierig über die Schulter, während ich die Jagdbeute der Fasanentour im Notebook sichte. Gemeinsam entdecken wir sogar einige Zecken am Kopf des Vogels, wir bestaunen die hervorragende Haltung beim Rufen und finden viele weitere Details, die mir beim Fotografieren nicht direkt aufgefallen waren. Neugierig geworden, beschließen die drei, sich am nächsten Morgen an der „Fasanen-Jagd“ zu beteiligen.

Wenn das Ergebnis meines Jagdtriebs, das Foto, Interesse beim Betrachter weckt, haben die Mittel nicht nur den Zweck erfüllt, sondern erfreuen auch mich als Fotografin und machen mich stolz. Dieses Gefühl ist wohl keinem Naturfotografen fremd. Ich möchte mit meinen Bildern nicht nur Stimmungen transportieren, sondern auch Interesse wecken und dazu anregen, selbst die Welt zu erkunden, sei es mit oder ohne Kamera.

Unsere live Reiseberichte wimmeln nur so von Sachen, die wir mit den Kindern gemeinsam unternommen haben. Ich verlinke hier mal die Reise zu den finnischen Aland Inseln, die wir mit dem Wohnmobil, dem Rad, zu Fuß und per Kajak erkundet haben. 

 

9. Bei dem Fotografieren in der Natur lerne ich interessante, freundliche Menschen kennen

Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung. Im hohen Norden Norwegens stehe ich im November in eisiger Kälte mit ca. 30 anderen Naturfotografen auf einem Boot und halte in traumhafter Kulisse Ausschau nach Orcas .

Die typisch arktisch-nordische, pastellartige Lichtstimmung, schneebedeckte Berge, Fischerboote gefolgt von hunderten kreischenden Möwen, das monotone Brummen des Bootsmotors in der Ruhe des grandiosen Fjords, die klirrende Kälte, die saubere Luft – das alles verzaubert mich, mein Fotografenherz schlägt schneller. Überall entdecke ich Motive. Gerade komponiere ich ein Foto mit Fischerboot und Möwenschwarm vor den schneebedeckten Bergen im magischen, nicht enden wollenden Sonnenuntergang, und das mittags um 14:00 Uhr. Kälte, Hunger, Müdigkeit, all diese so menschlichen Gefühle verlieren sich, sie versinken im Rausch des Fotografierens. Plötzlich taucht in der Ferne eine Orca-Familie auf. Die schwarzweißen Schwertwale schwimmen direkt auf das soeben fotografierte Fischerboot zu, wir alle halten gemeinsam die Luft an, niemand wagt ein Geräusch zu machen, wir hören nur noch das Blasen der Orcas und Kameras die im Einklang klicken. Gemeinschaftlich erlebtes Glück liegt geradezu greifbar in der Luft.

 

Naturfotografie macht glücklich - Orcas im norwegischen Winter

Eine Gruppe Orcas zieht an einem Fischerboot mit Möwen vorbei. Traumhaftes Licht und schneebedeckte Berge bilden die perfekte Kulisse.

 

 

Orcas im Tysfjord, hier findest Du einen Reisebericht mit Fototipps.

 

10. Naturfotografen schützen (meistens) die Natur

Ähnlich ergeht es uns in Schottland am Chanonry Point bei Inverness. Eine ganze Horde, mit großen Teleobjektiven ausgerüsteter Naturfotografen wartet geduldig in Regen und Sturm auf die Delfine, die sich hier direkt vor dem Strand beim Wechsel von Ebbe nach Flut die Lachse in das Maul treiben lassen. Die Wartezeit nutzen wir für anregende Gespräche über Delfine und Kameraausrüstungen. Der Informationsaustausch endet abrupt, als schließlich eine unscheinbare kleine Finne vor uns die Wasseroberfläche durchstößt. Geschulte Delfinfotografen erkennen diese Vorboten der fotogenen Aktivitäten, die Finne bewegt sich schneller durch die Wellen, man folgt ihr mit der Kamera. Begleitet von Klicks aus unzähligen Kameras explodiert förmlich das Wasser vor unseren Augen, Lachse und Meeressäuger fliegen meterhoch durch die Luft. Auch, wenn man selbst dieses Naturschauspiel diesmal nicht aufs Foto bannen konnte, vergessen wird man es nie.

Die Naturfotografie ist keineswegs eine „einsame“ Arbeit, sie bringt Menschen und Familien zusammen.

Meine Erfahrungen zeigen mir, dass engagierte Naturfotografen sich fast immer für den Naturschutz einsetzen.

 

An jenem Tag am Chanonry Point raste ein Umweltbanause mit hoher Geschwindigkeit und gewaltigem Lärm auf einem Jet-Ski mitten durch das Mittagsmahl der Delfingruppe. Die ortsansässigen Naturfotografen waren maßlos verärgert und zeigten den Rüpel an. Der wurde schon wenige Tage später wegen dieses Vorfalls zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, so stand es in der Zeitung. Beweisfotos der Tat waren natürlich kein Problem. Solche Ereignisse erfüllen mich mit Zufriedenheit, geben sie der Fotografie doch einen weiteren, tieferen Sinn.

Live Reisebericht Schottland – viel Wissenswertes über die Delfine am Channonry Point und die netten Fotografen die auf sie warten. 

 

11. Gemeinsam mit der Familie die Natur erleben, lernen und fotografieren

Meistens gege ich zusammen mit meiner Familie auf unsere Fotoreisen.

Die Naturfotografie bietet uns als Familie viel Raum für gemeinsames Erleben und Wiedererleben.

Seit wir eine kleine Unterwasserkamera haben, begeistern sich unsere Kinder über Gezeitentümpel. Ihr Forscherdrang wurde geweckt und ihre Wahrnehmung auf diesem Gebiet wurde durch meine Fotografie geschärft. Wir sehen nun Lebewesen, die wir zuvor nicht wahrgenommen hatten. „Komm schnell und bring die Kamera mit“, diesen Ausruf höre ich gerne. Ich fotografiere alles, was uns interessant erscheint, gemeinsam suchen wir die Tiere und Pflanzen in den Bestimmungsbüchern, gestalten kleine Broschüren und lernen spielerisch so viel, wie es kein Schulunterricht im Klassensaal leisten könnte.

 

Unterwasserfotografie für „Arme“ – wie auch Du solch geniale Fotos schießen kannst!

 

12. Ich darf, ja ich muss, Spielen und das macht Spaß

Wenn Erwachsene Spielen nennt man das  Kreativität.

Die Landschafts- und Naturfotografie bietet viel Raum für Verspieltheit und Experimente, was erwachsene Menschen wohl eher Kreativität nennen. Sich auf der einen Seite einzulassen auf das ständig wechselnde Spiel der Natur mit Wind und Wetter, Tages- und Jahreszeiten, Ebbe und Flut und auf der anderen Seite die Herausforderung anzunehmen, neue Sichtweisen zu finden in Motiven, die wahrlich zur Genüge abgelichtet worden sind. Das macht die Sache spannend. Experimentieren ist nicht nur erlaubt, sondern auch unbedingte Voraussetzung. Zu diesem Thema werde ich noch einen sehr ausführlichen Blogbeitrag schreiben!

Ein paar Wellenfotos bei denen ich verspielt war, findest du hier.

 

Naturfotografie macht glücklich - kleine Welle

klitzekleine Wellen laufen in der Mitternachtssonne über den Strand

 

13. Das Naturfoto ist die Essenz meines Glücks

Ich möchte all meinen Spaß, meine Verspieltheit, mein Glücksgefühl, meine Freude an der Natur, die Bewegung der Wellen und die frische Luft durch die Fotografie zum Betrachter transportieren. Meiner Meinung nach und auch wegen der vielen Rückmeldungen, gelingt es mir das auch. Das Bild erweckt relativ schnell Emotionen beim Betrachter. Ich habe das in meinen Vorträgen und Ausstellungen beobachten dürfen. Ja, selbst an mir selbst kann ich es erleben. Nicht nur in meinem Büro, im ganzen Haus hängen Leinwandfotos. Auch wenn sie hinter meinem Rücken an der Wand hängen, spüre ich doch wenn sie fehlen, dann fühlt sich der Raum leer und kalt an. Ich muss meine Fotos also nicht mal anschauen, um deren Energie zu spüren.

Das Bild wird zum Naturerlebnis, genauso, wie bei meinem Flowerlebnis, doch völlig ohne Hunger, Kälte oder sonstigen Nebenwirkungen – von der geweckten Reiselust und Neugierde mal abgesehen.

Die Recherche zu meinem Glücksthema und das Spiel mit den Worten hat mir großen Spaß bereitet, aber es ist jetzt langsam wieder an der Zeit, die Genüsse zu rotieren. Jetzt reicht es wieder mal mit der Computerarbeit, die Kamera liegt bereit, ich sehne mich danach, wieder weichen Sand unter meinen Füßen und kalten Wind im Gesicht zu spüren und mich dem Rausch der Fotografie hinzugeben. Mal sehen, ob wir schon im Januar wieder auf eine kurze Inseltour gehen können.

 

Mein Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

Da mich das Thema auch weiterhin fesselt, habe ich 2020 ein ganzes Buch darüber geschrieben. Klick aufs Foto und du kannst es für 12 Euro bestellen!

Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

Buch: Natur-Fotografie macht glücklich

 

Literaturliste: (Amazon Links!)

Mihaly Czikszentmihalyi: Flow – das Geheimnis des Glück

Reiner Gödtel: Wege zum Glück

Stefan Klein: Einfach glücklich

Eva Tenzer: Einfach schweben – Wie das Meer den Menschen glücklich macht

Ja, und jetzt bist du an der Reihe. Geht es dir ählich wie mir? Was macht dich glücklich, wenn du mit der Kamera unterwegs bist?

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Abi als Freilerner

Am Leuchtturm Creac'h flogen die Ohren im Sturm

Vor knapp zwei Jahren empfand Dackel Grindel, dass es eine gute Idee wäre, bei uns einzuziehen. Mit ihrem umwerfenden Charme und dem unwiderstehlichen Dackelblick hatte sie auch uns davon in Rekordzeit überzeugt Sie begleitet uns seither auf all unseren Leuchtturmtouren. Unseren treuen Blogbesuchern brauche ich das nicht mehr erzählen. Darum mache ich es kurz: Wenn ein kleiner Hund so lang und süß aussieht, wie unsere Grindel, muss er einfach als Fotomodell herhalten.

Dackel Fotos mal anders

Wie bei all unseren Fotomotiven suchen wir unsere ganz eigene Perspektive. Ich muss also zum Fotografieren auf die Knie und manchmal auch auf den Bauch. Auf Augenhöhe mit unserem Dackel sozusagen. Diesen wuseligen, gut gelaunten kleinenHund lichte ich am liebsten zusammen mit meinen Lieblingsmotiven, den Leuchttürmen ab. Die beiden geben einen ziemlich heftigen Kontrast ab. Der Dackel lang und flach, dunkel und wuselig, der Leuchtturm hoch aufragend, hell und unverrückbar feststehend. Geduld ist gefragt bei diesem Projekt, und wir brauchen zahlreiche Leckereien, um die Kooperationsbereitschaft von Grindel zu gewinnen. Grindel hat den Dreh schon raus: sobald sie einen Leuchtturm und mich mit der Kamera in Bodennähe sieht, fordert sie mit Nachdruck Leckerlis. Da krieche ich also auf Knien und Ellenbogen durch den feuchten Sand, um auf Augenhöhe mit meinem Dackel zu sein. Gunter und Amy versuchen gleichzeitig, Grindel gut in Pose zu bugsieren. Passanten bleiben stehen und amüsieren sich über dieses Schauspiel. Was tut man nicht alles für ein ansprechendes Foto? Jetzt nach etlichen Leuchttürmen in Schweden, Holland, Deutschland und Frankreich sind wir ein eingespieltes Team.

Dackel Fotos – Aufnahmetechnik

Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Aufnahmetechnik: Ein Blitz ist essentiell, ohne gesonderte Aufhellung hat Grindels dunkles Fell fast keine Zeichnung. Mit dem Fell tut sich auch der Autofokus schwer, oft stelle ich deshalb manuell scharf und blende stark ab. Das Weitwinkelzoom ist mein Objektiv der Wahl damit unser Dackel groß raus kommt und nicht von der Präsenz der Leuchttürme erdrückt wird..

Klick aufs Foto für die Bildbeschreibung!

Hier mal zum Vergleich – einmal ein Leuchtturm ohne Dackel und einmal mit.

Ich finde, jeder Leuchtturm sollte seinen Dackel haben!

Entschuldige bitte die relativ lange Blogpause. Auf der Ile d’Ouessant gefiel es mir so gut, dass ich soviel Zeit wie möglich draußen in der Natur verbrachte. Ich radelte auf der kleinen Insel von einem Ende zu anderen und wieder zurück.

Meist zwischen 20 und 30 Kilometer pro Tag. Was sich zwar wenig anhört, aber mit Fotorucksack auf dem Rücken, Stativ auf dem Gepäckträger und Wanderungen zwischen den Etappen doch sehr anstrengend, aber unglaublich schön. Wir waren tagsüber und nachts unterwegs, wieviele Stunden kann ich nicht sagen. Sechs Kilogramm habe ich abgenommen, trotz Schoko-Croissant-Frühstück, so viel waren wir unterwegs. Ich schaffte es jedenfalls nicht, mich an der Insel satt zu sehen.

 

Ruine und La Jument

Ruine am Pointe de Pern und La Jument

 

Wellen am Pern, Ouessant

Wellen am Pern, Ouessant

 

La Jument, Ouessant

La Jument, Ouessant

 

Gabi bei der Arbeit

Gabi bei der Arbeit

 

Creach und Felsen, Ouessant

Creach und Felsen, Ouessant

 

Ideale Bedinungen für den Fotokurs auf Ouessant

In der zweiten Woche hielten wir unter besten Bedingungen unseren ersten Fotoworkshop. Wir hatten zwar nur eine Teilnehmerin mit ihrem Partner und einen Freund von uns dabei, aber es war ein interessantes Erlebnis. Wir fotografierten die Strahlen des Leuchtturms Creac’h in der Nacht, wir hatten mehrere Male beste Licht- und Wellenbedingungen am Pointe de Pern, dem wilden, westlichen Ende der Insel. Wir unternahmen Fotowanderungen in weichem Morgenlicht und futterten dabei die saftigen wilden Brombeeren, die überall auf Ouessant wuchern. Wir rückten die fünf Leuchttürme der Insel fotografisch ins richtige Licht. Den Leuchtturm Stiff fotografierten wir mit Sternenbahnen. Bei Regenwetter rauschten hohe Wellen mit weißen Kämmen auf uns zu. Der inselbekannte Delfin absolvierte eine ganz besondere Show für uns im Fährhafen Stiff. Insgesamt also ein gelungenes Workshop-Programm.

 

Ruhiges Meer auf der Insel Ouessant

Die dritte und letzte Woche waren wir wieder allein unterwegs. Es war ruhig, der Wind kam die ganz Zeit aus Osten, fiel also als Wellenerzeuger aus. Das Meer lag ruhig, manchmal fast spiegelglatt da. Das gab uns mangels dramatischer Meeresansichten die Gelegenheit, die skurrilen Granitfelsen intensiver zu fotografieren. Für eine gute Aussicht kletterten wir täglich auf die Felsen hinauf. Wir radelten, wanderten und kletterten und das tat uns gut.

Der Fels, Ouessant

Der lachende Fels, Ouessant

 

Welle und Leuchtturm Nividic, Ouessant

Welle und Leuchtturm Nividic, Ouessant

Unser Sohn Noah lernt das Fotografieren

Amy, Noah und Dackeldame Grindel waren auch mit auf die Insel gekommmen. Noah hatte den Wunsch geäußert. einen Fotokurs bei uns zu absolvieren. Logisch, das machen wir doch gern. Und was für eine Freude war es, als ich merkte: JETZT hat der Fotograf in ihm eingeschaltet. Es passierte nach dem Aufenthalt auf Ouessant, als wir Wellen am Leuchtturm Petit Minou fotografierten. Er kam zu mir, konnte gar nicht schnell genug reden, soviel Begeisterung sprudelte aus ihm heraus. Ich war selbst mitten in die Arbeit vertieft, aber musste die Wellen auf seinem Kameradisplay anschauen. Und ich muss sagen: er hat Talent!

Wellen, Noah

Wellen, Noah

Ohne Franzöisch Kenntnisse miteinander Reden

Ich freundete mich mit unserer Vermieterin Veronique an. Da mein Französisch immer noch sehr rudimentär daherkommt und Veronique genauso wenig Englisch kann, wie ich Französisch, hätte man meinen können, wir haben uns nichts zu sagen. Dem war aber nicht so. Wir redeten trotzdem die ganze Zeit und gingen auch gemeinsam auf Fototour. Das hat mir riesigen Spaß gemacht. Hier ein herzliches Dankeschön an unsere Vermieterin! Unsere Wohnung war übrigens genial: vom Fenster aus schauten wir auf die Bucht, den Strand und auf drei von vier Leuchttürmen.

Creac'h am Abend, links unten im Bild Gunter mit unserer Kursteilnehmerin

Creac’h am Abend, links unten im Bild Gunter mit unserer Kursteilnehmerin

 

PS: Der in Deutschland für die Filmmusik von „Die fabelhalfte Welt der Amelie“ bekannte Pianist Yann Tiersen wohnt auf Ouessant. Sein im September erschienenes Album Eusa ist der Insel gewidmet. Auf Ouessant habe ich vergeblich versucht, die CD zu kaufen. Später auf der Rückfahrt durch die Normandie habe ich sie endlich gefunden und höre seither nichts anderes mehr.

Übersichtsseite Bretagne 2016

Ausführliche Infos und Bildgelerie zur Insel Ouessant

 1. Unsere Anfänge mit dem Grauverlauffilter

Vor langer, langer Zeit, weit vor dem Höhenflug der Digitalfotografie, hatten wir bereits Grauverlauffilter im Einsatz. Die waren wie ein Polfilter gebaut, also rund und drehbar. Die eine Hälfte des Glases war dunkler als die andere, die Aufteilung genau mittig, der Verlauf weich. Leider machte es uns wenig Spaß, mit diesen Filtern zu arbeiten. Wer legt bei den Fotos den Horizont immer in die Mitte? Die Abdunklung des Filters war außerdem noch zu schwach, und dunkelte bei sehr hellem Himmel zu wenig ab.

2. Abdunkeln geht doch auch mit Lightroom, oder?

Gunter war von den Möglichkeiten von Lightroom und Photoshop so angetan, dass er postulierte: »Das geht softwaremäßig sowieso viel leichter als mit einem Filter« (er hatte natürlich unser wenig hilfreiches, altes Schraubfilter im Hinterkopf). Bei einigen Motiven in der Landschaftsfotografie hat er damit auch recht. Doch es gibt gerade am Meer, in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden viele Situationen, wo ich mir sehnlichst ein Verlaufsfilter wünsche. Dunkler Sand bei Sonnenuntergang, Lavaküste auf den Azoren, spritzendes Wasser auf den Felsplatten des Neptuni auf Öland. Situationen mit extrem hohen Kontrasten.

[caption id="attachment_17955" align="aligncenter" width="1000"]Ohne Verlaufsfilter Ohne Verlaufsfilter[/caption] [caption id="attachment_17956" align="aligncenter" width="1000"]Mit Verlaufsfilter Mit Verlaufsfilter und Polfilter[/caption]

Das Foto habe ich auf Sylt bei sonnigem Wetter aufgenommen. Ich finde, dass hier sehr gut zu sehen ist, dass sich das Verlaufsfilter nicht nur auf den Himmel auswirkt. Da der hohe Kontrast auf dem ganzen Foto abgeschwächt wird, sieht auch das Meer und der Strand wesentlich freundlicher aus. Diese luftige Stimmung würde ich per Bildbearbeitung nicht hinbekommen. Allerdings wurde bei dem zweiten Foto auch ein Polfilter eingesetzt!

Das Haida Verlauffilter ist übrigens absolut neutral.

 

3. Sparen bringt nichts

Um Kosten zu sparen versuchten wir es mit einem relativ günstigen Filter der Marke Hightech, welchen ich vor die Frontlinse hielt. Das Davorhalten ist schon mal keine wirklich gute Idee, weil es leicht zu Verwacklungen kommen kann. Ich schaffte es ohne Probleme, die Fotos korrekt zu belichten und nicht zu verwackeln, doch das Filter produziert in bestimmten Situationen einen sehr unschönen lila Farbstich. Dem kann ich auch mit Lightroom nicht zu Leibe rücken. Das Hightech Verlaufsfilter ist darum unbrauchbar für mich. Das Geldsparen hat uns letzlich nur zusätzliche Kosten verursacht.

[caption id="attachment_17958" align="aligncenter" width="860"]Ohne Verlaufsfilter Ohne Verlaufsfilter[/caption]

[caption id="attachment_17959" align="aligncenter" width="860"]Mit Verlaufsfilter Mit Verlaufsfilter[/caption]

Ile d’Ouessant, Bretagne. Trotz Farbstich sieht man auch hier, dass das Foto ingesamt einen weicheren Kontrast zeigt. Die Felsen im Vordergrund sind besser durchzeichnet, saufen nicht so ab.

 

[caption id="attachment_27473" align="aligncenter" width="920"]Grauverlaufsfilter von Haida Grauverlaufsfilter von Haida[/caption]

[caption id="attachment_27474" align="aligncenter" width="920"]Saint Mathieu ohne Grauverlaufsfilter Saint Mathieu ohne Grauverlaufsfilter[/caption]

Der Leuchtturm Saint Mathieu in der Bretagne Ohne und mit Grauverlaufsfilter von Haida. Hier ist mir der Verlaufsfilter fast schon zu stark. Aber das Foto mit Filter gefällt mir trotz allem wesentlich besser als ohne.

 

 

4. Vergleich von Software und Filter

Vorteile Software:

  • Kein teures Filter nötig, daher kein zusätzliches Gewicht im Fotorucksack
  • Günstige Filter haben oft Fehlfarben, die dann mit Lightroom nicht oder nur schwer rausgerechnet werden können.

 

Nachteile Software:

  • Bei sehr hohen Kontrastumfängen ist die Bildbearbeitung ziemlich aufwändig. Es sind mindestens zwei Raw-Fotos nötig, die ich am Rechner zusammenpfriemeln muss.
  • Manchmal kann ich das Foto nicht so bearbeiten, wie es in der konkreten Situation auf mich gewirkt hat. (Schau Dir das Foto von Sylt mehrfach an und schiebe den Regler hin und her. Ich finde, da wird das ganze Ausmaß sehr deutlich!)
  • Ich sitze eh schon viel oft und zu lange am Rechner, jede Minute, die ich mir vor dem Monitor sparen kann, ist den Mehraufwand beim Fotografieren wert.

 

Vergleich zwischen Drehfilter und Steckfiltersystem:

  • Ein Grauverlaufs-Drehfilter ist unflexibel in der Anwendung, der Horizont ist immer mittig.
  • Bei der Kombination mehrerer Filter kommt es mit Drehfiltern schneller zu Vigenttierungen.
  • Die großen Steckfilter sind windanfälliger – wir fotografieren sehr oft auch noch im Sturm und das könnte evtl mehr zu Verwachlungen führen. Ich werde da in Zukunft weiterhin berichten.
  • Die Steckfilter sind schon allein aufgrund der Größe kratzanfälliger.

5. Haida Steckfiltersystem

  • Das Steckfiltersystem von Haida ist für mich die optimale Wahl. Es ist recht günstig im Vergleich zu anderen Systemen wie zum Beispiel Lee Filter.
  • Die Qualität der Filterscheiben ist hervorragend – keine Farbstiche erkennbar
  • Ich kann das Filter sehr flexibel einsetzen – in Sonnenuntergangsstimmungen kann ich das Filter schäg stellen und nur die sehr hellen Himmelsanteile abdunkeln.
  • Das Grauverlaufsfilter lässt sich optimal mit dem Polfilter kombinieren. Das ist mir sehr wichtig, wenn ich kräftigere Farben im Bild haben möchte. Haida bietet extra dafür ein superflaches Polfilter an, das drehbar im Objektivadapterring eingesetzt wird.
  • Das System wiegt nicht viel, macht trotzdem einen robusten Eindruck und ist unkompliziert zu handhaben.
  • Als Filterbenutzer sparst du eine Menge Geld, wenn du eine größere Kameraausrüstung besitzt. Du brauchst für alle deine Objektive mit verschiedenen Filtergrößen nur noch ein einziges Polfilter, Grauverlaufsfilter und Graufilter
  • Der Filterhalter nimmt bis zu drei weitere quadratische Filter auf
  • Die Dimensionen des Haida Filterhalters 100 sind so großzügig bemessen, dass es auch im Weitwinkelbereich mit den meisten Objektiven zu keiner Vignettierung kommt
Haida Filtersystem

Haida Filtersystem – Polfilter plus Verlauffilter auf der Kamera, der Adapterring für das TiltShift liegt davor. Der Adapter kostet 17 Euro, das finde ich sehr praktisch, weil ich somit alle Filter auch für die Objektive mit größerem Objektivdurchmesser nutzen kann. Was allein ein 82mm Polfilter kostet…

 

Haida Polfilter,

Haida Polfilter

 

Haida Polfilter,

Haida Filterhalter, Polfilter, Adapterring und Verlauffilter (da hat sich was gespiegelt, es ist nicht braun!)

 

Grauverlauf Schraubfilter

Grauverlauf Schraubfilter

Mein Haida Filtersystem, besteht aus folgenden Komponenten:

  1. Filterhalter 100
  2. Adapterringe für 77mm und 82mm Objektivfiltergewinde
  3. das dazu passende Haida Pro II Digital Slim Polfilter
  4. Grauverlaufsfilter HAIDA Pro II MC Optical 150 mm x 100 mm GND Soft Edge 0,9
  5. 64-fach Graufilter
  6. 1000-fach Graufilter

Das Haida Filtersystem gibt es auch bei Amazon.

 

Sonnenuntergang, Plage Donnant, Belle Ile

Sonnenuntergang, Plage Donnant, Belle Ile – Hightech Verlaufsfilter plus Polfilter

[caption id="attachment_17985" align="aligncenter" width="860"]Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf[/caption]

[caption id="attachment_17986" align="aligncenter" width="860"]Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf Felsnadeln, Belle Ile, mit und ohne Graufverlauf[/caption]

 

[caption id="attachment_27254" align="aligncenter" width="920"]Men Ruz, Ploumanac'h, Bretagne Men Ruz, Ploumanac’h, Bretagne[/caption]

[caption id="attachment_27255" align="aligncenter" width="920"]Men Ruz, Ploumanac'h, Bretagne Men Ruz, Ploumanac’h, Bretagne[/caption]

Men Ruz, Bretagne – aufgenommen mit 1000fach Graufilter und mit 1000fach Graufilter plus Haida Grauverlaufsfilter

 

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Elektronische Blitzgeräte sind wahre Wunder der modernen Technik. Sie verstrahlen geballte Lichtleistung und setzen im nächsten Moment zarte Lichtakzente. In ...

Fotografieren lernen: Machst du diese 3 häufigsten Anfängerfehler?

Fotografieren lernen: Machst du diese 3 häufigsten Anfängerfehler?

In Gesprächen mit Fotoanfänger wurde uns bewusst, dass es meist die gleichen Fehler sind, die anfangs zu langweiligen Fotos führen. ...

 

Der Ratgeber für die erfolgreiche Reisefotografie, Teil 5

 In der fünften Folge stellen wir hilfreiches und interessantes Zubehör vor, und erklären,
auf was du beim Kauf achten solltest.

Scheidecker Wasserfälle. Dieser Mini-Wasserfall im Wald ist in dieser Form ohne Stativ nicht zu fotografieren. Eine Sekunde Belichtung gibt dem Wasser einen weichen Charakter.

Scheidecker Wasserfälle. Dieser Mini-Wasserfall im Wald ist in dieser Form ohne Stativ nicht zu fotografieren. Eine Sekunde Belichtung gibt dem Wasser einen weichen Charakter.

Kamerazubehör

  • verhilft dir zu besserer Qualität und außergewöhnlichen Bildern
  • erweitert deinen fotografischen Aktionsradius
  • hilft dir dabei, die Bildausbeute deiner Reisen sicher nach Hause zu bringen
  • sollte auf Reisen nicht zu sehr auftragen

1. Das Polarisationsfilter

Das Polarisationsfilter hat eine bemerkenswerte Eigenschaft, die nicht durch digitale
Bildbearbeitung nachgestellt werden kann:

Es hat die Fähigkeit, reflektiertes Licht, also Spiegelungen, auszulöschen!

Laub, Gras, Autos, Fensterscheiben, nasse Felsen oder Dächer, die meisten Dinge um
uns herum spiegeln, glänzen, reflektieren mehr oder weniger. Dadurch wirken sie heller,
aber die Farben sind blass und ausgewaschen. Auch das helle Blau des Himmels ist
eine Folge von Reflexionen des Sonnenlichts in der wasserdampfgesättigten Atmosphäre.

Das Polfilter kann diese Lichtreflexionen mindern und sogar löschen, dadurch leuchten
die Farben brillanter. Das Polfilter ist in einer drehbaren Fassung gelagert, damit kannst
du die Stärke der Reflexminderung beeinflussen. Den Effekt siehst du direkt im
Kamerasucher und kannst die gewünschte Intensität leicht einstellen. Mit elektronischen
Suchern und Displays ist der Effekt schwieriger zu beurteilen, weil die Kameraautomatik
bei Abdunklung durch die Polfilterwirkung sofort gegensteuert und das Bild heller darstellt.
Hier kannst du dir helfen, indem du die Belichtung auf manuelle Steuerung
umschaltest.

Verschiedene Polfiltergrößen für unterschiedliche Objektive.

Verschiedene Polfiltergrößen für unterschiedliche Objektive.

Passe aber auf, das Maximum an Reflexlöschung ergibt nicht immer das wirkungsvollste
Bild. Schieße sicherheitshalber mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Polfilterstellungen.

[twenty20 img1=“8360″ img2=“8359″ offset=“0.5″ before=“Bleik auf den Vesterålen, ohne Polfilter“ after=“Bleik auf den Vesterålen, mit Polfilter“ hover=“true“]

  • Aufnahme ohne Polfilter. Das stark reflektierende Meer erhöht den Bildkontrast zu stark
  • Die Aufnahme mit Polfilter zeigt eine ausgewogene Belichtung und satte Farben.

Gebe bei Aufnahmen mit Weitwinkelbrennweiten acht. Hier hast du bei gutem Wetter große wolkenfreie Himmelsflächen im Bild. Weil der Polfiltereffekt je nach Blickrichtung unterschiedlich stark ausgeprägt ist, wirkt blauer Himmel oft fleckig. Meist hast du eine unnatürlich wirkende dunkelblaue Stelle im Bild.

Für den Kauf würde ich dir raten, nicht zu den allerbilligsten Teilen zu greifen. Die sind
oft optisch minderwertig, verringern die Schärfeleistung, und können dir leicht die Bildqualität ruinieren. Da nützt auch das beste Objektiv nichts. Ein optisches System ist halt immer nur so leistungsfähig wie sein schwächstes Glied.

In Filtermäppchen sind die Filter gut geschützt aufbewahrt und schnell zur Hand.

In Filtermäppchen sind die Filter gut geschützt aufbewahrt und schnell zur Hand.

Unseren Blogbeitrag: Das Polfilter, ein unverzichtbares Filter in der Landschaftsfotografie

Polfilter bei Amazon

2. Stativ und Kabelauslöser

Ein Stativ ist für Reisende eine zusätzliche Belastung, und seine Anschaffung solltest
du dir gut überlegen. Es ist relativ sperrig, wiegt manchmal mehr als die gepackte
Kameratasche, und jemand muss es mitschleppen (Ehepartner fragen?).

Die Stative sind unsere ständigen treuen Begleiter.

Die Stative sind unsere ständigen treuen Begleiter.

Auf der Habenseite verhilft es dir zu schärferen Aufnahmen, auch bei helllichtem Tag.
Und es vergrößert deinen Aktionsradius über die Dämmerung bis in die Nacht hinein.
Nach Sonnenuntergang sind die Farben am interessantesten. Nachts kannst du Sterne
fotografieren, Meteoriten, oder Nordlicht. Auch im Wald, in Innenräumen oder in Höhlen
ist das Stativ ein wertvoller Begleiter, der dir außergewöhnliche Aufnahmen ermöglicht.

Zeitrafferaufnahmen sind ohne Stativ nicht realisierbar, für Panoramafotos ist es eine
wertvolle Hilfe, und auch beim Filmen vermeidet ein Stativ das Verwackeln.

Die Stabilität eines Statives hängt ziemlich direkt mit seinem Gewicht zusammen.
Leider! Aber wenn du nicht gerade mit einer Profi-Spiegelreflex und schweren Teleobjektiven unterwegs bist, reicht ein gutes Reisestativ von etwa eineinhalb Kilogramm
Gewicht vollkommen aus.

Die Sterne ziehen ihre Bahnen, während der Leuchtturm, fest verwurzelt in den Dünen, sein Licht weit hinaus aufs Meer wirft.

Die Sterne ziehen ihre Bahnen, während der Leuchtturm, fest verwurzelt in den Dünen, sein Licht weit hinaus aufs Meer wirft.

Aluminium oder Carbon ist eine Preis-, Prestige- und Gewichtsfrage. Carbonstative
sind schwingungsanfälliger und empfindlicher gegen Schläge und Beschädigungen.
Carbonstative sind aber ungefähr 40 % leichter als die vergleichbaren Aluminium-Modelle,
aber etwas teuerer.

Abendaufnahme vom Hirtshals Fyr. Über eine Minute belichtete die Kamera im Sturm. In solchen Momenten zeigt sich die Standfestigkeit des Stativs.

Abendaufnahme vom Hirtshals Fyr. Über eine Minute belichtete die Kamera im Sturm. In solchen Momenten zeigt sich die Standfestigkeit des Stativs.

2.1 Ein Rat zur Qualität

Lass die Finger weg von superleichten Billigstativen unter 50 Euro. Die sind vielleicht
zum Aufstellen der Kamera für Ganzkörper-Selfies ausreichend, aber für ernsthaften
Einsatz ungeeignet. Zwischen 50 und 100 Euro tummelt sich eine ganze Armada von
superkompakten Reisestativen, inklusive Kugelkopf und Schnellspannadapter. Irgendwie
scheinen die trotz unterschiedlichster Markennamen alle aus dem gleichen Nest
gehüpft zu sein. Diese Dinger sehen ganz nett aus, halten auch leichte Kameras halbwegs
stabil, sind aber nur eine Notlösung. Ganz übel sind die Ministative mit langer
Mittelsäule. Wer die erfunden hat, dem würde ich sie am liebsten um den Hals wickeln.

Oft wird das Stativ im günstigen Set mit einem kompakten Kugelkopf und einer Schnellbefestigungsplatte angeboten. Damit geht das Draufsetzen und Abnehmen der Kamera und die Ausrichtung flott und unkompliziert von der Hand.

Dieser FLM-Kugelkopf ist gut für den Outdoor-Einsatz, weil er robust und einfach zu reinigen ist.

Dieser FLM-Kugelkopf ist gut für den Outdoor-Einsatz, weil er robust und einfach zu reinigen ist. Obendrauf eine Schnellspannplatte von Novoflex. Das Adaptergegenstück an der Kamera ist nur münzgroß.

2.2 Wie erkenne ich ein gutes Stativ?

Teste dein neues Stativ vor dem Kauf auf jedem Fall auf seine Stabilität. Fahre die drei
Stativbeine zu voller Länge aus, die Mittelsäule bleibt dabei eingezogen. Dann umfasst
du den Stativkörper und prüfst die Verwindungssteifigkeit durch Drehbewegungen um
die Mittelsäulenachse. Die Beine sollten nur wenig nachgeben, nichts darf schlackern.

Dann befestige die Kamera mit der Schnellkupplung, prüfe ob sie spielfrei sitzt und
wie leicht sie in Schwingung gerät. Beim Arretieren des Kugelkopfes sollte sich der Bildausschnitt der Kamera nicht, oder nur unwesentlich verändern.

Hier stellen wir unsere Stative vor.

Hier gibt es eine Stativkaufberatung

Manfrotto-Stative bei Amazon

Schonend und verwacklungsfrei löst du mit dem Selbstauslöser der Kamera aus. Die
Vorlaufzeit lässt sich für diese Zwecke auf zwei Sekunden einstellen.

Ein einfacher und einprogrammierbarer Kabelauslöser/Timer.

Ein einfacher und einprogrammierbarer Kabelauslöser/Timer.

Mit einem Kabel- ode Funkfernauslöser geht das natürlich genauso gut, aber viel
spontaner. Den empfehle ich dir dringend, wenn du in der Lage sein willst, jederzeit im
passenden Moment auszulösen. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass der
Anschluss des Kabelauslösers auch an dein Kameramodell passt. Auch gleiche Hersteller haben unterschiedliche Anschlüsse.

3. Ersatzbatterien und Speicherkarten

Wenn du in abgelegene Gegenden fährst, ist die Mitnahme von Ersatzakkus und
zusätzlichen Speicherkarten bestimmt keine schlechte Idee.

Sind keine Steckdosen in Reichweite, empfehlen wir fürs Laden der Akkus die Mitnahme
eines kompakten Spannungswandlers für die Zigarettenanzünderbuchse im
Auto. Darüber lassen sich auch Notebooks und Smartphones laden, ohne extra Autoadapter für jedes Gerät mitschleppen zu müssen.

Reserveakkus von verschiedenen Herstellern.

Reserveakkus von verschiedenen Herstellern.

Beim Kauf von Speicherkarten lohnt sich in jedem Fall Markenware. Billigkarten
haben eine Tendenz zu höheren Ausfallraten. Du kannst Glück haben und die Karten
funktionieren eine Zeit lang anstandslos. Das Risiko, dass plötzlich eine Karte nicht
mehr reagiert und die Fotoausbeute der letzten Wochen futsch ist, wäre mir persönlich
aber viel zu groß.

Kaufe dir deshalb unbedingt Markenware, etwa von SanDisk, Transcend, Kingston
oder Samsung. Für reine Fotografie reichen dir die günstigen Modelle mit langsameren
Schreib- und Leseraten völlig aus. Willst du mit deiner Kamera filmen, hole dir die teureren, schnelleren Ausführungen.

Unsere Speicherkarten haben wir in der Schutzbox oder im Stoffmäppchen.

Unsere Speicherkarten haben wir in der Schutzbox oder im Stoffmäppchen.

Beim Kauf von zusätzlichen Kameraakkus müssen es nicht unbedingt die teuren
Originale des Herstellers sein. Hier kannst du zu günstigen Nachbauten von bekannten
Akkuherstellerngreifen, die funktionieren klaglos, auch wenn sie nicht immer die volle
Kapazität der Originale bieten. Dafür kosten sie oft nur ein Drittel oder Viertel.

4. Wetter- und Spritzschutz

WIllst du Actionfotos auf staubigen Pisten schießen, auch bei Regenwetter fotografieren,
oder wenn dir der Sturm die Meeresgischt um die Ohren bläst? Das ist für
Kamera und Objektive wenig bekömmlich. Staub und Feuchtigkeit kann eindringen und
sie dauerhaft außer Gefecht setzen. Da bleibt die Kamera besser im Auto, oder etwa
nicht?

Abhilfe schafft in solchen Fällen entweder eine Actionkamera wie die GoPro Hero
Modelle, oder du schützt deine Kamera vor Staub und Dreck.

Dafür sind Kamerabeutel von Ewa-Marine oder Dicapac eine exzellente Wahl. Die
sind eigentlich für Unterwasseraufnahmen gedacht und halten aus diesem Grund
absolut dicht. Die Bedienung ist aber nicht gerade komfortabel. Dafür bekommst du die
Chance auf aktionsgeladene Bilder in Situationen, wo alle anderen ihre Kameras schon
längst weggepackt haben.

Ewa Marine bei Amazon

Dicapac bei Amazon

Günstiger und bequemer sind sogenannte »Regencapes« aus transparentem Kunststoff.
Die schützen Kamera und Objektiv vor Regen, sofern es nicht allzu stürmisch ist.

Die preiswerteste aber trotzdem passable Variante ist die Kombination aus Sonnenblende,
einer klaren Plastiktüte und ein paar Gummiringen. Die Kamera wird mit dem
Body voran in die Tüte gesteckt. Die Tütenöffnung wird gerafft und mit den Gummiringen
an der Sonnenblende befestigt. Wähle die Tüte lieber etwas größer, sie sollte
nicht über der Kamera spannen. Willst du den Kameragurt nach außen verlegen,
schneide einen kamerabreiten Schlitz in die Rückseite der Tüte, holt den Tragegurt
heraus und klebe den Schlitz mit Klebeband zu.

Von den oft angebotenen Schutzfiltern für das Objektiv halte ich nicht viel. Diese
beeinflussen die Abbildungsleistung negativ und schützen weder den Objektivtubus
noch die Kamera. Die Frontlinsen der Objektive sind in der Regel hartvergütet und
ziemlich kratzresistent, ein paar Wassertropfen schaden ihnen nicht. Da brauchst du
kein extra Glas davor.

Das Licht nach Sonnenuntergang hat eine besondere Qualität, auch bei bewölktem Himmel. 1/3 Sekunde mit Stativ.

Das Licht nach Sonnenuntergang hat eine besondere Qualität, auch bei bewölktem Himmel. 1/3 Sekunde mit Stativ.

5. Pflege- und Reinigungsmittel

Was haben wir auf unseren Reisen für die Kamera- und Objektivpflege dabei?

  • Ein paar weiche, saugfähige Tücher, um Kamera und Objektive abzutrocknen, falls
    sie nass geworden sind.
  • Mikrofaser-Reinigungstücher und ein feiner Marderhaarpinsel sind für die Reinigung
    der Linsen- und Displayoberflächen.
  • Ein kompakter Malerpinsel entfernt Staub und Dreck aus den Filtergewinden und von
    den Oberflächen der Objektive und Kameras.

Das wars schon!

Unser Basis-Reinigungskit.

Unser Basis-Reinigungskit.

Falls du eine Kamera mit Wechselobjektiven besitzt, solltest du beim Objektivwechsel
sehr gut aufpassen, dass kein Staub ins Kamerainnere dringt. Sitzen die Staubkörner
erst einmal auf dem Sensor, sind sie oft nur mit viel Mühe und teurem Zubehör wegzukriegen.
Die automatische Sensorreinigung vieler Kameras schafft es oft nicht, hartnäckigen
Schmutz loszuwerden.

Übe also lieber das schnelle Objektivwechseln. Im Freien achte auf staubarme
Umgebung und wechsele im Windschatten deines Körpers.

Ist unterwegs wirklich einmal eine Sensorreinigung nötig, ist das keine einfache
Sache. Im Ausland wirst du schwer einen Reinigungsservice finden, und Reinigungskits
bieten viele Shops schon gar nicht an. Willst du für alle Fälle gerüstet sein, besorge dir
vor der Abreise eine Packung Sensor-Swaps (achtet auf die Sensorgröße) und Reinigungsflüssigkeit.
Dann präge dir genau die erforderlichen Schritte ein, und hoffe, dass
der Reinigungsfall nicht eintritt.

6. Datensicherung unterwegs, oder: Wie bringst du deine Fotoausbeute sicher nach Hause?

Viele individuelle Reisen führen in Gegenden, in denen eine Internetverbindung, wenn
nicht langsam, dann nichtexistent ist. Die Tagesausbeute mal kurz mit dem Smartphone
in die Cloud verschieben geht also nicht.

Zwei Speicherlösungen, Imagetank mit integriertem Kartenleser und externe Festplatte.

Zwei Speicherlösungen, Imagetank mit integriertem Kartenleser und externe Festplatte.

Wir empfehlen dir generell, dein Bildmaterial doppelt zu sichern. Die Kombination ist
egal, ob auf Notebook und Speicherkarten, auf Notebook und externer Festplatte, oder
auf Speicherkarten und Datenspeicher.

6.1 Speicherkarten kaufen

Du kannst natürlich alles auf mehreren Speicherkarten aufheben. Das kommt stark
darauf an, wieviel du fotografierst.

Speicherkartenplatz ist relativ teuer. Er kostet mindestens das Zehnfache wie Festplattenspeicher,
auf die Gigabytes umgerechnet. Und für die Doppelsicherung sind
Speicherkarten ungeeignet, weil du die Daten ja auch mit irgendetwas umkopieren
musst.

Bach in einem der Spalttäler Bornholms, Stavehøl

Bach in einem der Spalttäler Bornholms, Stavehøl. Die feinen Wasserwirbel werden erst mit längeren Belichtungszeiten vom Stativ aus sichtbar. Hier waren es 13 Sekunden.

6.2 Notebook und externe Festplatte

Du nimmst doch sicher ein Notebook mit auf die Reise. Darauf ist in der Regel ausreichend
Platz für die Fotoausbeute, und oft ist ein SD-Card-Steckplatz schon integriert.
Benutzt du andere Speicherkartentypen, oder fehlt der SD-Card-Slot, lege dir einen
preiswerten USB-Card-Reader zu.

Für die doppelte Sicherung, das Backup, verwenden wir externe 2.5 Zoll-Festplatten.
1000 GB Speicherplatz kosten noch keine 60 Euro, und wenn du in unsicheren Gegenden
unterwegs bist, lässt sich so eine Platte leicht im Fahrzeug verstecken, oder du
hast sie gut in der Jackentasche verborgen.

6.3 Externer Datenspeicher mit integriertem Kartenleser

Das ist eine Lösung für Reisende, die ohne Notebook unterwegs sind. Im Prinzip sind
diese Datentanks externe Festplatten mit integrierten Kartenlesern und eingebautem
Akku. Mit einer Akkuladung können über 300 GB kopiert werden, das sollte auch für
eine längere Reise ausreichen. Die Datenspeicherakkus kannst du bei Bedarf direkt
über den Zigarettenanzünder im Auto laden.

Kostengünstige und gute Anbieter sind Nexto und Hyperdrive. Diese mobilen Fotospeicher
werden mit und ohne eingebaute Festplatte angeboten.

Leuchtturm in Hjo, Vätternsee, Schweden. Auch diese Nachtaufnahme ist ohne Stativ so gut wie unmöglich zu machen.

Leuchtturm in Hjo, Vätternsee, Schweden. Auch diese Nachtaufnahme ist ohne Stativ so gut wie unmöglich zu machen.

6.4 Datenspeicherung für Wenigfotografierer

Datensicherung ist wichtig, auch für Wenig-Fotografierer

Egal, wie wenig oder viel du fotografierst – SICHERE DEIN BILDER IMMER DOPPELT!

Wenn du wenig fotografierst, reicht wahrscheinlich dein Smartphone/Tablet als Speicher
für die Sicherung der Fotos aus. Mit einem OTG-Adapter kannst du deine Bilder auf
USB-Sticks kopieren.

Wenn nichts dagegen spricht, nimm einfach dein Notebook mit auf die Reise. Wenn
dein Smartphone oder Tablet mit der OTG-Technik nicht zurechtkommt, kannst du dir
entweder eine WiFi-Festplatte oder einen Imagetank zulegen.

Es kostet aber weniger, wenn du dir ein günstiges Tablet mit OTG-Funktion und
mikro-SD-Karten-Einschub besorgst.

Sichern der Fotos unterwegs, für Vielfotografierer

Nachts an der Hafeneinfahrt. 8 Sekunden mit Stativ, dadurch ist das Boot nur noch schemenhaft erkennbar.

Nachts an der Hafeneinfahrt