Nordlichtfotografie Teil 3 – Fotos aus Bø auf den Vesterålen

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Wie passiert in einer typischen Nordlichtnacht? Wie oft und lange tauchen Nordlichter auf? Gibt es gewisse Regeln für die Beobachtung? Wir werden hier einmal ein paar unterschiedliche Nordlichtnächte schildern, damit ihr einen Eindruck bekommt. Und die Fotos zur Eurer Information mit den Exif Daten versehen! Viel Spaß.

Alte Scheune und Nordlicht

2:07 Uhr, 1600 ISO, f 4,5, 25 Sek, Canon 6D, 17-40mm, 17mm – Licht vom Autoscheinwerfer

Canon 7d,

2:16 Uhr, ISO 1600, f 3,2, Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm, Licht von Taschenlampe

 

Alte Scheune und Nordlicht

2:20 Uhr, 2000 ISO, f 4,5, 20 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe

Nordlicht über der alten Scheune, Bø

2:22 Uhr, 2000 ISO, f 4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe

 

 

Canon D6

2:26 Uhr, ISO 2000, f 4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40 mm, bei 17mm

Canon 7D

Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm

Corona

2:51 Uhr, ISO 2000, f4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm Hier war die Belichtungszeit viel zu lang. Aber, ich hatte ausgelöst und musst es abwarten. In diesen Momenten sind 15 Sekunden eine Ewigkeit!

Corona

Corona  2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm

Corona

Corona, 2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 4 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm

Corona

Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm

Corona

Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm

 Eine kurze Nacht im Hotel

Es war unsere letzte Nacht in Norwegen. Wir hatten zwei Hotelzimmer mieten müssen, weil wir auf die Reparatur unseres Wohnmobils warteten. Es hatte den ganzen Tag über geregnet. Ich war auf der Suche nach geeigneten Fotolocations klatschnass geworden  – selbst an aussichtslos scheinenden Tagen gebe ich die Hoffnung nicht auf!

Über Facebook hatten wir Rainer gefunden, einen deutschen Auswanderer. Er wohnte nur wenige Kilometer vom Hotel entfernt. Für die Nacht hatten wir uns verabredet. Es ist interessant, Facebookfreunde auch mal persönlich kennenzulernen. Um 22:00 Uhr holte Rainer uns vor dem Hotel ab. Esra kam mit, Amy und Noah legten sich lieber lesend ins Bett.

An der Bar in Rainers Partyecke saßen wir gemütlich bei ein paar Bier zusammen. Der Holzofen verbreitete wohlige Wärme, der Alkohol stieg uns langsam in den Kopf! Doch ich liess den Nachthimmel nicht aus den Augen und pendelte zwischen Terrasse und Bar hin und her. Die Wolken waren dicht und hingen tief. Es nieselte leicht. Ein kalter Wind war aufgekommen und blies die schweren Wolken weg, plötzlich funkelten die Sterne durch die Wolkenlücken. Und sieh da, jetzt war auch Nordlicht sichtbar. Schwach grün und noch ohne Struktur lockte es uns nicht hinterm Ofen hervor. Als es aber anfing, rot zu strahlen, wurde ich schlagartig munter. Mittlerweile war es 1:30 Uhr.

Wir baten Rainer, uns zu der Stelle zu fahren, die ich tagsüber ausgekundschaftet hatte. Eine verfallene Scheune stand relativ einsam in Strandnähe, abseits der grellen Straßenbeleuchtung des Ortes. Kaum waren wir angekommen, fing das Feuerwerk am Himmel auch schon an. Der Wind blies weiter, jetzt trieb er wieder Wolken heran. Nach fünfzehn Minuten war die Show wieder vorbei. Es regnete wieder stärker und fing sogar an, zu Hageln. Das war lästig und tat richtig weh. Unser Hotel war etwa zwei km entfernt. Sollten wir ausharren? Ich war dafür, Gunter dagegen. Es war spät, wir waren nass und kalt, und wir hatten am nächsten Tag eine lange Fahrt über die Berge nach Schweden vor uns! Also entschlossen wir uns für den geordneten Rückzug zum Hotel.

Mitten auf dem Rückweg verschwanden die Wolken so schnell, wie sie gekommen waren. Wir standen an der Straße inmitten von orange leuchtenden Straßenlaternen und kamen nicht weg. Das ist die pure Qual für einen Fotografen! Geiles Nordlicht, aber störende Beleuchtung und keine gute Kulisse. Das Nordlicht erstrahlte jetzt fast taghell, es wand sich über uns wie eine große grüne Schlange. Ich rannte los – das sollte man im warmen Overall nie tun – denn ruckzuck war ich nass geschwitzt.  Zum Glück erreichten wir bald eine weitläufige Wiese zwischen den Häusern, da legte das Nordlicht auch schon wieder richtig los  Ein Wahnsinn! Mehrfarbig bewegte es sich sehr schnell über unsere Köpfe hinweg und war innerhalb einer Minute wieder weg.

Gegen  3:30 Uhr trafen wir müde im Hotel ein. Ich hatte glücklicherweise daran gedacht, dem Wirt zu sagen, dass wir spät zurück kommen würden, er hatte die Hintertür offen gelassen. Sicherheitshalber zog ich trotz der späten (frühen?) Stunde die Fotos noch auf das Notebook! Drei Stunden Schlaf waren uns noch vergönnt, dann holten wir nach dem Frühstück unser Mobil von der Werkstatt ab und machten uns auf den Weg nach Kiruna. (Aber darüber hatten wir hier im Blog ja bereits berichtet!)

Erkenntnisse aus dieser Nacht:

  • Auch bedeckte Nächte können gute Nordlichtchancen bieten
  • Nordlichtfotografie ist sogar im Regen möglich.
  • Oft fängt das Spektakel erst spät in der Nacht an. Wie bei uns um ca. 2:30 Uhr! Die Vorhersagen im Internet geben nur die Wahrscheinlichkeit an.
  • Je stärker und schnell bewegter das Nordlicht ist, desto schneller ist es wahrscheinlich auch wieder vorbei.
  • Oft lohnt es gerade nach solchen starken Ausbrüchen zu fotografieren!
  • den perfekten Fotoplatz kann man vorher nicht immer bestimmen. Eine freie Sicht nach Norden reicht allein nicht aus. Kräftiges Nordlicht kann in allen Himmelsrichtungen auftauchen.

 

Was war deine aufregenste Nordlichtnacht?

Anscheinend gibt es Probleme mit dem Posten von Kommentaren. Könnt ihr uns bitte eine email schreiben, wenn es nicht klappt? Dann kann ich vielleicht das Problem finden! Herzlichen Dank für Eure Hilfe!

reise-reicherts@gmx.de

 

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

15 Kommentare

    • Hi Thomas,
      vielen Dank für das Lob!
      Du kannst auch sehr gut mit Wolken Nordlicht fotografieren. Manchmal sieht das sogar noch besser aus als ohne!
      Also, immer Ausschau halten 🙂
      liebe Grüße und viel Spaß in Tromsø,

      Gabi

  1. Die Coronabilder sind unglaublich. Ich bin sprachlos! Unsere schönste Nordlichtnacht war die letzte auf den Vesterålen. Da tanzte alles am Himmel. Wir haben gar nicht mehr fotografiert, sondern sind mit offnem Mund da gestanden und haben zugeschaut. Krass. Als die Show fertig war, haben wir die Kameras wieder eingestellt und haben brav weiter fotografiert.

    • Hi Juliana,

      die Coronen sind immer am genialsten, finde ich. Aber schwer aufzunehmen. Wenn man nicht aufpasst sieht man sie gar nicht 🙂
      Ich kann Dich da verstehen, dass man manchmal einfach nur staunen muss! Ich hatte das diesmal auch zwischendurch gemacht. Meist aber, wenn die Kamera eh in Serienmodus war. Nach so einer starken Aktivität ist es ja auch oft noch möglich Bilder zu machen. Wie wir im Nordlicht pdf schon erklärten, fotografieren sich unserer Meinung nach die schwacheren Nordlichter sowieso einfacher.
      Deinen Blog hatte ich im letzten Beitrag verlinkt, hast Du’s gesehen?
      liebe Grüße

      Gabi

  2. Das ist wieder ein sehr interessanter Bericht und atemberaubende Fotos! Danke dafür!
    Wie sollte man vorgehen, wenn man, wie ich im Februar wegen der Nordlichter auf die Vesterålen fährt. Sollte ich mir generell die Nächte um die Ohren schlagen, ist generell jede Nacht mit Nordlichtern zu rechnen (Die App vom NOAA hab ich) Welche Wolkenvorhersage im Internet bietet die präzisesten Radarbilder, yr.no ?
    Liebe Grüße aus Hamburg
    Chris

    • Hi Chris,

      ja, ich denke die yr.no ist die beste Vorhersage. Noch besser ist, immer rauszuschauen 🙂
      Wir hatten auch Nordlichter als die Nordlichtvorhersage nichts angezeigt hat. Gerade diese schwachen Nordlichter, die oft anfangs nur die Kamera sieht, sind ganz gut um das Fotografieren zu üben!
      liebe Grüße

      Gabi

  3. [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Server IP]
    Hallo
    Sehr schöne Photos,und Danke für die Exif Dateien.
    Da Ihr ja bei diesen Photos mit zwei verschiedenen Kameratypen ablichtet,würde mich mal Eure Meinung zur 6D interessieren.

    Danke
    Gruss
    John

    • Hi John,

      Freut mich, dass du die Exif Daten magst 🙂
      Ich finde die 6d sehr gut, arbeite gerne damit. Sie ist etwas kleiner, liegt super in der Hand und se löst so schön weich aus. Ein gutes Kamerafeeling ist das! Die Belichtungen macht sie nicht ganz so zuverlässig wie meine 5d MII. Allerdings habe ich mit der 5d MII dauernd Sensorflecken und war deswegen über die 6d sehr froh. ich werde in den nächsten Tagen ausführlich über die Kameras berichten.
      liebe Grüße

      Gabi

  4. Hallo Chris,
    Im Prinzip ja (die Nächte um die Ohren), weil oft etwas Nordlichtaktivität herrscht, unabhängig von den Vorhersagen. Das Wetter ist der eigentliche limitierende Faktor. Ist es bewölkt – Pech gehabt. Wettermäßig sind die Lofoten und Vesterålen ein schwieriges Gebiet. Wetter scheint hier von dem Wort Wette abzustammen. Die Vorhersagen sind mit einer hohen Fehlerquote behaftet, und das Wetter kann sich lokal innerhalb weniger Stunden total ändern und sich völlig konträr zur Vorhersage verhalten. Für die Wettervorhersage hatten wir yr.no, storm.no, wetteronline.de, weather.com, alles was wir greifen konnten. Der beste Tipp ist aber immer noch der regelmäßige Blick auf den Nachthimmel.

  5. Hallo Chris,wenn du wegen der Nordlichter auf die Vesterålen fährst, solltest du auf jeden Fall die Nacht zum Tag machen. Schlafen kannst du zu Hause 😉

    Liebe Gabi, lieber Gunter, atemberaubende Bilder. So starkes Nordlicht hatten wir leider nicht, aber wir haben es wenigstens mal gesehen – absolute Suchtgefahr! Bin mal auf unsere Aufnahmen gespannt. Bei der Eigenbewegung von Schiff war es schon schwierig, da der Vollmond zum Oval mutierte.

    Der Bericht über die Ausstattung war auch klasse. Hätte nicht gedacht, dass es in Norge günstige Merinowäsche und Schneeoveralls gibt.

    Liebe Grüße
    Ursula

  6. Hi Gabi,

    wieder ein sehr interessanter und vor allem informativer Bericht. Vielleicht habe ich ja irgendwann doch noch einmal Glück mit dem Nordlicht und kann Deine Ratschläge gut gebrauchen. Danke deshalb auch für´s veröffentlichen der Exif´s. Allerdings brauche ich für 2000 Iso wohl vorher ´ne neue Kamera. Meine doch schon recht betagte D200 packt das sensortechnisch wohl nicht. Da hab ich bei ISO 1000 schon Pixel in Zentimetergröße… 😉 Deshalb erfreue ich mich bislang an Euren herrlichen Fotos dieses wunderbaren Phänomens.

    Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit Euch allen.
    Cora

    • Hi Cora,

      mach Dir mal keine Gedanken um die Kamera!
      Ich bin der Meinung, dass die älteren Modelle oft noch besser waren. Wie zum Beispiel meine „alte“ Canon 5d. Wenn ich mit den neuen Kameras fotografiere muss ich da nämlich mit der ISO hoch während die 5d bei gleichem Nordlicht noch bei ISO 800 oder 1000 gute Bilder macht. Sie scheint einfach empfindlicher zu sein. Kann gut sein, dass das mit der Nikon bestimmt ähnlich?!
      liebe Grüße

      Gabi

  7. Vielen Dank für die wunderbaren Bilder und tollen Tipps. Ich habe erst einmal Polarlichter gesehen – ich hatte jedoch das Glück, wunderschöne und intensive Nordlichter zu sehen. Die Sehnsucht ist groß.

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