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Mit der NIK-Filtercollection zu besseren Fotos

Was ist eigentlich das besondere an der NIK-Filtercollection?

Wir haben in unserem Blog geschrieben, wo die NIK-Filter zu bekommen sind, wie man sie installiert, aber wir haben sie noch nie richtig vorgestellt. Wenn du die NIK Filter noch nicht kennst, fagst du dich vielleicht, für was die denn nützlich sind.

Kostenloser Download der NIK-Filtercollection

Wir haben schon über die NIK-Filtercollection geschrieben, als sie von Google zum kostenlosen Download freigegeben wurden. Vor der Freigabe kostete das Softwarepaket mehrere hundert Euro.
Inzwischen hat die Firma DxO die Rechte an den NIK-Filtern übernommen und bietet neben der erweiterten kostenpflichtigen Version immer noch den kostenlosen Download der Nik Filtercollection hier an. Wir empfehlen dir unbedingt, die Filter auch runterzuladen. Wer weis, wie lange es die noch gibt!

Die Geschichte der NIK-Filtercollection

Die NIK-Filtercollection hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich war NIK eine 1995 in Hamburg gegründete eigenständige Software-Firma. Die ersten Plugins für Photoshop erschienen 1999, 2006 war die Sammlung schon ziemlich komplett. Die Filter waren revolutionär in ihrer Funktionalität, für professionelle Nutzer entwickelt und dementsprechend teuer. Um die 500 Euro durfte man damals dafür hinblättern.
2012 übernahm Google NIK-Software und stellte die NIK-Filter zum kostenlosen Download bereit. Das war natürlich wie Weihnachten und Ostern zusammen für die digitalen Bildbearbeiter.
2017 hat DxO die Filtersammlung erworben und sie nach fünf Jahren Entwicklungsstillstand weiter ausgebaut und modernisiert.

Was können die NIK Filter?

Die NIK-Collection ist eine hochwertige professionelle Software für die digitale Bildbearbeitung. Sie ist als Plugin in Adobe Photoshop und Lightroom vorgesehen, wir haben aber beschrieben, wie du die Nik Filtercollection als Standalone einsetzen kannst.

Generell sind die NIK-Filter Bildverbesserungs-Werkzeuge. Schärfen, Weichzeichnen und Entrauschen kannst du gezielt steuern, die Bearbeitung von bestimmten Bildteilen ist mit der typischen U-Point-Technologie denkbar einfach.

Was ist denn die U-Point-Technologie?

Hört sich ja gut an, aber was ist das denn? U-Point-Technologie bedeutet, dass die einzelne Bereiche deines Fotos auswählen kannst und gezielt darauf Bildanpassungen anwendest. Die Größe des Bereichs ist frei wählbar.

Welle vor Ouessant, Bretagne. Bei diesem Gegenlichtfoto habe ich die Welle aufgehellt und danach den Kontrast lokal angepasst. Die Bearbeitung habe ich an drei Stellen des Fotos angewand. Du siehst den Kreis rechts im Foto. Das ist der Bereich, der aufgehellt wurde. Die Größe des Kreises ist veränderbar und die einzelnen Parameter der Bearbeitung auch.

Nik Filter Presets

Die NIK-Filter liefern einige Filter-Presets, das sind Filter Zusammenstellungen, die für den Anfang ganz praktisch sind. Du kannst aber auch jedes Filter einzeln auswählen, selbst kombinieren und zahlreiche Einstellungsparameter selbst festlegen. Ein großes Feld der unendlichen Möglichkeiten!  Mit den kreativen Bildeffekten, Verfremdungen, HDR-Effekten, künstlichen Alterungseffekten und der Schwarz-Weiß-Konvertierung kann man wunderbar vielfältige Stimmungen ins Bild bringen.

Bei Theaterfotos mag ich Verfremdungsfilter sehr gern.

Mont Saint Michel, Normandie ohne Filter und mit zwei der Presets des Analog Efex Pro. So bearbeite ich unsere Landschaftsfotos nie. Aber interessant ist das schon, wenn man in Spiellaune ist. Bei Theaterfotos oder Lost Places sind die Filter sehr hilfreich.

Nik Filter für Landschaftsfotos

Mir gehen solche Verfremdungen in der Landschaftsfotografie zu weit. Ich nutze da nur die Anpassungen für Kontrast, ich entferne Farbstiche und gebe manchmal den Wolken oder Wellen partiell mehr Detail.

Honfleur in der Normandie, Anpassung des Kontrastes mit Color Efex Pro.

Du brauchst Rechenpower

Der große Funktionsumfang fordert natürlich seinen Tribut. Mit einem einfachen Office-PC oder -Notebook kommst du nicht sehr weit. Die Programme fordern Rechenpower.

 

Hier die Kurzbeschreibung der einzelnen Module. Die ersten sieben Module der Kollektion sind nach wie vor frei erhältlich:

COLOR EFEX PRO

55 kreative Filter und 20 Voreinstellungen helfen dir, besondere Farbstimmungen zu erzeugen. Alle diese Presets kannst du zusätzich noch feinabstimmen und als eigene Profile abspeichern.

Dieses Filterset nutze ich am häufigsten!

SILVER EFEX PRO

Silver Efex Pro enthält 48 Voreinstellungen für die Schwarz-Weiß-Konvertierung von Farbbildern. Darüber hinaus kannst du jedes Preset mit diversen Reglern weiter anpassen. Auch die Simulation klassischer Filmstile und Filter für Vintage-Print-Anmutungen gehören zum Werkzeugkasten von Silver Efex Pro.

DFINE

Dfine mindert effektiv das Rauschen in hochauflösenden Fotodateien. Luminanz- und Chrominanzrauschen lassen sich unabhängig voneinander feinfühlig steuern, mit voller Beibehaltung der Bilddetails. Auch den aus der CC-Version von Lightroom bekannten Dunstminderungs- oder Anti-Haze-Filtereffekt ist mit Dfine machbar.

VIVEZA

Viveza ist unser am längsten angewendetes und liebstes NIK-Filtermodul. Damit steuern wir gezielt Helligkeit, Kontrast, Detailtreue und Farbigkeit von Bildteilen. Mit der U-Point-Technologie lassen sich einfach begrenzte Bildregionen auswählen.  Jeder Kontrollpunkt ist äußerst präzise und wählt den gewünschten Bereich vollautomatisch aus. Mit diesem Filter fing ich vor vielen Jahren an.

ANALOG EFEX PRO

Mit den 90 Filtern und Effekten von Analog Efex Pro kannst du alte Filmemulsionen simulieren und deine Bilder auf alt trimmen. Neben der Steuerung von Belichtung, Kontrast und Sättigung lassen sich auch Flecken, Kratzer und Verfärbungen in unterschiedlicher Art und Stärke ins Bild bringen.

HDR EFEX PRO

Mit HDR Efex Pro steuerst du hauptsächlich den Kontrast  deiner Bilder. Ob das Ergebnis noch halbwegs natürlich oder völlig überdreht wirkt, bleibt voll dir überlassen. HDR-Effekte sind zwar nicht so ganz unser Ding, aber die Bandbreite dieses HDR-Moduls ist schon erstaunlich

SHARPENER PRO

Sharpener Pro ist ein leistungsstarkes Tool zur Schärfenoptimierung. Mit dem RAW Presharpener bearbeitest du gezielt Bereiche im Foto, um Details hervorzuheben oder Flächen zu glätten. Mit dem OUTPUT Sharpener stimmst du deine Bilder ideal auf das gewünschte Ausgabemedium ab.

Welche Module benutzen wir selbst?

Für die Landschaftsfotografie nutze ich Color Efex Pro zum Anpassen der Kontraste und der Farben. Siehe Bildbeispiel weiter oben.

Viveza kommt immer zum Einsatz, wenn ich lokale Anpassungen vornehmen möchte. Zum Beispiel etwas im Vordergrund aufhellen aber auch gleichzeitig den Kontrast anpassen. Oder mehr Stuktur in die Wolken hineinbringen.

Wellen auf Ouessant. Hier habe ich die Wellen am Fels lokal mit Viveza aufgehellt und etwas mehr Detail hinein geholt. Auf das ganze Foto habe ich den Kontrast angepasst. Wende ich Viveza in Photoshop an, entstehen zwei Ebenen. Bei diesem Foto entfernte ich den bearbeiteten Himmel, denn da erschien mir der Kontrast zu stark.

Lokale Anpassungen der Wellen mit Nik Viveza

Lokale Anpassungen der Wellen mit Nik Viveza

 

 

Ich arbeite noch zu wenig mit Schwarz-Weiß Fotos. Aber dafür ist Silver Efex Pro das ideale Tool. Wir zogen früher mit Mittelformat Kameras und SW Rollfilmen durch die Gegend und nutzen dafür auch die bekannten Farbfilter. Diese kannst du in Silver Efex Pro ganz wunderbar digital anwenden. Hätte man uns das vor 30 Jahren gezeigt, wir wären vor Freude hoch in die Luft gesprungen.

 

Selbst bei einem Motvi, von welchem ich dachte, es lebe vor allem durch die pastelligen Farben, kann man mit Hilfe von Silver Efex Pro ein wunderschönes SW Foto herausholen. Oder was meinst du?

Soll ich öfters einmal SW Fotos in unserem Blog zeigen?

Pointe du Corsen, aus Lightroom konvertiert

Pointe du Corsen, aus Lightroom konvertiert

Pointe du Corsen, mit Silver Efex in SW konvertiert

Pointe du Corsen, mit Silver Efex in SW konvertiert

Pointe du Corsen, mit Silver Efex in SW konvertiert, den Filter habe ich aber nur zu 50% angewendet.

Pointe du Corsen, mit Silver Efex in SW konvertiert, den Filter habe ich aber nur zu 50% angewendet.

 

Define nutze ich zum Entrauschen der Nachtaufnahmen oder, wenn sehr hohe ISO nötig waren.

Mit den Analog Efex Pro Filtern bearbeite ich vor allem Portait Aufnahmen und Theaterfotos. Hier aber einmal ein Beispiel der Nutzung des Analog Filters an einem Foto von Mont Saint Michel.

 

NEU – nur in der Bezahl-Version:

DxO PHOTOLAB ESSENTIAL

DxO PhotoLab ist eine Bearbeitungssoftware für RAW-Dateien. DxO ist ja bekannt für seine professionelle Profilierung von Kameras. Diese Profile findest du auch im DxO Photolab wieder. Das Modul ist ein vollwertiger RAW-Konverter und die einzige Software, die U-Point-Technologie für partielle Bearbeitung vollständig in einen RAW-Workflow bietet. DxO verspricht neben den üblichen Korrekturen von Bildfehlern sogar die Verbesserung von unscharfen Bildteilen. DxO Photolab ist auch eine Alternative für die Fotografen, die einem Abo-Modell kritisch gegenüberstehen.

Wir haben dieses Tool nicht wirklich getestet, weil wir seit Jahren mit Lightroom arbeiten und da nicht umsteigen möchten.

42 zusätzliche kreative Presets

42 Presets der Suite „En Vogue“ ergänzen die 156 Effekte und Filter der Nik Collection:  Speziell die neuen HDR Presets dürften für dich in Frage kommen, wenn du an mehr dezenten Effekten interessiert bist.

Bisher kam das HDR Modul bei uns noch gar nicht zum Einsatz, weil mir diese Effekte viel zu stark sind und die Landschaftsfotos sehr verfremden. Aber Geschmäcker sind ja verschieden.

Hohe Flut in Saint Malo, einmal ohne HDR Filter und einmal mit HDR Filter

Unterstützung von HiDPI unter Windows

Die Nik Collection 2 by DxO ist jetzt auch für die Anzeige auf hochauflösenden Bildschirmen unter Windows optimiert. Was absolut wichtig ist, denn die alten Filter sind auf einem hochauflösenden Bildschirm kaum zu entziffern. Zum Glück kenne ich meine Filter fast auswendig.

DxO bietet das Filterpaket NIK Collection 2 wie folgt an:

PREIS: 149 € – Update von Version 2: 79 € –. DxO PhotoLab 2.3 ESSENTIAL Edition inkl. Allerdings startet DxO von Zeit zu Zeit Aktionen, in denen du die Filter merkbar billiger bekommst.

Die 149 Euro sind zwar teurer als die kostenlosen Filter aber immer noch wesentlich günstiger als die ursprünglichen Nik Filter, die damals 400-500 Euro kosteten. Ich zahlte damals allein für das Viveza schon um die 200 Euro.

KOMPATIBILITÄT: Adobe Photoshop, Lightroom Classic, Elements, DxO PhotoLab und Bildbearbeitungssoftware mit Exportfunktion für ein Drittprogramm oder Kompatibilität mit den Photoshop-Plug-ins.

 

Was brauche ich: Bezahl- oder Free-Version?

So umwerfend viele Unterschiede bestehen unserer Meinung nach nicht. Die Verbesserungen liegen eher im Detail.

  • Du willst die NIK-Filter auf einfache Art als Standalone-Version nutzen können.
  • Du legst Wert auf die neuen kreativen Presets. Ist für Einsteiger sehr zu empfehlen, weil man sich schon eine ganze Weile mit den Filtern beschäftigen muss, um selbst gute Bearbeitungen hin zu bekommen. Ich habe mittlerweile meine individuellen Presets für die verschiedenen Bildarten erstellt.
  • Du willst die verbesserte Darstellung auf hochauflösenden Monitoren.
  • Du möchtest Hilfe und Support vom Hersteller erhalten.
  • Mit den NIK-Filtern erhältst du auch die DxO Photolab 2.3 ESSENTIAL Edition. Das ist ein guter RAW-Konverter,  der die U-Point-Technologie für partielle Bildbearbeitung auch bei der RAW-Entwicklung nutzt.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob die neue NIK-Collectionn 2 zusagt, du kannst sie herunterladen und 30 Tage lang im vollen Umfang testen, bevor du dich zum Kauf entscheidest.

Für mich persönlich wäre das wichtigste Kaufargument die RAW-Entwicklung mit der U-Point-Technologie. Außerdem wäre das ist eine Option, den Lightroom-Abozwang zu umgehen.

Disclaimer: DxO Photolab stellte uns die Kaufversion zu Testzwecken zur Verfügung.

 

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

1 Kommentar

  1. Vielen vielen Dank für diesen Artikel (und den Rest bzgl. NIK), genau was ich gesucht habe aber nie so wirklich gefunden. Ich habe mich in den letzten Jahren der Landschaftsfotografie verschrieben, allein aus dem letzten Wanderurlaub in Südtirol bin ich mit 350 Fotos zurückgekommen und hatte nicht mal wirklich vor viel zu knipsen, hat sich einfach so ergeben :) ob ich das Geld für die Pro-Version(en) berappe muss ich noch schauen, aber zumindest weiß ich jetzt dass schon die kostenlosen Filter genau das sind, was meinen Bergfotos das gewisse Etwas verleihen könnte. Danke nochmal!

    LG Hannes

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