Ankunft auf dem Littleisland Lighthouse

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Elena auf dem Weg zur Insel

Elena auf dem Weg zur Insel

Auf dieser Norwegenreise liegt unser Schwerpunkt auf den Leuchttürmen und auf dem Polarlicht. Bisher schafften wir es noch nicht, beide zu kombinieren. Jetzt stehen die Chancen gut!
Wir sind zu Gast bei Elena, die seit dem Jahr 2006 im  Litløy Fyr – den Leuchtturm der kleinen Insel – wohnt.

Allein auf einer Insel leben?

Elena war seit ihrer Kindheit aufgrund der Arbeit ihres Vaters, ein Chef, mit dem touristischen Umfeld vertraut. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Journalistin und für humanistische Organisationen, wofür sie in Krisengebieten unterwegs war. Als sie im Libanon den Meereswellen zuschaute, kam ihr die Idee, sich dort an der Küste niederzulassen. DOCH, als Norwegerin hinterfragte sie diesen Drang. „Daheim in Norwegen haben wir soviel Küste – warum suche ich nicht dort ein Zuhause am Meer“

Inspiration aus einem Buch

Sie hatte ein Buch von Maguerite Yourcenar  gelesen, welches sie ungemein fesselte. Die Hauptperson zieht sich gegen Ende seiner Tage tuberkulosekrank auf eine einsame Insel zurück. Vor allem, damit er niemanden anstecken kann. Als die Zeit zum Sterben kommt, geht er in die Natur und lässt los, stirbt einen friedlichen Tod.
Elena dachte sich, warum nur zum Sterben auf die Insel und zurück zur Natur? Warum nicht bereits jetzt? Ein Gedanke reifte in ihr.
Ein Freund machte sie schließlich auf den Leuchtturm auf der kleinen Insel aufmerksam. Er würde automatisiert und bald zum Verkauf stehen. Sie solle sich das bloss nicht ernsthaft überlegen, riet er ihr noch.
Nach einem ersten Besuch auf der Insel, ein Fischer hatte Elena hingefahren, war es um sie geschehen. Mit großem Einsatz und einer guten Idee gelang es ihr, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen und den Leuchtturm mitsamt Gelände zu kaufen. Elena hörte im Jahr 2002 zum ersten Mal vom Leuchtturm und konnte ihn endlich im Jahr 2006 kaufen!

Der Leuchtturm der kleinen Insel wird zum Ökoleuchtturm

Seither arbeitet Elena, die jetzige Leuchtturm-Betreuerin, daran, den Leuchtturm mit den neuesten und umweltfreundlichen Energien aufzurüsten. Im Sommer produziert die Photovoltaikanlage den Strom für das Wohnhaus. Seit jeher wurde Regenwasser auf der Insel genutzt. Doch diesen Sommer schaffte es Elena, endlich die Trinkwasserleitung, an der sie seit Jahren arbeitet fertig zu legen.

Aber, sollen wir nicht besser von vorne anfangen?

In den letzten Monaten telefonierte ich immer mal wieder mit dem Norwegenfotografen Thomas. Er las erst nur unseren Blog, bekam davon schnell Nordlichtfernweh und sprang kurzerhand ins Auto und auf nach Norden. Wir trafen ihn bereits vor ein paar Tagen kurz auf einen Kaffee.

Jetzt hatten wir uns zusammen auf dem Parkplatz von Vinje verabredet, wo wir auf Elena trafen. Wir parkten unsere Autos und das Mobil, zogen die schwimmfähigen Anzüge drüber und verluden unser Gepäck in das Zodiac, allerhand Fotorucksäcke und Stative und ein paar Klamotten und auch etwas zum Futtern.

Ankunft auf der Insel

Elena erklärte schon auf dem Weg zur Insel sehr viel. Die kleine Insel ist zum Beispiel gar nicht klein. Sie ist nur etwas kleiner als die Nachbarinsel, daher also der Name. Wir konnten das vom Zodiac aus recht gut nachvollziehen.
„Erschreckt nicht, wenn ich jetzt dicht am Fels vorbeifahre?“ meinte Elena plötzlich und gab Gas. Wir legten uns schnittig in die Kurve und rasten tatsächlich auf den Felsen zu und ganz knapp daran vorbei. Hätte sie es nicht gesagt, mir wäre es wohl wirklich mulmig geworden. Diese Fahrweise ist wegen der verstreut vorhandenen Unterwasserfelsen nötig gewesen.
Wir werden von den drei Volontären, die bei der Arbeit auf der Insel helfen, empfangen. Legen im strahlenden Sonnenschein die Anzüge ab und strahlen dann selbst bis hoch zu unseren Ohren. Die Insel, der Leuchtturm, das Wetter, die Menschen – alles ist sowas von genial!

Eines der Gästezimmer

Eines der Gästezimmer

Wer von Euch errät, warum diese kleine Beule im Bett ist, bekommt eine Postkarte aus Norwegen!

Bibilothek und AufenthaltsraumBibilothek und Aufenthaltsraum

Wir erklimmen die 209 Stufen zum Wohnhaus – Elena bittet uns, etwa in der Mitte inne zu halten um die Aussicht zu genießen! Ja, das hätten wir fast vergessen!
Zum Leuchtturm geht es noch weiter in die Höhe, und schauen die Zimmer an. Aus Leuchtturmwärterzeiten hat das Wohnhaus zwei Bereiche. Für die beiden Familien der Wärter gibt es jeweils einen Eingang. Auf der einen Seite findet sich jetzt Elenas Bereich und dort wohnen die Voluntäre, auf der anderen Seite ist der Einganz für die Gäste.
Was soll ich sagen? Nach wochenlanger Wohnmobiltour sieht ein Haus generell gut aus, doch das hier toppt einfach alles bisher gesehene! Die Zimmer sind bewußt sehr schicht gehalten, die Aussicht aus dem Fenster ist sowie der Magnet im Zimmer. Immer wieder stehe ich staunend da und genieße diese Aussicht!

Leben im Einklang mit der Natur

Elena meint, dass Thomas gleich mit zum Fischen kann. So viele Leute, die Hunger haben und der Supermarkt ist direkt vor der Tür! Man muss nur ganz kurz rausfahren mit dem Boot, die Angel reinhalten und dann unter Geruckel wieder hochziehen.

Thomas mit einem 9 kg Seelacks

Thomas mit einem 9 kg Seelachs

Nikolai und eine Makrele
Nikolai und eine Makrele

Gunter und ich zogen mit Kameras und Stativen über die Insel. Wir blicken auf die Berge der Lofoten, kleine Inselchen tummeln sich vor dem Bootsanleger, das Wasser ist still, der Blick weit, die Luft ach so frisch und sauber!
Sind wir gerade in einem Traum gelandet? Es könnte gut sein, weckt mich bitte nicht!

Nachtarbeit

Nach dem exzellenten Essen gemeinsam am großen Tisch mit ebenso gigantischer Aussicht funkelten die Sterne freundlich über unseren Köpfen. Klar, wir waren draußen.
Zwei Kameras bekamen etwas Arbeit für die Nacht. Ich legte mich hoch oben auf den Felsen einfach dazu. Ein winzig kleiner Nordlichtschimmer stand am Horizont, ich hatte also wenig Arbeit, genoss auf dem Rücken liegend in absoluter Stille das Himmelszelt. Dafür hatte ich mir bisher nie wirklich die Zeit genommen.
Bis sehr spät sicherte ich noch die Fotos und konvertierte aus Lightroom. Was für ein Tag, was für eine Nacht!
Elena hat es richtig gemacht. Sie lebt ihren Traum!

Das Wohnhaus auf der kleinen Insel

Das Wohnhaus auf der kleinen Insel

Der kleine Leuchtturm auf der kleinen Insel

Der kleine Leuchtturm auf der kleinen Insel

Fenster des Leuchtturms

Fenster des Leuchtturms

Sternklare Nacht auf der kleinen Insel

Sternklare Nacht auf der kleinen Insel


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Dieser Artikel nimmt teil an der Blogparade „Reisende am Ende der Welt„. Schaut mal nach, wo andere Reisende sich am Ende der Welt fühlten 🙂

Elenas Webpage: Kleine Leuchtturminsel – Für ein paar Tage könnt ihr Euch den Traum vom Leben auf der Insel auch verwirklichen!

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

21 Kommentare

  1. Wow, da möchte ich auch mal wohnen! Super Aussicht, zufriedene Menschen, herrlich! Wohnt ihr ein paar Tage dort?
    Die Delle im Bett ist bestimmt vom guten Haustroll:)

    LG Ursula

  2. Ach wie schön! Genießt die Ruhe und erholt euch ein bißchen, auch von Sturz, Gabi!

    (das ist übrigens ein klein wenig gemein: ich hätte auch arge Lust auf Lachs! Meinetwegen auch Makrele…)

    Bei der Delle tippe ich eher auf eine Katze, vielleicht eine von Elenas Norwegischen Waldkatzen – die haben ja auch was von einem Haustroll 😉

    Ich beneide auch schon ein bißchen 🙂 Viel Spaß also noch.

    • Hi Gabi – das war ja fast klar, dass Du ALLES genau lesen wirst!
      Dummerweise kann ich mein Versprechen nicht wahr machen – wir verliesen Norwegen sehr eilig! ABER: Du bekommst eine Postkarte mit dem Leuchtturm Litløy!
      Liebe Grüße

      Gabi

  3. Liebe Reicherts,
    die Delle im Bett sieht verdächtig nach großer Katze aus – aber im Gästezimmer?
    Vielleicht hat sich Amy schon einmal probeweise dort eingekuschelt weil es so gemütlich aussieht……

  4. :o) sieht stark nach Sirius oder Sarah aus. Obwohl sie im Gästebereich eigentlich nichts zu suchen haben.
    Es ist ein ganz toller Ort. Durfte dort 2012 den halben November, den ganzen Dezember und Neujahr erleben.
    Grüße
    Sigrid

  5. Welch faszienierendes Leben Elena doch führt ! Finde ich total klasse, daß sie ihren Traum verwirklicht hat !
    Ihr seid zu beneiden…….von traumhafter Natur umgeben, noch traumhafteres Wetter dazu und dann so viele nette Menschen kennenlernen !
    Genießt Eure Zeit am/im Leuchtturm !

    ach ja, die Delle im Bett…….also einer der Gäste hat zuviel Abendbrot gegessen 🙂

  6. Einer von euch hat sich schon reinfallen lassen ins Bett – und erst dann ist euch eingefallen, dass ihr eigentlich ein Foto machen wollet 😉
    Tolle Bilder! Ich drück die Daumen, dass das mit Leuchtturm+Nordlicht zur Zufriedenheit klappen wird, ach was… dass es besser wird als ihr das erwartet! Nicht kleckern, klotzen! 😉

  7. Hei Gabi & der Rest des Reichert-Clans,
    ich hab rege Freude daran eure Bilder und Berichte zu durchforsten, bin nun durch eure Reise nach Litløy fyr darauf gestoßen. Im Februar 2012 war ich für einen Monat einer von 6 anderen Freiwilligen, die Elena auf ihrer Insel rund um den Leuchtturm geholfen haben.
    Zusammen mit einem Australier bin ich dort hoch, mit dem gleichen Ziel: Jagt auf Polarlichter machen. Sagenhaft ist es dort oben, von den tanzenden Lichtern mal ganz zu schweigen!

    Auf meiner blog Seite gibt es auch einen Bericht zu meiner Litløy Zeit. Mit einigen Bildern rund um das Leben und Arbeit auf der Insel. Damals noch mit Schnee und wenig Sonnenstunden.

    Grüß mir doch Elena ganz herzlich, und liebe Grüße auch von „Bevo“ – sie wird wissen wer gemeint ist 😉

    Euch noch eine wunderbare Reise und viele Sonnentage.
    Wie viele Tage im Nordreich habt ihr denn noch?
    Machts jut,
    Sergej aus Berlin

  8. Hallo, ich freue mich sehr über die schönen Fotos. Ich habe im schwedischen Fernsehen eine Sendung gesehen über die Insel und Elena – und habe mich gleich „verliebt“ in diesen schönen Ort. Ich hoffe, ihn auch mal besuchen zu können. Euch wünsche ich weiterhin schöne Naturerlebnisse/Stimmungen/Begegnungen. Herzlichst Sibylle

  9. Ich habe als Kind schon mal in einem Schlauchboot geschlafen – als da eine Decke drüber lag, sah es ähnlich aus.
    Beneiden tue ich die Frau aber nicht unbedingt. Sie lebt anscheinend ohne Partner und alle Dinge des täglichen Lebens müssen mühsam herangeschafft werden. Klar ist die Lage toll, aber schöne Aussichten gibt es auch an bequemeren Stellen.

    Weiterhin gute Reise !
    Lutz

  10. und ich tippe auf irgend etwas, was darin warm gehalten wird, in der Mulde. Hab bloß keine Ahnung, was ? vielleicht die Katze, die dort ihren Stammplatz hat …
    LG Chris

  11. … wieder eine mega schöne Region zum Auskundschaften… Ja Elena lebt ihren Traum… aber ihr doch auch…??!!

    Übrigens kann ich Worte von Lutz nur unterstreichen: So schön alles auch aussieht und tönt, auf einen Lebenspartner/in zu verzichten würde auch mir schwer fallen! Immerhin möchte man das schöne auch teilen…. oder nicht? Klar sind sicher immer Menschen da, Volontäre und Freiwillige… auf der anderen Seite ist ein Mensch, der einen richtig festen Platz im Herzen hat auch was wunderbares und sehr wichtiges……..

    Auch von mir weiterhin eine tolle Reise und viele spannende Erlebnisse
    Sandra

  12. ein Ort zum träumen, dass hat sicherlich auch die Katze auf dem Bett und ist später unter die Decke gekrochen.

    Noch viele schöne Tage und gute Bilder

    Gerd

  13. Hallo Gabi,
    wir sind zurück vom Darss…1 Woche ohne Internet trotz Zusage…und ich komme erst jetzt dazu,eure Berichte zu lesen.
    Da wir Maine Coons hatten, kenn ich die Dellen,die sie hinterlassen können und tippe nach Lesen der Leuchtturm-HP auf die Norwegischen Waldkatzen.
    LG Maria

  14. Hallo Ihr Kommentatoren,

    entschuldigt, dass ich mich jetzt erst so spät auf diese Anmerkungen von Euch melde!
    Irgendwie belastete mich die Wohnmobilsituation doch sehr.
    ABER: die versprochenen Postkarten habe ich nicht vergessen. Nur, aus Norwegen können wir sie nun nicht mehr schicken!
    Wir haben uns entschieden, die ersten beiden von Euch, die richtig lagen mit je einer Postkarte vom Litløy Leuchtturm zu beglücken. Das sind dann Gabi & Sigrid!

    Ja, klar, das war Siruis, der sich ins Bett geschlichen hatte. Wahrscheinlich nachdem wir die Türen offen gelassen hatten! In diesen tollen Kater verliebte ich mich! Ständig war er mit uns unterwegs, er schnurrte, was das Zeug hielt, kuschelte immer und immer wieder. Ein Genuss! Einmal lag er sogar nachts im Freien auf meinem Bauch während ich das Nordlicht und die Sterne fotografierte!

    liebe Grüße

    Gabi

  15. Liebe Gabi,

    Vielen herzlichen Dank für diesen inspirierenden Beitrag (bei „Elena macht es richtig. Sie lebt ihren Traum.“ musste ich fortwährend schmunzeln ;))) und auch, dass Du bei der Blogparade „Reisende am Rand der Welt“ mitgemacht hast!

    Das ist Dir hier wirklich gelungen.

    Vielen Dank und schöne Reisen,

    Elena!

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