Stative, Teil 2 – die Suche nach dem perfekten Reisestativ

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Auf unseren Fototouren schleppen wir immer unsere Dreibeine über Stock und Stein mit. Da bleibt es nicht aus, dass die Teile einiges an Stössen und Kratzern abbekommen. Da geht schon mal buchstäblich der Lack ab. Das ist aber nicht gleich ein Grund, nach einem neuen Stativ Ausschau zu halten, denn funktioniern tun sie immer noch einwandfrei.  Ein anderer Faktor spielt mit der Zeit eine immer „gewichtigere“ Rolle: das Gewicht.

Unsere Manfrotto-Stative im Schnee auf den Klippen von Eshaness - Shetland Inseln

Unsere Manfrotto-Stative im Schnee auf den Klippen von Eshaness – Shetland Inseln

Gerade Gabi wird es auf Dauer immer lästiger, die doch relativ schweren Teile über längere Strecken mitzuschleppen.
Ihr Manfrotto 190 wiegt zwar nur 1,8 kg (ohne Kopf), hat ein kompaktes Packmaß, könnte aber für bestimmte Situationen gerne etwas höher sein.
Mein Manfrotto 055 bietet das Mehr an Höhe, dafür trage ich aber schon 2,4 kg mit mir herum, ohne den Kugelkopf wohlgemerkt. Vom Benbo-Stativ mit seinen 3,4 kg ganz zu schweigen.
Jetzt rechnet noch den Stativkopf mit dem Schnellspannsystem dazu, was je nach Kopf einen Gewichtszuwachs von 400 bis 1000 Gramm bedeutet, da kann man sich irgendwann das Fitnessstudio schenken.

Gabis Lieblings-Kugelkopf, der FLM CB-38E

Gabis Lieblings-Kugelkopf, der FLM CB-38E auf dem Manfrotto 190

Wir haben auch schon probiert, unsere Teenager als Lastesel für die Dreibeine zu missbrauchen, das hat aber nur bedingt funktioniert. Nicht dass sie unwillig wären, sie sind gut erzogen und bieten gern ihre Hilfe an. Leider waren sie und die Stativ meistens nicht da, wo wir uns aufhielten und sie gebraucht hätten.

Deshalb habe ich mir jetzt schon mal Gedanken gemacht, wie für uns das ideale Reisestativ aussehen sollte. Wer hier Benro-Stative vermisst, die hatte ich vor einigen Jahren in Schottland entdeckt, und das Bilora hier im Test ist eine exakte Kopie eines dieser Benros. Bei der Recherche gewinnt man auch einen Überblick über die aktuelle Marktsituation, und kann zudem besser auf Anfragen zur Kaufberatung reagieren.  Herausgekommen ist dieser Beitrag.

Was soll das Wunschstativ für Eigenschaften haben?

  • STABIL muss ein Stativ sein, das ist das oberste Gebot. Damit fallen schon mal eine ganze Reihe oft als „Profistativ“ beworbene Leichtstative weg.
  • Es soll etwa so leicht sein, wie Gabis Manfrotto 190, oder noch leichter.
  • Es soll eine maximale Arbeitshöhe ungefähr wie mein Manfrotto 055 haben.
  • Abspreizbare Beine für das Arbeiten dicht über dem Boden sind ein Muss, besonders für Detail- und Makroaufnahmen.
  • Gut bedienbar soll es sein, ohne zuviel Geschraube und Gezerre.
  • Die Fertigungsqualität: Es soll präzise verarbeitet sein, alle Verstellkräfte müssen stimmen. Nicht zu fest, nicht zu locker, auf jedem Fall gleichmäßig und nachjustierbar.
  • Es soll nicht zu teuer sein, 300 Euro sind unsere persönliche Hemmschwelle.

 

  • Und immer wieder mal nehmen die Stativbeine ein Bad im Meer

    Und immer wieder mal nehmen die Stativbeine ein Bad im Meer

Wo habe ich meine Informationen her?

  • Aus Testberichten, wie z.B. von ColorFoto, DPreview.
  • Aus Amazon.de-Bewertungen. Dabei sind die negativen, bzw. kritischen oft die aufschlussreichsten.
  • Aus Diskussionen in Fotoforen, wie dem dslr-Forum oder der Fotocommunity.
  • Aus eigenen Erfahrungen mit unseren Stativen und denen von Bekannten.
  • Aus dem Stativangebot von großen Fotofachgeschäften. Wenn wir zu unserem Fachhändler hingehen, probieren wir auch gerne die im Laden vorrätigen Stative durch und schauen sie uns genau an.

Welche Kandidaten sind aktuell (Februar 2014) bei uns in die engere Wahl gekommen?

ACHTUNG! Ich habe die Links im Januar 2016 aktualisiert und gegebenenfalls ein adäquates Nachfolgemodell herausgesucht. Deshalb können die nachfolgend genannten Daten im Einzelfall leicht abweichen.

Mantona Titanium Carbon        170 cm    1,42 kg    ca. 200 Euro

Bilora Perfect Pro II Carbon    180cm    2,15 kg    ca.180 Euro

Cullmann MAGNESIT 532C Carbon    182cm    2,20 kg    ca.270 Euro

Manfrotto MT 190CXPRO3 Carbon    146cm    1,34 kg    ca.250 Euro

Manfrotto MT 055CXPRO3 Carbon   170cm    1,62 kg    ca.320 Euro

Hier die fünf Testkandidaten in der obigen Reihenfolge von links nach rechts

Hier die fünf Testkandidaten in der obigen Reihenfolge von links nach rechts

 

Wie ihr feststellen könnt, alle Stative der Auswahl sind aus Carbon. Das bringt die entscheidende Gewichtsersparnis. Des weiteren ist das Material Carbonfaser etwas schwingungsärmer als Aluminiumrohr, leider aber auch viel teurer.

Hier meine Kurzurteile zu den Modellen der engeren Wahl:

Das Mantona hat einen verführerischen Preis und wird oft in Kommentaren angepriesen. Allerdings habe ich auch einige Beschwerden gefunden, die mangelnde Präzision und nich immer gute Verarbeitung vermuten lassen. So sind die  Spreizwinkel der Beine nicht immer gleichmäßig groß, und das Stativ steht schief.
Urteil: gut, aber unter Umständen nicht gut genug verarbeitet. Aber ein vorhandener Mangel kann gegebenenfalls reklamiert werden.

Das Bilora steht sehr fest und ist verwindungssteif, und hat auch gute Kritiken. Einiger Forenschreiber Meinung nach sind die Klemmmechaninsmen anfällig für Defekte, wenn man nicht aufpasst. Das deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Der Preis ist dafür sehr attraktiv.
Urteil: gut, leider etwas empfindlich, nichts für rauhen Einsatz und ein bißchen zu schwer.

Das Cullmann ist der größte Teilnehmer in der Runde. Dieses Stativ hat sehr gute Testergebnisse eingefahren und wirkt richtig massiv. Das wirkt sich dummerweise auch auf das Gewicht aus.
Urteil: sehr gut, aber für Gabi zu schwer. Ich selbst würde es ohne Bedenken nehmen. Zur Info: es gibt jetzt auch zwei kürzere, und damit leichtere Varianten des 532C, das 525C und das 528C.

Das Manfrotto 190 wäre meine erste Wahl, wenn Gewicht und kleines Packmaß mehr als die erreichbare Höhe zählen soll. Die Tragfähigkeit ist in Ordnung, bei lichtstarken Teleobjektiven dürfte es aber an seine Belastungsgrenze kommen. Es lässt sich gut bedienen, wirkt robust und ist bei weitem das leichteste Modell in der Runde.
Urteil: sehr gut als Reisestativ, die relativ geringe Maximalhöhe ist dem Gewicht geschuldet.

Das Manfrotto 055 ist unser Favorit, auch wenn es das teuerste in der Runde ist. Es trägt mehr als meine 055 Aluversion, ist dabei leichter als Gabis 190er Alustativ.
Urteil: sehr gut, perfekt für unseren Zweck. Leicht, gut verarbeitet und tragfähig im doppelten Sinn. Vom Preis allerdings an unserer Obergrenze angesiedelt.

Übrigens: die beiden Manfrottos gibt es fast preisgleich auch mit vier anstatt drei Beinsegmenten, was ein kleineres Packmaß bedeutet. Das ist vielleicht interessant für Vielflieger, die auf Gepäckmaße achten müssen, ich bevorzuge die Version mit drei Beinsegmenten.

Und das mit der Pflege – Carbon verträgt Stöße weniger gut als Alu. Ein Fall gegen eine scharfe Steinkante kann die Carbonfasern zerbrechen und das Stativ unbenutzbar machen. Ich habe auch schon gelesen, dass starke Kälte die Bruchgefahr vergrößern könnte.

Inzwischen sind einige der vorgestellten Stative nicht mehr lieferbar, der rasante Modellwechsel hat auch die eher behäbigen Stative erwischt. Viele haben Nachfolger, einige Modelle sind leider raus aus dem Rennen. Ich habe die Links der Testkandidaten aktualisiert (Januar 2016), und habe bei Nichtverfügbarkeit das Nachfolgemodell oder ein gleichwertiges verlinkt. Ich hoffe trotzdem, dass unser Artikel immer noch als Entscheidungshilfe dienen kann.

Hat jemand von euch Erfahrung, wie steht es mit der Korrosionsbeständigkeit bei Meerwasser steht? Normalerweise sind nur die Metallteile betroffen. Wie steht es mit den Verbindungen den Rohren? Wir würden uns auf eure Kommentare freuen.

 

Hier fotografiere ich am Rand der Klippen von Eshaness, Shetland Inseln

Hier fotografiere ich im Abendlicht am Rand der Klippen von Eshaness, Shetland Inseln. Auch Gabi hat ihr Stativ benutzt. Belichtungszeit: 1/2 sec.

Zu guter Letzt: Unsere Stativköpfe

Mit Stativköpfen sind wir gut ausgestattet. Jeder hat zwar seinen Favoriten, wir tauschen aber immer wieder mal untereinander aus. Für die Kamerabefestigung nehmen wir aktuell das Schnellspannsystem Novoflex Miniconnect. Der kameraseitige Adapter ist winzig, hält aber erstaunlich gut. Vorher hatten wir die weitaus größeren Manfrotto 410 PL Schnellwechselplatten.

Gabis absoluter Favorit ist der FLM CB-38E. Klein, leicht, einfach zu reinigen und bombenfest. Dafür verzichten wir auf Panorama- und Friktionseinstellung. Leider ist der FLM-Kopf momentan schwer zu bekommen, wir hatten selbst lange darauf warten müssen.

Eine gute und preiswerte Ausweichmöglichkeit für uns wäre der Novoflex BALL 40 – Stativkopf gewesen, der etwas schwerer als der FLM CB-38E ist.

Ich nehme oft den massigen, über 900 g schweren Uni-Loc 60BH Kugelkopf,  der hält auch große Ausrüstung sicher. Wenn ich wenig Lust aufs Gewichtschleppen habe, kommt unser alter Linhof Profi Kugelkopf II, oder der Cullmann Magnesit 41080 (1. Generation) zum Einsatz.

Den einfachen Kugelkopf von Benbo, bei dem die Friktion mit einem Schraubenzieher an einer Madenschraube eingestellt wird, haben wir auf dem Einbeinstativ. Da ist es nicht so störend, dass sich bei Temperaturwechsel die Friktionskräfte ändern.

Unser Linhof Profi II Kugelkopf, der leider kaum noch zu kriegen ist.

Unser Linhof Profi II Kugelkopf, der leider kaum noch zu kriegen ist. die MiniConnect-Platte habe ich direkt auf den Kugelkopfhals montiert.

Unser Manfrotto 141RC ist ein klassischer 3-Wege-Neiger, der viel tragen kann. Er wiegt fast ein Kilogramm uns ist wegen der Einstellgriffe ziemlich ausladend. Das ist daheim im Studio kein Hindernis, da schätze ich die separate Verstellbarkeit für jede Achse, aber auf Reisen nimmt er einfach zu viel Platz ein.

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

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15 Kommentare

  1. Hallo !
    Mein Manfrotto 144B/1910 mit dem mittleren MagicBall und MiniConnect von Novoflex ist auch nach jahrelangem Gebrauch noch recht gut in Schuss. Ich habe es für mich optimiert, in dem ich die Anschläge für die Beine abgesägt habe und nun jeden beliebigen Winkel einstellen kann. Da wo Gunter das Griffband für Tennisschläger verwendet, habe ich Armaflex Rohrisolierung mit doppelseitigen Klebeband angebracht.
    Falls ich aber demnächst ein neues Stativ brauchen würde, so würde dieses Berlebach in die engere Auswahl kommen (http://www.berlebach.de/?bereich=details&id=295).
    Auf Grund der eingebauten Kugel kann man die Kamera auch ohne Kugelkopf um ca.30° schwenken.

    LG
    Lutz

  2. hallo Gabi, hallo Gunter
    vielen dank für euren aufschlussreichen bericht zum stativkauf.
    hatte letztlich auch das „unendliche“ problem des stativkaufs vor mir. suchte ein carbonstativ für meine landschaftsfotografie. gesehen dass ich ein mann aus den bergen bin und meine touren oft lang, steil und beschwerlich sind, sollte es natürlich alle positiven eigenschaften eines „landschaftsstativs“ haben und nebenbei nicht zu sehr meinen geldbeutel strapazieren. dabei bin ich auf die firma feisol aufmerksam geworden. die produkte und auch kundenbewertungen haben mir imponiert und so war ich am abwägen ob ich mir das große CT 3472 oder das kleinere CT 3442 tournament zulegen sollte. schlussendlich habe ich mich dann für das kleinere ohne mittelsäule entschieden und muss euch sagen; ein traum !!! genauso hatte ich es mir vorgestellt:
    grössenmässig liegt es zwischen dem 190er und 055er manfrotto, packmass von 48cm, ausgefahren 142cm (mit kopf 154cm) steht fest und präzise, auch für schnee und salzwasser geeignet und dies alles bei einem gewicht von 1,14kg ohne kopf.
    das handling sehr einfach, schnell und intuitiv. Preis: 319 euro und jeden cent wert.
    möchte auch noch erwähnen dass ich kein angestellter der fa. feisol bin und auch nichts von der fa. feisol dafür bekommen habe, werbung für ihre produkte zu machen, sondern lediglich ein begeisterter landschaftsfotograf der endlich DAS produkt gefunden hat, wonach er schon lange sucht und glücklich über seine investition ist.
    mit fotofreundschaftlichem gruß Dietmar

  3. Für mich sind Schneeschuhe für’s Stativ unverzichtbar. Sie bieten besseren Halt auf Schnee, im Sand oder Schlamm, weil die Füße dann nicht mehr einsinken.
    Erhältlich sind die Schneeschuhe im manfrotto-shop.
    Beste Grüße Thomas

  4. Hallo Gabi,hallo Gunter,
    als wir vor ein paar Jahren ein leichteres Stativ für die Flugreise nach Schweden brauchten, bin ich beim FEISOL CT-3441 gelandet und finde es auch immer noch prima für Makro-und Landschaftsaufnahmen.Meistens haben wir den Manfrotto 3-Wege-Neiger drauf.
    Für unsere schweren Objektive( 600er) müssen wir allerdings andere Stative verwenden,z.B. von Gitzo und Berlebach.
    LG Maria

  5. VIelen Dank für Eure Kommentare,
    @Lutz: Das ist ja das Schöne, sich sein Stativ so herzurichten, das es zu einem passt. Übrigens habe ich auch mit dem Gedanken an Berlebach gespielt, sie waren mir dann aber doch etwas zu schwer zum dauernd rumtragen.
    @Dietmar: Das Feisol ist mir auch sehr positiv aufgefallen. Mich hat das CT3472 stark interessiert, nur hat es leider unseren gesteckten Preisrahmen gesprengt und ist nich einfach zu bekommen. Wenn uns irgendwann mal jemand einen Sack Geld vorbeibringt, ist es auch wieder unter meinen Top-Favoriten. Und ich glaube dir gern, dass du nicht bei Feisol angestellt bist.
    @Thomas: Ich bin immer etwas hin- und hergezerrt, ob ich mir solche Teller zulegen soll. Ich kenne ja deine, hätte aber immer Angst, dass ich die Teile verlieren könnte.

    Gruß an alle
    Gunter

  6. Hallo!

    Am Sonntag habe ich noch auf Eurer Seite gesucht, ob Ihr nicht Stative getestet habt, da ich ein Ministativ suchte. Heute gab es dann interessantes zu lesen, auch wenn es keine Minis betrifft.

    Was ich persönlich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist dass ein Cullmann in Eurer engere Wahl gekommen ist. Meine Erfahrungen mit dem 525M sind eher bescheiden. Die Aluschraube am mitgelieferten 3-Wege-Kopf war nach einem Tag im Gelände so ausgebuttert, dass sie getauscht werden musste. Bei den Klammern am Bein müssen die Schrauben alle Nase lang nachjustiert werden. Einen passenden Imbusschlüssel (der inzwischen zu meinem Standardgepäck gehört) gab es weder dabei noch im Handel. Dieser ist von einem Kollegen extra geschliffen worden.

    Ehrlich gesagt, wäre ich froh, wenn mein Stativ so aussehen würde wie Eure, und vor allem wenn es so alt wäre. Es hat nämlich schlappe zwei Jahre auf dem Buckel.
    An ein neues habe ich mich noch nicht heran getraut, ich lese da lieber noch ein paar Berichte und Bewertungen.

    Ach ja, als Mini habe ich mir jetzt von Novoflex den Basicball gekauft. Am Sonntag geht es damit in den Urlaub. Wenn es Euch interessiert, werde ich gern über meine Erfahrungen damit berichten. Das Mini ist übrigens nur als Zweitstativ für bodennahe Aufnahmen gedacht, da das Magnesit auch in der Beziehung nicht meinen Anforderungen entspricht.

    LG Susanne

  7. Hallo Gunter,

    schöner Vergileich! Bzgl. der Korrosion bei Carbon kann ich Euch beruhigen: das Carbon selbst korrodiert nicht. Ich stelle zwar mein Velbon Sherpa Pro CF 630 nicht so häufig ins Salzwasser wie Ihr, aber auch meine Carbon-Angelruten halten seit Jahrzehnten dem Salzwasser stand, kritisch sind lediglich Metallbauteile, die nicht aus Alu oder Edelstahl sind… Schlagempfindlichkeit wird Carbon auch immer nachgesagt, bei dünnen Angelruten hatte ich da auch schon Schäden, aber das Velbon ist extrem robust, auch im norwegischen Winter (hab‘ aber auch noch keinen Troll damit verprügelt…;-))!
    Meine Notlösung für lange Touren ist übrigens doch ein Gorillapod, die gibt es auch DSLR-tauglich! Mit einem kleinen Kugelkopf (Giotto MH-1002) ist das ganze zwar nicht wirklich stabil, aber mit Timer oder Fernauslösung durchaus in der Lage, eine 6D mit Universalzoom oder Makro in Position zu halten – für geschätzt 500g inkl. Kugelkopf und Novoflex Q=Mount (weil ich alles auf Arca Swiss Schwalbenschwanzklemmung abgestellt habe).

    Gruß, Andreas

  8. Hab seit Jahren 3 heiß geliebte Berlebeachs, so wie Maria. Das verstellbare Mini das passt quer sogar in einen Wanderrucksack, ist superleicht aber so was von stabil. Makro geht ideal. Da passt auch mal mein Markinskopf drauf, der hält (nach Test) ebenfalls bombig, das kann ich bestätigen. Klar das hat keine unendliche Höhe. Dafür hab ich dann eines mit 1 Auszug die sind stabiler als die mit 2 Auszügen. Nachteil Packmaß, trotzdem hab ich letzten März meine Beine „zerlegt“ das passte dann diagonal geradeso in den Hartschalenkoffer. Dann verwende ich dazu die geteilte Mittelsäule 10/50 cm mit Haken (Zubehör), da kann dann auch mal eine Tasche zum beschweren dran. Das Holzstativ ist sehr schwingungsarm, da geht die Mittelsäule auch mal die ganze 50cm raus. Über die Kugel in der Mitte mache ich das meiste. Selten das ich dann noch den Markins drauf schraube. Ok 3 Kilo, aber Holz, das lange ich auch im Winter an: Das hat mich auf den meisten meiner 13 Lofotenwinterreisen begleitet. Hatte davor ein Gitzo entweder war es zu fest, so das ich fast nicht mehr aufbekam oder es war zu locker. Never, teurer Schrott! Ich stehe auf Berlebach, das ist ratzfatz verstellt und es flog auch des öfteren mal in Kofferraum, das ist alles Null Problem! Über 20 Jahre begleitet es mich, Danke Berlebach! Nur noch leichter darf, die nächste Generation sein, 1,8 – 2Kilo mehr nicht. Die Anzahl ist zu unübersichtlich bei Berlebach, aber es lohnt sich durch zu klicken. Zum wandern würde ich mir vielleicht auch ein Feisol Carbon zulegen oder ich nehm das Mini mit, reicht!

  9. Interessanter Artikel!

    Solltet ihr ein kleines Reisestativ benötigen, welches sich für autarke Mehrtageswanderungen eignet, klickt euch in meinen Bericht rein:

    http://www.thomasguthmann.de/blog/erfahrungsbericht-test-review-reise-stativ-sirui-t-025x-carbon/

    Klar, mit den oben aufgeführten standfesten Boliden kann es nicht mithalten aber dafür möchte man diese auch nicht auf einer langen Wanderung mitschleppen.

    Viele Grüße und weiter so mit euren Felderfahrungen

    THOMAS

  10. Immer der Reihe nach:
    @Susanne: Danke für Deinen Input über das Cullmann Stativ. Eigene Berichte sind immer viel wert. Dass da kein normaler Inbus passt, ist interessant. Und bei unserem Magnesit-Kopf habe ich auch gemerkt, dass man ihn auf keinem Fall zu stark festziehen darf, dann ist er hin. Wenn man darauf Acht gibt, hält er sehr gut. Und natürlich würde ich mich über Deine Erfahrung mit dem Novoflex freuen.

    @Andreas: Auf die Carbon-Angelruten bin ich gar nicht gekommen, wie dumm. Dein Velbon ist vergleichbar mit dem Manfrotto 055, denke ich. Aber mit dem Gorillapod käme ich einfach nicht hoch genug, gerade an der Küste, wo in der Regel Bäume oder ähnliches fehlt, um es dranzuklemmen.

    @ Dieter: Danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Klar, Berlebach ist cool, etwas exotisch, standfest und schwingungsarm. Und mit einigen interessanten technischen Details. Leider hat mit das relativ hohe Gewicht und große Packmaß immer davon abgehalten, es für Reisen in die engere Auswahl zu ziehen.

    @ Thomas: Danke, dass Du Deinen Erfahrungsbericht mit uns teilst. Die Gewichtsklasse des Sirui-Stativs ist zwar nicht genau das, was wir suchen, aber für viele unserer Leser, die nach einem leichten, kleinen Begleiter Ausschau halten, ist das bestimmt ein wichtiger Tipp.

    Viele Grüße und weiter so,
    Gunter

  11. Hallo Gabi und Gunter,
    vielen Dank für den interessanten Artikel für ein Stativkauf. Auch uns hat der Neukauf beschäftigt, aber schon vor Weihnachtnachten. Naja, werde mir wohl doch noch wieder ein Manfrotto 055 holen, dass fand ich doch besser.
    lG Änne

  12. Pingback: Anleitung und Kameraausrüstung für Nordlicht Fotografie ♥ 5 Reicherts ♥ Fotografie und Reisen

  13. Hallo Ihr zwei,

    da Ihr offensichtlich mit dem amtlichen Packmaß und den gemäßigten Transporteigenschaften eines ausgewachsenen Manfrotto`s nicht überfordert seit, würde ich Euch das alte 055CXPro3 empfehlen.

    Für die Größe und Stabilität ist es mit ca. 1,7 Kg (mit Kopf ca. 2,3 Kg) fast konkurrenzlos leicht.. Aber leider nicht mehr erhältlich… 🙁 Der Nachfolger (055 New Series) wiegt mit ca. 2 Kg (laut Datenblatt) leider deutlich mehr. Warum auch immer?

    Benutze es selber seit einigen Jahren mit dem kleineren Kugelkopf MH054M0-Q2 und bin immer wieder von der Stabilität begeistert. Auch die Schnellkupplung mit der Entriegelung finde ich genial.

    Persönlich empfinde ich zwar das Transportmaß von ca. 77 cm mit Kugelkopf doch recht unhandlich, habe aber unter Berücksichtigung der sehr guten Stabilität noch nichts besseres gefunden.

    Gruß Micha

  14. Ich habe mir für mein Manfrotto 190XPROB Gabis Lieblingskombi 🙂 den Centerball mit der MiniConect Schnellwechselplatte angeschafft. Ich wundere mich jedoch über die Tatsache, dass die Kamera nach der Montage noch etwas Spiel hat, sich mit leichter Gewalt noch ein wenig drehen lässt. Ist das richtig? Oder führt das nicht zu Verwackeleungsunschärfe?
    Danke für die Antwort schon mal im Voraus!
    LG Michaela

    • Hallo Michaela,
      die Kamera sollte bombenfest sitzen. Es kann sein, dass das Gewinde des Centerballs ein winziges Stück zu lang ist und in die Schnellspannplatte hineinragt. Das ist oft nur ein Bruchteil von einem Millimeter sein, aber der blockiert die vollständige Absenkung des Kameraadapters in die Schnellspannplatte. Und damit fehlt der nötige Anpressdruck.
      Schraube die Schnellspannplatte nochmal ab, drehe den Gewindestift eine Umdrehung in die Kugelkopfaufnahme und setze die Platte wieder drauf. Dann sollte das Problem beseitigt sein.

      mfg Gunter

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