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Vom Geiranger zur Insel Vågsøy

Ich lief früh morgens, die Landschaft lag noch im Schatten, zum Aussichtspunkt. Außer einer kleinen Fähre war auf dem Wasser des Fjordes nichts zu sehen; fette Wolken hingen über den Bergen. Also erstmal Frühstück. Minuten später war plötzlich ein gigantisches, strahlend weisses Kreuzfahrtschiff im Fjord aufgetaucht. Was für ein Anblick! Es glich eher einem Spielzeugland. Wir fotografierten konzentriert.

Busladungen von Touristen kamen, knipsten und gingen wieder.  Die Sonne verzierte die Landschaft und das Schiff immer wieder mit wechselnden Lichtflecken. Ich hatte diese typische Geirangeraussicht im Hinterkopf. Mit einem überhängendem Felsen am Bildrand. Hmm, der könnte ganz in der Nähe sein. Ich fand ihn und schoss diese tausendfach gesehenen Aufnahmen auch mal mit unseren Jungs. Die eher ängstliche Amy schlich bei der Aussicht auf diese Fotos schnell ins Mobil zurück.

Die 5 Reicherts am Geiranger

Die 5 Reicherts am Geiranger

Aussichtspunkt am Geiranger

Den überhängenden Felsen nimmt man gar nicht als solchen wahr, wenn man draufsteht. Das ist schon ein bisschen Schummelei, weil es viel gefährlicher aussieht, als es ist
Jetzt stand die Frage an: weiter hinunter zum Fjord und dann die noch steilere Adlerstrasse wieder hoch (11 Kehren, 620m hoch). Eine weitere Möglichkeit ist die Fähre nach Hellesylt, die wir gern genommen hätten, weil sie uns Richtung Küste und weiteren Leuchttürmen gebracht hätte.

Esra am Aussichtspunkt, Geiranger

Esra am Aussichtspunkt, Geiranger

Wir muteten es schließlich dem Wohnmobil zu, die gestern im 2. Gang bergab bewältigte Strasse, heute wieder im 2. Gang hochzuschleichen. Unser etwas altersschwaches Mobil bewältigte die steile Straße erstaunlich gut.
Die Bäche, Seen und Rinnsale auf dem Fjell schrien geradezu nach einer Fotosession, die Sonne strahlte, das klare Wasser plätscherte lebhaft, am Himmel trieben ein paar zierliche Wölkchen. Nachdem wir uns nasse Füße geholt hatten, zogen wir weiter.
Die Fahrerei mit einem alten Mobil im Fjordland ist anstrengend. Die Strecke Richtung Stryn hat zahlreiche, teilweise ältere Tunnels. Der Asphalt war gerade frisch und glatt, aber tiefschwarz und ohne Markierungen, und schluckte das Licht. Die Tunnels wechselten sich mit steilen Strassen ab. Die alten Straßen um den Berg herum sind teilweise noch erhalten. Und wesentlich steiler! Ich beschwer mich mal besser nicht….

Bach auf dem Fjell

Bach auf dem Fjell

 

Atlantikküste und zur Insel Vågsøy

Das Wetter wurde Richtung Atlantikküste immer düsterer. Wir fuhren trotzdem weiter und verfolgten dabei ein spannendes Hörbuch, die Bösen übernahmen gerade wieder die Macht. In dem Stück stürmte und gewitterte es andauernd. Jetzt stürmte es auch um uns herum. Und der Wind wurde immer stärker und böiger.
Kurz vor der Brücke zur Insel Vågsøy warnten Schilder vor den Windböen, die elektrische Warntafel auf der Brücke zeigte aber keine Daten. Wir fuhren schließlich langsam hinauf, und ich bekam es tatsächlich mit der Angst zu tun. Das arme alte Mobil bebte und erzitterte im Sturm. Nur mit großer Mühe und verkrampften Händen konnte ich das Gefährt auf der Strasse halten. Stress pur!
Auf Vågsøy ging es kurvig und steil weiter, wie gestern beim Geiranger. Nur kam jetzt Sturm und Regen dazu, und die Straßen waren enger, holpriger und zum Teil unbefestigt. Im strömenden Regen erreichten wir mit Mühe den Leuchtturm Kråkenes Fyr. Hier beschlossen wir, Sturm und Regen auszusitzen. Der Wetterbericht machte uns zumindest für den nächsten Morgen Hoffnung auf weniger Wind und etwas Sonne.

 

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

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