Mit dem Hund nach England – was muss ich beachten

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Abschied von Esra

Vier Reicherts vorm Mobil - Wir verabschieden uns von Esra

Vier Reicherts vorm Mobil – Wir verabschieden uns von Esra

Früh am Morgen verabschieden wir uns wieder von Esra. Wir müssen nach Dunkerque zur Fähre, und Esra radelt in die entgegengesetzte Richtung weiter. Unsere Fahrt auf der Autobahn zieht sich dahin und ist mächtig anstrengend. Horden von Lastwagen rasen immer wieder parallel rechts und links an uns vorbei, andere fahren so dicht auf, dass ich Angst habe, sie könnten sich in unsere Anhängerkupplung verheddern.

In Holland sollten deutsche Reisende übrigens die Verkehrsregeln immer im Blick halten, denn sonst kann es teuer werden. Warum man in Holland brav seine Strafzettel zahlen sollte steht im „Nach Holland Blog“ Ich denke unser Mobil ist mittlerweile so lahm, dass wir da keine Probleme haben werden.

Graveline – Frankreich

Endlich in Graveline angekommen, fahren wir auf den angenehmen Stellplatz am Yachthafen an, den wir bereits vor drei Jahren besucht hatten. Genau wie damals hatten wir die Servicestation nicht gefunden. Es nervt total, dass sie nicht ausgeschildert ist, ein einziges Hinweisschild fehlt. Wir kurven rum und quälen uns dreimal durch die enge Ortschaft. Derweil werden die Stellplätze rar. Nach dem dritten Anlauf klickt es, die Erinnerung ist wieder zurück und wir werden endlich unsere Kacke los.

Verkehr in Holland

Verkehr in Holland

Wir besuchten Gaveline vor drei Jahren zum ersten Mal.

Ich radele abends mit noch völlig leerem Magen zum Strand und dem Leuchtturm. Für’s Essen habe ich grad keine Zeit und Lust. Die Sonne hängt bereits tief am Horizont und ich muss mich dringend bewegen. Womofahrstress abbauen. Ich liebe Frankreich und muss der Grande Nation einfach ordentlich „Hallo“ sagen. Es ist klasse, dass wir wenigstens zwei Fahrräder dabei haben – damit bin ich schnell vor Ort, wenn es drauf ankommt. Die Entscheidung auf das Essen zu verzichten war gut gewesen. Der 14. Juli ist Nationalfeiertag und ich höre von überall her fröhliche, lachende Menschen und die Nationalhymne schwingt durch die Luft. Ein Mann singt Opernarien im Hafen – er steht einfach in der Nähe eines scheinbar verlassenen Bootes und singt auch ohne „echtes“ Publikum. Ein Ave Maria schwebt über den Fluß, der bei der momentanen Ebbe nur ein matschiges leeres Flußbett ist, zu mir herüber. Vom Meer her zieht eine Nebelbank ins Land, die Fähren scheinen aus dem Nichts aufzutauchen und verschwinden auch wieder darin. Schon eine Stunde vor dem regulären Sonnenuntergang versinkt die Sonne im Dunst und das abendliche Schauspiel ist leider vorüber.

Am Strand von Graveline

Am Strand von Graveline

Am Strand von Graveline

Am Strand von Graveline

Schild in Graveline

Schild zur Partnerstadt von Graveline

 

Der Fluß bei Ebbe, Graveline

Der Fluß bei Ebbe, Graveline

Der Leuchtturm in Graveline

Der Leuchtturm in Graveline

Der Leuchtturm in Graveline

Der Leuchtturm in Graveline

 

Die Fähre von Dunkerque nach Dover und weiter nach Ely

Nun ist der Tag der Fährabfahrt gekommen. Ich hatte in zweierlei Hinsicht meine Ängste. Erstens wird in Dover seit einigen Tagen gestreikt und dort spielt das Flüchtlingsproblem eine große Rolle. Seltsamerweise berichten die Medien kaum darüber. Das Problem ist nicht neu. Schon seit einigen Jahren lagern Hunderte von unglücklichen Flüchtingen in Calais, in der Hoffnung sich auf einen LKW nach Dover schmuggeln zu können. Sie erhoffen sich bessere Chancen auf Arbeit in England. Dass dem nicht so ist, ist ihnen nicht bewußt. Die Menschen versuchen alles, um über den Kanal zu kommen. Sie öffnen die Ladeluken der LKWs und klettern hinein, sie setzen sich auf die Achsen der Fahrzeuge. Durch den Streik der Hafenmitarbeiter ist die Lage nun besonders brisant. Übrigens bekommen die LKW Fahrer hohe Strafen aufgebrummt, wenn auf oder an ihrem Fahrzeug ein Flüchtling gefunden wird.

Auf nach England

Auf nach England

Wir buchten aus diesem Grund von Dunkerque. Dort scheint die Lage noch etwas übersichtlicher zu sein.

Der zweite Punkt, der mich beunruhigt, ist unsere Dackeldame Grindel. Sie mag überhaupt nicht allein im Mobil zurückbleiben, strenggenommen mag sie überhaut nicht gern allein sein. Auf der Fähre muss sie aber für zwei Stunden allein im Wohnmobil ausharren. Wir haben es ein paar mal geübt, doch jedesmal, wenn wir sie für 10 Minuten allein lassen, heulte sie wie ein Wolf, und ist hinteher total aufgekratzt.

Unsere Wecker piepsen schon vier Stunden vor der Fährfahrt. Die Kids drehen schnell noch mit Grindel eine Runde, doch den Hauptspaziergang wollten wir während der Wartezeit am Fährterminal machen. Leider geht unser Plan nicht auf. Wir haben große Mühe, uns an der 4 Kilometer langen Lasterkolonne vorbei zum Fährterminal zu kommen. Leider sind wir mit unserem  Wohnmobil nicht gerade wendig und Gegenverkehr taucht auch hie und da auf. Wir schaffen es trotzdem rechtzeitig zur Einfahrt in den Fährhafen.

Mit dem Hund nach England

Das ist die Seite auf der die Wurmkur eingetragen sein muss

Das ist die Seite auf der die Wurmkur eingetragen sein muss

Grindel mit dem Europäischen Heimtierausweis

Grindel mit dem Europäischen Heimtierausweis

Wir geben unsere Fährbuchung ab, unsere Ausweise und Grindels europäischen Impfausweis. Nach und nach geht die Angestellte der Fährgesellschaft alles durch. Wir müssen Grindels Chip auslesen. Als sie im Impfausweis immer wieder hin und her blättert schwant es mir bereits – da stimmt was nicht.

„Sie müssen nochmal zum Tierarzt, der Eintrag bezüglich der Wurmkur ist auf der falschen Seite eingetragen. Folgen sie der blauen Linie und melden Sie sich im DFDS Terminal!“ Mist aber auch, so ein Scheiß. Selbst das Rausfahren aus dem Terminal ist nicht einfach, LKWs stehen quer über die Straße, nichts geht voran. Im Terminal bekommen wir die Anweisung zum nächsten Tierarzt zu fahren. Also fahren wir wieder an all den LKWs vorbei, die wir gerade mühsam überholt haben. Beim Tierarzt warten wir erstmal. Erst kommt ein Hund vor uns dran, dann eine malade Katze, dann noch ein Hund. Wir sitzen wie auf heißen Kohlen, und der Zeitpunkt der Fährabfahrt rückt unaufhaltsam näher. Werden wir die Fähre noch erwischen? Falls nicht, müssen wir nochmal zahlen? Die Situation ist undurchsichtig, weil heute auch alle Fähren von Calais nach Dover ausfallen. Der gesamte Kanalverkehr läuft zur Zeit über Dunkerque, und wir haben keine Idee, ob noch Platz frei ist, falls wir unsere Reservierung in den Wind schreiben müssen.

Der Eintrag auf der richtigen Seite kostet uns 21 Euro und ein wenig Aufregung

Endlich kommt die Ärztin zu uns, glücklicherweise war wenigstens Grindels Wurmkur die richtige gewesen. Wir dürfen also heute offiziell nach England ausreisen. Die Ärztin transferiert einfach den Eintrag auf die korrekte Seite des Impfpasses, kassiert 21 Euro und schon eilen wir wieder zurück zum Fährterminal. Der LKW-Stau hat sich weitgehend aufgelöst, und wir schaffen es in letzter Minute auf die Fähre. Schlechten Gewissens lassen wir Grindel im Wohnmobil zurück. Zum Glück ist die Fähre nach vorne offen, und unser Fahrzeug steht im Freien. So ist auch die Luft und die Geräuschkulisse für unseren Hund nicht so belastend.

Mit dem Hund nach England

Es ist mittlerweile wesentlich einfacher mit dem Hund nach England zu reisen als vor ein paar Jahren. Man braucht nur noch einen Europäischen Impfausweis. Der Hund muss vor der Impfung gechippt sein. Die Tollwuimpfung muss mehr als drei Wochen zurückliegen. Die Bandwurmkur muss mindestens 24 Stunden aber höchstens 5 Tage alt sein – und auf der richtigen Seite im Impfpass eingetragen sein!

Auf allen Fähren zur Insel müssen die Hund entweder im Auto oder bei den langen Fähren von Amsterdam nach Newcastle in einem speziellen Hundehotel bleiben.

Meine Familie auf der Fähre im Hintergrund die weißen Kreidefelsen von Dover im Nebel

Meine Familie auf der Fähre im Hintergrund die weißen Kreidefelsen von Dover im Nebel

Zwei Stunden später dürfen wir zu unserem Mobil, Grindel begrüßt uns völlig außer sich vor Freude. Sie springt herum wie ein Gummiball und fiepst ohne Unterlass. Wir stürzen uns direkt in den Linksverkehr Richtung Cambridge, wo wir eine Freundin besuchen wollen. Die Motorways in England haben keine schönen Rastplätze, wir bekommen also bis zum Mittag nicht wirklich was zu Essen. Am Seitenstreifen wollen wir Grindel nicht ausführen, das ist viel zu gefährlich.

Auf der Fahrt Richtung Cambridge passieren wir übrigens den Dartfort Crossing – eine Tunnel Richtung Norden und eine Brücke Richtung Süden. Glücklicherweise schrieb uns Andreas vom „We love England“ Blog, dass und wie wir den bezahlen müssen.

Einkaufen im Tesco – so hungrig keine gute Idee 🙂

Wir mögen die englischen Tesco Supermärkte, sie haben Auwahl und sind günstig. In Ely stocken wir unsere Vorräte auf. Ein gebratenes heißes Hähnchen wird für den schnellen Hunger skelletiert, und Grindel darf endlich ausgiebig rennen. Dann fahren wir auch schon die letzten Kilometer zu unserer Freundin Corrinne , die wir seit drei Jahren nicht mehr gesehen haben.

Uff, jetzt sind wir erstmal angekommen und machen für ein paar Tage Station. Bei uns steht noch viel Schreibarbeit an und das können wir sehr gut hier erledigen.

Wir werden uns entlang der Ostküste nach Schottland bewegen.

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

4 Kommentare

    • Ja, da hatten wir echt Glück gehabt. Die Mitarbeiter von DFDS waren aber auch nett. Die nahmen das Ganze locker.

      Habt ihr Euer Mobil wieder? Ist es noch reparabel? Was ist denn dran?

      liebe Grüße

      Gabi

  1. Das mit dem Flüchtlingsproblem in Dover wusste ich auch noch nicht. Man lernt mal wieder Neues bei Euch…. 🙂
    Und gut, dass Grindel die Überfahrt gut überstanden hat. Nun viel Spass bei Euren Freunden !

    • Irgendwie berichten die Medien kaum über das Problem.
      Ich finde es sehr schade, dass die Regierungen den Menschen nicht helfen. Und auch, dass die LKW Fahre Strafen aufgebrummt bekommen, ist nicht fair!

      liebe Grüße
      Gabi

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