Durch das südliche Galizien, Leuchttürme, Wellen und lichte Wälder

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Über die portugiesisch-spanische Grenze nach Galizien

Die drei ruhigen Tage in Cerveira haben uns gut getan. Trotzdem fühlen sich unsere Kreativ-Batterien ziemlich leer an. Wir wollen jetzt zügig Richtung Heimat vorankommen und Nordspanien nur beschnuppern. Ein andermal werden wir noch besser vorbereitet und frisch zurückkehren und Nordspanien gebührend ausführlich bereisen. Hier sozusagen unser erster Eindruck von Galizien.

Heftige Brandung an der galizischen Küste

Wellen, Leuchttürme, aber nix zum Einkaufen

Am Sonntag Mittag fahren wir los, überqueren den Rio Miño und folgen dem Fluss Richtung Küste. Wir wollen nicht zu spät in Vigo eintreffen, um Vorrat einzukaufen und eine Daten-SIM-Card fürs Internet zu besorgen. Laut Internet haben die Einkaufszentren dort auch sonntags offen.

Die Küstenstraße führt zuerst durch lichte Wälder, bis sie endlich den Blick auf das Meer freigibt. Der Tag ist sonnig und wolkenlos, ein leichter Wind mildert die Kraft der spanischen Sonne. Trotzdem rollen mächtige Wellen mit donnerndem Getöse gegen die Felsenküste an. Das Licht ist besonders weich, Fernsicht aufgrund der Gischt kaum vorhanden.

Faro de Cabo Silleiro

Wir klemmen schnell unser Mobil in die nächstbeste Parkgelegenheit und laufen los. Das Kamerafieber hat uns bei diesem Anblick sofort wieder voll gepackt. Wir fotografieren Wellen und staunen über diese Küste. Es ist extrem viele Radfahrer unterwegs.

Den zweiten Stopp machen wir nach nur wenigen Kilometern, wir halten am Cabo Silleiro und laufen die Zufahrtsstraße hoch zum neuen Leuchtturm. Gunter würde gern mit dem Mobil, mir ist die Straße zu eng und ein Fußmarsch tut uns eh gut.

Der 1924 in Betrieb gegangene, 30 Meter hohe neue Faro de Cabo Silleiro thront 85 Meter hoch am Berghang und ersetzt den alten Faro Vello de Silleiro von 1862, der unscheinbar auf den Küstenfelsen sitzt.
Oben am Berg kämpfen wir uns durch dorniges Gebüsch und haben einen hervorragenden Blick auf den Leuchtturm.

Der Faro de Cabo Silleiro

Eine Calla in freier Natur

Beim Überqueren der Straße müssen wir aufpassen. Immer wieder radlen Gruppen von Rennradfahrern an uns vorbei. Wir fotografieren Wellen und klettern einige Meter hinunter zu den Felsen. Einer der Radfahrer warnt uns vor den hohen Wellen. Wir sollen vorsichtig sein.

Die Küste ist steinig, das Meer wild

Bayona

Kurz darauf kommen wir durch Bayona, eine helle, attraktive Kleinstadt. Nur leider völlig überfüllt mit Sonntagsausflüglern. Irgend ein Fest scheinen die zu feiern. Wir finden keinen Parkplatz, sonst hätten wir uns das mal angesehen. Hinter Bayona rasten wir am Meer, dann gehts nach Vigo.

Die Gegend wird immer besiedelter, und als wir in Vigo eintreffen, fühlen wir uns mittendrin in einer Großstadt. Aber mit dem Einkaufen wird es nichts, alle Geschäfte und Shopping-Zentren haben geschlossen, die Innenstadt wirkt wir ausgestorben. So viel zu den propagierten Öffnungszeigen im Internet. Gefrustet fahren wir weiter auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz.

Die bergige Halbinsel mit den drei Leuchttürmen

Hier im Südwesten Galiziens ragen mehrere gebirgige Halbinseln in den Atlantik. Die sind aber keineswegs wild und einsam. Überall an den Küstenhängen kleben Häuser, es wirkt unglaublich zersiedelt.

Wir biegen ab Richtung Cangas und wollen an die südwestliche Spitze zu den dortigen drei Leuchttürmen. Die anfänglich autobahnmäßig breite Straße wird gegen Ende immer enger, in Donón ist es dann so steil und eng, daß wir kaum durchkommen. Das letzte Stück Weg zu den Stränden und Leuchttürmen ist einspurig und geschottert, das ist leider nichts für Wohnmobile. Parken können wir leider auch nicht. Als wir rausfahren wird es noch enger, fast müssen wir die Spiegel einklappen, damit wir durch die Gassen kommen.

Enge Gasse in Cangas – das ist eine Straße für Autos!

Für die Übernachtung haben wir uns in O Hio einen kleinen Campingplatz ausgesucht, da fahren wir hin und stellen unser Mobil ab. Die Zufahrt ist so steil, dass wir Bedenken haben, da wieder hinaufzukommen. Wir holen die Fahrräder raus, schnallen die Kamerarucksäcke auf den Rücken und radeln los Richtung Donón.

Oh Mann, da haben wir uns was vorgenommen. Zwischen den bewaldeten Hügeln steht die Luft, die Sonne brennt heiß und es geht schweißtreibend kilometerlang nur steil den Berg hinauf, und dann wieder hinab. Der Luftzug bei der Abfahrt reicht kaum zur Abkühlung. Als wir Donón erreichen, sind wir fix und fertig. Die paar Kilometer staubige Schotterpiste sind dagegen fast eine Erholung. Naja, jedenfalls, bis es auch da steil wird.

Der Faro de Punta Subrido

Na wenigstens ist es am Ende der Straße um den Praia de Melide landschaftlich schön, die Anstrengung hat sich gelohnt. Das warme Licht des späten Nachmittags hat die grelle Mittagssonne abgelöst. Der Himmel ist strahlend blau, ein paar Wölkchen würden ihm aber gut tun.

Drei Leuchttürme leiten hier die Schiffe zwischen dem Festland und den vorgelagerten Inseln in die Bucht von Vigo. Der Faro de Punta Subrido, der Faro de Punta Robaleira und der Faro de Cabo Home. Über mehr oder weniger schlechte Feldwege fahren wir die Leuchttürme an.

Blick auf das gleißende Meer

Bald sind die Speicherkarten voll und die Kamerabatterien erschöpft, die Sonne legt sich zur Ruhe, und wir machen uns auf den Rückweg. Da der anstrengende Rückweg mit gut über 10 km noch vor uns liegt beschließen wir den Sonnenuntergang nicht abzuwarten. Im Dunkeln möchte ich nicht unbedingt fahren. Ich bedauere es aber sehr, nicht zum besten Licht da sein zu können. Die Landschaft und die Leuchttürme sind grandios.

Wir schwingen uns wieder auf die Schotterpiste, diesmal steil bergan, fast drehen die Räder auf dem Schotter durch. Dann kommt erstmal dieser verflixte Berg. Ganz so schlimm ist der Rückweg aber nicht, ohne Sonne ist es merklich kühler, der lange Anstieg ist viel weniger erschöpfend. Und wir schaffen es ohne Abzusteigen trotz schwerem Fotogepäck auf dem Rücken.

Faro de Punta Robaleira

Zurück auf dem Campingplatz finden wir ein paar nette Engländer zum plaudern, bevor wir zu Abend essen und uns schlafen legen.

Übersichtsseite Atlantikküste, Spanien, Portugal, Frankreich

 

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

5 Kommentare

  1. WoW! Was für schlne Bilder! Und so eine grandiose Gegend! Hach, ich muß da auch mal hin……

    bei uns stürmt es auch, aber verbunden mit Regen und Kälte. Da hat uns gestern dann doch nichts an den Strand gezogen.

    LG Gabi

  2. Ich muss gleich raus ins stürmische Regenwetter…….da kommen diese herrlichen Bilder von Sonne, Wellen und Meer gerade recht um mich etwas aufzumuntern 😉
    Wünsch Euch was !

  3. Hallo Ihr Lieben,

    genießt das schöne Wetter im sonnigen Süden.
    Tolle Bilder, da wird einem ganz warm ums Herz.

    Liebe Grüße
    Ursula

  4. Hallo Freunde,
    wir sind gerade dabei, die letztjährigen Reiseerfahrungen in Blogartikel zu verwandeln. Das bedeutet, wir sitzen leider auch daheim, im gleichen Dunkelwetter wie ihr. Und haben tierisch Fernweh. Das Betrachten der Bilder machts nur noch schlimmer.
    Liebe Grüße
    Gunter

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