Noch kennen wir nicht alle Strände der Insel. Es war bedeckt, aber trocken. Diesmal starteten wir mit einem Strand an der Westküste von Lewis – Dalbeg. Dieser Strand ist unweit der Standing Stones, er liegt nahe der Hauptsstraße, mit einem bequemen Parkplatz, er ist also ohne Wanderung zu erreichen. Kaum waren wir aus dem Auto raus, begrüßten uns wohlgenährte weisse Gänse, sie fühlten sich am idyllischen, windgeschützten Loch sehr wohl. Dalbeg ist bei Surfern sehr beliebt. Für Fotografen eignet er sich also ebenso gut. Nach und nach rollten die Wellen auf den Sand. Amy und Noah versuchten am Bach einen Damm zu bauen, was nicht funktionieren wollte. Von Dalbeg führt eine Wanderung zu weiter südlich gelegenen Surfstrand von Dalmore, diesen liefen wir nur zur Hälfte, die Fotografie der Felsen bremste unsere Wanderung aus.

Klippen bei Dalbeg
Windzerzaust, mit sandigen Füßen und einigen Wellen und Landschaften auf der Speicherkarte zogen wir weiter entlang der Küste. Wir besichtigten und fotografierten das Anold Blackhouse. Innen brannte das für diese Art Häuser typische Torffeuer, es nahm uns den Atem. Schon im Haus merkte ich einen Kopfschmerz aufkommen, nein, die frische, salzige, windige Luft am Strand ist mir da wesentlich lieber. Esra wird noch einen ausführlichen Text über dieses Museum schreiben – mal sehen, wann er das schaffen wird!
Stundenlang hatten wir diesen verbrannten torfigen Geschmack im Mund und lange hing der Qualm trotz Sturm in unseren Jacken. Kaum vorstellbar, wie Menschen, vor nicht allzulanger Zeit, so wohnen konnten. Wir waren froh, das Haus nach ca. 30 Minuten wieder verlassen zu können.

Arnol Blackhouse
Wir versuchten mit belegten Broten und Berlinern aus dem Stornoway Supermarkt den trofigen Geschmack zu neutralisieren. Das half auch gegen den Hunger :-)
Jugendliche kosten mehr beim B & B
Gestern fanden wir übrigens eine Homepage von einem B & B, und staunten nicht schlecht über die Preise für mitreisende Kinder. Sie kosteten zwischen 30 und 130 % der Erwachsenen. Teenager würden aufgrund des großen Essbedürfnisses teurer! Da wir mit drei hungrigen Jugendlichen reisen, ist die Fahrt zum Supermarkt alle paar Tage nötig. Die Wanderungen im kühlen Winterwind steigern den Kalorienbedarf wahrscheinlich sogar auf 200%!
Die Strände nördlich von Stornoway sahen auf der Landkarten interessant aus. Ganz im Norden, wo die Straße mit der Bridge to Nowhere endet, war ein Wasserfall eingezeichnet. Wir fuhren natürlich auf die Brücke drauf, doch der Weg endet da. Sie heißt nicht umsonst die Brücke nach Nirgendwo :-) Sie wurde ca. 1920 gebaut, die geplante Straße nie vollendet.
Ein verlassenes Auto im Moor
Wir verliefen uns im matschigen Moor. Das war ein großes Glück, denn wir fanden einen uralten Suzuki Geländewagen. Der bot ein lustiges Fotomotiv mit den Kids und regte unsere Fantasie an – was war hier wohl passiert? Wie lange der schon da gestanden hat? Wie lange würde es noch dauern, bis man ihn fast nicht mehr sehen würde?

Amy im Suzuki Auto, Isle of Lewis

Suzuki Auto. Isle of Lewis Esra fängt an an seinem Führerschein zu arbeiten
Der Wasserfall hat wenig Wasser
Der Wasserfall, wo, mochte der sein? Wir drehten um, liefen in die andere Richtung, wieder über die Brücke. Die Aussicht auf die weiten Strände, mit fabklecksigen Schafen um uns herum, das glitzernde, eher ruhige Meer, die ach so frische Luft! Es war schön! Ein Mann lief mit seinem Golden Retriever entlang des Weges. Der Hund bellte, wollte spielen und Steinchen geworfen bekommen – Stöckchen gibt es nicht sie wären besser für die Zähne. Die Kids beschäftigten den Hund, oder war es umgekehrt, wir erzählten mit Roy. Er war LKW Fahrer gewesen, hat ganz Europa bereist. Ihm fehlt das manchmal, doch insgesamt genießt er, der früher in Manchester gelebt hatte, das ruhige Inselleben. Roy meinte, wir sollten unbedingt eine fotobegeisterte Freundin von ihm besuchen. Einfach anklopfen, sie würde sich ganz bestimmt freuen und auf einen Tee einladen :-) Wir trauten uns nicht. Ich werde die Frau aber mal anrufen!
Torfstechen ist ein Knochenjob
Roy erklärte uns, wie das Torfstechen funktioniert. Im Frühjahr, wenn der Torf noch feucht ist, sticht man mit einem speziellen Spaten erstmal Vierecke. Erst wenn es etwas abgetrocknet ist, geht man wieder los, am besten zusammen mit Nachbarn, sticht er den Torf dann aus und schichtet ihn zu Stapeln auf. Über den Sommer trocknet er und kann im Winter verbrannt werden. Die Arbeit wäre sehr schwer und der gesamte Wintervorrat muß gestochen werden, weil es später nicht mehr möglich ist, Stücke aus dem zu trockenen Boden heraus zu lösen.

Wellen nach Sonnenuntergang

Schaf und Strand
Garry Beach
Der Wasserfall war dürftig mit Wasser bestückt – wieder mal war das Wetter viel zu gut für ein solches Motiv. Wir waren hin und her gerissen: Strand oder Wasserfall. Der Strand gewann. Wir drehten um und liefen zurück. Die Felsnadeln standen trocken im Sand, kein wirklich gutes Motiv. Da müssen wir bei Flut nochmal her :-) Die Wolken verhinderten einen spektakülaren Sonnenuntergang – wir waren sowieso auf der „falschen“ Seite. Erst als es dunkel und der Wind bissig wurde zogen wir zum Auto zurück. Die Fahrt zurück in der tiefen Schwärze der Nacht war mal wieder zu lange, so ist das, wenn einen Insel viel bietet und groß ist!
Suche nach dem Mangersta Strand
Heute war es ziemlich trüb, aber halbwegs trocken. Mir gefällt der Blick aus dem Fenster trotzdem immer! Auch, wenn Nieselregen im Wind über die Hügel zieht. Morgens zog ich in der Region umher. Lief den felsigen Strand entlang. Traf wieder den netten Schafhirten Malcom. Die Unterhaltungen mit ihm sind sehr informativ und angenehm.
felsiger Strand, Bernera
Malcom untersucht den Knöchel des Schafs
glückliche Schafe bei der Fütterung, es nieselt
Gegen Mittag fuhren wir über diese engen, kurvigen, hügeligen Straßen los. Gerade hier auf Bernera ist das Fahren sehr anstrengend. Und diese „schlimmsten“ 16 km, fahren wir jeden Tag mindestens zweimal. In einer Kurve kam uns plötzlich ein großer, silberner SUV, eine junge Frau am Steuer, Kinder im Wagen, auf UNSERER Spur entgegen. Sie schaffte es nicht, den Wagen unter Kontrolle zu bringen und wieder auf ihre Seite zu ziehen! Mir blieb in den unendlich langen Sekunden nur eine Wahl: der Graben. Ich bremste ab, steuerte unseren Bus ins Gras am Rand, zum Glück gerade breit genug für uns, und kam mit Herzklopfen zum Stehen! Das war knapp! So knapp wie noch nie in meiner 30 jährigen Fahrpraxis! UFF.
Die Dame kam einige hundert Meter hinter uns auch zum Stehen. Ich wollte aussteigen und mit ihr reden. Nicht mal geschimpft hätte ich, so froh war ich, dass es gut gegangen war! Meine erste Frage war übrigens: bin ich auf der richtigen Straßenseite! War ich. Sie war es nicht! Gunter drängelte, fahr einfach weiter. Nun gut. Der Schrecken saß!
Auf dem Weg nach Uig hatten wir beim letzten Mal zwei Highland Rinder gesehen. Vor dem Zaun hielt ein Defender, hinten schauten mindestens drei der hier so typischen Border Collies raus. Die Kühe wurden mit frischen Heu versorgt. Im Gespräch erfuhren wir, dass die beiden trächtig seinen und deswegen das gute Futter brauchten. Für uns war das ein Geschenk des Himmels, die beiden Kühe waren so nah und beschäftigt. Zuerst wechselte ich das Objektiv gegen ein Weitwinkel, dann noch den Blitz drauf und jetzt hatte ich SPAß! Und was für einen. Knie und Ellenbogen wie immer nass und matschig, aber das ist mir ein gutes Foto immer wert. Mit den großen Hörnern musste ich enorm aufpassen, die waren immer nur wenige Zentimeter von meiner Linse entfernt. Ich war zufrieden und glücklich. Die Bilder habt ihr ja bereits hier gesehen :-)
Wir fuhren diesmal entlang einer Straße, die mit Blick über den weiten Atlantik ausgestattet ist. Ich schrie vor Freude auf. Das Licht, die Wellen, die Gischt und Sicht! Mensch, wie schön die Welt doch ist! Doch was sehe ich da: Hirsche!
Die hatte ich mir gewünscht! Kaum war das 400 mm Tele drauf, kam die Abendsonne raus. Wow! Die Hirsche positionierten sich perfekt vor den Bergen. Das Licht, wie von magischer Hand optimal gesetzt, klickten wir munter, grinsend vor uns hin!
Hirsche im Abendlicht
Wellen in der Nacht
Wir fuhren nochmal zur Kuhweide, wo Gunter letztens von fluchtgefährdeten Kühen belauert wurde. Diesmal hatten wir einen schönen Blick auf die Felsen. Doch das war nicht die Stelle gewesen, die wir gesucht hatten. Schön war es trotzdem. Wir werden in den nächsten Tagen einen weiteren Versuch starten.
Jetzt, erst vom Schrecken gebeutelt, dann vom Glück umspült, fuhren wir weiter entlang dieser engen Straße zum Ende der traumhaften Welt! Es wurde schöner und schöner. Ja, hier könnte ich wohnen! Ein Fest für die Augen!
Nachts lag ich noch lange wach. Was wäre passiert, wenn wir ein paar Sekunden später losgefahren wären? Hätte ich dann noch ausweichen können? Wie schnell kann es vorbei sein? Das war ein aufregender Tag gewesen! Ich fahre jetzt noch langsamer und vorsichtiger – doch immer mit dem rücksichtslosen Verhalten der Anderen zu rechnen ist anstrengend!!
Strände der Isle of Lewis, Dalbeg und Garry Beach
Noch kennen wir nicht alle Strände der Insel. Es war bedeckt, aber trocken. Diesmal starteten wir mit einem Strand an der Westküste von Lewis – Dalbeg. Dieser Strand ist unweit der Standing Stones, er liegt nahe der Hauptsstraße, mit einem bequemen Parkplatz, er ist also ohne Wanderung zu erreichen. Kaum waren wir aus dem Auto raus, begrüßten uns wohlgenährte weisse Gänse, sie fühlten sich am idyllischen, windgeschützten Loch sehr wohl. Dalbeg ist bei Surfern sehr beliebt. Für Fotografen eignet er sich also ebenso gut. Nach und nach rollten die Wellen auf den Sand. Amy und Noah versuchten am Bach einen Damm zu bauen, was nicht funktionieren wollte. Von Dalbeg führt eine Wanderung zu weiter südlich gelegenen Surfstrand von Dalmore, diesen liefen wir nur zur Hälfte, die Fotografie der Felsen bremste unsere Wanderung aus.
Klippen bei Dalbeg
Windzerzaust, mit sandigen Füßen und einigen Wellen und Landschaften auf der Speicherkarte zogen wir weiter entlang der Küste. Wir besichtigten und fotografierten das Anold Blackhouse. Innen brannte das für diese Art Häuser typische Torffeuer, es nahm uns den Atem. Schon im Haus merkte ich einen Kopfschmerz aufkommen, nein, die frische, salzige, windige Luft am Strand ist mir da wesentlich lieber. Esra wird noch einen ausführlichen Text über dieses Museum schreiben – mal sehen, wann er das schaffen wird!
Stundenlang hatten wir diesen verbrannten torfigen Geschmack im Mund und lange hing der Qualm trotz Sturm in unseren Jacken. Kaum vorstellbar, wie Menschen, vor nicht allzulanger Zeit, so wohnen konnten. Wir waren froh, das Haus nach ca. 30 Minuten wieder verlassen zu können.
Arnol Blackhouse
Wir versuchten mit belegten Broten und Berlinern aus dem Stornoway Supermarkt den trofigen Geschmack zu neutralisieren. Das half auch gegen den Hunger :-)
Jugendliche kosten mehr beim B & B
Gestern fanden wir übrigens eine Homepage von einem B & B, und staunten nicht schlecht über die Preise für mitreisende Kinder. Sie kosteten zwischen 30 und 130 % der Erwachsenen. Teenager würden aufgrund des großen Essbedürfnisses teurer! Da wir mit drei hungrigen Jugendlichen reisen, ist die Fahrt zum Supermarkt alle paar Tage nötig. Die Wanderungen im kühlen Winterwind steigern den Kalorienbedarf wahrscheinlich sogar auf 200%!
Die Strände nördlich von Stornoway sahen auf der Landkarten interessant aus. Ganz im Norden, wo die Straße mit der Bridge to Nowhere endet, war ein Wasserfall eingezeichnet. Wir fuhren natürlich auf die Brücke drauf, doch der Weg endet da. Sie heißt nicht umsonst die Brücke nach Nirgendwo :-) Sie wurde ca. 1920 gebaut, die geplante Straße nie vollendet.
Ein verlassenes Auto im Moor
Wir verliefen uns im matschigen Moor. Das war ein großes Glück, denn wir fanden einen uralten Suzuki Geländewagen. Der bot ein lustiges Fotomotiv mit den Kids und regte unsere Fantasie an – was war hier wohl passiert? Wie lange der schon da gestanden hat? Wie lange würde es noch dauern, bis man ihn fast nicht mehr sehen würde?
Amy im Suzuki Auto, Isle of Lewis
Suzuki Auto. Isle of Lewis Esra fängt an an seinem Führerschein zu arbeiten
Der Wasserfall hat wenig Wasser
Der Wasserfall, wo, mochte der sein? Wir drehten um, liefen in die andere Richtung, wieder über die Brücke. Die Aussicht auf die weiten Strände, mit fabklecksigen Schafen um uns herum, das glitzernde, eher ruhige Meer, die ach so frische Luft! Es war schön! Ein Mann lief mit seinem Golden Retriever entlang des Weges. Der Hund bellte, wollte spielen und Steinchen geworfen bekommen – Stöckchen gibt es nicht sie wären besser für die Zähne. Die Kids beschäftigten den Hund, oder war es umgekehrt, wir erzählten mit Roy. Er war LKW Fahrer gewesen, hat ganz Europa bereist. Ihm fehlt das manchmal, doch insgesamt genießt er, der früher in Manchester gelebt hatte, das ruhige Inselleben. Roy meinte, wir sollten unbedingt eine fotobegeisterte Freundin von ihm besuchen. Einfach anklopfen, sie würde sich ganz bestimmt freuen und auf einen Tee einladen :-) Wir trauten uns nicht. Ich werde die Frau aber mal anrufen!
Torfstechen ist ein Knochenjob
Roy erklärte uns, wie das Torfstechen funktioniert. Im Frühjahr, wenn der Torf noch feucht ist, sticht man mit einem speziellen Spaten erstmal Vierecke. Erst wenn es etwas abgetrocknet ist, geht man wieder los, am besten zusammen mit Nachbarn, sticht er den Torf dann aus und schichtet ihn zu Stapeln auf. Über den Sommer trocknet er und kann im Winter verbrannt werden. Die Arbeit wäre sehr schwer und der gesamte Wintervorrat muß gestochen werden, weil es später nicht mehr möglich ist, Stücke aus dem zu trockenen Boden heraus zu lösen.
Wellen nach Sonnenuntergang
Schaf und Strand
Garry Beach
Der Wasserfall war dürftig mit Wasser bestückt – wieder mal war das Wetter viel zu gut für ein solches Motiv. Wir waren hin und her gerissen: Strand oder Wasserfall. Der Strand gewann. Wir drehten um und liefen zurück. Die Felsnadeln standen trocken im Sand, kein wirklich gutes Motiv. Da müssen wir bei Flut nochmal her :-) Die Wolken verhinderten einen spektakülaren Sonnenuntergang – wir waren sowieso auf der „falschen“ Seite. Erst als es dunkel und der Wind bissig wurde zogen wir zum Auto zurück. Die Fahrt zurück in der tiefen Schwärze der Nacht war mal wieder zu lange, so ist das, wenn einen Insel viel bietet und groß ist!
Zwei schwangere Highland-Kühe
Nur kurz, wir waren heute stundenlang, bei wechselhaftem Wetter – Nebel, Nieselregen, Wolkig, Sonnenschein, Grandios – unterwegs. Bin zu geschafft für den Blogeintrag. Der 3.3. ist übrigens unser Hochzeitstag und heute jährte er sich zum 20. Mal! Da dachte wohl das schottische Inselwetter, dennen geben wir heute mal was vom Feinsten :-) Gabi M. – unsere müden Knochen sehen sich heute abend nach Sofa oder Schaumbad!
Wegen Müdigkeit nur ein paar Bilder von zwei schwangeren Highland Kühen, unter denen ich gestern gelegen hatte!
frishes Heu für die schwangere Highland Kuh!
frishes Heu für die schwangere Highland Kuh!
frishes Heu für die schwangere Kuh!
Uig Strände an einem sehr regnerischen Tag
Es regnete den ganzen Tag so gemächlich vor sich hin. Mich begeisterte die Landschaft auch bei diesem Licht. Ich überredete Gunter zu eine abendlichen Fototour. Im trüben, nassen Wetter, grauem Himmel fuhren wir allein los. Die Kids wollten einen Tag daheim, die täglichen Touren über die Insel sind lang und anstrengend. Mir geht es am besten, wenn ich immer draußen sein kann. Dann zieh ich eben dichte Hosen und Jacke drüber – haben wir auf der Isle of Skye übrigens noch gefunden.
Nebel über dem Strand, Uig, Isle of Lewis
Der Teil der Insel, der sich Uig nennt ist wie Harris karger und hügeliger als Lewis. Durch eine tiefe Schlucht fährt man hinaus in eine Region mit zahlreichen, weitläufigen Sandstränden.
Wir suchten einen Strand mit Felsnadeln. Im dichten Nebel landeten wir schließlich auf einem sehr kleinen Wegchen. Ein Gatter mußte Gunter öffnen, zwei neugierige, fluchtgefährdete Kühe stranden schon bereit, uns das Leben schwer zu machen. Kaum hatte mein Gatte das Gatter geöffnet, machte sich eines der Tiere auf den Weg in die Freiheit.
Die Straße, die wir nach dem Gatter fanden, konnte nicht unbedingt als solche bezeichnet werden. Unser Bus passte exakt darauf. Die Seiten waren unbefestigt, es ging etwa 30-40 cm tiefer in den Matsch. Das würde reichen für Schwierigkeiten, würde man vom Weg abkommen. Am Ende des Weges parkten wir. Das Meer und die wilden Wellen waren zu hören, sehen konnten wir es nicht. Wir kletterten über extrem unwegsames Gelände. Feuchte, unaufgeräumte, für ein unbedarftes Hüpfen zu große Felsbrocken lagen im Weg herum. Nichts war zu sehen.
Klippen im Nebel
Das Regenwetter, welches eine „dunkelbunte“ Landschaft präsentierte, lichtete sich. Der Himmel hatte Einsehen, es war trocken. Und dann schoben sich die Wolken etwas zur Seite, hie und da lugte blauer Himmel durch. Über den Hügeln hingen Nebelbänke, das Licht und die Stimmung waren magisch. Vor Glück wußte ich gar nicht, wohin zuerst. Wir waren an einem Strand, der schöner nicht sein konnte – nun, ein wenig mehr Flut wäre gut gewesen :-) In alle Richtungen war es traumhaft schön. Das sind die Momente, die ich so sehr liebe! Das tue ich oft auch mit Jubel Kund, außer ein paar Schafen war niemand da, den ich damit hätte stören können.
Schafe im Nebel, Isle of Lewis
Telefonzelle an Hausruine
Straße im Nichts
Mit den Fotos bin ich nicht wirklich zufrieden – kann das am Notebook nicht gut beurteilen, die Farben stimmen nicht und der Bildschirm ist viel zu klein. Außerdem hat das gute alte Teil Probleme mit dem neuen Lightroom, d.h. es ist viel zu langsam. Daher schaffe ich es nicht einmal alle Fotos zu sichten. Picke einfach ein paar heraus. ALSO: ich mache das bald noch richtig! Damit ich den Bildern auch gerecht werde. Hoffe, die Grandiosität der Landschaft kommt ein klein wenig rüber!! Ich verliebe mich gerade wieder in eine Insel :-) Merkt ihr’s?
Strand in Uig, Isle of Lewis
Strand in Uig, Isle of Lewis, 2
schottische Telefonzelle, Leuchtturm bei Stornoway
Unsere Vorräte waren wieder aufgebraucht, also machten wir uns auf nach Stornoway. Außer in der Stadt gibt es auf der Insel keine nennenswerten Läden. Wir haben außer auf Harris nicht mal so einen ganz kleinen Laden gesehen. Also, auf in die große Stadt. Was alles relativ ist! Nun, auf der Isle of Skye gab es einen Kreisel, den wir öfters mal fuhren, hier gibt es drei in Stornoway. Damit kann ich ganz gut leben. Auf dem Festland sind diese städtischen Kreisel immer anstrengend.
Straßen auf der Isle of Lewis – vor allem im Winter und Dunkelheit anstrengend
Das Fahren auf der Isle of Lewis & Harris ist ermüdend, weil wir oft bis nach Sonnenuntergang an einem Strand weit entfern von daheim verweilen und dann die meist tiefschwarzen, schlecht markierten Straßen in der Dunkelheit fahren müssen. Und die Wege sind weit! Hier auf unserer kleinen Insel Bernera sind die Single Track Roads zudem nicht nur kräftig kurvig, sie haben auch noch ein welliges Auf-und-Ab. Das bedeutet, dass die Scheinwerfer in den Kurven nur selten die Fahrbahn beleuchten. Abends finden sich zudem oft Schafe am Rand der Fahrbahn oder direkt darauf. Daher dauern unsere Fototouren länger als es uns lieb ist. Die abschließende Fahrt ist immer anstrengend und erfordert die volle Konzentration. Mittlerweile kenne ich die scharfen Kurven schon ziemlich gut.
Jetzt waren wir auf dem Weg zum Supermarkt und in den Buchladen. Wir hatten uns ein paar Wolken und wechselhaftes Wetter für unsere Fotos gewünscht; das war wohl ungenau gewünscht…. Es etwas zu viel, kaum ein Sonnenstrahl trifft auf die Erde. Es nieselte bei grauen, konturlosen Wolken. Ich fand die Landschaft selbst in diesem Licht sehr reizvoll. Das ist ehrlicher für einen schottischen Winter auf den Hebriden.
Esra skypt :-) In der Telefonzelle lag ein Zettel mit den Gottesdiensten
Unterwegs fahren wir jedesmal an einer einsam stehenden, klassischen roten Telefonzelle und einem Briefkasten vorbei. Jetzt fotografierten wir die beiden.
Briefkasten und Telefonzelle
Im Buchladen kauften wir dann einen kleinen Wanderführer und eine Landkarte. Es war schwierig zu entscheiden, wie genau wir die Karten wohl brauchen würden. Wir entschieden uns für die Übersichtskarte vor allem für die Autofahrten und für Wanderungen nutzen wir die genaueren Karten im Wanderführer.
In Stornoway hielten wir uns lange in den beiden Lebensmittelläden auf. Wir sind noch etwas desorientiert, finden die Sachen nicht in den Regalen und gewöhnen uns erst an das schottische Angebot. So gibt es auch in Supermärkten viel zu entdecken. Die Lebensmittel sind ganz andere als daheim. Gunter findet großen Gefallen an den Pasties.
Da war sie doch die Sonne – die Aussichten auf der Insel sind fantastisch
Der Leuchtturm Tiumpan
Östlich von Stornoway liegt die Halbinsel Point mit dem Leuchtturm Tiumpan, den wir letzte Woche bereits besuchten. Mittlerweile hatte der Nieselregen aufgehört und fotogenen Wolken hingen am Horizont. Die Klippen am Leuchtturm sind beeindruckend, nicht so hoch wie die beim Butt of Lewis, dafür übersichtlich und mit dem typischen Dreizehenmöwen Gekreisch. Bis eine Stunde nach Sonnenuntergang waren wir im kühlen Wind auf dem Klippen. Die Kids fanden eine Geochaching Dose und legten wir paar kleine Schätze hinein.
Klippen nach Sonnenuntergang, Point
Leuchtturm im Abendlicht, Isle of Lewis
Wanderung nach Bosta Beach, Calanish Standing Stones
Die Sonne weckte uns. Bei dem Wetter ziehe ich immer draußen herum. Auf der kleinen Insel gegenüber unseres Hauses erkundete ich das verfallene Croft House für eventuelle Nachtaufnahmen. Unsere netten Nachbarn Anne und David waren draußen auf der Terasse, es war so warm, dass man gemütlich im Freien sitzen konnte. David lud mich auf einen Kaffee ein, den ich dankend annahm. Anne gesellte sich zu uns und wir schwätzten als kennen wir uns schon lange.
Hier auf den Inseln wird viel zusammen gemacht. Die Frauen nähen gemeinsam, wunderbare Quilts entstehen so. Anne zeigte mir verschiedene Arbeiten, die mich sehr begeisterten. Vor allem der Vorhang mit dem Iron Age House von Bosta Beach faszinierte mich. Mit simplen, grobem Muster eine Landschaft so eindrucksvoll darstellen zu können, ist einfach genial.
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Wetter weiterhin so sonnig und trocken bleibt. Ich wollte es nicht bereuen, die Wanderung bis zur Bosta Beach nicht gemacht zu haben. So schnappte ich mir Esra und Noah, Amy war ja schonmal in diese Richtung mit gewandert. Wir brauchten etwa 1,5 Stunden flotten Schrittes. Gunter schonte sein verdrehtes Knie und holte uns per Auto vom Strand ab. Der Weg ist zeitweise schon recht anstrengend und vor allem matschig und nass.
Nach Tobson geht es Weile einen Hügel hoch, Esra rannte nur so hinauf, ich keuchte hinterher. Die Aussicht hoch oben war atemberaubend. Von hier erkennt man, wie die ganzen Fjorde, oder Lochs, wie sie in Schottland heißen, laufen. Wir hatten uns etwas verlaufen, weil wir entlang der Küste nach Flaschenpost gesucht hatten. So mußten wir einen weiten Weg entlang des Fjords wieder zurück und dann nochmal in die andere Richtung. So hatten wir sicher 2 km Wegstrecke mehr als üblich. Ich schätze, dass wir so 8 km über unwegsames Gelände gelaufen waren. In der frischen Winterluft tat die Wanderung wirklich sehr gut. Den Pullover mußte ich unterwegs mal wieder ausziehen. Am Strand trafen wir zwei Schweizer Herren, unterhielten uns eine ganze Weile und fuhren dann heim, um zu kochen. Es gab mal wieder Spagetti.
Noah und Amy in der Picknick Kabine :-) Wohl ein Schafschutz!
Iron Age House an Bosta Beach, Isle of Lewis – ich finde mit einem wolkigem Himmel wirkt das besser :-) Dank Anne können wir das Haus bald besichtigen!
Das sonnige Abendlicht nutzten wir dann bei den Standing Stones of Calanish. Dort begrüßten uns am Eingang Schweine, das Visitor Center war geschlossen, wir waren ganz allein. Gerne hätte ich diese 5000 Jahre alte Stätte in Ruhe genossen. Doch auf die Kids schienen die Steine eine ganz andere Wirkung zu haben. Die plapperten, lachten und machten Quatsch. Nun gut, dann nicht.
So konzentrierte ich mich auf die Fotografie. Im schrägen Licht spielte der Autofokus nicht mit, ständig fokusierte die Linse hin und her. Ich nutzte wieder das Tamron 24-70 mm und an neue Objektive muß man sich erstmal gewöhnen. Hätte ich nicht gedacht, dass ich so an mein 24-105 mm von Canon eingeschossen bin. Das Licht war an diesem Abend perfekt. Es machte Spaß zu fotografieren.
Gunter und die Standing Stones of Calanish
Spät um 22.00 Uhr zogen wir dann in klarer Sternennacht nochmal zu Croftruine gegenüber unseres Hauses. Eine Stunde saßen wir in der windigen Kälte, dann packten wir das Gerät ein und sicherten bis spät in die Nacht noch die Bilder. Ein recht fotoreicher Tag, trotz all der Sonne!
[yellow_box]
Calanish, von Noah
Auf der schottischen Isle of Lewis steht die derzeit größte entdeckte Steinformation Großbritanniens. Sie wurde vor 5000 Jahren von den Ureinwohnern der Insel aus unbekannten Gründen errichtet und sie bedeckt ein Gebiet von einigen Kilometern Größe. Man hat jedoch herausgefunden, dass der Mond alle 18 Jahre genau der Silhouette der Steine folgt, die für die Ureinwohner eine Art Tempel darstellte. Vor 3000 Jahren wurde die Anlage aus unerklärlichen Gründen verlassen, was dazu führte, dass sie bis zu ihrer Entdeckung in 1,5 Meter Torf eingewachsen waren. Heute sind die Steinkreise eine der beliebtesten Touristenattraktionen auf der Isle of Lewis.
[/yellow_box]