von Esra
Es ist kein Geheimnis, dass wir oft und gerne Gespräche mit den Leuten anfangen, die unseren Weg kreuzen, wenn wir unterwegs sind. Es wäre ja schon fast als unfreundlich zu betrachten, wenn man einfach schweigend an seinen Mitmenschen vorbeiläuft, wo die Gegend hier doch so dünn besiedelt ist. Wenn man hier jemand anderes sieht ist man froh darüber, und ins Gespräch kommt man schnell.
Gestern haben wir uns eigentlich gar nicht weit von unserer „Basis“ entfernt, ich und Gabi sind einfach ein wenig in der Umgebung herumgewandert und haben interessante Motive gesucht. Derer sind wir zwar nur begrenzt fündig geworden, doch wir haben an ihrer Stelle interessante Leute getroffen. Zwei, um genau zu sein. Mehr waren nicht unterwegs, wir sind hier wie gesagt in einer spärlich besiedelten Landschaft unterwegs.

Schwein
Wir waren gerade damit beschäftigt, einem Paar felligen Schweinen in ihrem Element zuzusehen (sie buddelten im Schlamm nach Essbarem), da näherte sich uns eine Frau mittleren Alters, gefolgt von ihrem brav daher-trottenden, betagten Border Collie Mix. Dieser machte zwar einen absolut liebenswürdigen und sanftmütigen Eindruck, sein Erscheinundbild wurde allerdings von einem Maulkorb gertübt, welcher ihn verdächtig aussehen lies. Dies sei der arme Hund aber keineswegs, erfuhren wir von seiner Besitzerin. Der Maulkorb sei lediglich angebracht worden, damit er nicht auf irgendwelchen Steinen herumkaut (das machen manche Hunde recht gerne, auf Kosten ihrer Zähne). Wir unterhielten uns eine Weile lang über dies und das, fragten nach fotogenen Lokationen, sprachen über das Wetter, wie sich das in einer Konversation mit fremden Leuten gehört, und streichelten den alten Hund.

Hier wohnen wir

Matsch – nach dem Regen der letzten Tage. Da freuen sich die Schweine

Angie fütert die Hühner

Ferkel
Die buddelnden Schweine nahmen wir auch auf. Es war recht beeindruckend, wie sie mit ihren Schnautzen den Boden durchpflügen konnten, als wäre es das normalste der Welt, mit der Nase ein Feld regelrecht umzugraben. Sie bedachten uns zuerst mit allerlei Desinteresse, dann schlich eines von ihnen in der Hoffnung auf etwas Fressbares zu uns, nur um sich dann enttäuscht an einem Pfosten zu kratzen.
Wir liefen weiter, und trafen kurz darauf auf unsere zweite Gesprächspartnerin. Auch in Begleitung ihres Hundes, fütterte sie einen Haufen Hühner. Ein Gespräch war schnell in Gang gekommen, und sie nahm uns mit zu einem weiteren Pferch in dem sich zwei elf Wochen alte Ferkel tummelten. Sie quiekten als wir uns mit dem Futter näherten. Jetzt erfuhren wir, dass man die Schweine tatsächlich dazu nutzt, Land zu bearbeiten. Nachdem die Schweine ein halbes Jahr mit ihren Schnauzen im Erdreich beschäftigt waren, kann ein Feld bepflanzt werden. Dünger liefern die Grabenden gleich mit. Wie praktisch.
von Gabi
Ich fragte nach, ob die Leute auf der Insel hier viele Früchte des Meeres sammeln, Muscheln, Schnecken und so. Wir kennen das aus der Bretagne, wo jeder sofort loszieht, sobald die Ebbe das Land frei gibt. Hier wäre es tatsächlich eher unüblich. Aber Angie, wie unsere Gespächspartnerin hies, ist hier aufgewachsen und sie kennt daher auch einige Tricks, wie man an Muscheln kommen kann. Letzte Woche war es möglich die großen Scheidemuscheln zu sammeln. Das geht nur bei Ebbetiefststand, ist also erst wieder Ende März möglich. Die Muscheln sind nicht einfach zu fangen. Ja doch, einfangen muß man sie. Angie erklärte, dass man nur kleine Ringe auf dem Sand sieht und die Muschel dann seitlich fest in den Sand drücken muß sonst flutscht die Muschel schnell nach unten in den Sand weg. Bekommt man sie dann zu fassen, zieht man sehr langsam, mehrere Minuten lang vorsichtig an der Muschel, wenn man das zu schnell macht hat man nur die Schale in der Hand und die Schnecke macht sich ohne ihr Haus aus dem Staub.
In der Touristeninfo hatte ich einen Zettel mit Infos über eine Austernfarm mitgenommen. Jetzt sprach mich Angie darauf an. Cool! Ihr Mann hat die Farm gegründet und der Schwiegersohn hat sie jetzt übernommen. Wir merkten schnell, dass es uns beiden Spaß machte zu quatschen, so verabredeten wir uns für den Abend.
Zusammen mit Gunter und Noah fuhr ich nochmal Richtung Glenbrittle. Wir hatten vor zu den Fairy Pools zu laufen, aber Amy hatte Schmerzen in der Wange und im Ohr, so vertagten wir das und erkundeten erstmal die Region. Den Wanderparkplatz fanden wir schnell. Es war schon spät und eigentlich zu dunkel, doch wir hatten Lust den Strand am Ende der Straße noch einmal zu besuchen. Hier hatte schon jemand den ganzen Müll am Zaun zusammengetragen. Die Muster des weissen und schwarzen Sandes waren genial, das Licht war es nicht.
Kaum waren wir daheim, liefen Esra und ich nochmal zu Angie, den Berg hinunter. Wir lernten Kenny kennen. Saßen etwas mehr als eine Stunde zusammen. Es ist sehr erstaunlich, was dieser Mann schon alles gemacht hat in seinem Leben :-) Und ganz aufregende Berufe: Fischer, Leuchtturmwärter (bei dem Leuchtturm, den wir letztens nicht fanden und der auch schon abgebaut ist!), Austernzüchter und Whisky Distiller bei Talisker. Beeindruckend, nicht wahr? Angies Mutter war die erste weibliche Leuchtturmwärterin! Im Dunkeln liefen wir wieder heim. Am Montag werden wir die Austernfarm von Kenny ansehen! Da freuen wir uns schon sehr darauf.
Coral Beach bei Sonnenschein und Fairy Glen – Stardust am Abend
Wieder ein absolut sonniger Tag, wieder waren wir zu warm angezogen. Gerne wollten wir sehr früh raus und zum Beispiel zum Old Man of Storr hochwandern, doch wir waren bettschwer, die lange Autofahrt schreckte uns ab und es lohnt nicht wieder zurück zu fahren und bis zum Sonnenuntergang wird der Tag dann zu lang. So waren wir erst um kurz nach 9:00 Uhr unterwegs, zu spät für gutes Fotolicht.
Mehrfach wurde uns ein Strand mit weißem Sand Richtung Dunvegan empfohlen. Die Straßen dahin waren anfangs gut, sie wurden enger und löchriger. Auch so eine Straße, die wir mit dem Mobil nicht fahren würden. Die schattigen Stellen waren mit Eis verziert, ich erwähnte es, weil es so lokal außergewöhnlich wirkte. Gunter meinte: „Nein, das ist kein Eis, es ist nicht kalt. Das sind Flechten“ Aha, da waren plötzlich überall Flechten. Esra nannte es dann schließlich schmunzelnd „Kristallmoos“. Wir sahen es den ganzen Tag und grinsten nur noch vor uns hin. Es war also kalt, wir merkten es nur nicht! Schon seltsam. Die Sonne schien warm und hell, überall klares Wasser, welches das Licht refektierte. Wir sogen die Sonne und die meerigen Inselaussichten auf, wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Februar in Schottland
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„Clear Skye“ – blauer Himmel auf der Isle of Skye – Talisker Bay
Ein weiterer Tag ohne Wolken und Regen. Das Wetter ist für die Fotografie zu schön. Tatsächlich!
Wir hatten uns mit Kenny wegen der Austernfarm verabredet. Die kleine Hütte mit dem Boot und dem Laden fanden wir schnell, sie ist nicht weit von Fiskavaig wo wir wohnen. Kenny erwartete uns, wir löcherten ihn mit Fragen.
Die Austernzucht hatte er vor mehr als 30 Jahren angefangen. Hier in Schottland werden kaum Austern kultiviert, so hat er wenig Konkurrenz. Mittlerweile hat der Schwiegersohn die Farm übernommen, Kenny ist ja beim Whisky beschäftigt :-)
Die Austern werden in diesen Netztaschen am Ende des Loch Harports (Fjords) auf Gestellen gelagert und zweimal täglich von der Flut umspült. Kenny meint, nur wenige der Taschen gehen bei Stürmen verloren und diese kann er nach und nach wieder einsammeln. Die Austern brauchen etwa 3-4 Jahre bis sie erntereif sind. Früher wurden sie an den Großhandel verkauft. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Kenny möchte ein paar der etwa 50000 Besucher der Talisker Distillerie zum wenige Meter entfernten Austernladen locken, um dort die frische Ware an die Kunden zu bringen.
Wie viele Unternehmen auf der Isle of Skye ist auch die Austernfarm von den Touristen abhängig. Letztes Jahre wäre es wohl wegen der Olympischen Spiele in London ganz schlecht gewesen mit den Touristen auf der Insel. Wir halten den beiden Männern die Daumen, dass sich das Austerngeschäft auch zukünftig lohnen wird.
Kenny, der die Austernfarm vor fast 30 Jahren gründete
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Sonniger Tag auf der Isle of Skye – Wanderung am Quiraing, Abends in Elgol
Die Sonne schien. Wir hatten also „clear sky auf der Isle of Skye“. Es ist nicht immer einfach, die Kids morgens „fotofrüh“ aus den Betten zu bekommen. Da wir an einem Ende der Insel wohnen ist für Sonneaufgangsfotos jedesmal noch eine Stunde Fahrt einzurechnen. Wir waren trotz allem relativ früh beim Pass von Quiraing und liefen bei starkem Wind los. Wir hatten uns alle in verschiedene Lagen Kleidung eingepackt. Doch plötzlich war der Wind weg, wir liefen windgeschützt und kamen ganz schnell ins Schwitzen. Bei dem Wetter hier weiß ich nie, was ich anziehen soll. Wir haben Winter und denken, wir brauchen extra warme Sachen. Da scheint uns die Jahreszeit zu foppen. Es ist kaum kälter als im Sommer :-) Da froren wir und sehnten uns nach Handschuhen – jetzt haben wir Handschuhe mit und brauchen sie meist nicht.
Morgenlicht am Quiraig
Gunter fotografiert
Die Aussicht entlang dieser leichten Wanderung ist atemberaubend. Nicht nur für mich war das Nahrung für die Augen. Erst als wir zu den Stacks kamen, spürten wir den Wind, der kein nun Wind mehr, sondern ein Sturm geworden war. Jetzt war es kalt, wir hatten uns warm gelaufen und der Wind ging durch und durch. Der Weg hatte sich von torfig zu schottrig geändert. Im Sturm war es schwierig, auf dem Pfad zu bleiben. So kletterten wir nicht weiter nach oben um eine noch grandiosere Sicht auf diese Felsnadel zu erhaschen. Der Rückweg war wieder windgeschützt und angenehm warm. Isle of Skye Besuchern können wir diese Wanderung sehr ans Herz legen! Und für die Wohnmobilisten: von Uig kann man gut zum Parkplatz fahren, erst danach geht es 14% abwärts und wird kurviger.
Es war Sonntag, doch der Supermarkt in Portree hatte geöffnet. Wir kauften Proviant und fuhren direkt weiter nach Elgol. Das ist auch eine der Strecken, die wir mit dem Wohnmobil nicht gefahren sind. Das war auch klug, die Straße ist sehr eng und am Ende extrem steil. Dass wir diese Strecken nun mit dem VW T4 fahren können macht großen Spaß! Wir kommen endlich in alle Ecken :-) Nachteil: wir müssen danach wieder zum gemieteten Häuschen zurück und können nicht direkt am Strand übernachten. Jeder Käse hat Löcher, was?
Mir gefiel Elgol auf Anhieb! Ein Strand mit großen Felsen begrüßte uns, die Wellen rollten knallend herein, wenige Fischerboote dümpelten im Wasser, eine kleine Schule mit optimaler Strandlage. Gunter startete ein Timelapse Film, wir liefen entlang des Strandes. Ich machte ein paar Langzeitaufnahmen. Eine große Felsformation, die wegen der löchrigen Struktur Bienenstock heißt, lag fotogen im Sonnenlicht. Ich fühlte mich fotografisch im Paradies, ein Bach plätscherte gurgelnd ins Meer, das Licht wurde warm und weich. Wir erlebten einen perfekten Sonnenuntergang. Ich war so im Element, dass ich mal wieder nasse Füße bekam. Immer wieder erwischen mich hinterhältige kleine Wellen.
Schaf auf der Mauer
Abendstimmung in Elgol, Isle of Skye
Der Weg zurück war lang, wir waren müde und hungrig. Ich luf die Bilder runter, sicherte doppelt, schrieb den Blogeintrag. Nordlicht könnte möglich sein in dieser Nacht. Wir sahen so etwas „nordlichtähnliches“ am Himmel und Gunter und ich fuhren los zum kleinen Hafen. Da standen wir dann im Stockfinster der Nacht. Eine Wolke hatte uns verarscht, sie war nicht grün :-) Also wieder zurück und müde ins Bett fallen. Der Schlaf erwischte uns, bevor der Kopf auf dem Kissen gelandet war :-)
Unterwegs in Fiskavaig, interessante Schweine getroffen
von Esra
Es ist kein Geheimnis, dass wir oft und gerne Gespräche mit den Leuten anfangen, die unseren Weg kreuzen, wenn wir unterwegs sind. Es wäre ja schon fast als unfreundlich zu betrachten, wenn man einfach schweigend an seinen Mitmenschen vorbeiläuft, wo die Gegend hier doch so dünn besiedelt ist. Wenn man hier jemand anderes sieht ist man froh darüber, und ins Gespräch kommt man schnell.
Gestern haben wir uns eigentlich gar nicht weit von unserer „Basis“ entfernt, ich und Gabi sind einfach ein wenig in der Umgebung herumgewandert und haben interessante Motive gesucht. Derer sind wir zwar nur begrenzt fündig geworden, doch wir haben an ihrer Stelle interessante Leute getroffen. Zwei, um genau zu sein. Mehr waren nicht unterwegs, wir sind hier wie gesagt in einer spärlich besiedelten Landschaft unterwegs.
Schwein
Wir waren gerade damit beschäftigt, einem Paar felligen Schweinen in ihrem Element zuzusehen (sie buddelten im Schlamm nach Essbarem), da näherte sich uns eine Frau mittleren Alters, gefolgt von ihrem brav daher-trottenden, betagten Border Collie Mix. Dieser machte zwar einen absolut liebenswürdigen und sanftmütigen Eindruck, sein Erscheinundbild wurde allerdings von einem Maulkorb gertübt, welcher ihn verdächtig aussehen lies. Dies sei der arme Hund aber keineswegs, erfuhren wir von seiner Besitzerin. Der Maulkorb sei lediglich angebracht worden, damit er nicht auf irgendwelchen Steinen herumkaut (das machen manche Hunde recht gerne, auf Kosten ihrer Zähne). Wir unterhielten uns eine Weile lang über dies und das, fragten nach fotogenen Lokationen, sprachen über das Wetter, wie sich das in einer Konversation mit fremden Leuten gehört, und streichelten den alten Hund.
Hier wohnen wir
Matsch – nach dem Regen der letzten Tage. Da freuen sich die Schweine
Angie fütert die Hühner
Ferkel
Die buddelnden Schweine nahmen wir auch auf. Es war recht beeindruckend, wie sie mit ihren Schnautzen den Boden durchpflügen konnten, als wäre es das normalste der Welt, mit der Nase ein Feld regelrecht umzugraben. Sie bedachten uns zuerst mit allerlei Desinteresse, dann schlich eines von ihnen in der Hoffnung auf etwas Fressbares zu uns, nur um sich dann enttäuscht an einem Pfosten zu kratzen.
Wir liefen weiter, und trafen kurz darauf auf unsere zweite Gesprächspartnerin. Auch in Begleitung ihres Hundes, fütterte sie einen Haufen Hühner. Ein Gespräch war schnell in Gang gekommen, und sie nahm uns mit zu einem weiteren Pferch in dem sich zwei elf Wochen alte Ferkel tummelten. Sie quiekten als wir uns mit dem Futter näherten. Jetzt erfuhren wir, dass man die Schweine tatsächlich dazu nutzt, Land zu bearbeiten. Nachdem die Schweine ein halbes Jahr mit ihren Schnauzen im Erdreich beschäftigt waren, kann ein Feld bepflanzt werden. Dünger liefern die Grabenden gleich mit. Wie praktisch.
von Gabi
Ich fragte nach, ob die Leute auf der Insel hier viele Früchte des Meeres sammeln, Muscheln, Schnecken und so. Wir kennen das aus der Bretagne, wo jeder sofort loszieht, sobald die Ebbe das Land frei gibt. Hier wäre es tatsächlich eher unüblich. Aber Angie, wie unsere Gespächspartnerin hies, ist hier aufgewachsen und sie kennt daher auch einige Tricks, wie man an Muscheln kommen kann. Letzte Woche war es möglich die großen Scheidemuscheln zu sammeln. Das geht nur bei Ebbetiefststand, ist also erst wieder Ende März möglich. Die Muscheln sind nicht einfach zu fangen. Ja doch, einfangen muß man sie. Angie erklärte, dass man nur kleine Ringe auf dem Sand sieht und die Muschel dann seitlich fest in den Sand drücken muß sonst flutscht die Muschel schnell nach unten in den Sand weg. Bekommt man sie dann zu fassen, zieht man sehr langsam, mehrere Minuten lang vorsichtig an der Muschel, wenn man das zu schnell macht hat man nur die Schale in der Hand und die Schnecke macht sich ohne ihr Haus aus dem Staub.
In der Touristeninfo hatte ich einen Zettel mit Infos über eine Austernfarm mitgenommen. Jetzt sprach mich Angie darauf an. Cool! Ihr Mann hat die Farm gegründet und der Schwiegersohn hat sie jetzt übernommen. Wir merkten schnell, dass es uns beiden Spaß machte zu quatschen, so verabredeten wir uns für den Abend.
Zusammen mit Gunter und Noah fuhr ich nochmal Richtung Glenbrittle. Wir hatten vor zu den Fairy Pools zu laufen, aber Amy hatte Schmerzen in der Wange und im Ohr, so vertagten wir das und erkundeten erstmal die Region. Den Wanderparkplatz fanden wir schnell. Es war schon spät und eigentlich zu dunkel, doch wir hatten Lust den Strand am Ende der Straße noch einmal zu besuchen. Hier hatte schon jemand den ganzen Müll am Zaun zusammengetragen. Die Muster des weissen und schwarzen Sandes waren genial, das Licht war es nicht.
Kaum waren wir daheim, liefen Esra und ich nochmal zu Angie, den Berg hinunter. Wir lernten Kenny kennen. Saßen etwas mehr als eine Stunde zusammen. Es ist sehr erstaunlich, was dieser Mann schon alles gemacht hat in seinem Leben :-) Und ganz aufregende Berufe: Fischer, Leuchtturmwärter (bei dem Leuchtturm, den wir letztens nicht fanden und der auch schon abgebaut ist!), Austernzüchter und Whisky Distiller bei Talisker. Beeindruckend, nicht wahr? Angies Mutter war die erste weibliche Leuchtturmwärterin! Im Dunkeln liefen wir wieder heim. Am Montag werden wir die Austernfarm von Kenny ansehen! Da freuen wir uns schon sehr darauf.
Inselrundfahrt Isle of Skye, Abends Live Musik im Pub
Das Wetter sah wunderbar aus, kein Regen und sogar etwas Blau am Himmel. John kam gegen 9:00 Uhr vorbei. Mit einer warmen Umarmung stellte er sich vor: „Hi, I’m John MacKay from the Isle of Skye“ Gegen Abend würde er einen Austauschfernseher vorbeibringen, wir tranken noch quatschend einen Kaffee zusammen und bekamen noch ein paar Tipps für schöne Strände und Aussichten.
Es zog uns nach draußen. Diesmal liefen wir nicht, sondern fuhren eine Runde mit dem Auto. In Portree kauften wir ein, den Laden kennen wir bereits vom Sommer. Gunter suchte noch Süßstoff für seinen Kaffee und wir standen anscheinend mit einem Fragezeichen im Gesicht da, als uns eine Dame ansprach und fragte was wir suchen. Sie führte uns direkt zum Regal, wie nett.
In der Stadt schauten wir uns die netten Lädchen an, der Fish & Chips Laden wurde umgebaut und war daher geschlossen. In der Touristinfo fragte ich nach einer Karte und redete mit der Angestellten, immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Leuten und Regionen. Vielleicht schaffen wir es ja doch auch Wale zu sehen? Wenn ja, dann seht Ihr sie auch :-)
In Uig buchten wir die Fähre für nächste Woche. Auch hier war die Frau, die uns beriet sehr nett und wir schwätzten eine ganze Weile. Am Mittwoch, unserem Reisetag, war das Wetter so heftig, dass die Fähre ganz ausgefallen war. Sollten wir mit bedenken im Winter! Mit den Fährtickets in der Tasche ging es munter weiter.
Die Kirche auf der Höhe vor Carbost, Isle of Skye
Tang am Strand von Staffin, Isle of Skye
Esra springt über einen Wassergraben
Aussicht von Quiraing
schöne Aussichten
Schilder am Pass
blauer Himmel auf der Isle of Skye
Dann fuhren wir erstmals über den Quiraing Pass, den wir uns damals mit dem Wohnmobil nicht zu fahren trauten. Die Strecke ist tatsächlich atemberaubend. Wir liefen entlang des Wanderpfades. Das Licht war nicht sonderlich gut, aber für uns, die wir diese Trotternich Ridge zum ersten Mal sahen, faszinierend. Es war ja wenigstens trocken, doch im Wind auch ziemlich kalt. So fotografierten und wanderten wir ein, zwei Stunden. Genial! Mit dem Wohnmobil hätten wir von Uig bis zum Parkplatz fahren können, die Steigung von 14 % beginnt erst danach. Wahrscheinlich kann man das auch mit einem guten Mobil schaffen, es war nicht so schlimm.
Größere Kartenansicht
Bei Staffin liefen wir den Strand entlang, die Kinder suchten die Fußabdrücke von den Dinosauriern, fanden sie leider nicht. Wir betrachteten die wunderschönen Stukturen, die die Rinnsale in den weissen und schwarzen Sand gemalt hatten.
Wieder zurück daheim kochten wir wieder einmal unseren geliebten Stirfry, das gemischte Gemüse, mit Lachs. Am Pub hatte gestanden, dass es live Musik gäbe und bisher hatte ich noch nie einen Whisky in einem schottischen Pub getrunken. Heute war der Tag. Es war etwas schwierig Gunter so spät noch zum Rausgehen zu bewegen, doch was ist eine Reise schon, wenn man keine Leute trifft. Wir fuhren also die 5 km zum Ort, direkt neben der Talisker Distillerie und gingen ins Pub. Esra hätte uns begleiten können, doch er wollte nicht. So gingen Gunter und ich allein. Das Pub war voll, es liefen mindestens 4 große Hunde darin herum, alle wollten gestreichelt werden. Ein kleiner Junge war auch da und viele Musiker. Die saßen einfach am Tisch in der Mitte zusammen und spielten. Ich trank einen Famous Grouse – Tallisker gab es nicht, schade. Gunter trank ein Guiness.
Ich mußte mich schwer konzentrieren beim Filmen, meine Füße wollten tanzen :-) Ach, was für ein Genuss diese Musik! Leider waren die Musiker schwer beschäftig, gerne hätte ich mich mal mit ihnen unterhalten. Wir werden sicher bald nochmal in ein Pub gehen…
Die Regentaufe – Erkundungen um Fiscavaig
Der erste Tag unserer Winterreise war so, wie der Anreisetag. Wild und vor allem nass. Trotzdem zog es uns nach draußen. Wir waren ja nicht soweit gefahren um dann Angst vor dem Wetter zu haben.
So zogen wir uns alle nicht ganz so warm aber vermeintlich wasserdicht an und liefen in Richtung der Bucht unweit unseres kleinen Hauses. Die kleinen Wasserfälle und Bächlein plätscherten und gurgelten lebendig, die Gruppe einsamer kleiner Bäume stand ziemlich nackt am Ufer. In der Ferne ein schwarzer, nasser, großer Strand. Wir liefen daran vorbei in Richtung eines kleinen Leuchtturms. Es nieselte, das machte uns nichts. Das Laufen über Stock und Stein, weiches Moos und tiefer, sehr nasser, kalter Pfützen war anstrengend. Dauernd wichen wir Zäunen aus oder kletterten drüber.
Regenwetter
Der Leuchtturm versteckte sich schließlich sehr geschickt hinter flachen, unscheinbaren Hügeln, die trotz allem nicht so einfach von uns erklommen werden wollten. Jetzt kam Wind dazu, wir waren da, wo Leuchttürme normalerweise stehen – weit draußen, den Elementen ausgesetzt. Der Regen nahm zu, er peitschte uns ins Gesicht, fühlte sich durch den Antrieb durch den Sturm an, wie Hagel. Die Regenkleidung von mir und Amy hielt schon lange nicht mehr dicht. Die Hose klebte auf der Haut, die Regenhose rutschte nicht mehr leicht darüber. Ein extrem unangenehmes Gefühl, weil ich ständig auf und ab kletterte und die volle Beweglichkeit meiner Beinkleidung in diesem Moment nötig gehabt hätte. Auch die Jacke lies nach und nach den Regen durch, Unmengen an Wasser speicherten sich schwer im Gewebe. Hatte ich nicht erst gestern nach mehr frischer Luft „geschrien“? Jetzt hatte ich sie!
Noah und Amy auf dem Weg zum Strand
an einem Briefkasten
Esra bei der Wanderung
nach einem Wintersturm lag viel üll am Strand
Wir fanden schließlich den Broch, nur der Leuchtturm hielt sich weiterhin versteckt. Weit waren wir nicht wirklich unterwegs, es kam uns aber so vor. An einem Strand hatte das Meer große Mengen an Plastikmüll ans Land geworfen, wir erkundeten etwas traurig diese Müllhalde. Flaschenpost war nicht dabei. Den Leuchtturm fotografierten wir dann nicht mehr, weil die Kamera schon viel zu nass war. Selbst auf dem kompletten Rückweg wurden wir von böigem Wind und heftigem Regen begleitet. Mittlerweile quatschte das Wasser in den Schuhen. Gunters und Esras Sachen waren dicht, Noah war auch halbwegs OK, nur die Hosenbeine waren nass. Amy und ich hatten es voll erwischt – schlechte Regenhosen und zu alte Gore Tex Jacken. Wir waren bis auf die Knochen nass. Glücklicherweise war es nicht allzu kalt.
Den Rest des Abends waren wir mit dem Trocknen der Kleidung beschäftigt. Wir fanden den Trockner im Vorratshüttchen im Garten, die Schuhe trockneten wir mit unserem norwegischen Schuhtrockner (Bild kommt noch!)
Jetzt wissen wir jedenfalls, welche Regensachen dicht und welche undicht sind. Damals, im Jahr 2007, wurden wir in Dover auch am ersten Tag bis auf die Unterwäsche nass geregnet und danach war die Reise super. So wird das jetzt auch, unsere Regentaufe haben wir hinter uns.
Da uns die Müdigkeit überfiel, machte ich das Fernsehen an. Mal abhängen! Nach wenigen Minuten ging einfach das Bild weg. Schade, da lief gerade Top Gear , was wir so gern schauen. Ich rief also die Vermieter an, wollte sowieso mal mit den beiden reden. Im Haus funktioniert das Handy nicht, so stand ich auf Socken in der Haustür und fror während ich Johns wunderschönen Schottisch lauschte. Ah, das höre ich tatsächlich sehr gern! Der Fernseher ist wohl kaputt, John möchte ihn morgen austauschen. Daheim haben wir keinen Fernseher, wir schauen die Filme lieber im Originalton, hier in England können wir also erstmals unbeschwert fernsehen :-)
Alle Fotos (bis auf das Müllbild) sind mit dem Tamron 24-70mm F/2,8 aufgenommen. Mein erster Eindruck ist recht gut, die Vignettierung stört mich etwas. Ob das eventuell an der Canon 5d MII liegen kann? Morgen werden wir das Objektiv einmal an der alten Canon 5d testen.