Speichern der Fotos unterwegs

Anzeige

In diesem Artikel beschreiben wir unsere Methode der Datensicherung, die eher für engagierte Fotografen mit hohem Datenaufkommen ist. In einem weiteren Beitrag zeigen wir Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!

Neue technische Entwicklungen und immer stärkere Internetbindung lassen die klassische Datenspeicherung auf Reisen scheinbar obsolet wirken. Mit Smartphones werden Schnappschüsse in nullkommanix in soziale Netzwerke, wie facebook hochgeladen und an alle Freunde verteilt. Andere legen ihre Fotoausbeute auf Online-Speichern, wie Googles Picasa ab, wo sie von überall zugänglich sind.
Wir haben auch mit etlichen Reisenden gesprochen, die mit ein paar größer dimensionierten Speicherkarten über etliche Wochen auskommen, indem sie immer wieder ihre Ausbeute sichten, durchsortieren und Teile löschen.

Kabelwirrwarr im Mobil - das ist oft recht anstrengend, weil die Sicherung lange dauert und wir zu fünft reisen!!

Kabelwirrwarr im Mobil – das ist oft recht anstrengend, weil die Sicherung lange dauert und wir zu fünft reisen!!

Externe Festplatten für die Datensicherung auf Reisen

Das ist alles gut und unkompliziert, funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Grad, mit Smartphones und Kompaktkameras, und im komprimierten jpg-Format. Wer als engagierter Fotograf mit Spiegelreflex-Kameras arbeitet und im RAW-Format speichert, hat ein unungleich höheres Datenaufkommen (etwa 10-fach mehr als im JPEG-Format), für das eine mobile Internetanbindung nicht mehr ausreicht, oder unverhältnismäßig teuer wird. Ein weiterer wichtiger Tatbestand ist, dass in vielen Regionen nur recht langsames oder sogar kein mobiles Internet verfügbar ist.
Auf unseren Reisen kommen leicht einige hundert Gigabytes an Daten zusammen. Da wird auch ein adäquates Set von Speicherkarten viel zu teuer.

Wir fotografieren nun schon seit fast zehn Jahren schwerpunktmäßig digital, und wollen hier einmal unsere Erfahrungen und Speicherstrategien vorstellen.

Notebook und Kartenlesegerät

Die erste und wichtigste Anschaffung ist natürlich ein Notebook und ein Kartelesegerät. Das Notebook hat viel Speicherkapazität, über den großen Bildschirm lässt sich die Qualtität der Tagesausbeute qualifiziert beurteilen, und ausgewählte Bilder können für Online-Berichte bearbeitet und optimiert werden.
Bei der Notebookwahl sollte man besonders auf die Festplattenkapazität und die Bildschirmqualität achten, ansonsten hat man recht freie Wahl. Reine Bildbearbeitung und -betrachtung stellt keine hohen Anforderungen an Grafikkarte und Prozessor.
Als Kartenleser haben wir seit Jahren die Hama CardReader 35in1 im Einsatz. Die sind sehr preiswert, mit die schnellsten und arbeiten recht zuverlässig mit fast allen Kartenformaten. Im Gegensatz zum Download direkt von der Kamera, schont dieser Weg die Kamerabatterien und vermeidet Komplikationen, falls die Kamera beim Herunterladen schlapp macht.
Leider scheint der Hama CardReader unter Windows 8.1 Probleme zu machen. Ein würdiger Nachfolger ist das Transcend All-in-1 Multi Kartenlesegerät, das mit USB3.0 zudem schneller ist, und dabei nur unwesentlich teurer.

Nützliche Tipps zur Reisefotografie! Nichts mehr verpassen….

Unabhängig vom Notebook mit einem Image-Tank

Als Backup-Lösung haben wir einen Image-Tank dabei, in den man den Speicherkarteninhalt direkt einlesen kann. Dami ist man Notebook-unabhängig. Unser erster war das DIP-Wiesel (Modell PD 70X) mit 80 GB Kapazität, und lief mit vier AA Akkus als Stromversorgung. (das war sehr praktisch, weil ich dieses Gerät auch als Ladegerät für die Blitzakkus nutzen konnte und kein Extraladegerät mitnehmen mußte!) Das Wiesel hatte zwar kein nennenswertes Display, war aber das schnellste Gerät am Markt und dazu recht preiswert.

Irgendwann wurde es abgelöst von einem NEXTO eXtreme ND 2700, dem noch flotteren Nachfolger aus der gleichen Ecke. Dieses bestückten wir mit einer 400 GB Festplatte, ein Li-Ionen-Akku war schon an Bord. Inzwischen hat das NEXTO einen Nachfolger, das NEXTO – Extreme ND 2730. Das neue Nexto ND 2901

Wahrscheinlich werden wir uns in Zukunft entweder das neue NEXTO oder den Hyperdrive Colorspace zulegen und mit einer 1500GB-Festplatte bestücken.
Diese Image-Tanks sind ideal, wenn du kein Notebook mitnehmen möchtest oder kannst.  Volle Speicherkarte rein und Knopf drücken, fertig. Das NEXTO merkt, ob die Kartendaten schon vorhanden sind und lädt bei Bedarf nur die neu hinzugekommenen Bilder runter. Eine Akkuladung reicht zum Herunterladen von ungefähr 30 GB Bildmaterial, danach muss das NEXTO ans Stromnetz, Auto oder Steckdose.

 

das Nexto bei der Arbeit (Achtung, Akku ist leer!)

das Nexto bei der Arbeit (Achtung, Akku ist leer!)

NEU: Ein Tipp für Smartphone- und Tablet-Benutzer

Smartphone-Nutzer speichern ihre Bilder gerne in der Cloud. Im Ausland oder in einsamen Gegenden ist das oft teuer oder sogar unmöglich. Die Konnektivität zu anderen Geräten ist nicht immer unkompliziert, oder man will sich einfach nicht auf Reisen mit einem Notebook belasten.

Da könnte ein kleines Gerät nützlich sein, auf das wir kürzlich gestossen sind:
Der [5-in-1] RAVPower® FileHub Wireless SD Kartenleser RP-WD01.  Dieser Minicomputer dient nicht nur als Kartenleser und zur kabelgebundenen Datenübertragung, sondern ist gleichzeitig NAS-Server, WiFi-Hotspot und Wireless Storage für iOS und Android Geräte. Der eingebaute 3000 mAh Akku kann auch zum Aufladen von Smartphones genutzt werden.

Seit September 2015 hat das RP-WD01 einen großen Bruder bekommen, das RAVPower mit 6000mAh Powerbank. Dessen Akku-Kapazität hat sich verdoppelt, außerdem beherrscht das Gerät auch DLNA-connect, mit dem es sich mit euren Home-Entertainment Geräten verbinden kann.

Die beiden Geräte erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Kapazität der Powerbank reicht aus, um ein Tablet oder Smartphone ein- bis zweimal nachzuladen, die Verbindungsmöglichkeiten sind fantastisch, nur müsst ihr für die Speicherfunktionen  extra eine microSD-Karte, wie z.B. die SanDisk Ultra 128GB, einsetzen. Der Kritikpunkt dabei ist, die Lese- und Schreibraten auf der microSD sind wahrlich nicht berauschend, da wird das Potential der High-End SD-Karte leider nicht genutzt.

Die 5 Schritte des Foto Backups

Das stärkere RAV Power WD-02

Das stärkere RAV Power WD-02

1. Speicherkarteninhalte auf den Image-Tank kopieren
2. Speicherkarteninhalte auf das Notebook kopieren
3. Sicherheitskopie auf externer Festplatte ablegen
4. Sicherheitskopie Nr.2 auf zweiter externer Festplatte ablegen (zumindest wenn Punkt 1. weggelassen wurde)
5. Dann erst mit den Daten auf dem Notebook arbeiten!

Hardware Probleme sind nicht selten

Das ist jetzt keine Paranoia, auf unseren Reisen ist uns tatsächlich schon einiges an Hardware kaputtgegangen: Ein Notebook hatte sich ins Nirwana verabschiedet, eine externe Festplatte hat ihren Geist aufgegeben, und einmal hat ein Kartenlesegerät mit defektem Controller die Speicherkartendaten korrumpiert.
Deswegen führen wir immer mehrere Kartenlesegeräte mit uns. Und zum Glück hatten wir die Daten schon sicher auf dem Image-Tank, bevor sie in die Fänge des Lesegerätes gerieten.

Punkt 5. ist auch eine Vorsichtsmaßnahme, da der RAW-Converter die Bilddateien hin und wieder falsch liest und die RAW-Datei beschädigt. Das passiert recht selten, betrifft leider oft die ausgesuchten Favoriten, die man als aller erstes prozessieren will.

Hama Lesegerät

Hama Lesegerät

Was ist aber zu tun, wenn die Speicherkarte Fehler meldet, und die Bilddaten darauf unauffindbar sind?

Gute Datenrettungsprogramme

Auf der letzten Schottlandreise haben wir jemanden getroffen, dem genau das passiert ist. Zum Glück hatte Robert, der Unglücksrabe, die besagte SD-Karte unangetastet beiseite gelegt, und wir konnten seine Bilder retten. Für eine erfolgreiche Wiederherstellung darf die defekte Karte weder weiter beschrieben noch formatiert worden sein.
Normale Datenrettungsprogramme wie Rescue-Disk oder Recuva retten gelöschte Daten von Festplatten und Speicherkarten, von versehentlich formatierten Festplatten, aber nicht immer von formatierten Flash-Speicherkarten. Sollte auch der Tiefenscan von Recuva (Piriform) keine Ergebnisse bringen, gibt es als letzte Instanz  Photorec, das mit TestDisc zusammen ausgeliefert wird, was ich aber damals nicht hatte.
In Roberts Fall zeigte die SD-Karte keinerlei Inhalt an, die übliche Datenrettungssoftware fand auch nichts zum Wiederherstellen.
Erst einmal war ich ratlos, dann kam ich auf die Idee, das Dateisystem der SD-Karte zu prüfen:
Wie vermutet war die  MFT (Master File Table), das Inhaltsverzeichnis der SD-Karte zerschossen.
Im Explorer mit Rechtsklick auf das Speicherkartenlaufwerk klicken, Eigenschaften wählen, und unter Extras oder Tools die Fehlerüberprüfung starten. Dabei “Dateisystemfehler automatisch korrigieren” wählen.
Die vormals korrupten Dateien sind wieder zusammengesetzt, befinden sich jetzt aber unter neuem Namen in einem separaten Ordner.

Ist das Löschen einzelner Bilder auf der Speicherkarte sinnvoll?

Noch eine Vorsichtsmaßnahme: ein Zusammenhang zwischen der Anzahl und Häufigkeit von in der Kamera gelöschten Bildern und dem Auftreten eines Datendefekts ist nicht auszuschließen. Deshalb löschen wir nur im Notfall Bilder über das Kameramenü.
Und nach dem Herunterladen formatieren wir die Speicherkartenn beim Wiedereinsetzen in die Kamera generell neu, damit sind wir auch eventuell latent vorhandene Dateisystem- und Schreibfehler los.

Speicherkarten - die nich nicht gesicherten Karten lagern wir "andersherum"

Speicherkarten – die nich nicht gesicherten Karten lagern wir „andersherum“

Unsere Packliste fürs Speichern unterwegs

Neben des obligatorischen Ladegeräten für die Kamerabatterien ist noch ein ganzer Haufen Krimskrams nötig, um für alle Fälle gerüstet zu sein:

AKTUELL:   Wer einen schnellen Datenspeicher mit Display wünscht, sollte sich den Hyperdrive Colorspace UDMA2 3.5″ LCD inkl. Wlan o. Festplatte oder einen fertig bestückten Hyperdrive Colorspace UDMA2 3.5″ LCD inkl. Wlan 500 GB mal ansehen.

Software für die Datensicherung und Bildbearbeitung

Adobe Photoshop Lightroom 5 WIN & MAC
Ideal für die Bildoptimierung, ersetzt mit seinen Möglichkeiten und der einfacheren Bedienbarkeit fast schon Photoshop. Schnell, günstig und leistungsstark. (ca. 120 Euro!)

Faststone Image Viewer 4.8
Sehr schneller, für private Zwecke kostenloser Bildbetrachter mit vielen Funktionen, wie Umbenennen, Konvertieren, Diashow erstellen, Basis-Bildbearbeitung und vieles mehr. Liest auch fast alle RAW-Formate.

FreeCommander 2009.2b,
oder den neuen FreeCommander XE release candidate
Kostenloser, leistungsstärkerer Ersatz für den Windows-Explorer. Mit Zweifenstertechnik, Ordnergrößenanzeige, Screenshots, batchweises Umbenennen und tausend anderen Funktionen. Extrem anpassbar auf die persönlichen Bedürfnisse.

PureSync 3.7.2 Personal Edition
Für Privatanwender kostenloses Backup- und Synchronisationsprogramm fürs sichere und bequeme Backups auf die externen Festplatten. Auch zum Synchronisieren und Spiegeln von Laufwerken, mit vielen Einstellmöglichkeiten.

Recuva Datenrettung
Findet gelöschte und verschwundene Daten, z.B. nach einem Crash, meist wieder. Leicht zu bedienen.

Photorec Datenrettung
Bei der Bedienung fühlt man sich zwar in die 80er Jahre zurückversetzt, so ohne Maus-Unterstützung und mit Befehlseingaben im DOS-Fenster, die Ergebnisse rechtfertigen aber den Aufwand. iPhotoRec ignoriert das Dateisystem und geht nach den darunter liegenden Daten, so daß es sogar funktioniert, wenn das Dateisystem deines Datenträgers schwer beschädigt oder formatiert ist.

Abschließende Tipps zur Sicherung der Fotos

1. Zuallererst: Sichert die frischen Bilddaten umgehend (Notebook, Festplatte, Online-Speicher, IPad etc.). Dann sind sie auch vor einem selbst sicher. Wir haben schon öfter erlebt, dass Leute ihre Fotos für’s Web verkleinert und unter dem Originalnamen gespeichert haben. Das Original war dann mal weg!

2. Nachdem der Inhalt der Speicherkarte heruntergeladen wurde, ist die einfachste und gleichzeitig sicherste Löschmethode, die Karte in der Kamera zu formatieren.

3. Beim Kopieren und bei Backups immer für ausreichend Stromzufuhr sorgen!!!

4. Die USB-Geräte entweder unter Eigenschaften für schnelles Entfernen optimieren, oder unbedingt über „Hardware sicher entfernen“ im Info-Bereich der Taskleiste deaktivieren.

 

In einem weiteren Beitrag zeigen wir Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!

War der Beitrag hilfreich? Du willst weitere solcher Artikel? Abonniere unseren Newsletter, der etwa alle 14 Tage erscheint!
 

 

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

10 Kommentare

  1. Schöner Einblick in eure Arbeitsweise. Ich denke, das wird für viele hilfreich sein, die auch gern auf lange Tour gehen möchten. Was mir noch fehlt ist die Info, wieviele Speicherkarten ingesamt ihr denn mithabt. Nur die vier, die oben abgebildet sind?

  2. hm, lass mich mal überlegen:
    eine 16 GB
    drei 8 GB
    vier 4 GB
    und noch ein paar ältere, kleinere….
    Und – wenn es zum Beospiel viele Wellen gibt haben wir es tatsächlich einmal geschafft alle Karten an einem Tag zweimal! zu füllen!!
    Ricarda:
    wie speicherst Du unterwegs?
    liebe Grüße

    Gabi

  3. Ein interessanter Beitrag über eure Speichertechnik. Mit welchen Kameras arbeitet Ihr? Ich hatte mal was über eine Störung an der 5D gelesen, aber leider nicht mitbekommen wie das ganze aus ging. Wie lange halten die Kamera Bodys bei der intensiven Nutzung?
    Viele Grüße, Gerhard

  4. Was bei fehlerhafter (Windows) MFT auch helfen kann: Booten des PCs mit einer Live-Unix-CD (z.B. Knoppix) und dann das Teil anstecken
    Ich rettete so meine Bilder-USB-Platte, die Windows nicht mehr erkennen konnte. Knoppix aber ohne Probleme. Und so konnte ich alle Bilder retten!
    Seitdem setze ich zwei 1TB Platten ein … von der Kamera direkt auf eine Platte kopieren, dann Platte zu Platte kopieren (und überprüfen), und dann erst wird die Speicherkarte in der Kamera gelöscht …

  5. Bin vor einiger Zeit auf Macbook umgestiegen, seitdem nachvollziehbar weniger Stress mit Speicherkarten und Festplatten. Kann ich für unterwegs nur empfehlen!

    Viele Grüße

    Ulrich

  6. Danke für die so konkreten Ausführungen. Nachahmenswert. Da fällt mir auf, wie nachlässig ich manchmal mit Daten agiere. Dabei sind es die flüchtigen Momente und lichtsituationen die so wertvoll sind und natürlich Kinder- und Familienbilder. Geertje von nordicfamily

  7. Eine Akkuladung reicht zum sichern von 30GB? Ist das ein Fehler oder richtig? Dann könnte ich ja noch nichteinmal meine 32GB SD vollständig sichern.

    • Hallo Achim,

      Das ist kein Fehler, aber der Nexto 2700 ist ja schon etwas in die Jahre gekommen. Wir haben extra den „Nachfolger“ am Ende des Artikels in der Packliste unten aufgeführt, den Hyperdrive Colorspace. Laut Tech.Spec. sichert der 180 GB mit einer Akkuladung. Davon abgesehen gibt es für solche Datentanks Autoladekabel oder externe Akkupacks.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


5reicherts.com speichert zur Bereitstellung einiger Funktionen Cookies auf Ihrem Rechner. Mit der weiteren Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden. Info

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen