Litløy Fyr – Ein Erlebnis für die Sinne!

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Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Noch sind wir nicht aus unserem Traum aufgewacht.

Sirius ist der Grund für die Belue

Sirius ist der Grund für die Belue

Kartoffelernte

Paula bereitet das Frühstück vor, wir sitzen zusammen, Elena plant den Tag. Ich hatte bereits per Email zugestimmt, dass sich die Kids um die Kartoffeln kümmern würden! Jetzt war es soweit. Sie zogen Arbeitsklamotten über und sahen direkt erschöpft aus. Aber auch wichtig. Das kleine Kartoffelfeld liegt fast am anderen Ende der Insel. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir durchs hohe Gras.
Dabei kamen wir auch an den Ökotoiletten vorbei. Dazu aber bald mehr. Gerade auf einer kleinen Insel sind solche eher nebensächlichen Dinge enorm wichtig aber logistisch genauso enorm schwierig zu handhaben.
Nach einer kurzen Instruktion, wie die leckeren Knollengewächse wohl am besten aus der Erde in die Körbe und zum Wohnhaus zu transportieren sind, liessen wir die Drei allein werkeln. Ich erkundete derweilen mit Thomas das andere Ende der Insel, Elena ging  zurück zum Wohnhaus.

Die Kids ernten die Kartoffeln auf der kleinen Insel

Die Kids ernten die Kartoffeln auf der kleinen Insel

Kartoffelernte - Esra trägt die Kisten querfeldein zum Wohnhaus

Kartoffelernte – Esra trägt die Kisten querfeldein zum Wohnhaus

 

Siedlungen früherer Zeiten

In vorindustriellen Zeiten, bevor es Autoverkehr und gute Straßen gab,war es egal, ob die norwegischen Fischer auf einer Insel oder auf dem Festland (ich zähle jetzt die „großen“ Vesterålen mal mit dazu) wohnten. Sie sahen zu, dass sie möglichst nah an den Fischgründen lebten. So gab es schon seit tausenden von Jahren Menschen auf der kleinen Insel. Überreste einer 6000 Jahre alte mobilen Siedlung und modernere Hinterlassenschaften von Häusern finden sich noch auf Litløy.
Die letzten Bewohner – von den Leuchtturmwärterfamilien einmal abgesehen – verliessen die Siedlung in den 1950ern. Zu dieser Zeit war das verwendete Baumaterial Holz so teuer, dass die Häuser abgebaut und mitgenommen wurden. Der Staat subventionierte die Umsiedlung. Die Boote waren jetzt fast alle motorisiert und die Fischer konnten so bequem und schneller von den größeren Siedlungen aus weiter hinaus zu den Fischgründen schippern. Ein Leben auf der Insel war nicht mehr notwendig, die Logistik, vor allem bezüglich Strom und Wasser zu aufwendig.
Wir fotografierten die übriggebliebenen Fundamente, als plötzlich die Krähen lauthals zu protestieren anfingen. Krähengekrächze ruft immer meine Aufmerksamkeit auf den Plan. Die Ursache war ein Adler der über uns schwebte und immer wieder von drei Krähen angegriffen wurde. Ein weiterer Adler kam hinzu und schließlich noch einer. Meine Teleobjektiv lag im Haus – ich durfte live genießen! Ihr bekommt dafür jetzt kein Bild davon!

Überreste der Siedlung, die um die 1950 verlassen wurde

Überreste der Siedlung, die um die 1950 verlassen wurde

 

Gunter hatte sich wohl aus Aufregung über die dauernden Probleme mit dem Mobil erkältet. Er fühlte sich matt, ruhte sich immer mal wieder aus.
Elena hörte von unseren Fahrzeugproblemen, sie rief umgehend für uns in der Werkstatt an. Die Idee war, das Gefährt reparieren zu lassen, während wir hier auf der Insel weilen. Elena arbeitet Vollzeit in der Bibliothek, Gunter fuhr also auf ihrem Arbeitsweg mit nach Bø und brachte unser mobiles Heim in die kleine Werkstatt.

Ein keiner Garten Eden

Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist ein unbeschreiblicher Genuß, auf dieser Insel zu wandern, die Adler zu beobachten und durch das hohe Gras zu streifen. Wenn man hier ankommt, sieht Litløy aus, wie ein Fels im Meer.  Der höchste Hügel ist ca. 100 m hoch. Was ich nicht erwartet hatte, ist die Fruchtbarkeit des Bodens. Noch Ende September blühen die Blumen entlang der steilen Treppen hoch zum Wohnhaus.

Es ist ein 209 Stufen langer bunter Garten. Elena zaubert aus den Salaten, Kräutern und Blüten farbenfrohe Salatgerichte. Hier isst das Auge in doppelter Hinsicht mit. Beim Essen war es uns nicht vergönnt, den Panoramablick auf die Lofoten durch die Fenster zu bewundern, denn wir nahmen die Mahlzeiten im Freien zu uns.
Elena legt besondern Wert auf gesunde Nahrung. Ich war fasziniert, wieviel so hoch im Norden selbst zu dieser Jahreszeit noch wachsen kann! Einige der Gerichte, die wir aßen, kamen zu 100 % absolut frisch direkt aus der Natur auf den Teller. Der Dorsch, der an Esras Angel gesprungen war, lag zwei Stunden später lecker gebraten vor uns. Das Gemüse hatten Elena und Paula kurz vor der Zubereitung gesammelt und direkt in der Küche verarbeitet. Außer Sahne, Milch, dem Käse und mal etwas Wurst, kommt wenig aus dem Supermarkt. Die Natur ist der beste Markt, den es gibt! Und ganz ohne lästiges Verpackungsmaterial.

Im Garten

Im Garten

Im Garten - ruft euch in Erinnerung, dass wir 300km nördlich des Polarkreises sind!

Im Garten – ruft euch in Erinnerung, dass wir 300 km nördlich des Polarkreises sind! – Diese hier sind natürlich nicht zum Essen!

Elena in der Gemüseabteilung

Elena in der Gemüseabteilung

Elena in der Küche

Elena in der Küche

Paula backt täglich Brot

Paula backt täglich Brot

Könnt ihr die Tomaten riechen?

Könnt ihr die Tomaten riechen? Ein ganz besonderes kleines Gewächshaus!

Der Speisesaal und ein liebevoll bereitetes Gericht

Der Speisesaal und ein liebevoll bereitetes Gericht

Die Fischköpfe locken Krabben an

Die Fischköpfe locken Krabben an – eine weitere leckere Mahlzeit!

Thomas im Supermarkt

Thomas im Fischsupermarkt

Elena im Tomatenhaus!

Elena im Tomatenhaus!

Leuchtturm früher und heute

Elena führt uns durch die Leuchtturmgebäude. Der 100 jährige Turm steht neben dem neuen Leuchtturm, der im Jahr  die Arbeit übernommen hat.
Im ursprünglichen Turm lagerte die Dreheinrichtung wie damals üblich frei schwimmend in Quecksilber. Eine Art großes Uhrwerk drehte die Fresnellinse gemächlich im Kreis. Da der Leuchtturm so hoch auf den Felsen sitzt, ist der Turm an sich sehr klein. Dadurch waren die Leuchtturmwärter dazu gezwungen, jede Stunde die Treppe  wieder hochzulaufen um die Kurbel zu bedienen.
Der moderne „Turm“ steht direkt neben dem schönen rot, weissen klassischen Leuchtturm. Zuerst dachte ich, dass es eine Art Wetterstation sei, so unauffällig sieht er aus.Er blinkt nachts automatisch gesteuert alle 10 Sekunden – und stört mich bei der Sternenfotografie 🙂

Elena im Innern des Leuchtturms

Elena im Innern des Leuchtturms – Sie hat kreative Pläne für den kleinen Leuchtturm

So sehen Leuchttürme heute aus! Nicht hübsch aber energiebewußt und selbständig

So sehen Leuchttürme heute aus! Nicht hübsch aber energiebewußt und selbständig

kleine, feien Wölkchen über dem 100 Jahre alten Leuchtturm

kleine, feien Wölkchen über dem 100 Jahre alten Leuchtturm

Norwegen 2013 – Übersichtsseite

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

23 Kommentare

  1. hallo, herrlich diese Erlebnisse auf der Insel. Ein Garten Eden, wie schön. Die drei bei der Kartoffelernte, super. Auch das leckere Brot jeden Tag…klasse.
    Esra sollte doch lieber die Krabbe wieder schwimmen lassen :-))))
    Mein Lieblingsbild, kleine Wölkchen über dem Leuchtturm.
    lg edeltraud

  2. Hallo Gabi,
    das ist ja ein Traum auf dieser kleinen Insel. Und schönes Wetter habt Ihr auch noch! Herrlich, wenn auch kein günstiges Vergnügen.
    Ich bin auf deinen ersten Praxisberichte zur 6D gespannt 😉
    Liebe Grüße,
    Gerhard

    • Hi Gerhard,
      Es gibt ja mehrere Möglichkeiten hierher zu kommen. Darüber werde ich noch berichten.

      Über die neue Kamera werde ich berichten – ich liebe sie, soviel schonmal vorab!

      liebe Grüße

      Gabi

  3. Wieder eine nette Geschichte, die so klasse mit Fotos hinterlegt ist. Dass dort so viele Seeadler leben, hätte ich nicht gedacht. Wie dicht lassen die sich fotografieren? reicht da ein 400er?
    Ich werde nun meinen Traum wahrmachen und bin Mitte Februar ’14 auf den Vesterålen, auch inspiriert durch euch ! 🙂
    Viele Grüße
    Christian

    • Das freut mich sehr, dass wir Dich dazu motivieren konnten 🙂
      400mm kann reichen, meist ist ein wenig mehr besser. Ich habe das 100-400mm auf der Canon 7d, da habe ich ein 640mm.

      liebe Grüße

      Gabi

  4. Diese Insel ist ja wohl das Schoenste, was ich seit langer Zeit gesehen habe. Auch die Geschichte der Besiedlung bzw.das, was davon uebrig geblieben ist, hat etwas ganz Spezielles und Spannendes. Eure Bilder mit diesem magischen Licht lösen bei mir immer wieder Begeisterung aus – Danke dafür! Aber auch wir hier in NRW haben zur Zeit super Wetter mit klaren, sternenreichen Naechten, ohne Polarlicht natürlich. Eine Frage hätte ich noch: Wer kann die Preise für die Unterkunft auf dieser Trauminsel bezahlen? Nicht missverstehen bitte, ich erkenne das Engagment absolut an, aber wer besucht die Insel und das kleine Hotel?

    LG Manfred

    LG
    Manfred

    LG
    🙂

    Es
    Es

    • Hi Manfred,

      das ist auch das Schönste, was ich je erlebt habe! Norwegen ist ja schon ein ganz besonderes Reiseland. Aber so eine kleine Insel und vor allem die Menschen, die hier für so ein Projekt zusammen kommen und arbeiten, sind nochmal ein absolutes Highlight!

      Elena meint, dass die Gäste von viele verschiedenen Ländern der Welt kommen. Oft sind das auch Reisende, die nicht im Luxus reisen, sich aber solche Momente gönnen. Ich denke, das was Elena hier anbietet ist nicht zu toppen. Die Location, diese Aussichten, das Leben mit der Natur, das absolut gigantische Essen, die Liebe der Menschen und die Abgeschiedenheit!
      Lies mal den Bericht von Paula, sie war länger und bereist öfters hier, und sie hat es wunderbar in Worte gefasst!

      liebe Grüße

      Gabi

  5. Wieder ein toller und eindrucksvoller Bericht – ein so exklusives Gewächshaus haben meine Tomaten nicht…
    Viele Grüße und noch weiterhin schönes Wetter
    Philipp

  6. … also Gabi, das Kartoffel sammeln hätten die drei auch hier haben können, Sonnenschein inklusive ;-). Neee, ist schon viel schöner bei euch da oben. Oder sagen wir, anders schön?!
    Ich wünsche euch noch erholsame Tage und uns allen weiter so schöne Berichte ;-).
    LG Gabi

    • Hi Gabi,

      das war gut für die Kids das mal zu machen!
      Esra ist den ganzen Tag unterwegs, schafft hier mit und da, den könnten wir ein paar Wochen hier lassen….
      Habe selten so glückliche Kids gehabt!

      liebe Grüße

      Gabi

  7. 2. Versuch, jetzt am PC:
    Hej, wie toll ist das denn:-) Wenn Paula mal Urlaub macht, komme ich Brot backen! Bäckt sie typisch norwegisches Kneipbröd oder gibt es was gescheites?
    Den Aufenthalt dort abzuarbeiten, ist wohl für die Meisten die einzige Möglichkeit, bei den Preisen.
    Wenn ich Tomate wäre, würde ich mich auch freuen, an einem so exklusiven Ort zu wachsen. BITTE; BITTE; BRINGT MIR EINPAAR SAMENKÖRNCHEN VON DEN TOMATEN MIT!
    Sind das die leckeren rotschaligen Kartoffeln? Es ist immer wieder erstaunlich, was so im hohen Norden wächst und gedeiht.
    Gute Besserung für Gunters Erkältung. Ansonsten geht es euch, verständlicher Weise, wohl bestens 😉 Es sei euch gegönnt! Mit dem Wetter habt ihr ja absolutes Glück.

    Alles Gute weiterhin,

    liebe Grüße
    Ursula

    PS: wir haben gestern auch Kartoffeln ausgemacht 🙂

  8. Nun bin ich richtig neidisch auf die Tomaten……solch ein traumhaftes Plätzchen hätt ich auch gern !
    Also ihr erlebt ja zur Zeit wirklich einen schönen Tag nach dem anderen ! Super !
    Nun muß nur Gunter wieder richtig fit werden damit er auch diese wunderbare Insel genießen kann……Gute Besserung für Dich !
    Weiterhin viel Spaß und liebe Grüsse aus dem Sørlandet !

    Übrigens Ursula, gebe Dir Recht daß das Kneippbrød nix Gscheits ist, aber das Selbstgebackene hier…….hmmmmm……da läuft Dir das Wasser im Mund zusammen.

  9. Hallo,

    an dieser Stelle muss ich euch einmal ein herzliches Dankeschön für die tollen Fotos und Reportagen sagen. Ihr habt bei mir den Wunsch, einmal Norwegen zu sehen, natürlich auch Polarlicht, wie keine zweite Website geweckt und geschürt. Der Informationsgehalt eurer Reiseberichte ist jedenfalls super.

    Danke dafür!

    Gruß,

    Tankred

    • Vielen Dank Tankred für Deine Rückmeldung! Wir freuen uns sehr, dass unser Geschreibsel Fernweh weckt 🙂
      Wir geben uns Mühe, auch für die Augen unserer Leser beobachten und dann darüber zu schreiben!
      liebe Grüße

      Gabi

  10. Hallo Gabi,
    ich muss grad schmunzeln: Sogar auf diese kleine Insel ist die TupperWare eingezogen.
    Jetzt fehlt eigentlich noch der Thermomix von Vorwerk*ggg*.
    Den „Beulenmacher“ mag ich.
    LG Maria

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