Wie einsam ist eine kleine Insel wirklich?

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Langweiliges Rentnerdasein vor der Glotze? Oder aktiv bei einem Projekt auf einer kleinen Insel arbeiten?

Der Schwede Janna zog letzteres vor. Doch wie kam es dazu?
Janne hatte im Fernsehen eine Sendung über Elenas Leuchtturminsel gesehen. Er meldete sich als Freiwilliger für die Mitarbeit an ihrem Projekt, und die Zusage begeisterte ihn so sehr, dass er es umgehend in die Tat umsetzte. Jannes Frau stimmte dem Unternehmen zu, es war das erste Mal seit seiner Militärzeit, dass die beiden solange voneinander getrennt waren.

Janne baute zusammen mit Nicholas einen Holzlagerschuppen am 100 Jahre alten Bootshaus. Er besitzt in Schweden auf einer Insel selbst eine Hütte und kennt sich daher mit der schwierigen Logistik und den handwerklichen Erfordernissen gut aus.
Jannes Begeisterung für das Inselprojekt drückte sich deutlich in seinem unermüdlichen Einsatz aus, was generell für alle Voluntäre, die wir kennengelernt haben, gilt.

Elenas Ausgeglichenheit

Nun Elena ist wohl der Katalysator dafür – die Ruhe, gute Laune und unendliche Geduld und Freundlichkeit, mit der sie die Aufgaben verteilt, ist beneidenswert!

Janna und der Holzschuppen, den er mit Nicholas zusammen gebaut hat

Janna und der Holzschuppen, den er mit Nicholas zusammen gebaut hat

Janna im Bootshaus

Janna im Bootshaus

 

Ein paar der Kommentatoren machte sich Gedanken darüber, dass Elena hier allein lebt – das ist keinesfalls so! Sie umgibt sich permanent mit freundlichen, liebevollen Menschen aus aller Welt! An  Bewerbern mangelt es ihr beileibe nicht. Die einzigartige, wenn auch isolierte Lage zieht die Leute magisch an, und hier existiert eine multinationale Community mit dauernd wechslender Besetzung.

Je länger wir hier sind, desto besser lernen wir Nicholas, einen Web-Entwickler aus Lyon in Frankreich kennen. Norwegen ist der erste Teil seiner einjährigen Weltreise. Nicholas ist der Meinung, dass man ein Land nur kennenlernen kann, wenn man die Menschen trifft, mit ihnen arbeitet und längere Zeit an einem Ort verbringt. Ich stimme ihm voll zu! Als Tourist lernt man zwar das Land kennen, nicht aber, was ein Land ausmacht. Die Menschen!
Litløy Fyr ist sein zweiter Aufenthalt in Nord-Norwegen. Vorher arbeitete er einen Monat lang als Helfer auf einer Farm auf den Vesterålen. Nächster Stopp wird die Mongolei sein, wo er bei einem Touranbieter angeheuert hat.
Wir erleben Nicholas als Fischexperten. Er kennt sich gut aus, angelt wie ein Weltmeister, zieht meistens vier oder fünf Makrelen gleichzeitig hoch, und ist fix im Fischeausnehmen. Grinsend teilt er uns mit, dass er das Fischen gerade selbst erst vor zwei Wochen gelernt hat und es ihm anscheinend liegt. Sowas nenn ich lerning by doing! Sein Wissen gibt er gerne an unsere Kids weiter. Sogar Amy hat Spaß am Fische putzen bekommen! Normalerweise steht sie naserümpfend neben Gunter, wenn er damit beschäftigt ist.

Schaut Euch mal den Blog von Nicholas an und verfolgt seine weitere Reise!

Nicholas beim Fischputzen
Nicholas beim Fischputzen
Nicholas und der sprechende Dorsch
Nicholas und der sprechende Dorsch
Nicholas bei der Arbeit
Nicholas bei der Arbeit

 Esra mit Makrelen

Esra mit den Makrelen

Adam aus Californien

Vor ein paar Tagen ist Adam, ein Webdesigner aus Kalifonien, hier eingetroffen. Seine freundliche unkomplizierte Art ist erfrischend. Der Mix der verschiedenen Kulturen intensiviert das Erlebnis auf dieser Insel. Esra stellte fest: je weniger Menschen in einer Region oder in diesem Fall auf einer Insel leben, desto besser kommt man miteinander aus. In einer Metropole laufen sich tägliche tausende Menschen über den Weg, doch die Interaktion ist oft gleich Null!
Adam kam an einem sonnigen Samstag an, der Sonntag ist auf der Insel Ruhetag. Wir hatten so Zeit, uns etwas kennenzulernen.

Esra bringt sich begeistert in die Holzarbeit am Bootshaus mit ein. Inzwischen sind er, Nicholas und Adam (vorher war es Janne) ein gutes Team. Es macht Freude sie zusammen – alle in roten Overalls steckend – arbeiten zu sehen.
Adam ist irgendwie eine Art Pechvogel. Am ersten Arbeitstag schnitt er sich bei der Arbeit fast die Fingerkuppe ab, am nächsten Tag flog ihm ein kleiner Holzsplitter ins Auge.
Den Finger konnten wir noch recht einfach verpflastern, der Splitter machte schon mehr Mühe und wollte partout nicht unter dem Lid heraus.
„Wenn Du ein Problem hast, google nicht selbst! Lass es andere machen!“  Das stimmt, denn als Adam googelte, hat er sich über die Beschreibung der möglichen Komplikationen fast verrückt gemacht. Nach ein paar wenig hilfreichen Seiten stolperte ich über eine super guten Tipp: ziehe das obere Lid über das unter und die Wimpern des unteren Lids reinigen das Obere. Und siehe da, es funktionierte auf Anhieb. Freudenrufe von Adam und Erleichterung. Ein Fahrt zum Arzt auf dem Festland nicht nötig!

Adam aus Calfornien

Adam aus Calfornien

Wollt Ihr auch als Volunteer arbeiten?

Elenas Leuchtturm erfreut sich großer Beliebtheit. Allein im September bekam sie über 40 Anfragen! Hier sind die Organisationen, über die Ihr Litløy Fyr finden könnt:

www.workaway.info

www.woof.org

Hier die von René empfohlene norwegische Seite: http://www.wwoofnorway.org/

www.helpx.net

Gemeinsam einsam

Jetzt sitzen wir abends gemütlich zusammen und werfen all die Kulturen und Sprachen in einen Topf. Das hätten wir nicht erleben können, wenn unser Mobil wieder fahrbereit  gewesen wäre!
Außerdem ist es momentan recht stürmisch, so dass niemand ohne triftigen Grund Boot fährt. Auch das ist eine Erfahrung, die uns wichtig ist, um einen umfassenden Eindruck von Elenas Leben zu bekommen.

Ja, aber warum sind wir überhaupt noch hier?

Wir sind jetzt seit einer Woche auf der Insel. Recht unfreiwillig, was nicht heißt, dass wir die Zeit hier nicht genießen. Der Schaden am Wohnmobil hat sein Gutes: wir können jetzt hier Sturm erleben. Ich bin Elena sehr dankbar dafür, dass wir noch bleiben können. Nun, heute wäre die Zodiac Fahrt sowieso schwer möglich!

Kurz zu unserem Mobil: das Radlager war abgenutzt und zwar soweit, dass es bereits weitere Teile des Rades beschädigt hatte. Es war extrem gefährlich, so zu fahren. Wir hätten das Rad in voller Fahrt verlieren können! Gut, dass wir auf dieses klackernde Geräusch geachtet hatten. Es war nicht wirklich auffällig, das Mobil fuhr auch noch ganz normal, trotzdem gab es uns ein mulmiges Gefühl! Mein Motto, dem Bauchgefühl zu folgen bestätigte sich einmal wieder.
Jetzt hat die Werkstatt in Bø das Radlager bestellt, doch weitere Teile sind in Norwegen nicht lieferbar. Wir müssen sie aus Deutschland kommen lassen. Der ADAC hilft uns momentan dabei. Haltet uns mal die Daumen, dass die Teile bald kommen und wir dann nicht im Schnee in den Bergen hängen bleiben! Ansonsten müssten wir zurück fliegen und das Mobil hier lassen!

Übersichtsseite Skandinavienreise 2013

 

 

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

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12 Kommentare

  1. … so, so, zum Thema 1.Hilfe also auch noch dazu gelernt!
    Es scheinen ja wirklich erlebnis- und kontaktreiche Tage zu sein! Ich freu mich für euch, dass ihr noch bei Elena bleiben könnt. Und für uns – ob der vielen Berichte! Wird es denn auch Sturmfotos geben?
    Und sagt mal, hab ich den falschen Beruf? Webdesigner scheint die bessere Wahl zu sein 😉 ….

    LG aus dem sonnigen Norden Deutschlands Gabi

  2. Also daß Elena dort nicht ganz alleine lebt hört sich schon mal beruhigend an ! Denn so schön die Einsamkeit ist (könnte mir so ein Leben auf einer kleinen Insel schon vorstellen….) dennoch muß die Möglichkeit auf Hilfe gegeben sein. Und da ist es gut, wenn Elena immer jemanden um sich hat !

    Da scheint sich ja mittlerweile das perfekte Team für das Bootshaus gebildet zu haben – so gesehen ist Eure Zwangspause ja sogar von Nutzen.

    Wenn nun auch noch bald Eure Ersatzteile auftauchen würden…….ich weiß noch, daß wir mal 6 Wochen auf ein Teil warten mussten……drück Euch daher nun die Daumen, daß es noch vor dem ersten Schneefall klappt 🙂 !

    Ansonsten ganz viele liebe Grüsse an Euch ALLE !

  3. Tja, so ist das im Leben, manchmal fragt man sich „warum“ und dann erkennt man, für was es gut war. Alles hat zwei Seiten.

    Wünsche Euch trotzdem, dass das WOMO bald wieder fahrbereit ist und Ihr gut nach Hause zurück kommt.

    Liebe Grüße

    Ursula

    • Hi René,

      Nicholas meinte ja, wir sollten Dich unbedingt besuchen. Hätten wir auch gern gemacht. Leider machte unser Mobil doch solche Mucken, dass wir es dann doch nicht schafften. ABER, wir kommen schon bald wieder in den Norden!
      Deine Webpage und Fotos kannte ich bereits. Gerade deswegen wäre es echt klasse gewesen Euch mal kennenzulernen!

      liebe Grüße

      Gabi

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