Eigentlich wollten wir das Auto abends packen, doch eine Freundin besuchte uns kurzfristig, die Packlust war dahin, und wir verschoben das Ganze auf den Morgen der Abfahrt. Wir krochen also relativ früh aus den warmen Betten und legten los.
Jedesmal nehmen wir uns fest vor, leicht zu reisen. Diesmal auch. Wir hatten uns immer wieder gesagt: „Ach, das brauchen wir nicht, wir kommen auch ohne aus“. Bis das muntere Einpacken begann, waren wir alle der Ansicht, wir nehmen ja kaum was mit. Esra und ich schichteten das ganze Zeug in den geräumigen Laderaum unseres VW-Busses. Es war mal wieder viel zu viel Kram, noch eine Kiste, und da noch Wintersachen, warme Schuhe und und und.

angekommen in Amsterdam
angekommen in Amsterdam
Das Packen und eine verwirrte Navigatöse
Das Auto war voller als es uns lieb war. Wir brachen gegen 10:00 Uhr auf. Hatten ausgerechnet, dass wir dann genügend Zeit bis Amsterdam hätten. Wäre da nicht unsere immer nette Wendy – die „Navigatöse“, die mittlerweile leider keine Ahnung mehr von der Lage der Strassen hat. Sie foppte uns mehrmals, was uns mindestens eine Stunde des Hin- und Herfahrens kostete. Doch auch das hatten wir eingeplant. Im Vergleich zu Calais ist das Fährterminal von Ijmuiden winzig klein. Es wollten nur wenige Autos und deren Fahrer nach England – wer will schon in den Regen? So warteten wir noch eine Stunde und dann ging es los.

Leuchtturm in Amsterdam

- Gabi & Esra auf der Fähre
Die Kabinen tief im Bauch der Fähre
Kaum auf dem großen Schiff, suchten wir unsere Kabinen. Zu meinem Grauen lagen die noch zwei Stockwerke unter den Autodecks. Allein der Gedanke! Wir hatten drei Zweier- Kabinen buchen müssen, anders funktioniert es nicht im Forumlar der DFDS-Webpage. Wir hatten drei vierer Kabinen bekommen und durften so zu fünft in 12 Betten schlafen :-)
Die Preise des Essens!
Unseren Essenskorb hatten wir im Auto gelassen, wir dachten es wäre wohl sinnvoll, etwas auf der Fähre zu essen und dann am nächsten Tag die restlichen Brötchen zu verzehren. Doch die Preise waren leider in allen Restaurants recht hoch. Von den Fähren, die wir bisher genutzt hatten, kannten wir das in diesem Maße nicht. Ein Hamburger kostete 29 Euro!
Später fanden wir heraus, dass man das Essen mit dem Fährticket buchen kann, dann ist es wesentlich günstiger. Bei einer fünfköpfigen Familie also empfehlenswert.
Relativ früh waren wir hungrig in den Betten. Erstmals wurde mir bewußt, dass ich die Luft zum Atmen immer als gegeben hinnehme. Hier unten tat ich mich schwer, die Luft roch abgestanden, dauerrecycled und nach Chemie. Das fühlte sich nicht nach dem an, was mein Körper brauchte.
Ich stellte mir draußen das Meer und den kalten Wind mit wunderbar frischer Luft vor, als ich tief unten im Schiff lag. Gunter ging es ähnlich, er beschwerte sich zudem über das andauernde tiefe Brummen der Schiffsturbinen. Die Kids schliefen wesentlich besser. Vielleicht ist es das Alter?
Auf der Rückfahrt, übrigens – checkten wir aus diesem Grund die Preise der Kabinen mit Fenster- und siehe da: sie waren nur wenig teurer aber wesentlich freundlicher! Das werden wir nun immer so machen – ein Kabine im oberen Bereich und das Frühstück gleich mit dabei!

Esra auf der Fähre

…und Noah

Warten auf die Ankunft… die Fähre hatte Verspätung

Wir tragen unser Gepäck im Bauch des Schiffes herum

Herumsitzen in der Kabine, Diskussion, in welche Etage wir wohl sind.

Noah kämpft mit den Haaren

Ein Selbstportrait im Spiegel

Aah! Mach kein Bild von mir! :) Ich trockne mir doch grad die Haare

Noah & Amy in der Kabine
Endlich hat die Nacht ein Ende – wir wollen weiter Richtung Schottland
Lange vor dem Wecker und dem Weckdienst der Fähre wachten wir auf um frische Luft zu schnappen. Wären da nicht die vielen Raucher gewesen, welche die Außendecks bevölkerten und Frischluft zur Mangelware machten.
Die Fähre war spät dran, wir hatten mindestens eine Stunde Verspätung. Schlecht für unseren Zeitplan. Die Reise gen Westen war noch fast 600 km lang, die Wettervorhersage ließ nichts Gutes erwarten. Es sollte schneien und das tat es auch kräftig. In Perth hielten wir kurz, um eine SIM-Karte und frische Lebensmittel zu kaufen. Im immer stärker werdenden Schneefall näherten wir uns einem Pass. Die Straße hüllte sich in eine geschlossene Schneedecke! Es lag frischer, weicher Schnee auf der Fahrbahn, überholen war nicht möglich. Und vor uns, über eine Strecke von mehr als 60 km, hatte es jemand überhaupt nicht eilig… mit 10 – 20 km/h schlich also eine gigantische Autoschlange über die Hügelstraßen, angeführt von einem kleinen blauen Auto, das scheinbar nur über den ersten Gang verfügte. Einige der Fahrzeuge hatten nur Sommerreifen, sie schlingerten nur so über die Straßen. Es dauerte und dauerte. Im Schneckentempo bewegten wir uns Stunde um Stunde. Endlich kam eine Kreuzung. Doch siehe da; zum unserem Entsetzen bog die Schnecke auch vor uns ab! Ich überholte sie mutig in einer relativ übersichtlichen Kurve, jetzt sahen wir eine ältere Dame ängstlich übers Steuer gekauert, und natürlich hatte das kleine Auto Sommerreifen drauf, so wie es herumeierte. Danach kamen wir wieder mit 50-60 km/h voran.

Die Straßen waren nicht allzu komfortabel…

Schneegestöber auf dem Pass
Die lange Fahrt auf verschneiten Straßen durch Schottland
In England und Schottland gibt es nicht so viele Autobahnen wie in Deutschland, wir fuhren fast die ganze Strecke auf Landstraßen, immer mal wieder von Kreiseln unterbrochen. Der Schnee ging immer mehr in Regen über, je weiter wir nach Westen kamen. In einen sehr ergiebigen Regen, es schüttete und die Scheibenwischer schaufelten an diesem Tag zig hundert Liter Wasser von unserer Scheibe. Die letzten 200 km waren am anstrengensten, es wurde dunkel, die Strassen wurden immer gewundener. Die Landschaft wäre grandios gewesen, wir sahen sie leider nicht. Gegen 20:00 Uhr fanden wir endlich „unser“ gemietetes, sehr abgelegenes Häuschen. Drinnen war es noch recht kalt, wir zündeten das eingerichtete Kohlenfeuer an und räumten unseren Kram aus dem Auto. Dann versank ich erstmal im Sofa und ruhte mich aus. Die erste Nacht in Schottland schliefen wir alle wunderbar, tief und fest.
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Unterwegs in Fiskavaig, interessante Schweine getroffen
von Esra
Es ist kein Geheimnis, dass wir oft und gerne Gespräche mit den Leuten anfangen, die unseren Weg kreuzen, wenn wir unterwegs sind. Es wäre ja schon fast als unfreundlich zu betrachten, wenn man einfach schweigend an seinen Mitmenschen vorbeiläuft, wo die Gegend hier doch so dünn besiedelt ist. Wenn man hier jemand anderes sieht ist man froh darüber, und ins Gespräch kommt man schnell.
Gestern haben wir uns eigentlich gar nicht weit von unserer „Basis“ entfernt, ich und Gabi sind einfach ein wenig in der Umgebung herumgewandert und haben interessante Motive gesucht. Derer sind wir zwar nur begrenzt fündig geworden, doch wir haben an ihrer Stelle interessante Leute getroffen. Zwei, um genau zu sein. Mehr waren nicht unterwegs, wir sind hier wie gesagt in einer spärlich besiedelten Landschaft unterwegs.
Schwein
Wir waren gerade damit beschäftigt, einem Paar felligen Schweinen in ihrem Element zuzusehen (sie buddelten im Schlamm nach Essbarem), da näherte sich uns eine Frau mittleren Alters, gefolgt von ihrem brav daher-trottenden, betagten Border Collie Mix. Dieser machte zwar einen absolut liebenswürdigen und sanftmütigen Eindruck, sein Erscheinundbild wurde allerdings von einem Maulkorb gertübt, welcher ihn verdächtig aussehen lies. Dies sei der arme Hund aber keineswegs, erfuhren wir von seiner Besitzerin. Der Maulkorb sei lediglich angebracht worden, damit er nicht auf irgendwelchen Steinen herumkaut (das machen manche Hunde recht gerne, auf Kosten ihrer Zähne). Wir unterhielten uns eine Weile lang über dies und das, fragten nach fotogenen Lokationen, sprachen über das Wetter, wie sich das in einer Konversation mit fremden Leuten gehört, und streichelten den alten Hund.
Hier wohnen wir
Matsch – nach dem Regen der letzten Tage. Da freuen sich die Schweine
Angie fütert die Hühner
Ferkel
Die buddelnden Schweine nahmen wir auch auf. Es war recht beeindruckend, wie sie mit ihren Schnautzen den Boden durchpflügen konnten, als wäre es das normalste der Welt, mit der Nase ein Feld regelrecht umzugraben. Sie bedachten uns zuerst mit allerlei Desinteresse, dann schlich eines von ihnen in der Hoffnung auf etwas Fressbares zu uns, nur um sich dann enttäuscht an einem Pfosten zu kratzen.
Wir liefen weiter, und trafen kurz darauf auf unsere zweite Gesprächspartnerin. Auch in Begleitung ihres Hundes, fütterte sie einen Haufen Hühner. Ein Gespräch war schnell in Gang gekommen, und sie nahm uns mit zu einem weiteren Pferch in dem sich zwei elf Wochen alte Ferkel tummelten. Sie quiekten als wir uns mit dem Futter näherten. Jetzt erfuhren wir, dass man die Schweine tatsächlich dazu nutzt, Land zu bearbeiten. Nachdem die Schweine ein halbes Jahr mit ihren Schnauzen im Erdreich beschäftigt waren, kann ein Feld bepflanzt werden. Dünger liefern die Grabenden gleich mit. Wie praktisch.
von Gabi
Ich fragte nach, ob die Leute auf der Insel hier viele Früchte des Meeres sammeln, Muscheln, Schnecken und so. Wir kennen das aus der Bretagne, wo jeder sofort loszieht, sobald die Ebbe das Land frei gibt. Hier wäre es tatsächlich eher unüblich. Aber Angie, wie unsere Gespächspartnerin hies, ist hier aufgewachsen und sie kennt daher auch einige Tricks, wie man an Muscheln kommen kann. Letzte Woche war es möglich die großen Scheidemuscheln zu sammeln. Das geht nur bei Ebbetiefststand, ist also erst wieder Ende März möglich. Die Muscheln sind nicht einfach zu fangen. Ja doch, einfangen muß man sie. Angie erklärte, dass man nur kleine Ringe auf dem Sand sieht und die Muschel dann seitlich fest in den Sand drücken muß sonst flutscht die Muschel schnell nach unten in den Sand weg. Bekommt man sie dann zu fassen, zieht man sehr langsam, mehrere Minuten lang vorsichtig an der Muschel, wenn man das zu schnell macht hat man nur die Schale in der Hand und die Schnecke macht sich ohne ihr Haus aus dem Staub.
In der Touristeninfo hatte ich einen Zettel mit Infos über eine Austernfarm mitgenommen. Jetzt sprach mich Angie darauf an. Cool! Ihr Mann hat die Farm gegründet und der Schwiegersohn hat sie jetzt übernommen. Wir merkten schnell, dass es uns beiden Spaß machte zu quatschen, so verabredeten wir uns für den Abend.
Zusammen mit Gunter und Noah fuhr ich nochmal Richtung Glenbrittle. Wir hatten vor zu den Fairy Pools zu laufen, aber Amy hatte Schmerzen in der Wange und im Ohr, so vertagten wir das und erkundeten erstmal die Region. Den Wanderparkplatz fanden wir schnell. Es war schon spät und eigentlich zu dunkel, doch wir hatten Lust den Strand am Ende der Straße noch einmal zu besuchen. Hier hatte schon jemand den ganzen Müll am Zaun zusammengetragen. Die Muster des weissen und schwarzen Sandes waren genial, das Licht war es nicht.
Kaum waren wir daheim, liefen Esra und ich nochmal zu Angie, den Berg hinunter. Wir lernten Kenny kennen. Saßen etwas mehr als eine Stunde zusammen. Es ist sehr erstaunlich, was dieser Mann schon alles gemacht hat in seinem Leben :-) Und ganz aufregende Berufe: Fischer, Leuchtturmwärter (bei dem Leuchtturm, den wir letztens nicht fanden und der auch schon abgebaut ist!), Austernzüchter und Whisky Distiller bei Talisker. Beeindruckend, nicht wahr? Angies Mutter war die erste weibliche Leuchtturmwärterin! Im Dunkeln liefen wir wieder heim. Am Montag werden wir die Austernfarm von Kenny ansehen! Da freuen wir uns schon sehr darauf.
Inselrundfahrt Isle of Skye, Abends Live Musik im Pub
Das Wetter sah wunderbar aus, kein Regen und sogar etwas Blau am Himmel. John kam gegen 9:00 Uhr vorbei. Mit einer warmen Umarmung stellte er sich vor: „Hi, I’m John MacKay from the Isle of Skye“ Gegen Abend würde er einen Austauschfernseher vorbeibringen, wir tranken noch quatschend einen Kaffee zusammen und bekamen noch ein paar Tipps für schöne Strände und Aussichten.
Es zog uns nach draußen. Diesmal liefen wir nicht, sondern fuhren eine Runde mit dem Auto. In Portree kauften wir ein, den Laden kennen wir bereits vom Sommer. Gunter suchte noch Süßstoff für seinen Kaffee und wir standen anscheinend mit einem Fragezeichen im Gesicht da, als uns eine Dame ansprach und fragte was wir suchen. Sie führte uns direkt zum Regal, wie nett.
In der Stadt schauten wir uns die netten Lädchen an, der Fish & Chips Laden wurde umgebaut und war daher geschlossen. In der Touristinfo fragte ich nach einer Karte und redete mit der Angestellten, immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Leuten und Regionen. Vielleicht schaffen wir es ja doch auch Wale zu sehen? Wenn ja, dann seht Ihr sie auch :-)
In Uig buchten wir die Fähre für nächste Woche. Auch hier war die Frau, die uns beriet sehr nett und wir schwätzten eine ganze Weile. Am Mittwoch, unserem Reisetag, war das Wetter so heftig, dass die Fähre ganz ausgefallen war. Sollten wir mit bedenken im Winter! Mit den Fährtickets in der Tasche ging es munter weiter.
Die Kirche auf der Höhe vor Carbost, Isle of Skye
Tang am Strand von Staffin, Isle of Skye
Esra springt über einen Wassergraben
Aussicht von Quiraing
schöne Aussichten
Schilder am Pass
blauer Himmel auf der Isle of Skye
Dann fuhren wir erstmals über den Quiraing Pass, den wir uns damals mit dem Wohnmobil nicht zu fahren trauten. Die Strecke ist tatsächlich atemberaubend. Wir liefen entlang des Wanderpfades. Das Licht war nicht sonderlich gut, aber für uns, die wir diese Trotternich Ridge zum ersten Mal sahen, faszinierend. Es war ja wenigstens trocken, doch im Wind auch ziemlich kalt. So fotografierten und wanderten wir ein, zwei Stunden. Genial! Mit dem Wohnmobil hätten wir von Uig bis zum Parkplatz fahren können, die Steigung von 14 % beginnt erst danach. Wahrscheinlich kann man das auch mit einem guten Mobil schaffen, es war nicht so schlimm.
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Bei Staffin liefen wir den Strand entlang, die Kinder suchten die Fußabdrücke von den Dinosauriern, fanden sie leider nicht. Wir betrachteten die wunderschönen Stukturen, die die Rinnsale in den weissen und schwarzen Sand gemalt hatten.
Wieder zurück daheim kochten wir wieder einmal unseren geliebten Stirfry, das gemischte Gemüse, mit Lachs. Am Pub hatte gestanden, dass es live Musik gäbe und bisher hatte ich noch nie einen Whisky in einem schottischen Pub getrunken. Heute war der Tag. Es war etwas schwierig Gunter so spät noch zum Rausgehen zu bewegen, doch was ist eine Reise schon, wenn man keine Leute trifft. Wir fuhren also die 5 km zum Ort, direkt neben der Talisker Distillerie und gingen ins Pub. Esra hätte uns begleiten können, doch er wollte nicht. So gingen Gunter und ich allein. Das Pub war voll, es liefen mindestens 4 große Hunde darin herum, alle wollten gestreichelt werden. Ein kleiner Junge war auch da und viele Musiker. Die saßen einfach am Tisch in der Mitte zusammen und spielten. Ich trank einen Famous Grouse – Tallisker gab es nicht, schade. Gunter trank ein Guiness.
Ich mußte mich schwer konzentrieren beim Filmen, meine Füße wollten tanzen :-) Ach, was für ein Genuss diese Musik! Leider waren die Musiker schwer beschäftig, gerne hätte ich mich mal mit ihnen unterhalten. Wir werden sicher bald nochmal in ein Pub gehen…
Die Regentaufe – Erkundungen um Fiscavaig
Der erste Tag unserer Winterreise war so, wie der Anreisetag. Wild und vor allem nass. Trotzdem zog es uns nach draußen. Wir waren ja nicht soweit gefahren um dann Angst vor dem Wetter zu haben.
So zogen wir uns alle nicht ganz so warm aber vermeintlich wasserdicht an und liefen in Richtung der Bucht unweit unseres kleinen Hauses. Die kleinen Wasserfälle und Bächlein plätscherten und gurgelten lebendig, die Gruppe einsamer kleiner Bäume stand ziemlich nackt am Ufer. In der Ferne ein schwarzer, nasser, großer Strand. Wir liefen daran vorbei in Richtung eines kleinen Leuchtturms. Es nieselte, das machte uns nichts. Das Laufen über Stock und Stein, weiches Moos und tiefer, sehr nasser, kalter Pfützen war anstrengend. Dauernd wichen wir Zäunen aus oder kletterten drüber.
Regenwetter
Der Leuchtturm versteckte sich schließlich sehr geschickt hinter flachen, unscheinbaren Hügeln, die trotz allem nicht so einfach von uns erklommen werden wollten. Jetzt kam Wind dazu, wir waren da, wo Leuchttürme normalerweise stehen – weit draußen, den Elementen ausgesetzt. Der Regen nahm zu, er peitschte uns ins Gesicht, fühlte sich durch den Antrieb durch den Sturm an, wie Hagel. Die Regenkleidung von mir und Amy hielt schon lange nicht mehr dicht. Die Hose klebte auf der Haut, die Regenhose rutschte nicht mehr leicht darüber. Ein extrem unangenehmes Gefühl, weil ich ständig auf und ab kletterte und die volle Beweglichkeit meiner Beinkleidung in diesem Moment nötig gehabt hätte. Auch die Jacke lies nach und nach den Regen durch, Unmengen an Wasser speicherten sich schwer im Gewebe. Hatte ich nicht erst gestern nach mehr frischer Luft „geschrien“? Jetzt hatte ich sie!
Noah und Amy auf dem Weg zum Strand
an einem Briefkasten
Esra bei der Wanderung
nach einem Wintersturm lag viel üll am Strand
Wir fanden schließlich den Broch, nur der Leuchtturm hielt sich weiterhin versteckt. Weit waren wir nicht wirklich unterwegs, es kam uns aber so vor. An einem Strand hatte das Meer große Mengen an Plastikmüll ans Land geworfen, wir erkundeten etwas traurig diese Müllhalde. Flaschenpost war nicht dabei. Den Leuchtturm fotografierten wir dann nicht mehr, weil die Kamera schon viel zu nass war. Selbst auf dem kompletten Rückweg wurden wir von böigem Wind und heftigem Regen begleitet. Mittlerweile quatschte das Wasser in den Schuhen. Gunters und Esras Sachen waren dicht, Noah war auch halbwegs OK, nur die Hosenbeine waren nass. Amy und ich hatten es voll erwischt – schlechte Regenhosen und zu alte Gore Tex Jacken. Wir waren bis auf die Knochen nass. Glücklicherweise war es nicht allzu kalt.
Den Rest des Abends waren wir mit dem Trocknen der Kleidung beschäftigt. Wir fanden den Trockner im Vorratshüttchen im Garten, die Schuhe trockneten wir mit unserem norwegischen Schuhtrockner (Bild kommt noch!)
Jetzt wissen wir jedenfalls, welche Regensachen dicht und welche undicht sind. Damals, im Jahr 2007, wurden wir in Dover auch am ersten Tag bis auf die Unterwäsche nass geregnet und danach war die Reise super. So wird das jetzt auch, unsere Regentaufe haben wir hinter uns.
Da uns die Müdigkeit überfiel, machte ich das Fernsehen an. Mal abhängen! Nach wenigen Minuten ging einfach das Bild weg. Schade, da lief gerade Top Gear , was wir so gern schauen. Ich rief also die Vermieter an, wollte sowieso mal mit den beiden reden. Im Haus funktioniert das Handy nicht, so stand ich auf Socken in der Haustür und fror während ich Johns wunderschönen Schottisch lauschte. Ah, das höre ich tatsächlich sehr gern! Der Fernseher ist wohl kaputt, John möchte ihn morgen austauschen. Daheim haben wir keinen Fernseher, wir schauen die Filme lieber im Originalton, hier in England können wir also erstmals unbeschwert fernsehen :-)
Alle Fotos (bis auf das Müllbild) sind mit dem Tamron 24-70mm F/2,8 aufgenommen. Mein erster Eindruck ist recht gut, die Vignettierung stört mich etwas. Ob das eventuell an der Canon 5d MII liegen kann? Morgen werden wir das Objektiv einmal an der alten Canon 5d testen.
Bubenheim – Amsterdam – Newcastle – Isle of Skye
Eigentlich wollten wir das Auto abends packen, doch eine Freundin besuchte uns kurzfristig, die Packlust war dahin, und wir verschoben das Ganze auf den Morgen der Abfahrt. Wir krochen also relativ früh aus den warmen Betten und legten los.
Jedesmal nehmen wir uns fest vor, leicht zu reisen. Diesmal auch. Wir hatten uns immer wieder gesagt: „Ach, das brauchen wir nicht, wir kommen auch ohne aus“. Bis das muntere Einpacken begann, waren wir alle der Ansicht, wir nehmen ja kaum was mit. Esra und ich schichteten das ganze Zeug in den geräumigen Laderaum unseres VW-Busses. Es war mal wieder viel zu viel Kram, noch eine Kiste, und da noch Wintersachen, warme Schuhe und und und.
angekommen in Amsterdam
Das Packen und eine verwirrte Navigatöse
Das Auto war voller als es uns lieb war. Wir brachen gegen 10:00 Uhr auf. Hatten ausgerechnet, dass wir dann genügend Zeit bis Amsterdam hätten. Wäre da nicht unsere immer nette Wendy – die „Navigatöse“, die mittlerweile leider keine Ahnung mehr von der Lage der Strassen hat. Sie foppte uns mehrmals, was uns mindestens eine Stunde des Hin- und Herfahrens kostete. Doch auch das hatten wir eingeplant. Im Vergleich zu Calais ist das Fährterminal von Ijmuiden winzig klein. Es wollten nur wenige Autos und deren Fahrer nach England – wer will schon in den Regen? So warteten wir noch eine Stunde und dann ging es los.
Leuchtturm in Amsterdam
Die Kabinen tief im Bauch der Fähre
Kaum auf dem großen Schiff, suchten wir unsere Kabinen. Zu meinem Grauen lagen die noch zwei Stockwerke unter den Autodecks. Allein der Gedanke! Wir hatten drei Zweier- Kabinen buchen müssen, anders funktioniert es nicht im Forumlar der DFDS-Webpage. Wir hatten drei vierer Kabinen bekommen und durften so zu fünft in 12 Betten schlafen :-)
Die Preise des Essens!
Unseren Essenskorb hatten wir im Auto gelassen, wir dachten es wäre wohl sinnvoll, etwas auf der Fähre zu essen und dann am nächsten Tag die restlichen Brötchen zu verzehren. Doch die Preise waren leider in allen Restaurants recht hoch. Von den Fähren, die wir bisher genutzt hatten, kannten wir das in diesem Maße nicht. Ein Hamburger kostete 29 Euro!
Später fanden wir heraus, dass man das Essen mit dem Fährticket buchen kann, dann ist es wesentlich günstiger. Bei einer fünfköpfigen Familie also empfehlenswert.
Relativ früh waren wir hungrig in den Betten. Erstmals wurde mir bewußt, dass ich die Luft zum Atmen immer als gegeben hinnehme. Hier unten tat ich mich schwer, die Luft roch abgestanden, dauerrecycled und nach Chemie. Das fühlte sich nicht nach dem an, was mein Körper brauchte.
Ich stellte mir draußen das Meer und den kalten Wind mit wunderbar frischer Luft vor, als ich tief unten im Schiff lag. Gunter ging es ähnlich, er beschwerte sich zudem über das andauernde tiefe Brummen der Schiffsturbinen. Die Kids schliefen wesentlich besser. Vielleicht ist es das Alter?
Auf der Rückfahrt, übrigens – checkten wir aus diesem Grund die Preise der Kabinen mit Fenster- und siehe da: sie waren nur wenig teurer aber wesentlich freundlicher! Das werden wir nun immer so machen – ein Kabine im oberen Bereich und das Frühstück gleich mit dabei!
Esra auf der Fähre
…und Noah
Warten auf die Ankunft… die Fähre hatte Verspätung
Wir tragen unser Gepäck im Bauch des Schiffes herum
Herumsitzen in der Kabine, Diskussion, in welche Etage wir wohl sind.
Noah kämpft mit den Haaren
Ein Selbstportrait im Spiegel
Aah! Mach kein Bild von mir! :) Ich trockne mir doch grad die Haare
Noah & Amy in der Kabine
Endlich hat die Nacht ein Ende – wir wollen weiter Richtung Schottland
Lange vor dem Wecker und dem Weckdienst der Fähre wachten wir auf um frische Luft zu schnappen. Wären da nicht die vielen Raucher gewesen, welche die Außendecks bevölkerten und Frischluft zur Mangelware machten.
Die Fähre war spät dran, wir hatten mindestens eine Stunde Verspätung. Schlecht für unseren Zeitplan. Die Reise gen Westen war noch fast 600 km lang, die Wettervorhersage ließ nichts Gutes erwarten. Es sollte schneien und das tat es auch kräftig. In Perth hielten wir kurz, um eine SIM-Karte und frische Lebensmittel zu kaufen. Im immer stärker werdenden Schneefall näherten wir uns einem Pass. Die Straße hüllte sich in eine geschlossene Schneedecke! Es lag frischer, weicher Schnee auf der Fahrbahn, überholen war nicht möglich. Und vor uns, über eine Strecke von mehr als 60 km, hatte es jemand überhaupt nicht eilig… mit 10 – 20 km/h schlich also eine gigantische Autoschlange über die Hügelstraßen, angeführt von einem kleinen blauen Auto, das scheinbar nur über den ersten Gang verfügte. Einige der Fahrzeuge hatten nur Sommerreifen, sie schlingerten nur so über die Straßen. Es dauerte und dauerte. Im Schneckentempo bewegten wir uns Stunde um Stunde. Endlich kam eine Kreuzung. Doch siehe da; zum unserem Entsetzen bog die Schnecke auch vor uns ab! Ich überholte sie mutig in einer relativ übersichtlichen Kurve, jetzt sahen wir eine ältere Dame ängstlich übers Steuer gekauert, und natürlich hatte das kleine Auto Sommerreifen drauf, so wie es herumeierte. Danach kamen wir wieder mit 50-60 km/h voran.
Die Straßen waren nicht allzu komfortabel…
Schneegestöber auf dem Pass
Die lange Fahrt auf verschneiten Straßen durch Schottland
In England und Schottland gibt es nicht so viele Autobahnen wie in Deutschland, wir fuhren fast die ganze Strecke auf Landstraßen, immer mal wieder von Kreiseln unterbrochen. Der Schnee ging immer mehr in Regen über, je weiter wir nach Westen kamen. In einen sehr ergiebigen Regen, es schüttete und die Scheibenwischer schaufelten an diesem Tag zig hundert Liter Wasser von unserer Scheibe. Die letzten 200 km waren am anstrengensten, es wurde dunkel, die Strassen wurden immer gewundener. Die Landschaft wäre grandios gewesen, wir sahen sie leider nicht. Gegen 20:00 Uhr fanden wir endlich „unser“ gemietetes, sehr abgelegenes Häuschen. Drinnen war es noch recht kalt, wir zündeten das eingerichtete Kohlenfeuer an und räumten unseren Kram aus dem Auto. Dann versank ich erstmal im Sofa und ruhte mich aus. Die erste Nacht in Schottland schliefen wir alle wunderbar, tief und fest.
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„Die Sucherei“ und Kameraequipment
Wir sind Reiseprofis, würde ich mal behaupten. Allein in den letzten 13 Jahren haben wir zwei dreimonatige Fernreisen unternommen, zweimal waren wir 6 Monate am Stück unterwegs und die „kurzen“ ca. achtwöchigen Touren müsste ich mal zählen.
Trotzdem herrscht vor jeder Reise Chaos hier im Haus. Das muss jetzt auch mal gesagt (geschrieben) werden. Es ist stressig dauernd zu reisen. Viele Leute sind nämlich auch ein klein wenig neidisch, sie wünschen uns anstatt einer guten Reise einen schönen Urlaub!
Hätten wir nur die paar Klamotten und einen Foto für Schnappschüsse zu packen, wären wir in einer halben Stunde fertig. Ungelogen!
Da wir jedoch beruflich unterwegs sind, auf den längeren Reisen unterwegs auch teilweise für Magazine schreiben und Zugriff auf das Bildarchiv brauchen, gestalten sich die Vorbereitungen erheblich schwieriger. Welche Fotos würde ich evtl brauchen? Alle kann ich sie nicht mit nehmen und aus Erfahrung weis ich, dass immer gerade das Foto nicht auf der Festplatte ist, welches der Verlag dann ganz dringend braucht!
Es wäre zum Beispiel auch fatal, ein Ladegerät für eine der Kameras zu vergessen. Das kann man unterwegs, vor allem auf abgelegenen Inseln, nicht eben mal beschaffen und ohne geht nach einer kurzen Weile nichts mehr. Wir haben eine ganze Tasche mit den verschiedensten Ladegeräten und Anschlusskabeln gefüllt. Auf den Azoren ruinierte mir ein Lesegerät mal meine Bilddateien. Glücklicherweise hatte ich ein Ersatzlesegerät einstecken.
Von den Notebooks, die wir auch zur Datensicherung dringend benötigen hatte ich bereits berichtet. Die quittieren oft genau dann den Dienst, wenn wir sie am nötigsten brauchen.
Dann warte ich mit der Sensorreinigung (Visible Dust) oft bis zum letzten Moment. Das Thema ist jedesmal anstrengend für mich. Ich mache es einfach nicht gerne, ärgere mich aber auch nur ungern über Fusel, die dann auch allen Fotos retuschiert werden müssen. Für diesmal habe ich es geschafft und das Reinigungskit ist immer mit dabei. Die Canon 5D MII ist aus mir unerklärlichen Gründen wesentlich anfälliger auf Sensorschmutz als die Canon 7d. Die 5d MII zieht den Dreck nur so an.
Sensorreinigung
Beim Packen des Kameraequipments geht es jetzt weiter. Welche Objektive werden wir diesmal hauptsächlich nutzen? Ich bin immer noch mit meinem Fotorucksack unzufrieden, es passt nicht alles hinein. Also grummel ich während des Räumens so vor mich hin – bald, da suche ich mir die perfekte Tasche.
Ich nutze das 24-105 mm Objektiv von Canon am meisten. Doch auch da bin ich auf der Suche nach Alternativen. Für die Reise stellte uns Tamron das neue Tamron Weitwinkelobjektiv 24-70mm zur Verfügung. Das ist schon ganz schön schwer (wie akkurat ich doch bei den Angaben bin – das ist wohl eher was für Männer, so Testberichte :-) . Ihr werdet jedenfalls die Fotos zu sehen bekommen und damit wir unsere Fotoausrüstung so nach und nach vorstellen, schreibe ich dieses Mal immer dran, mit welchen Linsen die Fotos aufgenommen wurden.
ein Teil der Kamera Ausrüstung
Ja und warum steht da in der Überschrift „Die Sucherei“?
Das fing so an: ich kontrollierte die Pässe. Alle waren da, bis auf Esra’s! Ja, wo könnte der sein? Wir kramten alle Schubladen durch. Ist aber eigentlich Quatsch. Wir haben nur einen Platz, wo Pässe liegen! UND da lag er nunmal nicht. Der Schweiss brach aus. Wir hatten das vor vielen Jahren schonmal. Da suchte Gunter, lange bevor wir an Nachwuchs dachten, seinen Reisepass mit dem Visum für die USA. Tagelang. Wir fanden ihn schließlich im Mülleimer, da hatte mein Gatte Papiere durchsortiert und den Pass einfach mal weggeworfen. Zum Glück war die Müllabfuhr noch nicht da gewesen. Wir fanden schließlich auch Esra’s Pass: er war noch im Rucksack, den wir mit auf der Buchmesse hatten.
In Absiko hatte ich die besten Handschuhe für die Fotografie gefunden. Ich liebe sie. Sie sind dünn, haben einen Windstopper und sind aus dem Grund auch warm. Lange lagerte ich die gebliebten Handschuhe bei den Festplatten in der Schublade. Mit drei Teenagern, die trotzdem noch gerne Schneebälle rollen, wollte ich die imminente Gefahr einer Entführung nicht eingehen. Doch nervten die Handschuhe in der Schublade und Gunter meckerte. So wanderten sie schließlich in die Kiste mit allen Handschuhen. Kein Schnee weit und breit, keine Gefahr. Doch, beim Packen, oh Schreck! Ausgerechnet der rechte Handschuh ist weg. Wir suchen den schon lange. Er ist nicht auffindbar! Keine kann es sich erklären. Wieviel Zeit uns das schon kostete! Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob das gute Teil jemals wieder auftauchen wird.
Habt Ihr auch solche Probleme?
Bei einem kleinen Handschuh kann ich ja fast noch verstehen. Aber uns fehlte auch die ganze Tasche mit der Regenkleidung. Die sollten wir im Februar auf den Inseln doch dabei haben. Wir suchten und suchten. Ah, diese Sucherei! Wir sind doch Reiseprofis! Die Regensachen hatten sich in einer „falschen“ Tüte versteckt, irgendwann umgeräumt und nicht mehr dran gedacht.
Ich glaube ja auch, dass es damit zu tun hat, dass wir zwei Leben führen. Das auf Reisen und das daheim. Man schaltet sofort wieder um. Nur die Sachen, die man in den Zwischenstadien macht, die schaffen es aus mangelnder Routine nicht ins Langzeitgedächtnis. Das trifft uns besonders schwer bei den Langzeitreisen.
Tja und dann habe ich noch eine kurze Geschichte, die ich erzählen will. Wir sind gar keine Fotografen! Doch, da habt Ihr richtig gelesen. Wir sind Ambra Sucher und das schon lange. Ich achte an den Stränden immer darauf. Habt Ihr letztens diesen Film gesehen?
http://videos.t-online.de/reich-durch-walkotze-/id_61989528/index
So, wie ich jetzt schon zweimal Flaschenpost fand, werde ich jetzt nach Walkotze suchen :-) Amy hörte, wie ich darüber sprach und meinte nur: „das muss heißen, Walkotze finden!“. Genau! Und, wenn wir sie gefunden haben, dann werden wir unseren Lebenstraum verwirklichen und die Küsten der Welt fotografieren :-)
Reisebegleiter ebook Reader Kindle
von Esra
So, jetzt haben wir auch ein Kindle, wie die eBook Lesegeräte von Amazon genannt werden. Klein, unkompliziert, einfach. Unser Freund Micha hat es uns zum Freundespreis zukommen lassen, und jetzt können wir platzsparend mehr Bücher mitnehmen als vorher.
Ich muss zugeben, anfangs war ich sehr skeptisch diesem unscheinbaren, eckigen Ding gegenüber. Immerhin fehlt dem Kindle das Flair eines Buches; es riecht nicht nach Druckertinte, man kann nicht mit dem Finger durch die Seiten fahren, es hat einfach nicht den „Charakter“ eines guten, alten Papierbuches. Alle Bücher sehen auf dem Kindle gleich aus, und es riecht einfach nach gar nichts.
Aber das sind auch nur die Bedenken des kleinen Nostalgikers in dem jungen Ich, dem die ganzen Bücher, die bei uns herumstehen, ans Herz gewachsen sind.
Kindle, ebook reader
Denn eigentlich ist der eBook Reader extrem praktisch und gut durchdacht. Der erste und wohl offensichtlichste Pluspunkt ist, dass man auf dem flachen, fast …..
hosentaschenkompatiblen Tablet etwa drei Kofferladungen an Büchern gleichzeitig mit sich herumtragen kann. Das ist vor allem für Leute praktisch, die viel lesen und oft unterwegs sind. Wo man früher immer Kiloweise Lesewerk mit sich herumtragen musste, da kann man sich nun fast schon eine kleine Bibliothek in den Rucksack stecken.
Auch hat das Kindle viele sehr nützliche Features, die einem das Leben als Bücherwurm sehr viel einfacher machen. Zum einen ist die Schriftgrüße sehr variabel; man kann alles von unleserlich klein bis übertrieben groß wählen, so dass man nicht mehr daran gebunden ist, wie ein bestimmtes Buch gedruckt wurde. Vor allem, wenn bei jemandem die Augen nicht mehr so gut mitmachen wollen wie früher, bietet sich ein Kindle an, und man muss nicht mehr von einem Buch ablassen, nur weil es zu klein gedruckt wurde.
Eine andere sehr nette Eigenschaft des kleinen Geräts ist ein eingebautes Wörterbuch. Man muss nur ein unverständliches Wort antippen, und schon wird es einem erläutert. Das ist besonders praktikabel, wenn man die alten Klassiker von Schiller, Goethe und Co liest, oder wenn man seine Unterhaltungsliteratur gerne in englischer Sprache liest. Auch wenn sich bei einem geübten Leser nur alle paar Kapitel mal ein unverständliches Wort einschleicht, ist es doch sehr angenehm, sich dieses einfach erklären zu lassen.
(Allerdings haben wir das noch nicht ausprobiert – wir werden aber unterwegs hie und da mal über unserer Erfahrunge, vor allem auf Reisen, berichten)
Und wo wir gerade von den Klassikern reden: Die gibt es als eBooks alle kostenlos. Wenn ein Autor schon seit langer Zeit nicht mehr unter den Lebenden wandelt, verfallen jegliche Copyright-Ansprüche auf seine Werke. Für uns Schüler sind zum Beispiel Goethe und Schillers Werke ja sowieso Pflichtlektüre, aber auch den Erwachsenen tut so was ja mal wieder gut. Und auch zeitgenössische Romane werden oft umsonst angeboten, man muss sie nur abpassen. Auf Amazon gibt es immer eine ständig neue Auswahl an Werken, die man ohne Bezahlung herunterladen kann. Also haben wir gleich mal zugeschlagen um das neue Gerät auszuprobieren und uns alle verfügbaren Geschichten und Dramen auf das Kindle gezogen. Jetzt hat es sich finanziell schon dicke gelohnt :-)
Nach ca 5 Wochen schrieb ich nocheinmal kurz über das Kindle auf Reisen. Bin ich begeistert? Lies selbst :-)