David Oakes ist einer von den Leuten, die sich eine sehr außergewöhnliche Profession ausgesucht haben, um sich ihre Brötchen zu verdienen: Er sammelt Jakobsmuscheln. Für die feinsten Restaurants weit und breit, aber auch für Privatleute, geht er seit nun fast 30 Jahren immer und immer wieder auf die Suche nach den begehrten Delikatessen. Das beste Restaurant auf der Isle of Skye, auch unter den besten 50 Restaurants der Welt geführt, sei das „The Three Chimneys„

frischer geht es nicht, Jakobsmuscheln und David Oakes, Isle of Skye

Jakobsmuscheln, Isle of Skye

David Oakes, Jakobsmuscheln

David Oakes, Jakobsmuscheln

David Oakes, Jakobsmuscheln

David Oakes, Jakobsmuscheln

David Oakes, Jakobsmuscheln
Der Jakobsmuschel-Farmer auf der Isle of Skye
Dazu muss er dauernd ins kalte Wasser, um die dicken Muscheln vom Meeresgrund aufzulesen. Sein Geschäft läuft hauptsächlich im Sommer, wenn die Touristen auf Skye sind; dann hat er fast jeden Tag zu tun, macht einen Tauchgang nach dem anderen und holt die Muscheln zentnerweise vom Grund der Bucht.
Doch auch wenn er sein Geld fast ausschließlich im Sommer macht, so kommt doch auch in den kalten Monaten hin und wieder ein Auftrag rein.
Wir hatten also recht viel Glück, denn als wir ihn vor ein paar Tagen kontaktierten, hatte er gerade eine Nachfrage bekommen und musste so in nächster Zeit wieder seinen treuen Tauchanzug anlegen. Wir konnten ihm also bei der Arbeit zuschauen.
Gestern morgen kreuzten wir also um 9 Uhr vor Davids Haustüre auf und folgten ihm, nachdem ihm seine Frau in den Trockenanzug geholfen hatte, zu seiner „Unterwasserfarm“.
Keine 200 Meter von seinem Haus entfernt liegt, so erklärte er uns, die perfekte Stelle für seine „Jakobsmuschelfarm“. Der Plankton-Gehalt, die Temperatur, die Wassertiefe, die Gezeitenströmungen und nicht zuletzt die einfache Erreichbarkeit… hier stimmt einfach alles.
Die Jakobsmuschel-Farm
Damit ihm die Jakobsmuscheln nicht nach einiger Zeit ausgehen, muss er stetig für Nachschub sorgen. David sammelt jüngere Jakobsmuscheln, oder Scallops, wie sie auf Englisch heißen, in tieferen und kälteren Gewässern. Er erklärte uns, dass es einer der wenigen Lebensziele einer Jakobsmuschel wäre, sich in wärmere, Nahrungsmittel-reichere Gegenden zu begeben. Er würde ihnen im Grunde nur nachhelfen, wenn er sie auf einem unwirtlichen Stückchen Boden aufliest und sie in seiner (als solchen durchaus bezeichenbaren) Unterwassercroft wieder hinlegt und dort wachsen läßt. So, wie seine Nachbarn ihre Farmen bewirtschaften, so arbeitet der professionelle Taucher, einfach unter Wasser.
Im Loch Sligachan lässt er die dünneren, nicht unbedingt kleineren Jakobsmuscheln erst einmal einige Jahre lang gedeihen, bevor sie erst an die Wasseroberfläche und dann auf den Teller verfrachtet werden. Dass eine Muschel „reif“ ist erkennt man daran, dass sie regelrecht fettgefressen aussieht und sich schwerer anfühlt. Während eine Muschel in kaltem und tiefem Wasser dünn und schmächtig erscheint (und wohl auch so schmeckt), so wird sie zu einer richtig handfesten Gaumenfreude, wenn man ihr bessere Lebensumstände gönnt. David ist stolz daruf, dass seine Scallops zweimal gesammelt sind!
Ich half David dabei, die schwere Sauerstoffflasche zum Wasserrand zu tragen, Noah schleifte den Bleigürtel hinterher. Mit bestimmt gut über 50 Kilogramm Ausrüstung am Körper stapfte er dann für etwa 20 Minuten in die überschaubaren Tiefen seiner Bucht; 5 Meter unter der Oberfläche spazierte er ein paar mal hin und her und füllte seinen Sack. Wir verfolgten seinen Weg anhand der Wasserbläschen, die an der Oberfläche umherwanderten und anzeigten, wo er sich gerade befand. Selbst nach 30 Jahren Taucherfahrung strand dem Unterwasserfarmer die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.
Als seine Arbeit getan war, kam er mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht wieder aus dem eiskalten Wasser marschiert, schwer bepackt mit Ausrüstung und Beute.
Die Unterwasserwelt der Isle of Skye
„Es war einfach wundervoll!“ grinste er. Das Wasser wäre klar gewesen, die Sicht gut, und der Unterwasserspaziergang genauso faszinierend wie sein Erster. Selbst nach all den Jahren hatte das Tauchen für David Oakes offensichtlich seinen Reiz nicht verloren. Umweltfreundlicher können Jakobsmuscheln nicht gesammelt werden, David taucht nur, wenn er Bestellungen hat, das Aufsammeln per Hand beschädigt den Meeresboden nicht.
Jakobsmuscheln sind nicht die einzigen Schätze, die David von seinen Tauchgängen ans Land bringt. Wie sich nämlich herausstellte, verlief vor hunderten von Jahren einmal einer der beliebtesten Handelswege Schottlands per Fähre über diese Bucht. Alles und jeder musste hier vorbei, wenn er auf die nächste Insel wollte, und nach all dem Krimskrams zu urteilen, den David auf dem Meeresgrund dort schon gefunden hat, müssen das jede Menge Leute gewesen sein. Mittelalterliche Töpfe, Flaschen, einen Haufen zufälligen Krimskrams…. sogar eine Kanonenkugel hat er einmal aus dem Sand gehoben.
Die ganzen Jahrhunderte-alten Sachen, so erklärte er uns, sind im lokalen Museum zu sehen. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, dieses zu besuchen.
Zufälle gibt es
Einen Tag später trafen wir auf der Fähre zu den äußeren Hebriden ein frischvermähltes amerikanisches Paar.
Gestern erzählte Charly waren die beiden im „The three Chimneys“ gespeist, die Jakobsmuscheln seien sehr lecker gewesen. Ich lachte, „Wir sahen morgens, wie genau diese frisch aus dem Meer gepflückt wurden“. Zufälle gibt es!
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Fahrt von der Isle of Skye nach Isle of Lewis & Harris, Schottland
Packen war angesagt, schon waren die acht Tage auf der Isle of Skye um. Schade. Schnell hatten wir unseren Krimskrams zusammengeschnürt, wir waren so schlau uns gar nicht weit „auszudehnen“. Dann putzten wir noch ein wenig, saugten durch, leerten die Asche im Kamin und zogen die Betten ab. Gegen 10:00 Uhr waren wir dann bei strahlendem Sonnenschein unterwegs zu neuen Ufern. Ein weiteres Mal fuhren wir zur Fairy Glen. Leider passte das herrliche Wetter nicht wirklich zum Anlass. Dramatische Wolken und nasses Moos wären besser angebracht gewesen. Wir liefen ein zweites Mal über die magischen, stufigen Hügel, schauten nochmal genau, wo der Zigeunerwagen im Stardus-Film gestanden hatte.
In Uig erledigten wir wichtige Postgeschäfte und kauften schnell noch Karten und Briefmarken. Und, wer von Euch will eine Karte? Meldet Euch, die ersten drei bekommen eine! (Schreibt uns eine email mit Eure Adresse: reise-reicherts@gmx.de)
Fährfahrt zur Isle of Lewis & Harris
Erster Blick zur Isle of Lewis & Harris auf der Fährfahrt zur Insel
Alle Fährinformationen zu Großbritannien findest Du unter Reisetipps Fähren.
Fährfahrt zu den äußeren Hebriden, Isle of Lewis & Harris
Eine Stunde vor Abfahrt der Fähre standen wir in der ziemlich dürftig bestückten Schlange zur Fähre. Es fuhren nur 14 Autos und ein LKW mit. Auf der Fähre lernte ich ein frisch vermähltes, amerikanisches Paar kennen. Ich unterhielt mich fleißig auf dem Deck und hilet natürlich nach Delfinen und Walen Ausschau, man könnte ja mal Glück haben. Die vier Restreicherts saßen bequem in den warmen Sesseln im Inneren des Schiffs. Felsig und karg begrüßte uns Harris bei der Einfahrt nach Tarbert. Im warmen, weichen Fotolicht fuhren wir von der Fähre herunter auf diese äußere Hebrideninsel.
Was wird uns hier wohl erwarten? Ist das Haus in Ordnung, welches wir uns im Internet herausgesucht hatten? Spannung schwang durch unseren VW-Bus. Windstille hatten wir aber auf dieser bekanntermaßen windigen Insel nicht erwartet, einen völlig klaren, von Abendrot gefärbten Himmel auch nicht. Nach einer doch langen Fahrt über kleine Straßen kamen wir endlich nach Great Bernera. Im Dunkeln fanden wir die gemietete Wohnung problemlos, dank der ausführlichen Bescheibung unserer Vermieterin Anne. Anne war an unserem Ankunftstag in der großen Stadt shoppen, aber wir fanden die Tür unverschlossen vor, das Hausinnere schön warm kuschelig und vor allem geräumig. Wunderbar. Wir ließen unsere müden Knochen aufs Sofa sinken, tranken einen Tee und räumten danach unseren Krimskrams wieder aus dem Bus.
Abendstimmung auf der Isle of Lewis & Harris
Erster Tag auf der Isle of Lewis – Einkaufen in Stornoway
Der erste Tag auf der Isle of Lewis begann trüb – wo war nur der Sonnenschein hin…
Wenige Minuten Licht, dann war’s vorbei für diesen Tag.
so sieht es vor der Tür unserer Ferienwohnung aus, Isle of Lewis & Harris
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Wir hatten einige Versorgungslücken in unseren Vorräten. Die frische Luft, das Klettern über Steine, und Schleppen der Fotorucksäcke kostet Kraft und erzeugt mächtig Hunger. Anne hatte uns in Stornoway einige Geschäfte empfohlen. Aber zuerst mußten wir dorthin fahren. Wir waren froh, die Insel erstmals bei Tageslicht zu sehen. Von anderen Reisenden und John, dem Vermieter auf der Isle of Skye, wußten wir, dass die Häuser auf den äußeren Hebriden eher trist, betonfarben aussehen. Gerade in diesem trüben Wetter wirkten sie tatsächlich sehr trostlos. Das Land hier ist weit, der Blick wird nicht durch Bäume behindert, nur hie und da stehen Schafe und versuchen klug drein zu schauen. Schaffen sie natürlich nicht!
Erste Eindrücke von der Isle of Lewis, äußere Hebriden
Trotz allem hat die Landschaft einen ganz besonderen Reiz. Die Hügel, die karge Vegetation, verschärft durch die winterliche Februarstimmung – sie haben etwas Übersinnliches, Großes. Wir bewegen uns wie Miniaturen durch eine unreale Welt.
Supermärkte auf der Isle of Lewis & Harris
Im Tesco von Stornoway, der Hauptstadt der Insel, wurden wir wieder sehr real. Da hier die Läden am Sonntag geschlossen sind – die Inselbewohner sind sehr religiös – drängeln sich am Freitag und Samstag hin viele Menschen zwischen den engen Regalen. Das fühlte sich so an wie daheim, als die Läden noch um 18:00 Uhr schlossen, oder wie vor Feiertagen. Wir gerieten durch die Platznot schneller in Konversation. Hier auf der Insel sind Touristen wohl noch seltener als auf der Isle of Skye. Leicht wurden wir als solche erkannt und freudig begüßt. Das ist wohl so wie bei uns, wenn die Schwalben kommen, ist der Frühling nah. So ist es hier mit den ersten Touris. Wir bezeichnen uns selbst aber eher als Reisende und nicht als Touristen!
Wir fielen hinterher noch in den größeren COOP-Markt ein, da fanden wir alles noch Fehlende. In der Stadt bummelten wir durch die kleinen Geschäfte, im Buchlädchen kaufte sich Amy noch ein Buch.
Tiumpan Leuchtturm, Isle of Lewis & Harris
Tiumpan -Leuchtturm auf der Isle of Lewis & Harris
Bei Dauernieselregen fuhren wir in etwa 20 Minuten zum Tiumpan Leuchtturm am östlichen Ende der vor Stornoway liegenden Halbinsel. Von der Ferne sah er wie ein typischer Stevenson Leuchtturm aus. Wir liefen nur kurz die Steilklippen entlang, ich machte auch ein paar Fotos. Das Licht war nicht optimal und Regentropfen sammelten sich auf der Linse. Die Vögel kreischten, die Wellen rauschten. Aus den umliegenden Gebäuden hörte ich dumpf schallend Hunde bellen. Der Leuchtturm ist für Besucher geschlossen, und anscheinend ist hier eine Tierpension eingezogen. Ach was wäre das für eine geniale Wohnung für Meeresliebhaber. In Gesprächen mit den Leuten hier erfuhr ich, dass die Leuchttürme abgebaut werden sollten. Leider ist das beim kleinen Leuchtturm bei Fiskavaig auf der Isle of Skye tatsächlich schon passiert. Hoffentlich bleiben uns die restlichen erhalten. Dahingehende Bemühungen der Bevölkerung gibt es schon.
Abends wanderten wir zur Küste in der Nähe unserer Unterkunft, sprachen unterwegs ein wenig mit den Nachbarn, und spielten mit dem Border Collie Mix, den unsere Vermieter im Garten freigelassen hatten.
Abends am Strand in der Nähe unserer Unterkunft
Übersichtsseite Isle of Lewis & Harris
Strände der Isle of Skye, eine gefundene Kamera
Unser letzter Tag auf der Isle of Syke war von Strandbesuchen geprägt. Nachdem wir Davids Scallops gesehen hatten, es war noch früh am Tag, liefen wir in Glenbrittle entlang des weiten, abwechslungsreichen Strandes. Super war das Licht nicht – strahlender Sonnenschein, wie die letzten Tage, nur ein paar kleine, feine Wölkchen über den Cullins. Trotzdem fanden wir manigfaltige Motive, das gelbe Gras auf dem schwarzen Sand des Strandes, dazu die Bergkulisse passte gut zusammen. Die Muster im gemischten Sand, dort, wo Rinnsale ins Meer strömten, erinnerten an Kunstwerke.
Farm und Cuillins im Abendlicht
Im kühlen Wetter scheinen wir alle sehr schnell hungrig zu werden. Bis zum Sonnenuntergang hielten wir es nicht aus, so fuhren wir „heim“ und kochten. Mir fällt es sehr schwer, im Sonnenschein im Haus zu sein. Diesmal schaffte ich es rechtzeitig, die anderen davon zu überzeugen, zeitig loszuziehen. Die Talisker Bay hatte mich fasziniert, der Tag war wieder komplett wolkenlos, ob es nochmal so schön werden würde? Allein die kurze Wanderung zum Strand ist schon vielseitig. Das Talisker Anwesen liegt idyllisch in der geschützten Bucht. Die Schneeglöckchen blühen zwischen moosbedeckten Bäumen, der Halbmond steht über den sonnenbeschienenen Bergen, Schafe grasen entlang des matschigen Weges. Lange bevor wir den Strand sehen, finden wir große Mengen Müll, der wohl vom Wind weit ins Land getragen wurde. Da lag doch noch was, was nicht nach Müll aussah. Eine kleine Kameratasche, darinnen eine ältere Kompaktkamera mit voller Speicherkarte. Wir nahmen sie mit, wollten die Leute am Strand fragen. Doch niemand war da. Nach Flaschenpost schauen wir übrigens auch jeden Tag, jetzt im Winter liegt leider sehr viel Müll an den Stränden, die Stürme der letzten Wochen hatten ganze Arbeit geleistet.
So nahmen wir uns vor, das Kamera Fundstück am nächsten Tag in Portree in der Touristinformation abzugeben.
schwarzer und weißer Sand in Glenbrittle, Isle of Skye
Glenbrittle Beach, Cuillins
Der Frühling kommt, Talisker Bay
Esra und Gunter schauen nach der gefundenen Kamera – so kalt, wie es aussieht war es nicht – ich lief ohne Handschuhe und Mütze!
Wellen und Felsen, Isle of Skye
Eine kleine Wolke am Horizont und nur kleine, weiche Wellen verhinderten einen ebenso spektakulären Fotoabend, wie letztens. Trotzdem fand ich eine schöne steile Stelle im schwarzen Sand, wo die weißen, schaumigen Wellen schnell abflossen. Dort beschäftige ich mich bis mal wieder Meerwasser in die Schuhe schwappte. Immer muß ich aber auch ganz vorne stehen :-) Ja, Lutz, ich werde mir mal solche halben Gummistiefle kaufen müssen.
Zurück am Auto fanden wir einen Zettel mit einer Telefonnummer. Da suchte jemand seine Kamera :-) Klasse. Wir fuhren, bis wir Empfang hatten, parkten vor der Distillerie und riefen Charly an. So schnell kann man jemanden glücklich machen. Und er wohnte oben am Hang, wo wir gerade heruntergefahren waren.
Wir packten unseren Kram zusammen schrieben im Blog und luden die Bilder runter, wie jeden Abend und müde ins Bett.
Im Sommer hatten wir die Isle of Skye ja bereits besucht. Schaut nochmal in die älteren Berichte, da hatten die Kinder auch Infos zur Insel gesammelt.
David Oakes – Skyes einziger Jakobsmuschel-Sammler
David Oakes ist einer von den Leuten, die sich eine sehr außergewöhnliche Profession ausgesucht haben, um sich ihre Brötchen zu verdienen: Er sammelt Jakobsmuscheln. Für die feinsten Restaurants weit und breit, aber auch für Privatleute, geht er seit nun fast 30 Jahren immer und immer wieder auf die Suche nach den begehrten Delikatessen. Das beste Restaurant auf der Isle of Skye, auch unter den besten 50 Restaurants der Welt geführt, sei das „The Three Chimneys„
frischer geht es nicht, Jakobsmuscheln und David Oakes, Isle of Skye
Jakobsmuscheln, Isle of Skye
David Oakes, Jakobsmuscheln
David Oakes, Jakobsmuscheln
David Oakes, Jakobsmuscheln
David Oakes, Jakobsmuscheln
David Oakes, Jakobsmuscheln
Der Jakobsmuschel-Farmer auf der Isle of Skye
Dazu muss er dauernd ins kalte Wasser, um die dicken Muscheln vom Meeresgrund aufzulesen. Sein Geschäft läuft hauptsächlich im Sommer, wenn die Touristen auf Skye sind; dann hat er fast jeden Tag zu tun, macht einen Tauchgang nach dem anderen und holt die Muscheln zentnerweise vom Grund der Bucht.
Doch auch wenn er sein Geld fast ausschließlich im Sommer macht, so kommt doch auch in den kalten Monaten hin und wieder ein Auftrag rein.
Wir hatten also recht viel Glück, denn als wir ihn vor ein paar Tagen kontaktierten, hatte er gerade eine Nachfrage bekommen und musste so in nächster Zeit wieder seinen treuen Tauchanzug anlegen. Wir konnten ihm also bei der Arbeit zuschauen.
Gestern morgen kreuzten wir also um 9 Uhr vor Davids Haustüre auf und folgten ihm, nachdem ihm seine Frau in den Trockenanzug geholfen hatte, zu seiner „Unterwasserfarm“.
Keine 200 Meter von seinem Haus entfernt liegt, so erklärte er uns, die perfekte Stelle für seine „Jakobsmuschelfarm“. Der Plankton-Gehalt, die Temperatur, die Wassertiefe, die Gezeitenströmungen und nicht zuletzt die einfache Erreichbarkeit… hier stimmt einfach alles.
Die Jakobsmuschel-Farm
Damit ihm die Jakobsmuscheln nicht nach einiger Zeit ausgehen, muss er stetig für Nachschub sorgen. David sammelt jüngere Jakobsmuscheln, oder Scallops, wie sie auf Englisch heißen, in tieferen und kälteren Gewässern. Er erklärte uns, dass es einer der wenigen Lebensziele einer Jakobsmuschel wäre, sich in wärmere, Nahrungsmittel-reichere Gegenden zu begeben. Er würde ihnen im Grunde nur nachhelfen, wenn er sie auf einem unwirtlichen Stückchen Boden aufliest und sie in seiner (als solchen durchaus bezeichenbaren) Unterwassercroft wieder hinlegt und dort wachsen läßt. So, wie seine Nachbarn ihre Farmen bewirtschaften, so arbeitet der professionelle Taucher, einfach unter Wasser.
Im Loch Sligachan lässt er die dünneren, nicht unbedingt kleineren Jakobsmuscheln erst einmal einige Jahre lang gedeihen, bevor sie erst an die Wasseroberfläche und dann auf den Teller verfrachtet werden. Dass eine Muschel „reif“ ist erkennt man daran, dass sie regelrecht fettgefressen aussieht und sich schwerer anfühlt. Während eine Muschel in kaltem und tiefem Wasser dünn und schmächtig erscheint (und wohl auch so schmeckt), so wird sie zu einer richtig handfesten Gaumenfreude, wenn man ihr bessere Lebensumstände gönnt. David ist stolz daruf, dass seine Scallops zweimal gesammelt sind!
Ich half David dabei, die schwere Sauerstoffflasche zum Wasserrand zu tragen, Noah schleifte den Bleigürtel hinterher. Mit bestimmt gut über 50 Kilogramm Ausrüstung am Körper stapfte er dann für etwa 20 Minuten in die überschaubaren Tiefen seiner Bucht; 5 Meter unter der Oberfläche spazierte er ein paar mal hin und her und füllte seinen Sack. Wir verfolgten seinen Weg anhand der Wasserbläschen, die an der Oberfläche umherwanderten und anzeigten, wo er sich gerade befand. Selbst nach 30 Jahren Taucherfahrung strand dem Unterwasserfarmer die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.
Als seine Arbeit getan war, kam er mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht wieder aus dem eiskalten Wasser marschiert, schwer bepackt mit Ausrüstung und Beute.
Die Unterwasserwelt der Isle of Skye
„Es war einfach wundervoll!“ grinste er. Das Wasser wäre klar gewesen, die Sicht gut, und der Unterwasserspaziergang genauso faszinierend wie sein Erster. Selbst nach all den Jahren hatte das Tauchen für David Oakes offensichtlich seinen Reiz nicht verloren. Umweltfreundlicher können Jakobsmuscheln nicht gesammelt werden, David taucht nur, wenn er Bestellungen hat, das Aufsammeln per Hand beschädigt den Meeresboden nicht.
Jakobsmuscheln sind nicht die einzigen Schätze, die David von seinen Tauchgängen ans Land bringt. Wie sich nämlich herausstellte, verlief vor hunderten von Jahren einmal einer der beliebtesten Handelswege Schottlands per Fähre über diese Bucht. Alles und jeder musste hier vorbei, wenn er auf die nächste Insel wollte, und nach all dem Krimskrams zu urteilen, den David auf dem Meeresgrund dort schon gefunden hat, müssen das jede Menge Leute gewesen sein. Mittelalterliche Töpfe, Flaschen, einen Haufen zufälligen Krimskrams…. sogar eine Kanonenkugel hat er einmal aus dem Sand gehoben.
Die ganzen Jahrhunderte-alten Sachen, so erklärte er uns, sind im lokalen Museum zu sehen. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, dieses zu besuchen.
Zufälle gibt es
Einen Tag später trafen wir auf der Fähre zu den äußeren Hebriden ein frischvermähltes amerikanisches Paar.
Gestern erzählte Charly waren die beiden im „The three Chimneys“ gespeist, die Jakobsmuscheln seien sehr lecker gewesen. Ich lachte, „Wir sahen morgens, wie genau diese frisch aus dem Meer gepflückt wurden“. Zufälle gibt es!
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Coral Beach bei Sonnenschein und Fairy Glen – Stardust am Abend
Wieder ein absolut sonniger Tag, wieder waren wir zu warm angezogen. Gerne wollten wir sehr früh raus und zum Beispiel zum Old Man of Storr hochwandern, doch wir waren bettschwer, die lange Autofahrt schreckte uns ab und es lohnt nicht wieder zurück zu fahren und bis zum Sonnenuntergang wird der Tag dann zu lang. So waren wir erst um kurz nach 9:00 Uhr unterwegs, zu spät für gutes Fotolicht.
Mehrfach wurde uns ein Strand mit weißem Sand Richtung Dunvegan empfohlen. Die Straßen dahin waren anfangs gut, sie wurden enger und löchriger. Auch so eine Straße, die wir mit dem Mobil nicht fahren würden. Die schattigen Stellen waren mit Eis verziert, ich erwähnte es, weil es so lokal außergewöhnlich wirkte. Gunter meinte: „Nein, das ist kein Eis, es ist nicht kalt. Das sind Flechten“ Aha, da waren plötzlich überall Flechten. Esra nannte es dann schließlich schmunzelnd „Kristallmoos“. Wir sahen es den ganzen Tag und grinsten nur noch vor uns hin. Es war also kalt, wir merkten es nur nicht! Schon seltsam. Die Sonne schien warm und hell, überall klares Wasser, welches das Licht refektierte. Wir sogen die Sonne und die meerigen Inselaussichten auf, wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Februar in Schottland
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„Clear Skye“ – blauer Himmel auf der Isle of Skye – Talisker Bay
Ein weiterer Tag ohne Wolken und Regen. Das Wetter ist für die Fotografie zu schön. Tatsächlich!
Wir hatten uns mit Kenny wegen der Austernfarm verabredet. Die kleine Hütte mit dem Boot und dem Laden fanden wir schnell, sie ist nicht weit von Fiskavaig wo wir wohnen. Kenny erwartete uns, wir löcherten ihn mit Fragen.
Die Austernzucht hatte er vor mehr als 30 Jahren angefangen. Hier in Schottland werden kaum Austern kultiviert, so hat er wenig Konkurrenz. Mittlerweile hat der Schwiegersohn die Farm übernommen, Kenny ist ja beim Whisky beschäftigt :-)
Die Austern werden in diesen Netztaschen am Ende des Loch Harports (Fjords) auf Gestellen gelagert und zweimal täglich von der Flut umspült. Kenny meint, nur wenige der Taschen gehen bei Stürmen verloren und diese kann er nach und nach wieder einsammeln. Die Austern brauchen etwa 3-4 Jahre bis sie erntereif sind. Früher wurden sie an den Großhandel verkauft. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Kenny möchte ein paar der etwa 50000 Besucher der Talisker Distillerie zum wenige Meter entfernten Austernladen locken, um dort die frische Ware an die Kunden zu bringen.
Wie viele Unternehmen auf der Isle of Skye ist auch die Austernfarm von den Touristen abhängig. Letztes Jahre wäre es wohl wegen der Olympischen Spiele in London ganz schlecht gewesen mit den Touristen auf der Insel. Wir halten den beiden Männern die Daumen, dass sich das Austerngeschäft auch zukünftig lohnen wird.
Kenny, der die Austernfarm vor fast 30 Jahren gründete
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Sonniger Tag auf der Isle of Skye – Wanderung am Quiraing, Abends in Elgol
Die Sonne schien. Wir hatten also „clear sky auf der Isle of Skye“. Es ist nicht immer einfach, die Kids morgens „fotofrüh“ aus den Betten zu bekommen. Da wir an einem Ende der Insel wohnen ist für Sonneaufgangsfotos jedesmal noch eine Stunde Fahrt einzurechnen. Wir waren trotz allem relativ früh beim Pass von Quiraing und liefen bei starkem Wind los. Wir hatten uns alle in verschiedene Lagen Kleidung eingepackt. Doch plötzlich war der Wind weg, wir liefen windgeschützt und kamen ganz schnell ins Schwitzen. Bei dem Wetter hier weiß ich nie, was ich anziehen soll. Wir haben Winter und denken, wir brauchen extra warme Sachen. Da scheint uns die Jahreszeit zu foppen. Es ist kaum kälter als im Sommer :-) Da froren wir und sehnten uns nach Handschuhen – jetzt haben wir Handschuhe mit und brauchen sie meist nicht.
Morgenlicht am Quiraig
Gunter fotografiert
Die Aussicht entlang dieser leichten Wanderung ist atemberaubend. Nicht nur für mich war das Nahrung für die Augen. Erst als wir zu den Stacks kamen, spürten wir den Wind, der kein nun Wind mehr, sondern ein Sturm geworden war. Jetzt war es kalt, wir hatten uns warm gelaufen und der Wind ging durch und durch. Der Weg hatte sich von torfig zu schottrig geändert. Im Sturm war es schwierig, auf dem Pfad zu bleiben. So kletterten wir nicht weiter nach oben um eine noch grandiosere Sicht auf diese Felsnadel zu erhaschen. Der Rückweg war wieder windgeschützt und angenehm warm. Isle of Skye Besuchern können wir diese Wanderung sehr ans Herz legen! Und für die Wohnmobilisten: von Uig kann man gut zum Parkplatz fahren, erst danach geht es 14% abwärts und wird kurviger.
Es war Sonntag, doch der Supermarkt in Portree hatte geöffnet. Wir kauften Proviant und fuhren direkt weiter nach Elgol. Das ist auch eine der Strecken, die wir mit dem Wohnmobil nicht gefahren sind. Das war auch klug, die Straße ist sehr eng und am Ende extrem steil. Dass wir diese Strecken nun mit dem VW T4 fahren können macht großen Spaß! Wir kommen endlich in alle Ecken :-) Nachteil: wir müssen danach wieder zum gemieteten Häuschen zurück und können nicht direkt am Strand übernachten. Jeder Käse hat Löcher, was?
Mir gefiel Elgol auf Anhieb! Ein Strand mit großen Felsen begrüßte uns, die Wellen rollten knallend herein, wenige Fischerboote dümpelten im Wasser, eine kleine Schule mit optimaler Strandlage. Gunter startete ein Timelapse Film, wir liefen entlang des Strandes. Ich machte ein paar Langzeitaufnahmen. Eine große Felsformation, die wegen der löchrigen Struktur Bienenstock heißt, lag fotogen im Sonnenlicht. Ich fühlte mich fotografisch im Paradies, ein Bach plätscherte gurgelnd ins Meer, das Licht wurde warm und weich. Wir erlebten einen perfekten Sonnenuntergang. Ich war so im Element, dass ich mal wieder nasse Füße bekam. Immer wieder erwischen mich hinterhältige kleine Wellen.
Schaf auf der Mauer
Abendstimmung in Elgol, Isle of Skye
Der Weg zurück war lang, wir waren müde und hungrig. Ich luf die Bilder runter, sicherte doppelt, schrieb den Blogeintrag. Nordlicht könnte möglich sein in dieser Nacht. Wir sahen so etwas „nordlichtähnliches“ am Himmel und Gunter und ich fuhren los zum kleinen Hafen. Da standen wir dann im Stockfinster der Nacht. Eine Wolke hatte uns verarscht, sie war nicht grün :-) Also wieder zurück und müde ins Bett fallen. Der Schlaf erwischte uns, bevor der Kopf auf dem Kissen gelandet war :-)