Das Leuchtturmbuch
Natürlich statten wir dem Leuchtturm von Hoburg am nächsten Morgen einen weiteren Besuch ab. Dicke weiße Wolken hängen tief am Horizont. Die hingen gestern da noch nicht. Ist das nicht schön. Wir fotografieren wie am Tag zuvor und ich unterhalte mich wieder mit Barbro. Sie liebt das Meer und ist selbst auf einer langen Tour entlang der schwedischen Küste. Sollte ich vielleicht auch mal ein paar Wochen einen Leuchtturm betreuen? Irgendwo habe ich gelesen, dass hin und wieder Voluntäre gesucht werden.
Barbro zeigt mir einen Bildband über Gotlands Leuchttürme. Und nach Leuchttürmen mag ich Bücher über Leuchttürme am zweitliebsten. Ich würde es gern kaufen, aber es ist nicht mehr im Druck und nur schwer zu finden. Wie cool, dass ich mich an mein neues Smartphone in meiner Hosentasche erinnere. Ich fotografiere schnell die englischsprachigen Seiten über den Hoburg Leuchtturm und speichere sie in mein digitales Notizbuch.
Jedenfalls steht zum Hoburg Leuchtturm interessantes Zeugs drin. 1741 bereiste Karl von Linne die Inseln Öland und Gotland. Er vermerkte in seinem auf schwedisch verfassten Reisebericht, dass es sinnvoll wäre, im Süden Gotlands einen Leuchtturm zu errichten. Erst einhundert Jahre später wird der Bau des Leuchtturms bewilligt.
Bei Nebel gab es ein Detonationssignal mit TNT
In Zeiten vor der Elektrizität wurde bei Nebel alle fünf Minuten TNT gezündet, um die Schiffe zu warnen. Das nannte sich Detonationssignal. Der Leuchtturmwärter konnte immer zwei Geschosse laden und schoss sie dann nacheinander ab. Wenn es mal hektisch wurde, weil der Wärter im Wetterbericht hinterherhinkte, klappte das Befüllen mit TNT nicht so exakt, dann passierte es auch einmal, dass die Fenster bei einer zu starken Explosion zerbarsten. Das scheint ja ein richtig aufregender Job gewesen zu sein. Ab den fünfziger Jahren wurde das TNT von einem elektrischen Nautophon abgelöst.
Neben dem Leuchtturm wohnt ein »Wetterbeobachter«, der auch nach dem Leuchtturm schaut. Leider fand ich niemanden für ein Interview vor. Ich werde also die Augen aufhalten, das Gotländer Leuchtturmbuch möchte ich unbedingt haben.

Sandsteinmuseum

Unser Womo auf dem Feldweg

Sandsteinmuseum

Feldweg entlang der Küste

Hoburg Leuchtturm mit Wolkenbergen

Hoburg Leuchtturm mit Wolkenbergen

Ein Baum am Meer
Valar Leuchtturm an der Südwestküste Gotlands
Wir wählen für die Weiterfahrt eine Route entlang der westlichen Küste. Dabei halten wir bei einem kleinen Sandsteinmuseum. Bei der Fahrt entlang des Meeres erfreuen wir uns am tiefen strahlenden Blau des Wassers und des Himmels.
Den nächsten Leuchtturm Valar finden wir nicht auf Anhieb. Er hat sich gut versteckt. Die Straßen sind enge Feldwege. Vom Womo aus sehen wir keinen Leuchtturm, nicht mal bis zu Wasser können wir wegen dem niedrigen Baumbestand schauen. Wir finden aber einen Trampelpfad und wandern in der grellen Sonne los. Es ist extrem trocken. Das Gras knirscht unter unseren Schuhen. Wir schwitzen. Aber Grindel freut sich. Sie hüpft und springt im Gebüsch herum, rennt permanent vor uns zurück. Ein glücklicher Dackel ist ein erhebender Anblick.

Gunter, Amy und Grindel auf der kurzen Wanderung

Ostsee

Kunst? am Grillplatz

Der Leuchtturm Valar

Der Leuchtturm Valar in den Bäumen

Der Leuchtturm Valar reiht sich wunderbar in die Baumreihe ein

Dackel Grindel und Leuchtturm Valar
Immer am Meer entlanggehend müsste der kleine 1889 erbaute Leuchtturm doch zu finden sein. Und siehe da, bald steht er vor uns, integriert in eine Baumreihe. Grandios ist das weiße Türmchen nicht, aber der Himmel ist es. Wolken hängen massig und trotzdem luftig leicht am blauen Himmel. Durch die Bäume hindurch glitzert die klare Ostsee. In der Ferne dreht eine Horde von Windmühlen gemächlich ihre Rotoren. Wir sind allein und fotografieren ausgiebig. Auch Grindel muss hier wieder als Model herhalten.

Der Leuchtturm Valar schaut über die Ostsee, Gotland
Auf dem Rückweg achten wir mehr auf Details in der Landschaft. Wilde Apfelbäume hängen voller gelber Früchte, Beeren in den Hecken laden zum Naschen ein, und überall drumherum trockenes Gras und Dornengestrüpp.
Den Leuchtturm Faludden verlassen wir ohne Foto
Und weiter geht unsere Tour Richtung Nordwesten nach Faludden. Wir haben den nächsten Leuchtturm auf der Karte gefunden, werden aber mächtig enttäuscht. Der Turm ist recht klein, aber ästhetisch geformt. Dummerweise steht er in militärischem Sperrgebiet und der hohe Stacheldrahtzaun ist nur so mit Fotografierverbotssschildern bestückt. Ich traue mich so nicht, zu fotografieren, finde auch keinen Ansprechpartner, den ich um Erlaubnis fragen könnte. So trinken wir einen Kaffee, spielen eine Runde Romee und fahren unverrichteter Dinge wieder weg. Merke, der Faludden Leuchtturm lohnt sich nicht.

weiter Blick – kleine Windmühle

Die Wolken kommen
Der Leuchtturm När
Die Sonne lacht noch immer vom Himmel, und unsere Tour geht direkt weiter. Zum schönsten Leuchtturm Gotlands, dem rot-weißen Leuchtturm bei När. Das ist tatsächlich ein richtiger Bilderbuchleuchtturm. Die Anfahrt dahin ist schon ein Erlebnis. Plötzlich wird das Land so karg, die Bäume so klein, dass wir uns in ein völlig anderes Land versetzt fühlen. Wäre eine Giraffe vorüber gelaufen, hätte ich mich nicht gewundert. Die Weite dieser Steppe ist Balsam für die Augen. Der Feldweg ist mit Kalkstein geschottert, weiß und grell schlängelt er sich auf den Leuchtturm zu. Wir entdecken schon Fotomotive, lange bevor wir den Leuchtturm erreichen.

Steppe beim Leuchtturm När

Der weiße Feldweg führt zum Leuchtturm När
Noch sind einige Leute am Leuchtturm, aber die verziehen sich bald. Jetzt sind wir allein und können ohne störende Menschen fotografieren. Das Licht ist perfekt, sanft mit hellen Wolken. Doch schon zieht von Norden her eine dichte Wolkendecke zu uns rüber. Noch schnell ein paar Bilder, dann können wir ohne schlechtes Fotogewissen unser Abendessen kochen.
Nach dem Essen spielen wir wieder Karten. Ich bin wie immer nervös und aufgekratzt, und laufe trotz dichter werdender Wolkendecke mit der Kamera über das karge Gras. Am Horizont spannt sich ein heller Streifen, da könnte die Sonne später unter den Wolken durch scheinen. Ich bin darauf vorbereitet und das ist auch gut so. Plötzlich glüht der Himmel feurig für ein paar Minuten grell rot-orange auf. Perfekt!

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

Blümchen und Leuchtturm När

Unser Womo und Leuchtturm När

Weg zum Leuchtturm

Weg zum Leuchtturm

Amy und Womofenster mit Leuchtturm

Dackeln Grindel und Leuchtturm

Spiegelung im Leuchtturmwärterhaus

Leuchtturm När mit Wolkenfront, die Regen bringt
So schnell wie das Feuerwerk begonnen hat, ist es vorbei. Es wird trist und dunkel, und es fängt an zu nieseln. Wir parken hinter dem Leuchtturm und ich würde gerne Nachtaufnahmen machen. So aber wird das nichts. Es regnet sich ein, was eigentlich auch gut ist, denn ich bin müde. Ich schlafe mit Blick auf das Leuchtturmlicht ein .
Übrigens gibt es zu diesem Leuchtturm auch eine Menge spannende Stories. Das erzähle ich im nächsten Blogpost.

Sonnenuntergang am Leuchtturm När

Die Sonne war schnell weg, graue Wolken blieben übrig
Die schwedische Insel Gotland
Der Tag der Leuchttürme – vom Süden Gotlands bis zur Mitte
Das Leuchtturmbuch
Natürlich statten wir dem Leuchtturm von Hoburg am nächsten Morgen einen weiteren Besuch ab. Dicke weiße Wolken hängen tief am Horizont. Die hingen gestern da noch nicht. Ist das nicht schön. Wir fotografieren wie am Tag zuvor und ich unterhalte mich wieder mit Barbro. Sie liebt das Meer und ist selbst auf einer langen Tour entlang der schwedischen Küste. Sollte ich vielleicht auch mal ein paar Wochen einen Leuchtturm betreuen? Irgendwo habe ich gelesen, dass hin und wieder Voluntäre gesucht werden.
Barbro zeigt mir einen Bildband über Gotlands Leuchttürme. Und nach Leuchttürmen mag ich Bücher über Leuchttürme am zweitliebsten. Ich würde es gern kaufen, aber es ist nicht mehr im Druck und nur schwer zu finden. Wie cool, dass ich mich an mein neues Smartphone in meiner Hosentasche erinnere. Ich fotografiere schnell die englischsprachigen Seiten über den Hoburg Leuchtturm und speichere sie in mein digitales Notizbuch.
Jedenfalls steht zum Hoburg Leuchtturm interessantes Zeugs drin. 1741 bereiste Karl von Linne die Inseln Öland und Gotland. Er vermerkte in seinem auf schwedisch verfassten Reisebericht, dass es sinnvoll wäre, im Süden Gotlands einen Leuchtturm zu errichten. Erst einhundert Jahre später wird der Bau des Leuchtturms bewilligt.
Bei Nebel gab es ein Detonationssignal mit TNT
In Zeiten vor der Elektrizität wurde bei Nebel alle fünf Minuten TNT gezündet, um die Schiffe zu warnen. Das nannte sich Detonationssignal. Der Leuchtturmwärter konnte immer zwei Geschosse laden und schoss sie dann nacheinander ab. Wenn es mal hektisch wurde, weil der Wärter im Wetterbericht hinterherhinkte, klappte das Befüllen mit TNT nicht so exakt, dann passierte es auch einmal, dass die Fenster bei einer zu starken Explosion zerbarsten. Das scheint ja ein richtig aufregender Job gewesen zu sein. Ab den fünfziger Jahren wurde das TNT von einem elektrischen Nautophon abgelöst.
Neben dem Leuchtturm wohnt ein »Wetterbeobachter«, der auch nach dem Leuchtturm schaut. Leider fand ich niemanden für ein Interview vor. Ich werde also die Augen aufhalten, das Gotländer Leuchtturmbuch möchte ich unbedingt haben.
Valar Leuchtturm an der Südwestküste Gotlands
Wir wählen für die Weiterfahrt eine Route entlang der westlichen Küste. Dabei halten wir bei einem kleinen Sandsteinmuseum. Bei der Fahrt entlang des Meeres erfreuen wir uns am tiefen strahlenden Blau des Wassers und des Himmels.
Den nächsten Leuchtturm Valar finden wir nicht auf Anhieb. Er hat sich gut versteckt. Die Straßen sind enge Feldwege. Vom Womo aus sehen wir keinen Leuchtturm, nicht mal bis zu Wasser können wir wegen dem niedrigen Baumbestand schauen. Wir finden aber einen Trampelpfad und wandern in der grellen Sonne los. Es ist extrem trocken. Das Gras knirscht unter unseren Schuhen. Wir schwitzen. Aber Grindel freut sich. Sie hüpft und springt im Gebüsch herum, rennt permanent vor uns zurück. Ein glücklicher Dackel ist ein erhebender Anblick.
Immer am Meer entlanggehend müsste der kleine 1889 erbaute Leuchtturm doch zu finden sein. Und siehe da, bald steht er vor uns, integriert in eine Baumreihe. Grandios ist das weiße Türmchen nicht, aber der Himmel ist es. Wolken hängen massig und trotzdem luftig leicht am blauen Himmel. Durch die Bäume hindurch glitzert die klare Ostsee. In der Ferne dreht eine Horde von Windmühlen gemächlich ihre Rotoren. Wir sind allein und fotografieren ausgiebig. Auch Grindel muss hier wieder als Model herhalten.
Der Leuchtturm Valar schaut über die Ostsee, Gotland
Auf dem Rückweg achten wir mehr auf Details in der Landschaft. Wilde Apfelbäume hängen voller gelber Früchte, Beeren in den Hecken laden zum Naschen ein, und überall drumherum trockenes Gras und Dornengestrüpp.
Den Leuchtturm Faludden verlassen wir ohne Foto
Und weiter geht unsere Tour Richtung Nordwesten nach Faludden. Wir haben den nächsten Leuchtturm auf der Karte gefunden, werden aber mächtig enttäuscht. Der Turm ist recht klein, aber ästhetisch geformt. Dummerweise steht er in militärischem Sperrgebiet und der hohe Stacheldrahtzaun ist nur so mit Fotografierverbotssschildern bestückt. Ich traue mich so nicht, zu fotografieren, finde auch keinen Ansprechpartner, den ich um Erlaubnis fragen könnte. So trinken wir einen Kaffee, spielen eine Runde Romee und fahren unverrichteter Dinge wieder weg. Merke, der Faludden Leuchtturm lohnt sich nicht.
weiter Blick – kleine Windmühle
Die Wolken kommen
Der Leuchtturm När
Die Sonne lacht noch immer vom Himmel, und unsere Tour geht direkt weiter. Zum schönsten Leuchtturm Gotlands, dem rot-weißen Leuchtturm bei När. Das ist tatsächlich ein richtiger Bilderbuchleuchtturm. Die Anfahrt dahin ist schon ein Erlebnis. Plötzlich wird das Land so karg, die Bäume so klein, dass wir uns in ein völlig anderes Land versetzt fühlen. Wäre eine Giraffe vorüber gelaufen, hätte ich mich nicht gewundert. Die Weite dieser Steppe ist Balsam für die Augen. Der Feldweg ist mit Kalkstein geschottert, weiß und grell schlängelt er sich auf den Leuchtturm zu. Wir entdecken schon Fotomotive, lange bevor wir den Leuchtturm erreichen.
Steppe beim Leuchtturm När
Der weiße Feldweg führt zum Leuchtturm När
Noch sind einige Leute am Leuchtturm, aber die verziehen sich bald. Jetzt sind wir allein und können ohne störende Menschen fotografieren. Das Licht ist perfekt, sanft mit hellen Wolken. Doch schon zieht von Norden her eine dichte Wolkendecke zu uns rüber. Noch schnell ein paar Bilder, dann können wir ohne schlechtes Fotogewissen unser Abendessen kochen.
Nach dem Essen spielen wir wieder Karten. Ich bin wie immer nervös und aufgekratzt, und laufe trotz dichter werdender Wolkendecke mit der Kamera über das karge Gras. Am Horizont spannt sich ein heller Streifen, da könnte die Sonne später unter den Wolken durch scheinen. Ich bin darauf vorbereitet und das ist auch gut so. Plötzlich glüht der Himmel feurig für ein paar Minuten grell rot-orange auf. Perfekt!
So schnell wie das Feuerwerk begonnen hat, ist es vorbei. Es wird trist und dunkel, und es fängt an zu nieseln. Wir parken hinter dem Leuchtturm und ich würde gerne Nachtaufnahmen machen. So aber wird das nichts. Es regnet sich ein, was eigentlich auch gut ist, denn ich bin müde. Ich schlafe mit Blick auf das Leuchtturmlicht ein .
Übrigens gibt es zu diesem Leuchtturm auch eine Menge spannende Stories. Das erzähle ich im nächsten Blogpost.
Sonnenuntergang am Leuchtturm När
Die Sonne war schnell weg, graue Wolken blieben übrig
Die schwedische Insel Gotland
Hoburg Fyr im Süden Gotlands
Morgens kurz vor 9:00 Uhr begrüßt uns die Sonne und der Verkehrslärm. Klar, die montägliche Rush Hour ist im Gange. Etwas weiter Richtung Süden liegt ein ruhigerer Stellplatz, das merken wir uns für den nächsten Gotland-Besuch.
Visby
Noch müde von der kurzen Nacht schlendern wir durch Visby. Gestern war der letzte Tag des berühmten Mittelalterfestes. Reste dieses Events begegnen uns überall. Gestern haben wir die noch verkleideten Rückkehrer in Oskarshamn gesehen.
Die Altstadt von Visby hat einen ganz besonderen Charme. Die Gassen sind so eng, dass kaum ein Auto durchpasst. Nur Anlieger dürfen in die Stadt hinein, und das ist auch gut so. Auf dem Marktplatz stehen Stände mit Hemden, Schmuck, Honig und anderem Tand. Die schwarzen Türme einer der vielen Kirchen erheben sich über die Dächer der Häuser. Sie zieht uns in den Bann, denn sie hat ein bißchen was von einem Märchenschloss. Von einem Hügel schauen wir hinunter auf die Dächer und Giebel der Häuser, dahinter schimmert das blaue Meer. Ein frisches Lüftchen weht, die Sonne scheint. Das Leben ist schön! Jetzt kann es losgehen mit der Erkundung Gotlands.
Klick auf die Fotos für Bildbeschreibungen und eine größere Ansicht!
Der Leuchtturm Hoburg
Mit welchem Leuchtturm sollen wir anfangen? Vom schwedischen Leuchtturmverein hatte ich die Info bekommen, dass der südlichste Leuchtturm: Hoburg, als einziger geöffnet ist. Meine Idee ist es, dort an Infos zu den anderen Leuchttürmen heranzukommen.
Aber halblang – wir sind ja noch gar nicht dort angekommen. Gotland ist mit knapp 200 Kilometern Länge Schwedens größte Insel. Also nicht so überschaubar wie zum Beispiel Ouessant oder die Ile de Sein. Da müssen wir schon eine Weile fahren. Wir wählen eine Route entlang des Meeres. Am Rand einer kargen Wiese mit kleinen, windgebeugten Bäumen legen wir eine Kaffeepause ein. Die haben wir nötig, wir können kaum die Augen offen halten. Fünf Stunden Schlaf sind einfach zu wenig. Den Rest der zweistündigen Fahrt schaffen wir dann ohne Probleme.
Der Leuchtturm Hoburg sieht direkt toll aus, der weiße Schotterweg führt in einer gewundenen Linie direkt zu ihm hin. Ich parke das Mobil weiter unten am Weg, damit der große weiße Kasten nicht meine Bilder ruiniert.
Ich komme direkt mit der Leuchtturmbetreuerin ins Gespräch. Barbro liebt ebenfalls das Meer und die Leuchttürme – wir verstehen uns auf Anhieb bestens. Und mein Plan geht auf. Hier bekomme ich Infos über Gotlands Leuchttürme. Ich nehme jeden verfügbaren Flyer mit und kaufe mir Spielkarten mit Leuchtturmmotiven. Hier hätte ich auch das Fyrhandbuch des schwedischen Leuchtturmvereins kriegen können das ich in Stavik von Gunno gekauft hatte.
Gunter und Amy wollen nicht in den Leuchtturm, so klettere ich alleine hoch und schaue mir dabei an den Innenwänden die Fotos anderer Leuchttürme an. Die Aussicht oben ist nett, zu fast allen Seiten ist das Meer zu sehen.
Das typische Grindel Leuchtturmfoto – Hoburg, Gotland
Abends schlängelt eine klitzekleine Kreuzotter über den Parkplatz. Sie kriecht unter den Reifen.
Die Kreuzotter ist nicht größer als ein Regenwurm – trotzdem kann sie für Grindel gefährlich werden. Wir sind sehr auf der Hut! Die Schlange sucht Schutz vor der Sonne und kriecht in das Reifenprofil – ja, so klein ist sie. Ich lasse das Womo nach hinten rollen, sonst hätte es einen Kreuzotterkeks gegeben.
Wir bleiben noch ein Stündchen und stellen dann unser Mobil noch etwas weiter südlich auf einen größeren Parkplatz bei einem Restaurant, auf dem bereits zwei Mobile stehen.
Der Strand und die Felsenlandschaft hier fühlt sich wie eine karge Wüste an. Es hat auch den ganzen Sommer lang keinen einzigen Tropfen geregnet. Die Küste ist an dieser Stelle steinig und wir weiter im Süden felsiger. Wir sehen die ersten Raukare Gotlands und fotografieren eine ganze Weile. Wolken ziehen sich vor die Sonne, wir packen das Stativ ein und laufen zum Womo zurück. Kaum öffnen wir die Tür, da kommt eine Sonnenstrahl unter den Wolken hervor. Ich spurte los, wieder runter an den Strand und schieße schöne Felsen-Wellen-Sonnenuntergangsfotos.
Wir sehen die ersten Raukare auf Gotland ganz im Süden der Insel
touristische Steintürmchen
Ein wunderschöner Sonnenuntergang
Ein wunderschöner Sonnenuntergang
Wellen, Felsen und schließlich Wolken
Sonnenuntergang im Süden Gotlands
Die schwedische Insel Gotland
Gamla Linköping und Söderköping
Bevor wir uns Gotland und den dortigen Leuchttürmen zuwenden, statten wir unseren Freunden Maria und Magnus noch einmal einen kurzen Besuch ab.
Wir besichtigen die beiden pitoresken Städchen Gamla Linköping und Söderköping und machen uns danach auf dem Weg Richtig Oskarshamn zur Fähre nach Gotland.
Auf dem Weg nach Oskarshamn lernen wir den Familien- und Reiseblogger Hartmut kennen. Vor 16 Jahren zog er mit seiner Frau nach Schweden, um hier zu arbeiten. Die beiden sind geblieben, gründeten eine Familie und reisen gern durch die Welt. Ich schrieb öfters mal mit Hartmut in Facebook hin und her, jetzt wollen wir meinen Facebookfreund auch mal im richtigen Leben treffen. Hartmut und Barbara kamen gerade von einer sechswöchigen Tour zurück. Das trifft sich gut, denn Linköping liegt ziemlich genau zwischen Aksö und Oskarshamn. es passt also zeitlich und liegt auf unserer Reiseroute.
Hartmut; Barbara und Kids
Wir reden und tauschen uns ausführlich aus. Barbara hilft den Kindern bei der Produktion handgemachter Nudeln und wir lassen uns bei Kaffee die pralle Sonne auf den Pelz brennen.Bis es sich zuzieht und es sogar zu nieseln beginnt.
Gamla Linköping
Gamla Linköping, der historische Teil der Stadt liegt nur wenige Minuten entfernt. Historisch bedeutet in dem Fall nicht etwa, dass die Häuser an dieser Stelle gebaut wurden. In diesem Teil der Stadt sind alle historischen Gebäude gesammelt und neu aufgebaut worden. Die Stadtherren ließen Gamla Linköping quasi als Themenpark neu aufbauen. Diese Häuser werden sogar vermietet. Hartmut meint, dass die Nachfrage sehr groß und die Warteliste lang ist. Coole Idee, oder? So lebt der Ort. In der Hochsaison werden sogar Schauspieler angeheuert, die mittags die Bank ausrauben dürfen. Was für ein cooler Ferienjob: Bankräuber.
Wir verbringen eine ruhige Nacht am Straßenrand zum Park. Morgens frühstücken wir gemeinsam und kommen aus dem Reden nicht heraus. Die Zeit aber drängt. Barbara will am letzten Ferientag »klar Schiff« machen, wir weiter nach Süden Richtung Fähre aufbrechen.
Gamla Söderköping – Filmkulisse für Madita
In der mittelalterlichen Stadt Söderköping legen wir auf Hartmuts Empfehlung eine Pause ein. Der historische Ortskern wurde für den Film „Madita“ als Filmkulisse genutzt. Das Wetter passt auch: blauer Himmel und feine, weiße Wölkchen. Wir flanieren mit zahlreichen anderen Touristen durch die geplasterten Gassen. Die dunkle mittelalterliche Kirche versuchen wir im grellen Sonnenlicht zu fotografieren. Die klassischen Holzhäuser aus dem 18. und 19 Jahrhundert sind dankbarere Motive.
Oskarshamn
Wir kaufen unterwegs noch ein und erreichen gegen Abend Oskarshamn, von wo aus die Fähre nach Gotland abgeht. Wir könnten theoretisch noch auf die Abendfähre, doch die Nachtfähre ist volle 200 Euro günstiger. Die Entscheidung fällt uns dadurch leicht. Wir kochen was Leckeres und schleppen Kamera und Grindel im Hafen herum.
Im Hafen von Oskarshamn
Im Hafen von Oskarshamn war es abends richtig schön
Im Hafen von Oskarshamn war es abends richtig schön
Die Fähre legt um kurz vor 24:00 Uhr ab. Es ist nicht viel Betrieb, alles verläuft planmäßig. Obwohl fast alle Sitzplätze leer sind, müssen wir in den Hundesalon, da wir den Dackel dabei haben. Der ist ausgerechnet gut besetzt. Grindel will wieder mal Boss spielen, und das tut sie lautstark kund. Sie bellt, wir schimpfen, sie wufft, wir reden mit ihr. So werden drei Stunden ganz schön lang. Am Ende der Tour hat sie sich einen neuen Namen verdient: Dezi-Bella. Wir sind ziemlich geschlaucht und hätten lieber Karten gespielt als uns geschämt.
Es ist frühmorgens um 3:00 Uhr, auf dem Park- und Rastplatz am Stadtrand von Visby stehen zahlreiche Wohnmobile und LKWs, wir stellen uns dazu obwohl da steht, dass man nur zwei Stunden bleiben soll, und fallen sprichwörtlich hundemüde in die Betten.
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen
Der Leuchtturm Stavik am Vänern
Der Leuchtturm Stavik
Es bleibt bedeckt. Wir erreichen den Leuchtturm Stavik auch über kleinste Straßen und Feldwege. Das Mobil parken wir erstmal im Wendehammer und laufen los, um zu schauen, wie der Leuchtturm aussieht. Vor dem kleinen Häuschen steht ein Auto, in der Werkstatt arbeitet jemand lautstark. Der Leuchtturm ist in Privatbesitz, ich schaue mich also um, damit ich fragen kann, ob wir fotografieren dürfen. Ich warte nicht lange, da kommt der Mann, der gerade in der Werkstatt gearbeitet hat, freundlich auf mich zu. Es ist Gunno, der Besitzer. Er hält das Anwesen und den weißen Leuchtturm super gut in Schuss. Trotz tiefhängender, trister Wolken strahlt dieser Ort am großen Vänern See direkt eine unglaubliche Kraft aus.
Ich freue mich, endlich mal einen Ansprechpartner für einen Leuchtturm vor mir zu haben. »Ist es denn möglich, den Leuchtturm zu besichtigen?« Frage ich ganz aufgeregt. »Klar, wenn du nett fragst« antwortet Gunno. Klasse, ich liebe es, Leuchttürme zu besichtigen.
Stavik Leuchtturm im besten Abendlicht – Gunter steht unten auf den Felsen
Gunno holt den Schlüssel, ich den Rest meiner Familie.
Das Besondere an Stavik ist, dass man ihn mieten kann. Im 1860 erbauten 13 m hohen Turm sind gemütliche Betten eingebaut. Das ist ne coole Ferienwohnung! Im Fischerhaus über dem See gibt es noch dazu ne Sauna und eine Küche. Gunno bietet mir die Wohnung zur Miete an – ich komme in Versuchung. Würden wir länger bleiben wollen, wäre das echt ne Idee.
Das Innere des Leuchtturms ist liebevoll eingerichtet. Auf mehreren Etagen ist es möglich, zu schlafen. Die oberste Tür nach draußen ist nur ca. 80 cm hoch. Ich quetsche mich hinaus ins Freie, fast fällt mir dabei das Smart phone aus der Hosentasche. Die Plattform ist gerade so breit, dass meine Füße draufpassen, das Geländer relativ dünn. Für Menschen mit Höhenangst ist das vielleicht ein Problem. Ich genieße die Aussicht und mache ein paar Fotos.
Ich quetsche Gunno weiter aus: Das Gelände und der Leuchtturm werden seit Generationen von den Vorfahren seiner Frau Anna-Lena bewohnt. Die beiden kauften das Grundstück und die Gebäude im Jahr 2003 mit der Auflage, den Leuchtturm zu pflegen und die Lampe am Laufen zu halten.
Das kleine Leuchtturmbüchlein
Es gibt ein kleines Büchlein vom schwedischen Leuchtturm Verein – Svenska Fyrsällskapets welches ich gerne bestellt hätte. Am liebsten würde ich es ja direkt in der Hand halten. Da habe ich daheim mal wieder die Reise nicht gründlich genug vorbereitet. Gunno hat zwei der Büchlein und verkauft mir eins davon. Es ist zwar auf schwedisch, aber ich kann fast 150 Leuchttürme drin nachschauen. Schon cool, wie viel Spaß mir so ein kleines Buch machen kann!
Das Wetter ist trist, es nieselt und windet. Gunno erlaubt es uns, auf dem kleinen Waldparkplatz zu übernachten. So können wir auf besseres Licht warten. Wir kochen was Leckeres, ich lade die Fotos runter und schreibe ein wenig und dann werde ich bereits wieder hibbelig. Es zeiht mich raus ans Wasser und zum Turm. Der ganze Himmel hängt voller regenschwerer Wolken – doch tief am Horizont ist eine kleine Lücke! Das lässt auf einen Sonnenuntergang hoffen.
Ich mobilisiere Gunter und just als wir mit den Stativen vor Ort sind kommt die Sonne, erst schwach, dann immer stärker durch. Es ist ein Traum. Gunno ist auch fotografisch interessiert, jetzt stellt er mir zig Fragen bezüglich der Filter, die ich benutze. Heute sind alle Filter dabei. Das Polfilter, das Grauverlauffilter und das Graufilter.
Wir fotografieren bis nach Sonnenuntergang. Am liebsten würde ich noch Nachts Fotos machen, aber es ist kalt und ich habe schon den ganzen Tag leichte Kopfschmerzen. So krieche ich lieber ins warme Bett.
Morgens beginnt der Tag mit Sonne und fotogenen weißen Wölkchen. Ich schleiche recht früh um den Leuchtturm herum und bin froh, dass ich Aktivität bei den Bewohnern sehe. Ich möchte ja nicht stören. Kaffeeduft hängt in der Luft, Gunno und Anna-Lena frühstücken im Freien und laden mich auf eine Tasse Kaffee ein. Während ich den heißen, starken Kaffee schlürfe, fliegt ein Seeadler majestätisch vorüber. So kann der Tag beginnen.
Morgens am Värnern
glitschige Felsen am Värnern
Anna-Lena und Gunno und der Leuchtturm Stavik
Bei Sonnenschein sieht so ein Leuchtturm doch gleich besser aus
Wir reden noch eine ganze Weile, Gunno erzählt von den Bauvorhaben, die er noch hat. Eine Scheune hat er bereits als altem Material aufgebaut. Der Leuchtturm bekam ein weiteres Fenster, welches er dem original Fenster nachgebaut hat. Gerade wird der Leuchtturm wieder gestrichen. Das geht nicht mit Leitern oder einem Gerüst, sondern mithilfe von Seilen. Eine so hohe Leiter, meint Gunno, wäre zu gefährlich. Glücklicherweise wird der Leuchtturm nur alle 11 Jahre gestrichen.
Zur Webpage von Gunno und Anna-Lena Quist
Ich würde sehr gerne mal im Winter hier noch Woche herkommen. Falls Du mal ne Tour zum Vänern planst und eine außergewöhnliche Unterkunft suchst: Den Stavik Leuchtturm können wir empfehlen!
Grindel mag den Ort auch besonders gern, weil es wohl unter der Holzscheune Mäuse zu fangen gibt. Sie ist ganz aufgeregt. Wir machen noch eine kurze Wanderung durch den Wald und zu den glatten Felsen am Vänern damit die Dackeldame ausgelastet die Weiterfahrt antreten kann. Beim Stöckchen holen fällt sie sogar ins Wasser.
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen
Typisch schwedische Leuchttürme am Vänern – Mariestad und Hammarö Skage
Wie sehen typisch schwedische Leuchttürme aus?
Was ist denn ganz typisch schwedisch? Na klar, die roten Holzhäuser. Wie könnte ein ganz typisch schwedischer Leuchtturm also aussehen? Mit einem roten Häuschen. An diesem Tag fanden wir mehrere ziemlich schwedische und doch komplett unterschiedliche Leuchttürme.
Leuchtturm in Mariestad
Ein kleines Holzhaus im Leuchtturm in Mariestad
Infos zum Leuchtturm in Mariestad
Blick nach Oben
Leuchtturm von Mariestad
Leuchtturm von Mariestad
der zweite Leuchtturm von Mariestad
Ich finde es schon komisch, dass wir nie vorher auf die Idee gekommen sind, die Leuchttürme an den großen schwedischen Seen abzuklappern. Wir hatten jahrelang keinen Gedanken daran verschwendet und angenommen, dass es da kaum welche gibt. Allein um den Vänern herum und mitten im See gibt es mehr als 100 Leuchttürme. Einige sind nicht mehr als Masten mit Licht oder Bojen, andere sind extrem fotogen und liegen an außergewöhnlich reizvollen Orten.
Mariestad hat noch weitere Leuchttürme zu bieten als die kleinen Weißen im Hafen. Hin und wieder stehen Leuchtturm-Nachbauten in Verkehrskreiseln. Da kann man sich schon mal ein Bild davon machen, was einen erwartet. Der erste Leuchtturm dieses Tages ist ganz einfach über die Straße am See entlang zu erreichen. Das Metallgerüst des Turms thront über einem kleinen roten Holzhäuschen. Er sieht wunderbar schwedisch und einzigartig aus, finde ich.
Die Bäume wiegen sich gefährlich ächzend im Wind. Ich habe Angst mich unter die Äste zu stellen. Mehrmals fallen mir schmerzhaft kleine Tannenzapfen auf den Kopf, überall liegen Zweige und kleine Äste. Ich möchte nicht riskieren, dass mir etwas größeres auf den Kopf fällt. Der Leuchtturm steht direkt an Bahnschienen, die ich überqueren muss, um den Turm mit dem See auf ein Foto zu bannen. Letztendlich finde ich die Fotos mit den im Wind wiegenden Bäumen besser.
Nur wenige Kilometer weiter steht der nächste gleich gebaute Turm, diesmal näher am Wald. Es gibt noch einen dritten identischen Leuchtturm irgendwo im Wald, doch den lassen wir sausen.
Sjötorp, ein kleiner Leuchtturm am Göta Kanal
Unser nächster Halt führt uns nach Sjötorp, hier mündet der Götakanal in den Vänern. Auch dort steht ein typisch schwedischer Leuchtturm. Der ähnelt dem Leuchtturm Vanäs, nur ist er ein ganzes Stück kleiner. Irgendwie erinnern uns die alle an die Daleks aus Dr. Who. Der Wind weht weiterhin, aber die Sonne scheint. Das macht Spaß. Der Ort Sjötorp ist gemütlich, moderat touristisch und ruhig. Es ist noch zu früh zum Übernachten, also ziehen wir weiter, obwohl hier ein guter Stellplatz gewesen wäre.
kleiner Leuchtturm in Sjötorp am Göta Kanalkleiner Leuchtturm in Sjötorp am Göta Kanal
kleiner Leuchtturm in Sjötorp am Göta Kanal
Kleiner Leuchtturm und Segelboot
Boote auf dem Göta Kanal
Der nächste Leuchtturm auf unserer Liste ist nur über eine Waldwanderung zu erreichen. Im Sturm ist uns das zu gefährlich, wir verschieben die Besichtigung auf den nächsten Tag. An einem kleinen Teich am Stadtrand von Karlstad stellen wir uns zu anderen Mobilen, doch die Nacht wird laut. Zum Straßenlärm gesellt sich der Krach von ewig langen Güterzügen. Wir sind heilfroh am nächsten Morgen weiterziehen zu können. Es ist wolkig, aber der Wind hat nachgelassen.
Eine kurze Wanderung durch den Wald zum Leuchtturm Hammarö Skage
Wir suchen morgens als erstes den Leuchtturm Skoghall. Der steht im Industriegebiet und aus diesem Grund finden wir ihn nicht. So ziehen wir weiter. Da der Wind nachgelassen hatte, suchen wir den Hammarö Skage – den Leuchtturm im Wald. Die Straßen dorthin werden kleiner und kleiner. Schließlich steht dort ein Verbotsschild für Fahrzeuge über 6m. Hmm, sollen wir, oder sollen wir nicht? Wir fahren rein, es ist ja nur die Anhängerkupplung, die uns auf 6,30m bringt. Den letzten Kilometer schaffen wir problemlos. Die Wanderung durch den lichten Wald ist einfach und gemütlich. Schon von der Ferne sehen wir den hohen weißen Turm. Das Gelände ist von einer Seite mit Holzzäunen versehen, zur Seeseite ist es offen. Noch hängt Regen in der Luft und dunkle Wolken bedrohlich am Himmel. Wir fotografieren trotz trübem Wetter und kommen trocken zum Mobil zurück.
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen
Der Leuchtturm Vanäs in Karlsborg am Vättern
Der Leuchtturm in Karlsborg am Vättern
Das Wohnmobil steht geschützt auf dem Waldparkplatz, hier merken wir vom Wind kaum etwas. Doch am See bläst er fast in Sturmstärke. Von der gestrigen Idylle ist nichts mehr zu spüren. Ans Schwimmen denken wir unter diesen Bedingungen nicht. Wir fotografieren nur kurz, denn die Bäume ächzen im Sturm. Ein paar heben sogar die Wurzelballen aus der Erde und drohen umzukippen. Das ist uns gar nicht geheuer.
Wir machen uns bei grauem Wetter auf den Weg nach Karlsborg am Vättern. Dort steht ein interessanter Leuchtturm, den wir unserer Sammlung einverleiben wollen. Im strömenden Regen halten wir vor dem Visitor Center. Die nette Mitarbeiterin gibt mir die Infos zur Lage des Leuchtturms und druckt mir eine Liste weiterer Leuchtturmstandorte aus.
Vorbei an der Burg von Karlsborg quetschen wir unser Wohnmobil auf einen kleinen Stellplatz am Waldrand. Ein kurzer Waldweg führt uns zum Turm. Der steht zwar im See, ist aber über einen Holzsteg erreichbar. Das Wetter ist uns wohlgesinnt. Kaum sind wir angekommen, da verziehen sich die Regenwolken. Der Wind zaubert Schaumkronen auf die Wellen, ich fahre das Stativ aus und hantiere mit den Filtern um etwas Bewegung ins Bild zu bekommen. Die Form des Leuchtturms ist außergewöhnlich. Er ist aus Holz, weiß angestrichen und sieht aus, wie eine Pyramide. So einen Leuchtturm ist mir noch nicht untergekommen.
Leuchtturm Vanäs, Vättern, Karlsborg
Leuchtturm Vanäs, Vättern, Karlsborg
Leuchtturm Vanäs, Vättern, Karlsborg
Leuchtturm Vanäs, Vättern, Karlsborg
Grindel und der Leuchtturm Vanäs, Vättern, Karlsborg
Plötzlich belebt sich die Szene. Fußgänger und Radfahrer nutzen den Sonnenschein und flanieren um den schönen Leuchtturm. Wir warten geduldig bis keine Personen mehr im Bild stören, aber da versteckt sich die Sonne wieder hinter den Wolken. Ja, als Fotograf braucht man Geduld. Immerhin, das Motiv ist es wert.
Die Speicherkarte voller toller Fotos ziehen wir schließlich zufrieden weiter. Hier in Karlsborg mündet der Götakanal in den Vätternsee. Esra ist hier auch vor zwei Jahren auf seiner ersten großen Radtour vorbeigekommen.
Einen Leuchtturm im militärischen Sperrgebiet lassen wir links liegen
Den nächsten Leuchtturm am Vättern müssen wir leider sausen lassen. Der steht im militärischen Gebiet, welches von Fotografierverbotsschildern nur so gepflastert ist.
Dafür entdecken wir einen fantastischen Badestrand. Wir parkten das Mobil windgeschützt unter Bäumen direkt am See, kochen was Leckeres und laufen auf feinstem Sand durch seichtes, glasklares Wasser.
Auch der nächste Leuchtturm auf der Landkarte ist eine Enttäuschung. Nach stundenlanger Fahrt über enge holprige Waldwege kommen wir auf der Westseite des Vätternsees an, wo der Götakanal den See wieder verlässt. Hier sollte eigentlich ein Leuchtturm stehen, tut er aber nicht. Für einen Touristenmagneten wie den Götakanal ist es verdammt einsam und ruhig hier. Dunkle graue Wolken drohen mit Regen, da machen wir uns schnell weiter auf den Weg.
Das klare Wasser des Vättern Sees
Dunkle Wolken über dem Vättern
Unser Womo
Gegen Abend erreichen wir erschöpft den großen Wohnmobilstellplatz in Mariestad am Vänernsee. Die Übernachtung kostet 140 Kronen. Dafür gibt es Toilette, Duschen und eine Entsorgungsstation.
Das Abendlicht gibt nicht viel her. Wir rücken trotzdem einem kleinen Leuchttürmchen im Hafen fotografisch auf die Pelle. Auf dem Stellplatz spielt der Sturm mit den Fahnenmasten und Seilen der Segenboote das typische Hafenkonzert. Wir bezweifeln, dass wir bei diesem Lärm schlafen können. Aber die lange Fahrerei hat uns so zermürbt, dass wir sofort einschlafen und am nächsten Morgen erst spät wach werden.
Wir suchen einen Leuchtturm am Göta Kanal – finden aber keinen. Der Weg dahin war nervig über sehr kleine Waldwege. Der Sturm hatte an zahlreichen Stellen kleine Bäume ungeworfen. Ich hatte etwas Angst, dass uns dadurch auf den Waldwegen die Durchfahrt nicht gelingen würde.
kleines Türmchen in Mariestad
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen