Wie zeigt man, dass man auf einer relativ keinen Insel verweilt? Elena machte den Vorschlag, den Hügel auf der benachbarten Insel Gaukværøya zu besteigen, um dann eine Art Luftaufnahme von Litløy zu bekommen. Unsere Gastgeberin erzählte uns auch, dass dies eine einfache Wanderung wäre. Ich hatte den Hügel vorher aus der Ferne vom Boot aus betrachtet – und für meine wanderungeübten Augen sah der ziemlich steil aus! Aber Elena ermutigte uns, auf alle Fälle die Wanderung anzugehen und das Foto zu machen.

Litløy Fyr Island
Das Wetter war angenehm, die Sonne schien, und am Horizont hing ein feiner Wolkenschleier, der für weiches Licht sorgte.
Elena fuhr sowieso zum „Festland“, um Adam, den Kalifornier abzuholen und Thomas den deutschen Fotografen dort abzusetzen.

Die Insel vom Boot aus

Amy und Noah beim Ausflug

Amy, Noah & Gunter beim Ausflug

Hanglage

Auf der Rückfahrt, Elena wie immer gut gelaunt

Amy und der Geburtstagskuchen

Die Insel Litløy
Es war Amys Geburtstag, ein ganz besonderer Tag also, und wir machten uns mit Noah und Amy, aber ohne Esra, zum Hügel mit der verheißungsvollen Aussicht auf.
Wir hatten das Handy vom Leuchtturmhaus dabei, um Elena anzurufen, wenn wir wieder bereit zur Abholung wären.
Bereits der Beginn der Wanderung verlief mit Problemen: das Gras war sehr hoch, der Boden darunter übersät mit Felsen und verborgenen tiefen Löchern. Mühsam kämpften wir uns langsam Richtung Berg vor. Einen Pfad gab es nicht. Aus der Ferne hatte Elena uns erklärt, welche Route wir nehmen sollten. Doch steht man mitten in der Landschaft drin, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Wesentlich größer natürlich und einen Überblick hatten wir längst nicht mehr. Wir kletterten also erstmal an der falschen Stelle den Hang hinauf und wurden bald von dicken, großen Felsen am Weitergehen gehindert. Also das mühsam erklommene Stück wieder zurück und über ein Geröllfeld zum nächsten Anstieg gekrabbelt.
Wir konnten die Füße fast nicht in den Schuhen halten, so steil war der Hang. Die ungewohnte Belastung ging ganz schön auf die Fußgelenke. Wir kamen ziemlich ins Schwitzen. Nun, zumindest Gunter und ich, Noah und Amy kletterten angeregt miteinander plappernd scheinbar mühelos immer höher. „Warum braucht ihr denn jetzt schon wieder eine Pause?“ bekamen wir zu hören. Wir werden doch älter…
Endlich erreichten wir die Stelle, von wo an es relativ flach auf der Bergkuppe weitergehen sollte. Denkste! Ich krallte mich mit den Händen ins scharfkantige hohe Gras, damit ich nicht wieder den Hang hinunterrutschte. Fast hätten wir die Spitze Berges sogar erreicht, aber leider nur fast! Es wurde noch steiler, das Gras noch höher und widerspenstiger, ich setzte mich frustriert hin und fing an, unfreiwillig wieder hinunterzugleiten. Ohne Festhalten war kein Bleiben.
Also schoss ich schnell von der erreichten Position aus einige Fotos der kleinen Insel, und machte mich mit den Kids auf den Rückweg. Gunter hatte, weil er gesundheitlich noch angeknackst war, etwas früher pausiert und da auf uns gewartet.
Wir gaben Elena telefonisch Bescheid zum Abholen und machten uns halb auf dem Hintern rutschend, halb vorsichtig kraxelnd den Berg hinab auf den Weg zur Landestelle.
Dabei hatte ich mir den Rücken so verspannt, dass mich noch Tage später Kreuzschmerzen plagten. Ob ich wohl mehr für meine körperliche Fitness tun sollte? Diese Wanderung hatte Muskeln beansprucht, die ich nie zuvor in meinem Leben gespürt hatte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich die Tage zuvor beinahe rund um die Uhr auf Litløy auf und ab gewandert war.
Am Abend durften wir uns bei schmackhaftem Essen wieder etwas entspannen und Amy bekam zur Feier ihres Geburtstages einen Schokoladenkuchen mit 15 Kerzen! Ich denke, diesen Geburtstagsausflug wird sie auch so schnell nicht vergessen.
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PS: Wir wissen noch immer nichts Genaues zur Wohnmobilreparatur! Nur ganz kurz ein paar Infos:
Das hintere linke Radlager war defekt, die Werkstatt meinte, kein Problem, wir bestellen eine Neue, bauen sie ein und alles ist wieder gut!
Ein Wochenende lag dazwischen. Dann kam der Anruf. NEIN: es war zu lange kaputt, jetzt ist auch die Radnabe ausgeschlagen. DOCH: die gibt es in Norwegen nicht mehr.
Wir kontaktierten den ADAC, da wir wissen, wie schwierig es sein kann, etwas nach Norwegen zu schicken. Der ADAC meinte, kein Problem, in zwei Tagen sollte das Ersatzteil da sein. Hoffnung!
Unser Hauptproblem war: das Handy war fast leer, ein Ladegerät hatten wir nicht mit und auch das Guthaben war fast leertelefoniert. Außerdem kamen wir nicht ans Mobil um zu schauen, welche Achse es denn genau ist. Wir baten also den ADAC darum, bei unserer Werkstatt anzurufen, um Genaues zu erfahren!
Wir waren jetzt bereits sein 9 Tagen auf der Insel – geplant waren 3-4! Die Wäsche war schon länger knapp gewesen. Da es stürmte, war es nicht möglich gewesen von der Insel herunter zu kommen.
Nach zwei Tagen dann in der Werkstatt: nein, nichts angekommen.
Dann der Anruf vom ADAC: das Teil wird NICHT mehr hergestellt. Euer Mobil ist schrottreif!
Heftig! Da schluckte ich erst mal. In Gedanken ging ich durch, wie wir das nun regeln würden? Wir haben relativ viel Kram im Mobil. Unsere Bettwäsche zum Beispiel, aber auch Werkzeug, Zelt, Schlafsäcke, viele, viele Bücher und allerlei Kamerakram…
Ich war mit Elena zum Festland gefahren, um frische Wäsche zu holen. Da lief ich nun traurig des Wegs, packte in Gedanken alles zusammen und machte mir Sorgen ob der Kosten, die auf uns zukommen würden…
Da winkte ein Bekannter aus seinem Auto zu mir herüber. Es war Torgeir aus Sortland. Er ist auch Fotograf, wir haben uns aber seit Jahren nicht mehr gesehen. Ein Wunder, dass er mich erkannte! Nun, dazu ist wohl Facebook gut! Man bleibt in Kontakt :-)
Wir quatschten, ich erzählte ihm von unserem Dilemma… Er meinte nur, geht nicht, geht ja gar nicht! Da muss es doch eine Lösung für das Wohnmobil geben… Ob ich was dagegen hätte, wenn er nochmal in der Werkstatt vorbei fahren würden. Nein, natürlich hatte ich nichts dagegen.
Elena nutzte Windlücken um wichtiges Baumaterial zur Insel zu bekommen, ich wollte natürlich nicht aufhalten und bemühte mich vor Ort zu bleiben. Da klingelte mein Telefon. Es war Torgeir. Er fragte, wo ich denn sei, er hätte Nachrichten und zwar Gute! Er meinte, am Montag wird euer Mobil repariert werden. Ein Schiffsbauer könnte das Teil herstellen! WAS für ein Zufall?!
Jetzt hatten wir wieder ein Wochende dazwischen. Es ist Montag, wir warten, ob sich die Werkstatt meldet. Das Wetter in den Bergen wird kälter, es ist Schnee angesagt. Wir haben zwar Allwetterreifen, trotzdem möchte ich mit dem Mobil nicht im Schnee über die Berge!
Haltet uns die Daumen, dass das Wunder möglich ist!
PPS Das Teil ist ausgebaut und bei Schiffsbauer. Wir werden mit etwas Glück morgen wieder im Mobil sein können. Spätestens aber Mittwoch! Morgen werden wir die kleine, schöne Insel verlassen. Danke für die Gastfreundschaft Elena!
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Übersichtsseite Skandinavienreise 2013
„Luftaufnahme“ von Litløy
Wie zeigt man, dass man auf einer relativ keinen Insel verweilt? Elena machte den Vorschlag, den Hügel auf der benachbarten Insel Gaukværøya zu besteigen, um dann eine Art Luftaufnahme von Litløy zu bekommen. Unsere Gastgeberin erzählte uns auch, dass dies eine einfache Wanderung wäre. Ich hatte den Hügel vorher aus der Ferne vom Boot aus betrachtet – und für meine wanderungeübten Augen sah der ziemlich steil aus! Aber Elena ermutigte uns, auf alle Fälle die Wanderung anzugehen und das Foto zu machen.
Litløy Fyr Island
Das Wetter war angenehm, die Sonne schien, und am Horizont hing ein feiner Wolkenschleier, der für weiches Licht sorgte.
Elena fuhr sowieso zum „Festland“, um Adam, den Kalifornier abzuholen und Thomas den deutschen Fotografen dort abzusetzen.
Die Insel vom Boot aus
Amy und Noah beim Ausflug
Amy, Noah & Gunter beim Ausflug
Hanglage
Auf der Rückfahrt, Elena wie immer gut gelaunt
Amy und der Geburtstagskuchen
Die Insel Litløy
Es war Amys Geburtstag, ein ganz besonderer Tag also, und wir machten uns mit Noah und Amy, aber ohne Esra, zum Hügel mit der verheißungsvollen Aussicht auf.
Wir hatten das Handy vom Leuchtturmhaus dabei, um Elena anzurufen, wenn wir wieder bereit zur Abholung wären.
Bereits der Beginn der Wanderung verlief mit Problemen: das Gras war sehr hoch, der Boden darunter übersät mit Felsen und verborgenen tiefen Löchern. Mühsam kämpften wir uns langsam Richtung Berg vor. Einen Pfad gab es nicht. Aus der Ferne hatte Elena uns erklärt, welche Route wir nehmen sollten. Doch steht man mitten in der Landschaft drin, sieht alles plötzlich ganz anders aus. Wesentlich größer natürlich und einen Überblick hatten wir längst nicht mehr. Wir kletterten also erstmal an der falschen Stelle den Hang hinauf und wurden bald von dicken, großen Felsen am Weitergehen gehindert. Also das mühsam erklommene Stück wieder zurück und über ein Geröllfeld zum nächsten Anstieg gekrabbelt.
Wir konnten die Füße fast nicht in den Schuhen halten, so steil war der Hang. Die ungewohnte Belastung ging ganz schön auf die Fußgelenke. Wir kamen ziemlich ins Schwitzen. Nun, zumindest Gunter und ich, Noah und Amy kletterten angeregt miteinander plappernd scheinbar mühelos immer höher. „Warum braucht ihr denn jetzt schon wieder eine Pause?“ bekamen wir zu hören. Wir werden doch älter…
Endlich erreichten wir die Stelle, von wo an es relativ flach auf der Bergkuppe weitergehen sollte. Denkste! Ich krallte mich mit den Händen ins scharfkantige hohe Gras, damit ich nicht wieder den Hang hinunterrutschte. Fast hätten wir die Spitze Berges sogar erreicht, aber leider nur fast! Es wurde noch steiler, das Gras noch höher und widerspenstiger, ich setzte mich frustriert hin und fing an, unfreiwillig wieder hinunterzugleiten. Ohne Festhalten war kein Bleiben.
Also schoss ich schnell von der erreichten Position aus einige Fotos der kleinen Insel, und machte mich mit den Kids auf den Rückweg. Gunter hatte, weil er gesundheitlich noch angeknackst war, etwas früher pausiert und da auf uns gewartet.
Wir gaben Elena telefonisch Bescheid zum Abholen und machten uns halb auf dem Hintern rutschend, halb vorsichtig kraxelnd den Berg hinab auf den Weg zur Landestelle.
Dabei hatte ich mir den Rücken so verspannt, dass mich noch Tage später Kreuzschmerzen plagten. Ob ich wohl mehr für meine körperliche Fitness tun sollte? Diese Wanderung hatte Muskeln beansprucht, die ich nie zuvor in meinem Leben gespürt hatte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich die Tage zuvor beinahe rund um die Uhr auf Litløy auf und ab gewandert war.
Am Abend durften wir uns bei schmackhaftem Essen wieder etwas entspannen und Amy bekam zur Feier ihres Geburtstages einen Schokoladenkuchen mit 15 Kerzen! Ich denke, diesen Geburtstagsausflug wird sie auch so schnell nicht vergessen.
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PS: Wir wissen noch immer nichts Genaues zur Wohnmobilreparatur! Nur ganz kurz ein paar Infos:
Das hintere linke Radlager war defekt, die Werkstatt meinte, kein Problem, wir bestellen eine Neue, bauen sie ein und alles ist wieder gut!
Ein Wochenende lag dazwischen. Dann kam der Anruf. NEIN: es war zu lange kaputt, jetzt ist auch die Radnabe ausgeschlagen. DOCH: die gibt es in Norwegen nicht mehr.
Wir kontaktierten den ADAC, da wir wissen, wie schwierig es sein kann, etwas nach Norwegen zu schicken. Der ADAC meinte, kein Problem, in zwei Tagen sollte das Ersatzteil da sein. Hoffnung!
Unser Hauptproblem war: das Handy war fast leer, ein Ladegerät hatten wir nicht mit und auch das Guthaben war fast leertelefoniert. Außerdem kamen wir nicht ans Mobil um zu schauen, welche Achse es denn genau ist. Wir baten also den ADAC darum, bei unserer Werkstatt anzurufen, um Genaues zu erfahren!
Wir waren jetzt bereits sein 9 Tagen auf der Insel – geplant waren 3-4! Die Wäsche war schon länger knapp gewesen. Da es stürmte, war es nicht möglich gewesen von der Insel herunter zu kommen.
Nach zwei Tagen dann in der Werkstatt: nein, nichts angekommen.
Dann der Anruf vom ADAC: das Teil wird NICHT mehr hergestellt. Euer Mobil ist schrottreif!
Heftig! Da schluckte ich erst mal. In Gedanken ging ich durch, wie wir das nun regeln würden? Wir haben relativ viel Kram im Mobil. Unsere Bettwäsche zum Beispiel, aber auch Werkzeug, Zelt, Schlafsäcke, viele, viele Bücher und allerlei Kamerakram…
Ich war mit Elena zum Festland gefahren, um frische Wäsche zu holen. Da lief ich nun traurig des Wegs, packte in Gedanken alles zusammen und machte mir Sorgen ob der Kosten, die auf uns zukommen würden…
Da winkte ein Bekannter aus seinem Auto zu mir herüber. Es war Torgeir aus Sortland. Er ist auch Fotograf, wir haben uns aber seit Jahren nicht mehr gesehen. Ein Wunder, dass er mich erkannte! Nun, dazu ist wohl Facebook gut! Man bleibt in Kontakt :-)
Wir quatschten, ich erzählte ihm von unserem Dilemma… Er meinte nur, geht nicht, geht ja gar nicht! Da muss es doch eine Lösung für das Wohnmobil geben… Ob ich was dagegen hätte, wenn er nochmal in der Werkstatt vorbei fahren würden. Nein, natürlich hatte ich nichts dagegen.
Elena nutzte Windlücken um wichtiges Baumaterial zur Insel zu bekommen, ich wollte natürlich nicht aufhalten und bemühte mich vor Ort zu bleiben. Da klingelte mein Telefon. Es war Torgeir. Er fragte, wo ich denn sei, er hätte Nachrichten und zwar Gute! Er meinte, am Montag wird euer Mobil repariert werden. Ein Schiffsbauer könnte das Teil herstellen! WAS für ein Zufall?!
Jetzt hatten wir wieder ein Wochende dazwischen. Es ist Montag, wir warten, ob sich die Werkstatt meldet. Das Wetter in den Bergen wird kälter, es ist Schnee angesagt. Wir haben zwar Allwetterreifen, trotzdem möchte ich mit dem Mobil nicht im Schnee über die Berge!
Haltet uns die Daumen, dass das Wunder möglich ist!
PPS Das Teil ist ausgebaut und bei Schiffsbauer. Wir werden mit etwas Glück morgen wieder im Mobil sein können. Spätestens aber Mittwoch! Morgen werden wir die kleine, schöne Insel verlassen. Danke für die Gastfreundschaft Elena!
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Übersichtsseite Skandinavienreise 2013
Windiger Tag auf der Leuchtturm Insel Litløy Fyr
Wie einsam ist eine kleine Insel wirklich?
Langweiliges Rentnerdasein vor der Glotze? Oder aktiv bei einem Projekt auf einer kleinen Insel arbeiten?
Der Schwede Janna zog letzteres vor. Doch wie kam es dazu?
Janne hatte im Fernsehen eine Sendung über Elenas Leuchtturminsel gesehen. Er meldete sich als Freiwilliger für die Mitarbeit an ihrem Projekt, und die Zusage begeisterte ihn so sehr, dass er es umgehend in die Tat umsetzte. Jannes Frau stimmte dem Unternehmen zu, es war das erste Mal seit seiner Militärzeit, dass die beiden solange voneinander getrennt waren.
Janne baute zusammen mit Nicholas einen Holzlagerschuppen am 100 Jahre alten Bootshaus. Er besitzt in Schweden auf einer Insel selbst eine Hütte und kennt sich daher mit der schwierigen Logistik und den handwerklichen Erfordernissen gut aus.
Jannes Begeisterung für das Inselprojekt drückte sich deutlich in seinem unermüdlichen Einsatz aus, was generell für alle Voluntäre, die wir kennengelernt haben, gilt.
Elenas Ausgeglichenheit
Nun Elena ist wohl der Katalysator dafür – die Ruhe, gute Laune und unendliche Geduld und Freundlichkeit, mit der sie die Aufgaben verteilt, ist beneidenswert!
Janna und der Holzschuppen, den er mit Nicholas zusammen gebaut hat
Janna im Bootshaus
Ein paar der Kommentatoren machte sich Gedanken darüber, dass Elena hier allein lebt – das ist keinesfalls so! Sie umgibt sich permanent mit freundlichen, liebevollen Menschen aus aller Welt! An Bewerbern mangelt es ihr beileibe nicht. Die einzigartige, wenn auch isolierte Lage zieht die Leute magisch an, und hier existiert eine multinationale Community mit dauernd wechslender Besetzung.
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Je länger wir hier sind, desto besser lernen wir Nicholas, einen Web-Entwickler aus Lyon in Frankreich kennen. Norwegen ist der erste Teil seiner einjährigen Weltreise. Nicholas ist der Meinung, dass man ein Land nur kennenlernen kann, wenn man die Menschen trifft, mit ihnen arbeitet und längere Zeit an einem Ort verbringt. Ich stimme ihm voll zu! Als Tourist lernt man zwar das Land kennen, nicht aber, was ein Land ausmacht. Die Menschen!
Litløy Fyr ist sein zweiter Aufenthalt in Nord-Norwegen. Vorher arbeitete er einen Monat lang als Helfer auf einer Farm auf den Vesterålen. Nächster Stopp wird die Mongolei sein, wo er bei einem Touranbieter angeheuert hat.
Wir erleben Nicholas als Fischexperten. Er kennt sich gut aus, angelt wie ein Weltmeister, zieht meistens vier oder fünf Makrelen gleichzeitig hoch, und ist fix im Fischeausnehmen. Grinsend teilt er uns mit, dass er das Fischen gerade selbst erst vor zwei Wochen gelernt hat und es ihm anscheinend liegt. Sowas nenn ich lerning by doing! Sein Wissen gibt er gerne an unsere Kids weiter. Sogar Amy hat Spaß am Fische putzen bekommen! Normalerweise steht sie naserümpfend neben Gunter, wenn er damit beschäftigt ist.
Schaut Euch mal den Blog von Nicholas an und verfolgt seine weitere Reise!
Esra mit den Makrelen
Adam aus Californien
Vor ein paar Tagen ist Adam, ein Webdesigner aus Kalifonien, hier eingetroffen. Seine freundliche unkomplizierte Art ist erfrischend. Der Mix der verschiedenen Kulturen intensiviert das Erlebnis auf dieser Insel. Esra stellte fest: je weniger Menschen in einer Region oder in diesem Fall auf einer Insel leben, desto besser kommt man miteinander aus. In einer Metropole laufen sich tägliche tausende Menschen über den Weg, doch die Interaktion ist oft gleich Null!
Adam kam an einem sonnigen Samstag an, der Sonntag ist auf der Insel Ruhetag. Wir hatten so Zeit, uns etwas kennenzulernen.
Esra bringt sich begeistert in die Holzarbeit am Bootshaus mit ein. Inzwischen sind er, Nicholas und Adam (vorher war es Janne) ein gutes Team. Es macht Freude sie zusammen – alle in roten Overalls steckend – arbeiten zu sehen.
Adam ist irgendwie eine Art Pechvogel. Am ersten Arbeitstag schnitt er sich bei der Arbeit fast die Fingerkuppe ab, am nächsten Tag flog ihm ein kleiner Holzsplitter ins Auge.
Den Finger konnten wir noch recht einfach verpflastern, der Splitter machte schon mehr Mühe und wollte partout nicht unter dem Lid heraus.
„Wenn Du ein Problem hast, google nicht selbst! Lass es andere machen!“ Das stimmt, denn als Adam googelte, hat er sich über die Beschreibung der möglichen Komplikationen fast verrückt gemacht. Nach ein paar wenig hilfreichen Seiten stolperte ich über eine super guten Tipp: ziehe das obere Lid über das unter und die Wimpern des unteren Lids reinigen das Obere. Und siehe da, es funktionierte auf Anhieb. Freudenrufe von Adam und Erleichterung. Ein Fahrt zum Arzt auf dem Festland nicht nötig!
Adam aus Calfornien
Wollt Ihr auch als Volunteer arbeiten?
Elenas Leuchtturm erfreut sich großer Beliebtheit. Allein im September bekam sie über 40 Anfragen! Hier sind die Organisationen, über die Ihr Litløy Fyr finden könnt:
www.workaway.info
www.woof.org
Hier die von René empfohlene norwegische Seite: http://www.wwoofnorway.org/
www.helpx.net
Gemeinsam einsam
Jetzt sitzen wir abends gemütlich zusammen und werfen all die Kulturen und Sprachen in einen Topf. Das hätten wir nicht erleben können, wenn unser Mobil wieder fahrbereit gewesen wäre!
Außerdem ist es momentan recht stürmisch, so dass niemand ohne triftigen Grund Boot fährt. Auch das ist eine Erfahrung, die uns wichtig ist, um einen umfassenden Eindruck von Elenas Leben zu bekommen.
Ja, aber warum sind wir überhaupt noch hier?
Wir sind jetzt seit einer Woche auf der Insel. Recht unfreiwillig, was nicht heißt, dass wir die Zeit hier nicht genießen. Der Schaden am Wohnmobil hat sein Gutes: wir können jetzt hier Sturm erleben. Ich bin Elena sehr dankbar dafür, dass wir noch bleiben können. Nun, heute wäre die Zodiac Fahrt sowieso schwer möglich!
Kurz zu unserem Mobil: das Radlager war abgenutzt und zwar soweit, dass es bereits weitere Teile des Rades beschädigt hatte. Es war extrem gefährlich, so zu fahren. Wir hätten das Rad in voller Fahrt verlieren können! Gut, dass wir auf dieses klackernde Geräusch geachtet hatten. Es war nicht wirklich auffällig, das Mobil fuhr auch noch ganz normal, trotzdem gab es uns ein mulmiges Gefühl! Mein Motto, dem Bauchgefühl zu folgen bestätigte sich einmal wieder.
Jetzt hat die Werkstatt in Bø das Radlager bestellt, doch weitere Teile sind in Norwegen nicht lieferbar. Wir müssen sie aus Deutschland kommen lassen. Der ADAC hilft uns momentan dabei. Haltet uns mal die Daumen, dass die Teile bald kommen und wir dann nicht im Schnee in den Bergen hängen bleiben! Ansonsten müssten wir zurück fliegen und das Mobil hier lassen!
Übersichtsseite Skandinavienreise 2013
Littleisland Lighthouse Volunteer Paula
Paula hat heute die Insel verlassen um zu ihrem Job und Leben im Süden Norwegens zurück zu kehren. Wir kennen uns erst seit ein paar Tagen, ich vermisse sie bereits! Paula ist eine von zur Zeit vier Voluntären. Im nächsten Blogbeitrag werde ich die anderen vorstellen.
Paula war so freundlich ihre Begeisterung für Euch hier in Worte zu fassen! Ich denke, dieser Text macht klar, was für ein spezieller Ort und vor allem, was für eine außergewöhnliche Frau Elena ist! Lest selbst!
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My name is Paula, two years ago I made a trip in Lofoten Islands and I end up visiting also „Little Island Lighthouse“ where I had the pleasure to have met Elena the owner .
Immediately I fall inlove with this Paradise Island, so this year I decided to take two months off
from my job to volunteer my time and good will to help Elena, she is an „AMAZING PERSON“
I had an wonderful time and I´m proud to say that I have met some extraordinary people that were volunteers during this two months.
I want to send a „SPECIAL THANKS“ to Natalie from Luxemburg, Henry Tarner from England, Shaaf from Israel, Jan Erik from Sweeden and Nikolas from France.
Thank you so very much for all the help and „FUN“ that we had together, even we met just for short time, but all five of you left me with a „LIFETIME OF MEMORIES“.
Auch die letzten Beeren sind nicht vor Paula sicher – der Kuchen war super lecker!
200 Flaschen Krakeberry Juice! Was für eine Leistung!
Paula
It’s funny, how people that I met for short time made such a BIG impact in my life.
I feel like the „LUCKEST women on Earth to have the chance to be in this Paradise Island.
On my last week on the Little Island Light House I met a German family of photographers, The Reicherts Five, incredible nice people, extremely respectefull and polite.
Thank you for all your kindness, I`m looking forward to meet you all again.
Finally my „VERY BIGGEST THANK YOU“ to Elena, for have given me the chance to be a part of such „An AMAZING PROJECT“ I admire her positive attitude and massive „ENERGY“
Looking forward to be back for Christmas and New Year.
BEST OF LUCK.
Paula
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Übersicht Skandinavien 2013
Eine Ökotoilette mit einer Story – Litløy
Litløy Fyr – Ein Erlebnis für die Sinne!
Zimmer mit Aussicht
Noch sind wir nicht aus unserem Traum aufgewacht.
Sirius ist der Grund für die Belue
Kartoffelernte
Paula bereitet das Frühstück vor, wir sitzen zusammen, Elena plant den Tag. Ich hatte bereits per Email zugestimmt, dass sich die Kids um die Kartoffeln kümmern würden! Jetzt war es soweit. Sie zogen Arbeitsklamotten über und sahen direkt erschöpft aus. Aber auch wichtig. Das kleine Kartoffelfeld liegt fast am anderen Ende der Insel. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir durchs hohe Gras.
Dabei kamen wir auch an den Ökotoiletten vorbei. Dazu aber bald mehr. Gerade auf einer kleinen Insel sind solche eher nebensächlichen Dinge enorm wichtig aber logistisch genauso enorm schwierig zu handhaben.
Nach einer kurzen Instruktion, wie die leckeren Knollengewächse wohl am besten aus der Erde in die Körbe und zum Wohnhaus zu transportieren sind, liessen wir die Drei allein werkeln. Ich erkundete derweilen mit Thomas das andere Ende der Insel, Elena ging zurück zum Wohnhaus.
Die Kids ernten die Kartoffeln auf der kleinen Insel
Kartoffelernte – Esra trägt die Kisten querfeldein zum Wohnhaus
Siedlungen früherer Zeiten
In vorindustriellen Zeiten, bevor es Autoverkehr und gute Straßen gab,war es egal, ob die norwegischen Fischer auf einer Insel oder auf dem Festland (ich zähle jetzt die „großen“ Vesterålen mal mit dazu) wohnten. Sie sahen zu, dass sie möglichst nah an den Fischgründen lebten. So gab es schon seit tausenden von Jahren Menschen auf der kleinen Insel. Überreste einer 6000 Jahre alte mobilen Siedlung und modernere Hinterlassenschaften von Häusern finden sich noch auf Litløy.
Die letzten Bewohner – von den Leuchtturmwärterfamilien einmal abgesehen – verliessen die Siedlung in den 1950ern. Zu dieser Zeit war das verwendete Baumaterial Holz so teuer, dass die Häuser abgebaut und mitgenommen wurden. Der Staat subventionierte die Umsiedlung. Die Boote waren jetzt fast alle motorisiert und die Fischer konnten so bequem und schneller von den größeren Siedlungen aus weiter hinaus zu den Fischgründen schippern. Ein Leben auf der Insel war nicht mehr notwendig, die Logistik, vor allem bezüglich Strom und Wasser zu aufwendig.
Wir fotografierten die übriggebliebenen Fundamente, als plötzlich die Krähen lauthals zu protestieren anfingen. Krähengekrächze ruft immer meine Aufmerksamkeit auf den Plan. Die Ursache war ein Adler der über uns schwebte und immer wieder von drei Krähen angegriffen wurde. Ein weiterer Adler kam hinzu und schließlich noch einer. Meine Teleobjektiv lag im Haus – ich durfte live genießen! Ihr bekommt dafür jetzt kein Bild davon!
Überreste der Siedlung, die um die 1950 verlassen wurde
Gunter hatte sich wohl aus Aufregung über die dauernden Probleme mit dem Mobil erkältet. Er fühlte sich matt, ruhte sich immer mal wieder aus.
Elena hörte von unseren Fahrzeugproblemen, sie rief umgehend für uns in der Werkstatt an. Die Idee war, das Gefährt reparieren zu lassen, während wir hier auf der Insel weilen. Elena arbeitet Vollzeit in der Bibliothek, Gunter fuhr also auf ihrem Arbeitsweg mit nach Bø und brachte unser mobiles Heim in die kleine Werkstatt.
Ein keiner Garten Eden
Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist ein unbeschreiblicher Genuß, auf dieser Insel zu wandern, die Adler zu beobachten und durch das hohe Gras zu streifen. Wenn man hier ankommt, sieht Litløy aus, wie ein Fels im Meer. Der höchste Hügel ist ca. 100 m hoch. Was ich nicht erwartet hatte, ist die Fruchtbarkeit des Bodens. Noch Ende September blühen die Blumen entlang der steilen Treppen hoch zum Wohnhaus.
Es ist ein 209 Stufen langer bunter Garten. Elena zaubert aus den Salaten, Kräutern und Blüten farbenfrohe Salatgerichte. Hier isst das Auge in doppelter Hinsicht mit. Beim Essen war es uns nicht vergönnt, den Panoramablick auf die Lofoten durch die Fenster zu bewundern, denn wir nahmen die Mahlzeiten im Freien zu uns.
Elena legt besondern Wert auf gesunde Nahrung. Ich war fasziniert, wieviel so hoch im Norden selbst zu dieser Jahreszeit noch wachsen kann! Einige der Gerichte, die wir aßen, kamen zu 100 % absolut frisch direkt aus der Natur auf den Teller. Der Dorsch, der an Esras Angel gesprungen war, lag zwei Stunden später lecker gebraten vor uns. Das Gemüse hatten Elena und Paula kurz vor der Zubereitung gesammelt und direkt in der Küche verarbeitet. Außer Sahne, Milch, dem Käse und mal etwas Wurst, kommt wenig aus dem Supermarkt. Die Natur ist der beste Markt, den es gibt! Und ganz ohne lästiges Verpackungsmaterial.
Im Garten
Im Garten – ruft euch in Erinnerung, dass wir 300 km nördlich des Polarkreises sind! – Diese hier sind natürlich nicht zum Essen!
Elena in der Gemüseabteilung
Elena in der Küche
Paula backt täglich Brot
Könnt ihr die Tomaten riechen? Ein ganz besonderes kleines Gewächshaus!
Der Speisesaal und ein liebevoll bereitetes Gericht
Die Fischköpfe locken Krabben an – eine weitere leckere Mahlzeit!
Thomas im Fischsupermarkt
Elena im Tomatenhaus!
Leuchtturm früher und heute
Elena führt uns durch die Leuchtturmgebäude. Der 100 jährige Turm steht neben dem neuen Leuchtturm, der im Jahr die Arbeit übernommen hat.
Im ursprünglichen Turm lagerte die Dreheinrichtung wie damals üblich frei schwimmend in Quecksilber. Eine Art großes Uhrwerk drehte die Fresnellinse gemächlich im Kreis. Da der Leuchtturm so hoch auf den Felsen sitzt, ist der Turm an sich sehr klein. Dadurch waren die Leuchtturmwärter dazu gezwungen, jede Stunde die Treppe wieder hochzulaufen um die Kurbel zu bedienen.
Der moderne „Turm“ steht direkt neben dem schönen rot, weissen klassischen Leuchtturm. Zuerst dachte ich, dass es eine Art Wetterstation sei, so unauffällig sieht er aus.Er blinkt nachts automatisch gesteuert alle 10 Sekunden – und stört mich bei der Sternenfotografie :-)
Elena im Innern des Leuchtturms – Sie hat kreative Pläne für den kleinen Leuchtturm
So sehen Leuchttürme heute aus! Nicht hübsch aber energiebewußt und selbständig
kleine, feien Wölkchen über dem 100 Jahre alten Leuchtturm
Norwegen 2013 – Übersichtsseite