Die Felsplatten vom Neptuni åkrar im Herbstlicht

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Wieder früh raus. Der Himmel glühte schon lange vor Sonnenaufgang in allen Rot- und Gelbtönen. Schwupps da standen wir auch schon in den Stiefeln und vor der Tür. Ich fand zu Beginn kein „Bild“. Das war frustrierend. Ich wollte nicht schon wieder diese Ruine mit dem Leuchtturm fotografieren. Beim letzten Besuch konnte ich nicht an die Küste. Ein dicker Teppich aus modrigem Tang lag im Weg. Jetzt untersuchte ich die Küste nochmal genauer. Beim letzten Mal waren wir ja vom dicken, runden Regenbogen ablenkt worden.

Der Leuchtturm Kapelludden am frühen Morgen

Nun, da der Sturm nachgelassen hatte, und der Tang getrocknet war, das Meer sich etwas beruhigt und zurückgezogen hatte, fand ich einen Weg ans Wasser. Ich habe bei der Meeresfotografie in der letzten Zeit gern Stiefel an den Füßen – das erweitert meine Radius ungemein! So auch an diesem Tag. Ich lief durchs Wasser auf eine Sandbank und konnte den roten, metallenen Turm von der Küste aus  und mit Wasser im Vordergrund aufnehmen. Da schmuste auch kein aufdringliches Pferd.

 

Der rote Leuchtturm Kapelludden früh am Morgen

Der rote Leuchtturm Kapelludden früh am Morgen

Ich fand sogar ein kleines Eckchen Sand am Leuchtturm

Ich fand sogar ein kleines Eckchen Sand am Leuchtturm

Leuchtturm und Klosterruine

Leuchtturm und Klosterruine

Das Steinkreuz aus dem 12. Jh und Fischerhütten

Das Steinkreuz aus dem 12. Jh und Fischerhütten

Fischerhütten

Fischerhütten

Pferd und Kapelludden Leuchtturm

Pferd und Kapelludden Leuchtturm

Ach, das Arbeiten im frühen, weichen Licht des Morgens war klasse! Es war ruhig, hier tummelten sich nur zwei Vogelbeobachter und zwei deutsche Fotografen. Das war doch gemütlicher, als am Langen Jan. Ich fand es einfach ausgeglichener.

Amy und Noah schliefen noch, als wir wieder ankamen, es war immer noch sehr früh. Nach dem Frühstück lief Gunter mit den Kids zu den Pferden. Wenn die schon gestreichelt werden wollen, dann können sie das auch haben. Machen wir doch glatt. Amy war glücklich.

 

Ich schrieb einen Artikel für NATURFOTO fertig, der im November veröffentlicht wird. Es geht um meine große Liebe: die Wellenfotografie!

In Löttorp füllten wir unseren Kühlschrank auf, ich informierte mich derweilen im Visitor Center. Uns war das Schild „Ullzentrum“ aufgefallen. Was ist so besonders an der Öland Wolle? Ich sollte Anne im Wollzentrum fragen. Das machten wir auch ganz spontan, wir waren ja in der Nähe. Das Wollthema ist, wie auf den Shetland Inseln so interessant, dass wir darüber einen eigenen Blogbeitrag schreiben werden. Doch soviel vorab: es geht hautsächlich  um die Umwelt und eher nicht um Mode.

 Der lange Sandstrand im Norden Ölands

Der gesamte Norden von Öland ist touristisch erschlossen. Die größten Campingplätze befinden sich auf der Ostseite der Insel. Warum wohl? Na, bei Böda Sand finden sich die endlosen – nun, immerhin sieben Kilometer langen Sandstrände der Insel.

Wir fuhren auf einer schnurgeraden, engen Straße durch einen lichten Wald. Ich fahre auf der Insel nie schnell und betrachte gern die Umgebung. Gegen Abend hielten wir Ausschau nach Elchen, einen hatten wir ja schon gesehen. Jetzt war es gerade drei Uhr nachmittags, doch was erblickten meine Augen: da stand was Dickes, Fettes! Kein zartes Reh, nein, das war viel massiger. Ich trat auf die Bremse und fuhr ein paar Meter zurück. Ein Elch, und ganz nah. Er schaute uns misstrauisch an. Noah kramte schnell nach dem Tele. Ich fotografierte aus dem Fenster raus. Dann drehte er den Kopf und das Foto war perfekt. Etwas weiter zwischen den Bäumen stand noch einer. Als ich ausstieg um besser zu sehen, drehten sie sich um und waren weg. Amy sah gleichzeitig einen Fuchs davon huschen. Ja, es schien der Wald gehörte wieder den Tieren. Sie rechneten jetzt nicht mehr mit Wohnmobilen und Touristenhorden.

Ein gewaltiger Elch

Ein gewaltiger Elch

Der Wald reicht fast bis zum Strand, Strandhafer säumt den Übergang auf den Dünen und dann kommt feiner, weißer Sand bis zum Wasser der Ostsee. Wir waren allein, eine tote Robbe lag am Strand, und die war auch schon ganz ruhig. Im Sommer tummeln sich allein auf dem Campingplatz Böda Sand 6000 Touristen, und es gibt einige Campingplätze an der Böda-Bucht. Im ganzen Norden der Insel wohnen dagegen nur etwa 1600 Leute! Unglaublich, was? Und, Kenneth vom Byxelkrok Hafen hatte uns erzählt, dass zum Herbstfest noch mehr Leute auf die Insel kommen, als zum Mittsommerfest!

Zurück zum Sandstrand: Dunkle, fast schwarze Wolken hingen am Himmel. Gerade als wir über den Sand liefen kam die Sonne durch. Wir fühlten uns fast wie in der Karibik, so klar war das Wasser, so weiß war der Sand. Nur die Nadelbäume im Hintergrung sahen nicht nach Palme aus. Das Meer sollte mit auf das Foto. Hmm, also Schuhe aus und rein ins Wasser. Da waren wir mal wieder zur rechten Zeit am rechten Ort.

Lyckesand

Lyckesand

Der einsame Sandstrand

Der einsame Sandstrand

Angenehmer Kontrast zur Westseite Ölands

Angenehmer Kontrast zur Westseite Ölands

dunkle Wolken, klares Wasser

dunkle Wolken, klares Wasser

Die Felsplatten vom Neptuni åkrar

Die Felsplatten vom Neptuni åkrar (Neptuns Acker) hatten wir noch nicht im Sonnenuntergang erlebt. Einmal war Nebel aufgezogen, und dann überspülte der Sturm tagelang die ganze Küste. Jetzt war unser Tag gekommen. Das Meer hatte gerade die richtige Menge an Wellenaktivität, die Wolken waren perfekt. Ich hatte zwar gerade versucht was für Euch zu schreiben, zog es aber vor, in die Schuhe zu springen und Fotos zu machen. Die Schuhe waren das Problem, die wurden nämlich viel zu schnell nass, das Wasser lief mir mal wieder oben hinein. Doch kaum schaute ich durch das Okular der Kamera, da vergaß ich die nassen Füße. Die Wolken waren wohl von einem Fotoliebhaber an den Himmel gewünscht worden. Geil! Ja, es war echt genial! Das Wasser spritzte, ich hatte das Weitwinkel drauf, die Wolken hatten Struktur und Farbe und dann kam die Sonne raus. Ich fühlte mich wie im Fotografenhimmel.

Wellenspritzer am Neptuni Strand, Öland

Wellenspritzer am Neptuni Strand, Öland

Gerade als die Sonne zu grell zu werden drohte rief mich Noah zum Essen. Schweren Herzen lief ich zum Womo, der Hunger trieb mich hin. Das Licht würde zum Abend sicher noch besser werden. Denkste, der beste Moment war vorbei.

Die Felsplatten des Neptuni Strandes im Abendlicht

Die Felsplatten des Neptuni Strandes im Abendlicht

Wolken, Wasser, Felsen

Wolken, Wasser, Felsen

Gezeitenbeckenbecken mit hellen Kieselsteinen

Gezeitenbeckenbecken mit hellen Kieselsteinen

Wir wollten noch den Langen Erik in etwas besserem Licht aufzunehmen und fuhren hin. Die Sterne funkelten schon, als wir ankamen. Ich hätte ja gern Nachtaufnahmen gemacht, war aber zu fertig. Dafür hatte ich den Rest des Abends viel Freude beim Sichten der Fotos 🙂

Sorry, dass ich Fotos teilweise noch etwas kippen – ich schaffe es zur Zeit nicht besser. Dafür habt ihr es live….

 

 

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

2 Kommentare

  1. Herrlich – diese Wolkenstimmungen ! Sind wieder traumhafte Bilder mit bei.
    Ihr erlebt ja wirklich einen schönen Tag nach dem anderen….klasse !
    Und ich kann mich nun schon mal auf die neue „Naturfoto“ freuen….
    Schönes Wochenende

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