Fahrt nach Pennan
Jetzt hatten wir eine ca. 230 km lange Fahrt nach Pennan vor uns. Anfangs ging es sehr schnell, die Straßen waren frei, das Wetter trüb. Keine Fotostopps waren nötig. Nach Inverness ging die Fahrt sehr langsam voran, jetzt häuften sich die Kreisel, die Autos auf der Straße und es war dunkel. Je näher wir gen Pennan kamen, desto steiler und enger wurden die Straßen. Die Straßen waren matschig, es muss viel geregnet haben in der letzten Zeit. Vor der Abfahrt nach hinunter Pennan hatte ich etwas Angst, sie ist steil, wir sind sie schon gelaufen. Im Auto sitzend kam es uns noch steiler vor. Ich rate niemandem dieses Stück mit dem Wohnmobil zu fahren. Es standen zwar nur 14 % an, doch wir sind uns einig, es sind mehr. UND die Straße ist kurvig und eng. Wir schafften das, fanden schnell unser Cottage und den versteckten Schlüssel. Auf Inseln warten die Häuser einfach offen auf die Mieter, auf dem Festland ist alles verschlossen.

Pennan
Ferienhäuschen in Pennan
Das Häuschen lag nur 20 m vom Meer entfernt, und hatte doch absolut keine Sicht auf das Meer! Erstaunlich. Pennan besteht nur aus zwei Häuserreihen, wir waren in der zweiten Reihe.
Wir hatten drei Zimmer, die übereinander lagen, also viele Treppen, die historisch eng und ungleich waren. Stolperfallen, wir nutzten immer die Handläufe zur Sicherheit. Kalt war es auch noch im Haus. Es dauerte sehr lange, bis es angenehm war. Glücklicherweise haben wir Bettflaschen dabei, ohne die wäre es sehr unangenehm gewesen.
Der Geruch von Pennan
Ich zog abends natürlich durch die Gasse! Es gibt ja nur eine! Dunkel lag das Meer vor mir, der angespülte Tang roch meerig, Gischt und Regen und der Duft nach Torffeuer lagen in der Luft. Hier hält sich der Geruch heißer Bremsen beständig, selbst im starken Wind des Meeres. Dauernd kommt Nachschub. Das Pennan Inn, ein Restaurant und Pub, hatte geöffnet. Mit Esra trank ich einen Whisky. Lecker. Es war so heiß im Pub, dass ich alles so nach und nach auszog, was noch vertretbar war. Als ich mich ohne negativ aufzufallen, keiner weiteren Kleidung entledigen konnte, der Schweiß immer noch meinen müden Körper hinunterrann, beschlossen wir zu gehen. Fast fiebrig erreichte ich das nur 100 m entfernte Cottage, jetzt war wieder frieren angesagt.
Die Telefonzelle aus dem Film Local Hero
Vor einigen Jahren hatten wir zusammen mit unseren schwedischen Freunden „Local Hero“ geschaut. Hier in diesem Ort wurde der sehenswerte Film gedreht. Vor allem ich hatte große Lust, diesen jetzt an historischer Stelle anzusehen. Da wir Fernsehtechnisch nicht versiert sind, tat ich mich schwer mit diesem neuen Gerät. Es war ein Flachbildschirm, einen DVD Player gab es nicht, aber es lagen DVD’s herum. Es müsste also funktionieren?! Nur wie?
Hinten am Bildschirm gab es einen Schlitz, dort musste die Filmscheibe hinein. Leider lief die gebrannte Version nur ohne Ton, wie schade! Wer von Euch kennt denn den Film?

Blick zur Vogelkolonie

Basstölpel

Leuchtturm in Buckie

Crowie

Crowie

Rockpools in Pennan

Nachtleben von Pennan

Aussicht

Gardenstown, noch so ein steiler Ort

Holzboot

Crowie

Klippen bei Troup Head
Rockpools in Pennan
Früh morgens schien die Sonne! Kaum ein Lichtstrahl fand den Weg durch die kleinen Fenster. Der Blick hinaus zeigte uns nur die gegenüberliegende Hauswand. Die Scheiben waren völlig salzverkrustet, was das Bild stark verschwommen zeigte. Ich sprang raus, hinaus ans Meer, nur ein paar Schritte vor der Tür! Genial! Am Ende des Ortes gibt es zahlreiche, und ganz besonders schöne Gezeitenbecken. Rockpools – so heißt auch unser Cottage! Große, farbig perfekt gemischte Kiesel liegen in den Becken, zahlreiche Lebewesen tummeln sich dort. Für Unterwasseraufnahmen ist es viel zu kalt, ich kam nicht mal in Versuchung!
Schade, wir haben den Sturm knapp verpasst
Die Fotografie war schwierig, grelle Sonne hinter den Bergen, dunkel Felsen im Vordergrund, die Kamera schaffte diesen Kontrast kaum. Ich war allein, niemand kam aus den Häusern. Es leben nur etwa 10 Leute im Ort, die meisten der Häuser sind Ferienunterkünfte. Der Ort wirkte trotzdem nicht ausgestorben, hie und da parkte ein Auto, Rauch stieg aus den Schornsteinen. Hundebesitzer führten später ihre Vierbeiner aus. So kam ich auch wieder ins Gespräch mit einer Anwohnerin. Gerade gestern gab es richtig große Wellen hier. Dann spritzt das Wasser die Hafenmauer hoch bis zu den Häusern. Schade, dass Ihr das verpasst habt. Der Gezeitenkoeffizient ist gerade sehr hoch, d.h. das Wasser steht bei Flut höher als sonst. Dazu kam starker Wind aus Norden und schon knallen die Wellen! Das erklärt auch die verschwommene Sicht durch unsere Fenster, auch in der zweiten Reihe.
Küstenort Crowie
Wir zogen los, das Wetter war gut für einen Fotoausflug. Wir begannen mit Crowie, einem historischen Fischerort ähnlich wie Pennan. Crowie ist das besterhaltene Fischerdorf Europas. Der Ort ist mit dem Auto nicht erreichbar, auf der Höhe gibt es einen Parkplatz, den wir nutzten. Gunter und Esra mühten sich mit dem Internet Stick ab, es funktionierte nicht. In Pennan gibt es keinen Mobilfunk, also konnten wir das im Haus nicht testen. Ich lief mit Amy und Noah runter und fotografierte. Was für ein interessanter Ort. Die beiden Internetchecker kamen nach, sie waren nicht erfolgreich gewesen. Der USB Stick verweigerte den Internetzugriff. Nach den Wochen des problemlosen surfens auch ein Erlebnis. Man hat mehr Zeit, die Gegend zu erkunden!
In Buckie schauten wir nach Flaschenpost, dort hatte ich im Sommer eine gefunden. Doch heute gab es nichts, auch gut, es war fast kein Müll am Strand. Dafür stand ein Imbisswagen, fettige Pommesgerüche in den Wind absondernd. Verlockend, das Frühstück lag bereits eine Weile hinter uns, die frische, kalte Luft hatte wieder für Hunger gesorgt.
Vogelkolonie in Troup Head
Einige Naturfotografen hatten wegen der Papageitaucher und Basstölpel Troup Head empfohlen. Wir waren damals nicht sicher gewesen, wie wir mit Wohnmobil die steilen Straßen bewältigen würden. Mit dem VW T4 Synchro trauten wir uns alles. Auch die 20 % Steigungen macht der mit links! Wir landeten im Matsch, auf holprigen Feldwegen, fanden schließlich nach ein paar Sackgassen die auf Farmen endeten, auf eine Parkplatz, der einer riesigen Pfütze glich. Wir quatschten durch den Matsch los, liefen dahin, wo die Vögel am lautesten waren. Die Pfeile hatten in die andere Richtung gezeigt. Wären wir ihnen doch besser gefolgt. Ich weiss, dass die Puffins erst im Mai kommen würden. Jetzt vertreiben die ihre Zeit noch auf dem Meer. Plötzlich sah ich einen Basstölpel über das Meer gleiten! Ah, die sind doch schon da! Genial. Wir liefen zur Kolonie und tatsächlich gab es hier ein sehr geschäftiges Kommen und Gehen. Wir genossen im eiskalten Wind das Spektakel. Noch von der anstrengenden Wanderung durch unwegsames Gelände verschwitzt, blies der Wind unangenehm auf die feuchte Haut.
Wie genial muss das später im Frühling sein, wenn noch die anderen Seevögel da sind? Oben auf der Klippe sahen wir die Puffinhöhlen. Hier muss man sehr nah an die fotogenen Vögel herankommen können! Da muss ich unbedingt nochmal im Frühjahr und Sommer her!
Wir liesen den Abend mit dem Herunterladen der Fotos ausklingen. Ich schrieb keinen Bericht, war zu müde.
Am nächsten Tag regnete es nur, wir waren zwar unterwegs, im Supermarkt und in Fraserburgh, doch fotografieren konnten wir nicht, denn der ständige Nieselregen sammelte sich auf den Linsen der Kameras.
Ich war natürlich trotzdem ständig am Meer unterwegs, morgens und abends und zwischendrin. Wir waren doch neugierig auf mails und ich wollte den Bericht nicht ganz hängen lassen, so fragten wir im Pub, ob es da Internet gäbe. Gab’s! Esra chattete mit der Freundin, ich lud drei Berichte hoch.
Ja, und dann war bereits wieder Packen angesagt, weiter geht’s Richtung Shetland!
Übersichtsseite Shetland
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Endlich Shetland
Leider nur ein ganz kurzer Blogeintrag, bald geht es „normal“, also ausführlich weiter….
Bressay Lighthouse in der Nacht, Shetland – was für eine geniale Unterkunft, nicht wahr!
Wilde Wasser im Norden von Großbritannien
Die Fährfahrt war so heftig, dass wir immer noch etwas erschöpft sind. Wir fuhren bei Windstärke 8-9, 15 Stunden lang von Aberdeen nach Lerwick. Es schaukelte so heftig, dass wir es nur liegend, zum Glück in den Kabinenbetten, aushalten konnten. Da hatten wir uns auf Lewis die ganze Zeit Wellen gewünscht. Jetzt hatten wir sie!
Nun, wir haben es geschafft. Der Kapitän der Fähre meinte mehrmals, dass dieses Überfaht ja alles andere als angenehm gewesen war! Bei Drehmanövern, wenn er versuchte, dass Schiff etwas angenehmer in die Wellen zu legen, durften die Passagiere immer 5 Minuten lang nicht aufstehen, weil es zu gefährlich war!
Bei der Ankunft fiel Amy dann sogar in Ohnmacht. Es war viel zu warm und nach einer ganzen Nacht heftigsten Seegangs, war es zu viel. Ihr geht es aber wieder gut. Der Wind bringt sehr viel frische Luft. Der Boden schien noch einen ganzen Tag unter unseren Füßen geschwankt zu haben.
Hier nur mal ein paar Bilder der Fahrt und unserer Unterkunft. Genial ist’s! Das war die Fährfahrt dicke wert!! Morgen schreibe ich wieder ausführlicher!
im Hafen von Aberdeen – die Wellen kamen sogar so hoch wie der Leuchtturm, nur konnte ich da nicht fotografieren, weil der Wind zu stark war!
im Hafen von Aberdeen – der Himmel sagt alles!
geschafft nach einer sehr rauhen Nacht
Bressay Lighthouse, Shetland
erste Aussicht vom Schiff, unsere Unterkunft auf Shetland!!
Ist die Qualität der Bilder in Ordnung? Bei mir sehen sie relativ schlecht aus. Ich lade die Sachen zur Zeit per USB Stick hoch und das klappt nicht wirklich gut.
Unser ausführlicher Live Reisebericht Shetland zum Schmökern
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Wie riecht Pennan? Und warum ist die Telefonzelle so berühmt?
Fahrt nach Pennan
Jetzt hatten wir eine ca. 230 km lange Fahrt nach Pennan vor uns. Anfangs ging es sehr schnell, die Straßen waren frei, das Wetter trüb. Keine Fotostopps waren nötig. Nach Inverness ging die Fahrt sehr langsam voran, jetzt häuften sich die Kreisel, die Autos auf der Straße und es war dunkel. Je näher wir gen Pennan kamen, desto steiler und enger wurden die Straßen. Die Straßen waren matschig, es muss viel geregnet haben in der letzten Zeit. Vor der Abfahrt nach hinunter Pennan hatte ich etwas Angst, sie ist steil, wir sind sie schon gelaufen. Im Auto sitzend kam es uns noch steiler vor. Ich rate niemandem dieses Stück mit dem Wohnmobil zu fahren. Es standen zwar nur 14 % an, doch wir sind uns einig, es sind mehr. UND die Straße ist kurvig und eng. Wir schafften das, fanden schnell unser Cottage und den versteckten Schlüssel. Auf Inseln warten die Häuser einfach offen auf die Mieter, auf dem Festland ist alles verschlossen.
Pennan
Ferienhäuschen in Pennan
Das Häuschen lag nur 20 m vom Meer entfernt, und hatte doch absolut keine Sicht auf das Meer! Erstaunlich. Pennan besteht nur aus zwei Häuserreihen, wir waren in der zweiten Reihe.
Wir hatten drei Zimmer, die übereinander lagen, also viele Treppen, die historisch eng und ungleich waren. Stolperfallen, wir nutzten immer die Handläufe zur Sicherheit. Kalt war es auch noch im Haus. Es dauerte sehr lange, bis es angenehm war. Glücklicherweise haben wir Bettflaschen dabei, ohne die wäre es sehr unangenehm gewesen.
Der Geruch von Pennan
Ich zog abends natürlich durch die Gasse! Es gibt ja nur eine! Dunkel lag das Meer vor mir, der angespülte Tang roch meerig, Gischt und Regen und der Duft nach Torffeuer lagen in der Luft. Hier hält sich der Geruch heißer Bremsen beständig, selbst im starken Wind des Meeres. Dauernd kommt Nachschub. Das Pennan Inn, ein Restaurant und Pub, hatte geöffnet. Mit Esra trank ich einen Whisky. Lecker. Es war so heiß im Pub, dass ich alles so nach und nach auszog, was noch vertretbar war. Als ich mich ohne negativ aufzufallen, keiner weiteren Kleidung entledigen konnte, der Schweiß immer noch meinen müden Körper hinunterrann, beschlossen wir zu gehen. Fast fiebrig erreichte ich das nur 100 m entfernte Cottage, jetzt war wieder frieren angesagt.
Die Telefonzelle aus dem Film Local Hero
Vor einigen Jahren hatten wir zusammen mit unseren schwedischen Freunden „Local Hero“ geschaut. Hier in diesem Ort wurde der sehenswerte Film gedreht. Vor allem ich hatte große Lust, diesen jetzt an historischer Stelle anzusehen. Da wir Fernsehtechnisch nicht versiert sind, tat ich mich schwer mit diesem neuen Gerät. Es war ein Flachbildschirm, einen DVD Player gab es nicht, aber es lagen DVD’s herum. Es müsste also funktionieren?! Nur wie?
Hinten am Bildschirm gab es einen Schlitz, dort musste die Filmscheibe hinein. Leider lief die gebrannte Version nur ohne Ton, wie schade! Wer von Euch kennt denn den Film?
Blick zur Vogelkolonie
Basstölpel
Leuchtturm in Buckie
Crowie
Crowie
Rockpools in Pennan
Nachtleben von Pennan
Aussicht
Gardenstown, noch so ein steiler Ort
Holzboot
Crowie
Klippen bei Troup Head
Rockpools in Pennan
Früh morgens schien die Sonne! Kaum ein Lichtstrahl fand den Weg durch die kleinen Fenster. Der Blick hinaus zeigte uns nur die gegenüberliegende Hauswand. Die Scheiben waren völlig salzverkrustet, was das Bild stark verschwommen zeigte. Ich sprang raus, hinaus ans Meer, nur ein paar Schritte vor der Tür! Genial! Am Ende des Ortes gibt es zahlreiche, und ganz besonders schöne Gezeitenbecken. Rockpools – so heißt auch unser Cottage! Große, farbig perfekt gemischte Kiesel liegen in den Becken, zahlreiche Lebewesen tummeln sich dort. Für Unterwasseraufnahmen ist es viel zu kalt, ich kam nicht mal in Versuchung!
Schade, wir haben den Sturm knapp verpasst
Die Fotografie war schwierig, grelle Sonne hinter den Bergen, dunkel Felsen im Vordergrund, die Kamera schaffte diesen Kontrast kaum. Ich war allein, niemand kam aus den Häusern. Es leben nur etwa 10 Leute im Ort, die meisten der Häuser sind Ferienunterkünfte. Der Ort wirkte trotzdem nicht ausgestorben, hie und da parkte ein Auto, Rauch stieg aus den Schornsteinen. Hundebesitzer führten später ihre Vierbeiner aus. So kam ich auch wieder ins Gespräch mit einer Anwohnerin. Gerade gestern gab es richtig große Wellen hier. Dann spritzt das Wasser die Hafenmauer hoch bis zu den Häusern. Schade, dass Ihr das verpasst habt. Der Gezeitenkoeffizient ist gerade sehr hoch, d.h. das Wasser steht bei Flut höher als sonst. Dazu kam starker Wind aus Norden und schon knallen die Wellen! Das erklärt auch die verschwommene Sicht durch unsere Fenster, auch in der zweiten Reihe.
Küstenort Crowie
Wir zogen los, das Wetter war gut für einen Fotoausflug. Wir begannen mit Crowie, einem historischen Fischerort ähnlich wie Pennan. Crowie ist das besterhaltene Fischerdorf Europas. Der Ort ist mit dem Auto nicht erreichbar, auf der Höhe gibt es einen Parkplatz, den wir nutzten. Gunter und Esra mühten sich mit dem Internet Stick ab, es funktionierte nicht. In Pennan gibt es keinen Mobilfunk, also konnten wir das im Haus nicht testen. Ich lief mit Amy und Noah runter und fotografierte. Was für ein interessanter Ort. Die beiden Internetchecker kamen nach, sie waren nicht erfolgreich gewesen. Der USB Stick verweigerte den Internetzugriff. Nach den Wochen des problemlosen surfens auch ein Erlebnis. Man hat mehr Zeit, die Gegend zu erkunden!
In Buckie schauten wir nach Flaschenpost, dort hatte ich im Sommer eine gefunden. Doch heute gab es nichts, auch gut, es war fast kein Müll am Strand. Dafür stand ein Imbisswagen, fettige Pommesgerüche in den Wind absondernd. Verlockend, das Frühstück lag bereits eine Weile hinter uns, die frische, kalte Luft hatte wieder für Hunger gesorgt.
Vogelkolonie in Troup Head
Einige Naturfotografen hatten wegen der Papageitaucher und Basstölpel Troup Head empfohlen. Wir waren damals nicht sicher gewesen, wie wir mit Wohnmobil die steilen Straßen bewältigen würden. Mit dem VW T4 Synchro trauten wir uns alles. Auch die 20 % Steigungen macht der mit links! Wir landeten im Matsch, auf holprigen Feldwegen, fanden schließlich nach ein paar Sackgassen die auf Farmen endeten, auf eine Parkplatz, der einer riesigen Pfütze glich. Wir quatschten durch den Matsch los, liefen dahin, wo die Vögel am lautesten waren. Die Pfeile hatten in die andere Richtung gezeigt. Wären wir ihnen doch besser gefolgt. Ich weiss, dass die Puffins erst im Mai kommen würden. Jetzt vertreiben die ihre Zeit noch auf dem Meer. Plötzlich sah ich einen Basstölpel über das Meer gleiten! Ah, die sind doch schon da! Genial. Wir liefen zur Kolonie und tatsächlich gab es hier ein sehr geschäftiges Kommen und Gehen. Wir genossen im eiskalten Wind das Spektakel. Noch von der anstrengenden Wanderung durch unwegsames Gelände verschwitzt, blies der Wind unangenehm auf die feuchte Haut.
Wie genial muss das später im Frühling sein, wenn noch die anderen Seevögel da sind? Oben auf der Klippe sahen wir die Puffinhöhlen. Hier muss man sehr nah an die fotogenen Vögel herankommen können! Da muss ich unbedingt nochmal im Frühjahr und Sommer her!
Wir liesen den Abend mit dem Herunterladen der Fotos ausklingen. Ich schrieb keinen Bericht, war zu müde.
Am nächsten Tag regnete es nur, wir waren zwar unterwegs, im Supermarkt und in Fraserburgh, doch fotografieren konnten wir nicht, denn der ständige Nieselregen sammelte sich auf den Linsen der Kameras.
Ich war natürlich trotzdem ständig am Meer unterwegs, morgens und abends und zwischendrin. Wir waren doch neugierig auf mails und ich wollte den Bericht nicht ganz hängen lassen, so fragten wir im Pub, ob es da Internet gäbe. Gab’s! Esra chattete mit der Freundin, ich lud drei Berichte hoch.
Ja, und dann war bereits wieder Packen angesagt, weiter geht’s Richtung Shetland!
Übersichtsseite Shetland
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Abschied von der Isle of Lewis und Fahrt nach Pennan an der Ostküste
Packen für die Weitereise zu den Shetland Inseln
Ohne Probleme schafften wir das Packen morgens. Ich verabschiedete mich von den Nachbarn Anne und David – bekam ein paar gestrickte, warme Socken zum Abschied geschenkt! Das freute mich gewaltig. Die Socken sind bunt, mit verstärkten Fersen, aus warmer Wolle, sie werden meinen immer kalten Füßen sehr gut tun! Vielen Dank Anne! Natürlich zog ich die guten Fußkleider gleich an.
Anne und Chris vor Ihrem Haus
Ideale Ferienwohnung auf Bernera auf der Isle of Lewis
Unseren Vermietern Anne und Chris sagten wir auch ein herzliches „Good Bye!“ Diese Ferienwohnung ist das Komfortabelste, was wir bisher gemietet hatten! Die Wohnung ist groß, warm, liebevoll eingerichtet, einfach sehr gemütlich. Die Vermieter wohnen direkt gegenüber und helfen, wenn der brutzelnde Frühstücksspeck den Rauchmelder zum ohrenbetäubenden Piepsen bringt.
Außerdem sind die Wanderungen, die direkt vor der Tür beginnen ein Erlebnis, welches wir wahrscheinlich aufgrund der grandiosen, sich in den Vordergrund drängenden Landschaften auf den anderen Teilen von Lewis & Harris nicht gemacht hätten. Ich habe diesen Teil der Insel lieben gelernt.
Amy schläft auf der Fähre
kleiner Leuchtturm in Stornoway
Abschied von Stornoway
Fähre nach Ullapool
Esra liest auf der Fähre
Fähre von der Isle of Lewis & Harris nach Ullapool
Das Einchecken für die Fähre war absolut problemlos. Parkt in dieser Reihe, seid um 13:20 Uhr wieder da. Wir liefen ein letztes Mal durch Stornoway, zu gerne hätte ich doch den König der Lewischessmen als kleine Holzfigur gekauft, doch keines der kleinen Lädchen hatte dieses Souvenir. Die Fährfahrt war ruhig, das Brummen des Motors einlullend, meine Familie machte es sich auf den weichen Polstern gemütlich, ich hielt mal wieder nicht still, war draußen auf dem Deck bis der leichte Nieselregen doch unter die Haut ging.
Im Souvenirladen an Bord fand ich eine kleine Lewischessmen Figur, wahrscheinlich aus China, dafür für nur 2 Pfund. Ich kaufte sie und das Buch „Blackhouses“ (eine Krimitrilogie von Peter May). Beim Bezahlen lernte ich noch mehr über die Insel. Das Buch wäre fantastisch, sehr spannend zu lesen. I
ch solle unbedingt noch wenigstens den You Tube Film über die Vogelinsel ansehen. Dort werden jährlich, traditionell hunderte von Vögeln zum Verzehr gejagt. (Ich kann im moment nicht recherchieren, werde genauere Infos dazu bald nachreichen!)
Auf der Fähre fand ich bald einen Sitzplatz mit Aussicht in Fahrtrichtung, ich holte die Familie und wir genossen, warm und trocken die Anfahrt auf Ullapool.
Die Shetland Inseln – ein Traumreiseziel
Infos und Reiseerlebnisse über die Shetland Inseln. Außergewöhnliche Unterkünfte in Leuchttürmen, Wandertipps, Strände.
Garry Beach, Tolsta, Isle of Lewis
Ich werden schon Tage vor einem Abschied ganz wehmütig. Gerade habe ich mich erst an eine Region gewöhnt und kennen- und vor allem liebengelernt, schon planen wir die letzten Tage. Und dann wollen wir plötzlich nochmal an alle diese wunderschönen Strände, Klippen und und und. Da gibt es sogar noch einige Regionen, die wir gar nicht gesehen haben!
Stornoway Hafen – so war das Wetter an diesem Tag, Schnee auf der einen Seite, Sonne auf der anderen!
Diesmal fing dieses Phänomen früh an. Bereits eine Woche vor Anfahrt wurde ich traurig. Noch nie habe ich mich so wohl gefühlt wie auf der Isle of Lewis & Harris! Tja, da müssen wir also nochmal hier her kommen! Aber dann länger! Drei Wochen sind zu kurz!
Leider waren wir auch noch mit Buchungen und Reisevorbereitungen beschäftigt. Das kostet immer viel Zeit. Ich werde dann ganz hibbelig, weil ich doch raus will, ans Wasser oder in die Hügel, einfach nur raus! Meist bin ich deswegen schon vor unseren Ausflügen und auch danach noch unterwegs.
Schnee auf der Isle of Lewis
Garry Beach, Isle of Lewis
Weite, Isle of Lewis
Brücke nach Great Bernera
Schneesturm am Morgen, Great Bernera
Wir wollten Uisoean noch etwas vorbeibringen, die Fähre buchen und einen Internetstick besorgen. So fuhren wir Richtung Stornoway und zu den Stränden bei Tolsta. Jetzt war das Wetter absolut fantastisch! Die Wolken zogen so vor sich hin, regneten oder schneiten hie und da ab um dann erleitert gleich weiter zu ziehen. Die Landschaft sah traumhaft aus, die Strände auch, denn da rollte eine blaue Welle nach der anderen an. Leider litt ich just an diesem ach so tollen Tag unter einer Migräne. Das quälte mich gleich doppelt. Das tolle Licht, der letzte Tag, ich wollte raus und es fiel mir so schwer.
Am Abend besuchten uns die beiden Annes, unsere Nachbarin und unsere Vermieterin. Die Nachbarin zeigte uns, wie sie mit dem Abfallprodukt des Harris Tweed Strickt und mit unserer Vermieterin erzählten wir über unserer Erfahrungen auf der Insel. Ich schlich ins Bett, verschob das Packen auf den nächsten Tag – unseren Abreisetag! Meinen Kram hatte ich zusammengehalten, das würde ich morgens noch locker schaffen.
Amy versucht das Stricken mit Harris Tweed
Stricken mit großen Nadeln, Harris Tweed Abfall
The North Harris Trust – unterwegs mit Matt auf der Suche nach Adlern
Ich war schon früh allein auf unserer kleinen Insel unterwegs gewesen. Ich hatte Schafe fotografiert. Die blieben nämlich im Vergleich zu den zahlreichen Reihern, die mein bevorzugtes Motiv gewesen wären, stehen! Gerade als ich die andere Seite des Meeres erreicht hatte setzte ein Schneesturm ein. Horizontal bewarf mich die Wolke mit kleinen Hagelkörnern. Das tat richtig weh! Ich fotografierte also nicht gegen den Wind! Der Himmel blieb blau, es wirkte surreal. So schnell der Hagel gekommen war, so schnell war er auch wieder weg. Die Sonne schien auf ein schwach schneebedecktes Land. Malcoms Schafe beobachteten mich. „Ob ich was zu Fressen bringen würde? Nein, das ist wieder die mit diesem kleinen Apparat :-)“
Matt vor der Adler Station
Matt und die Kids
Nord Harris – seht ihr die klassischen Tweed Farben?
Im Tweed Laden – und Gabi M. Welchen haben wir für Dich rausgesucht? :-)
Esra und Noah mit Tweed Mützen
typisch Nord Harris
Unsere Vermieterin Anne meinte, wir sollten unbedingt Matt, einen Ranger des North Harris Trusts, kontaktieren. Ich hatte ihm eine email geschickt seine begeistere Antwort lies keinen Tag auf sich warten. Im moment hätte er keine Aktivitäten geplant. Am Montag hätte er Zeit, ob wir dann kommen wollten?
Das Büro des North Harris Trusts ist in Tarbert, dort gibt es auch den Harris Tweed Laden, den wir noch besuchen wollten. Weil wir vergeblich auf eine email Antwort von Freunden gewartet hatten – mit einer möglichen Unterkunftsmöglichkeit in der Nähe von Edinburg – waren wir jetzt mit der Planung für unsere weitere Unterkunft zu spät dran. In Pennan hatte ich ein Haus gefunden, die Bezahlung per Online-banking muckte leider. Wir kamen fast 2 Stunden später als geplant von unserer kleinen Insel herunter. Wie schade, denn diese Zeit fehlte uns später zur Erkundung der traumhaft schönen Isle of Harris.
Der Harris Tweed Laden in Tarbert
In Tarbert fanden wir den Tweed Laden nach zweimaligem Fragen. Fasziniert schauten wir uns die Stoffe, Mützen, Jacken und auch die Preise an! Viel würden wir uns nicht leisten können. Gabi, eine der netten Kommentarorinen des Blogs, hatte Stoff bestellt. Wir waren uns nicht einig, welchen wir kaufen sollten? Die Farben, die Länge, Single- oder double width? Der Single Width – also 75cm breit – ist günstiger, die Farbauswahl sehr dürftig. So mußten wir auf den Double Width zurückgreifen. Würde Gabi da beim Nähen klar kommen? Sollten wir zwei, oder drei Farben nehmen? Und auch ein kleines Stückchen für uns? Vorne im Laden lagen Reststücke, da griffen wir alle nach einem hellblauen Teil. Schade, diese Farbe gab es nicht mehr, nur dieses eine Stück. Wir kauften es und zwei verschiedene andere Farben für Gabi.
Ich hatte mir bereits im Internet ein kleines Portmonai ausgesucht – auch blau, wie das Meer!
Im Büro kam Matt schon auf uns zu bevor alle 5 Reicherts drinnen waren. Wir fuhren mit nur einem Auto direkt los um gemeinsam zum Adlerzentrum im Glen Meavaig zu wandern. Wir genossen ein Fotografenwetter, fotogene Wölkchen tummelten sich am blauen Himmel, die Sonne beschien fleckig die tweedfarbene Hügellandschaft, ein kleiner Bach plätscherte neben uns das Tal hinunter. Matt beantwortete geduldig unsere Fragen und erklärte noch viel, viel mehr. Meine Begeisterung für diese Insel wuchs und wuchs, höher noch als die Berge um uns herum.
Matt und der North Harris Trust
Ich denke immer, dass mein Job als Fotografin der Beste der Welt ist. Nun, Matt macht mir da Konkurrenz :-) Er ist als Ranger beim North Harris Trust angestellt. Seine Aufgabe ist, Leuten völlig kostenlos die Natur näher zu bringen. Er bietet Wanderungen an, führt Exkursionen zu den Adlern, unterrichtet in Schulen und macht mit den Schülern längere Projekte in der Natur.
Seine Arbeitgeber sind die Leute aus Nord Harris, denen seit 2003 das Land gehört. (Gunter hatte einen ausführlichen Text über das Thema Croft und Landbesitz geschrieben. Leider hält unser Fotonotebook in seinem stromlosen Dasein diesen bis auf weiteres fest. Ihr müßt warten, bis wir es reparieren können.) Jetzt nur ganz kurz zur Erklärung: Früher gehörte das Land, teilweise eine ganze Insel, einem reichen Landbesitzer. Die Menschen, die das Land bewirschaften zahlen Pacht, ihre Häuser stehen nicht auf eigenem Grund und Boden. So nach und nach gehen die Landbesitzer dazu über, den Anwohnern die Grundstücke zu übergeben. Teilweise für einen relative geringen Preis. Etwa das zehnfacher der Pacht, die so um die 30 Pfund pro Jahr liegt, teilweise aber auch ganz kostenlos. In manchen Fällen startet auch ein Streit um den Preis. Der Besitzer einer Region auf der Insel versucht den Preis für die Grundstücke neu auszurichten. Das Land eignet sich für die Energiegewinnung per Windmühlen, der Grundstückspreis steigt und diesen noch imaginären Wert möchte er aus dem Land herauskitzeln.
In Harris gehört das Land schon der Gemeinde, und diese Menschen machen das Beste daraus! Der North Harris Trust versucht die Qualität der Häuser zu verbessern, Jobs zu schaffen, somit die Landflucht rückläufig zu gestalten. Die Erhaltung und Pflege der wilden, schönen Natur in Nord Harris steht genauso auf dem Plan.
www.north-harris.org
Glen Meavaig
Matt wollte uns die Adler im Glen Meavaig zeigen. Die typischen Ruheplätze der Adler sucht er immer wieder mit dem Fernglas ab. In der Luft bewegt sich nichts! Nur die weißen Wolken ziehen langsam und gemächlich zwischen den Bergen hindurch. Immer wieder entschuldigt er sich dafür, dass die Adler an diesem Tag wohl anderweitig beschäftigt sind. Uns macht das nichts, noch sind wir mit der Bewunderung der Berglandschaft von Nord Harris beschäftigt. Gunter sogar so sehr, dass der fotografierend weit hinter uns erzählenden Naturliebhabern zurück fällt. Wir legen immer wieder Pausen ein, Gunter denkt dann: „Ah, da sind sie ja!“ und läuft noch langsamer. So dauert die kurze Wanderung länger als gedacht. Wir besichtigen die Hütte zur Adlerbeobachtung. Sie bietet Wetterschutz an windigen, regnerischen Tagen. Den hatten wir heute glücklicherweise nicht nötig. Es hatte zwar ganz kurz aus heiterem Himmel geschneit, doch nach wenigen Minuten auch wieder aufgehört. Wir erzählten den ganzen Rückweg, Gunter fotografierte die Steine, Wolken und Berge.
So gegen 16:00 Uhr fuhren wir Matt nach Tarbert zurück. Die Straße Richtung Huisinis war traumhaft, aber auch anstrengend zu fahren. Am Ende liegt ein einsamer Strand. Der ursprüngliche Plan nocheinmal zum Leuchtturm von Scalpay zu wandern schlug fehl. Es war bereits zu spät. Aber diese Straße nach Huisinis hatte nun unseren Forscherdrang geweckt. Wir fuhren zurück, fotografierten unterwegs hie und da. Dunkle, schwere Wolken hingen am Horizont, noch schien die Sonne auf den einsamen Strand. Was für ein Kontrast! Wie es wohl sein muß hier zu wohnen? Die Straße geht auf und ab, kurvig, und kilometerweit durchs Land. Fast wie die nach Great Bernera, sie ist vielleicht noch ein Tick schwieriger zu fahren.
Selbst im Schneesturm kann ich mein Herz verlieren, seht ihr es?
Letztes Licht auf dem Strand
Kurz vor dem Schneesturm
Im Schneesturm
Amy und Esra im Schnee
Toilettenhäuschen
Wir parken das Auto auf einem sandigen Parkplatz, laufen den Hügel hoch um auf die andere Seite der Bucht zu schauen und schon haut uns schmerzhaft der hagelartige Schnee ins Gesicht. Aua! In der Ferne scheint nich die Sonne, die Wolken hängen so tief am Himmel sie berühren fast das Meer. Was für eine Stimmung. Der Schnee bleibt auf dem weißen Sand liegen, der Wind bläst alle Wärme aus den Fingern. Wir berechen auf! Jetzt sehen wir eine völlig andere Landschaft als auf dem Hinweg. Was für ein Kontrast! Die Kinder überreden uns zu Fish & Chips. Der Laden hat gerade noch geöffnet, er schließt direkt nach unserem Einkauf. Gesättigt treten wir den langen, dunklen Heimweg an.