Bei unserer Ankunft im Leuchtturm hatte Frank erwähnt, dass er Leuchtturmwärter war; auch hier in Bressay. Ich war damals extrem „fährfertig“ gewesen, konnte deswegen den Journalisten in mir nicht einschalten. So griff ich zum Telefon, fragte einfach nach, ob wir ein Interview mit ihm machen könnten! Franks Frau war dran und sehr nett. Er würde sich telefonisch bei uns melden, meinte sie. Doch das Telefon blieb stumm. Nur noch ein einziger Tag war uns im Bressay Lighthouse vergönnt. Notfalls würden wir dieser kleinen, vielseitigen Insel einfach noch einen Besuch abstatten um die Gelegenheit zu bekommen, mit Frank zu sprachen. Kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, da fuhr ein kleines rotes Auto auf den Hof. Frank stieg aus, wir liefen raus. Ich fragte ihn nach einem kurzen Interview. „Ach, besser nicht“ meinte er bescheiden.
Neugier – Fragen an den Leuchtturmwärter
Die große Neugier in mir brach trausend-Fragen-stellend aus mir heraus. Wir erzählten, er beantwortet alle Fragen, merkte gar nicht, dass ein Interview einfach nur ein nettes Gespräch sein konnte. Frank übte den Beruf des Leuchtturmwärters 34 Jahre lang aus. Er hörte 1989 auf, weil die Leuchttürme so nach und nach automatisiert wurden. Frank hatte seinen Dienst auf allen berühmten sogenannten „Rock Lighthouses“ gemacht. Er war auf Bass Rock (den mit der großen Basstölpelkolonie in der Nähe von Edingburgh – schaut im Sommer Schottland Reisebericht nach), auf dem nörlichsten Leuchtturm Schottlands, Muckle Flugga vor der Insel Unst auf einem Leuchtturm vor Oban, auf der entlegenen Fair Isle. All diese Leuchttürme würde ich gerne mal sehen! Was für ein Job!

Frank und Gunter
Frank hätte seine Arbeit sehr geliebt, er war aber auch froh, nach 34 Jahren etwas anderes tun zu können. Alkohol ist auf den Leuchttüren strengstens verboten. Schläft ein Leuchtturmwärter ein einziges Mal im Dienst ein, wird er entlassen! Zu viel hing damals von seiner Arbeit ab, Fehler wurden nicht toleriert. In Bressay zum Beispiel wurde die Drehung der Fresnellinse durch ein Gewicht im Turm erzeugt. Dieses Gewicht mußte in gewissen Zeitabständen hochgekurbelt werden. Verpasste ein Wärter das Aufziehen, tönte ein Alarm beim „Principal Lighthousekeeper“, das war Franks Position gewesen. Und dann gab es Ärger!
Die Famlien der Leuchtturmwärter auf Shetland
Drei Familien lebten zusammen in den Häusern hinter dem Leuchtturm. Sie seien immer sehr gut miteinander ausgekommen. Allerdings wurde die Nutzung der gemeinsamen Räumlichkeiten auch ganz genau festgelegt. Die Frau des Principle Keepers durfte zum Beispiel Montags die Wäsche waschen. Im Originalbau des Leuchtturms gab es keine Toiletten in den Häusern. In Wind und Sturm mußten die Familien die Hütten außerhalb aufsuchen. Jede Familie hatte eine Außentoilette! Jetzt wurde für die Touristen extra ein Bad mit Toilette angebaut. (Vielleicht ist es deswegen kälter hier?)
Frank hatte einen dicken Schlüsselbund, er wollte uns den Leuchtturm zeigen, doch leider paßte keiner der Schlüssel mehr. Schade! Aber wir schauten zusammen den Maschinenraum an. Dort wurde das Nebelhorn mit Pressluft versorgt. Drei schwere, massive Motoren waren dafür nötig. Der Nebel kam meist im Sommer, dann mußte das Pressluft betriebene Nebelhorn alle zwei Minuten tönen.
Eshaness Leuchtturm, Shetland

WINDSTILL!

unser neues Domizil, Eshaness Lighthouse

Bressay Fähre

Tanks für die Komprimierte Luft

GischtFenster

der Blick aus dem Wohnzimmerfenster, Bressay
Fähre zum Festland Shetland – Gespräche mit Einheimischen
Wir verabschiedeten uns von Frank, vom Leuchtturm und der Insel Bressay. Nicht ganz, wir verpassten mal wieder die Fähre! Die nächste würde erst in 1,5 Stunden fahren, das gab uns Zeit für eine letzte Inselrundfahrt. Die Sonne lachte, der Wind war fast warm und zart. Ich wollte nocheinmal den Lerwick Hafen fotografieren, diesmal im Sonnenschein. Auf der Höhe parkte ich das Auto, da schaute freundlich grüßend eine Frau über eine Mauer. Ich dachte, die Mauer wäre Teil einer Hausruine, es war aber ein Garten und von Anfang an dazu erbaut. Schnell kamen wir ins Gespräch, sie erzählte, ich fragte hie und da nach.
Kaninchenplage auf Shetland
Das sind diese lockeren Momente mit fremden Menschen, die ich so sehr genieße. „Das ist ein gutes Leben hier auf der Insel“, meinte sie. Wir bauen unser Gemüse und die Kartoffeln selbst an. Die Mauer hier dient nicht nur als Windschutz, sie schütz unser Grünzeug vor allem vor den hungrigen, wild buddelnden Kaninchen. Die Mauer war komplett mit einem Netz überzogen, als extra Schutz vor den kleinen Eindringlingen. „Wir wollen das Netz noch über die Mauer ziehen und so eine Falle für die Kanninchen machen. Wenn die dann versuchen über die Mauer zu springen, was sie auch tun, wenn sie das leckere Gemüse riechen, dann landen sie in der Falle und danach in unserem Kochtopf!“ sagte sie lachend, als ich gerade fragen wollte, warum niemand die Kaninchen, die die ganze Insel durchlöchern, fängt. Auch Frank hatte kurz davor über diese Plage gesprochen. „4000 werden jedes Jahr geschossen, doch es macht keinen Unterschied“.
Die Kaninchen seien sehr lecker, weniger Fett als die Hühner. Sie werden auch Unterirdische Hühner genannt.
Die Gärtnerin erzählte weiter: „wir haben Hühner, Schafe und unser ältester Sohn ist Fischer. Er fährt raus um Hummer aber auch Haddock zu fangen. So können wir uns bestens selbst versorgen! Immer im Einklang mit der Natur um uns herum.“ In den dunklen nassen Wintermonaten würde sie Quilten und die Sachen dann auf dem Markt verkaufen. Wir quatschten angeregt, Gunter wollte nochmal versuchen den Hügel hochzufahren, doch die Zeit lief uns davon. Jetzt, wo ich gerade erfahren hatte, wo wir langfahen müßten. Wir fotografierten unterwegs nochmal die Robben, die nicht mehr ganz still dalagen, sondern sich hie und da auch mal drehten, herum robbten oder sich sogar die Nase kratzten. Fast hätten wir die Fähre verpasst! Wir schafften es in letzter Minute. Da die Sonne schien, der Wind nachgelassen hatte, stieg ich auch erstmals während der Fahrt aus dem Auto und fotografierte die Fährfahrt.
Im Tesco kauften wir ein, dann machten wir uns auf Richtung Norden. Wir hatten uns für 16:00 Uhr mit den Caretaker Michael verabredet, dann würden wir erstmals „unseren“ zweiten Leuchtturm sehen! Ich war sehr neugierig darauf. Dei Fahrt war angenehm, jetzt sahen wir neue Landschaften. Bei der Landenge Mavis Grind, nur 33 m breit, kann man auf der einen Seite die Nordsee, auf der anderen den Atlantik sehen! Das ist die einzige Stelle in England, wo man an der Nordsee stehend einen Stein in den Atlantik werfen kann, vorausgesetzt, man kann gut werfen! Wir werden das mal versuchen. 33 m sind dafür dann schon relativ viel.
Stacks von Stenness
In Stenness liefen wir an den Strand, suchten im Strandgut herum und fotografierten die Stacks vor der Küste. Michael, der den Leuchtturm in Eshaness betreut, begrüßte uns und zeigte uns erklärend herum. Auch hier wieder viel Platz, drei schöne Schlafzimmer und ein gemütliches Wohnzimmer. Fantastisch. Die fotogensten Klippen liegen direkt vor der Tür. Michael meinte, es wäre wohl sein größter Fehler gewesen, den Leuchtturm zu verkaufen. Er hätte 12 Jahre darin gewohnt, damals sei es aber noch sehr kalt gewesen. Wir lachten später, als wir in einer Schublade in der Küche sechs Bettflaschen fanden!
In den letzten Tagen hatte ich auf meinem Kindle das Buch von Shona Krauskopf „The last Lighthouse“ gelesen. Dort beschreibt eine Amerikanerin die Suche nach einem schottischen Leuchtturm. Über viele Jahre hatte sie mit ihrem Mann versucht einen Leuchtturm zu kaufen, den letzte Leuchtturm, nämlich der in Eshaness, ersteigerten sie schießlich. Sie hat den Leuchtturm vor ca. sechs Jahren wieder verkauft, besucht Schottland und „ihren“ Leuchtturm, doch jedes jahr einen Monat lang.
Auf dem Parkplatz standen zwei Wohnmobile, ein toller Übernachtungsplatz. Mit einem älteren Herrn fing ich ein Gespräch an, seine Schwester hätte Probleme damit ihre Kamerabatterien zu laden. Ich bot an, sie im Haus einzustecken. Das nahm sie dankbar an. Wir liefen los um zu fotografieren. Nachts könnte es laut Vorhersage Nordlicht geben, und darauf wollte ich mich vorbereiten. Mit unserem Womonachbarn verabredeten wir uns für den Abend, wir könnten ja gemeinsam fotografieren. Leider hingen Wolken am Horizont, den Kometen würden wir also schon mal nicht auf ein Foto bannen können. Schade!
Es zeigte sich kein Nordlicht. In der Nacht war es sehr kalt, ich lief mit meinem Norwegeranzug draußen herum und fror trotzdem noch. So setzten wir uns auf einen Tee drinnen zusammen, erzählten und schauten Fotos an. Ein insgesamt sehr netter Abend.
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Schnee in Eshaness
Wie erwartet piepste mich der Wecker um 6:00 Uhr aus dem Bett. Ich ignorierte diesen nicht. Sprang, naja, schlüpfte in die Klamotten, die warmen, und lief los. Die Sonne versteckte sich hinter einer tiefhängenden Wolkenwand. Das machte mir erstmal nichts! Sie würde sicher bald warme Sonnenstrahlen in meine Richtung werfen, bis dahin fror ich halt. Der Schnee fror auch, er lag nämlich noch auf den dürren Grasflächen, nicht natürlich auf den Seen, dem Meer und den schwarzen Vulkanfelsen. So fleckig machte die Landschaft einen guten Eindruck auf mich. Ich mühte mich trotz allem fotografisch etwas ab. Wahrscheinlich war ich nach nur vier Stunden Schlaf noch nicht im Kreativmodus. Die Ruhe, nur von Vogelgezwitscher, nein eher Seevogelgemecker, unterbrochen, tat gut. In Bubenheim treibt mich der Fluglärm manchmal fast in die Verzweiflung – gerade aus diesem Grund ist es mir hier möglich, die Ruhe ganz bewußt wahr zu nehmen und zu genießen!
Schafe, Eshaness, Shetland
Die Schafe werden gefüttert – der Schnee war sehr lokal :-) ein paar hundert Meter von „daheim“ lag nichts mehr!
Der See und der Leuchtturm, Eshaness, Shetland
Felsen vor dem Eshaness Leuchtturm, Shetland
Ich lief die Küste hinunter, also nicht entlang der Klippen. Es war Flut und aus diesem Grund kein Tang zu sehen. Die Felsen waren rutschig, teilweise waren Rinnsale des kleinen Bachs gefroren. Wenn es hier eine Otterautobahn geben würde, jetzt war der Zeitpunkt, das herauszufinden! Otterspuren im Schnee sind unverwechselbar, ein Otter schleift den Bauch auf dem Boden. Ich kenne die Spuren aus Norwegen. Außer einem nicht so geheimen Schafstrampelpfad waren keine Spuren sichtbar. Schade! Zu gerne würde ich die Otter sehen und auch aufnehmen. Auf dem Rückweg fiel ich wieder auf die Seebarriere hinein. Von der flacheren Küste aus sieht man den Leuchtturm oben auf der Steilküste stehen, doch die Seen in der Senke sind erst zu sehen, wenn man davor steht. Und dann heißt es einen Umweg drum herum zu laufen.
„Daheim“ angekommen traf ich auf Gunter! Er hatte es auch aus dem warmen Bett geschafft, der Schnee lockte. Wir wanderten gemeinsam die Klippen entlang, beschäftigten uns noch ein paar Stunden kreativ. Fuhren nach Stennes, besuchten die Schafe auf der Straße, die zum Leuchtturm führt.
Auf einer Weide wurden die immer hungrigen Tiere gerade gefüttert. Hier werden die Schafe überall gefüttert. Auf der Isle of Lewis sahen wir das nicht. Da wurden sie nur hie und da und wesentlich weniger gefüttert. Die Gelegenheit war gut, ich parkte am Straßenrand und lief zur Weide. Gerade war der Heuballen ausgepackt, der Duft von frischem Heu hing schwer in der Luft. Der Schäfer, ein älterer Herr, kam grinsend auf mich zu. „Riecht gut, was?“ und wedelte mit der Hand vor der Nase. Der Gerucht hing auch ohne Windbewegung fast greifbar um uns herum. Das roch geradezu lecker. Ich konnte die Schafe verstehen. Die Tiere stürzten sich drauf, rissen gierig große Stücke aus dem Heu. „Das war der letzte Ballen für diesen Winter, ich hoffe, wir bekommen keinen Schnee mehr“ meinte mein Gesprächspartner. „Drei Tage würde der Ballen reichen. Das Gitter muß drum, sonst verteilen die Schafe in der Gier das gute Heu überall.“
Die morgendliche Tour tat gut. Das Licht ist morgens einfach wunderbar. Gunter war geschafft, es dauerte, bis ich ihn wieder raus bekam :-) Die Fotografie ist aber auch ziemlich anstrengend. Wir laufen mal hier und dann da, schleppen die Fotoausrüstung, die sperrigen Stative. Auch das Arbeiten mit der Kamera schlaucht nach ein paar Stunden. So war die Ruhe nötig.
Tang und Klippen, Eshaness
Wir blieben diesmal in „unserer“ Region. Fuhren nur zum Kaffee und liefen dort zum Strand und den Klippen. Das war eine ruhige Wanderung, der Wind war zwar wieder kalt und Handschuhe von nöten. Es gab keine nennenswerten Wellen, daher war alles sehr gemächlich. Ich nenne das immer eine langsame Fotografie. Die Kids suchten im Strandgut, wir quatschten und philosophierten.
Wir beendeten den Abend mit einem grünen Flash!
green Flash, Eshaness, Shetland
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Nordlicht und Wellen!
Nur ganz kurz, ich hänge hinter her…. Bekomme zur Zeit sehr wenig Schlaf!
Wir hatten gestern Nordlicht! Was für ein Erlebnis! Und heute fingen die Wellen an. In Leuchtturm sind wir tatsächlich am perfekten Ort! Nur Internet gibt es erst 10 km entfernt und ich arbeite im Auto sitzend und frierend.
Ein Bild vorab! Jetzt haben wir alles auf einmal: Nordlicht, der Komet und der Leuchtturm! Es wird noch besser, unglaublich!
Leuchtturm von Eshaness und Nordlicht, Shetland
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Die Inseln Yell und Unst, Shetland, Großbritannien
Der Schnee war nur auf dem höchsten Hügel Shetlands, dem 450 m hohen Ronas Hill, liegen geblieben. Ich wollte das gleich nach dem Frühstück aufnehmen, doch schnell waren Wolken aufgekommen, die mir die Sicht versperrten. Wir fuhren los, um die nördlichen Inseln Yell und Unst zu besuchen.
Stacks im Licht, Northmavine
Die Shetland Insel Yell und Unst
Mit den Fähren hatten wir unglaubliches Glück, zweimal fuhren wir geradeso drauf, völlig ohne Wartezeit. Nur die erste Hinfahrt kostet etwas, auf den anderen Fähren, auch auf dem Rückweg, wird dann nicht mehr kontrolliert. Ganz praktisch eigentlich. In Yell hielten wir nur ein, zweimal relativ kurz an, um ein paar Landschaftsaufnahmen zu machen. In Unst schauten wir uns genauer um.
Wir besuchten verschiedene Strände, wanderten über die typischen gelben Hügel, sahen in der Ferne Basstölpel fliegen. Wir hatten vor, den Leuchtturm Muckle Flugga aufzunehmen, doch der schien nur durch eine längere Wanderung erreichbar zu sein. Wir starteten die Wanderungen leider zweimal am falschen Standort, als wir dann endlich die richtigen Klippen erreichten, war es zu spät. Das Ínfoschild am Parkplatz war etwas erscheckend! Dieses Gelände wäre sehr anstrengend, das Wetter immer unberechenbar. Zu jeder Zeit müsse man gut ausgerüstet sein, Nebel und starker Wind können innerhalb von Minuten aufziehen! Jedoch dürfe man nicht mit Regenhosen wandern!! Die Grashänge seien so steil, dass man mit der Regenkleidung, einmal ins Rutschen gekommen, nichr mehr bremsen kann und unweigerlich über hohe Klippen im Meer landen würde! Erschreckend.
Sheltand Ponies, Unst
Aussicht von der Leuchtturm Tür!
Shetland Pony, Unst
da ist es vorne und hinten schön auf Shetland
Landschaft in Unst
Wifi an den Fährterminals – Insel Yell, Shetland
Gegen vier Uhr fuhren wir zurück, hatten wieder perfektes Fährtiming und bemerkten, dass die Fährterminals kostenloses Wifi boten. Wir schalteten die Notebooks ein, luden die mails runter und fuhren auf die Fähre: alles auf einmal!
Wir verpassten das beste Licht auf der Fahrt, die Sonne war jedoch auch ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang in Wolken am Horizont verschwunden.
Warten auf das Nordlicht in Shetland – Schneesturm zieht über den Eshaness Leuchtturm
Im Internet hatte ich gesehen, dass die Nordlichtchancen wieder gut standen. Halbstündlich checkte ich also den nächtlichen Himmel. Ich war jedoch so schwer und müde, dass ich zwischendrin eine Stunde eingeschlafen war. Plötzlich zog wieder ein heftiger Schneesturm über uns hinweg. Mit meinem Gatten mußte ich wegen Stativadaptern diskutieren, er wollte nämlich den aus dem Auto, nicht den von meinem Tele. So reichte ich schnell Amy die Autoschlüssel, um die kostbare Zeit nicht weiter zu verereden. Wenn es hier schneit, dann so, als würde Frau Holle die Kissen nur so zerreißen und im Ganzen über uns auskippen. Das dauert dann nicht lange und Eile ist geboten.
Ich konnte sogar im Schneesturm stehend die Sterne am Himmel sehen, so schnell ging das! Ich schaffte keine so guten Fotos wie am Tag zuvor. Später am Abend, der Himmel jetzt wieder wolkenfrei und aus diesem Grund sternenverhangen, zog ich noch einmal los, um diese abzulichten. Und natürlich das Nordlicht im Blick zu halten. Wieder war es nach 2:00 Uhr, bis ich endlich meine müden Knochen im weichen, warmen Bett ausruhte. Den Wecker stellte ich trotzdem auf 6:00 Uhr, mir schien es, der Schnee würde sich bis morgens halten. Und diesmal würde ich ihn nicht verpassen!
Übersichtsseite Shetland
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Eshaness im Sonnenschein und Schneesturm
Das Auto blieb an diesem sonnigen Tag stehen. Morgens fotografierte ich mit Amanda, der Wohnmobil Nachbarin, die Vögel in den Felsen. Ich versuchte mich als Fotolehrer, was ausgezeichnet funktionierte. Bei den Erklärungen merkte ich, dass bei meiner Fotografie, die sich leicht anfühlt, doch sehr viel Erfahrung steckt. Amanda versuchte die Eissturmvögel im Flug aufzunehmen, doch sie klickte immer dann, wenn die Vögel direkt auf uns zuflogen. Ich beobachtete erst, studierte die Muster im Flugverhalten, hatte nach einer Weile einen guten Plan. Ich fotografierte die Vögel immer dann, wenn sie kurz innehielten um zu wenden. Sie taten das immer an den gleichen Stellen im Fels. Für mich und meine Schülerin war es also sehr lehrreich. Nach der Tour zogen wir mit eiskalten Fingern Richtung Leuchtturm. Die Männer kamen mit, wir berabeiteten die Fotos gleich gemeinsam um eine Auswertung des Gelernten zu machen. Wir Frauen saßen am Notebook, während die Männer angeregt schwätzten.
Ebbe in Eshaness
Sonnenuntergang
Eissturmvogel
Gabi fotografiert mit zwei Kameras gleichzeitig
Klippen am Abend
Sonnenschein und Wolken
Tang im Licht
Beim Wandern
Küste bei Ebbe
Zum Abschied beschlossen wir uns nochmal zu treffen, wir sind ja noch zwei Wochen hier. Wir bekamen englisches Bier geschenkt.
Am Nachmittag zogen wir alle zusammen hinunter zu Küste. Die Sonne lachte, das Licht war nicht wirklich gut. Das Meereswasser hatte sich zur Ebbe hin verzogen, der Tang lugte aus dem seichten Wasser, leuchtete knallig gelborange in der Sonne. Wir versuchten diese Szene zu fotografieren. Kletterei war angesagt um nah an die Motive heranzukommen. Vorne war es erwartungsgemäß sehr glitschig, bei jedem Schritt war Vorsicht angesagt. Die Landschaft ist weit, der Blick zieht ständig über die Hügel und Seen zu den Klippen. Wir liefen immer Richtung Leuchtturm, der fast immer gut sichtbar auf der Höhe steht. Die Seen hingegen verstecken sich teilweise in den Senken. Sie lenkten uns wandermäßig zeitweise gewaltig ab.
Große Umwege waren nötig. Ich war wieder den ganzen Tag auf den Beinen gewesen. Jetzt kam aber erst das beste Licht, die Sonne schien schräg über die grasigen Hügel, das Licht wurde wärmer, der Wind kälter. So, wie der Abend zuvor, nämlich absolut windstill, war es heute nicht. Wir konnten also keine Spiegelungen aufnehmen. Liefen dafür weiter entlang der vulkanischen Eshaness Klippen. Das Meer, welches sich hier oft von der wildesten Seite zeigt, dümpelte fast wellenlos fünfzig Meter unterhalb der Steilküste vor sich hin! Unvorstellbar, dass die Steine, die oben auf den Klippen zu finden sind, von Wellen hochgeworfen wurden! Michael hatte uns davon erzählt. Der starke Sturm im Februar diesen Jahres hatte massenweise kleine Steine über den Leuchtturm geworfen. Der Hof mußte von zwei Männern von dieser schweren Last befreit werden.
Wanderung in Eshaness
Der Weg entlang des Cliffs kann anstrengend sein, der Leuchtturm schien nah, doch immer wieder gibt es tiefe Gräben, Einschnitte und eingefallene Höhlen, die umwandert werden müssen. Diese nennen sich Geo, tiefe Schluchten und Felsspalten. So tief, wie wir sie noch nie bisher gesehen haben!
Schneesturm über dem Leuchtturm – raus aus dem Bett
Abgeschafft und mit schweren Beinen, ausgekühlt vom eiskalten Wind, sanken wir müde in die Sofas. Bereits um 22:00 Uhr lag ich erschöpft und träge im warmen Bett. Draußen hörte ich ein lautes Rauschen, ob doch die Wellen stärker wurden? Ich schlummerte gerade ein, da kam Esra gelaufen. „Wir werden gerade von einem Schneesturm überfallen“, rief mein Ältester. „Der Schnee sieht im Licht des Leuchtturms genial aus!“ Ich sprang raus aus dem Bett, griff nach der Kamera und schoß mit noch müden Augen ein paar Aufnahmen aus dem Fenster. Wie ein Strahl aus einem Ufo (so, wie das in den Science Fiction Filmen immer dargestellt wird) zog ein großer, weißer Beam über die Landschaft. Cool! Ein richtiger Leuchtturm mit einem Strahl, so wie er immer in Gemälden gezeigt wird – oder wie bei dem Mailprogramm Netscape. Das Bild aus dem Fenster war genial! Ich sprang in den Norwegeranzug, zog die Crogs und Mütze über, griff das Stativ und lief los. Esra rannte mit einer Taschenlampe hinterher. Wir waren das perfekte Team. Ich experimentierte mit der Belichtungszeit, harmonierte die Aufnahmen mit dem Lichtstahl, denn in die Kamera sollte er nicht scheinen, Esra beleuchtete das Gebäude. Oft blieb ihm dazu wenig Zeit, deswegen wedelte er wild mit dem Licht herum. Von der Ferne, wenn überhaut sichtbar, muss das wie ein Laserschwerkampf ausgesehen haben.
Noch bis tief in die Nacht lud ich die Fotos runter, schaute sie staunend an. Sowas habe ich noch NIE gesehen, geschweige denn fotografiert! Mensch, war ich glücklich! Danke Esra!
Eshaness Lighthouse im Schneesturm, Shetland
Wie sieht ein Leuchtturm im Schneesturm aus?
Schnee am Leuchtturm, Eshaness
Übersichtsseite Shetland
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Frank, der Leuchtturmwärter, Bressay, Shetland
Bei unserer Ankunft im Leuchtturm hatte Frank erwähnt, dass er Leuchtturmwärter war; auch hier in Bressay. Ich war damals extrem „fährfertig“ gewesen, konnte deswegen den Journalisten in mir nicht einschalten. So griff ich zum Telefon, fragte einfach nach, ob wir ein Interview mit ihm machen könnten! Franks Frau war dran und sehr nett. Er würde sich telefonisch bei uns melden, meinte sie. Doch das Telefon blieb stumm. Nur noch ein einziger Tag war uns im Bressay Lighthouse vergönnt. Notfalls würden wir dieser kleinen, vielseitigen Insel einfach noch einen Besuch abstatten um die Gelegenheit zu bekommen, mit Frank zu sprachen. Kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, da fuhr ein kleines rotes Auto auf den Hof. Frank stieg aus, wir liefen raus. Ich fragte ihn nach einem kurzen Interview. „Ach, besser nicht“ meinte er bescheiden.
Neugier – Fragen an den Leuchtturmwärter
Die große Neugier in mir brach trausend-Fragen-stellend aus mir heraus. Wir erzählten, er beantwortet alle Fragen, merkte gar nicht, dass ein Interview einfach nur ein nettes Gespräch sein konnte. Frank übte den Beruf des Leuchtturmwärters 34 Jahre lang aus. Er hörte 1989 auf, weil die Leuchttürme so nach und nach automatisiert wurden. Frank hatte seinen Dienst auf allen berühmten sogenannten „Rock Lighthouses“ gemacht. Er war auf Bass Rock (den mit der großen Basstölpelkolonie in der Nähe von Edingburgh – schaut im Sommer Schottland Reisebericht nach), auf dem nörlichsten Leuchtturm Schottlands, Muckle Flugga vor der Insel Unst auf einem Leuchtturm vor Oban, auf der entlegenen Fair Isle. All diese Leuchttürme würde ich gerne mal sehen! Was für ein Job!
Frank und Gunter
Frank hätte seine Arbeit sehr geliebt, er war aber auch froh, nach 34 Jahren etwas anderes tun zu können. Alkohol ist auf den Leuchttüren strengstens verboten. Schläft ein Leuchtturmwärter ein einziges Mal im Dienst ein, wird er entlassen! Zu viel hing damals von seiner Arbeit ab, Fehler wurden nicht toleriert. In Bressay zum Beispiel wurde die Drehung der Fresnellinse durch ein Gewicht im Turm erzeugt. Dieses Gewicht mußte in gewissen Zeitabständen hochgekurbelt werden. Verpasste ein Wärter das Aufziehen, tönte ein Alarm beim „Principal Lighthousekeeper“, das war Franks Position gewesen. Und dann gab es Ärger!
Die Famlien der Leuchtturmwärter auf Shetland
Drei Familien lebten zusammen in den Häusern hinter dem Leuchtturm. Sie seien immer sehr gut miteinander ausgekommen. Allerdings wurde die Nutzung der gemeinsamen Räumlichkeiten auch ganz genau festgelegt. Die Frau des Principle Keepers durfte zum Beispiel Montags die Wäsche waschen. Im Originalbau des Leuchtturms gab es keine Toiletten in den Häusern. In Wind und Sturm mußten die Familien die Hütten außerhalb aufsuchen. Jede Familie hatte eine Außentoilette! Jetzt wurde für die Touristen extra ein Bad mit Toilette angebaut. (Vielleicht ist es deswegen kälter hier?)
Frank hatte einen dicken Schlüsselbund, er wollte uns den Leuchtturm zeigen, doch leider paßte keiner der Schlüssel mehr. Schade! Aber wir schauten zusammen den Maschinenraum an. Dort wurde das Nebelhorn mit Pressluft versorgt. Drei schwere, massive Motoren waren dafür nötig. Der Nebel kam meist im Sommer, dann mußte das Pressluft betriebene Nebelhorn alle zwei Minuten tönen.
Eshaness Leuchtturm, Shetland
WINDSTILL!
unser neues Domizil, Eshaness Lighthouse
Bressay Fähre
Tanks für die Komprimierte Luft
GischtFenster
der Blick aus dem Wohnzimmerfenster, Bressay
Fähre zum Festland Shetland – Gespräche mit Einheimischen
Wir verabschiedeten uns von Frank, vom Leuchtturm und der Insel Bressay. Nicht ganz, wir verpassten mal wieder die Fähre! Die nächste würde erst in 1,5 Stunden fahren, das gab uns Zeit für eine letzte Inselrundfahrt. Die Sonne lachte, der Wind war fast warm und zart. Ich wollte nocheinmal den Lerwick Hafen fotografieren, diesmal im Sonnenschein. Auf der Höhe parkte ich das Auto, da schaute freundlich grüßend eine Frau über eine Mauer. Ich dachte, die Mauer wäre Teil einer Hausruine, es war aber ein Garten und von Anfang an dazu erbaut. Schnell kamen wir ins Gespräch, sie erzählte, ich fragte hie und da nach.
Kaninchenplage auf Shetland
Das sind diese lockeren Momente mit fremden Menschen, die ich so sehr genieße. „Das ist ein gutes Leben hier auf der Insel“, meinte sie. Wir bauen unser Gemüse und die Kartoffeln selbst an. Die Mauer hier dient nicht nur als Windschutz, sie schütz unser Grünzeug vor allem vor den hungrigen, wild buddelnden Kaninchen. Die Mauer war komplett mit einem Netz überzogen, als extra Schutz vor den kleinen Eindringlingen. „Wir wollen das Netz noch über die Mauer ziehen und so eine Falle für die Kanninchen machen. Wenn die dann versuchen über die Mauer zu springen, was sie auch tun, wenn sie das leckere Gemüse riechen, dann landen sie in der Falle und danach in unserem Kochtopf!“ sagte sie lachend, als ich gerade fragen wollte, warum niemand die Kaninchen, die die ganze Insel durchlöchern, fängt. Auch Frank hatte kurz davor über diese Plage gesprochen. „4000 werden jedes Jahr geschossen, doch es macht keinen Unterschied“.
Die Kaninchen seien sehr lecker, weniger Fett als die Hühner. Sie werden auch Unterirdische Hühner genannt.
Die Gärtnerin erzählte weiter: „wir haben Hühner, Schafe und unser ältester Sohn ist Fischer. Er fährt raus um Hummer aber auch Haddock zu fangen. So können wir uns bestens selbst versorgen! Immer im Einklang mit der Natur um uns herum.“ In den dunklen nassen Wintermonaten würde sie Quilten und die Sachen dann auf dem Markt verkaufen. Wir quatschten angeregt, Gunter wollte nochmal versuchen den Hügel hochzufahren, doch die Zeit lief uns davon. Jetzt, wo ich gerade erfahren hatte, wo wir langfahen müßten. Wir fotografierten unterwegs nochmal die Robben, die nicht mehr ganz still dalagen, sondern sich hie und da auch mal drehten, herum robbten oder sich sogar die Nase kratzten. Fast hätten wir die Fähre verpasst! Wir schafften es in letzter Minute. Da die Sonne schien, der Wind nachgelassen hatte, stieg ich auch erstmals während der Fahrt aus dem Auto und fotografierte die Fährfahrt.
Im Tesco kauften wir ein, dann machten wir uns auf Richtung Norden. Wir hatten uns für 16:00 Uhr mit den Caretaker Michael verabredet, dann würden wir erstmals „unseren“ zweiten Leuchtturm sehen! Ich war sehr neugierig darauf. Dei Fahrt war angenehm, jetzt sahen wir neue Landschaften. Bei der Landenge Mavis Grind, nur 33 m breit, kann man auf der einen Seite die Nordsee, auf der anderen den Atlantik sehen! Das ist die einzige Stelle in England, wo man an der Nordsee stehend einen Stein in den Atlantik werfen kann, vorausgesetzt, man kann gut werfen! Wir werden das mal versuchen. 33 m sind dafür dann schon relativ viel.
Stacks von Stenness
In Stenness liefen wir an den Strand, suchten im Strandgut herum und fotografierten die Stacks vor der Küste. Michael, der den Leuchtturm in Eshaness betreut, begrüßte uns und zeigte uns erklärend herum. Auch hier wieder viel Platz, drei schöne Schlafzimmer und ein gemütliches Wohnzimmer. Fantastisch. Die fotogensten Klippen liegen direkt vor der Tür. Michael meinte, es wäre wohl sein größter Fehler gewesen, den Leuchtturm zu verkaufen. Er hätte 12 Jahre darin gewohnt, damals sei es aber noch sehr kalt gewesen. Wir lachten später, als wir in einer Schublade in der Küche sechs Bettflaschen fanden!
In den letzten Tagen hatte ich auf meinem Kindle das Buch von Shona Krauskopf „The last Lighthouse“ gelesen. Dort beschreibt eine Amerikanerin die Suche nach einem schottischen Leuchtturm. Über viele Jahre hatte sie mit ihrem Mann versucht einen Leuchtturm zu kaufen, den letzte Leuchtturm, nämlich der in Eshaness, ersteigerten sie schießlich. Sie hat den Leuchtturm vor ca. sechs Jahren wieder verkauft, besucht Schottland und „ihren“ Leuchtturm, doch jedes jahr einen Monat lang.
Auf dem Parkplatz standen zwei Wohnmobile, ein toller Übernachtungsplatz. Mit einem älteren Herrn fing ich ein Gespräch an, seine Schwester hätte Probleme damit ihre Kamerabatterien zu laden. Ich bot an, sie im Haus einzustecken. Das nahm sie dankbar an. Wir liefen los um zu fotografieren. Nachts könnte es laut Vorhersage Nordlicht geben, und darauf wollte ich mich vorbereiten. Mit unserem Womonachbarn verabredeten wir uns für den Abend, wir könnten ja gemeinsam fotografieren. Leider hingen Wolken am Horizont, den Kometen würden wir also schon mal nicht auf ein Foto bannen können. Schade!
Es zeigte sich kein Nordlicht. In der Nacht war es sehr kalt, ich lief mit meinem Norwegeranzug draußen herum und fror trotzdem noch. So setzten wir uns auf einen Tee drinnen zusammen, erzählten und schauten Fotos an. Ein insgesamt sehr netter Abend.
Übersichtsseite Shetland
Zum nächsten Blogbeitrag:
Bressay Leuchtturm und Nachtaufnahmen
Die Sonne strahlte sanft ins gischtbeschlagene Fenster, ich war so müde und blieb bis nach 8:00 Uhr liegen. Natürlich stattete ich dem Meer, direkt hinter der Mauer, einen kurzen Besuch ab, testete dabei das Wetter. Es war relativ warm, der Wind eher schwach, die Sonne wärmte. Ah, wie angenehm. was für ein Unterschied zu gestern. Draußen zog sogar ein kleines Segelschiff vorbei.
Ausruhen ist dringend nötig
Trotzdem machte ich heute mal langsam, trank einen Kaffee und einen Tee, aß etwas und dann eine Stunde später nochmal was anderes. Gemächlich!
Aber nur bis 11:00 Uhr. Dann traute ich mich erstmals über die Leuchtturmmauer, das Wetter war erstmals ideal dafür. Der ehemalige Leuchtturmwärter hatte zwar gemeint, wir sollten nicht auf den Mauern klettern. Nun, machte ich ja auch nicht, nur einmal drüber und auf der anderen Seite ganz vorsichtig weiter. Es gibt außen sogar Stufen! Mark, der Nachbar, hatte auch gesagt, da kann man rüber. Es gefiel mir, den Leuchtturm von der anderen Seite zu sehen, da sieht er doch tatsächlich wieder ganz anders aus. Übrigens steht man auf dieser Seite dann fast auf dem Felsbogen. Soweit wagte ich mich aber nicht vor! Ich machte das 17-40 mm auf die Canon 5d MII, um das volle Weitwinkel zu nutzen.
Bressay Lighthouse, Shetland
[yellow_box]Der Leuchtturm von Bressay wurde 1858 erbaut. Grundlage war ein Plan der Brüder David und Thomas Stevenson aus der berühmten Stevenson-Familie von Leuchtturm-Architekten.
David glaubte anfangs, einen Leuchtturm auf den Shetland-Inseln zu bauen, wäre viel zu gefährlich und zu teuer. Und verlautbarte außerdem: „jedes Schiff, was in den Gewässern von Shetland fährt, muss verrückt sein“. Trotz dieser Vorbehalte wurde der Leuchtturm von der ortsansässigen Firma Alex Wilson gebaut.
Die Konstruktion des Leuchtturms kostete £ 2324, 15 Shilling und 5 Dime. Dazu kamen noch knapp £ 250 für den Reflektor und dessen Mechanik. Das entspricht einem heutigen Wert von ungefähr £ 200,000, was relativ preiswert ist, wenn man den beträchtlichen Aufwand berücksichtigt.
Der Leuchtturm am Eingang des Bressay Sounds hat die letzten 150 Jahre die Seeleute frühzeitig vor den Klippen und Untiefen gewarnt, und noch heute ist er ein willkommener Anblick für viele Schiffsreisende, die Shetland besuchen. Zumindest bedeutet sein Anblick das ersehnte Ende einer meist rauhen Fähr-Überfahrt.
1989 wurde das Leuchtfeuer des Turms automatisiert und die Unterkünfte der Leuchtturmwärter an den Shetland Amenity Trust veräußert, der sie als Ferienwohnungen vermietet. Der Leuchtturm selbst und seine Instandhaltung sind noch dem Northern Lighthouse Board unterstellt.[/yellow_box]
Gunter und ich zogen allein los. Die Kids wollten Schulkram machen und ausruhen. Die letzten windigen Tage waren doch sehr anstrengend gewesen.
Robben im Hafen von Bressay, Shetland
Wir statteten den Robben im kleinen Hafen einen Besucht ab, fuhren danach Richtung Noss. Auf unserer Seite des Bressay Sunds war es wellenmäßig sehr ruhig gewesen, hier auf der anderen Seite der Insel war mächtig was los. Hoch türmte sich das Wasser auf, knallte dann weiss schäumend auf die Felsen. Mir machte das Fotografieren Spaß, Gunter fand es etwas felsig. Wir kamen nicht richtig an die Wellen heran. Da gehe ich kein Risiko ein, wenn es so knallt! Es war noch kühl, aber nicht mehr so, wie in den letzten Tagen. Die Sonne schien den ganzen Tag, bescherte uns einen blauen Himmel und ein tiefblaues Meer.
Welle auf den Felsen, Bressay, Shetland
Welle, Bressay
Robbe im Abendlicht, Bressay, Shetland
Auf dem Rückweg lagen die Robben immer noch träge auf den Felsen, aber jetzt im fotogenen Abendlicht. Im Leuchtturm angekommen ging ich gar nicht erst rein. Wir haben das beste Motiv ja direkt vor der Tür. Wir wohnen sogar drin. Ich fand wieder neue Perspektiven, und ging erst rein, als es nach Sonnenuntergang empfindlich kalt wurde.
Nach dem Sichern der Fotos zog ich in Ermangelung von Freiwilligen in der Nacht noch einmal allein los. Jetzt hatte ich den Dreh mit der Mauer raus . Das Glitzern des Mondlichts auf dem Wasser machte mich seltsamerweise seekrank?! Komisch, das hatte ich noch nie! Ich lief auch nochmal auf den Hügel, bekam Angst, als eine große Wolke vor den Mond zog und ich so ganz allein in der jetzt dunklen Nacht stand, ich geb’s ja zu! Da laufen doch eine Menge Kanninchen rum und nachts sind die vie größer.
Ich war sehr zufrieden mit den Aufnahmen, die Mühe hatte sich meiner Meinung nach gelohnt. Was meint Ihr?
Ab morgen sind wir im zweiten Leuchtturm, ich hoffe, wir haben dort Empfang mit dem Internet Stick! Wundere dich also nicht, falls ich keinen Beitrag schaffe!
Nachtaufnahme Bressay Lighthouse
Blick über die Leuchtturmmauer in der Nacht, Bressay Lighthouse, Shetland
BressayLighthouse, Shetland
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