Als wir am Vortag losgefahren waren, wussten wir noch nicht, wie wir um den Vätternsee herum kommen würden. Auf der Karte sah es aus, als gäbe es keinen sonderlich direkten Weg. Wir würden uns wohl auf irgendwelchen Landstraßen um den See Schlängeln müssen.
Glücklicherweise fanden wir dann, als wir den See erreicht hatten, heraus, dass eine ausgeschilderte Radroute um ihn herum führte. Prima! Überall standen Schilder mit einem Fahrrad und der Aufschrift „Runt Vättern“ darauf.
Nur kurz zur Info. Auf dieser Rourte sind wir in Schweden von A nach B gekommen. insgesamt etwa 800km.
Natürlich bedeutet in Schweden ein Radwegschild keineswegs, dass es auch einen Radweg gibt. Die Route verlief fast ausschließlich auf Landstraßen. Das machte natürlich nichts, denn die waren so leer, dass man problemlos darauf fahren konnte.

Dort hatten wir übernachtet

Die Landstraßen nördlich von Motala
Wir fuhren aus Motala heraus, die Sonne schien, ein paar einsame Schäfchenwolken machten am ansonsten strahlend blauen Himmel einen verlorenen Eindruck, und der Wald um uns herum war grün und dicht und still. Idyllisch! Wir genossen die Landschaft. An unseren Packtaschen hing an jeder Schlaufe und an jedem Verschluss irgendein Kleidungsstück, denn Anja-Melanie hatte gestern Wäsche gemacht. Sie hatte darauf vertraut, dass es sonnig sein würde und alles schön brav trocknen würde. Mutig gepokert, aber es funktionierte. Wir sahen allerdings recht kurios aus, mit all er Wäsche an den Rädern.
Wir fuhren und fuhren, und mir schien es, als müsste ich selbst bergab in die Pedale treten – wohl zu wenig Luft auf den Reifen. Mit prallgefüllten Reifen fährt es sich am leichtesten, also hielten wir, um sie wieder auf zu pumpen.
Nun sollte man eigentlich wissen, dass ein vollbeladenes Reiserad nicht sonderlich stabil steht. Wenn dann auch noch einer mit einer Pumpe am Vorderrad herum tüftelt ohne dass jemand das Rad festhält, dann fällt es um. Genau das tat mein Rad auch sehr schnell, und nahm die Pumpe, die noch fest am Ventil steckte, gleich mit. Sie verkantete sich in Gabel und Rahmen.
Egal, heben wir es wieder auf und weiter geht’s. Gerade als ich den kleinen Vorfall vergessen hatte, fing mein Vorderrad an, komische Geräusche zu machen. Es war platt. Oh je. Immerhin hatte ich endlich mal die Gelegenheit, mein Können als Fahrradmechaniker unter Beweis zu stellen. Ich nahm das Vorderrad heraus und inspizierte den Schlauch. Das Loch war am Ventil. Anscheinend hatte der kleine Vorfall kurz zuvor das Ventil abgerissen. Flicken kann man so etwas nicht, da muss ein neuer Schlauch her. Zum Glück hatten wir einen dabei.

Fahrrad-OP. Der Patient ist außer Gefecht gesetzt.

Da haben wir das Problem!
Es dauerte eine Weile, bis das Vorderrad wieder wie neu war, und als ich endlich fertig und stolz drauf war, präsentierte sich uns ein neues Problem: Das Rad passte nicht mehr ganz mittig in die Gabel hinein. Als sich die Pumpe verkantet hatte, war wohl etwas verbogen worden. Na toll! Ich fluchte und schimpfte auf mein armes Fahrrad und meine eigene Dummheit, die Bäume um uns herum lernten an diesem Tag einige interessante neue Wörter. Schließlich reparierte ich die leicht verbogene Gabel, indem ich ein winziges, winziges Steinchen zwischen Achse und Gabel steckte und alles wieder befestigte. So hatte ich wieder alles schön mittig.
Alles in allem Dauerte die Fahrrad-OP knapp zwei stunden.
Wir fuhren weiter durch die leere Landschaft. Wir trafen zwei andere Radreisende, die die Strecke Göteborg-Stockholm fuhren, also im Grunde unsere Route, nur in entgegengesetzter Richtung, Wir plauderten ein paar Minuten lang.

Weg durch den Wald

Mal zur Abwechslung ein Bild mit mir drauf
Irgendwann verlief die ausgeschilderte Route auch mal auf der Schnellstraße. Erst waren wir uns der Sache nicht ganz sicher, immerhin wurde hier etwas schneller gefahren als auf den anderen Landstraßen, doch auch hier ließen einem die Autofahrer beim Überholen die ganze Spur. Es kamen sowieso kaum welche vorbei. Eigentlich war es sogar sehr angenehm auf der Schnellstraße, denn der Asphalt war schön glatt. Au ja.
In der nächsten Siedlung packte uns der Hunger. Es war sinnlos, nach einer Einkaufsmöglichkeit Ausschau zu halten – das Dorf in dem wir uns befanden hatte kaum mehr Einwohner, als ein Supermarkt Angestellte hat. Wir hockten uns auf den Bürgersteig und aßen Müsli ohne Geschirr. das heißt, wir futterten das trockene Müsli mit den Fingern und tranken zu jeder Handvoll einen Schluck Milch aus dem Tetrapack. Dazu gab es Obst und Zimtrollen, wie gewohnt. Das Essen schmeckte wie immer aufgrund unseres großen Hungers königlich.

Ein Zug

Blick in den Wald

Das erste und einzige Mal, dass wir so ein Schild gesehen haben
Nicht mehr weit von Askersund, der Stadt am Nordzipfel des Vätternsees und unserem Ziel für diesen Tag entfernt, führte uns ein Radwegschild einmal querfeldein in die Pampa. Wir folgten ihm, und fanden uns kurz darauf auf einer kaum befahrbaren Schotterpiste mitten im Nirgendwo wieder. Sie verlief an einer Stromleitung, führte also nicht dort hin, wo wir hin wollten. Wir suchten einen Weg zurück zur Straße, wussten dann aber nicht, wo wir uns befanden. Zu unserem Glück hielt ein Autofahrer und zeigte uns auf der Karte, wo wir waren. Nur noch etwa 10km von unserem Ziel entfernt! Wir bedankten uns, und fuhren diese 10km unter einem immer noch schön blauen Himmel. Die Wäsche war mittlerweile so gut wie trocken.
Den Campingplatz in Askersund fanden wir in Null Komma nichts, und wurden dort auch noch angenehm überrascht, denn im Campingplatzladen gab es alles zum halben Preis. Es war Saisonende, und das Zeug musste raus. Ich holte viel, unter anderem Eier, die ich uns in der Campingplatzküche briet. Dazu musste ich nur erst ein Stück Butter borgen, denn wir hatten keine. Mit vollen Mägen und an einem Platz direkt am Vätternsee schliefen wir wieder früh ein.


Ein paar Felsen neben der Schnellstraße. Seht ihr das Gesicht?
Tag 5 der Rad-Tour. Fahrt um den Vätternsee, und die einzige Panne der Tour.
Als wir am Vortag losgefahren waren, wussten wir noch nicht, wie wir um den Vätternsee herum kommen würden. Auf der Karte sah es aus, als gäbe es keinen sonderlich direkten Weg. Wir würden uns wohl auf irgendwelchen Landstraßen um den See Schlängeln müssen.
Glücklicherweise fanden wir dann, als wir den See erreicht hatten, heraus, dass eine ausgeschilderte Radroute um ihn herum führte. Prima! Überall standen Schilder mit einem Fahrrad und der Aufschrift „Runt Vättern“ darauf.
Natürlich bedeutet in Schweden ein Radwegschild keineswegs, dass es auch einen Radweg gibt. Die Route verlief fast ausschließlich auf Landstraßen. Das machte natürlich nichts, denn die waren so leer, dass man problemlos darauf fahren konnte.
Dort hatten wir übernachtet
Die Landstraßen nördlich von Motala
Wir fuhren aus Motala heraus, die Sonne schien, ein paar einsame Schäfchenwolken machten am ansonsten strahlend blauen Himmel einen verlorenen Eindruck, und der Wald um uns herum war grün und dicht und still. Idyllisch! Wir genossen die Landschaft. An unseren Packtaschen hing an jeder Schlaufe und an jedem Verschluss irgendein Kleidungsstück, denn Anja-Melanie hatte gestern Wäsche gemacht. Sie hatte darauf vertraut, dass es sonnig sein würde und alles schön brav trocknen würde. Mutig gepokert, aber es funktionierte. Wir sahen allerdings recht kurios aus, mit all er Wäsche an den Rädern.
Wir fuhren und fuhren, und mir schien es, als müsste ich selbst bergab in die Pedale treten – wohl zu wenig Luft auf den Reifen. Mit prallgefüllten Reifen fährt es sich am leichtesten, also hielten wir, um sie wieder auf zu pumpen.
Nun sollte man eigentlich wissen, dass ein vollbeladenes Reiserad nicht sonderlich stabil steht. Wenn dann auch noch einer mit einer Pumpe am Vorderrad herum tüftelt ohne dass jemand das Rad festhält, dann fällt es um. Genau das tat mein Rad auch sehr schnell, und nahm die Pumpe, die noch fest am Ventil steckte, gleich mit. Sie verkantete sich in Gabel und Rahmen.
Egal, heben wir es wieder auf und weiter geht’s. Gerade als ich den kleinen Vorfall vergessen hatte, fing mein Vorderrad an, komische Geräusche zu machen. Es war platt. Oh je. Immerhin hatte ich endlich mal die Gelegenheit, mein Können als Fahrradmechaniker unter Beweis zu stellen. Ich nahm das Vorderrad heraus und inspizierte den Schlauch. Das Loch war am Ventil. Anscheinend hatte der kleine Vorfall kurz zuvor das Ventil abgerissen. Flicken kann man so etwas nicht, da muss ein neuer Schlauch her. Zum Glück hatten wir einen dabei.
Fahrrad-OP. Der Patient ist außer Gefecht gesetzt.
Da haben wir das Problem!
Es dauerte eine Weile, bis das Vorderrad wieder wie neu war, und als ich endlich fertig und stolz drauf war, präsentierte sich uns ein neues Problem: Das Rad passte nicht mehr ganz mittig in die Gabel hinein. Als sich die Pumpe verkantet hatte, war wohl etwas verbogen worden. Na toll! Ich fluchte und schimpfte auf mein armes Fahrrad und meine eigene Dummheit, die Bäume um uns herum lernten an diesem Tag einige interessante neue Wörter. Schließlich reparierte ich die leicht verbogene Gabel, indem ich ein winziges, winziges Steinchen zwischen Achse und Gabel steckte und alles wieder befestigte. So hatte ich wieder alles schön mittig.
Alles in allem Dauerte die Fahrrad-OP knapp zwei stunden.
Wir fuhren weiter durch die leere Landschaft. Wir trafen zwei andere Radreisende, die die Strecke Göteborg-Stockholm fuhren, also im Grunde unsere Route, nur in entgegengesetzter Richtung, Wir plauderten ein paar Minuten lang.
Weg durch den Wald
Mal zur Abwechslung ein Bild mit mir drauf
Irgendwann verlief die ausgeschilderte Route auch mal auf der Schnellstraße. Erst waren wir uns der Sache nicht ganz sicher, immerhin wurde hier etwas schneller gefahren als auf den anderen Landstraßen, doch auch hier ließen einem die Autofahrer beim Überholen die ganze Spur. Es kamen sowieso kaum welche vorbei. Eigentlich war es sogar sehr angenehm auf der Schnellstraße, denn der Asphalt war schön glatt. Au ja.
In der nächsten Siedlung packte uns der Hunger. Es war sinnlos, nach einer Einkaufsmöglichkeit Ausschau zu halten – das Dorf in dem wir uns befanden hatte kaum mehr Einwohner, als ein Supermarkt Angestellte hat. Wir hockten uns auf den Bürgersteig und aßen Müsli ohne Geschirr. das heißt, wir futterten das trockene Müsli mit den Fingern und tranken zu jeder Handvoll einen Schluck Milch aus dem Tetrapack. Dazu gab es Obst und Zimtrollen, wie gewohnt. Das Essen schmeckte wie immer aufgrund unseres großen Hungers königlich.
Ein Zug
Blick in den Wald
Das erste und einzige Mal, dass wir so ein Schild gesehen haben
Nicht mehr weit von Askersund, der Stadt am Nordzipfel des Vätternsees und unserem Ziel für diesen Tag entfernt, führte uns ein Radwegschild einmal querfeldein in die Pampa. Wir folgten ihm, und fanden uns kurz darauf auf einer kaum befahrbaren Schotterpiste mitten im Nirgendwo wieder. Sie verlief an einer Stromleitung, führte also nicht dort hin, wo wir hin wollten. Wir suchten einen Weg zurück zur Straße, wussten dann aber nicht, wo wir uns befanden. Zu unserem Glück hielt ein Autofahrer und zeigte uns auf der Karte, wo wir waren. Nur noch etwa 10km von unserem Ziel entfernt! Wir bedankten uns, und fuhren diese 10km unter einem immer noch schön blauen Himmel. Die Wäsche war mittlerweile so gut wie trocken.
Den Campingplatz in Askersund fanden wir in Null Komma nichts, und wurden dort auch noch angenehm überrascht, denn im Campingplatzladen gab es alles zum halben Preis. Es war Saisonende, und das Zeug musste raus. Ich holte viel, unter anderem Eier, die ich uns in der Campingplatzküche briet. Dazu musste ich nur erst ein Stück Butter borgen, denn wir hatten keine. Mit vollen Mägen und an einem Platz direkt am Vätternsee schliefen wir wieder früh ein.
Ein paar Felsen neben der Schnellstraße. Seht ihr das Gesicht?
Tag 4 der Schweden-Radtour. Ein Ruhetag
Am vierten Tag unserer Tour wachten wir wieder irgendwann zwischen 6 und 7 Uhr auf. Wir frühstückten, ich inspizierte die Räder, wie packten das Zelt zusammen – die übliche Routine. So wirklich viel Lust auf eine weite Strecke hatten wir allerdings an diesem Tag nicht. Das lag zum einen daran, dass wir keine Idee hatten, auf welchen Wegen wir um den Vättern-See herum kommen würden, und zum anderen an dem fiesen Wind. Jeder, der sich gelegentlich auf zwei Rädern bewegt, weiß: Wind ist der schlimmste Feind des Radfahrers. Jeder Hügel und jeder Berg hat irgendwo einen Gipfel, und dann wird man für das ewige Bergaufradeln mit einer netten Abfahrt belohnt. Wind allerdings hat kein absehbares Ende, und außerdem ist es auch nirgends garantiert, dass man mach drei Stunden Gegenwind auch mal irgendwann Rückenwind bekommt (der kommt so selten vor, dass er unter Radfahrern fast den Status eines Fabelwesens hat).
So hielten wir uns an den Radweg, oder besser: an die Radrouten-Schilder an der Landstraße, und fuhren nur die 30km nach Motala. Dafür brauchten wir geschlagene drei Stunden, denn der Wind war an diesem Tag wirklich nicht zum Spaßen aufgelegt. An einer Haltebucht am Straßenrand legten wir eine Essenspause ein, es gab Zimtröllchen mit Bananen, und an einem Straßenspiegel machten wir ein Selbstportrait. Wirklich spektakulär war die Landschaft nicht, denn es hing ein unschöner, grauer Wolkenteppich drüber.
Selbstportrait im Straßenspiegel
Immerhin waren die Radrouten erstklassig ausgeschildert
In Motala, einer größeren Stadt an Schwedens zweitgrößtem See, dem Vätternsee, machten wir uns dann auf die Suche nach einem Campingplatz. Wir durchquerten die Stadt (ohne Probleme, im Gegensatz zu unserer Erfahrung mit Norrköping) und fanden auf dem Weg eine Pizzeria. Wir hatten Hunger, außerdem waren wir auf der Tour noch nicht Essen gegangen, also überlegten wir nicht lange. Die Pizzen waren sehr groß, aber recht dünn.
Nach der leckeren Mahlzeit fanden wir recht bald den Campingplatz. Es war zwar erst 3 Uhr, doch wir waren für den Tag genug gefahren. Ich fuhr nochmal in die Stadt, um etwas Essbares einzukaufen, dann machten wir uns noch einen schönen Rest vom Tag. Neben dem Zeltplatz lag ein Fußballplatz, dort wurde tüchtig trainiert.
Am Vätternsee. Wie man sieht war es recht windig
Am Yachthafen von Motala
Die Westküste Ölands
Wir machten uns diesmal früh auf den Weg und kamen doch wieder nicht im Wald an. Der Sturm hatte Bäume über die Straße geknickt. Da kam unser Mobil unmöglich vorbei. So fuhren wir stattdessen zum langen Erik und sahen, was der Sturm hier angerichtet hatte. Die hohen Wellen hatten die schönen, über den Sommer aufgetürmten Steintürme umgeworfen. Das Wasser stand extrem hoch, nur ein paar Türmchen nahe beim Leuchtturm standen noch. Ich trippelte beim Fotografieren von einem Bein aufs andere. Hatte mir wohl in den nassen Klamotten eine Blasenentzündung geholt.
Da kommen wir nicht vorbei
Sturmschaden in Öland
Auch die Felsplatten des Neptuni waren komplett überspült. Eine Welle nach der anderen rollte über die Platten hinweg und den Steinwall hoch. Erstaunlich, wie schnell sich der Kalamarsund so „aufregen“ kann.
Der lange Erik
Der Leuchtturm von Högby
In Högby steht ein Leuchtturm, den wir sowieso aufsuchen wollten. Also fuhren wir dorthin. Ein schmaler Feldweg führt auf einer Landzunge zu dem Anwesen. Leider war das Tor verschlossen – Privatbesitz. Hier wohnt der ehemalige Fischer und Seefahrer, jetzt Künstler Stefan Lundh. Den hätte ich gerne interviewt, aber ich konnte keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse finden. So kletterten wir vor dem Zaun auf frn Felsen herum, um einen Blick zum Leuchtturm zu erhaschen. Der große, weiße, eiserne Leuchtturm strahlte in der Sonne! Jetzt schien sie wieder und die Landschaft erstrahlte in einem Glanz, den man nur nach einem heftigen Regen sehen kann.
Leuchtturm Högby
Später am Nachmittag fuhren wir wieder zum westlichen Küstenweg. Vom Auto aus sieht man nicht, wie vielfältig diese Küste wirklich ist. Ständig wechseln die manigfaltigen Strandabschnitte – hier liegen kleine Kieselsteine, dort große Felsen und dann finden sich riesige Felsplatten und Raukare. Das sind turmartige Gebilde aus Kalkstein, welche durch die Gewalt des Wassers geformt wurden.
Unser Womo auf der Küstenstraße
Im Wald
Eine Fototour entlang der Küste Ölands
Vor dem Naturschutzgebiet machten wir Halt und kochten was zum Essen. An dieser Stelle plätschert ein kleiner Wasserfall über Kalkplatten ins Meer. Die Wellen hatten hier eine Hohlkehle in den Stein gewaschen. Wir hatten am Strand nur wenig Platz, denn immer wieder knallten mächtige Wellen bis zu den Kalkfelsen. Ich hatte zwar Stiefel an, wurde trotzdem ständig nass. So gefällt mir das Nasswerden jedoch wesentlich besser :-)
Abends an der Küste
Felsen im Abendlicht, Öland
Abends wollten wir auf einem Platz in der Nähe des Trollskogen übernachten, damit wir morgens gleich vor Ort sind. Auf dem Weg dorthin liefen uns Rehe, Hasen und ein Elch vor das Wohnmobil. Die Straße war wieder frei, aber ich hatte dummerweise im Internet über Öland recherchiert und dabei herausgefunden, dass es in diesem Teil der Insel einen Serienkiller geben soll. Ob der bereits im Gefängnis sitzt, war nicht erwähnt. Auf dem Parkplatz zum Trollskogen war es absolut stockfinster und einsam – das machte mir Angst. Wir übernachteten alternativ in einem einsamen Hafen neben einem einsamen deutschen Mobil.
Noch so ein Regentag auf Öland
Morgens weckte uns wieder strömender Regen. Stundenlang trommelten dicke Regentropfen lautstark aufs Dach des Mobils und laut Wettervorhersage sollte das auch so bleiben. Wir hatten noch Schreibarbeit vor uns und ein klammes Mobil. Also, wieder auf nach Byxelkrok, wo wir den Hafenmeister mittlerweile gut kannten.
Dort schrieben und arbeiteten wir den Rest des Tages. Ich lief zwischendurch im Regen die Küste entlang und machte spät abends nach Sonnenuntergang sogar ein paar blaue Felsen-Meer-Stimmungsfotos.
Alles Blau an der Felsküste Ölands
Sturm im Trollskogen
Die Wettervorhersage hatte Regen und Sturm vorhergesagt. Es war trüb, grau und windig, aber halbwegs trocken. Direkt am Hafen von Byxelkrok beginnt ein Strand mit kleinen und großen Felsen. Dort entlang wanderten wir zum kleinen Leuchtturm von Tokenås. Weit ist es nicht, doch gerade, als wir dort ankamen, fing es an zu regnen. Wir machten halbherzig ein paar Fotos und hetzten zurück. Klatschnass kamen wir wieder beim Wohnmobil an.
Leuchtturm Tokenås
Leuchtturm Tokenås
Wir werden vom Regen überrascht
Es hörte natürlich gerade auf zu regnen, als wir wieder im Warmen saßen. Wenn ich zum ersten Mal auf einer neuen Insel bin, fühle ich mich unleidlich, wenn ich gezwungenermaßen im Wohnmobil rumzuhängen muss. Der Drang nach draußen, zum Erkunden unbekannter Landschaften, ist groß.
Auf zum Trollskogen
Deshalb fuhren wir kurz darauf trotz des schlechten Wetters zum nördlichen Ende der Insel zum Trollskogen, einem verwunschenen Wald. Hier passt das angedroschene Wort „verwunschen“ tatsächlich. Noch war es trocken und der angekündigte Sturm war noch nicht angekommen. Wir nahmen den Weg entlang der Bucht Grankullaviken, immer mit Blick zum langen Erik. Der Wald war schön, aber noch nichts Besonderes. Die knorrigen Eichen und die vom Wind geformten Bäume würden wir auf unserem Rückweg an der Ostseite der Halbinsel finden. Wir hatten gerade die Spitze der Halbinsel erreicht, waren also ungefähr vier Kilometer vom Wohnmobil weg, da legte der vorhergesagte Sturm plötzlich los.
Mit gewaltigem Rauschen folgte ein Regenschauer, und wir waren innerhalb weniger Sekunden klatschnass. Wir suchten Unterschlupf unter einem Baum, das nützte aber nichts. Nass waren wir jetzt eh! Ja, Ihr fragt Euch, wo ist denn die Regenkleidung? Hatten wir dabei! Nur halt keine Regenhosen. Der Sturm war gefährlich, die Bäume bogen sich bedenklich, rundherum knarzte und knackte es. Wir schauten ängstlich hinauf zu den Baumwipfeln, mit besonderem Augenmerk auf den morschen Kandidaten, und beschleunigten unsere Schritte nochmals.
Im Trollskogen
Wo können wir uns unterstellen?
Wieder kamen wir klatschnass am Mobil an. Also wieder zurück zu unserem Hafenplatz, wo es Strom zum Heizen gibt. Wir parkten das Wohnmobil mit der Nase in Windrichtung und breiteten unsere Kleidung im gesamten Innenraum zum Trocknen aus. Draußen stürmte so heftig, dass Fahrräder, Mülltonnen und alles, was nicht festgebunden war, wild durch die Gegend flog. Die schöne blaue Ölandfahne mit dem Hirsch drauf flatterte so heftig, dass sie schließlich abriss und wegzufliegen drohte.
Regenpausen, die gar keine sind
Ich ging in den Regenpausen raus, um ein paar Fotos zu machen. Die hatte ich bereits im Blog gezeigt. Natürlich fing es wieder an, zu regnen und ich ein weiteres Mal nass. So hatten wir immer Nachschub an nassen Sachen.
Als wäre es noch nicht nass genug, fiel uns auch noch die Spülwanne beim Hinaustragen herunter und der Teppichboden wurde mit Spülwasser durchtränkt. Mühsam trockneten wir die Teppiche mit ein paar alten Handtüchern, die wir hinterher dem Müll werfen konnten. Zum Glück hingen wir im Hafen von Byxelkrok am Strom. Aber wo war der denn plötzlich? Zuerst dachten wir, das Wasser hätte einen Kurzschluss in unserer Elektrik verursacht, es zeigte sich aber bald, dass der Sturm wohl eine Stromleitung gekappt hatte. Im gesamten Hafen herrschte Stromausfall.
Im Hafen von Byxelkrok
Um uns die Zeit zu vertreiben, und um nachzuschauen, wie weit der Stromausfall reichte, fuhren wir die Küste entlang nach Süden. Das war schon was ganz anderes, wie auf Aland. Hier ging es ständig direkt am Meer entlang. In den Häusern entlang der engen Straße war es entweder dunkel, oder es brannten Kerzen. Erst zwanzig Kilometer weiter trafen wir auf funktionierende Straßenlaternen. Als wir am Abend zurückkamen, lag unser Hafen immer noch im Dunkeln. Der Hafenmeister meinte, die Leute hier wären das gewohnt, sie hätten immer einen Wasservorrat und auch Gaskocher bereit. Er berechnete uns an diesem Tag keinen Strom. Das Mobil war klamm und es roch muffig. Später am Abend gingen die Lichter wieder an.
Der Lange Erik, Byxelkrok und 90 Segelboote
Auf dem Weg nach Öland übernachteten wir eine Nacht in Oskarskamn. Die Campingplätze waren bereits geschlossen, so parkten wir auf einem Schotterplatz, der im Sommer für Besucher dient. An den zahlreichen, runden Spuren im Sand hätten wir vermuten können, dass die Nacht nicht ruhig wird. Ständig kamen Autos, sie fuhren zwei, drei Runden, wechselten den Fahrer und zogen von dannen. Bis nachts um 3:00 Uhr ging das so. Aber dann übertrieben sie wirklich, sie rasten im Kreis, kamen bis auf 5 m an uns heran und bespritzten uns mit Steinen. An Schlaf war nicht zu denken.
Ein ruhiger Campingplatz und ein lebhafter Schotterplatz
Morgens liefen wir über den ruhigen Campingplatz, der auf einer kleinen Halbinsel lag. Nebel zog über das Wasser und die felsige Küste, Schwäne suchten in Strandnähe nach Futter. Wir fotografierten ein wenig und fuhren Richtung Öland.
Auf nach Öland
Schneller als erwartet kam Kalmar und die Brücke zur Insel. Wir informierten uns im Touristenbüro, bekamen dort kostenlose Karten für den Norden und den Süden. Die Sonne schien, es sollte aber später regnen. So fuhren wir direkt in den Norden bis zum Leuchtturm. Ich lief mit den Kindern zum Ende der Insel, fotografierte den Leuchtturm mit schönem blauen Himmel. Hinter dem Leuchtturm am felsigen Strand bestaunten wir Hunderte von kleinen und größeren Steintürmchen. Das Essen war fertig, und als wir satt waren, zog Nebel über die Landschaft. Schwupps da war der Leuchtturm wieder weg. Jetzt mit völlig neuen Lichtbedingungen zogen wir alle noch mal über den nördlichsten Teil Ölands. Und ich muss sagen: Es war klasse! Die alten Eichen, die felsige Küste, Wellen, die vor sich hin plätscherten. Ach, wie schön! Und endlich mal wieder eine Insel mit Leuchttürmen :-)
Der lange Erik und eine Eiche
Einer dieser Steintürme
Der lange Erik – der Leuchtturm im Norden Ölands
Wir fuhren entlang der Küste nach Süden. Die Küste ist höchst interessant. So eine habe ich nämlich noch nie gesehen. Große Felsplatten liegen da am Strand, dazwischen Spalten und Gezeitenbecken und Moos und Algen. Wunderbar. Selbst im Nebel sah die Küste traumhaft und vor allem enorm fotogen aus. Ich holte flott das Stativ und legte los. Die Sonne neigte sich dem Horizont, es wurde rot. Der Nebel verstärkte diese verträumte Stimmung. Plötzlich sahen wir ein paar Segelboote, dann immer mehr und noch mehr. Es war gigantisch, sie schwebten aus dem Nebel auf uns zu, dazu diese beruhigende, stille Nebelstimmung und eine Sonne, die versuchte im Meer zu versinken.
Segelboote im Nebel
Die Segelboote steuerten alle auf den kleinen Hafen in Byxelkrok zu. Da würde sich doch sicher ein Platz für ein Mobil finden? Ja, der fand sich und Strom und Toiletten gab es auch. Wie genial. Im Hafen waren überall Kerzen aufgestellt, die Segelboote glitten lautlos aus dem Nichts in den Hafen. Dort wurde es lebendiger und die Leute liefen herum. Und wir mittendrin. Da waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort. Ich fotografierte dann noch den Trubel im Hafen und quatschte mit Leuten. Wollte herausfinden, woher die alle kamen. Es waren 90 Segelboot, die ein Rennen von Norrkobing nach Öland gemacht hatten. Am nächsten Morgen würden sie gegen 9:00 Uhr wieder zurücksegeln. Die Bedingungen wären super gut, meinte ein Segler, nun, vielleicht wäre ein wenig mehr Wind gut!
Naturschutzgebiet Neptuni åkra und die Segelboote
Naturschutzgebiet Neptuni åkra und die Segelboote
Stimmung im Hafen von Byxelkrok
Hafenstimmung Byxelkrok
die Segelboote kommen in den Hafen
Segelboot in der Abenstimmung
Trubel im Hafen
Es war geschäftig im Hafen in der Nacht. Trotzdem schliefen wir ganz gut, wir standen so nach am Strand, dass wir die Nacht über den Wellen lauschen durften. Ich hatte den Wecker gestellt, wenn es so neblig und trüb ist, verschlafe ich manchmal.
Durch den Nebel verspätete sich die Abfahrt der Segler etwas. Ich fotografierte die Boote, wie sie den Hafen verließen. Gegen 10:00 Uhr war der Hafen leer, viel Müll war geblieben. Vor allem Bierdosen. Segler scheinen viel Durst zu haben.
Morgens gehts im Nebel wieder Richtung Norrköping
Da es sowieso so neblig und sehr regnerisch war blieben wir einfach stehen. Die Wohnmobile waren auch losgezogen. Wir stöpselten uns in den Strom ein und schrieben für Magazine. Deswegen hänge ich hier mit dem Bericht etwas hinterher.
Gegen Abend kam der Hafenmeister und kassierte, der Hafenstellplatz kostete 140 SEK mit Strom. Das fanden wir OK, vor allem, weil wir jetzt auch die Duschen und die geheizten Toiletten benutzen durften.
Sturm auf Öland
Nur ganz kurz, wir sind auf Öland. Es stürmt, es regnet, es ist ungemütlich. Aber trotzdem schön. Ich war vorhin im Sturm fotografieren, wurde klatschnass aber es war klasse! Der Wind peitschte mir Regentropfen ins Gesicht, vielleicht waren es auch Tropfen von den Wellen. Es tat weh – hinterher fühlte sich die Haut frisch an. Für Thalasso hätte ich zahlen müssen :-)
Morgens war es noch halbwegs trocken
Die Wellen wehen über die HafenmauerDie Wellen wehen über die Hafenmauer
Plötzlich wurden die Wellen riesiggross
Eine Welle nach der anderen….