Letzte Woche hat sich eine Freundin unsere Canon SX 20 Superzoom-Kamera ausgeliehen, um ein paar Schnappschüsse auf einem Event zu machen. Sie hat nicht so viel Ahnung von Digitalkameras und von Fotografie allgemein, und war gleich hellauf begeistert von der Canon, auch wenn sie die ersten Aufnahmen noch mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht hatte.
Einmal Feuer gefangen, kam logischerweise der nächste Schritt: „Zu Weihnachten will ich eine eigene Digitalkamera, kannst du mir was Passendes empfehlen? – Und kannst du mir das auch gleich bestellen und sie mir richtig einstellen? So, dass ich die Kamera ohne viel Einstellerei bedienen kann?“
Was machen? Natürlich versprach ich ihr, mein Möglichstes zu tun und machte mich auf die Suche nach der perfekten Kamera für fotografische Laien. In meinem Hinterkopf saß heimlich die Vorfreude auf das Herumprobieren mit einem mir noch nicht vertrautem Kameramodell.
Die Auswahl
Zuerst habe ich mit ihr alle möglichen Kriterien festgelegt. Was soll die Kamera leisten?
– Kompakt soll sie sein, und nicht zu schwer
– Robust und solide gebaut
– Einfach und sicher zu bedienen
– Gute Bildqualität
– Schneller Autofokus
– Großer Zoombereich
– Rauscharm auch bei schlechten Lichtbedingungen (high ISO)
– Gute Nahaufnahmefähigkeiten (für die Meerschweinchen der Töchter)
Die Liste klingt ein bißchen so wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Alles wird sich sicher nicht exakt 1:1 in der Wunschkamera umsetzen lassen.
Also haben wir die Kriterien nochmal sortiert und gewichtet: Die Kamera soll robust, reaktionsschnell und leicht bedienbar sein und bei wenig Licht noch brauchbare Ergebnisse liefern. Und zuviel sollte sie auch nicht kosten.
Die Suche unter den Tausenden von verfügbaren Kameramodellen gestaltete sich erstaunlich kurz. Auf der einen Seite das Meer der günstigen Kompaktkameras mit kleinem Sensor, die nicht sonderlich High-ISO-fähig sind, auf der anderen die Edelkompakten und spiegellosen Systemkameras, die preislich nicht in den Rahmen passen wollen. Unter DPreview.com waren schnell die kompakten Modelle mit hoher ISO-Einstellmöglichkeit herausgefiltert, ein weiterer Blick auf die Tests und die Bestenlisten liess faktisch nur zwei Kameras übrig, die Canon PowerShot G15
und die Canon Powershot G16
. Die G 16 unterscheidet sich äußerlich kaum von ihrm Vorgänger, der G 15. Im Inneren sieht es schon anders aus: die G 16 hat den schnelleren Autofokus und die wesentlich schnellere Serienbildfunktion, und der Videomodus ist verbessert und bietet mehr Möglichkeiten. WLAN ist eingebaut und GPS eine Option. Die Entscheidung war bald getroffen: Die Canon G 15 wird bestellt! Und warum? Unsere Freundin interessierte sich nicht sonderlich für WLAN, GPS, Video und schnelle Bildserien, der günstigere Preis der G 15 hat auch eine Rolle gespielt.
Aber ausgerechnet die Canon Powershot G 15? Die Canon G-Modelle sind eher bekannt als Kameras für erfahrene Fotografen, die was Kompaktes für immer dabei suchen und volle Kontrolle über die Einstellungen wollen. Richtig! Das heißt aber nicht, dass es keine fähige Schnappschusskameras für den Anfänger sein können. Der kann die vielen Einstellmöglichkeiten getrost ignorieren. Für ihn kommt es allein auf brauchbare Bilder an. Die technischen Daten der Canon G 15 könnt ihr hier nachschlagen.

Canon Powershot G 15 mit Tragegurt und Tasche
Erster Eindruck
Drei Tage später fühlte ich mich fast wie eine Hebamme, als ich das gute Stück vorsichtig aus seiner Verpackung heraushob. Für einen DSLR-Nutzer erscheint sie sehr klein, aus der Perspektive eines Handyfotografen ist sie wahrscheinlich schon ein ziemlicher Brocken. Jetzt noch Batterie und SD-Karte rein und gleich kann sie zum ersten mal ausprobiert werden.
Der Zoomhebel um den Auslöser ist zierlich geraten, spricht aber gut an. In den Programm-Modi kann zusätzlich die Zoom-Funktion auf das vordere Wahlrad gelegt werden. Damit können die gebräuchlichsten Brennweiten direkt angewählt werden. Die Autofokus-Geschwindigkeit ist wesentlich flotter, als ich es von anderen Kompakten gewohnt bin, und ausreichend für gelungene Schnappschüsse. Ich testete natürlich sofort die hohen ISO-Einstellungen, im dämmrigen Wohnzimmer musste unser Hund als Fotomodel herhalten.

Lucky im Wohnzimmer 1/60 sec, f 2.8, 1600 ISO,52 mm Vollautomatik
Bis 1600 ISO sind die Bilder absolut O.K. 3200 ISO ist noch als brauchbar anzusehen, aber 6400 ISO rauscht schon fast grenzwertig und mehr für den Notfall gedacht. Von 12800 ISO würde ich abraten, da bleiben doch zu wenig Details im Rauschen des Sensors übrig. Alles in Allem ist das Ergebnis für eine Kompaktkamera durchaus beeindruckend.
Die Tauglichkeit bei wenig Licht wird zusätzlich durch die hohe Lichtstärke des Objektivs unterstützt. Von 28-140mm Brennweite (KB) hat das Objektiv eine größte Öffnung von f 1.8 bis f 2.8. Das sind etwa zwei Blenden, oder eine vierfach kürzere Verschlusszeit mehr, als von der Masse der Kompaktkameras gewohnt. Das heißt, man kann länger bei niedrigen ISO-Werten bleiben, um ausreichend schnelle Verschlusszeiten bei wenig Licht zu erhalten.
Die Grundeinstellungen
Nach der Beurteilung der erste Bilder klickte ich mich durch das Konfigurationsmenü und stellte die Kamera in etwa so ein, dass sie mit möglichst wenig Einstellerei bedienbar ist und gute Bildqualität liefert.
Also überall die Automatiken drinlassen, wo sie nützen, und Unerwünschtes abschalten.
Sehr unerwünscht ist zum Beispiel die standardmässige Rauschreduzierung bei höheren ISO-Zahlen. Die gehört auf „Niedrig“ eingestellt, sonst werden feine Strukturen gnadenlos durch den Weichzeichner zermatscht. Auch die Pieptöne fielen bei mir dem Ausschalter zum Opfer. Sachen wie Auto-ISO im Vollautomatik-Modus sind nützlich, weil Auto-ISO nur bis 1600 ISO reicht und damit eine noch vernünftige Bildqualität gewährleistet ist.
Dazu gibts noch Dutzende anderer Einstellmöglichkeiten wie Gesichtserkennung, Graufilter und Blinzelmodus; zum Glück gibt es zu jeder eine Kurzbeschreibung auf dem Display. Das meiste habe ich fürs Erste deaktiviert.
Die wichtigsten fotografischen Einstellungen sind leicht über das Controllerrad und dessen zentrale Funktionstaste auf der Rückseite der Kamera erreichbar. Je nach Programmwahl sind unterschiedliche viele Parameter einstellbar, das meiste davon ist selbsterklärend.

Weinberge im Winterfrost, 1/250 sec, f 5.0, ISO 100, 140 mm, Zeitautomatik
Die Canon G 15 in der fotografischen Praxis
1. Einstellungen und Gehäuse
Im Vollautomatik-Modus ist die G 15 eine einfache Point-and-Shoot-Kamera. Draufhalten und abdrücken. Nur die Entscheidung „Blitz oder nicht“ trifft man, indem man den kleinen eingebauten Blitz ausploppt oder drinlässt. In der Vollautomatik brauchte ich auch nicht den Makromodus umzuschalten, die G 15 erledigt das selbsttätig für mich.
Mehr Einflussmöglichkeiten, auch die ISO-Einstellung über 1600 ISO hinaus, gibt es in den Programmen P, Tv, Av und M.
Für mich sind Gewicht und Ausmaße der G 15 eher nachteilig, weil niedrig. Ich bin schwereres Gerät gewohnt, und muss aufpassen, damit ich die Kamera beim Auslösen nicht verreisse und die Aufnahme trotz eingebautem Stabilisator verwackle. Erst recht, wenn ich die Kamera von mir weghalte und das Display als Sucher benutze. Mit dem eingebauten Sucher geht das besser, da ruht die Kamera an meiner Stirn. Der optische Sucher ist spartanisch und mehr als Notlösung zu sehen. Er ist klein und ohne jegliche Informationen, nur die Autofokus- und die Blitzbereitschaftsleuchte blenden etwas beim Aufleuchten.
Die Kamera liegt trotz ihrer kompakten Maße gut in der Hand und macht einen wertigen Eindruck. Die Bedienelemente lassen sich blind erreichen. Die Oberfläche ist rauh aber hart, ein bißchen wie Sandpapier. Ich finde das gut, denn das ist enorm griffig und gibt Sicherheit!

Weinlaub im Rauhreif, 1/60 sec, f 5.0, ISO 100, 66 mm, Zeitautomatik
2. Die Fotopraxis
Für den Transport im Freien habe ich noch eine Kunstledertasche im 60er-Jahre-Stil
dazu bestellt. Darin sieht die G 15 total retro und cool aus, ist trotzdem schnell aufgeklappt und schussbereit.
Das Fotografieren mit der G 15 ist kinderleicht und macht Spaß. Auslöser zum Fokussieren leicht antippen, dann durchdrücken, fertig. Landschaften, Straßenszenen, Nahaufnahmen, Gegenlicht und Leute machen keine Probleme. Das Objektiv ist weitgehend blendfrei, die große Blendenöffnung erlaubt sogar kreative Unschärfe.

Ranken im Gartenzaun, 1/500 sec, f 2.8, 200 ISO, 68 mm, Vollautomatik. Bei offener Blende hebt sich das Motiv gut vom unscharfen Hintergrund ab.
Nahbereich
Gerade im Makrobereich lässt sich das Spiel mit der Schärfentiefe wunderbar einsetzen. Mein Sohn hat sich die G 15 kurz geliehen und hat damit seine Warhammer-Miniaturen fotografiert. Er war von der Einfachheit der Bedienung und den Makrofähigkeiten begeistert.

Warhammer-Kampfmaschine im Bau 1/400 sec, f 2.8, 1000 ISO, 107 mm, Vollautomatik
Schnelle Bewegungen
Nur schnell bewegte Objekte sind nicht so einfach einzufangen. Unser Beagle Lucky war wieder mein Testobjekt. Im Gegensatz zum trägen Herumhängen im Wohnzimmer rennt sie in der freien Natur dauernd im Zickzack, unberechenbar vor und zurück, immer ihrer Nase nach. Es war nicht einfach, ein scharfes Bild von meinem herumwuselnden Hund hinzukriegen. Ich muss allerdings zugeben, da habe ich es auch mit meiner Spiegelreflex nicht leicht.
In der Kürze der Zeit habe ich leider nicht alle Autofokus-Feinheiten ausprobiert, da gibt es noch Servo-AF und Tracking-Hilfen für bewegte Motive, das hätte wahrscheinlich geholfen. Lucky hatte auch keine Lust mehr, fotografiert zu werden. Aber ihr könnt mir gerne über eure Erfahrungen mit der G 15 schreiben.

Lucky sucht lieber Mäuse, 1/250 sec, f 2.8, 100 ISO, 140 mm, Programmautomatik

Rostige Konservendose, 1/125 sec, f 5.0, 100 ISO, 56 mm, Zeitautomatik

Rostige Konservendose, Ausschnitt in Originalgröße
Nachtaufnahmen
Gabi schlug abends noch vor, die Kamera auch in der Nacht auszuprobieren, bevor wir sie weitergeben. Daraus wurde leider nichts. Die nötigen Einstellungen fehlen einfach bei der Canon G 15. Ihr Nachtmodus ist speziell dafür ausgelegt, möglichst kurze, handhaltbare Zeiten zu ermöglichen. Maximal lassen sich 15 Sekunden Belichtungszeit einstellen, aber bei Zeiten über 1,4 Sekunden ist die Empfindlichkeit auf 80 ISO fixiert. Mal eben Sternbahnen oder Nordlichter fotografieren ist nicht drin. Schade!
3. Die Bildqualität
Das Qualitätsniveau der Canon G 15 liegt über dem der meisten Kompaktkameras. Selbst bei voll geöffneter Blende verliert das Objektiv kaum an Schärfe und Kontrast. Spiegelreflexbesitzer werden bei niedrigen ISO-Werten kaum etwas an den Bildergebnissen auszusetzen haben.
Aber auch die hohen Empfindlichkeitsstufen bis 1600 ISO und bedingt darüber hinaus, bringen noch gute, für eine Kompaktkamera exzellente Ergebnisse. Nur die 12800 ISO hätte sich Canon schenken können, das wäre ehrlicher gewesen.

Weintraube im Winter, 1/100 sec, f 5.0, 100 ISO, 43 mm, Aufhellblitz, Zeitautomatik. Der eingebaute Blitz hellt schattige Objekte harmonisch auf. Die Blitzleistung lässt sich auch anpassen.
Video-Aufnahmen
Die Video-Fähigkeiten habe ich nur kurz angetestet. Die Kamera macht Full-HD-Videos und die Aufnahme lässt sich direkt über einen versenkten, rückseitigen Knopf aktivieren. Ich habe während der Videoaufzeichnung ein Bild fotografiert, das hat die Filmaufnahme gestoppt. Die Filme wirken generell scharf und brillant, der über die eingebauten Stereomikrofone aufgenommene Ton ist klar und gut zu verstehen. Der Autofokus zieht beim Schwenken etwas träge nach, und beim Zoomen kommt ein leise schnarrendes Geräusch mit auf die Tonspur. Damit kann man aber leben, denke ich.
Fazit
Am liebsten würde ich die Canon PowerShot G15
als Immer-dabei-Kamera behalten. Sie ist ein ernstzunehmendes Fotografier- und Filmgerät und liefert hochwertige Bildergebnisse. Trotz ihrer klassischen Bauweise und dem gewissen Retro-Chic (gesteigert durch die Tasche) bietet sie hochmoderne Technik, ein sehr lichtstarkes Zoomobjektiv und eine Menge Einstellmöglichkeiten. Der einzige Wermutstropfen ist die fehlende Langzeittauglichkeit. Längere Nachtaufnahmen sind damit leider nicht umsetzbar. Sie ist, wie ich denke, als Reise- und Reportagekamera konsequent für hochwertige Schnappschüsse aus der Hand ausgelegt.

Frost auf den Erdbeeren, 1/160 sec, f 2.8, 100 ISO, 65 mm, Programmautomatik
#4 – Wann und wo kann man Polarlichter sehen? Die Polarlichtvorhersage
Wann kann man Polarlichter sehen?
Polarlichter tauchen zu allen Tages- und Nachtzeiten über alle Jahreszeiten hinweg auf, sowohl in den arktischen, als auch in den antarktischen Regionen. Sie sind wie auch die Sterne sehr leuchtschwach, deshalb kann man sie nur in dunkler Nacht sehen, bei Tag werden sie vom Himmelsblau überdeckt.
Die Sonnenaktivität erreicht alle elf Jahre ein Maximum. Im Maximum flackern Nordlichter wesentlich stärker und häufiger auf. 2013/14 war so ein Höhepunkt und seither hat die Aktivität nicht viel nachgelassen. Die Sonne ist weiterhin so aktiv, dass auch 2018/19 gute Beobachtungsmöglichkeiten zu erwarten sind.
Sehr wichtig: Das Wetter muss unbedingt mitspielen! Gegen eine Wolkendecke kann auch das hellste Nordlicht wenig ausrichten.
Polarlicht bei Henningsvaer, Lofoten, Norwegen
Wo kann man Nordlichter sehen?
Polarlicht tritt gewöhnlich in einer ringförmigen Zone um den magnetischen Nord- und Südpol auf, die ungefähr zwischen dem 65sten und dem 70sten Breitengrad liegt. Bei heftiger Sonnenaktivität kann es sich auch weit darüber hinaus Richtung Äquator ausbreiten.
In den verlinkten Websites weiter unten ist diese Bereich sehr anschaulich dargestellt.
Wir haben schon Nordlichter in der Nähe von Stockholm, auf der Belle Ile in der Bretagne und sogar auf Sylt fotografiert. Sichtungen so weit südlich sind allerdings sehr selten.
Polarlicht auf der deutschen Insel Sylt
Polarlicht am Leuchtturm List West, Sylt, Deutschland
Polarlicht auf der Belle Ile, Bretagne
Phare de Goulphar, Belle Ile, Bretagne. Der schwache rote Widerschein einer starken Polarlichteruption ist noch in der Süd-Bretagne zu sehen.
Polarlicht in schwedisch Lappland – Roadtrip durch den Winter
Kann man Polarlicht vorhersagen?
Polarlichter sind einzig und allein von der Sonnenaktivität abhängig. Erfolgen Eruptionen auf der Sonnenoberfläche UND fliegen die weggeschleuderten Teilchen auch wirklich Richtung Erde, dann gibt es Nordlicht. Werden Eruptionen auf der Sonne beobachtet, dann dauert es noch ca. 2-3 Tage, bis die Teilchen theoretisch bei uns ankommen. Darauf bauen die meisten Vorhersagen auf.
Faustregeln zur Polarlicht-Vorhersage sind unzuverlässig
Polarlichter halten sich weder an Uhrzeiten, noch an Jahreszeiten. Deswegen sind Faustregeln über die Voraussagen mit Vorsicht zu genießen.
Wenn es zum Beispiel heißt: „Wenn kein Nordlicht vor Mitternacht zu sehen ist, kommt auch später keins mehr!“ dann bedeutet das einfach, die Aktivität befindet sich momentan auf einem Minimum. Man kann nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass es den Rest der Nacht auch so bleiben wird, es kann genausogut passieren, dass Nachts um drei Uhr plötzlich wieder der Punk abgeht, wenn du friedlich im Bett schlummerst.
Webseiten und Apps zur Polarlicht-Vorhersage
Hier stelle ich dir drei Seiten vor, die Polarlicht-Vorhersagen betreiben.
Zeitpunkt, Ort und Ausbruchsstärke sind natürlich nur statistische Schätzungen und müssen nicht eintreffen. Allerdings macht es trotzdem Sinn, sich danach zu richten, Alternativen zur Vorhersage gibt es nicht.
In welchen Jahreszeiten und Reisemonaten kann man Polarlichter sehen?
In Nord-Skandinavien beginnt die „Saison“ Ende August. Dann ist die Zeit der Mitternachtssonne vorüber, in den Nächten hinterm Polarkreis wird es wieder dunkel, und Sterne und Nordlicht sind wieder zu sehen. Saisonende ist dann im kommenden Frühling gegen Mitte April, wenn die Zeit der langen Tage wieder beginnt.
September ist der beste Monate für Polarlichter
Das ist für Norwegen definitiv der September. Der hat den Vorteil, dass du sowohl nachts das Nordlicht, als auch tagsüber die wunderschöne arktische Herbstlandschaft fotografieren kannst.
Februar und März folgen dicht hinterher. Der Winter hat das Land bis dahin gut durchgekühlt, so bleibt der Schnee länger liegen. Die Sonne wagt sich langsam wieder über den Horizont, und im klaren warmen Licht der noch kurzen Tage kommt die Winterlandschaft perfekt zur Geltung.
Polarlicht in Stø auf den Vesterålen
Unsere Erfahrungen mit Polarlicht-Nächten in Zahlen!
Nordlichter pro Reisedauer
Wir waren bisher sechs Mal im Herbst/Winter in Norwegen. Ich denke, so eine Auflistung sagt mehr als tausend Worte:
Wir haben Polarlichter in folgenden Monaten fotografiert:
Wir haben Polarlichter in folgenden Ländern fotografiert:
Länder, in denen wir Nordlichter gesichtet haben
Auf unserer Reise-Wunschliste besonders für Nordlichtfotos stehen noch Island, Kanada, USA, Grönland und Neuseeland.
„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Da uns das Thema Polarlicht-Fotografie begeistert und viele Leute am liebsten ihre eigenen Fotos davon machen möchten, haben wir ein ganze Buch zum Thema geschrieben. Auf 164 Seite beschreiben wir genau, was dich im Norden erwartet. Wie sehen die Straßen im Winter aus? Was ist die beste Zeit für Nordlichter? und natürlich: wie fotografiere ich Nordlichter und welche Kameraausrüstung brauche ich dazu?
Weitere Infos im umfangreichen Ebook (18 Euro) und zum Hardcover Buch (28 Euro) im Shop auf unserer Seite. Das Ebook kannst du bei Interesse sofort herunterladen!
Polarlichter fotografieren
Foto: Wellen in Stø
Wellen in Stø, Norwegen
Foto der Woche – Um Wellen auf Fotos dynamisch darzustellen bedarf es einer passenden Belichtungszeit!
Was denkt ihr? Wie lange habe ich belichtet?
Canon G 15, ein Kurz-Test
Letzte Woche hat sich eine Freundin unsere Canon SX 20 Superzoom-Kamera ausgeliehen, um ein paar Schnappschüsse auf einem Event zu machen. Sie hat nicht so viel Ahnung von Digitalkameras und von Fotografie allgemein, und war gleich hellauf begeistert von der Canon, auch wenn sie die ersten Aufnahmen noch mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht hatte.
Einmal Feuer gefangen, kam logischerweise der nächste Schritt: „Zu Weihnachten will ich eine eigene Digitalkamera, kannst du mir was Passendes empfehlen? – Und kannst du mir das auch gleich bestellen und sie mir richtig einstellen? So, dass ich die Kamera ohne viel Einstellerei bedienen kann?“
Was machen? Natürlich versprach ich ihr, mein Möglichstes zu tun und machte mich auf die Suche nach der perfekten Kamera für fotografische Laien. In meinem Hinterkopf saß heimlich die Vorfreude auf das Herumprobieren mit einem mir noch nicht vertrautem Kameramodell.
Die Auswahl
Zuerst habe ich mit ihr alle möglichen Kriterien festgelegt. Was soll die Kamera leisten?
– Kompakt soll sie sein, und nicht zu schwer
– Robust und solide gebaut
– Einfach und sicher zu bedienen
– Gute Bildqualität
– Schneller Autofokus
– Großer Zoombereich
– Rauscharm auch bei schlechten Lichtbedingungen (high ISO)
– Gute Nahaufnahmefähigkeiten (für die Meerschweinchen der Töchter)
Die Liste klingt ein bißchen so wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Alles wird sich sicher nicht exakt 1:1 in der Wunschkamera umsetzen lassen.
Also haben wir die Kriterien nochmal sortiert und gewichtet: Die Kamera soll robust, reaktionsschnell und leicht bedienbar sein und bei wenig Licht noch brauchbare Ergebnisse liefern. Und zuviel sollte sie auch nicht kosten.
Die Suche unter den Tausenden von verfügbaren Kameramodellen gestaltete sich erstaunlich kurz. Auf der einen Seite das Meer der günstigen Kompaktkameras mit kleinem Sensor, die nicht sonderlich High-ISO-fähig sind, auf der anderen die Edelkompakten und spiegellosen Systemkameras, die preislich nicht in den Rahmen passen wollen. Unter DPreview.com waren schnell die kompakten Modelle mit hoher ISO-Einstellmöglichkeit herausgefiltert, ein weiterer Blick auf die Tests und die Bestenlisten liess faktisch nur zwei Kameras übrig, die Canon PowerShot G15
und die Canon Powershot G16
. Die G 16 unterscheidet sich äußerlich kaum von ihrm Vorgänger, der G 15. Im Inneren sieht es schon anders aus: die G 16 hat den schnelleren Autofokus und die wesentlich schnellere Serienbildfunktion, und der Videomodus ist verbessert und bietet mehr Möglichkeiten. WLAN ist eingebaut und GPS eine Option. Die Entscheidung war bald getroffen: Die Canon G 15 wird bestellt! Und warum? Unsere Freundin interessierte sich nicht sonderlich für WLAN, GPS, Video und schnelle Bildserien, der günstigere Preis der G 15 hat auch eine Rolle gespielt.
Aber ausgerechnet die Canon Powershot G 15? Die Canon G-Modelle sind eher bekannt als Kameras für erfahrene Fotografen, die was Kompaktes für immer dabei suchen und volle Kontrolle über die Einstellungen wollen. Richtig! Das heißt aber nicht, dass es keine fähige Schnappschusskameras für den Anfänger sein können. Der kann die vielen Einstellmöglichkeiten getrost ignorieren. Für ihn kommt es allein auf brauchbare Bilder an. Die technischen Daten der Canon G 15 könnt ihr hier nachschlagen.
Canon Powershot G 15 mit Tragegurt und Tasche
Erster Eindruck
Drei Tage später fühlte ich mich fast wie eine Hebamme, als ich das gute Stück vorsichtig aus seiner Verpackung heraushob. Für einen DSLR-Nutzer erscheint sie sehr klein, aus der Perspektive eines Handyfotografen ist sie wahrscheinlich schon ein ziemlicher Brocken. Jetzt noch Batterie und SD-Karte rein und gleich kann sie zum ersten mal ausprobiert werden.
Der Zoomhebel um den Auslöser ist zierlich geraten, spricht aber gut an. In den Programm-Modi kann zusätzlich die Zoom-Funktion auf das vordere Wahlrad gelegt werden. Damit können die gebräuchlichsten Brennweiten direkt angewählt werden. Die Autofokus-Geschwindigkeit ist wesentlich flotter, als ich es von anderen Kompakten gewohnt bin, und ausreichend für gelungene Schnappschüsse. Ich testete natürlich sofort die hohen ISO-Einstellungen, im dämmrigen Wohnzimmer musste unser Hund als Fotomodel herhalten.
Lucky im Wohnzimmer 1/60 sec, f 2.8, 1600 ISO,52 mm Vollautomatik
Bis 1600 ISO sind die Bilder absolut O.K. 3200 ISO ist noch als brauchbar anzusehen, aber 6400 ISO rauscht schon fast grenzwertig und mehr für den Notfall gedacht. Von 12800 ISO würde ich abraten, da bleiben doch zu wenig Details im Rauschen des Sensors übrig. Alles in Allem ist das Ergebnis für eine Kompaktkamera durchaus beeindruckend.
Die Tauglichkeit bei wenig Licht wird zusätzlich durch die hohe Lichtstärke des Objektivs unterstützt. Von 28-140mm Brennweite (KB) hat das Objektiv eine größte Öffnung von f 1.8 bis f 2.8. Das sind etwa zwei Blenden, oder eine vierfach kürzere Verschlusszeit mehr, als von der Masse der Kompaktkameras gewohnt. Das heißt, man kann länger bei niedrigen ISO-Werten bleiben, um ausreichend schnelle Verschlusszeiten bei wenig Licht zu erhalten.
Die Grundeinstellungen
Nach der Beurteilung der erste Bilder klickte ich mich durch das Konfigurationsmenü und stellte die Kamera in etwa so ein, dass sie mit möglichst wenig Einstellerei bedienbar ist und gute Bildqualität liefert.
Also überall die Automatiken drinlassen, wo sie nützen, und Unerwünschtes abschalten.
Sehr unerwünscht ist zum Beispiel die standardmässige Rauschreduzierung bei höheren ISO-Zahlen. Die gehört auf „Niedrig“ eingestellt, sonst werden feine Strukturen gnadenlos durch den Weichzeichner zermatscht. Auch die Pieptöne fielen bei mir dem Ausschalter zum Opfer. Sachen wie Auto-ISO im Vollautomatik-Modus sind nützlich, weil Auto-ISO nur bis 1600 ISO reicht und damit eine noch vernünftige Bildqualität gewährleistet ist.
Dazu gibts noch Dutzende anderer Einstellmöglichkeiten wie Gesichtserkennung, Graufilter und Blinzelmodus; zum Glück gibt es zu jeder eine Kurzbeschreibung auf dem Display. Das meiste habe ich fürs Erste deaktiviert.
Die wichtigsten fotografischen Einstellungen sind leicht über das Controllerrad und dessen zentrale Funktionstaste auf der Rückseite der Kamera erreichbar. Je nach Programmwahl sind unterschiedliche viele Parameter einstellbar, das meiste davon ist selbsterklärend.
Weinberge im Winterfrost, 1/250 sec, f 5.0, ISO 100, 140 mm, Zeitautomatik
Die Canon G 15 in der fotografischen Praxis
1. Einstellungen und Gehäuse
Im Vollautomatik-Modus ist die G 15 eine einfache Point-and-Shoot-Kamera. Draufhalten und abdrücken. Nur die Entscheidung „Blitz oder nicht“ trifft man, indem man den kleinen eingebauten Blitz ausploppt oder drinlässt. In der Vollautomatik brauchte ich auch nicht den Makromodus umzuschalten, die G 15 erledigt das selbsttätig für mich.
Mehr Einflussmöglichkeiten, auch die ISO-Einstellung über 1600 ISO hinaus, gibt es in den Programmen P, Tv, Av und M.
Für mich sind Gewicht und Ausmaße der G 15 eher nachteilig, weil niedrig. Ich bin schwereres Gerät gewohnt, und muss aufpassen, damit ich die Kamera beim Auslösen nicht verreisse und die Aufnahme trotz eingebautem Stabilisator verwackle. Erst recht, wenn ich die Kamera von mir weghalte und das Display als Sucher benutze. Mit dem eingebauten Sucher geht das besser, da ruht die Kamera an meiner Stirn. Der optische Sucher ist spartanisch und mehr als Notlösung zu sehen. Er ist klein und ohne jegliche Informationen, nur die Autofokus- und die Blitzbereitschaftsleuchte blenden etwas beim Aufleuchten.
Die Kamera liegt trotz ihrer kompakten Maße gut in der Hand und macht einen wertigen Eindruck. Die Bedienelemente lassen sich blind erreichen. Die Oberfläche ist rauh aber hart, ein bißchen wie Sandpapier. Ich finde das gut, denn das ist enorm griffig und gibt Sicherheit!
Weinlaub im Rauhreif, 1/60 sec, f 5.0, ISO 100, 66 mm, Zeitautomatik
2. Die Fotopraxis
Für den Transport im Freien habe ich noch eine Kunstledertasche im 60er-Jahre-Stil
dazu bestellt. Darin sieht die G 15 total retro und cool aus, ist trotzdem schnell aufgeklappt und schussbereit.
Das Fotografieren mit der G 15 ist kinderleicht und macht Spaß. Auslöser zum Fokussieren leicht antippen, dann durchdrücken, fertig. Landschaften, Straßenszenen, Nahaufnahmen, Gegenlicht und Leute machen keine Probleme. Das Objektiv ist weitgehend blendfrei, die große Blendenöffnung erlaubt sogar kreative Unschärfe.
Ranken im Gartenzaun, 1/500 sec, f 2.8, 200 ISO, 68 mm, Vollautomatik. Bei offener Blende hebt sich das Motiv gut vom unscharfen Hintergrund ab.
Nahbereich
Gerade im Makrobereich lässt sich das Spiel mit der Schärfentiefe wunderbar einsetzen. Mein Sohn hat sich die G 15 kurz geliehen und hat damit seine Warhammer-Miniaturen fotografiert. Er war von der Einfachheit der Bedienung und den Makrofähigkeiten begeistert.
Warhammer-Kampfmaschine im Bau 1/400 sec, f 2.8, 1000 ISO, 107 mm, Vollautomatik
Schnelle Bewegungen
Nur schnell bewegte Objekte sind nicht so einfach einzufangen. Unser Beagle Lucky war wieder mein Testobjekt. Im Gegensatz zum trägen Herumhängen im Wohnzimmer rennt sie in der freien Natur dauernd im Zickzack, unberechenbar vor und zurück, immer ihrer Nase nach. Es war nicht einfach, ein scharfes Bild von meinem herumwuselnden Hund hinzukriegen. Ich muss allerdings zugeben, da habe ich es auch mit meiner Spiegelreflex nicht leicht.
In der Kürze der Zeit habe ich leider nicht alle Autofokus-Feinheiten ausprobiert, da gibt es noch Servo-AF und Tracking-Hilfen für bewegte Motive, das hätte wahrscheinlich geholfen. Lucky hatte auch keine Lust mehr, fotografiert zu werden. Aber ihr könnt mir gerne über eure Erfahrungen mit der G 15 schreiben.
Lucky sucht lieber Mäuse, 1/250 sec, f 2.8, 100 ISO, 140 mm, Programmautomatik
Rostige Konservendose, 1/125 sec, f 5.0, 100 ISO, 56 mm, Zeitautomatik
Rostige Konservendose, Ausschnitt in Originalgröße
Nachtaufnahmen
Gabi schlug abends noch vor, die Kamera auch in der Nacht auszuprobieren, bevor wir sie weitergeben. Daraus wurde leider nichts. Die nötigen Einstellungen fehlen einfach bei der Canon G 15. Ihr Nachtmodus ist speziell dafür ausgelegt, möglichst kurze, handhaltbare Zeiten zu ermöglichen. Maximal lassen sich 15 Sekunden Belichtungszeit einstellen, aber bei Zeiten über 1,4 Sekunden ist die Empfindlichkeit auf 80 ISO fixiert. Mal eben Sternbahnen oder Nordlichter fotografieren ist nicht drin. Schade!
3. Die Bildqualität
Das Qualitätsniveau der Canon G 15 liegt über dem der meisten Kompaktkameras. Selbst bei voll geöffneter Blende verliert das Objektiv kaum an Schärfe und Kontrast. Spiegelreflexbesitzer werden bei niedrigen ISO-Werten kaum etwas an den Bildergebnissen auszusetzen haben.
Aber auch die hohen Empfindlichkeitsstufen bis 1600 ISO und bedingt darüber hinaus, bringen noch gute, für eine Kompaktkamera exzellente Ergebnisse. Nur die 12800 ISO hätte sich Canon schenken können, das wäre ehrlicher gewesen.
Weintraube im Winter, 1/100 sec, f 5.0, 100 ISO, 43 mm, Aufhellblitz, Zeitautomatik. Der eingebaute Blitz hellt schattige Objekte harmonisch auf. Die Blitzleistung lässt sich auch anpassen.
Video-Aufnahmen
Die Video-Fähigkeiten habe ich nur kurz angetestet. Die Kamera macht Full-HD-Videos und die Aufnahme lässt sich direkt über einen versenkten, rückseitigen Knopf aktivieren. Ich habe während der Videoaufzeichnung ein Bild fotografiert, das hat die Filmaufnahme gestoppt. Die Filme wirken generell scharf und brillant, der über die eingebauten Stereomikrofone aufgenommene Ton ist klar und gut zu verstehen. Der Autofokus zieht beim Schwenken etwas träge nach, und beim Zoomen kommt ein leise schnarrendes Geräusch mit auf die Tonspur. Damit kann man aber leben, denke ich.
Fazit
Am liebsten würde ich die Canon PowerShot G15
als Immer-dabei-Kamera behalten. Sie ist ein ernstzunehmendes Fotografier- und Filmgerät und liefert hochwertige Bildergebnisse. Trotz ihrer klassischen Bauweise und dem gewissen Retro-Chic (gesteigert durch die Tasche) bietet sie hochmoderne Technik, ein sehr lichtstarkes Zoomobjektiv und eine Menge Einstellmöglichkeiten. Der einzige Wermutstropfen ist die fehlende Langzeittauglichkeit. Längere Nachtaufnahmen sind damit leider nicht umsetzbar. Sie ist, wie ich denke, als Reise- und Reportagekamera konsequent für hochwertige Schnappschüsse aus der Hand ausgelegt.
Frost auf den Erdbeeren, 1/160 sec, f 2.8, 100 ISO, 65 mm, Programmautomatik
#3 – Polarlicht-Fotografie – Eine Nacht in Fotos Bø, Vesterålen
[toc]
Was passiert in einer typischen Polarlicht-Nacht?
Eine typische Polarlicht-Nacht gibt es nicht. Deswegen mögen wir solche Tipps nicht gern: wenn das Nordlicht sich nicht bis 22 Uhr gezeigt hat, dann kommt es auch nicht mehr. Wir haben wirklich schon viele verschiedene Polarlicht-Nächte erlebt und es zeigte sich, dass es lohnt immer wieder draußen zu sein.
Wir werden hier nach und nach den Verlauf unterschiedlicher Polarlicht-Nächte schildern, damit du einen Eindruck bekommst., was denn so alles passieren kann. Die Fotos versehen wir zu deiner Information mit den Exif Daten! Aufschlussreich ist sicher die Uhrzeit der einzelnen Aufnahmen. Viel Spaß.
Eine Polarlicht-Nacht im Oktober in Bø auf den Vesterålen in Fotos
2:07 Uhr, 1600 ISO, f 4,5, 25 Sek, Canon 6D, 17-40mm, 17mm – Licht vom Autoscheinwerfer
2:16 Uhr, ISO 1600, f 3,2, Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm, Licht von Taschenlampe
2:20 Uhr, 2000 ISO, f 4,5, 20 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe
2:22 Uhr, 2000 ISO, f 4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe
2:26 Uhr, ISO 2000, f 4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40 mm, bei 17mm
Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm
2:51 Uhr, ISO 2000, f4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm Hier war die Belichtungszeit viel zu lang. Aber, ich hatte ausgelöst und musst es abwarten. In diesen Momenten sind 15 Sekunden eine Ewigkeit!
Corona 2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm
Corona, 2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 4 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm
Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm
Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm
Eine kurze Nacht im teuren Hotel
Es war unsere letzte Nacht in Norwegen. Wir hatten zwei Hotelzimmer mieten müssen, weil wir auf die Reparatur unseres Wohnmobils warteten. Es hatte den ganzen Tag über geregnet. Ich war auf der Suche nach geeigneten Fotolocations klatschnass geworden – selbst an aussichtslos scheinenden Tagen gebe ich die Hoffnung nicht auf!
Wir treffen unseren Facebook Freund Rainer
Über Facebook hatten wir den deutsche Auswanderer Rainer gefunden. Er wohnte nur wenige Kilometer vom Hotel entfernt. Für die Nacht hatten wir uns verabredet. Es ist interessant, Facebookfreunde auch mal persönlich kennenzulernen. Um 22:00 Uhr holte Rainer uns vor dem Hotel ab. Esra kam mit, Amy und Noah legten sich lieber lesend ins Bett.
An der Bar in Rainers Partyecke saßen wir gemütlich bei ein paar Bier zusammen. Der Holzofen verbreitete wohlige Wärme, der Alkohol stieg uns langsam in den Kopf!
Doch ich liess den Nachthimmel nicht aus den Augen und pendelte zwischen Terrasse und Bar hin und her. Die Wolken waren dicht und hingen tief. Es nieselte leicht. Ein kalter Wind war aufgekommen und blies die schweren Wolken weg, plötzlich funkelten die Sterne durch die Wolkenlücken. Und sieh da, jetzt war auch Polarlicht sichtbar. Schwach grün und noch ohne Struktur lockte es uns nicht hinterm Ofen hervor. Als es aber anfing, rot zu strahlen, wurde ich schlagartig munter. Mittlerweile war es 1:30 Uhr.
Um 1:30 Uhr in der Nacht geht die Polarlicht Show so richtig los
Wir baten Rainer, uns zu der Stelle zu fahren, die ich tagsüber ausgekundschaftet hatte. Eine verfallene Scheune stand relativ einsam in Strandnähe, abseits der grellen Straßenbeleuchtung des Ortes.
Kaum waren wir angekommen, fing das Feuerwerk am Himmel auch schon an. Der Wind blies weiter, jetzt trieb er wieder Wolken heran. Nach fünfzehn Minuten war die Show wieder vorbei. Es regnete wieder stärker und fing sogar an, zu Hageln. Das war lästig und tat richtig weh. Unser Hotel war etwa zwei km entfernt.
Sollten wir ausharren? Ich war dafür, Gunter war dagegen. Es war spät, wir waren nass und kalt, und wir hatten am nächsten Tag eine lange Fahrt über die Berge nach Schweden vor uns! Also entschlossen wir uns für den geordneten Rückzug zum Hotel.
Nichts ist ärgerlicher als ein falscher Standpunkt
Mitten auf dem Rückweg verschwanden die Wolken so schnell, wie sie gekommen waren. Wir standen an der Straße inmitten von orange leuchtenden Straßenlaternen und kamen nicht weg.
Das ist die pure Qual für einen Fotografen!
Geiles Nordlicht, aber störende Beleuchtung und keine gute Kulisse.
Das Polarllicht erstrahlte jetzt fast taghell, es wand sich über uns wie eine große grüne Schlange. Ich rannte los – das sollte man im warmen Overall nie tun – denn ruckzuck war ich nass geschwitzt. Zum Glück erreichten wir bald eine weitläufige Wiese zwischen den Häusern, da legte das Polarlicht auch schon wieder richtig los Ein Wahnsinn! Mehrfarbig bewegte es sich sehr schnell über unsere Köpfe hinweg und war innerhalb einer Minute wieder weg.
Gegen 3:30 Uhr trafen wir müde im Hotel ein. Ich hatte glücklicherweise daran gedacht, dem Wirt zu sagen, dass wir spät zurück kommen würden, er hatte die Hintertür offen gelassen. Sicherheitshalber zog ich trotz der späten (frühen?) Stunde die Fotos noch auf das Notebook! Drei Stunden Schlaf waren uns noch vergönnt, dann holten wir nach dem Frühstück unser Mobil von der Werkstatt ab und machten uns auf den Weg nach Kiruna. (Aber darüber hatten wir hier im Blog ja bereits berichtet!)
Erkenntnisse aus dieser Polarlicht Nacht für die Fotografie
Was war deine aufregenste Polarlichtnacht?
Polarlichter fotografieren
Foto: Klippen bei Eshaness, Shetland
Eshaness, Shetland
Foto der Woche – In letzter Zeit poste ich einzelne Fotos immer in Facebook. Doch dort lade ich die Fotos höchstens mit 600 pixeln hoch. Doch gefallen mir selbst die Fotos etwas größer besser. Außerdem bleiben die Fotos so unseren Bloglesern verwehrt. Aus diesem Grund werde ich nun häufiger Fotos hochladen, die wir unterwegs nicht gezeigt haben, weil es zu viel gewesen wäre. Außerdem könnt ihr die Fotos dann mal ohne lange Texte genießen. Ein Ein-Minuten-Urlaub (wenn überhaupt so lang!)
Was meinst du? Hast du Lust darauf? Oder zu langweilig?
Neugierig geworden auf die Shetland Inseln? Hier gibts Infos und viele Blogbeiträge
#2 – Günstige, warme Kleidung für den nordischen Winter
Praktische Tipps für kostengünstige Kleidung für Fotoreisen zu den Nordlichtern in der Polarregion. Warten auf das Nordlicht in langen, kalten Nächten. Mit einer Packliste zum Download als pdf