Laut unserer Umfrage über das Polarlicht, träumen sehr viele von unseren Lesern davon, selbst Nordlichter zu sehen und auch zu fotografieren. Deswegen möchten wir in diesem Tutorial einmal all unsere Erfahrungen, die wir mit der „Nordlichtjagd“ haben, aufschreiben. Wir möchten euch die Angst vor einer Reise in den winterlichen, arktischen Norden nehmen und euch Mut machen, es selbst zu wagen.
Es ist natürlich schwieriger, in Kälte und Dunkelheit zu fotografieren. Doch es ist machbar. Nach dem Lesen unseres Tutorials seid ihr bereit für die Nordlichter, oder auch die Winterstürme – je nachdem, was euch die Natur vor die Linse liefern wird!

Besser warten, bis es Dunkel ist!

Warnweste

Wo soll ich abbiegen?

Wo ist denn die Strasse?

Verkehrsschild!

Parkplatz!

enge Fahrbahn im Schneetunnel

Pappschnee auf dem Auto

steile Brücken – hier in Henningsvaer

festgefahrene Schneedecke

Schneefall in der Nacht

Rushhour auf den Lofoten :-)

typisches Straßenbild im Norden, Lofoten

Schneefall bei Tag

Schneefall bei Tag
Genieße die Winterlandschaft, ein Polarlicht ist das EXTRA
Hier also gleich der erste und vielleicht wichtigste Tipp: Genieße die Natur, egal, was sie Dir anbietet!
Ja, freu dich auf die Polarlichter, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht auftauchen. Das lässt sich halt nicht planen. Die Natur bietet auch so eine unglaubliche Schönheit. Nord Norwegen, Schweden oder auch Finnland verzaubern Reisende bei jedem Wetter. Der Mensch ist dort, mehr noch als in Mitteleuropa, den Naturgewalten ausgesetzt. Das zu spüren kann berauschend sein! Es kann vielleicht sogar ein wenig Angst machen, bei mir überwiegt jedesmal das gute Gefühl von Ehrfurcht. Nur in der Natur fühle ich mich nicht fremd, sondern als Teil vom Ganzen! Lass alles auf dich zukommen, sei aufmerksam in jeder Situation. Einzig deine Erwartung kann enttäuscht werden!
So schön ist der Winter im Norwegen – Foto Galerie
Reiseblogger die das Polarlicht suchten, es aber nicht fanden
Hier sind gleich drei Reiseblogger, die auf Nordlichtjagd waren, es aber verpassten. Das kann passieren, ist aber nicht so dramatisch, weil man die Landschaft auch einfach ohne Nordlicht genießen kann!
So genug von meinen Weisheiten, jetzt wird es praktisch.

Eine dicke Eisschicht – das war eine festgefahrene Schneedecke, auf die es geregnet hat! Das Auto kommt damit zurecht, beim Aussteigen wird es gefährlich!
Unterwegs auf Eis und Schnee – Autofahren in Nordnorwegen
Wenn es in Deutschland schneit oder die Straßen vereisen, bricht Chaos aus. Solche Straßenverhältnisse machen uns Angst. Im Norden Norwegens oder Schwedens gehören spiegelglatte Strassen zum langen Winter als Selbstverständlichkeit dazu. Die Verkehrsdichte ist wesentlich geringer und ab Oktober klackern die Spikesreifen über die Straßen. Die Leute wissen mit dem Wetter umzugehen. Und mit Spikes ist das Fahren wesentlich einfacher und sicherer als man meinen möchte – selbst auf 5 cm dickem Eis mit Wasser oben drauf.
Ich machte mir vor meiner ersten Winterreise zu den Vesterålen und Lofoten auch viele Gedanken, ob ich mit dem Autofahren in diesen Wetterbedingungen klar kommen würde.
Das macht richtig Spaß auf Schnee zu fahren!
Und ganz ehrlich: es machte mir sehr, sehr großen Spaß mit dem gemieteten Allradfahrzeug auf der festgefahrenen Schneedecke zu fahren. Der Schnee knirschte, war griffig, die Landschaft sah atemberaubend schön aus. Ich war in einer „anderen Welt.“ Im Schneesturm sieht es dann wieder anders aus – man sieht nämlich buchstäblich nichts mehr. Ab Windschutzscheibe ist Schluss.

Schnee, der über die Straße wegt – de Vorboten der Schneeverwehungen! – Besser du entfernst dich nicht zu weit von deiner Unterkunft.

Und dann kann es schnell gehen – doch es wird permanent geräumt!

Schneepflüge sind bei Schneefall im Dauereinsatz.. Im Ernstfall wartet man auf sie und hängt sich hintendran.
Tipps zum Autofahren im hohen Norden
- Plane immer Zeit zum Freischaufeln des Autos und Freikratzen der Windschutzscheibe ein
- Die „klassischen“ Türschlösser frieren gerne mal ein. Hier kann ein Wärmepad oder Schlossenteiser helfen – immer in der Tasche haben, Nie im Auto!
- Ein Navi ist hilfreich, weil oftmals die Schilder zugeschneit und daher nicht lesbar sind
- Kommt ein Schneegestöber in der Dämmerung auf, wartet, bis es dunkel wird. Dann sieht man die Strasse tatsächlich wieder besser!
- Füll Benzin auf, auch wenn der Tank noch halbvoll ist! Das gilt vor allem für die langen Fahrten in der einsamen Natur. (Zum Beispiel in schwedisch Lappland)
- Manchmal dauert die Fahrt länger als gedacht! Nimm dir nicht zu lange Strecken vor!
- Halte immer die Wettervorhersage im Blick. Das Wetter wechselt am Meer sehr schnell. Wenn Schnee liegt und Wind aufkommt gibt es direkt auch Schneeverwehungen.

Lappland – kannst du das Schild erkennen?
Packliste Wintertour mit dem Auto – Was ich unbedingt dabei habe?
Auf den Lofoten und Vesteralen wird es wegen des Einflusses des Golfstroms nicht so kalt wie auf dem Festland, höchstens -15 bis -20°C, während die Temperaturen im Landesinneren bis unter-40°C absinken können.
Im Jahr 2011 fuhren wir mit unserem eigenen VW T4 Synchro auf die Lofoten, wo wir acht Wochen lang lebten und fotografierten. Die Anfahrt durch Schweden war ein Abenteuer für sich. Für die langen Strecken im extrem kalten schwedisch Lappland hatten wir folgende Dinge immer im Auto:
- Mobiltelefon mit frisch geladenen Batterien.
- kältetaugliche Schuhe und Oberbekleidung.
- warme Decken oder Schlafsack.
- heiße Getränke in einer Thermoskanne.
- Schokolade oder Energieriegel.
- Sonnenbrille, braucht man unbedingt, speziell wenn man aus Tunneln heraus in die gleißende Schneelandschaft fährt.
- Schneeschaufel, falls man in einer Schneewehe feststeckt. Kann man sich im Supermarkt kaufen.
- zusätzlicher frostsicherer Scheibenreiniger

Bitte kein Gegenverkehr, bitte bitte!
Packtipp, Extras für die Sicherheit
- Das Auto hat Spikesreifen und kommt auf Eis wunderbar voran. Schuhkrallen
für die Winterstiefel sind in Norwegen nicht überall erhältlich und wenn, dann ziemlich teuer. Kaufe die besser in Deutschland!
- Eine dieser Warnwesten fürs Auto hatte ich schließlich immer an, weil wir auch öfters vom Straßenrand aus fotografierten.

Warnweste
Auf welche Straßenbedingungen muss ich mich einstellen?
Die Bandbreite ist sehr groß. Sie reicht von trockenen, schneefreien Straßen (eher selten) bis hin zu komplett verschneiten, oder total vereisten und mit Wasser bedeckten Fahrbahnen. Dazu kommen schlechte Sichtverhältnisse durch Schneestürme, oder extreme Dunkelheit bei Regenwetter, wenn kein Schnee liegt.
- Der Normalzustand ist Eis und festgefahrener Schnee, was mit Spikesreifen kein Problem darstellt.
- Vorsicht ist beim Aussteigen aus dem Auto geboten: schneller als man denkt, rutscht man aus und sitzt auf dem Hosenboden.
- Einige Straßen sind im Winter gar nicht passierbar, bei anderen muss man auf den Schneepflug warten, wenn es mal wieder heftig geschneit hat. (ist uns noch nicht passiert!)
- Die Brücken zwischen den einzelnen Inseln sind zwar recht steil, die eigentliche Gefahr sind aber unberechenbare Windböen. Bei zu starkem Sturm gibt es Warungen auf den Anzeigetafeln vor den Brücken.
- Bei guten Wetter- und Straßenbedingungen dürfte die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 60-70 km/h liegen. Bei dichtem Schneegestöber werden die Straßen zunehmend schwerer erkennbar, das Fortkommen ist unter Umständen nur mit Schrittgeschwindigkeit oder gar nicht mehr möglich.
- Im Winter sind Parkbuchten und -plätze oft tief verschneit oder mit Schneeabraum bedeckt, so dass kein Parken möglich ist.
- Die nutzbare Straßenbreite kann durch den geräumten Schnee reduziert sein. Bei entgegenkommendem Schwerlastverkehr auf den Hauptverbindungsstraßen ist das besonders unangenehm. Die Lkw-Fahrer rasen oft und nehmen wenig Rücksicht. (schau mal zum Beispiel hier in den norwegischen Nachrichten!)
- Extreme Dunkelheit bei Regen – da macht sogar das Fernlicht nichts mehr! Das kennen wir ja von zuhause, die Autolichter werden förmlich geschluckt.

Schlechte Sicht und widrige Umstände – oftmals stand sehr viel Wasser auf den Straßen!

Diese mondhelle Nacht fühlte sich schon fast wie Tag an!
Praktische Links für die Straßenverhältnisse
Literaturtipps für Norwegen
Schneereichert Winter auf den Lofoten
Wir hatten einen sehr schneereichen Winter erwischt. Der machte das Fotografieren und vor allem das Vorankommen in der Natur komplizierter. Richtige Schneeschuhe wären jetzt ideal gewesen, aber es ging auch ohne. Hier ein paar Impressionen von den Schneemassen.

Verkehrsschild!

Parkplatz!

Pappschnee auf dem Auto

Eine Parkbank und ein Mülleimer

Mülleimer

Parkplatz in Henningsvaer

Straße in Kabelvag

Vor dem Einkaufszentrum

Schiff, Schnee und Berge
Welche Erfahrungen hast du mit dem Wetter im Norden? Hast Du noch Fragen? Nur her damit!
Es geht auch ohne Spikes, Anmerkung von Lutz
Aus eigenen Erfahrungen möchte ich noch anfügen, dass die “normale” Fahrerei meistens ganz gut geht, problematisch ist vor allem das Bremsen. Wir waren jetzt mehrmals ohne Spikes, aber mit hervorragenden Winterreifen in Skandinavien. Auf geraden Strecken und bergauf gab es nie Probleme. Bergab wird es schon komplizierter, da sollte man frühzeitig die Geschwindigkeit drosseln und vor allem IMMER genügend Platz zum bremsen einplanen. Sicherheitsabstand ist überhaupt das A+O beim Fahren und natürlich sind die Fliehkräfte in den Kurven nicht zu unterschätzen.
Spikesräder kann man bei vielen Händlern in Norwegen und Schweden mieten.
In Norwegen geht man zum “Piggdekk Service”.
Polarlichter fotografieren

„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos im umfangreichen Ebook im Buchladen.
Zum nächsten Teil unseres großen Polarlicht fotografieren Kurses
#1 – Polarlicht-Fotografie – Autofahren auf Eis und Schnee
Laut unserer Umfrage über das Polarlicht, träumen sehr viele von unseren Lesern davon, selbst Nordlichter zu sehen und auch zu fotografieren. Deswegen möchten wir in diesem Tutorial einmal all unsere Erfahrungen, die wir mit der „Nordlichtjagd“ haben, aufschreiben. Wir möchten euch die Angst vor einer Reise in den winterlichen, arktischen Norden nehmen und euch Mut machen, es selbst zu wagen.
Es ist natürlich schwieriger, in Kälte und Dunkelheit zu fotografieren. Doch es ist machbar. Nach dem Lesen unseres Tutorials seid ihr bereit für die Nordlichter, oder auch die Winterstürme – je nachdem, was euch die Natur vor die Linse liefern wird!
Genieße die Winterlandschaft, ein Polarlicht ist das EXTRA
Ja, freu dich auf die Polarlichter, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht auftauchen. Das lässt sich halt nicht planen. Die Natur bietet auch so eine unglaubliche Schönheit. Nord Norwegen, Schweden oder auch Finnland verzaubern Reisende bei jedem Wetter. Der Mensch ist dort, mehr noch als in Mitteleuropa, den Naturgewalten ausgesetzt. Das zu spüren kann berauschend sein! Es kann vielleicht sogar ein wenig Angst machen, bei mir überwiegt jedesmal das gute Gefühl von Ehrfurcht. Nur in der Natur fühle ich mich nicht fremd, sondern als Teil vom Ganzen! Lass alles auf dich zukommen, sei aufmerksam in jeder Situation. Einzig deine Erwartung kann enttäuscht werden!
So schön ist der Winter im Norwegen – Foto Galerie
Reiseblogger die das Polarlicht suchten, es aber nicht fanden
Hier sind gleich drei Reiseblogger, die auf Nordlichtjagd waren, es aber verpassten. Das kann passieren, ist aber nicht so dramatisch, weil man die Landschaft auch einfach ohne Nordlicht genießen kann!
So genug von meinen Weisheiten, jetzt wird es praktisch.
Eine dicke Eisschicht – das war eine festgefahrene Schneedecke, auf die es geregnet hat! Das Auto kommt damit zurecht, beim Aussteigen wird es gefährlich!
Unterwegs auf Eis und Schnee – Autofahren in Nordnorwegen
Wenn es in Deutschland schneit oder die Straßen vereisen, bricht Chaos aus. Solche Straßenverhältnisse machen uns Angst. Im Norden Norwegens oder Schwedens gehören spiegelglatte Strassen zum langen Winter als Selbstverständlichkeit dazu. Die Verkehrsdichte ist wesentlich geringer und ab Oktober klackern die Spikesreifen über die Straßen. Die Leute wissen mit dem Wetter umzugehen. Und mit Spikes ist das Fahren wesentlich einfacher und sicherer als man meinen möchte – selbst auf 5 cm dickem Eis mit Wasser oben drauf.
Ich machte mir vor meiner ersten Winterreise zu den Vesterålen und Lofoten auch viele Gedanken, ob ich mit dem Autofahren in diesen Wetterbedingungen klar kommen würde.
Und ganz ehrlich: es machte mir sehr, sehr großen Spaß mit dem gemieteten Allradfahrzeug auf der festgefahrenen Schneedecke zu fahren. Der Schnee knirschte, war griffig, die Landschaft sah atemberaubend schön aus. Ich war in einer „anderen Welt.“ Im Schneesturm sieht es dann wieder anders aus – man sieht nämlich buchstäblich nichts mehr. Ab Windschutzscheibe ist Schluss.
Schnee, der über die Straße wegt – de Vorboten der Schneeverwehungen! – Besser du entfernst dich nicht zu weit von deiner Unterkunft.
Und dann kann es schnell gehen – doch es wird permanent geräumt!
Schneepflüge sind bei Schneefall im Dauereinsatz.. Im Ernstfall wartet man auf sie und hängt sich hintendran.
Tipps zum Autofahren im hohen Norden
Lappland – kannst du das Schild erkennen?
Packliste Wintertour mit dem Auto – Was ich unbedingt dabei habe?
Auf den Lofoten und Vesteralen wird es wegen des Einflusses des Golfstroms nicht so kalt wie auf dem Festland, höchstens -15 bis -20°C, während die Temperaturen im Landesinneren bis unter-40°C absinken können.
Im Jahr 2011 fuhren wir mit unserem eigenen VW T4 Synchro auf die Lofoten, wo wir acht Wochen lang lebten und fotografierten. Die Anfahrt durch Schweden war ein Abenteuer für sich. Für die langen Strecken im extrem kalten schwedisch Lappland hatten wir folgende Dinge immer im Auto:
Bitte kein Gegenverkehr, bitte bitte!
Packtipp, Extras für die Sicherheit
Warnweste
Auf welche Straßenbedingungen muss ich mich einstellen?
Die Bandbreite ist sehr groß. Sie reicht von trockenen, schneefreien Straßen (eher selten) bis hin zu komplett verschneiten, oder total vereisten und mit Wasser bedeckten Fahrbahnen. Dazu kommen schlechte Sichtverhältnisse durch Schneestürme, oder extreme Dunkelheit bei Regenwetter, wenn kein Schnee liegt.
Schlechte Sicht und widrige Umstände – oftmals stand sehr viel Wasser auf den Straßen!
Diese mondhelle Nacht fühlte sich schon fast wie Tag an!
Praktische Links für die Straßenverhältnisse
Literaturtipps für Norwegen
Schneereichert Winter auf den Lofoten
Wir hatten einen sehr schneereichen Winter erwischt. Der machte das Fotografieren und vor allem das Vorankommen in der Natur komplizierter. Richtige Schneeschuhe wären jetzt ideal gewesen, aber es ging auch ohne. Hier ein paar Impressionen von den Schneemassen.
Welche Erfahrungen hast du mit dem Wetter im Norden? Hast Du noch Fragen? Nur her damit!
Es geht auch ohne Spikes, Anmerkung von Lutz
Aus eigenen Erfahrungen möchte ich noch anfügen, dass die “normale” Fahrerei meistens ganz gut geht, problematisch ist vor allem das Bremsen. Wir waren jetzt mehrmals ohne Spikes, aber mit hervorragenden Winterreifen in Skandinavien. Auf geraden Strecken und bergauf gab es nie Probleme. Bergab wird es schon komplizierter, da sollte man frühzeitig die Geschwindigkeit drosseln und vor allem IMMER genügend Platz zum bremsen einplanen. Sicherheitsabstand ist überhaupt das A+O beim Fahren und natürlich sind die Fliehkräfte in den Kurven nicht zu unterschätzen.
Spikesräder kann man bei vielen Händlern in Norwegen und Schweden mieten.
In Norwegen geht man zum “Piggdekk Service”.
Polarlichter fotografieren
„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos im umfangreichen Ebook im Buchladen.
Zum nächsten Teil unseres großen Polarlicht fotografieren Kurses
Die Insel Rügen – eine fantastische Fotosession zum Ende einer langen Reise
In der Dunkelheit der Nacht waren wir von Trelleborg aus mit der Fähre in Sassnitz angekommen. Wir parkten am kostenpflichtigen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit am Nationalpark Jasmund. Der Stress des Wohnmobilschadens, der damit verbundenen Reparatur auf Raten und der langen Rückreise im unsicheren Wetter lag noch mit viel Spannung in der Luft. Kurz: wir fühlten uns erschöpft.
Eine lange Wanderung Stunden vor Sonnenaufgang durch den Wald zur traumhaften Steilküste war nicht die Opition, die wir wählen wollten. Wir schliefen aus.
Auf der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz
Auf der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz
Der Buchenwald auf der Insel Rügen als Fotomotiv im Herbst
Der herbstliche Buchenwald weckte jedoch schnell den Fotografen in uns wieder auf! Die waldig, modrige Luft tat gut. Trotz außergewöhnlicher Meeresküste in der Nähe, vergnügten wir uns stundenlang zwischen den Bäumen.
Wir litten noch unter einem kleinen Kulturschock! Früh war der Parkplatz noch ganz leer gewesen, er füllte sich jedoch in unglaublicher Geschwindigkeit mit bunten Autos, aus denen sich unglaubliche Mengen an Wanderern in den Wald ergossen. So viele Menschen hatten wir seit Monaten nicht gesehen. Und der Besucherstrom nahm kein Ende. Waren wir zu lange auf einer kleinen Insel gewesen?
Farbenfroh im Wind, Insel Rügen
Ein Meer aus Laub, Insel Rügen
Neben unserem Mobil parkte ein kleinerer zum Campingwagen umgebauter Transporter. Sein netter Fahrer hatte neugierig ins Mobil gespäht. Kaum trat ich vor die Mobiltür sprach er mich auch schon an. „Frau Reichert, wir kennen uns von einer Merchweiler Ausstellung vor ein paar Jahren“ Ja, ich erinnerte mich. Vor mir stand der berühmte Wettbewerbsfotograf Klaus Persch. Durch unseren Blog wußte er, dass wir mit dem Mobil Probleme gehabt hatten und wahrscheinlich hatte er das Fahrzeug deswegen auch gleich erkannt.
Treffen mit Fotografen am Nationalpark
Wir quatschten, tranken Kaffee, genossen den Austausch über Fotografie und Reisen. Am nächsten Morgen wollte Klaus bei Sonnenaufgang an der Küste sein. Seine Frau würde ihn hinfahren, wir könnten mitkommen.
Ja, das war klasse! Genau, was unsere müden Knochen wünschten. Im besten Licht am besten Ort zu sein, ohne stundenlang zu wandern.
Klaus vor der Kreideküste
Kreideküste kurz vor Sonnenaufgang
Der Baum im Meer
Morgens um 7 Uhr zur Kreideküste des Nationalparks Jasmund
So versuchten wir gegen 7:00 Uhr fit und munter zu sein, verspäteten uns um ein paar Minuten und fuhren zusammen zum Bushalteplatz von wo aus man die ca. 400 Stufen zum Strand nehmen kann. Das Licht war traumhaft, der Strand menschenleer. Drei glückseelige Fotografen fingen an diesem Morgen das Licht, die Wellen und die Steilküste ein! DANKE Klaus!
Wir verbrachten noch einen Tag auf Rügen, das Licht wurde nicht mehr so gut. Da sich ein richtiger Sturm ankündigte, wir in unserer eckigen Kiste bereits genug davon gehabt hatten, entschlossen wir gen Heimat zu ziehen. Wir schauten noch bei Gabi M. vorbei, übernachteten unterwegs einmal. Das Fahren im Sturm war sehr anstrengend und auf den Brücken auch gefährlich gewesen. Einen Tag später schlug der Sturm dann richtig zu. Gerade noch Glück gehabt!
Daheim wartete kiloweise Post nur auf uns. Formulare und Verträge und lauter solche Dinge, die kein Mensch mag. Wenige Tage später kam auch Esra, erstmals auf dem schnellen Weg mit Ryan Air aus Schweden zurück.
Ja und jetzt wartet viel Arbeit an den Fotos auf uns! Wir werden noch ein paar zusammenfassende Beiträge über diese Reise veröffentlichen.
ABER: aufgrund der Umfrage zum Nordlicht werden wir morgen einen ausführlichen Infoteil zum Thema Nordlichtfotografie im Norden Norwegens starten! Wir haben sehr viel Erfahrung und kennen die Bedingungen vor Ort aufgrund mehrerer, langer Reisen.
Aus dieser Umfrage heraus ist zuerst unser Nordlichtfotografie Tutorial entstanden und dann sogar unser erstes Buch: „Dein Weg zum Nordlichtfoto“
PS: Bezüglich der Wohnmobilreparatur in Norwegen haben wir uns bei zwei Vertragsverkstätten rückversichert. Alles ist völlig in Ordnung!
Sandhammaren Leuchtturm im Süden Schwedens
Das beste Nachtlichtspektakel der Reise kam am letzten Tag in Skandinavien und es überraschte uns völlig! Sandhammaren, welches zu der Gemeinde Ystad gehört, war unsere letzte Übernachtung ganz im Süden von Schweden. Der Strand hat Schwedens feinsten Sand, Strömungen verlagern diesen Sand immer wieder. So findet sich in den vorgelagerten Gewässern auch gleich der größte Schiffsfriedhof Schwedens. Ja und das führt zwangsläufig dazu, dass sich genau an dieser Stelle ein außergewöhnlicher Leuchtturm befindet, was der Grund war, warum wir an dieser Stelle übernachten wollten!
Informationen zu Sandhammaren in Wikipedia.
Wie in Zeitlupe fuhren wir entlang der Küste – diese letzten Kilometer auf sehr kleinen Strassen genossen wir ganz bewußt. Das Licht spielte mit – trotz bedecktem Himmel fand die Sonne eine kleine Lücke, gerade groß genug für ein paar kräftige Strahlen, welche den Himmel fotogen färbten. Am Strand angekommen, liefen wir direkt mit den Fotoapparaten und Stativen los. Zuerst war der Leuchtturm mitten im Wald an der Reihe, danach lief ich mit den Kids (wir waren jetzt ja erstmals nur mit Zweien unterwegs) zum Strand.
Leuchtturm bei Sandhammaren, Schweden
Nach Sonnenuntergang am Strand
Nach Sonnenuntergang, Wellen am Strand
Leuchtturm bei Sandhammaren, Schweden – Der Leuchtturm schaut gerade so über die Bäume!
Nach dem Essen war der Himmel plötzlich sternklar! Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Der Strahl des Leuchtturms zog langsam über das Mobil. Moment mal, da war noch einer und noch einer…. Das sah geradezu gigantisch aus. Also, schnell die Stative geschnappt und nochmal los. Wir waren ganz allein. Ende Oktober gibt es keine Campinggäste mehr. Die Sterne funkelten, doch die ca. 12 Strahlen des Leuchtturms formten eine Art riesiges Zirkuszelt unter den Sternen. Wir staunten! Wir haben bereits viele Leuchttürme in der Nacht gesehen – doch so etwas Außergewöhnliches noch nie! Die Fotografie gestaltete sich schwierig. Wie sollten wir das für Euch festhalten?
Leuchtturm Sandhammaren im Wald – Foto aus zwei Aufnahmen: eine für den Wald und eine für das Licht des Leuchtturms!
Drehendes Licht des Leuchtturms Sandhammaren – der Strahl läuft etwas langsamer. Das werde ich später nochmal versuchen umzusetzen!
Es war dunkler als es sich anfühlte – die Kamera weis das immer besser. Da sich das Licht des Leuchtturms, wenn auch langsam, bewegte, musste die ISO hoch. Wir belichteten bis ISO 12800; was bei der D6 doch schon gewaltig rauscht, vor allem, weil trotzdem noch 1-2 Sekunden Belichtungszeit nötig waren. Das zählt dann als Langzeitbelichtung.
Die Sterne über dem Zelt aus Licht kommen auf den Bildern nicht so rüber! Ihr müsst also bei der nächsten Schwedenreise diesen Leuchtturm selbst mal Nachts ansehen und auf klares Wetter hoffen!
Weitere Fotos des Leuchtturms findest du in der Kalender Leuchtturm Galerie
Leuchtturm Bjuröklubben in Nord Schweden
Die Anspannung der Fahrt im Schneegestöber lies nach, sobald wir den Pass bei Kiruna hinter uns gelassen hatten.
Wir waren so gelassen, dass wir die Landkarte nach Leuchttürmen absuchten und Umwege im Kauf nahmen, um sie zu fotografieren. Den Anfang machte der Leuchtturm Bjuröklubben bei Lövånger. Wir schafften es gerade so, in der Dämmerung den Parkplatz vor dem Leuchtturm zu erreichen. Der Mond stand am Himmel, das ruhige Meerwasser glitzerte unter seinem Licht. Ich lief mit Esra über lange Holzstege zum Leuchtturm, hatte aber Kamera und Stativ im Wohnmobil gelassen. Natürlich bereute ich das direkt!
Das Abendlicht war genial – die Fresnellinse des Leuchtturms strahlte mit gemächlicher Drehung gegen den dunklen Nachthimmel. Die gelben Blätter der Bäume harmonierten mit der Farbe des Leuchtturmhauses.
Gunter brutzelte ein leckeres Abendessen – der Duft grösteter Zwiebeln zog durch die frische Waldluft. Nach monatelangem Aufenthalt in Norwegen hatte uns der Einkauf in einem schwedischen Supermarkt ganz besonders viel Spaß gemacht! Endlich waren auch Tomaten und Gurken wieder bezahlbar!
Spät in der Nacht fuhr ein schwedisches Wohnmobil an, wir waren also nicht mehr allein im Wald. Kurz nach Sonnenaufgang fotografierten wir den Leuchtturm und traten danach gestärkt die lange Weiterfahrt an.
Bjuröklubben in Nordschweden bei Löv‘ånger, nördlich vom Umeå
Bjuröklub in Nordschweden bei Löv‘ånger, nördlich vom Umeå
herbstliche Felsen
Wohnmobilreise entlang der Ostküste Schottlands
Eine kurze Meldung. Esra schrieb einen 16 seitigen Artikel für die Terra! Absolute Leseempfehlung! Er schreibt nämlich nicht nur informativ und kurzweilig, nein, es ist wirklich lustig!
Schau mal, ob du die Terra an einem Kiosk finden kannst.Wenn nicht melde dich bei mir.Hier der Live Reisebericht Schottland mit dem Wohnmobil.
Artikel in der Terra
IKEA und Holz fällen – einige sehr schwedische Tage!
Der Rest der Reicherts ist mittlerweile zuhause angekommen, ich bin immer noch in Schweden. Die letzten Tage waren wieder sehr ereignisreich… und sehr schwedisch – wir waren im IKEA, und haben eine Menge Zeit im Wald verbracht, wovon es hier seeehr viel gibt.
Ein älteres Bild, aber es müssen mal alle im Blog sein! (also fast alle…) Jake, Aron, Aurora, Maria, Viktoria, Magnus, ich, Amy und Noah!
Da Aurora und ihr Freund Andrew, der vor kurzem erst aus Neuseeland ankam, dringend das ein oder andere Möbelstück benötigen, und Viktoria ihren alten Schrank ersetzen wollte, planten sie einen Trip zum nächstgelegenen IKEA in Örebro. Und weil ich und Aron nicht einfach bloß zuhause herumsitzen wollten, fuhren wir mit.
Wie ein IKEA von innen aussieht muss ich glaube ich nicht weiter beschreiben… sind halt viele Möbel drin. Was aber Andrew und ich besonders faszinierend fanden waren die berühmt-berüchtigten 5-Kronen Hot Dogs. Da Viktorias Freund Jake, der gerade für eine Woche zuhause in England ist, immer so von diesen Dingern schwärmt, konnten wir es uns natürlich nicht entgehen lassen ein paar zu verspeisen und ihm ein Bild davon zu schicken (genauso wie wir das mit den Schokokuchen getan haben, hehe) sie waren überraschend gut, und wir waren ziemlich hungrig, also stellten wir uns insgesamt vier mal in die Reihe – es dauerte eine Weile.
Hot Dogs futtern in IKEA!
Danach machten wir uns auf zur Innenstadt von Örebro, weil wir schon einmal dort waren. Bitte entschuldigt den Mangel an Fotos, ich hab keine Kamera dabei, nur Viktoria hat hier und da das ein oder andere Bild gemacht…
Sonderlich viel war nicht los in Örebro, aber Andrew musste der Burg unbedingt einen Besuch abstatten – die hatten nämlich zwei Kanonen da, und als großer Militär-Fan konnte er da nicht einfach vorbeilaufen (Andrew ist eine wandelnde Enzyklopädie wenn es um Napoleon, die Englische Flotte, oder generell um irgendeine kriegerische Auseinandersetzung in den 1800ern geht)
Andrew und ichmit einer Kanone
Zurück in Askö machten Aron und ich uns am nächsten Tag auf in den Wald, um ein paar tote Bäume zu fällen, natürlich mit der Axt (viel spaßiger als mit der Kettensäge). Den nächsten Tag verbrachten wir damit, sie zur Scheune zu schleppen, was einige Stunden dauerte (es waren keine kleinen Weihnachtsbäumchen) Sport mussten wir an dem Tag keinen mehr machen…
Heute war wieder eine ganze Menge los, wir haben angefangen ein Stück mittelalterliche Artillerie nachzubauen und ich und Viktoria haben eine massige Torte gebacken, die tapfer jeden Angriff aushält – wir haben kaum die Hälfte gegessen und sind alle zum platzen voll – aber das schreib ich später nochmal im Detail alles auf.