Update: 11.05.24
In diesem Blogbeitrag beschreiben wir, welche Fotoausrüstung sich für die Polarlicht-Fotografie eignet. Wir beschreiben die Vorbereitungen, die für die nächtliche Fotografie nötig sind. Das ist besonders wichtig, im Bezug auf die Schärfeeinstellungen am Objektiv. Folge unserer ausführlichen Anleitung zur Nordlicht-Fotografie und dir werden scharfe, korrekt belichtete Fotos gelingen. Falls nach dem Lesen des Tutorials noch Fragen sind, schreibe uns in den Kommentaren.

Nordlicht über Bubenheim

Nordlicht über Bubenheim

Nordlicht über Bubenheim

Nordlicht über Bubenheim
1. Eine geeignete Kamera
Grundsätzlich gilt: Je größer die Sensorfläche, desto besser die technische Qualität der Aufnahme. Viele Pixel sind nicht von Vorteil. Ein 40 Megapixel-Sensor rauscht wesentlich mehr als ein gleich großer 20 Megapixel-Sensor.
Für technisch gelungene Aufnahmen sollte deineKamera ein paar grundlegende Voraussetzungen mitbringen.
- Ein großflächiger Sensor, im Kleinbild-Vollformat, Spiegellose, Micro-Four-Thirds, oder APS-C-Format sollte es schon sein. Der in hochwertigen kompakten Kameras verbaute 1-Zoll-Sensor ist zwar nur halb so groß wie ein Micro-Four-Thirds Sensor, ist aber immer noch brauchbar.
- Speichermöglichkeit im RAW-Format. Ist eigentlich selbstverständlich bei allen hochwertigeren Kameras.
- Rauscharme hohe ISO-Werte. Das hängt direkt von der Sensorgröße und Pixeldichte ab. Deswegen sind große Sensoren mit relativ geringen Pixeldichten von Vorteil.
- Freie Wahl zwischen langen Belichtungszeiten, Blende und ISO-Werten. Ist auch selbstverständlich bei den infrage kommenden Kameraklassen. Ihr solltet aber bei Einsteiger-Kameramodellen aufpassen, die haben unter Umständen Limitierungen bei den Einstellmöglichkeiten.
Die Auswahl an aktuellen Kameramodellen ist fast unübersehbar, und stetig kommen neue hinzu. Darum werden wir dir auch keine konkreten Empfehlungen geben. Fast alle Spiegelreflex-Kameramodelle, die spiegellosen Systemkameras mit Wechselobjektiven und einige wenige hochpreisige Sucherkameras mit fest eingebautem Objektiv sind für das Fotografieren von Polarlichtern sehr gut geeignet.
Der Trend beim Neukauf hochwertiger Kameras geht eindeutig Richtung spiegellose Systemkamera. Die sind technologisch am fortschrittlichsten. Für die klassische DSLR sprechen noch der direkte optische Sucher, die lange Akkulaufzeit und der günstigere Preis.
Nochmal: Mehr Pixel bedeuten mehr Rauschen, entscheidend ist die Größe der einzelnen Sensorpixel. Es kann sich darum durchaus lohnen, die Gebrauchtbörsen nach älteren hochwertigen Kameragehäusen, wie der Canon 5D Mk I oder Mk II abzuklappern.
Kompaktkameras und Smartphones sind weniger für den geplanten Einsatzzweck geeignet. Obwohl das im Jahr 2023 schon wieder anders aussieht. Wir haben schon Smartphone Fotos gesehen, die sogar freihand annehmbar aussehen. Am Computermonitor oder im größeren Ausdruck fallen dann aber doch die Qualitätsunterschiede deutlich auf.

Grün-blaues Polarlicht über Namsos – aufgenommen im August

Fotografen bei der Arbeit
2. Das richtige Objektiv
Das ideale Objektiv:
- hat einen großen Bildwinkel (Superweitwinkel), etwa zwischen 15mm und 24mm, auf Vollformat bezogen. Für APS-Kameras sind das 10mm bis 18mm.
- verzerrt kaum uns ist scharf bis in die Ecken
- ist möglichst lichtstark (Blende 2.8 beim Zoomobjektiv, Blende zwischen 1.4 und 2.8 bei Festbrennweiten)
- hat manuelle Entfernungseinstellung
Eine Linse mit all diesen Eigenschaften ist auch heftig teuer, und nicht jeder will für sein Hobby so viel investieren. Da kann man durchaus Kompromisse bei der Lichtstärke eingehen. Ein Zoom mit Anfangsblende 4.0 ist auch noch verwendbar, und es spart einiges an Gewicht. Auch im Hinblick auf die generell gesteigerte Rauscharmut bei High-ISO Einstellungen sind geringere Anfangsöffnungen bei den Objektiven kein Ausschlusskriterium mehr.
Zoom oder Festbrennweite?
Das bleibt deinen persönlichen Vorlieben überlassen. Zoom-Objektive sind nicht ganz so lichtstark, bieten aber mehr Möglichkeiten, mit den verschiedenen Brennweiten das Bild zu gestalten, auch abseits der Polarlicht-Fotografie.
Festbrennweiten bringen bessere Abbildungsleistung und sind lichtstärker, so dass du mit kürzeren Zeiten arbeiten kannst.
Mit hochlichtstarken Objektiven bist du, in Kombination mit einer geeigneten Kamera, in der Lage, Polarlicht direkt als Video aufzunehmen. Wenn du es schaffst bei der Fotoaufnahme in Kombination von offener Blende und High-ISO mindestens 1/50 Sekunde Belichtungszeit zu erreichen, müsstest du auch ein Video aufzeichnen können.
Der Trend geht allerdings stark in Richtung Zoom-Objektiv. Flexibilität wird höher geschätzt als das mögliche Maximum an Bildqualität.
Du solltet aber daran denken, dass die Bildqualität von vielen Faktoren abhängig ist, nicht nur vom Objektiv. Mit einer guten Linse kann man leicht schlechte Bilder machen, mit einer schlechten Linse aber kaum gute Bilder.
Empfehlenswerte Objektive
Das Canon EF 16-35mm f/2.8, das Nikon AF-S 14-24mm F/2.8 oder das Sony FE 16-35mm f/2.8 sind die klassischen Superweitwinkel-Zoom-Objektive der Wahl für Vollformat-Fotografen, die markentreu bleiben wollen. Die Spiegelreflex-Zoom von Canon und Nikon sind im Preis stark gesunken. Das ist dem Siegeszug der Systemkameras zu verdanken.
Die spiegellosen Pendants sind im Vergleich eine ganze Ecke teurer. So kostet da Canon EF 16-35 f/2.8 für Spiegelreflex aktuell um die 1900 Euro, das Canon RF 15-35 f/2.8 für Spiegellose ganze 2500 Euro.
Alternativen zu den Referenz-Zooms der großen Hersteller sind hauptsächlich die Objektive von Sigma und Tamron. Objektive für APS- oder MFT-(Micro-Four-Thirds)-Kameras sind wesentlich leichter und günstiger als die Vollformat-Pendants. Wegen des Crop-Faktors fangen die kurzen Brennweiten bei 10 bis 12 mm an.
Hier haben wir weitere Vorschläge, die als Anhaltspunkt für die Objektivwahl dienen sollen (Stand Dez. 2023)
- Canon Objektiv RF 16mm F2.8. Eine günstige und leichte Festbrennweite für Canon Vollformat-Systemkameras mit moderater Lichtstärke.
- Canon Objektiv RF 14-35mm F4 L IS USM. Das ist die „günstigere,“ weil eine Blende lichtschwächere Variante des Superweitwinkel-Zooms für Canons spiegelloses System. Wie gesagt, bei der exzellenten High-ISO Performance der aktuellen Systemkameras ist die Lichtstärke nicht mehr das Ausschlusskriterium.
- Sigma 14-24mm F2,8 DG HSM Art. Die neue Art-Serie von Sigma steht für exzellente optische Leistung. Die hat mit 1300 Euro allerdings ihren Preis. Dafür bekommst du immerhin 1,1 kg wasserdichtes High-Tech-Zubehör (Für Vollformat geeignet).
- 7artisans 15mm f4.0 Vollformat-Festbrennweite für Nikon Z Systemkameras, und auch mit Anschluss für andere Marken. Hochwertige Optik mit manueller Entfernungseinstellung, was für die Polarlichtfotografie eher von Vorteil ist.
- TAMRON 11-20mm F/2.8 Di III-A RXD. Ideales Superweitwinkel-Zoom für das APS-Format, leider nur (zur Zeit) für Fuji X und Sony E-Kameras.
- Sigma 14mm F1,8 DG HSM Art. Als Beispiel für eine Superweitwinkel-Festbrennweite mit hoher Lichtstärke. Solche Objektive im Brennweitenbereich von 14 bis 24 mm sind interessant, wenn du versuchen willst, Polarlicht zu filmen.
3. Das RAW-Format
Bei der Nordlichtfotografie wird die Kameratechnik bis an ihre Grenzen ausgereizt. Stelle sie darum auf RAW-Modus mit höchster Auflösung ein. RAW-Dateien brauchen zwar noch eine Konvertierung in betrachtbare und druckbare Bilder, haben aber viel mehr Bildinformation gespeichert als ein JPEG. So lassen sich bei der Bearbeitung viel mehr Details herausholen. Und die Bearbeitung verändert nicht die RAW-Datei, falls mal was schiefgehen sollte. Du kannst auch viele verschiedene Bearbeitungsvarianten speichern und vergleichen.
4. Der Weißabgleich
Eine universell gültige Einstellung zu empfehlen, fällt mir hier schwer, da jedes Kameramodell anders reagiert. Wir verwenden oft den automatischen Weißabgleich und wechseln nur bei Bedarf auf die Einstellung fester Werte. Außerdem lässt sich ja der Weißabgleich bei der RAW-Bearbeitung problemlos anpassen.
Anders herum gesagt, wenn du im JPG-Format speicherst, ist der Weißabgleich wichtig. Änderungen an einer JPG-Datei sind immer mit Verlust behaftet.
Viele Kameras erzeugen mit dem automatischen Weißabgleich (AWB) farbig gut differenzierte Bilder. Einige Fotografen schwören allerdings darauf, eine feste Farbtemperatur als Kelvin-Wert vorzugeben. Das hat seine Tücken: Je nach Mondphase, Höhe des Mondes über dem Horizont und Wolkenbedeckung schwankt die Farbtemperatur auch nachts erheblich. Vollmond wird oft mit 4000 Kelvin angegeben, brauchbare Werte wird man im Bereich zwischen 3000 und 6000 Kelvin finden.
Natürlich ist das alles Geschmacksache, der eine mag einen wärmeren, der andere einen kälteren Bildeindruck. Das kannst du im Zuge der Bildbearbeitung festlegen. Wichtig sind die Landschaften im Bild, die sollen real wirken.
5. Die Lichtempfindlichkeit, ISO-Werte
Auch wenn sich das Polarlicht bunt strahlend über den gesamten Himmel erstreckt und die Landschaft beleuchtet, es ist sehr lichtschwach. Also nur keine Hemmungen und rauf mit der Empfindlichkeit: ISO 1000 ist ein guter Richtwert, mit dem du nichts falsch machen kannst. Sogar Werte bis ISO 10000, also hundertfache Steigerung gegenüber ISO 100, oder noch höher, können bei schwachem Polarlicht und mondloser Nacht sinnvoll sein. Hier musst du allerdings das Rauschverhalten deiner Kamera im Auge behalten.
Für die Beurteilung des Rauschverhaltens deiner Kamera betrachtest du am Besten eine High-ISO-Probeaufnahme am Computer bei 100%iger Vergrößerung. Oft sieht das unfein aus, lässt sich aber mit den Bildentrauschungs-, bzw. Weichzeichner-Filtern auf ein augenschonendes Maß reduzieren, ohne zuviel Details zu opfern.
Erst wenn feine Strukturen anfangen, im Farbmatsch zu versinken, hast du die maximal nutzbare ISO-Einstllung erreicht. Und bedenke auch, im Print fällt das Rauschen nicht so stark auf, wie am Bildschirm.

Anzeige auf der Canon D 6 – Eigenstellt für die Nordlichtfotografie!
6. Autofokus ausschalten und manuell Scharfstellen
Weil der Autofokus nachts am Himmel außer dem Mond, falls vorhanden, nichts zum Fokussieren findet, musst du die Schärfe vor der Aufnahme per Hand einstellen. Am sichersten auf die Unendlich-Position, damit die Sterne punktscharf kommen.
Die modernen Autofokus-Objektive haben leider keinen exakten Unendlich-Anschlag mehr. Wegen höherer Toleranzgrenzen in der rationellen Massenfertigung fokussieren viele auch darüber hinaus, was ja auch beim Einsatz von Autofokus keine Rolle spielt. Wenn du aber einfach den Entfernungsring bis zum Anschlag drehst, hast du unter Umständen überfokussiert und erntest völlig unscharfe Aufnahmen. Weil diese Fotos auf dem Kameradisplay trotzdem noch einigermaßen scharf wirken, ist das besonders fies. Du erkennst das Malheur erst daheim am großen Monitor.
Da hat ein Objektiv mit manueller Entfernungseinstellung sogar Vorteile, wie das oben aufgeführte 7artisans.
Die Unendlich-Einstellung ist auf der Entfernungsskala markiert, trotzdem schadet es nicht, diese bei Tag auf Genauigkeit zu überprüfen. Falls du eine abweichende Einstellung für Unendlich findest, notiere dir das oder markiere dies am Objektiv. Am Zoomobjektiv musst du kontrollieren, ob die Einstellung bei allen Brennweiten gleich bleibt.
Eine andere Möglichkeit ist es, sich eine weit entfernte Leuchtquelle, oder den Mond (wie erwähnt, falls vorhanden) als Hilfe zur Scharfstellung zu nutzen. Im Live-View Modus zoomst du auf die Lichtquelle und stellst darauf scharf. Danach zoomst du wieder raus und wählst du den gewünschten Bildausschnitt.
Zoome nach dem Scharfstellen nicht mehr. Je nach Zoomposition ändert sich die Schärfeeinstellung und da können wenige mm entscheidend sein!
Hat das Objektiv einen optischen Bildstabilisator eingebaut, muss dieser unbedingt abgeschaltet werden. Dasselbe gilt auch für Kameragehäuse mit eingebautem Stabilisator.

Die Unendlichkeitseinstellung am 24-105 mm – Am Anschlag des Einstellrings ist das Objektiv überfokussiert, das Bild wird generell unscharf.

Die Unendlichkeitseinstellung am 24-105 mm – Das ist die theroretische Unendlich-Position. Es ist aber immer sicherer, vor Ort die Schärfe nachzuprüfen. Je nach Brennweite und Außentemperatur kann der Schärfepunkt auch „wandern“.
7. Belichtung mit Zeitautomatik (A) oder manuell (M und B)
Die wichtigen Einstellungen verbergen sich hinter den Buchstaben A, M und B. Diese lassen dir die nötige Kontrolle über Zeit- und Blendeneinstellung.
A (oder Av) steht für Zeitautomatik (Aperture Value = fester Blendenwert). Die Blende wird auf die größtmögliche Öffnung (kleinste Zahl) eingestellt, die Kamera sucht sich automatisch die passende Zeit dazu aus, bei maximal 30 Sekunden ist in der Regel Schluss. Ist das Nordlich hell genug, kannst du zur Steigerung der Bildqualität auch eine halbe bis ganze Blende abblenden.
Ist die Belichtungszeit zu lang, kannst du die ISO-Zahl weiter nach oben stellen.
Die Belichtungsmessung vieler Kameramodelle lässt sich bei Dunkelheit durch Lichtquellen im Bild irritieren und reagiert darauf mit Unterbelichtung. Ist das der Fall, kannst du mit der Belichtungskorrektur auf +1 oder höher die Unterbelichtung kompensieren.
M steht für manuelle Belichtung. Blende und Zeit stellst du hier von Hand ein. Der Zeitbereich reicht auch wieder bis zu 30 oder 60 Sekunden. Für die Erfolgskontrolle schau dir nach der Aufnahme das Histogramm im Display an.
Das Histogramm als Gradmesser für die Belichtung
Im Betrachtungsmodus kannst du das Histogramm mit der Info-Taste zuschalten. Das Histogramm stellt die Helligkeitsverteilung im Bild anhand eines Diagramms dar.
Das lässt sich hervorragend für Belichtungskorrekturen nutzen. Zeigt das Histogramm ein hohes, eng gedrängtes Gebirge am linken Rand der Grafik, ist das Bild zu dunkel. Durch längere Belichtungszeit spreizt sich der „Belichtungshügel“ weiter Richtung Mitte des Histogramms, die Qualität der Bildinformation steigt spürbar an.
Theoretisch ist eine Verteilung über den ganzen Diagrammbereich ideal, das ist aber bei Nachtaufnahmen nicht nötig, Es ist O.K., wenn sich der „Belichtungshügel“ über das linke Drittel erstreckt.

Nordlicht-Histogramm, aus RAW Konvertiertes Foto
B steht für Bulb. Hier bleibt der Kameraverschluss so lange offen, wie der Auslöseknopf gedrückt wird. So sind fast beliebig lange Zeiten realisierbar. Was natürlich mit einem feststellbaren Kabel- oder Fernauslöser viel bequemer ist. B wird hauptsächlich für Belichtungen über dreißig Sekunden eingesetzt. Auch hier erfolgt die Kontrolle mithilfe des Histogramms.

- Programmwählrad der Canon 6 D – wir nutzen entweder M, B oder AV mit den entsprechenden Plus Korrenturen!
Die beste Belichtungszeit für Nordlicht ist die kürzestmögliche. Die Technik bestimmt die Grenzen des Machbaren, gewöhnlich landest du im Zeitenbereich zwischen einer und dreißig Sekunden. Das ist abhängig von der Intensität und der Beweglichkeit des Nordlichts und vom vorhandenem Mondlicht. Länger als eine halbe Minute solltest du nicht belichten, weil sich aufgrund der Erddrehung die Sterne auf dem Bild oval verformen und bei noch längeren Zeiten zu Strichen werden.
Richtig lange Sternbahnen auf Fotos sind meist das Resultat von stundenlanger Belichtung.
Schaut dazu auch die Exif Daten der Fotos hier an: Eine Polarlicht-Nacht in Bildern: Bø auf den Vesterålen
8. Wichtiges Zubehör
Wie nützlich so eine LED-Leuchte oder Mini-Taschenlampe ist, zeigt sich meist erst dann, wenn man sie vergessen hat. Im Dunkeln schnell mal einen Einstellknopf finden oder die Entfernungsskala am Objektiv kontrollieren ist ohne sie fast unmöglich. Etwas kleines, nicht allzu helles Licht, hat sogar Vorteile. Zu helle Lichtschleudern blenden nicht nur eventuell anwesende Fotografenkollegen, und ruinieren auch noch deren Bilder, auch die eigenen Augen verlieren die Adaption an die Dunkelheit.
Ein lichtstarke Mini-Taschenlampe für den Schlüsselbund kann man gut gebrauchen, um größere Gebäude während der Aufnahme auszuleuchten: LiteXpress Mini Palm 101 schwarz. Eine kleine Leuchte mit Rotlicht stört nicht die Adaption deiner Augen bei Dunkelheit.

Vordergrund mit ganz schwacher Lampe beleuchtet! So wirkt sich das bei hoher ISO aus! – Auch mit kleinen Leuchten kann man die Fotokollegen gewaltig nerven. Eine rote Lampe ist besser als eine weiße, weil es die Anpassung der Augen an die Dunkelheit weniger stört!
Ein Kabel- oder Fernauslöser ist wichtig zum sanften verwacklungsfreien Auslösen! Fast alle Modelle haben einen arretierbaren Knopf für manuelle Langzeitbelichtung (siehe B-Modus). Die teureren sind programmierbar für Intervall- und Serienaufnahmen. Bitte achte beim Kauf darauf, dass der gewünschte Auslöser an deine Kamera passt. Nicht alle Modelle eines Herstellers müssen den gleichen Anschluss haben.
Und aktuelle Kameras haben die Programmierung für Intervall- und Serienaufnahmen ins Menü aufgenommen.

CANON-Timer – es kann auch ein ganz einfacher sein!
Standfestes Stativ! Wir empfehlen generell, ein ordentliches Markenstativ zu kaufen, mit stabilem Kugelkopf und Schnellarretiersystem für die Kamera. Das erscheint zwar auf den ersten Blick recht teuer, hält aber ein Leben und viele Kameragenerationen lang. Billigstative sind Wackelkandidaten, hauchen oft nach kurzer Zeit ihr Leben aus und vergrößern den Müllberg.
Die Materialfrage Alu oder Carbon ist primär eine Geldsache. Das teurere Carbon ist leichter und fühlt sich nicht so kalt an, ist aber anfälliger gegen mechanische Einwirkung, und es kann in extremer Kälte brüchig werden.
Ein kleiner Tipp für Aufstellung im Tiefschnee: den Schnee vorher gut festtrampeln, sonst kann sich das Dreibein wieder hoch aus dem Schnee herausschieben, oder es sackt langsam tiefer ein.
Wir nutzen aktuell Stative von Rollei. Das Carbonstativ Rock Solid Beta III ist superstabil und robust. Wenn du es leichter und kompakter magst, unser Tipp ist das ultraflexible Rollei Carbon Stativ CT-5C , preiswert, stabil und mit viel nützlichem Zubehör. Auf Rollei.de findest du eine riesige Auwahl an Stativen und immer wieder attraktive Angebote.
Stative – so findest du das richtige für dich
Fünf scharfe Tipps fürs Fotografieren mit dem Stativ
Ersatzakkus! Zwei bis drei zusätzliche Akkus kannst du leicht unter der warmen Jacke bereithalten, denn durchgefrorene Akkus haben ziemlich reduzierte Batteriekapazität. Es müssen nicht die teuren Original-Akkus sein, wir haben sogar festgestellt, dass Fremd-Akkus aus verlässlichen Quellen nicht nur viel billiger, sondern teilweise auch leistungsfähiger sind.
PATONA, BLUMAX und BAXXTAR Akkus sind zuverlässige Marken, deren Elektronik an das jeweilige Kameramodell angepasst ist.
Hast du noch Fragen?
Hast du Nordlicht fotografiert bist aber mit den Fotos nicht zufrieden? Vielleicht liegt es an der RAW Konvertierung? Darüber berichten wir dann ausführlich im nächsten Teil des Tutorials! Gerne kannst Du uns mal eines der Fotos schicken – ich würde dazu meine Meinung äußern, Verbesserungsvorschläge machen und es „bearbeiten“! Also: Mutige vor
Auf Nummer sicher gehen!
Wenn du ganz sicher sein möchtest, dass du vor der lang ersehnten Reise fit bist für die Polarlicht-Fotografie kannst du bei uns ein individuelles Coaching buchen und im ausführlichen, persönlichen Gespräch mit uns nochmal alle Fragen durchgehen. Wir haben als Service auch schon Kunden live beim Polarlicht fotografieren per Handy unterstützt.
Schau dir unser individuelles Workshop Angebot an.
Polarlichter fotografieren

„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos findest du in unserem umfangreichen Ebook oder Hardcover Buch „Dein Weg zum Nordlichtfoto“ in unserem Buchladen.
Foto: Regen & Sonne, Litløy, Norwegen
Regen und Sonne, Litløy
Foto der Woche – Das war ein stürmischer Tag auf der kleinen Insel Litøy. Die Wolken zogen schnell über den Himmel und gaben Lücken frei, durch die die Sonne große Strahlen schickte. Die Sicht zu den Lofoten war frei und weit. Nie zuvor konnte ich bessere Sonnenstrahlen sehen wie an diesem Tag. Elena lachte als sie mich sah! Mir war das Glück ins Gesicht geschrieben. Kalt war ich, die Nase rot, die Haare zerzaust, die Finger spürte ich kaum noch. „Sowas sehen wir hier andauernd!“ meint Elena. Fotografen würden sich als Voluntäre nicht eignen, die würden dauernd losrennen, wenn das Licht gut ist. Ja, das kann ich wohl verstehen! Wir sind einfach ein gutes Team – unsere Kids waren nämlich in ihrem Element. Esra werkelte mit den Männern im Bootshaus, Amy kochte mit der englischen Köchin, Gunter und Noah schleppten Holz und ich durfte fotografieren. Genial!
Best Blog Award: 11 Fragen zum Thema Reisen
Jenny von den Weltwunderern nominierte uns für den Best Blog Award. Herzlichen Dank Jenny! Hier sind meine Antworten zu Deinen elf Fragen.
BestBlogAward
1. Was bedeutet Reisen für dich?
Das ist die beste Frage! Diesem Thema werde ich bald einen ganzen Blogbeitrag widmen. Aber schon mal kurz meine Ansicht: Reisen ist für mich wie eine Meditation. Da ich ständig von Neuem umgeben bin, aufmerksam betrachte – was auch mit der Fotografie zu tun hat – neugierig auf Menschen zu gehe, bin ich im Jetzt! Das ist keine 30 Minuten/Tag Meditation, nein teilweise dauert sie drei Monate am Stück! Es fühlt sich wunderbar an!
2. Warum machst du dir den Stress des Reisebloggens?
Ja, es stimmt. Reisebloggen kann auch stressig sein. Doch ich lebe durch das Bloggen intensiver. Erstens nehme ich mehr wahr – ich recherchiere zum Beispiel auch Themen, die mich eher nicht, aber, die unsere Leser interessant finden. Es endet immer darin, dass ich danach auch für das Thema brenne! NICHTS – ja, gar nichts ist langweilig!
Als Beispiele nenne ich hier mal: Wolle, Tweed, Shetland Ponys :-)
Shetland Pony
Zweitens, verdaue ich das Erlebte indem ich es aufschreibe!
Über das Bloggen hatte ich einen ausfühlichen Artikel verfasst:
Unser Blog als Genussverstärker oder warum man als Blogger intensiver lebt
3. Was willst du deinen Kindern mitgeben, wenn sie aus dem Haus gehen?
Ich möchte meine Kinder dazu anregen zu träumen und trotzdem im Jetzt zu leben! Ist man sich seiner Träume bewußt und weiss genau, was man gerne machen würde, wenn Geld keine Rolle spielt – dann ist man jederzeit bereit JA zu sagen, wenn sich die Chance bietet. Und Chancen bieten sich immer wieder auf vielfältigste Weise.
Kids am Leuchtturm
4. Wohin reist du am liebsten und warum?
In die Natur, da macht Menschsein Sinn und Spaß!
5. Was muss immer dabei sein, wenn ihr verreist?
Eine Kameraausrüstung und ein Rubiks Cube (der 4×4)
6. Gibt es auch Ziele, die dich gar nicht interessieren?
Große häßliche Städte
7. Ist Neuseeland für dich ein besonderes Land? Warum?
Ja, Neuseeland steht für Natur und Einsamkeit. Ich schaue immer, wieviele Einwohner es pro qkm gibt und je weniger es sind, desto besser! Neuseeland ist in etwa so groß wie Deutschland, hat aber nur soviele Einwohner wie Berlin! Da ist viel Platz für Natur und Wildlife. Für mich als meeresliebender Mensch, der vor allem Küsten liebt, sind Inseln immer am besten! Auch, wenn sie groß sind.
Unsere Kids in Neuseeland im Jahr 2001
8. Gewissensfrage: Wie stehst du zum Thema Nachhaltigkeit – in Bezug auf das Reisen?
Ja, wieder so ein Thema über das ich wohl in Zukunft einen ganzen Blogbeitrag schreiben werde! Nach vielen Jahren Wohnmobilreisen wissen wir alle ganz genau, was wir zum Leben wirklich brauchen. Wir sind genügsam! Wir brauchen zwar das Diesel, um das Fahrzeug zu bewegen – was sich auf langen Reisen jedoch sehr schnell relativiert – doch wir leben ansonsten sehr bewußt. Zum Haarewaschen brauchen wir gerade mal 2 Liter Wasser! Wir waschen uns unterwegs meist nur und duschen, wenn wir auf Campinplätzen sind. Wasser ist kostbar und wir wissen das!
Unser Solarpanel gibt uns seit über zehn Jahren genügend Strom für zwei Notebooks und die Kamerabatterien. Es sei denn es regnet mal tagelang am Stück, dann stöpseln wir uns in eine Steckdose.
Wir heizen auf Reisen kaum. In nordischen Ländern ist es oft kalt. Wenn wir frieren gehen wir raus, in Wind und Wetter. Bewegung tut gut, heizt den Körper auf und schwups fühlen wir uns im Mobil wieder warm. Auch, wenn es nur 15- 16 ° C hat. Außerdem heizen fünf Leute auf so engem Raum schon ohne Hilfsmittel ganz ordentlich. Zuhause würden wir wesentlich mehr Energie für Heizung und Strom verbrauchen.
Selbst das Internet nutzen wir unterwegs sehr gezielt. Mit Surfsticks ist der Traffic immer begrenzt, stundenlanges Surfen und Youtube Filme schauen ist nicht drin! Wir bearbeiten unsere Emails, schreiben für das Blog und checken das Wetter!
Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn wir große Strecken fahren. Wir hetzen nicht und lassen und dafür Zeit – auch da kommen Pendler auf wesentlich mehr gefahrene Kilometer pro Jahr als wir!
Flugreisen nach Neuseeland – nun darüber machte ich mir auch Gedanken. Wir arbeiten daran uns dieses Reiseziel wieder zu ermöglichen, die letzte Neuseelandreise liegt 12 Jahre zurück. Ich suche gerade nach Alternativen zum Fliegen. Aber selbst wenn wir fliegen: es würde kein Drei-Wochen-Trip, eher drei Monate, und somit relativiert sich die Energiebilanz.
Nein! Ich mache mir da gar keine Sorgen, dass wir die Umwelt übermäßig belasten durch unsere Reisen – eher das Gegenteil!
Vor allem unsere Kinder wurden auf den zahlreichen Langzeitreisen geprägt:
Wenn wir nach monatelangen Touren daheim ankommen, genießen wir ein heißes Bad und den Platz den wir im Haus haben! Die Betonung liegt auf genießen :-)
Sterne über dem Wohnmobil, Norwegen
9. Hand aufs Herz: Sind Reisen ohne Kinder nicht auch mal schön?
Wir sind so aufeinander eingespielt, das wir die Kinder wahrscheinlich vermissen würden und es schade fänden, dass sie besondere Situationen nicht miterleben können. Es fühlt sich ja schon komisch an, wenn nur einer fehlt, da ist irgendwie ein Loch.
10. Wohin geht eure nächste Reise?
Wir wissen es noch nicht genau. Unsere Reiseplanung ist immer sehr spontan, nur so, sind wir frei und können Chancen, die sich bieten auch wahrnehmen. Einige Reiseziele haben wir seit Jahren auf der Wunschliste. Zum Beipiel Island und Grönland. Schauen wir mal. Aber auch die kleineren Inseln der Nordsee und Ostsee stehen auf dem Programm. Wir möchten unbedingt wieder nach Shetland und hoffen, dass es dieses Jahr klappen wird!
11. Wo wärst du gern in zehn Jahren?
Unterwegs! Und vielleicht mal ohne die ständige Sorge, ob mal wieder das Mobil zusammenbricht und wir uns Gedanken machen müssen, wie die Reparatur finanziert wird!
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Ja, und da wir aus gesundheitlichen Gründen mit unseren Antworten viel zu spät dran sind, stelle ich Euch mal 11 Fragen, nominiere aber niemanden direkt. Wer mag, holt sich das Blogstöckchen und beantwortet die Fragen in seinem Blog ODER unsere Besucher, die keinen Blog haben, beantworten sie hier in den Kommentaren!
Die Ausreiserin Nicole beantwortete als Erste unsere Fragen. Danke Nicole
Reisetipps – Norwegen
Hurtigruten Tagestour von Stockmarknes nach Svolvaer
Litøy Fyr, eine einsame Leuchtturminsel zwischen den Vesterålen und Lofoten
Mitternachtssonne auf den Lofoten – Fotos vom Strand bei Utakleiv
Unsere Lieblingsleuchttürme in Norwegen
#7 – Polarlicht-Fotografie, Kameraausrüstung + ausführliche Anleitung
Update: 11.05.24
In diesem Blogbeitrag beschreiben wir, welche Fotoausrüstung sich für die Polarlicht-Fotografie eignet. Wir beschreiben die Vorbereitungen, die für die nächtliche Fotografie nötig sind. Das ist besonders wichtig, im Bezug auf die Schärfeeinstellungen am Objektiv. Folge unserer ausführlichen Anleitung zur Nordlicht-Fotografie und dir werden scharfe, korrekt belichtete Fotos gelingen. Falls nach dem Lesen des Tutorials noch Fragen sind, schreibe uns in den Kommentaren.
1. Eine geeignete Kamera
Grundsätzlich gilt: Je größer die Sensorfläche, desto besser die technische Qualität der Aufnahme. Viele Pixel sind nicht von Vorteil. Ein 40 Megapixel-Sensor rauscht wesentlich mehr als ein gleich großer 20 Megapixel-Sensor.
Für technisch gelungene Aufnahmen sollte deineKamera ein paar grundlegende Voraussetzungen mitbringen.
Die Auswahl an aktuellen Kameramodellen ist fast unübersehbar, und stetig kommen neue hinzu. Darum werden wir dir auch keine konkreten Empfehlungen geben. Fast alle Spiegelreflex-Kameramodelle, die spiegellosen Systemkameras mit Wechselobjektiven und einige wenige hochpreisige Sucherkameras mit fest eingebautem Objektiv sind für das Fotografieren von Polarlichtern sehr gut geeignet.
Der Trend beim Neukauf hochwertiger Kameras geht eindeutig Richtung spiegellose Systemkamera. Die sind technologisch am fortschrittlichsten. Für die klassische DSLR sprechen noch der direkte optische Sucher, die lange Akkulaufzeit und der günstigere Preis.
Nochmal: Mehr Pixel bedeuten mehr Rauschen, entscheidend ist die Größe der einzelnen Sensorpixel. Es kann sich darum durchaus lohnen, die Gebrauchtbörsen nach älteren hochwertigen Kameragehäusen, wie der Canon 5D Mk I oder Mk II abzuklappern.
Kompaktkameras und Smartphones sind weniger für den geplanten Einsatzzweck geeignet. Obwohl das im Jahr 2023 schon wieder anders aussieht. Wir haben schon Smartphone Fotos gesehen, die sogar freihand annehmbar aussehen. Am Computermonitor oder im größeren Ausdruck fallen dann aber doch die Qualitätsunterschiede deutlich auf.
Grün-blaues Polarlicht über Namsos – aufgenommen im August
Fotografen bei der Arbeit
2. Das richtige Objektiv
Das ideale Objektiv:
Eine Linse mit all diesen Eigenschaften ist auch heftig teuer, und nicht jeder will für sein Hobby so viel investieren. Da kann man durchaus Kompromisse bei der Lichtstärke eingehen. Ein Zoom mit Anfangsblende 4.0 ist auch noch verwendbar, und es spart einiges an Gewicht. Auch im Hinblick auf die generell gesteigerte Rauscharmut bei High-ISO Einstellungen sind geringere Anfangsöffnungen bei den Objektiven kein Ausschlusskriterium mehr.
Zoom oder Festbrennweite?
Das bleibt deinen persönlichen Vorlieben überlassen. Zoom-Objektive sind nicht ganz so lichtstark, bieten aber mehr Möglichkeiten, mit den verschiedenen Brennweiten das Bild zu gestalten, auch abseits der Polarlicht-Fotografie.
Festbrennweiten bringen bessere Abbildungsleistung und sind lichtstärker, so dass du mit kürzeren Zeiten arbeiten kannst.
Mit hochlichtstarken Objektiven bist du, in Kombination mit einer geeigneten Kamera, in der Lage, Polarlicht direkt als Video aufzunehmen. Wenn du es schaffst bei der Fotoaufnahme in Kombination von offener Blende und High-ISO mindestens 1/50 Sekunde Belichtungszeit zu erreichen, müsstest du auch ein Video aufzeichnen können.
Der Trend geht allerdings stark in Richtung Zoom-Objektiv. Flexibilität wird höher geschätzt als das mögliche Maximum an Bildqualität.
Du solltet aber daran denken, dass die Bildqualität von vielen Faktoren abhängig ist, nicht nur vom Objektiv. Mit einer guten Linse kann man leicht schlechte Bilder machen, mit einer schlechten Linse aber kaum gute Bilder.
Empfehlenswerte Objektive
Das Canon EF 16-35mm f/2.8, das Nikon AF-S 14-24mm F/2.8 oder das Sony FE 16-35mm f/2.8 sind die klassischen Superweitwinkel-Zoom-Objektive der Wahl für Vollformat-Fotografen, die markentreu bleiben wollen. Die Spiegelreflex-Zoom von Canon und Nikon sind im Preis stark gesunken. Das ist dem Siegeszug der Systemkameras zu verdanken.
Die spiegellosen Pendants sind im Vergleich eine ganze Ecke teurer. So kostet da Canon EF 16-35 f/2.8 für Spiegelreflex aktuell um die 1900 Euro, das Canon RF 15-35 f/2.8 für Spiegellose ganze 2500 Euro.
Alternativen zu den Referenz-Zooms der großen Hersteller sind hauptsächlich die Objektive von Sigma und Tamron. Objektive für APS- oder MFT-(Micro-Four-Thirds)-Kameras sind wesentlich leichter und günstiger als die Vollformat-Pendants. Wegen des Crop-Faktors fangen die kurzen Brennweiten bei 10 bis 12 mm an.
Hier haben wir weitere Vorschläge, die als Anhaltspunkt für die Objektivwahl dienen sollen (Stand Dez. 2023)
3. Das RAW-Format
Bei der Nordlichtfotografie wird die Kameratechnik bis an ihre Grenzen ausgereizt. Stelle sie darum auf RAW-Modus mit höchster Auflösung ein. RAW-Dateien brauchen zwar noch eine Konvertierung in betrachtbare und druckbare Bilder, haben aber viel mehr Bildinformation gespeichert als ein JPEG. So lassen sich bei der Bearbeitung viel mehr Details herausholen. Und die Bearbeitung verändert nicht die RAW-Datei, falls mal was schiefgehen sollte. Du kannst auch viele verschiedene Bearbeitungsvarianten speichern und vergleichen.
4. Der Weißabgleich
Eine universell gültige Einstellung zu empfehlen, fällt mir hier schwer, da jedes Kameramodell anders reagiert. Wir verwenden oft den automatischen Weißabgleich und wechseln nur bei Bedarf auf die Einstellung fester Werte. Außerdem lässt sich ja der Weißabgleich bei der RAW-Bearbeitung problemlos anpassen.
Anders herum gesagt, wenn du im JPG-Format speicherst, ist der Weißabgleich wichtig. Änderungen an einer JPG-Datei sind immer mit Verlust behaftet.
Viele Kameras erzeugen mit dem automatischen Weißabgleich (AWB) farbig gut differenzierte Bilder. Einige Fotografen schwören allerdings darauf, eine feste Farbtemperatur als Kelvin-Wert vorzugeben. Das hat seine Tücken: Je nach Mondphase, Höhe des Mondes über dem Horizont und Wolkenbedeckung schwankt die Farbtemperatur auch nachts erheblich. Vollmond wird oft mit 4000 Kelvin angegeben, brauchbare Werte wird man im Bereich zwischen 3000 und 6000 Kelvin finden.
Natürlich ist das alles Geschmacksache, der eine mag einen wärmeren, der andere einen kälteren Bildeindruck. Das kannst du im Zuge der Bildbearbeitung festlegen. Wichtig sind die Landschaften im Bild, die sollen real wirken.
5. Die Lichtempfindlichkeit, ISO-Werte
Auch wenn sich das Polarlicht bunt strahlend über den gesamten Himmel erstreckt und die Landschaft beleuchtet, es ist sehr lichtschwach. Also nur keine Hemmungen und rauf mit der Empfindlichkeit: ISO 1000 ist ein guter Richtwert, mit dem du nichts falsch machen kannst. Sogar Werte bis ISO 10000, also hundertfache Steigerung gegenüber ISO 100, oder noch höher, können bei schwachem Polarlicht und mondloser Nacht sinnvoll sein. Hier musst du allerdings das Rauschverhalten deiner Kamera im Auge behalten.
Für die Beurteilung des Rauschverhaltens deiner Kamera betrachtest du am Besten eine High-ISO-Probeaufnahme am Computer bei 100%iger Vergrößerung. Oft sieht das unfein aus, lässt sich aber mit den Bildentrauschungs-, bzw. Weichzeichner-Filtern auf ein augenschonendes Maß reduzieren, ohne zuviel Details zu opfern.
Erst wenn feine Strukturen anfangen, im Farbmatsch zu versinken, hast du die maximal nutzbare ISO-Einstllung erreicht. Und bedenke auch, im Print fällt das Rauschen nicht so stark auf, wie am Bildschirm.
Anzeige auf der Canon D 6 – Eigenstellt für die Nordlichtfotografie!
6. Autofokus ausschalten und manuell Scharfstellen
Weil der Autofokus nachts am Himmel außer dem Mond, falls vorhanden, nichts zum Fokussieren findet, musst du die Schärfe vor der Aufnahme per Hand einstellen. Am sichersten auf die Unendlich-Position, damit die Sterne punktscharf kommen.
Die modernen Autofokus-Objektive haben leider keinen exakten Unendlich-Anschlag mehr. Wegen höherer Toleranzgrenzen in der rationellen Massenfertigung fokussieren viele auch darüber hinaus, was ja auch beim Einsatz von Autofokus keine Rolle spielt. Wenn du aber einfach den Entfernungsring bis zum Anschlag drehst, hast du unter Umständen überfokussiert und erntest völlig unscharfe Aufnahmen. Weil diese Fotos auf dem Kameradisplay trotzdem noch einigermaßen scharf wirken, ist das besonders fies. Du erkennst das Malheur erst daheim am großen Monitor.
Da hat ein Objektiv mit manueller Entfernungseinstellung sogar Vorteile, wie das oben aufgeführte 7artisans.
Die Unendlich-Einstellung ist auf der Entfernungsskala markiert, trotzdem schadet es nicht, diese bei Tag auf Genauigkeit zu überprüfen. Falls du eine abweichende Einstellung für Unendlich findest, notiere dir das oder markiere dies am Objektiv. Am Zoomobjektiv musst du kontrollieren, ob die Einstellung bei allen Brennweiten gleich bleibt.
Eine andere Möglichkeit ist es, sich eine weit entfernte Leuchtquelle, oder den Mond (wie erwähnt, falls vorhanden) als Hilfe zur Scharfstellung zu nutzen. Im Live-View Modus zoomst du auf die Lichtquelle und stellst darauf scharf. Danach zoomst du wieder raus und wählst du den gewünschten Bildausschnitt.
Zoome nach dem Scharfstellen nicht mehr. Je nach Zoomposition ändert sich die Schärfeeinstellung und da können wenige mm entscheidend sein!
Hat das Objektiv einen optischen Bildstabilisator eingebaut, muss dieser unbedingt abgeschaltet werden. Dasselbe gilt auch für Kameragehäuse mit eingebautem Stabilisator.
Die Unendlichkeitseinstellung am 24-105 mm – Am Anschlag des Einstellrings ist das Objektiv überfokussiert, das Bild wird generell unscharf.
Die Unendlichkeitseinstellung am 24-105 mm – Das ist die theroretische Unendlich-Position. Es ist aber immer sicherer, vor Ort die Schärfe nachzuprüfen. Je nach Brennweite und Außentemperatur kann der Schärfepunkt auch „wandern“.
7. Belichtung mit Zeitautomatik (A) oder manuell (M und B)
Die wichtigen Einstellungen verbergen sich hinter den Buchstaben A, M und B. Diese lassen dir die nötige Kontrolle über Zeit- und Blendeneinstellung.
A (oder Av) steht für Zeitautomatik (Aperture Value = fester Blendenwert). Die Blende wird auf die größtmögliche Öffnung (kleinste Zahl) eingestellt, die Kamera sucht sich automatisch die passende Zeit dazu aus, bei maximal 30 Sekunden ist in der Regel Schluss. Ist das Nordlich hell genug, kannst du zur Steigerung der Bildqualität auch eine halbe bis ganze Blende abblenden.
Ist die Belichtungszeit zu lang, kannst du die ISO-Zahl weiter nach oben stellen.
Die Belichtungsmessung vieler Kameramodelle lässt sich bei Dunkelheit durch Lichtquellen im Bild irritieren und reagiert darauf mit Unterbelichtung. Ist das der Fall, kannst du mit der Belichtungskorrektur auf +1 oder höher die Unterbelichtung kompensieren.
M steht für manuelle Belichtung. Blende und Zeit stellst du hier von Hand ein. Der Zeitbereich reicht auch wieder bis zu 30 oder 60 Sekunden. Für die Erfolgskontrolle schau dir nach der Aufnahme das Histogramm im Display an.
Das Histogramm als Gradmesser für die Belichtung
Im Betrachtungsmodus kannst du das Histogramm mit der Info-Taste zuschalten. Das Histogramm stellt die Helligkeitsverteilung im Bild anhand eines Diagramms dar.
Das lässt sich hervorragend für Belichtungskorrekturen nutzen. Zeigt das Histogramm ein hohes, eng gedrängtes Gebirge am linken Rand der Grafik, ist das Bild zu dunkel. Durch längere Belichtungszeit spreizt sich der „Belichtungshügel“ weiter Richtung Mitte des Histogramms, die Qualität der Bildinformation steigt spürbar an.
Theoretisch ist eine Verteilung über den ganzen Diagrammbereich ideal, das ist aber bei Nachtaufnahmen nicht nötig, Es ist O.K., wenn sich der „Belichtungshügel“ über das linke Drittel erstreckt.
Nordlicht-Histogramm, aus RAW Konvertiertes Foto
B steht für Bulb. Hier bleibt der Kameraverschluss so lange offen, wie der Auslöseknopf gedrückt wird. So sind fast beliebig lange Zeiten realisierbar. Was natürlich mit einem feststellbaren Kabel- oder Fernauslöser viel bequemer ist. B wird hauptsächlich für Belichtungen über dreißig Sekunden eingesetzt. Auch hier erfolgt die Kontrolle mithilfe des Histogramms.
Die beste Belichtungszeit für Nordlicht ist die kürzestmögliche. Die Technik bestimmt die Grenzen des Machbaren, gewöhnlich landest du im Zeitenbereich zwischen einer und dreißig Sekunden. Das ist abhängig von der Intensität und der Beweglichkeit des Nordlichts und vom vorhandenem Mondlicht. Länger als eine halbe Minute solltest du nicht belichten, weil sich aufgrund der Erddrehung die Sterne auf dem Bild oval verformen und bei noch längeren Zeiten zu Strichen werden.
Richtig lange Sternbahnen auf Fotos sind meist das Resultat von stundenlanger Belichtung.
Schaut dazu auch die Exif Daten der Fotos hier an: Eine Polarlicht-Nacht in Bildern: Bø auf den Vesterålen
8. Wichtiges Zubehör
Wie nützlich so eine LED-Leuchte oder Mini-Taschenlampe ist, zeigt sich meist erst dann, wenn man sie vergessen hat. Im Dunkeln schnell mal einen Einstellknopf finden oder die Entfernungsskala am Objektiv kontrollieren ist ohne sie fast unmöglich. Etwas kleines, nicht allzu helles Licht, hat sogar Vorteile. Zu helle Lichtschleudern blenden nicht nur eventuell anwesende Fotografenkollegen, und ruinieren auch noch deren Bilder, auch die eigenen Augen verlieren die Adaption an die Dunkelheit.
Ein lichtstarke Mini-Taschenlampe für den Schlüsselbund kann man gut gebrauchen, um größere Gebäude während der Aufnahme auszuleuchten: LiteXpress Mini Palm 101 schwarz. Eine kleine Leuchte mit Rotlicht stört nicht die Adaption deiner Augen bei Dunkelheit.
Vordergrund mit ganz schwacher Lampe beleuchtet! So wirkt sich das bei hoher ISO aus! – Auch mit kleinen Leuchten kann man die Fotokollegen gewaltig nerven. Eine rote Lampe ist besser als eine weiße, weil es die Anpassung der Augen an die Dunkelheit weniger stört!
Ein Kabel- oder Fernauslöser ist wichtig zum sanften verwacklungsfreien Auslösen! Fast alle Modelle haben einen arretierbaren Knopf für manuelle Langzeitbelichtung (siehe B-Modus). Die teureren sind programmierbar für Intervall- und Serienaufnahmen. Bitte achte beim Kauf darauf, dass der gewünschte Auslöser an deine Kamera passt. Nicht alle Modelle eines Herstellers müssen den gleichen Anschluss haben.
Und aktuelle Kameras haben die Programmierung für Intervall- und Serienaufnahmen ins Menü aufgenommen.
CANON-Timer – es kann auch ein ganz einfacher sein!
Standfestes Stativ! Wir empfehlen generell, ein ordentliches Markenstativ zu kaufen, mit stabilem Kugelkopf und Schnellarretiersystem für die Kamera. Das erscheint zwar auf den ersten Blick recht teuer, hält aber ein Leben und viele Kameragenerationen lang. Billigstative sind Wackelkandidaten, hauchen oft nach kurzer Zeit ihr Leben aus und vergrößern den Müllberg.
Die Materialfrage Alu oder Carbon ist primär eine Geldsache. Das teurere Carbon ist leichter und fühlt sich nicht so kalt an, ist aber anfälliger gegen mechanische Einwirkung, und es kann in extremer Kälte brüchig werden.
Ein kleiner Tipp für Aufstellung im Tiefschnee: den Schnee vorher gut festtrampeln, sonst kann sich das Dreibein wieder hoch aus dem Schnee herausschieben, oder es sackt langsam tiefer ein.
Wir nutzen aktuell Stative von Rollei. Das Carbonstativ Rock Solid Beta III ist superstabil und robust. Wenn du es leichter und kompakter magst, unser Tipp ist das ultraflexible Rollei Carbon Stativ CT-5C , preiswert, stabil und mit viel nützlichem Zubehör. Auf Rollei.de findest du eine riesige Auwahl an Stativen und immer wieder attraktive Angebote.
Stative – so findest du das richtige für dich
Fünf scharfe Tipps fürs Fotografieren mit dem Stativ
Ersatzakkus! Zwei bis drei zusätzliche Akkus kannst du leicht unter der warmen Jacke bereithalten, denn durchgefrorene Akkus haben ziemlich reduzierte Batteriekapazität. Es müssen nicht die teuren Original-Akkus sein, wir haben sogar festgestellt, dass Fremd-Akkus aus verlässlichen Quellen nicht nur viel billiger, sondern teilweise auch leistungsfähiger sind.
PATONA, BLUMAX und BAXXTAR Akkus sind zuverlässige Marken, deren Elektronik an das jeweilige Kameramodell angepasst ist.
Hast du noch Fragen?
Hast du Nordlicht fotografiert bist aber mit den Fotos nicht zufrieden? Vielleicht liegt es an der RAW Konvertierung? Darüber berichten wir dann ausführlich im nächsten Teil des Tutorials! Gerne kannst Du uns mal eines der Fotos schicken – ich würde dazu meine Meinung äußern, Verbesserungsvorschläge machen und es „bearbeiten“! Also: Mutige vor
Auf Nummer sicher gehen!
Wenn du ganz sicher sein möchtest, dass du vor der lang ersehnten Reise fit bist für die Polarlicht-Fotografie kannst du bei uns ein individuelles Coaching buchen und im ausführlichen, persönlichen Gespräch mit uns nochmal alle Fragen durchgehen. Wir haben als Service auch schon Kunden live beim Polarlicht fotografieren per Handy unterstützt.
Schau dir unser individuelles Workshop Angebot an.
Polarlichter fotografieren
„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos findest du in unserem umfangreichen Ebook oder Hardcover Buch „Dein Weg zum Nordlichtfoto“ in unserem Buchladen.
Foto: Wellen auf der Belle Ile
Foto der Woche – Im Blog war es eine Weile sehr ruhig – was daran lag, dass ich am 1.1. ins Krankenhaus mußte. Das neue Jahr fing für mich also mit einer Operation an. So langsam erhole ich mich wieder – es wird also erstmal etwas gemächlicher weiter gehen hier im Blog.
Dieses Foto nahm ich auf der Belle Ile, der schönen Insel, in der Bretagne auf. Es war nur relativ wenig windig, doch die Wellen waren gigantisch. Hier standen wir mit einer französischen Familie am Strand von Baluden und staunten nicht schlecht, als eine nach der anderen mindestens 6-8m hohe Wellen reinrauschten. Solche Wellen hatten wir bis dahin nie gesehen! Wir fotografierten und putzten nach jeder Welle erst mal die Kameras und Brillen :-)
Wellen – auf der Belle Ile, Bretagne
Unsere sechs Lieblingsleuchttürme in Norwegen
Zum Jahresabschluss unsere Lieblingsleuchttürme in Norwegen. Von Süd nach Nord. Natürlich haben wir noch zahlreiche weitere Leuchttürme besichtigt, doch diese hier sind unserer Meinung nach ganz besonders schön – wegen der Lage, der Bauart des Turms oder wegen der lieben Menschen, die sich um die Leuchttürme kümmern!
Lindesness in Süd Norwegen
Lindesness in Süd Norwegen
Lindesness, Süd Norwegen
Krakenes Fyr, Insel Vågsøy
Krakenes Fyr, Insel Vågsøy
Krakenes Fyr
Tranøy Fyr, Vestfjord
Tranøy Fyr, Vestfjord
Tranoy Fyr, Norwegen
Litloøy Fyr,Vesterålen
Litløy Fyr, Vesterålen
Litløy Fyr
Anda Fyr, Stø, Vesterålen
Anda Fyr, Stø, Vesterålen
Anda Fyr, Stø
Slettnes Fyr, Gamvik
Slettnes Fyr, Gamvik
Welches sind Deine Lieblingsleuchttürme? Welche Leuchttürme müssen wir Deiner Meinung nach unbedingt noch besuchen?