Wann genau das Drama seinen Anfang nahm, können wir nicht sagen. Letzten Sonntag vor zwei Wochen fuhren wir in Harstad über eine verkehrsberuhigende Bodenwelle. Leider war die nicht markiert und auch sonst schlecht zu erkennen. Es gab einen ziemlichen Schlag, das Geschirr klapperte bedrohlich im Schrank und wir hoben fast von den Sitzen ab. Wir checkten alles kurz durch, stellten aber nichts Ungewöhnliches fest. Nochmal Glück gehabt, und vielleicht hat es ja auch nichts mit der Folgegeschichte zu tun.
Eine Kurzversion – die eventuell auch ausreichen wird – findest Du im Anhang :-)

Radlos in Bø
Wir fahren wie auf Schienen – seltsame Geräusche beim Fahren
Montag Abend machten wir uns auf den Weg nach Lødingen, als kurz vor der Ankunft ein kurzer, scharfer Plopp durch das Wohnmobil drang und direkt darauf ein tieffrequentes Rubbeln zu hören war. Mal wurde es etwas stärker, dann ebbte es wieder ab, wir konnten uns keinen Reim auf die Ereignisse machen, nahmen uns aber vor, demnächst in einer Werkstatt vorbeizuschauen.
Am nächsten Tag auf dem Weg über Sortland weiter nach Bø war das dumpfe Pochen auf- und abschwellend präsent. In leichten Linkskurven war es verschwunden, leichte Rechtskurven schien es zu mögen. Jedenfalls hörte es sich nicht so dramatisch an, dass wir sofort in einer Werkstatt nothalten müssten.
Womo in die Werkstatt, die 5Reicherts auf die Insel
Am Mittwoch waren wir auf Litløy, Elenas Leuchtturminsel verabredet, wo wir drei bis vier Tage bleiben wollten. Elena meinte, bringt das Fahrzeugt doch Freitags in die Werkstatt, dann habt ihr es, wenn ihr wieder von der Insel runter seid. Gute Idee, dachten wir und Gunter fuhr mit Elena zur Arbeit in die Bibliothek und brachte das Mobil zur empfohlenen Werkstatt.
Radlager, links hinten
Am Freitag erreichte uns die Diagnose, das Radlager hinten links war defekt und muss erneuert werden. Wir gaben das OK für die Bestellung des Teils. Wenn alles gut ging, sollte es bis Montag angekommen sein. Elena sagte uns zu, dass wir bei ihr auf der Insel wohnen könnten, bis das Womo repariert wäre, und wir könnten uns gerne im Austausch bei ihr nützlich machen.
Es wurde Montag und das Teil traf nicht ein. Am Dienstag wurde es angeliefert, und die Werkstatt machte sich umgehend daran, das Radlager zu wechseln. Dann die nächste böse Überraschung: Das Radlagergehäuse war geplatzt und hatte die Achsnabe beschädigt. Also musste auch eine neue Achsnabe geordert werden. Das bedeutete ein paar Tage mehr auf der Insel.
Hilfe vom ADAC und ein leeres Handy
Die Hiobsbotschaften rissen nicht ab. Am Mittwoch rief Elena die Werktstatt an! Wir erfuhren Schlimmes! Nämlich, dass das Teil in Norwegen nicht mehr zu beschaffen sei, wir sollten es in Deutschland versuchen. Unsere einzige Möglichkeit war der ADAC, den wir direkt anriefen. Unsere Schwierigkeit jedoch war, dass der Fahrzeugschein bezüglich der Achse nicht viel Infomation hergab, dass die Papiere, die uns helfen könnten, alle unerreichbar im Fahrzeug lagen. Wir baten den ADAC darum bei unserer Werkstatt anzurufen, damit nicht das falsche Ersatzteil bestellt werden würde.
Unser Handyakku war inzwischen fast leer, das Ladekabel hatten wir aber nicht mit. Wir hatten nicht damit gerechnet, so viel telefonieren zu müssen. Dummerweise war auch das Internet sehr, sehr langsam. Mal konnte ich Emails abrufen, mal nicht. Unser Internetstick funktionierte auf der Insel so gut wie gar nicht. So waren Recherchen im Internet fast unmöglich. Per Facebook fragte ich bei Sandra um Rat, sie schaffte es, mich zu beruhigen. Solche Reparaturen seien nicht super aufwendig. Ich erfuhr von ihr, dass so was auch in der Schweiz nicht sehr teuer sei! Alsonicht im vierstelligen Bereich.
Den Service-Mitarbeiter des ADAC riefen wir gegen Abend noch einmal an, weil er sich nicht zurück gemeldet hatte. Wir schauten natürlich sehr nervös auf den Akku, der gerade noch durchhielt. Die Leuchtturmtelefonnummer schien er nicht nutzen zu wollen?! Die frohe Botschaft war: die Achsnabe sei sicher bis Ende der Woche auf den Vesterålen! GUT! Jetzt konnte ich mich wieder auf die Fotografie auf der kleinen Insel konzentrieren.
Sturm und knappe Resourcen
Inzwischen wurden unsere Wäschevorräte knapp. Drei Tage auf der Insel waren unser ursprünglicher Plan gewesen. Jetzt waren wir schon bald 9 Tage hier. Selbst die Sonne war gewichen, ein Wind und noch dazu ein ziemlich heftiger, hatte sich dafür eingefunden. Selbst Elena fuhr nicht ohne Not zum Festland. Wir überlegten Wäsche zu waschen, doch es gab nicht ausreichend Diesel für den Generator. Die Waschmaschine hatte nicht genügend Saft. Nach dem zweiten und dritten Anruf beim ADAC zeigte auch das Handy bedenklich knappes Energievolumen, und auch das Guthaben ging gegen Null. SMS-Meldungen kam irgendwie nie an! Schließlich war das Handy leer und still! Das Ladegerät lag immer noch im Wohnmobil in der Werkstatt und da ranzukommen war unmöglich, da wir wetterbedingt auf der Insel festsaßen! Trotzdem hofften wir, dass das Problem zu lösen sein würde.
Am Freitagmorgen fuhr Gabi mit Elena nach Bø, vor allem, um frische Wäsche zu holen und zu sehen, ob das Ersatzteil endlich angekommen war. Evtl würde ich es von der Post abholen müssen. Gabi hatte das Handy gerade für ein paar Minuten am Strom gehabt, wußte aber den Pin Code nicht. Mit Elenas Telefon rief sie Gunter auf der Insel an, und fragte nach. Kaum war das Telefon wieder angeschaltet, da klingelte es bereits. Es war der nette Mitarbeiter des ADAC’s. Doch jetzt kam der ganz große Hammer: das Teil wird nicht mehr hergestellt und ist auch nirgends mehr auf Lager. FIAT hält für Fahrzeuge über 15 Jahre keine Ersatzteile mehr vorrätig.
Jetzt wurde es ganz eng. Guter Rat war teuer. Das Wohnmobil aufgeben, verschrotten und heimfliegen? Mit dem ganzen Aufwand und Gepäck ein Horrorszenario, auch wenn der ADAC helfen würde. Der ADAC-Mitarbeiter schlug vor, nach einem gebrauchten Ersatzteil zu suchen, das könnte aber locker eine Woche oder länger dauern. Ganz plötzlich hatten wir Bauchweh!
Gibt es Zufälle?
Während Gabi traurig nachdenkend in Bø die Straße entlangging, stoppte ein Auto und Torgeir, unser Fotofreund aus Sortland grüßte freundlich. Sie kamen ins Gespräch. Die beiden schwätzten über Fotokram, doch Gabi konnte sich nicht konzentrieren. Torgeir betonte immer wieder „geht nicht, geht nicht!“, ja, da stimmten wir ihm zu. Gabi wollte Elena in der Bibliothek nicht warten lassen. Die Wetterlage war kritisch, noch wehte der Wind, und Baumaterial musste zur Insel gebracht werden. Torgeir fragte, ob er mal in der Werkstatt vorsprechen sollte? „Ja, klar! Wir haben nichts zu verlieren!“ Der Fotograf fuhr zur Werkstatt, und heckte mit dem Mechaniker einen Plan aus: Sie kannten einen Bootsbauer, der die Werkzeug dafür hatte, ein entsprechendes Ersatzteil anzufertigen. Das könnte bis Montag fertig sein, der Einbau wäre dann kein Problem.
Parallel dazu rief der ADAC an, sie hätten bei FIAT Bley in Koblenz, unserer Vertragswerkstatt, ein entsprechendes Fahrzeug stehen, dessen linke Hinterradeinheit sie uns komplett ausbauen und zuschicken könnten, was aber mindestens eine Woche dauern würde.
„Geht nicht, geht nicht!“
Wir entschieden uns, die Hilfe des Bootsbauers in Anspruch zu nehmen, vor allem weil es schneller gehen und der geschätzte Preis auch nicht wesentlich über dem des Ersatzteils liegen sollte. Also parkten wir die ADAC-Idee in der Warteschleife und gaben grünes Licht für den Bootsbauer. Unser Hoffen hatte wieder eingesetzt. Langsam fingen wir wieder an, nach all diesen Hiobsbotschaften wieder Hoffnung zu hegen.
Ein verlängerter Aufenthalt auf einer wunderschönen Insel
Nun, der Aufenthalt auf der Insel war ohne Frage fantastisch. Nur diese blöde Wohnmobilgeschichte stresste und trübte den Genuss. Doch auch unsere Tage auf Litløy waren gezählt. Bis Dienstag konnten wir noch bleiben, dann hatte Elena neue Gäste-Reservierungen und wir müssten uns eine neue Unterkunft suchen.
Wie wir die Tage auf der Leuchtturminsel erlebt hatten, habt ihr bereits gelesen! Das war ein außergewöhnliches Erlebnis für uns alle! Danke an unser Wohnmobil :-)
Hier findest Du die Artikel über Litløy Fyr:
Eine besondere Frau und ein Leuchtturm auf einer kleinen Insel

Reichert Kids und Litløy Fyr
Ungeduld
Während wir unser zweites Wochenende auf Litløy verbrachten, fing der Winter an, sich zurückzumelden. Die Temperaturen in den höheren Lagen fielen drastisch: Schnee, Regen und Eis tummelten sich in den Vorhersagen. Noch ein Grund, sich Gedanken zu machen und schnellstens den Weg nach Süden anzutreten. Wir haben Allwetterreifen auf dem Fahrzeug, aber reicht das auch?
Es wurde Montag und der Bootsbauer hatte das Teil noch nicht fertig. Wir bereiteten langsam unseren Abschied von der Insel vor und hofften, am Dienstag auf große Fahrt gehen zu können.
Am Dienstag halfen wir noch, den Gästebereich frisch bezugsfertig herzurichten, aßen nochmal Lunch mit unseren Inselfreunden, dann verabschiedeten wir uns und machten uns nachmittags zur Abfahrt aufs Festland und zur Werkstatt bereit. Elena kam mit dem Boot zurück und hatte wieder schlechte Nachrichten im Gepäck, die Lieferung der neuen Achsnabe verzögert sich weiter, Mittwoch ist als neuer Termin geplant. So ein Scheiß!
Jetzt müssen wir ins ortsansässige Gästehaus, welches den klassischen anonymen Motelcharakter und noch nicht mal genug Betten frei hat. Wir fanden uns damit ab, eine Nacht darin zu verbringen. Ein Abendessen im angeschlossenen Restaurant können wir uns nicht leisten. Ein Büffet kostete 200 NOK pro Person. So hungrig waren wir dann doch nicht!
Heute nicht, aber morgen!
Auch am Mittwoch kam das Ersatzteil nicht. Zumindest klang die Aussage halbwegs sicher, dass es am Donnerstag da sein würde. Aber darauf verlassen wollten wir uns nicht mehr. Zu oft hatten wir uns bereits vergeblich Hoffnung gemacht.
„Der Tag ist grau und regnerisch, aus dem Fenster blickten wir auf verlassenen, teilzerfallene Häuser, während auf unseren Rückfahrrouten über die Berge der Winter mit Macht einzieht. Die zweite Nacht in dem Motel steht uns bevor. Jetzt könnten wenigstens mal die Regenwolken verschwinden und ein kräftiges Nordlichtfeuer unsere gestressten Gemüter erhellen.“ Das schrieb Gunter während wir warteten.

Wer kann da schon schlafen?
Es kam, wie gewünscht. Der Himmel klarte auf, der Regen stoppte. Rainer, einer meiner Facebookfreunde, wohnte nur ein paar Kilometer von uns entfernt. (sorry, jetzt kommt der Ich Erzähler durch, ich kann nicht anders….) Er lud uns auf ein Bier ein und holte uns dazu sogar vom Hotel ab. Wir schwätzten in seiner Bar, tranken ein paar Bier und hielten Ausschau nach Nordlicht.
Spät in der Nacht flackerte es endlich grün am Himmel auf. Auch die Wolken gaben den Blick darauf schließlich frei. Ich war hibbelig und wollte an die Stelle, an der ich Tags zuvor im strömenden Regen eine baufällige Scheune gefunden hatte. Rainer setzte uns dort ab und wir fingen an, zu Fotografieren. Trotz guter Nordlichtsicht und wenig Wolken fing der Regen wieder an. Dann hagelte es auch noch. Die Kameras wurden nass. Wir auch. Gunter war müde. Das Bier wirkte. Ich wollte aber fotografieren. Als wir fast schon durchgeweicht waren, machten wir uns auf den Rückweg zum Delfinen, doch das Nordlicht dachte gar nicht daran, Schlafen zu gehen. Ich wollte nicht ins Bett. Bis 4:00 Uhr waren wir in der Kälte unterwegs gewesen. Dafür hatten wir 1000 NOK pro Doppelzimmer gezahlt?! Ja, dem Nordlicht kann ich nicht widerstehen – schalfen kann man später noch….

- Regenwetter und ein kleines Zimmer

- Regenwetter und ein kleines Zimmer
Endlich wieder on Tour
Am Donnerstag Vormittag stand das Womo endlich wieder sicher auf seinen vier Rädern, wir konnten es kaum glauben. Unser Mechaniker hatte das Teil früh abgeholt, der Einbau dauerte dann nicht lange. Es wurde übrigens kein ganz neues Teil angefertigt, das Originalteil wurde repariert indem die Riefen, die durch das gebrochene Radlager entstanden waren, behutsam wieder aufgebaut und geglättet hatten. Das war wohl der Grund, warum es so lange gedauert hatten!
Da war doch noch was! Ja, die Rechnung! Wieder das flaue Gefühl im Bauch. Die ganze Aktion kostete uns knapp 9000 NOK. Also noch halbwegs akzeptabel, wenn man bedenkt, dass unser Wohnmobil ohne diese Nabe nur noch Schrottwert gehabt hätte. Daheim werden wir das Fahrzeug natürlich direkt in unsere Werkstatt bringen! Wahrscheinlich ist es sowieso besser, auch das andere Radlager zu tauschen anststatt zu warten, bis die auch den Geist aufgibt!
Wir fuhren langsam, ständig auf Geräusche lauschend Richtung Sortland. Das Wohnmobil rollte mühelos und ruhig dahin. An einer Tankstelle leerten wir noch schnell Toilette und Abwasser und füllten den Frischwassertank auf. Wir trafen Torgeir auf einen Kaffee und bedankten uns herzlich bei unserem Retter!
Trotz der vorangegangene kurzen Nacht schafften wir es, im Schneeregen bis Kiruna zu kommen, wo wir nach zwei Wochen wieder in unserem Wohnmobil schlafen konnten.

On the road again

On the road again und zwar richtig lange….
[yellow_box]
- So 22.09.13 Bodenwelle in Harstad überfahren.
- Mo 23.09.13 Schlag unterm Womo und Beginn der rubbelnden Geräusche.
- Mi 25.09.13 Ankunft bei Elena auf Litloy.
- Do 26.09.13 Wagen in die Werkstatt in Bö gebracht.
- Fr 27.09.13 Diagnose Radlagerdefekt links hinten, Ersatzteil bestellt bis Montag.
- Mo 30.09.13 Ersatzteil noch nicht angekommen, wahrscheinlich Dienstag.
- Di 01.10.13 Radlager da, aber Achsnabe beschädigt, da Radlager gebrochen ist.
- Mi 02.10.13 Werkstatt meldet: Keine Ersatznabe in Norwegen beschaffbar.
- Mi 02.10.13 Umgehend ADAC angerufen, der verspricht innerhalb von 2 Tagen das Ersatzteil zu schicken.
- Fr 04.10.13 Nachfrage bei ADAC über Paketverbleib. Stattdessen Info, dass Ersatzteil nicht mehr zu beschaffen ist. Suche nach Gebrauchtteil in Auftrag gegeben. Könnte aber mehr als eine Woche dauern.
- Fr 04.10.13 ADAC hat noch nichts gefunden. Gabi trifft Torgeir, der schlägt alternativ vor, eine neue Achsnabe bei einem Bootsbauer herstellen zu lassen. Soll Montag passieren.
- Mo 07.10.13 Fertigung des Teils verzögert sich, wahrscheinlich bis Dienstag.
- Di 08.10.13 Wir verlassen die Insel, Teil immer noch nicht fertig, vielleicht Mittwoch. Wir ziehen in das Gästehaus in Bö.
- Mi 09.10.13 Wieder Verzögerung, neuer Termin Donnerstag. Noch eine Nacht im „Delfinen“.
- Do 10.10.13 Gegen Mittag ziehen wir endlich los, das Wohnmobil ist endlich repariert! [/yellow_box]
Esra in Schweden
Hallo Leute!
Könnt ihr es euch vorstellen! Die anderen vier Reicherts haben mich hier in Schweden vergessen!
Ich verbringe zwei Wochen bei unseren Freunden, bevor ich am 1. November wieder nach Hause fliege, und ich kann mich bei Weitem nicht über Langeweile beschweren! Draußen schaut es richtig herbstlich aus, also sind wir viel draußen, joggen im Wald oder spazieren einfach nur so in der Landschaft herum. Mit ein wenig Schnee wäre das Ganze natürlich noch besser, aber der lässt noch auf sich warten, leider… (vielleicht sollte ich aber auch hinzufügen, dass meiner Meinung nach ALLES mit ein wenig Schnee viel besser wäre)
Vor einer Woche oder so kam ein großer Kipper im Rückwärtsgang vor die Scheune gefahren und hat ein paar ordentliche Haufen Holz abgeladen, etwa 22 Kubikmeter. Das wird ewig und drei Tage dauern, sagten wir uns als wir mit verschränkten Armen vor den Bergen standen und diese kopfschüttelnd begutachteten. Zu siebt hatten wir sie dann aber in Null Komma nix in der Scheune, hier ein Zeitlupe-Video:
(Spaaaß! Ist nicht Zeitlupe, sondern Originalgeschwindigkeit, was denkt ihr denn!)
Das Filmchen werden wir bald wieder hochladen.
Morgens und mittags gehen wir normalerweise nach draußen, abends Spielen alle zusammen Karten oder schauen eine Film. Heute kam Viktoria mit einer Einkaufstüte voll mit Zutaten nach Hause, also hab ich einen Schokoladenkuchen zusammengebastelt. Dummerweise hat die Kuchenform leck geschlagen, und der halbe Teig ist rausgeflossen. Zum Glück sind aber die großen Pfützen auf dem Backblech untendrunter gelandet, und ich konnte die unförmigen, perfekt gegarten „Kekse“ von dort noch nutzen. Den fertigen Kuchen kann man mit einer Vielzahl an Adjektiven schmücken; schwer, klebrig, duftend, ungesund, schokoladig, lecker… „hübsch“ ist aber leider nicht dabei. Aber was dem Schokoladenklotz an optischen Genüssen fehlt, das macht er wieder mit seinem unschlagbaren Schokogehalt wett! Wir haben ungefähr die Hälfte gepackt, aber so voll war ich schon lange nicht mehr! Wer nicht gerade auf Diät ist, das Rezept geb ich gerne her (aber seid gewarnt, das Teil hat mehr Kalorien als eine Frittenbude!)
Mal sehen, was wir morgen so alles machen. Vielleicht hat sich Andrew, Aurosas Freund aus Neuseeland der gestern hier ankam, dann von seinem Jetlag erholt. Heute hat er den größten Teil des Tages verschlafen, was man ihm aber auch nicht verübeln kann; er hat davor 80 Stunden lang kein Auge zugetan.
Bis die Tage!
Esra
Schwedische Leuchttürme im Süden
Nur ganz kurz von der Fähre nach Sassnitz:
Zwei Fotos von Leuchtürmen in Südschweden.
Leuchtturm in Karlskrona
Auf dem Weg zur Fähre machten wir einen kleinem Umweg und suchten den Leuchtturm in Karlskrona. Das Laub färbte sich bereits herbstlich und wir kletterten über rutschige Felsen um den Leuchtturm in ein gutes Format zu bringen.
Leuchtturm in Karlskrona
Der Leuchturm Sandhammaren
Ein außergewöhnliches sich drehendes Leuchtturmlicht – Canon 6d, ISO 6400, F4, 1,6 Sekunden!
Der Leuchtturm von Sandhammaren wirkt relativ langweilig bei Tag. Er steht im Wald, schaut kaum über die Bäume hinüber. Aber Nachts, da wird es spannend. Vor allem, wenn etwas Gischt in der Luft ist und die Strahlen so wunderbar sichtbar sind.
Die Übersichtsseite zu den schwedischen Leuchttürmen bei uns im Blog.
Der Sandhammaren Leuchtturm hat eine eigene Blogseite mit Tipps zur Nachtfotografie. Ein Foto des Leuchttums wurde bereits in meinem Leuchtturm Kalender von Delius Klasing veröffentlicht.
Auf Achse….
So in etwa sahen die drei Tage Fahrt im Sonnenschein durch Schweden aus.
Mittlerweile war es kalt, es schneite und die Blätter sind nicht mehr so bunt und zahlreich! Wir sind nun auf dem Weg nach Deutschland. Wahrscheinlich werden wir im Norden Deutschlands noch eine Weile an der Küste fotografieren. Wir melden uns in ein, zwei Tagen wieder.
Radlos in Bø
Wann genau das Drama seinen Anfang nahm, können wir nicht sagen. Letzten Sonntag vor zwei Wochen fuhren wir in Harstad über eine verkehrsberuhigende Bodenwelle. Leider war die nicht markiert und auch sonst schlecht zu erkennen. Es gab einen ziemlichen Schlag, das Geschirr klapperte bedrohlich im Schrank und wir hoben fast von den Sitzen ab. Wir checkten alles kurz durch, stellten aber nichts Ungewöhnliches fest. Nochmal Glück gehabt, und vielleicht hat es ja auch nichts mit der Folgegeschichte zu tun.
Eine Kurzversion – die eventuell auch ausreichen wird – findest Du im Anhang :-)
Radlos in Bø
Wir fahren wie auf Schienen – seltsame Geräusche beim Fahren
Montag Abend machten wir uns auf den Weg nach Lødingen, als kurz vor der Ankunft ein kurzer, scharfer Plopp durch das Wohnmobil drang und direkt darauf ein tieffrequentes Rubbeln zu hören war. Mal wurde es etwas stärker, dann ebbte es wieder ab, wir konnten uns keinen Reim auf die Ereignisse machen, nahmen uns aber vor, demnächst in einer Werkstatt vorbeizuschauen.
Am nächsten Tag auf dem Weg über Sortland weiter nach Bø war das dumpfe Pochen auf- und abschwellend präsent. In leichten Linkskurven war es verschwunden, leichte Rechtskurven schien es zu mögen. Jedenfalls hörte es sich nicht so dramatisch an, dass wir sofort in einer Werkstatt nothalten müssten.
Womo in die Werkstatt, die 5Reicherts auf die Insel
Am Mittwoch waren wir auf Litløy, Elenas Leuchtturminsel verabredet, wo wir drei bis vier Tage bleiben wollten. Elena meinte, bringt das Fahrzeugt doch Freitags in die Werkstatt, dann habt ihr es, wenn ihr wieder von der Insel runter seid. Gute Idee, dachten wir und Gunter fuhr mit Elena zur Arbeit in die Bibliothek und brachte das Mobil zur empfohlenen Werkstatt.
Radlager, links hinten
Am Freitag erreichte uns die Diagnose, das Radlager hinten links war defekt und muss erneuert werden. Wir gaben das OK für die Bestellung des Teils. Wenn alles gut ging, sollte es bis Montag angekommen sein. Elena sagte uns zu, dass wir bei ihr auf der Insel wohnen könnten, bis das Womo repariert wäre, und wir könnten uns gerne im Austausch bei ihr nützlich machen.
Es wurde Montag und das Teil traf nicht ein. Am Dienstag wurde es angeliefert, und die Werkstatt machte sich umgehend daran, das Radlager zu wechseln. Dann die nächste böse Überraschung: Das Radlagergehäuse war geplatzt und hatte die Achsnabe beschädigt. Also musste auch eine neue Achsnabe geordert werden. Das bedeutete ein paar Tage mehr auf der Insel.
Hilfe vom ADAC und ein leeres Handy
Die Hiobsbotschaften rissen nicht ab. Am Mittwoch rief Elena die Werktstatt an! Wir erfuhren Schlimmes! Nämlich, dass das Teil in Norwegen nicht mehr zu beschaffen sei, wir sollten es in Deutschland versuchen. Unsere einzige Möglichkeit war der ADAC, den wir direkt anriefen. Unsere Schwierigkeit jedoch war, dass der Fahrzeugschein bezüglich der Achse nicht viel Infomation hergab, dass die Papiere, die uns helfen könnten, alle unerreichbar im Fahrzeug lagen. Wir baten den ADAC darum bei unserer Werkstatt anzurufen, damit nicht das falsche Ersatzteil bestellt werden würde.
Unser Handyakku war inzwischen fast leer, das Ladekabel hatten wir aber nicht mit. Wir hatten nicht damit gerechnet, so viel telefonieren zu müssen. Dummerweise war auch das Internet sehr, sehr langsam. Mal konnte ich Emails abrufen, mal nicht. Unser Internetstick funktionierte auf der Insel so gut wie gar nicht. So waren Recherchen im Internet fast unmöglich. Per Facebook fragte ich bei Sandra um Rat, sie schaffte es, mich zu beruhigen. Solche Reparaturen seien nicht super aufwendig. Ich erfuhr von ihr, dass so was auch in der Schweiz nicht sehr teuer sei! Alsonicht im vierstelligen Bereich.
Den Service-Mitarbeiter des ADAC riefen wir gegen Abend noch einmal an, weil er sich nicht zurück gemeldet hatte. Wir schauten natürlich sehr nervös auf den Akku, der gerade noch durchhielt. Die Leuchtturmtelefonnummer schien er nicht nutzen zu wollen?! Die frohe Botschaft war: die Achsnabe sei sicher bis Ende der Woche auf den Vesterålen! GUT! Jetzt konnte ich mich wieder auf die Fotografie auf der kleinen Insel konzentrieren.
Sturm und knappe Resourcen
Inzwischen wurden unsere Wäschevorräte knapp. Drei Tage auf der Insel waren unser ursprünglicher Plan gewesen. Jetzt waren wir schon bald 9 Tage hier. Selbst die Sonne war gewichen, ein Wind und noch dazu ein ziemlich heftiger, hatte sich dafür eingefunden. Selbst Elena fuhr nicht ohne Not zum Festland. Wir überlegten Wäsche zu waschen, doch es gab nicht ausreichend Diesel für den Generator. Die Waschmaschine hatte nicht genügend Saft. Nach dem zweiten und dritten Anruf beim ADAC zeigte auch das Handy bedenklich knappes Energievolumen, und auch das Guthaben ging gegen Null. SMS-Meldungen kam irgendwie nie an! Schließlich war das Handy leer und still! Das Ladegerät lag immer noch im Wohnmobil in der Werkstatt und da ranzukommen war unmöglich, da wir wetterbedingt auf der Insel festsaßen! Trotzdem hofften wir, dass das Problem zu lösen sein würde.
Am Freitagmorgen fuhr Gabi mit Elena nach Bø, vor allem, um frische Wäsche zu holen und zu sehen, ob das Ersatzteil endlich angekommen war. Evtl würde ich es von der Post abholen müssen. Gabi hatte das Handy gerade für ein paar Minuten am Strom gehabt, wußte aber den Pin Code nicht. Mit Elenas Telefon rief sie Gunter auf der Insel an, und fragte nach. Kaum war das Telefon wieder angeschaltet, da klingelte es bereits. Es war der nette Mitarbeiter des ADAC’s. Doch jetzt kam der ganz große Hammer: das Teil wird nicht mehr hergestellt und ist auch nirgends mehr auf Lager. FIAT hält für Fahrzeuge über 15 Jahre keine Ersatzteile mehr vorrätig.
Jetzt wurde es ganz eng. Guter Rat war teuer. Das Wohnmobil aufgeben, verschrotten und heimfliegen? Mit dem ganzen Aufwand und Gepäck ein Horrorszenario, auch wenn der ADAC helfen würde. Der ADAC-Mitarbeiter schlug vor, nach einem gebrauchten Ersatzteil zu suchen, das könnte aber locker eine Woche oder länger dauern. Ganz plötzlich hatten wir Bauchweh!
Gibt es Zufälle?
Während Gabi traurig nachdenkend in Bø die Straße entlangging, stoppte ein Auto und Torgeir, unser Fotofreund aus Sortland grüßte freundlich. Sie kamen ins Gespräch. Die beiden schwätzten über Fotokram, doch Gabi konnte sich nicht konzentrieren. Torgeir betonte immer wieder „geht nicht, geht nicht!“, ja, da stimmten wir ihm zu. Gabi wollte Elena in der Bibliothek nicht warten lassen. Die Wetterlage war kritisch, noch wehte der Wind, und Baumaterial musste zur Insel gebracht werden. Torgeir fragte, ob er mal in der Werkstatt vorsprechen sollte? „Ja, klar! Wir haben nichts zu verlieren!“ Der Fotograf fuhr zur Werkstatt, und heckte mit dem Mechaniker einen Plan aus: Sie kannten einen Bootsbauer, der die Werkzeug dafür hatte, ein entsprechendes Ersatzteil anzufertigen. Das könnte bis Montag fertig sein, der Einbau wäre dann kein Problem.
Parallel dazu rief der ADAC an, sie hätten bei FIAT Bley in Koblenz, unserer Vertragswerkstatt, ein entsprechendes Fahrzeug stehen, dessen linke Hinterradeinheit sie uns komplett ausbauen und zuschicken könnten, was aber mindestens eine Woche dauern würde.
„Geht nicht, geht nicht!“
Wir entschieden uns, die Hilfe des Bootsbauers in Anspruch zu nehmen, vor allem weil es schneller gehen und der geschätzte Preis auch nicht wesentlich über dem des Ersatzteils liegen sollte. Also parkten wir die ADAC-Idee in der Warteschleife und gaben grünes Licht für den Bootsbauer. Unser Hoffen hatte wieder eingesetzt. Langsam fingen wir wieder an, nach all diesen Hiobsbotschaften wieder Hoffnung zu hegen.
Ein verlängerter Aufenthalt auf einer wunderschönen Insel
Nun, der Aufenthalt auf der Insel war ohne Frage fantastisch. Nur diese blöde Wohnmobilgeschichte stresste und trübte den Genuss. Doch auch unsere Tage auf Litløy waren gezählt. Bis Dienstag konnten wir noch bleiben, dann hatte Elena neue Gäste-Reservierungen und wir müssten uns eine neue Unterkunft suchen.
Wie wir die Tage auf der Leuchtturminsel erlebt hatten, habt ihr bereits gelesen! Das war ein außergewöhnliches Erlebnis für uns alle! Danke an unser Wohnmobil :-)
Hier findest Du die Artikel über Litløy Fyr:
Eine besondere Frau und ein Leuchtturm auf einer kleinen Insel
Reichert Kids und Litløy Fyr
Ungeduld
Während wir unser zweites Wochenende auf Litløy verbrachten, fing der Winter an, sich zurückzumelden. Die Temperaturen in den höheren Lagen fielen drastisch: Schnee, Regen und Eis tummelten sich in den Vorhersagen. Noch ein Grund, sich Gedanken zu machen und schnellstens den Weg nach Süden anzutreten. Wir haben Allwetterreifen auf dem Fahrzeug, aber reicht das auch?
Es wurde Montag und der Bootsbauer hatte das Teil noch nicht fertig. Wir bereiteten langsam unseren Abschied von der Insel vor und hofften, am Dienstag auf große Fahrt gehen zu können.
Am Dienstag halfen wir noch, den Gästebereich frisch bezugsfertig herzurichten, aßen nochmal Lunch mit unseren Inselfreunden, dann verabschiedeten wir uns und machten uns nachmittags zur Abfahrt aufs Festland und zur Werkstatt bereit. Elena kam mit dem Boot zurück und hatte wieder schlechte Nachrichten im Gepäck, die Lieferung der neuen Achsnabe verzögert sich weiter, Mittwoch ist als neuer Termin geplant. So ein Scheiß!
Jetzt müssen wir ins ortsansässige Gästehaus, welches den klassischen anonymen Motelcharakter und noch nicht mal genug Betten frei hat. Wir fanden uns damit ab, eine Nacht darin zu verbringen. Ein Abendessen im angeschlossenen Restaurant können wir uns nicht leisten. Ein Büffet kostete 200 NOK pro Person. So hungrig waren wir dann doch nicht!
Heute nicht, aber morgen!
Auch am Mittwoch kam das Ersatzteil nicht. Zumindest klang die Aussage halbwegs sicher, dass es am Donnerstag da sein würde. Aber darauf verlassen wollten wir uns nicht mehr. Zu oft hatten wir uns bereits vergeblich Hoffnung gemacht.
„Der Tag ist grau und regnerisch, aus dem Fenster blickten wir auf verlassenen, teilzerfallene Häuser, während auf unseren Rückfahrrouten über die Berge der Winter mit Macht einzieht. Die zweite Nacht in dem Motel steht uns bevor. Jetzt könnten wenigstens mal die Regenwolken verschwinden und ein kräftiges Nordlichtfeuer unsere gestressten Gemüter erhellen.“ Das schrieb Gunter während wir warteten.
Wer kann da schon schlafen?
Es kam, wie gewünscht. Der Himmel klarte auf, der Regen stoppte. Rainer, einer meiner Facebookfreunde, wohnte nur ein paar Kilometer von uns entfernt. (sorry, jetzt kommt der Ich Erzähler durch, ich kann nicht anders….) Er lud uns auf ein Bier ein und holte uns dazu sogar vom Hotel ab. Wir schwätzten in seiner Bar, tranken ein paar Bier und hielten Ausschau nach Nordlicht.
Spät in der Nacht flackerte es endlich grün am Himmel auf. Auch die Wolken gaben den Blick darauf schließlich frei. Ich war hibbelig und wollte an die Stelle, an der ich Tags zuvor im strömenden Regen eine baufällige Scheune gefunden hatte. Rainer setzte uns dort ab und wir fingen an, zu Fotografieren. Trotz guter Nordlichtsicht und wenig Wolken fing der Regen wieder an. Dann hagelte es auch noch. Die Kameras wurden nass. Wir auch. Gunter war müde. Das Bier wirkte. Ich wollte aber fotografieren. Als wir fast schon durchgeweicht waren, machten wir uns auf den Rückweg zum Delfinen, doch das Nordlicht dachte gar nicht daran, Schlafen zu gehen. Ich wollte nicht ins Bett. Bis 4:00 Uhr waren wir in der Kälte unterwegs gewesen. Dafür hatten wir 1000 NOK pro Doppelzimmer gezahlt?! Ja, dem Nordlicht kann ich nicht widerstehen – schalfen kann man später noch….
Endlich wieder on Tour
Am Donnerstag Vormittag stand das Womo endlich wieder sicher auf seinen vier Rädern, wir konnten es kaum glauben. Unser Mechaniker hatte das Teil früh abgeholt, der Einbau dauerte dann nicht lange. Es wurde übrigens kein ganz neues Teil angefertigt, das Originalteil wurde repariert indem die Riefen, die durch das gebrochene Radlager entstanden waren, behutsam wieder aufgebaut und geglättet hatten. Das war wohl der Grund, warum es so lange gedauert hatten!
Da war doch noch was! Ja, die Rechnung! Wieder das flaue Gefühl im Bauch. Die ganze Aktion kostete uns knapp 9000 NOK. Also noch halbwegs akzeptabel, wenn man bedenkt, dass unser Wohnmobil ohne diese Nabe nur noch Schrottwert gehabt hätte. Daheim werden wir das Fahrzeug natürlich direkt in unsere Werkstatt bringen! Wahrscheinlich ist es sowieso besser, auch das andere Radlager zu tauschen anststatt zu warten, bis die auch den Geist aufgibt!
Wir fuhren langsam, ständig auf Geräusche lauschend Richtung Sortland. Das Wohnmobil rollte mühelos und ruhig dahin. An einer Tankstelle leerten wir noch schnell Toilette und Abwasser und füllten den Frischwassertank auf. Wir trafen Torgeir auf einen Kaffee und bedankten uns herzlich bei unserem Retter!
Trotz der vorangegangene kurzen Nacht schafften wir es, im Schneeregen bis Kiruna zu kommen, wo wir nach zwei Wochen wieder in unserem Wohnmobil schlafen konnten.
On the road again
On the road again und zwar richtig lange….
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Ein „Beautyorgasm“ und der Heiler Vladimir
Tor Andreas, ein Schamane aus Lappland, hatten wir vor drei Jahren im Winter kennengelernt und seither nicht mehr getroffen. Glücklicherweise ermöglichen es Facebook und Skype leicht und kostengünstig in Kontakt zu bleiben.
Der schöne Olderfjord
Wir besuchten Tor Andreas in seinem ruhigen Olderfjord. Mit der Kamera bewaffnet begleitete ich ihn auf seiner üblichen Route – er besucht täglich besondere „Energieorte“. Die Landschaft erstrahlte im weichen Sonnenlicht in traumhaften Herbstfarben. Das Wasser des Fjords zog sich zur Ebbe zurück und legte den grell gelben Tang frei, der mit den Blättern der Bäume um die Wette leuchtete.
Beautyorgasm
Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin bemerke ich meine Ausrufe der Begeisterung schon nicht mehr – die Vier haben sich daran gewöhnt. Ich kann es aber auch nicht lassen, meine Freude an der Schönheit der Natur lauthals, manchmal auch flüsternd, mitzuteilen. Mir wurden meine unaufhaltsam entweichenden Ah’s und Oh’s erst bewußt, als ich in Tor Andreas‘ grinsendes Gesicht sah. „Sorry, Tor, I seem to have a beautyorgasm“ fiel mir spontan als Ausrede ein. Ja, das trifft es aber auch ganz gut :-)
Ein ruhiger, friedlicher, wunderschöner, herbstlicher Fjord – Und, könnt ihr meine Ah’s und Oh’s hören?
Die Farben des schwindenden Sommers
Amy auf einem Fels
Tor Andreas mit Hund Sita im Fjord
Stilles Wasser
Vladimir, was tust du mit mir? Eine Heiler-Story von Gunter
Unserem Freund Tor Andreas war sehr viel daran gelegen, uns mit seinen neuen Freunden Vladimir und Rimma aus der Ukraine bekannt zu machen. Schon bei unserem ersten Kennenlernen vor fast drei Jahren hatte uns Tor begeistert über Vladimir und seine Familie erzählt.
Wir einigten uns darauf, Vladimir in Harstad zu treffen, wo er eines seiner Heilerseminare geben würde. Ist schon interessant, welche Leute man so unterwegs kennenlernt.
Vladimir Pavlushkin ist nämlich ein ukrainischer Heiler und in seiner Heimat kein Unbekannter. Seine Frau Rimma ist das Business-End des Paares und begleitet ihn auf seiner Norwegen-Tour, stellt ihn dabei vor und gibt Einblicke in sein heilerisches Wirken.
Wir trafen die beiden kurz vor Beginn des Seminars in der Rotunda des Wandervereins in Harstad. Er wirkte sehr zurückhaltend aber freundlich und spricht auch nur Russisch. Rimma war ganz das Energiebündel, überschüttete uns gleich mit Informationen und lud uns ein, an diesem Abend teilzuhaben.
Rimma, Vladimir und Tor Andreas
Rimmer erklärt, wie ihre ganze Familie als Heiler arbeitet
Etwa dreißig Leute allen Alters hatten sich eingefunden und harrten neugierig der Dinge, die da kommen sollten. Nachdem Rimma eine ausführliche Erklärung über die heilerische Geschichte der Pavlushkins und der Wirkungsweise seiner Heilkräfte gegeben hatte, schritt Vladimir zur Tat. Für die esoterisch Bewanderten unter unseren Lesern, Vladimir lenkt die kosmische Energie auf die einzelnen Partizipanten, um deren Aura zu stärken, um so Heilungsprozesse zu ermöglichen und zu vereinfachen.
Während der Session hatte ich zeitweise die Augen geschlossen, um die meditative Ruhe zu geniessen. In diesen Minuten, so sagte mir Gabi, war Vladimir auch vor mir und hielt seine Hand vor meine Brust. So weit, so gut, gespürt habe ich das nicht.
Nur hatte ich am nächsten Tag beim Aufwachen das Gefühl, jemand habe mir ein Messer in die rechte Brust gestochen. Das Gefühl verstärkte und verbreitete sich noch, als wir auf Litløy angekommen waren, und ich war für zwei Tage mehr oder weniger flach gelegt. Laut der Beschreibung von Rimma könnte es sich um eine Erstverschlimmerung handeln, die hin und wieder bei den Behandlungen vorkommt.
Inzwischen bin ich wieder super fit, und mir ist nicht so ganz klar, ob das nun Zufall war, oder ob hier tatsächlich Heilkräfte gewirkt hatten. Jedenfalls hatte ich solche Symptome bisher noch nicht gekannt. Aber es gibt ja bekanntlich mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als die Wissenschaft erklären kann, und egal wie man es sieht, auf alle Fälle war es ein angenehmes Treffen mit dem interessanten und netten Paar aus der Ukraine.
PS Anmerkung von Gabi: Auch ich wurde behandelt, sogar dreimal und hatte danach überhaupt keine Probleme. Ich zog tage- und nächtelang fotografierend über Litløy, war voller Energie.
Vladimir Pavlushkin & seine Familie
Vladimir stammt aus der Ukraine und ist in seiner Heimat ein sehr bekannter Heiler. Er tritt regelmäßig im ukrainischen Fernsehen auf, und unter seinen Kunden sind neben den zahlreichen ganz normalen Leuten auch Staatschefs verschiedener Länder und andere Prominente. Er betreut auch die Kosmonauten nach deren anstrengenden Weltraum-Missionen, und hilft ihnen bei der Regeneration.
Er arbeitet immer wieder mit ukrainischen Krankenhäusern und psychiatrischen Kliniken zusammen, um das Zusammenspiel mit Schulmedizin und alternativen Heilmethoden in den Therapien zu fördern, worin er großes Potential sieht.
Heilkräfte spielten schon seit jeher eine große Rolle in Vladimirs Familie und bei seinen Vorfahren. Während der sowjetischen Herrschaft war sein Großvater nach Kleinasien verbannt worden, weil viele Menschen seine Dienste in Anspruch nehmen wollten. Vladimirs Kräfte waren lange nur latent vorhanden, bis eine Nahtoderfahrung sie zum Vorschein brachte. Seitdem sind er und seine Frau Rimma ein in Osteuropa bekanntes und erfolgreiches Team.
Auch Vladimirs Tochter, eine bekannte Psychologin, und sein Sohn, ein Gefäßchirurg, haben ähnliche Kräfte, die sie in ihren Berufen erfolgreich einsetzen.
Rimma, Vladimirs Frau, spricht mehrere Sprachen und begleitet ihn auf seinen außer-ukrainischen Auftritten. Sie beschreibt die Wirkungsweise seiner Heilkräfte als eine Art universeller Energie, die Vladimir den Hilfesuchenden quasi zu ihnen hinleitet und verfügbar macht, und die den Organismus dabei unterstützt, mit seinen Krankheiten und Leiden fertig zu werden.
Dabei unterscheidet sie drei Wirkungsfelder:
1. Physikalische Beschwerden
2. Psychische und emotionale Probleme
3. Latent vorhandene kreative Fähigkeiten erwecken
Wir haben Vladimir und Rimma über unseren Freund Tor Andreas getroffen, uns sie als freundliche, sympathische Menschen kennengelernt.
Harstad
In Harstad war wohl das Problem mit unserem Mobil entstanden. Im Ort fuhr ich relativ langsam aber trotzdem zu schnell über einen dieser Verkehrsberuhigungshubbel (ich weis gerade nicht, wie die Dinger wirklich heißen?) und das Wohnmobil schlug ziemlich heftig durch. Etwa 100 km später polterte das Fahrzeug dann, als führen wir auf Schienen!
Ein paar Fotos von Harstad machten wir auch für Euch!
So typisch Norwegen, was?
Herbst am See, Harstad
Ein Picknickplatz mit Aussicht
Ein Stuhl und ein Esra an der Küste
Die Schönheit von Regenwetter und Sturm – Litløy Fyr
Wir sind momentan in der Nähe von Stockholm! Das Wohnmobil hat zumindest die drei Tage Fahrt bis hierher ohne weitere Probleme bewältigt. Wir hatten nur auf dem ersten Teil der Strecke Schneeregen, danach verwöhnte uns die schwedische Herbstlandschaft mit strahlendem Sonnenschein und knallbunten Farben! Ein ausführlichen Wohnmobilreparaturbericht posten wir heute abend!
Wir hatten es irgendwie auch unserem Gefährt zu verdanken, dass wir Regen und Sturm auf Litloy erleben durften. So bekamen wir von Elenas Inseldomizil nun einen ausgeglichenen Eindruck. Vor allem gefiel es uns, die Voluntäre, die auf der Insel weilten, besser kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Viel Spaß mit Adam
Paula und Janne waren bereits wieder abgereist. Jetzt war Adam aus Californien zu uns gestoßen. Ihn hatten wir bereits ein wenig vorgestellt. Adam ist auch Webentwickler, er wird bald mit einem spannenden Projekt für Reisende online gehen – wir werden dran bleiben und darüber berichten! Außerdem schreibt Adam an einem Buch. Und er ist sehr daran interessiert, Sprachen zu lernen. Mit Esra probierte er zuerst das Lesen in dessen Geschichtsbuch – mir ist vorher nie aufgefallen, welche seltsame und vor allem lange Wörter es in der deutschen Sprache gibt. Mit amerikanischem Akzent klingen sie sogar noch besser :-)
Ein cooler Opa
Josef aus Südtirol kam an einem stürmischen Tag hier an, wir nannten ihn schlicht den coolen Opa. Sein gutgelauntes Lachen schallte dauernd durch das Haus, kaum hörte ich ihn, musste ich auch grinsen. Josefs Sohn ist derjenige, der ihm Touren in aller Welt heraussucht und ihn auf die Reise schickt. Auf diese Weise lernte er erst einmal Englisch in einem Crashkurs auf Malta, war bei den Maoris in Neuseeland und baute dort ein einzigartiges Hühnerhaus, auf Vancouver Island fertigte er Terrassen an und ich weiss nicht mehr genau, wo er sonst noch überall war. Nun, momentan ist er auf einer kleinen Insel nördlich des Polarkreises!
Josef aus Südtirol hilft im Bootshaus
Das Arbeitsteam in Rot, Josef, Adam, Esra und Noah
Zig Mal die Treppen raus und runter – immer noch im Laufschritt!
Cora mit Notfallgewürzsatz
Amy backt Sauerteigbrot
Dann kam Cora aus England dazu, sie übernahm den Posten der Köchin. Ideal für uns, damit durften wir unser Englisch weiter verbessern. Immer, wenn eine Frage aufkam hatten wir beides: amerikanisches und britisches Englisch zum Vergleich.
Wechselnde Küche
Habt Ihr das auch manchmal? Man überlegt, was man zum Essen machen kann, und einem fällt partout nichts Neues ein. Nun, Elena kann sich glücklich schätzen. Ungefähr jeden Monat wechselt die Köchin und damit auch die Geschmacksrichtung der Mahlzeiten! Mit Cora zog die neue britische Küche ein. Das ist beileibe nicht negativ gemeint. Sie hatte es drauf, abwechslungsreich zu kochen. Erschwerend kam dazu, dass aufgrund von Sturm und hohem Wellengang die Versorgungslage etwas löchrig wurde und Cora mit dem was gerade da war, ein Essen zaubern musste. Und, wie bei einem richtigen Briten so üblich, gab es nachmittags Tee und frisch gebackene Kekse. Bis die Butter ausging jedenfalls. Fisch gab es bei schlechtem Wetter auch eher selten – bei dem Seegang war an Bootfahren nicht zu denken.
Landschaft im Regen und Sturm
Das Bild der Landschaft hatte sich dramatisch geändert. Das Licht wechselte ständig, die Wolken jagten drohend über den Himmel, mal waren die Berge der Lofoten zu sehen, dann wieder hinter Regenschleiern und Wolken verborgen. Jeder Tag brauchte so neue Ansichten des Leuchtturms. Plötzlich fand ich Wellen, wo das Wasser vorher nur müde vor sich hin hingedümpelte. Ich suchte nach Flaschenpost, fand diesmal aber keine. Dummerweise hatte ich eine große Tüte vergessen; ich hätte ja wenigstens die herumliegenden leeren Flaschen einsammeln können.
I saw the light
Der Bootssteg war nicht mehr ruhig! Da ist das Boot auf der anderen Seite sicherer.
Lichtsstrahlen über dem Meer
Berge in der Ferne
Übersichtsseite Skandinavienreise 2013