Wir bereisen mit Vorliebe die Küsten der Welt. Leuchttürme ziehen uns dabei natürlich in ihren Bann. Unser Blog wimmelt daher nur so von Leuchtturmfotos und -erlebnissen. Klick Dich am besten mal durch die Sammlung dieser Seiten, oder gehe durch die einzelnen Reiseberichte.
Im Delius Kalsing Verlag erscheint der „Leuchttürme 2014, Gabi Reichert 2014″
Morgens suchten die Jungs vergeblich Brot, die meisten der Bäckereien in diesem Ort, der so viele Sommerhäuser hat, waren geschlossen. So fuhren wir los, fanden einen Supermarkt nicht weit. Danach parkten wir beim Leuchtturm, dessen Spitze konnte man von unten nicht erkennen, trotzdem liefen Leute nach oben. Wir machten leider keine Fotos, es war einfach zu trüb. An einigen Ständen gab es Spitzen zu kaufen und Ketten aus Schneckenschalen. Und die Schalen von Abalones. Ich tauschte ein paar Fotos gegen die Schalen, wollte doch meine spärlichen Französischkenntnisse testen.
Leuchtturm Loctudy
In Loctudy sollte ein Festival sein, doch wir fanden da nichts. Nur Angler am Strand. Danach fuhren wir zu den berühmten Felsen von St Guenole und ich machte im Nebel Fotos, es sah fantatisch aus. Hie und da kam sogar die Sonne durch. Die Wellen rollten gewaltig und doch auch gemütlich rein und raus, es war eine Meditation für mich, da Langzeitaufnahmen zu machen. Ich mochte nicht weiterfahren, warum auch. So fuhren wir wieder auf den Stellplatz und ich sprach eine nette Hundebesitzerin an. Lange redeten wir, ich hatte den Fehler gemacht im T-Shirt rauszugehen, wurde kalt im Wind und als es dann noch regnete auch noch nass. Brrr….
Diesmal packte ich es Gunter von einer abendlichen Fototour zu überzeugen. Das war schön, der Nebel, die Wellen, na wo waren sie denn? Es war Ebbe und gar nicht mehr wild….
Trotzdem schön, fand ich und genoss es. Spät waren wir am Mobil zurück.
Und weiter gings nach Port Navalo am Ende der Presq’Ile du Rhuys, die den Golf du Morbihan vom Atlantik trennt. Bei schönem Wetter fotografierten wir im Hafen, der ortsansässige Leuchtturm war leider umbaut von mauerbewehrten Villen und hatte Mühe drüberzuschauen. Trotzdem keine schlechte Ecke. Wir fuhren zum nächstgelegenen Stellplatz in Kerjouanno.
Port Navalo
Als wir in die Zufahrt steil nach unten einbogen, standen wir erst mal vor einem Gittertor ohne Wendemöglichkeit. Die Bezahlmodi und Reglementierungen waren so undurchsichtig, dass wir frustriert aufgaben und mühsam rückwärts die Einfahrt hoch wieder den Platz verließen. Ein Hoch der Stellplatz-Modernisierung, in der Tat. Geschickterweise war der Stellplatz am Strand bei Damgan nicht weit weg und Pfingsten noch nicht so nah, dass wir uns ohne Probleme ein Plätzchen aussuchen konnten.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2011/06/GReichert-6302.jpg533800Gunterhttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGunter2011-06-17 07:05:092026-04-22 14:18:59Port Navalo und weiter nach Damgan
Nach nächtlichen Regengüssen fanden wir am Morgen noch einen irischen Wohnmobilisten, den Gabi sofort auf Informationen ausquetschte. Der Ire hatte einen Bruder als Pub-Besitzer in Mainz und kam gerade von Nordspanien hoch. Anscheinend ist die Sturmzeit dort schon vorbei und auf dem Weg Richtung Süden gäbe es immer nur Dünen und Sand ohne große Abwechslung. Das gab uns zu Denken, und da uns der Rummel und die Touristenmassen, die Richtung Süden mehr und mehr zunahmen, gewaltig auf den Keks gingen, fassten wir den Entschluss, wieder Richtung Norden in die Bretagne zu fahren, wo es auch noch einige Ecken zu entdecken gibt.
Leuchtturm -Phare du Grouin du Cou
Nach herzlichem Abschied von Lisa und Heinrich kämpften wir uns durch den Verkehr an der Ile de Re vorbei, von deren Besuch uns wegen der Übermacht der reichen Womo-Gegner abgeraten wurde, zu dem kleinen Städchen La-Tranche, das auch einen Leuchtturm zu bieten hatte. Der Übernachtungsparkplatz war zwar recht voll, aber strandnah und uns gegenüber parkte ein fast identischer Flair, dessen über 80-jährige südpfälzige Inhaberin rüstig wie ein neuer Turnschuh war. Ihr Motto: „Daheim sterbe die Leut“ lebte sie voll überzeugt und war schon zu jeder Jahreszeit fast überall gewesen. Am Strand, wieder bestehend aus Dünen und Sand, hatten sich einige Kite-Surfer eingefunden und der Leuchtturm Phare du Grouin du Cou erforderte etwas Wandern, da er leicht ungünstig hinter den Dünen stand. Wenigstens belohnte uns das Wetter abends mit einem romantischen Sonnenuntergang.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2011/06/GReichert-8614.jpg572800Gunterhttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGunter2011-06-14 07:22:442026-04-22 14:16:50Fahrt nach La Tranche sur Mer, Phare du Grouin du Cou
Es regnete und stürmte, kalt war es auch. Zeit für Computerarbeit. Noch waren wir in der Nähe von Brignogan, so fuhren wir zum Leuchtturm, denn wir wollten uns von Claudine veranschieden. Sie war leider nicht da. Gunter und ich schrieben am Bericht, sichteten Fotos, schrieben mails und machten sogar eine CD für den Versand fertig. Die Kinder schrieben an ihren Texten, Noah machte mit Amy Mathe. In den Regenpausen machten wir ein paar Fotos der wellenumtosten Felsen.
Sturm in Brignogan
Leuchtturm in L’Aber Wrac’h
Stress mit dem Internet – Mc Donals ist keine Lösung des Problems
Ein McDonalds ist immer noch die beste Internetmöglichkeit. Und wir hatten ein Werbeschild für einen Schnellimbis etwas landeinwärts gesehen. So machten wir uns „Moby Dick“ hörend auf den Weg. Nach einem weiteren Einkauf von französischen Leckereien, endlich bei MC Donalds angekommen bestellte ich Kaffee und Pommes, während Esra sich schon ins Internert einloggte. Leider funktioniert mein übliches Internet Notebook nicht und so nutzte ich das Notebook der Kids für die Internetarbeit. Da war die Schrift leider sehr klein eingestellt und ich fühlte mich etwas gestresst, denn wenn die anderen warten kann ich nicht wirklich ruhig arbeiten. Der Blog braucht doch mehr Zeit als es mir lieb wäre. Die Bilder hochladen, die geschriebenen Texte aussuchen, Daten und Überschriften zusammensuchen…. Das nervigste an der Sache war die laute Technomusik, die mich fast in den Wahnsinn trieb. Ich bin für sowas zu sensibel! Die Musik, die diese Herzrhythmus verwirrende Wirkung auf mich hat, wurde hie und da von französischer Werbung unterbrochen, diese reichte mir zur Erholung von der Musik nicht aus.
Dann spiegelte das Notebook noch und Gunter wippte ungeduldig mit dem Fuß, ahhhhh. Keine gute Lösung der Mc Donalds. Ich versuchte es noch im Freien mit weniger Musik aber Nieselregen, der das Display besprühte, erschwerte mir die Arbeit, zudem fror ich nach wenigen Minuten. Zu spät kam uns die Idee, dass wir evtl mit dem Womo auf dem Parkplatz hätten parken können und dort vielleicht auch das Wifi hätten nutzen können. Ziemlich gernervt fuhren wir dann weiter.
Stellplatz in L’Aber Wrac’h
Es war sehr spät geworden und wir hatten noch keinen Platz für die Nacht. In L’Aber Wrac’h war ein Leuchtturm auf der Landkarte eingezeichnet praktischerweisea fanden wir einen großen, leeren Parkplatz für die Nacht. Dort stellten wir uns in die Nähe des einzigen anderen parktenden Womos und schauten auf den Boote im Hafen. Tatsächlich gab es hier sogar schwaches Internet. Aber emails konnte ich nicht abschicken und nicht am Blog arbeiten, dafür war es viel zu schwach. Hatte mich zu früh gefreut.
unser Womo
Ich fotografierte den kleinen Leuchtturm im kühlen Wind und grau verhangenen Himmel. Leider stand der Turm sehr ungünstig. Bauzäune und Autoanhänger verhinderten die Gestalung eines „sauberen“ Fotos. Ein Paar aus den Niederlanden lief mit ihren vier Hunden am Hafen entlang spazieren. Diese Hunde gehorchten aufs Wort und ich hatte Spaß diese Sippe zu beobachten.
Doch den den Platz fand ich nicht wirklich ansprechend, schlief daher auch gar nicht gut. Träumte gegen morgen zahlreiche verwirrende und trotzdem sehr aufmunternde Träume.
Ich finde es hoch interessant, an Orte, wie den Leuchtturm von Pontusval zu kommen, den man schon vorher ausgiebig fotografiert hatte, und der einer der attraktivsten bretonischen Landmarken ist. Wir schauen hier also mehr nach außergewöhnlichen Sichtweisen und Lichttstimmungen. Ich war mehrmals schon kurz nach 6:00 Uhr morgens unterwegs, doch spielte da die Flut nicht mit. Im besten, weichen Morgenlicht, lagen die massigen Felsen wie gestrandete Wale im Sand, von Wellen weit und breit nichts zu sehen. So praktizierte ich erstmals bei Sonnenaufgang meine Atemübungen, die mir Antonio in der Feldenkraispraxis in Schwabenheim beigebracht hatte.
Fast hätten Amy und ich es gepackt zu baden, leider nur fast. Die ersten Tage war das Wasser noch viel zu kalt, dann wollten die Männer weiterziehen, wo es gerade mal gepasst hätte. Stattdessen kauften wir noch Vorräte ein, entsorgten unsere Toilettenfüllung und statteten Carantec einen kurzen Besuch ab. Am letzten Tag zogen Wolken auf, Regen hing nicht nur in der Luft, er blies uns horizontal entgegen. Grau lag das Meer unter den schweren dunkeln Wolken. Die Boote tanzen jetzt nicht mehr gemächlich, sondern hüpften hektisch auf und ab. Als wir die Regenwolken fotografierten, begenete uns ein deutsches Paar, das uns ungläubig staunend fragte, was wir denn da fotografierten. Sie konnten sich nicht vorstellen, bei so einem Dreckswetter die Kamera herauszuholen. Später im Wohnmobil verstand man sein eigenes Wort im Getöse des Windes nicht mehr. Wir machten uns deshalb am nächsten Morgen weiter auf den Weg gen Westen.
Einer unsere Lieblingsstrände überhaupt ist beim Leuchtturm Pontusval in Brignogan. In der aktuellen Terra schrieben wir, wie schon hier im Blog berichtet, einen langern Artikel über die Bretagne.
Ich berichtete über unsere Freundin Odile, die wir hier im Jahr 2009 kennenlernten. Sie starb leider im letzten Jahr. Odiles Zwillingsschwester Claudine, mit der ich immer noch Emails schreibe kommt aber auch immer mal wieder nach Brignogan, um hier das Meer zu genießen. Wir trafen zeitgleich ein, was für ein Zufall!
Die Sonne schien, das Meer war tiefblau, die Wellen rollten herein, diesen Strand haben wir noch nicht oft bei so herrlichem Wetter erleben können. Den Fotoapparat liesen wir trotzdem erstmal in der Tasche. Wir ließen den Strand und das Meer auf uns wirken, besuchten Claudine, redeten mit Alan, der hier sein Boot stationiert hat. Mit den kleinen Wörterbüchern versuchen wir etwas ins Französisch rein zu kommen.
Vor vielen Jahren hatten Gunter und ich einige VHS Kurse für Franzöisch besucht, die Sprache jedoch nie angewendet und somit all das mühsam gelernte wieder vergessen – in meinem Fall fast zu 100 %, leider! Trotzdem möchte ich auf Menschen zugehen, denn ohne Leute lernt man das Land nicht richtig kennen. Im Jahr 2009 hatten wir auch nette Menschen im lokalen Museum für Muscheln kennengelernt. Mit Claudine vom Museum hatte ich auch Emails ausgetauscht, was dank Google Translator sogar ganz ohne weitere Sprachkenntnisse wunderbar funktioniert.
Da das Museum die ganze Zeit geschlossen war, blieb mir nichts anderes übrig, als zum Telefon zu greifen. Die Kommunikation ohne die Hilfe von Händen und Füßen war wenig ergiebig, doch wir packten es, uns zu verabreden. Wir planten ein Treffen abends gegen 18:00 Uhr.
Gunter als Gourmet
Muscheln mit Petersilie und Knoblauch
Gedeckter Tisch
Schnecke und Inhalt
Die Reicherts und die Schnecken
PS alle Fotos von Esra!
Glücklicherweise organisierte Claudine für diesen Abend eine Übersetzerin. Eine nette Deutschlehrerin übersetzte und eine sehr nette Unterhaltung kam zustande.
Wir besuchten zuerst das Museum und wurden dann bei Claudine zum Essen eingeladen. Dort konnten wir alle die Muscheln und Schnecken, die wir zuvor im Museum gesehen hatten und die ich seit Jahren begeistert fotografiere, in verschiedenen Zubereitungsarten verkosten.
Es schmeckte viel besser als gedacht. Das Herauspulen des Inhalts der Schalen war zwar etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem bei den Schnecken darf man nicht zu sehr daran denken, was man da isst, aber geschmacklich war es höchst interessant.
Nicht, wie ich es erwartete, glibberig, sondern eher fest in der Konsizenz, und es schmeckte nach Meer. Gunters Favoriten waren die Muscheln mit Butter, Knoblauch und Petersilie. Der zur Abrundung aufgetische Höhlenkäse aus den französischen Alpen sah zwar aus, als stammte er aus der Ära des Sonnenkönigs, schmeckte aber (ohne die Rinde) ausgesprochen ansprechend.
Amy tat sich da etwas schwerer, aber es gab Baguette dazu und später Eis. Jacqueline half uns an diesem Abend mit dem Übersetzen, wir redeten Englisch und Französisch und tranken doch relativ viel Perlwein dazu…. Herzlichen Dank an dieser Stelle für den netten Abend! Nur als ich an diesem Abend gegen 22:00 Uhr gen Westen blickte und einen grandiosen Sonnenuntergang inmitten von tiefhängenden Regenwolken sah, hätte ich auch gern draussen fotografiert. Eine Fotografin kann nie abschalten. Oder sie muss es lernen.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2011/05/brignogan-13.jpg533800Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2011-05-29 07:56:372026-04-22 14:22:53Brignogan – Muscheln und Schnecken, nicht nur im Museum!
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