Sintra – Touristentrubel in der Märchenstadt und ein invertierter Turm

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Die Nacht auf diesem super kleinen, sehr eigensinnigen Stellplatz war trotz des Trubels am Tag sehr ruhig gewesen. Am nächsten Morgen brechen wir schon um 8 Uhr in der Frühe in Richtung Innenstadt auf. Wir wollen die relative Ruhe des Vormittags ausnutzen, bevor die Sehenswürdigkeiten von Touristen überschwemmt werden. Voller Vorfreude auf den Garten Quinta da Regaleira laufen wir schon sehr früh los. Überall in der Stadt wird renoviert, gebaut und gearbeitet. Die Bushaltestellen mussten anscheinend der Bauwut weichen, sie sind wenigstens gut versteckt. Also laufen wir einfach durch die noch halb verschlafenen Gassen.
Von den Hauptattraktionen, dem Palácio Nacional de Sintra, dem Castelo dos Mouros, dem quietschbunten Palácio Nacional da Pena und dem Quinta da Regalia, picken wir das letzere heraus. Lieber eine Sehenswürdigkeit ausführlich unter die Lupe genommen, als durch vier oder fünf gehetzt. Das Schloss und der Park Quinta da Regalia bietet den größten Motivreichtum. Ganz besonders fasziniert uns der in die Erde hinunterführende Turm, oder ist es ein Brunnen mit Wendeltreppe?

Die Bürgersteige sind entweder eng oder nicht existent, der Verkehr ist rasant und wird dichter, je näher wir dem Stadtzentrum kommen. Fette Tourbusse brettern haarscharf an uns vorbei. Im Stadtzentrum wimmelt es schon nur so vor Touristen – ja, ich weiß, wir sind doch auch welche.

Der Andrang im Touristenbüro ist enorm, wir halten Ausschau nach kostenlosen Stadtkarten, wie es sie in vielen Städten gibt. Fehlanzeige, 7 Euro sind uns für unseren kurzen Besuch zu viel. Wir orientieren uns an den Hinweistafeln und finden die Quinta da Regaleira problemlos.

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

Der Garten Quinta da Regaleira

Am Eingang schrecken mich die Fotografierverbotsschilder für Profis etwas ab. Ich erhalte aber keine genaue Auskunft, was denn da wirklich verboten wird. Die Frau am Eingang meint nur zu mir, dass ich einfach nicht zu professionell fotografieren soll. Das heißt ohne Stativ. Ich soll also keine guten Fotos mache. Aha?! Der Eintritt beträgt 6 Euro pro Person.
Der Garten ist wunderschön im viktorianisch, italienisch romantischen Stil angelegt. Es gibt zahlreiche dunkle Höhlen, versteckte Grotten, verwunschene Haine, Wasserfälle, Wasserspeier, Statuen und Aussichtstürmchen, die über verschlungene Pfade zu erreichen sind. Im Park sind noch wenige Toursten unterwegs, trotz der frühen Stunde ist es heiß, die Sonne brennt schon mit aller Kraft auf uns herunter. Wir bewegen uns durch die schattigeren Teile des Parks und stoßen immer wieder auf Grotten und Höhleneingänge.

Initiation Well in der Quinta da Regaleira – der invertierte Turm

 Initiation Well, Quinta Regalia, Sintra Portugal

Initiation Well, Quinta Regalia, Sintra Portugal – schon cool so ein “negativ Tunnel”, oder?

 

 Initiation Well, Quinta Regalia, Sintra Portugal

Initiation Well, Quinta Regalia, Sintra Portugal

Durch eine dieser Höhlen, einem dunklen, feuchten, rohbehauenen Felsgang, arbeiten wir uns vorsichtig zur Basis des berühmten Brunnens vor. Dieser auf den Kopf gestellte Turm ist tatsächlich so beeindruckend, wie propagiert. Vom Brunnenboden aus wirkt die knapp 30 Meter über uns liegende Öffnung winzig. In der Brunnenmauer windet sich eine schmale Treppe mit unregelmäßigen Stufen sprialförmig hinauf. Fensterpartien und Säulengänge wechseln sich regelmäßig ab.

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

In der Quinta Regalia, Sintra Portugal

Quinta Regalia, Sintra Portugal

Quinta Regalia, Sintra Portugal

Der Ausgang des negaliven Turms

Der Ausgang des negaliven Turms

Schon auf dem Weg nach oben steigt die Touristendichte. Wir müssen uns dauernd mit unseren Kamerarucksäcken in kleine Nischen drücken, um die anderen Leute vorbeizulassen. Geduldig warten wir, bis Touristen unter waghalsigen Verrenkungen ihre Selfies geschossen haben und weiterziehen, aber schon bald macht es kaum noch Sinn, weiter zu fotografieren. Zum Glück waren wir früh gekommen.

Oben im Garten wimmelt es jetzt vor Leuten. Überall werden Selfies geschossen, das ist ja fast wie eine Seuche. Wir drehen noch eine Runde durch den Park, dann reicht es uns. Wir wollen wieder hinunter in die Stadt eine Kleinigkeit essen. Die Restaurants im Stadtzentrum sind wesentlich teurer als alles, was uns bisher begegnet ist. Wir begnügen uns mit einem Sandwich und einem Kaffee und kehren Frühnachmittags zu unserem Mobil zurück. Stadt ist nichts für uns, deswegen entschließen wir uns, noch an diesem Tag weiterzufahren. Der Stellplatz am Fußballstadion ist nicht nur eng und schräg, sondern auch ziemlich laut, andauernd fahren Autos an und liefern Kids zum Training ab, und der Baustellenverkehr führt direkt an unserem Platz vorbei. Wir sind einfach Naturmenschen, die Ruhe suchen. Für Stadtmenschen ist Sintra sicher ganz faszinierend.

Riesenseifenblasen, was für ein Spaß

Riesenseifenblasen, was für ein Spaß

Kunsthandwerk und Musik in Sintra

Kunsthandwerk und Musik in Sintra

Einfahrt zum Womostellplatz, Sintra

Einfahrt zum Womostellplatz, Sintra

Die Stellplatzsuche ist nicht ganz einfach an diesem Abend

An diesem Tag wird die Stellplatzsuche wieder langwierig und anstrengend. Wir fahren drei Plätze an, die uns nicht zusagen. Einer liegt auf einem Campingplatz, der den Charme einer Militär-Kaserne versprüht. Der andere hat eine sehr steile Zufahrt, die wir dem Mobil nicht zumuten wollen. Der dritte in Santa Cruz ist einfach nur ein Strandparkplatz, der anscheinend nicht wirklich als Stellplatz gedacht ist. Da parkt auch kein Wohnmobil, und er ist ziemlich weit vom Stadtzentrum entfernt. Außerdem drehen da am Nachmittag schon übermütige Kreise mit quietschenden Reifen.
Wir finden an diesem Abend noch einen eher häßlichen Platz mit sehr netten Nachbarn und einen außergewöhnlihen Strand mit einem gigantischen Felsen. Aber darüber schreib ich im nächsten Blogbeitrag, dieser hier ist schon sehr bildlastig.

Lena bericht auf Family 4 Travel über Sintra

 

 

Gabi

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Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

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4 Kommentare

  1. WOW, scheint ja ein absolut sehenswerter Garten zu sein ! Und diesen Turm würde ich nur zu gerne selbst unter die Lupe nehmen. Ist ja fast schon märchenhaft…..
    Und dann bin ich schon mal gespannt wie es auf dem hässlichen Stellplatz mit netten Nachbarn und gigantischen Felsen weitergeht…;-)
    Grüsse

    • Ja, Ricarda, der Garten war wunderschön. Ich hatte es ja vor allem auf diesen invertierten Turm abgesehen und der ist wahrlich faszinierend.
      so und jetzt mach ich mal schnell den nächsten Reisebericht fertig – der gigantische Fels muss endlich mal in unseren Blog 🙂
      liebe Grüße
      Gabi

    • Ja, Lena, der Garten hätte euch sicher gefallen. Jetzt müsst ihr nochmal hin 🙂
      Bei uns war es diesmal aber auch einfacher – wir waren nur zu zweit unterwegs. Mit Familie finde ich Sintra auch sehr teuer.
      liebe Grüße
      Gabi

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