Die Insel Whalsay, Shetland
Heute stand die Insel Whalsay auf dem Programm. Es war trüb! Was war denn das? Wir fuhren also auf die Insel Whalsay. Als wir im Bressay Leuchtturm wohnten hatten wir 10 Fährtickets gekauft. Dann kostet eine Überfahrt anstatt 20 Pfund, 10 Pfund. Die Tickets gelten für die Fähren nach Yell und Unst, nach Bressay und Whalsay. Die Kinder kosten bis zum 18. Lebensjahr 1 Pfund! Das finden wir gut! Noch haben wir zwei Tickets übrig, ob wir die wohl verkaufen können? Der Wind war kalt, die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, wollte partout nicht rauskommen, so fehlte diese Wärme und wir froren. Wir hatten alle keine Lust auf längere Wanderungen, liefen aber eine Stunde am Strand entlang.
Die Lust auf eine Tasse Kaffee
Ich dachte, im Hafen könnte ich vielleicht einen Kaffee trinken, ich fand aber gar nichts. Es gab wie in den meisten Communities so ein kleines Geschäft mit allem möglichen Krimskrams, aber ein Kaffee gab es nicht. Kneipen und Restaurants gibt es außer in Lerwick fast gar nicht. Hmm, dann kann ich auch kein Geld ausgeben. Aber diese Lust auf eine Tasse Kaffee! Kennst du das?
Unsere Tankuhr piepste, das Geräusch mag ich ja gar nicht! Da werde ich immer nervös und Gunter ganz ruhig neben dran: „Das langt noch für 100km, reg dich nicht auf!“ Ich bin aber nervös, weil wir schon öfters mal stehen geblieben sind, von wegen das reicht dicke! In Shetland sind auch die Tankstellen rar. Nicht nur ich kann nichts trinken, das Auto auch nicht! Auf einer kleinen Insel ohne Tankstelle fand ich den leeren Tank noch unangenehmer.

Hafen von Whalsay, Shetland, Schottland

Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland

Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland

Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland
Fischereihafen in Whalsay
Whalsay ist für die Fischerei bekannt, also nahm ich im Hafen die Hummereusen auf, dann fielen schwere Tropfen vom Himmel. Ich lief zum Auto, dann hörte es wieder auf, die Fähre kam, wir schaukelten 20 Minuten hin und her und waren wieder auf dem Festland Mainland Shetland. So langsam macht das Sinn! Bei all den Inseln! Vielleicht hatte uns Whalsay aufgrund des Wetters oder unserer Müdigkeit nicht vom Hocker gerissen? Vielleicht auch, weil wir niemanden zum Schwätzen gefunden hatten? ich hätte mir gern den speziellen shetländischen Dialekt dieser kleinen Insel angehört.
Shetland Krimis von Anne Cleeves
Die Bücher der Krimiautorin Anne Cleves findet man zur Zeit in einigen Läden in Lerwick. Nun, es gibt nur einen Buchladen und die Touristeninfo. Der Roman von Anne Cleeves, Red Bones spielt auf Whalsay.
[yellow_box]Whalsay
Der Name bedeutet „Walinsel“, aber nicht, weil hier besonders viele Wale abgeschlachtet wurden, sondern weil von der See aus die Insel wie ein Wal aussieht. Die Menschen auf Whalsay leben hauptsächlich vom Fischfang und sprechen einen eigenen Dialekt. Landschaftlich gehört Whalsay eher zu den undramatischeren Inseln, Geschichtsinteressierte finden hier Überreste von Siedlungen aus der Stein- und Bronzezeit. Neueren Datums sind ein Handelshaus der Hanse, das Symbister Haus, die ehemalige Residenz des Grundherrn, und die Cottage, in der der Poet Hugh McDiarmid neun Jahre lebte.[/yellow_box]
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Schafe auf der Insel Burra, Shetland

fünf Minuten alte Lämmer, Insel Burra, Shetland
Wir fuhren heim, kochten, aßen und saßen ein paar Minuten auf dem Sofa! Das Wetter sah wieder freundlicher aus. Der Strand reizte uns für einen fotografischen Ausflug und er war so nah. So zogen Gunter und ich alleine los. Wie üblich fuhren wir bis ans Ende der Straße der Insel Burra! Dort sollte es den zweiten Sandstrand der Insel geben.
Gespräche auf Shetländisch
Auf dem Parkplatz zum Strandweg standen Leute. „What a nice day, today!“ schon ist man im Gespräch. Irgendwie kamen wir auf Schafe und Lämmer. „Wir haben gerade Nachwuchs!“, sagte die etwa 60 jährige Frau. „Wirklich, so früh im Jahr? Dürfen wir mal schauen!“ Wir durften und jetzt lernten wir alles über Schafe, Geburten, Lämmer und das Leben als Schaffarmer. „Früher gab es nur selten Zwillinge, jetzt haben wir 75 % Zwillige und manchmal haben die Schafe sogar drei Lämmer. Dann wächst ihnen eine extra Zitze! Aber besser ist es, das dritte Lamm an eine Schafsmutter mit nur einem Lamm zu geben.“
Wir mußten uns schwer konzentrieren die Dame zu verstehen. Das Englisch hörte sich seltsam am, viele Worte kannten wir nicht. Trotzdem verstanden wir den Zusammenhang, es war hoch interessant.
Wie schade, dass die Kids das jetzt verpasst hatten. Ich fragte, ob ich mit meinen Dreien nochmal kommen dürfe. „Ja, natürlich. Hier kommen auch viele shetländische Kinder um mal engen Kontakt mit Schafen und Lämmern zu haben“, bekam ich freundlich zu hören. Wie nett doch die Menschen hier alle sind! Wir lernen soviel, jeder erzählt und gibt ausführlich Auskunft! Was für ein Genuß.
Shetland Schafe
Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir den langen, weissen Sandstrand. Zierliche Shetlandschafe standen auf den Weiden. Sie schauten nicht zur Insel Foula, die im Abendlicht lag und eine Sehnsucht in mir auslöste. Wir liefen, froren, fotografierten, erzählten und waren glücklich.
Nach Sonnenuntergang waren wir erst zurück, ich lud die Fotos runter, schrieb am Bericht, quälte mich am Fenster stehend mit lahmen Internet. Erst spät fanden wir wieder ins Bett.

Sonnenuntergang am Strand, Insel Foula am Horizont

Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland

Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland

Shetland Schafe, Burra, Shetland

Croft Haus, Burra, Shetland

Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland

Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland

Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
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Jamiesons Shetland Wolle
Wie sieht es wohl in einer Strick-Fabrik aus?
Es war einer der wenigen Tage, an denen die Sonne grauen Wolken für einen Nachmittag den Vortritt liess. Das Licht verwischte die Konturen der Landschaft, und hin und wieder bliess uns der Wind einige Schnee-Graupel um die Ohren. Kurz gesagt, im Freien herumzulaufen machte nicht unbedingt Spaß.
Wir erkundeten gerade die nördlichen Regionen des West-Mainlands, kleine Single-Track-Roads mit Sheep-Droppings und ziemlich menschenleer, als wir bei Sandness ein Schild mit der Aufschrift „Visitors Welcome“ erspähten. Dahinter standen ein paar Fabrikhallen. Per Zufall waren wir über Jamieson’s of Shetland gestolpert, der einzigen Wollmühle und -fabrik auf Shetland, die in Familienbesitz und für ihre exquisite Wollqualität weltbekannt ist.
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Bushaltestelle in Unst und Inselfeeling
Ich schaue die BBC Serie Coast regelmäßig. Als meerbegeisterter Mensch lerne ich dabei sehr viel. Die Serie inspiriert mich besonders bezüglich neuen Reisezielen. Vor vielen Jahren sah ich die Folge über die Britischen Inseln und die über Shetland. Dort wurde eine liebevoll eingerichtete Bushaltestelle in Unst im Norden Shetlands vorgestellt. Nur auf Inseln wäre so etwas möglich, auf dem Festland, auch in Schottland, würde die Einrichtung, die zu bestimmten Zeiten sogar einen Computer mit Internetanschluss hatte, zerstört, gestohlen oder beschmutzt werden. Gerade diese Bushaltestelle stand für mich als Symbol für das friedvolle Leben, wie es nur kleine Inseln ermöglichen! Noch immer erinnerte ich mich an den Moment, als ich sie zum ersten Mal in dieser Serie sah. Dieser Moment war definitiv ein Triggerimpuls für diese Reise zu den Shetlands.
Bushaltestelle in Unst, Shetland
Inselfeeling
Inselreisen sind schon um einiges schwieriger zu verwirklichen. Die Fähren müssen geplant und gebucht – und natürlich auch bezahlt werden. Die Überfahrten kosten nicht nur viel Zeit, sie sind auch sehr teuer. Unterkünfte kosten mehr als auf dem Festland, die Auswahl ist nicht so groß. Der Preis für Diesel ist wesentlich teurer als auf dem Festland. Wir zahlten 1,50 Pfund/Liter! Trotzdem lohnt es sich meiner Meinung nach, diese Mühen und Kosten auf sich zu nehmen.
Ich fühlte mich geborgen, sicher, aufgenommen von freundlichen Menschen. Die Inseln sind überschaubar. Die Tierwelt ist weniger eingeschränkt als auf dem Festland (und GB ist ja auch eine Insel, wenn auch eine Große!). Die Inseln sind dünner besiedelt. Ich liebte diese Mischung aus Freiheit, Geborgenheit und dem Erleben der Natur. Selbst die Tatsache, dass das Wetter so schlecht werden kann, dass ein Verlassen der Insel unmöglich wird, finde ich reizvoll!
Jetzt aber zur Bushaltestelle! Für mich war es ein MUSS, sie anzusehen und zu fotografieren :-) Wir fuhren also nach Unst, zur nördlichsten bewohnten Insel Großbritanniens. Zwei Fähren sind dazu von Shetland Mainland aus nötig.
falls jemand beim Warten auf den Bus stricken möchte :-)
Schafdekor
Und da stand sie! Im Schafdekor, gemütlich, liebevoll gepflegt, bequem und sauber. Vor ca. 12 Jahren begann Bobby, der dort auf den Schulbus wartete, die Haltestelle gemütlich einzurichten. Seither zog er in die Welt, seine Mutter übernahm die Pflege des mittlerweile berühmten Unterstands. Die Haltestelle hat seit vielen Jahren eine eigene Internetseite, auf der sich Informationen zur Geschichte und Bilder der der unterschiedlichen Einrichtungen befinden.
Esra und Noah in der Bushaltestelle Unst Shetland – die Sitze waren wohl mal in einem Auto, Es gibt sagar Teppichboden und Gardinen!
Noah in der Bushaltestelle Unst Shetland – in das Gästebuch trugen wir uns leider nicht ein, wir haben es vor lauter Aufregunge vergessen. Schade!
Gerade war die Bushaltestelle Unst wieder in den Medien (Shetland News). Die Webpage der Bushaltestelle findet sich unter den 100 britischen“Must Read Webpages“ wieder.
Hier kommt ihr direkt zu der Webpage der Unst Bushaltestelle.
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Magnus der Fischer und Betty das Strickwunder
Das Leben in den Leuchttürmen war ruhig. Wir trafen kaum andere Reisende. In Bressay noch weniger als in Eshaness. Der Bressay Leuchtturm ist ja auch nur durch die kurze Bressay Fähre ereichbar, das tun sich dann viele „Hektiktouristen“ nicht an. Wir sahen in der Woche, die wir im Leuchtturmwärterhaus wohnten, keine Touristen! In Eshaness parkten immer wieder mal Leihwagen und auch Wohnmobile auf dem Parkplatz unweit des Leuchtturms. Ich sprach immer wieder andere Reisende an, oder ich wurde nach einer Toilette oder einer Besichtigung gefragt. Die nächsten „richtigen“ Nachbarn waren Schafe etwa ein Kilometer entlang der Straße.
Das Cottage in Hamnavoe war dagegen dann ein Kontrast. Wir wohnten in einem kleinen Fischerdorf, mit richtigen, zweibeinigen Nachbarn. Es dauerte nicht lange, bis ich sie kennenlernte.
Wir schauten auf ein kleine Haus unterhalb unseres Cottages. Dort stapelten sich alte Hummereusen. Ein Fischer? Oder nur Hobbyfischer?
Magnus der Fischer, Burra, Shetland
Magnus der Fischer, Burra, Shetland
Magnus der Fischer
Morgens parkte ein Wagen mit Anhänger, die Hummerfallen wurden eingeladen. Ich lief natürlich raus, um zu schauen was los war. Ein älterer, weisshaariger Herr begrüßte mich freundlich. Wie immer begann das Gespräch mit dem Thema Wetter. „Was für ein toller Tag!“ Ich fand heraus, dass Magnus ein „echter“ Fischer war. Viele Jahre lang war er mit einem etwa 25 m langen Boot zur See gefahren. Er hatte eine Crew von sechs Männern gehabt.
Oft fuhren sie mit dem kleinen, vollbeladenen Boot sogar nach Aberdeen, weil sie da einen besseren Preis für den Fisch bekamen. Ich versuchte es mir vorzustellen! So ein kleines Boot, tief im Wasser liegend und dann diese lange Fahrt in der rauhen See. Wie anstrengend muss das gewesen sein? „Wir brauchten etwa 24 Stunden um nach Aberdeen zu fahren. Ich wurde nie seekrank! Meist schafften wir es, am Wochenende zu Hause zu sein. Es gab Januare, da schafften wir es nur an einem Tag rauszufahren, so wild war das Wetter“ lachte er, als er meinen Blick sah.
Hummerreusen für die Krebse
Mit den Hummereusen will man eigentlich eher die helleren großen Krebse fangen. Sie werden nach Spanien exportiert. Ab und zu sind aber auch die Hummer drin. Es gäbe noch viel Fisch in der Region, aber die Vorschriften und Beschränkungen würden immer strenger und schwieriger. Er hatte sein Fischerboot verkauft. Hielt es aber so ganz ohne seetüchtiges Fahrzeug nicht aus. So teilt sich Magnus ein kleines Boot mit seinen Söhnen.
Shetländisch
Magnus versucht mit seinen Enkeln Shetländisch zu sprechen. Es freut ihn, wenn die jungen Leute, Shetländisch sprechen. Früher. meinte auch seine Frau Betty, verboten sie uns in der Schule, Shetlädnisch zu sprechen. Heute bieten sie sogar Kurse dafür an. Wir hatten in den letzten Wochen immer mal wieder Menschen getroffen, die ziemlich schwer zu verstehen waren. Jetzt im Nachhinein erkannten wir, dass das wohl Shetländisch gewesen war. Und es ist erstaunlich, wie viele wir trotzdem noch verstanden hatten :-)
Betty, das Strickwunder
Abends besuchte ich Magnus, um ihn zu fragen, wann ich ihn und sein kleines Boot fotografieren dürfe. Betty sass in der warmen Stube und strickte! Sie arbeitete gerade am Ärmel des Pullovers! Der Pullover hing aber bereits am Ärmel dran. „Kann man den mit dem schwierigen Fair Isle Muster den Pullover in einem Stück stricken?“ fragte ich. „Ach, das ist doch nicht schwer. Das Muster steht doch in meinem Heft. Hier habe ich einen Strickgürtel, eine Nadel steht fest. Dann habe ich hier die zwei verschieden farbigen Fäden und die zwei beweglichen Nadeln.“ Sie strickte flott und ohne Mühe! Hörte wieder auf, wenn ich was fragte und legte gleich wieder geschwind los. Wahnsinn! Spätestens bei der zweiten Unterbrechung hätte ich mich im Muster vertan! „Hast Du da einen Strickcomputer im Kopf? Das ist ja Wahnsinn!“, rief ich begeistert. Früher hatte Betty auch im Auftrag gestrickt, das mache sie heute nicht mehr. Die Leute kaufen die Sachen einfach nicht mehr. Magnus sass uns im selbstgestrickten Pullover gegenüber und schmunzelte. „Hier, das ist nicht die echte Shetlandwolle“, er zog am Pullover, der sich weit ausdehnte, „der wird immer weiter statt enger!“ Die Pullover müssen nicht so oft gewaschen werden, aber wenn, dann natürlich nur mit der Hand. Danach werden die guten Stücke auf ein spezielles Brett aufgezogen, damit sie die Form behalten. Wir erfuhren in den nächsten Tage noch von diesen speziellen Pullovern, die teilweise auch nach 40 Jahren noch getragen werden! Kein Wunder, dass Wendy, die daraus dann Bären herstellt, gut davon leben kann! Das sind alles kleine Schätze!
„Wollt ihr mal Hummer versuchen?“
Einen Tag später fuhr ich dann mit Magnus in den Hafen von Scalloway, wo sein Boot liegt. Ich fotografierte ihn vor dem kleinen, blauen Boot, mit dem er immer noch gern aufs Meer hinausfährt. „Mögt ihr Hummer?“ fragte er, als wir ein paar Bilder auf der Speicherkarte hatten. „Hmm, ich habe noch keinen probiert, könnte es auch nicht, weil ich nicht wüßte, wie er zubereitet wird!“ gab ich zur Antwort. Magnus beugte sich über die Reling, zog an einer Schnur und hob eine Hummerfalle aus dem Wasser. Drinnen befanden sich zwei Hummer. „Wollt ihr den denn mal versuchen?“ fragte er. „ja, klar!“ Er zog noch einen weiteren Hummer aus dem Wasser, legte die drei in den bereitsstehenden Eimer. „Wir werden Euch den Hummer zubereiten!“ meinte der Fischer freundlich.
So setzten wir uns abends auf einen Tee und frischen Hummer zusammen. Die Jungs fanden es klasse, Amy mochte das helle Fleisch nicht mehr versuchen, nachdem sie gehört hatte, dass die Schalentiere bei lebendigem Leib ins kochende Wasser geschmissen werden. Nun, der Gedanke ist nicht erbaulich, da stimme ich ihr zu. Der Hummer schmeckte aber lecker. Etwas zäh vielleicht, was auch Magnus meinte, er würde lieber die helle Krebse essen.
Betty strickt einen Shetland Pullover mit Fair Isle Muster
Hummer, Shetland
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Shetländischer Insel Dialekt
Der Shetländische Dialekt ist geprägt von der Nordgermanischen Sprache Norn. So findet man einige norddeutsch klingende Wörter im ansonsten sehr schottischen English. Für uns klang das in etwa so, wie ein Norddeutscher mit norwegischem Redefluss Schottisch spricht.
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Jonathan Wills – Seabirds and Seal Tours – Abends Strandspaziergang und Schafe
Fortsetzung von Gestern:
Als wir alles gehört hatten, was es über die Burra Bären zu hören gab, machten wir uns auf zu unserem nächsten Treffen, mit einem gewissen Jonathan Wills. Dieser nennt eine Wildlife-Beobachtungs-Firma sein eigen und war gerade mit der alljährlichen technischen Überholung seines Bootes beschäftigt, als wir ihn kontaktierten. Trotzdem, kein Problem, wir können mal vorbeikommen, mit ihm reden und uns das Boot anschauen.
Also irrten wir durch das von ihm genannte Industrie-Hafengebiet und suchten zwischen all den gigantischen Gerätschaften sein relativ kleines Boot.
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Wendy Inkster und ihre „Burra Bears“
Heute haben wir zur Abwechslung einmal das Erforschen der Landschaft und der Natur etwas vernachlässigt; stattdessen haben wir im Laufe des Tages Bekanntschaft mit einer Vielzahl einzigartiger Leute gemacht und zahlreiche interessante Gespräche geführt.
Wendy und ein Burra Bear, Insel Burra Shetland
Angefangen hat es, als wir uns am Morgen auf die Suche nach einem bestimmten Schafhirten begaben, dessen Schafe gestern Abend erst Lämmer bekommen hatten… Gabi und Gunter hatten dies gestern mitbekommen, und sich die Sache natürlich sofort näher angeschaut. Allerdings fanden wir auf dem Hof niemanden vor, von einem Auto weit und breit keine Spur, die Herrschaften waren offensichtlich woanders
Auf einer der abgelegenen Straßen sahen wir ein Schild des Croft Trails. Gabi parkte an einer roten Hütte, die „Red Houss Shetland“ hies. Dort gab es Aquarelle und Schmuck zu kaufen. Der Künstler meinte, er würde die traditionellen „Fair Isle Patterns“ in seinen Silberschmuck einbauen. Wir sollten auch die Burra Bears besuchen, das wäre nur wenige hundert Meter weiter.
So landeten wir bei den Burra Bears, die uns gar nicht so unbekannt vorkamen.
„Burra Bears“, davon hatten wir doch erst am Vorabend mit, zugegeben, mangelndem Interesse in einer Broschüre gelesen: das sind handgemachte Teddybären aus Shetland-Wolle, die sich anscheinend sehr großer Beliebtheit erfreuen. „Naja,“ dachte ich mir, „was gehen mich irgendwelche Teddybären an?“. Aber weil wir schon einmal dort waren (und weil Gabi mich dazu bewegte) klopften wir dort an der Haustür.
Die wurde auch sogleich geöffnet, und wir wurden von einer überaus freundlichen Teddybär-Herstellerin mit lila Strähnchen in den Haaren in das Haus gebeten. Sie ahnte schon, dass wir wegen der Bären da waren, (weswegen auch sonst?) und so führte sie uns durch den Flur in ihr Bären- Arbeitszimmer. Es war sehr schön eingerichtet, und es stapelten sich an den Wänden und in den Regalen tonnenweise farbenfrohe Stoffe, wie man es in einer solchen Werkstatt auch erwartet. Überall lagen Teddybären in den verschiedensten Farben, Größen und Stufen der Fertigstellung herum, und wir fingen auch gleich an, uns darüber zu unterhalten.
Wo ich das Ganze am Anfang noch mit einer Mischung aus Desinteresse, Gleichgültigkeit und Skepsis betrachtet hatte, so änderte sich meine Einstellung gegenüber der handgemachten Teddybären im Laufe des Gesprächs vollends. Vor allem war ich von Wendies Recycling-Konzept angetan; sie hatte vor Jahren damit angefangen, diese Bären herzustellen. Die Bären bestehen nämlich aus 100% wiederverwertetem Material. Ihre Rohstoffe bezieht sie von der Firma, die Shetland Pullies herstellt. Dort fallen immer gewisse Mengen an Ausschuss ab, welcher, aus welchem Grund auch immer, nicht zur Herstellung von verkäuflichen Pullovern und anderen Textilien geeignet sind. Diese Stoffe kann man sich wohl kiloweise und für recht wenig Geld aneignen, da sie sonst sowieso im Abfall landen würden. Und nicht nur die „Oberfläche“ der Teddys wird daraus gemacht, auch die Füllung besteht aus der wiederverwerteten Wolle; das ist auch für die relative Härte der Bären verantwortlich, sie sind nicht so weich, wie man es erwarten würde.
Burra Bears, Insel Burra, Shetland
Alle Teddybären werden nach dem selben Machart hergestellt, die einzige Variation besteht darin, dass mache größer sind und andere kleiner. Sie schneide die Stoffe immer aus, erklärte uns Wendy, und zusammengenäht würden die Teddys dann von 4 Angestellten. Manchmal wird sie auch von den verschiedensten Leuten dazu beauftragt, aus einem alten Wollpulli einen Teddy zu machen. Dann ist es eine etwas heiklere Angelegenheit, weil man ja bei einem erinnerungsträchtigen Kindheitspullover von jemanden keine Fehler machen darf.
Highmount Cottage
Im Cottage,, Hamnavoe
Hier findet ihr Lily & Jans Seite. Falls Ihr mal eine Unterkunft in Shetland suchen solltet!
Easthouse Crofthouse, Insel Burra, Shetland
Künstler, Burra
Mike Finni, Künstler, Burra, Red Houss
Übersichtsseite Shetland
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Insel Whalsay und Burra Beaches
Die Insel Whalsay, Shetland
Heute stand die Insel Whalsay auf dem Programm. Es war trüb! Was war denn das? Wir fuhren also auf die Insel Whalsay. Als wir im Bressay Leuchtturm wohnten hatten wir 10 Fährtickets gekauft. Dann kostet eine Überfahrt anstatt 20 Pfund, 10 Pfund. Die Tickets gelten für die Fähren nach Yell und Unst, nach Bressay und Whalsay. Die Kinder kosten bis zum 18. Lebensjahr 1 Pfund! Das finden wir gut! Noch haben wir zwei Tickets übrig, ob wir die wohl verkaufen können? Der Wind war kalt, die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, wollte partout nicht rauskommen, so fehlte diese Wärme und wir froren. Wir hatten alle keine Lust auf längere Wanderungen, liefen aber eine Stunde am Strand entlang.
Die Lust auf eine Tasse Kaffee
Ich dachte, im Hafen könnte ich vielleicht einen Kaffee trinken, ich fand aber gar nichts. Es gab wie in den meisten Communities so ein kleines Geschäft mit allem möglichen Krimskrams, aber ein Kaffee gab es nicht. Kneipen und Restaurants gibt es außer in Lerwick fast gar nicht. Hmm, dann kann ich auch kein Geld ausgeben. Aber diese Lust auf eine Tasse Kaffee! Kennst du das?
Unsere Tankuhr piepste, das Geräusch mag ich ja gar nicht! Da werde ich immer nervös und Gunter ganz ruhig neben dran: „Das langt noch für 100km, reg dich nicht auf!“ Ich bin aber nervös, weil wir schon öfters mal stehen geblieben sind, von wegen das reicht dicke! In Shetland sind auch die Tankstellen rar. Nicht nur ich kann nichts trinken, das Auto auch nicht! Auf einer kleinen Insel ohne Tankstelle fand ich den leeren Tank noch unangenehmer.
Hafen von Whalsay, Shetland, Schottland
Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland
Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland
Haus auf Whalsay, Hanseatic Booth, Shetland, Schottland
Fischereihafen in Whalsay
Whalsay ist für die Fischerei bekannt, also nahm ich im Hafen die Hummereusen auf, dann fielen schwere Tropfen vom Himmel. Ich lief zum Auto, dann hörte es wieder auf, die Fähre kam, wir schaukelten 20 Minuten hin und her und waren wieder auf dem Festland Mainland Shetland. So langsam macht das Sinn! Bei all den Inseln! Vielleicht hatte uns Whalsay aufgrund des Wetters oder unserer Müdigkeit nicht vom Hocker gerissen? Vielleicht auch, weil wir niemanden zum Schwätzen gefunden hatten? ich hätte mir gern den speziellen shetländischen Dialekt dieser kleinen Insel angehört.
Shetland Krimis von Anne Cleeves
Die Bücher der Krimiautorin Anne Cleves findet man zur Zeit in einigen Läden in Lerwick. Nun, es gibt nur einen Buchladen und die Touristeninfo. Der Roman von Anne Cleeves, Red Bones spielt auf Whalsay.
[yellow_box]Whalsay
Der Name bedeutet „Walinsel“, aber nicht, weil hier besonders viele Wale abgeschlachtet wurden, sondern weil von der See aus die Insel wie ein Wal aussieht. Die Menschen auf Whalsay leben hauptsächlich vom Fischfang und sprechen einen eigenen Dialekt. Landschaftlich gehört Whalsay eher zu den undramatischeren Inseln, Geschichtsinteressierte finden hier Überreste von Siedlungen aus der Stein- und Bronzezeit. Neueren Datums sind ein Handelshaus der Hanse, das Symbister Haus, die ehemalige Residenz des Grundherrn, und die Cottage, in der der Poet Hugh McDiarmid neun Jahre lebte.[/yellow_box]
Größere Kartenansicht
Schafe auf der Insel Burra, Shetland
fünf Minuten alte Lämmer, Insel Burra, Shetland
Wir fuhren heim, kochten, aßen und saßen ein paar Minuten auf dem Sofa! Das Wetter sah wieder freundlicher aus. Der Strand reizte uns für einen fotografischen Ausflug und er war so nah. So zogen Gunter und ich alleine los. Wie üblich fuhren wir bis ans Ende der Straße der Insel Burra! Dort sollte es den zweiten Sandstrand der Insel geben.
Gespräche auf Shetländisch
Auf dem Parkplatz zum Strandweg standen Leute. „What a nice day, today!“ schon ist man im Gespräch. Irgendwie kamen wir auf Schafe und Lämmer. „Wir haben gerade Nachwuchs!“, sagte die etwa 60 jährige Frau. „Wirklich, so früh im Jahr? Dürfen wir mal schauen!“ Wir durften und jetzt lernten wir alles über Schafe, Geburten, Lämmer und das Leben als Schaffarmer. „Früher gab es nur selten Zwillinge, jetzt haben wir 75 % Zwillige und manchmal haben die Schafe sogar drei Lämmer. Dann wächst ihnen eine extra Zitze! Aber besser ist es, das dritte Lamm an eine Schafsmutter mit nur einem Lamm zu geben.“
Wir mußten uns schwer konzentrieren die Dame zu verstehen. Das Englisch hörte sich seltsam am, viele Worte kannten wir nicht. Trotzdem verstanden wir den Zusammenhang, es war hoch interessant.
Wie schade, dass die Kids das jetzt verpasst hatten. Ich fragte, ob ich mit meinen Dreien nochmal kommen dürfe. „Ja, natürlich. Hier kommen auch viele shetländische Kinder um mal engen Kontakt mit Schafen und Lämmern zu haben“, bekam ich freundlich zu hören. Wie nett doch die Menschen hier alle sind! Wir lernen soviel, jeder erzählt und gibt ausführlich Auskunft! Was für ein Genuß.
Shetland Schafe
Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir den langen, weissen Sandstrand. Zierliche Shetlandschafe standen auf den Weiden. Sie schauten nicht zur Insel Foula, die im Abendlicht lag und eine Sehnsucht in mir auslöste. Wir liefen, froren, fotografierten, erzählten und waren glücklich.
Nach Sonnenuntergang waren wir erst zurück, ich lud die Fotos runter, schrieb am Bericht, quälte mich am Fenster stehend mit lahmen Internet. Erst spät fanden wir wieder ins Bett.
Sonnenuntergang am Strand, Insel Foula am Horizont
Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
Shetland Schafe, Burra, Shetland
Croft Haus, Burra, Shetland
Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
Schafe und Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
Bannaminn Beach, Insel Burra, Shetland
Übersichtsseite Shetland
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