Der Morgen empfing uns mit Sonnenschein. Und Sonnenschein ist nach einem Regen – auch, wenn er hautsächlich in der Nacht gefallen war – umso besser. Wir sprangen also schnell raus, und liefen ungewaschen und mit knurrenden Mägen zum Strand.
Der Küstenpfad von Sandkås nach Allinge war ein fotografischer Spaziergang, den wir sehr genossen. Die Felsen lagen frisch gewaschen vom nächtlichen Regen strahlend und glänzend im weichen Licht des Morgens. Das Meer war noch etwas aufgebracht vom gestrigen Sturm, die Luft war aber ruhig. Ja, das sind die Momente, die die Fotografen glücklich machen! Und das bereits vor dem Frühstück!

Felsige Küste am frühen Morgen

Auf dem Wanderpfad

Gabi in der Pfütze

Auf dem Auf dem Wanderpfad zwischen Sandkås und Allinge, Bornholm

Blick nach Allinge und die Schonsteine der Räuchereien
Unsere Teenager waren tatsächlich schon wach und am Frühstückstisch als wir zwei Stunden später ankamen. Das Kaffeewasser war allerdings wieder kalt geworden. Wir frühstückten gemütlich und viel, was nötig war, denn der Tag würde anstrengend werden. Sonniges Wetter soll man nutzen!
Steinzeichnungen von Madsebakke
Zuallererst besuchten wir die Steinzeichnungen aus dem Bronze Zeitalter auf dem Hügel von Madsebakke. Mich faszinierte schon das Licht, die Bäume und die von Gletschern geschliffenen Felsen. Doch dann fanden wir die ca. 3000 Jahre Zeichnungen. Da kommt man schon mal ins Überlegen. Wie das früher wohl hier war? Was das für Menschen waren? … Wir kontemplierten und genossen und fotografierten natürlich. Damit Du das auch hier sehen kannst!

Felszeichnungen in Madsebakke , Bornholm

Ein Baum auf Bornholm
Ols Kirke, eine der vier Rundkirchen auf Bornholm
Danach besuchten wir die schönste der vier Rundkirchen, die Ols Kirke in der Nähe von Allingen. Ich hatte ehrlich gesagt eigentlich wenig Lust auf Kirchen, doch das änderte sich ziemlich schnell. Schon von außen sah das Bauwerk aus dem 12. Jh unglaublich schön aus. Die Kirche ist sehr „massig“, sie ähnelt einer Burg und als solche wurde sie in früheren Zeiten auch genutzt. Aber über die historischen Hintergründe wird Noah bald was schreiben – mir fehlt dazu die Zeit. Noahs Text über die Rundkirche von Østerlars.

Die Rundkirche Ols Kirke, Bornholm

Das Dach der Runkirche von Innen

Der Treppenaufgang der Ols Kirke, Bornholm

Detail der Ols Kirke, Bornholm

Detail der Ols Kirke, Bornholm

Im Innern der Ols Kirke, Bornholm
Ich lief mit Noah in die Kirche hinein. Der Eintritt kostete 10 Kronen pro Person und eine Broschüre holten wir noch zusätzlich. Die ersten Meter unserer Besichtigung waren ja noch „normal“, es sah halt aus, wie in einer Kirche, nur rund!
Besichtigung der Ols Kirke
Doch es ist möglich, die Kirche bis unter das Dach zu besichtigen und das taten wir natürlich. Die Treppe hinauf ist sehr eng. Die Stufen sind so steil und eng, dass sie aus Dreiecken gebaut sind, immer versetzt. Wir mussten beim Hochsteigen aufpassen, wie unsere Füße auf die Stufen passten und wir nutzten das Seil zum Festhalten. Es wurde jedoch noch enger, als wir die niedrige Tür passierten und plötzlich war es fast ganz dunkel. So stiegen wir hinauf und standen schließlich im ersten Stock auf einem Boden, der wie ein Wanderpfad – und nicht mal ein Guter – aussieht. Nun, könnten man ihn sehen! – wir fühlten ihn mit den Füßen und holprig ist er. Es ging noch weiter hinauf. Nur das Licht eines Fensters beleuchtet das Innere des Gebäudes. Es ist wirklich klasse! Oben bestaunten wir das Dachgebälk, auch im schummrigen Licht. Es war sehr ruhig, Noah und ich waren ganz allein! Ja, die Rundkirche ist was ganz Besonderes. So ähnlich, wie die Stabkirchen in Norwegen. Sollte man mal gesehen haben!
Der höchste Wasserfall Dänemarks – der Døndalen
Danach fuhren wir, weil es auf dem Weg lag, zum höchsten Wasserfall Dänemarks, dem Døndalen. Die Wanderung dauerte etwas länger, leider, denn im Sonnenschein wollten wir eigentlich lieber am Meer sein. Außerdem waren die Pfade vom gestrigen Regen so richtig schmatzig matschig. Wir quälten uns also durch den Matsch, verliefen uns noch ein wenig, genossen dabei das saftige Grün, und hie und da auch Rot der Wälder. Dabei lauschten wir dem gurgelnden Wasser des kleinen Bachs, nur in der Ferne hörten wir das Rauschen des Wasserfalls.
Über Umwege, mit fetten Klumpen Matsch an den Schuhen, standen wir plötzlich vor ihm: DEM Wasserfall. So beeindruckend sah er gar nicht aus. Außerdem konnten wir durch all den Bewuchs im Tal kaum einen ungestörten Blick auf ihn werfen. Überall standen Bäume und Hecken im Weg. Wir taten uns etwas schwerer mit der Fotografie als am Tag zuvor.
Trotzdem war das hier wieder eine wunderbare Wald-Bach-Stimmung. Auf dem Rückweg verliefen wir uns und standen plötzlich auf einem Acker. Quer über das matschige Feld liefen wir zur Straße und unserem Mobil. Jetzt mussten wir erst mal Schuhe putzen! Insgesamt war es traumhaft, nur ließen wir uns vom guten Wetter etwas hetzen.
Ich habe übrigens meine neuen Wanderschuhe bereits eingelaufen. Bornholm eignet sich gut dazu und ich habe nicht mal eine Blase bekommen.

Der Døndalen

Der Døndalen

Auf dem Wanderpfad
Nun, es geht weiter mit diesem sonnigen Tag – das ist wohl der große Vorteil von Wettervorhersagen, vor allem von Schlechten – man nutzt den Tag, solange es trocken ist! Besser als an diesem Tag konnte das Wetter eh nicht werden!
Der Leuchtturm in Dueodde
Im Süden der Insel gibt es noch Leuchttürme, die wir nicht gesehen hatten und außerdem Sandstände. Noch schien die Sonne und wir machten uns auf dem Weg. Wir standen erst mal im Wald auf einem Parkplatz. Der Sand ist allerdings im Süden allgegenwärtig. Selbst im Wald finden sich hie und da ein paar Dünen.
Der neue Leuchtturm in Dueodde ist hoch und das zu Recht. Es gibt zwei alte Leuchttürme, die ihre Arbeit nicht mehr verrichten konnten, weil sich ein Wald zwischen sie und das Meer gesellte. Zum Schutz der Landschaft wurde Wald angesiedelt – damit der Sand sich nicht zu weit ausbreitet – und die Leuchttürme waren zu kurz geworden. Jetzt steht ein gigantischer, weißer Leuchtturm im Wald und scheint sein Licht hinaus aufs Meer. Um ganz ehrlich zu sein: Schön ist er nicht, der Leuchtturm.
Der sieht eher wie so ein Industrieturm aus. Aber, das macht die Dünenlandschaft wieder wett. Die ist nämlich wahnsinnig schön und vor allem vielfältig. Da gibt es am Rand noch Wald und ein paar Bäume haben sich sogar in die Dünen verloren. Dann gibt es Heidekraut und Strandhafer und wahnsinnig viel ganz feinen Sand. Früher wurden mit diesem Sand Sanduhren gefüllt. Und der Sand war auch der Grund, warum dieser Strand immer wieder den Preis des schönsten dänischen Strandes gewonnen hat. Übrigens hat Bornholm unglaublich viele Rekorde zu vermelden. So ist genau dieser Leuchtturm der höchste Leuchtturm Skandinaviens. Die anderen Rekorde listen wir am Ende der Reise mal auf!

Am Strand von Dueodde

Der Leuchtturm von Dueodde zwischen Strandhafer

Die Dünenlandschaft bei Dueodde

In den Dünen von Dueodde – diese Wolke sah nach Regen aus und sie brachte auch Regen!

Dueodde Leuchtturm und Rettungsring
Wir hatten jedenfalls Glück. Eine dicke, fette Wolke zog heran, doch sie ließ uns noch genügend Zeit, unsere Bilder zu schießen und trockenen Fußes das Mobil erreichen. Dann zog sie vor die Sonne, wie es auch der Wetterbericht gemeldet hatte. Wie gut doch, dass wir den Tag genutzt hatten. Carpe diem ist eh mein Motto! Am Abend waren wir sehr verdient müde.

Amy und Noah in den Dünen
Unsere Hauptseite von Bornholm
Wandern in Sandkås, der Leuchtturm in Dueodde, eine Rundkirche auf Bornholm
Der Morgen empfing uns mit Sonnenschein. Und Sonnenschein ist nach einem Regen – auch, wenn er hautsächlich in der Nacht gefallen war – umso besser. Wir sprangen also schnell raus, und liefen ungewaschen und mit knurrenden Mägen zum Strand.
Der Küstenpfad von Sandkås nach Allinge war ein fotografischer Spaziergang, den wir sehr genossen. Die Felsen lagen frisch gewaschen vom nächtlichen Regen strahlend und glänzend im weichen Licht des Morgens. Das Meer war noch etwas aufgebracht vom gestrigen Sturm, die Luft war aber ruhig. Ja, das sind die Momente, die die Fotografen glücklich machen! Und das bereits vor dem Frühstück!
Felsige Küste am frühen Morgen
Auf dem Wanderpfad
Gabi in der Pfütze
Auf dem Auf dem Wanderpfad zwischen Sandkås und Allinge, Bornholm
Blick nach Allinge und die Schonsteine der Räuchereien
Unsere Teenager waren tatsächlich schon wach und am Frühstückstisch als wir zwei Stunden später ankamen. Das Kaffeewasser war allerdings wieder kalt geworden. Wir frühstückten gemütlich und viel, was nötig war, denn der Tag würde anstrengend werden. Sonniges Wetter soll man nutzen!
Steinzeichnungen von Madsebakke
Zuallererst besuchten wir die Steinzeichnungen aus dem Bronze Zeitalter auf dem Hügel von Madsebakke. Mich faszinierte schon das Licht, die Bäume und die von Gletschern geschliffenen Felsen. Doch dann fanden wir die ca. 3000 Jahre Zeichnungen. Da kommt man schon mal ins Überlegen. Wie das früher wohl hier war? Was das für Menschen waren? … Wir kontemplierten und genossen und fotografierten natürlich. Damit Du das auch hier sehen kannst!
Felszeichnungen in Madsebakke , Bornholm
Ein Baum auf Bornholm
Ols Kirke, eine der vier Rundkirchen auf Bornholm
Danach besuchten wir die schönste der vier Rundkirchen, die Ols Kirke in der Nähe von Allingen. Ich hatte ehrlich gesagt eigentlich wenig Lust auf Kirchen, doch das änderte sich ziemlich schnell. Schon von außen sah das Bauwerk aus dem 12. Jh unglaublich schön aus. Die Kirche ist sehr „massig“, sie ähnelt einer Burg und als solche wurde sie in früheren Zeiten auch genutzt. Aber über die historischen Hintergründe wird Noah bald was schreiben – mir fehlt dazu die Zeit. Noahs Text über die Rundkirche von Østerlars.
Die Rundkirche Ols Kirke, Bornholm
Das Dach der Runkirche von Innen
Der Treppenaufgang der Ols Kirke, Bornholm
Detail der Ols Kirke, Bornholm
Detail der Ols Kirke, Bornholm
Im Innern der Ols Kirke, Bornholm
Ich lief mit Noah in die Kirche hinein. Der Eintritt kostete 10 Kronen pro Person und eine Broschüre holten wir noch zusätzlich. Die ersten Meter unserer Besichtigung waren ja noch „normal“, es sah halt aus, wie in einer Kirche, nur rund!
Besichtigung der Ols Kirke
Doch es ist möglich, die Kirche bis unter das Dach zu besichtigen und das taten wir natürlich. Die Treppe hinauf ist sehr eng. Die Stufen sind so steil und eng, dass sie aus Dreiecken gebaut sind, immer versetzt. Wir mussten beim Hochsteigen aufpassen, wie unsere Füße auf die Stufen passten und wir nutzten das Seil zum Festhalten. Es wurde jedoch noch enger, als wir die niedrige Tür passierten und plötzlich war es fast ganz dunkel. So stiegen wir hinauf und standen schließlich im ersten Stock auf einem Boden, der wie ein Wanderpfad – und nicht mal ein Guter – aussieht. Nun, könnten man ihn sehen! – wir fühlten ihn mit den Füßen und holprig ist er. Es ging noch weiter hinauf. Nur das Licht eines Fensters beleuchtet das Innere des Gebäudes. Es ist wirklich klasse! Oben bestaunten wir das Dachgebälk, auch im schummrigen Licht. Es war sehr ruhig, Noah und ich waren ganz allein! Ja, die Rundkirche ist was ganz Besonderes. So ähnlich, wie die Stabkirchen in Norwegen. Sollte man mal gesehen haben!
Der höchste Wasserfall Dänemarks – der Døndalen
Danach fuhren wir, weil es auf dem Weg lag, zum höchsten Wasserfall Dänemarks, dem Døndalen. Die Wanderung dauerte etwas länger, leider, denn im Sonnenschein wollten wir eigentlich lieber am Meer sein. Außerdem waren die Pfade vom gestrigen Regen so richtig schmatzig matschig. Wir quälten uns also durch den Matsch, verliefen uns noch ein wenig, genossen dabei das saftige Grün, und hie und da auch Rot der Wälder. Dabei lauschten wir dem gurgelnden Wasser des kleinen Bachs, nur in der Ferne hörten wir das Rauschen des Wasserfalls.
Über Umwege, mit fetten Klumpen Matsch an den Schuhen, standen wir plötzlich vor ihm: DEM Wasserfall. So beeindruckend sah er gar nicht aus. Außerdem konnten wir durch all den Bewuchs im Tal kaum einen ungestörten Blick auf ihn werfen. Überall standen Bäume und Hecken im Weg. Wir taten uns etwas schwerer mit der Fotografie als am Tag zuvor.
Trotzdem war das hier wieder eine wunderbare Wald-Bach-Stimmung. Auf dem Rückweg verliefen wir uns und standen plötzlich auf einem Acker. Quer über das matschige Feld liefen wir zur Straße und unserem Mobil. Jetzt mussten wir erst mal Schuhe putzen! Insgesamt war es traumhaft, nur ließen wir uns vom guten Wetter etwas hetzen.
Ich habe übrigens meine neuen Wanderschuhe bereits eingelaufen. Bornholm eignet sich gut dazu und ich habe nicht mal eine Blase bekommen.
Der Døndalen
Der Døndalen
Auf dem Wanderpfad
Nun, es geht weiter mit diesem sonnigen Tag – das ist wohl der große Vorteil von Wettervorhersagen, vor allem von Schlechten – man nutzt den Tag, solange es trocken ist! Besser als an diesem Tag konnte das Wetter eh nicht werden!
Der Leuchtturm in Dueodde
Im Süden der Insel gibt es noch Leuchttürme, die wir nicht gesehen hatten und außerdem Sandstände. Noch schien die Sonne und wir machten uns auf dem Weg. Wir standen erst mal im Wald auf einem Parkplatz. Der Sand ist allerdings im Süden allgegenwärtig. Selbst im Wald finden sich hie und da ein paar Dünen.
Der neue Leuchtturm in Dueodde ist hoch und das zu Recht. Es gibt zwei alte Leuchttürme, die ihre Arbeit nicht mehr verrichten konnten, weil sich ein Wald zwischen sie und das Meer gesellte. Zum Schutz der Landschaft wurde Wald angesiedelt – damit der Sand sich nicht zu weit ausbreitet – und die Leuchttürme waren zu kurz geworden. Jetzt steht ein gigantischer, weißer Leuchtturm im Wald und scheint sein Licht hinaus aufs Meer. Um ganz ehrlich zu sein: Schön ist er nicht, der Leuchtturm.
Der sieht eher wie so ein Industrieturm aus. Aber, das macht die Dünenlandschaft wieder wett. Die ist nämlich wahnsinnig schön und vor allem vielfältig. Da gibt es am Rand noch Wald und ein paar Bäume haben sich sogar in die Dünen verloren. Dann gibt es Heidekraut und Strandhafer und wahnsinnig viel ganz feinen Sand. Früher wurden mit diesem Sand Sanduhren gefüllt. Und der Sand war auch der Grund, warum dieser Strand immer wieder den Preis des schönsten dänischen Strandes gewonnen hat. Übrigens hat Bornholm unglaublich viele Rekorde zu vermelden. So ist genau dieser Leuchtturm der höchste Leuchtturm Skandinaviens. Die anderen Rekorde listen wir am Ende der Reise mal auf!
Am Strand von Dueodde
Der Leuchtturm von Dueodde zwischen Strandhafer
Die Dünenlandschaft bei Dueodde
In den Dünen von Dueodde – diese Wolke sah nach Regen aus und sie brachte auch Regen!
Dueodde Leuchtturm und Rettungsring
Wir hatten jedenfalls Glück. Eine dicke, fette Wolke zog heran, doch sie ließ uns noch genügend Zeit, unsere Bilder zu schießen und trockenen Fußes das Mobil erreichen. Dann zog sie vor die Sonne, wie es auch der Wetterbericht gemeldet hatte. Wie gut doch, dass wir den Tag genutzt hatten. Carpe diem ist eh mein Motto! Am Abend waren wir sehr verdient müde.
Amy und Noah in den Dünen
Unsere Hauptseite von Bornholm
Tag 7 der Radtour. Das Ende des Göta-Kanals und die „Aron“
Wir wachten um kurz vor 9 davon auf, dass die Morgensonne das Zelt beleuchtete und aufwärmte. Au ja! Der Tag fing gut an. Ich reinigte die Getriebe unserer Räder, das schreckliche Quietschen war ja gestern nicht auszuhalten gewesen. Wir frühstückten ordentlich, und um 10:45 Uhr kamen wir los.
Der Göta-Kanal verlief gerade durch den Vikensee, also gab es keinen Kanalradweg und wir fuhren auf Landstraßen, wie wir es die Tage zuvor auf dem Weg um den Vätternsee getan hatten. Schon nach ein paar Minuten Fahrt wurden wir versichert, dass wir tatsächlich am Göta-Kanal waren, als sich vor uns eine Hebebrücke erhob. Ich stellte mich ganz vorne hin, um das dafür verantwortliche Schiff zu beobachten, und siehe da: Es war die „Aron“, ein altes Segelschiff, das wir bereits an unserem zweiten Tag am Kanal in einem Yachthafen gesehen hatten. Majestätisch (sprich: langsam) zog sie an uns vorüber. Die Brücke senkte sich, und wir fuhren weiter durch die sonnenbeschienene Landschaft.
Aha, da vorne geht’s über den Kanal
Die „Aron“ – die hatten wir doch schon mal gesehen…
Ein Häuschen direkt am See
Unsere stark in Mitleidenschaft gezogene Landkarte verriet uns, dass es in einer Siedlung namens Tatorp wieder an dem Kanal weitergehen würde. Dort wollten wir dann auch einkaufen, doch Tatorp stellte sich als eines dieser winzigen Orte heraus, in denen man abgesehen von Durchfahren nichts machen konnte. Dann wurde unser Mittagessen eben verschoben, bis wir nach Töreboda kamen.
Auf dem Weg dorthin sahen wir die Aron wieder, wir hatten sie eingeholt. Sie bewegte sich auch gemächlich Richtung Töreboda. Es hatte angefangen zu regnen.
Da wir nicht sonderlich scharf darauf waren, nass zu werden, und sowieso einen Bärenhunger hatten, gingen wir in Töreboda Pizza essen. Wir setzten uns auf die überdachte Terrasse, damit wir unsere Räder im Blick halten konnten. Die Pizzen waren groß und lecker, und dazu gab es gratis Krautsalat, wie es in Schweden üblich ist. Hmm! Während wir dort saßen und unsere Mahlzeit genossen, öffnete sich die Hebebrücke und Aron trieb durch die Ortsmitte.
Irgendjemand hatte denen wohl beigebracht, sich auf Zuruf in eine Reihe zu stellen
Mal wieder verläuft der Radweg direkt am Kanal
Ein Hafenboller mit einer Kröte drauf
Wiedersehen mit der Aron. Es hatte angefangen zu regnen
Und nochmal die Aron. Wir aßen da gerade Pizza
Wir füllten im Supermarkt noch schnell unsere Vorräte wieder auf, dann fuhren wir am Kanal weiter. Ich sage es bestimmt zum hundertsten Mal, aber es war sehr idyllisch am Kanal. Es dauerte nicht lange, da hatten wir die Aron wieder eingeholt. Sie war gerade in einer Schleuse, und wir legten eine Pause ein, um uns das Spektakel anzuschauen.
Mittlerweile war es nicht mehr weit bis zum Ende des Göta-Kanals. Bald würden wir den Värnernsee erreichen. Eigentlich müssten wir schon vor dem Ende des Kanals nach Süden abbiegen, wenn wir am See entlang weiterfahren wollten, doch jetzt waren wir schon so lange am Kanal entlang gefahren, da wollten wir auch den Endpunkt sehen. Also führen wir nach Sjötorp rein, machten eine Pause, aßen Äpfel und schauten uns den See an, bevor wir umkehrten und die letzten sieben Kilometer des Kanals in entgegengesetzter Richtung wieder zurück fuhren. Gerade, als wir nach Süden abbiegen wollten, kam die Aron ein letztes Mal in Sicht. Wir warteten am Kanal und winkten den Leuten auf dem Boot zu, die uns auch längst erkannten und den Gruß erwiderten.
Schon wieder hatten wir sie eingeholt.
Eine hohe Schleuse
Gänse am Kanal
In Sjötorp, dem Endpunkt des Kanals, fanden wir diese kuriose Brücke
Hier endet der Göta-Kanal
Ein Leuchtturm im Hafen von Sjötorp, hinten sieht man den Värnernsee
Am Abend sahen wir die Aron ein letztes Mal, diesmal kam sie uns entgegen, denn wir hatten ja gewendet
So, das war’s mit den Göta-Kanal. Die verbleibenden knapp 300 Kilometer würden wir selbstständig auf Landstraßen navigieren müssen. Das würde lustig werden!
Es war schon recht spät, und wir waren uns nicht sicher, ob wir es noch bis Mariestad schaffen würden. Eigentlich war es nicht sehr weit, doch wir konnten ja nicht auf der Autobahn fahren und mussten einen Umweg nehmen. Wir fuhren erst eine Weile auf Schotterpisten durch den Wald und nahmen dann die Schnellstraße in Richtung Mariestad, doch als es zu dämmern begann, wollten wir lieber Rast machen. Wir waren von Wald und Feldern umgeben, keine Wiese in Sicht, auf der wir hätten Zelten können. Was soll’s, dann klopfen wir eben an einer Haustür und fragen, ob wir auf dem Grundstück übernachten können. Das klappte beim ersten Versuch, und ein freundlicher Hausbesitzer zeigte uns ein Fleckchen Rasen vor seinem Haus, auf dem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Er war recht interessiert an unserer Unternehmung und plauderte noch ein bisschen mit uns, bevor wir schlafen gingen.
Fahrt durch den Wald
Ein fotogener, grauer Tag – Wasserfall und Wellen
Der Himmel war bedeckt, alles grau, kein Sonnenstrahl traf auf die Erde. Aber Regentropfen kamen auch keine unten an. Bornholm ist sehr vielfältig und gerade für solche Tage gibt es Regionen, die sich fotografisch lohnen. Wir suchten einen der Wasserfälle heraus – und zwar den Stavehøl Wasserfall im Norden der Insel. Was wir nicht erwartet hatten, war die Schönheit des Tals. Auf Bornholm gibt es sogenannte Spalttäler. Wenn man dran vorbeifährt sieht das erst mal nach nichts Besonderem aus.
Der Wasserfall Stavehøl
Läuft man jedoch auf einem Wanderweg hinein, wird es genial. So geschah es auch mit uns. Wir parkten das Wohnmobil mitten in den Feldern, da standen ein paar Bäume am Rand eines herbstlich umgepflügten Feldes. Wir folgten den Schildern zum Wasserfall und der Wanderweg ging plötzlich hinab und zwischen die Bäume, immer tiefer ins Tal. Wir fühlten uns wie in einer anderen Welt. Vom Wind war nichts mehr zu hören, der Bach gurgelte munter, Vögel zwitscherten, die Bäume verströmten einen waldigen Geruch, der Pfad war nicht mehr brav und eben, nein, jetzt ging es über Stock und Stein im wahrsten Sinne des Wortes. Wir waren allein im Tal und mit dem Wasserfall. Wirklich beeindruckend war der nicht, aber, wie gesagt das Tal, das war es!
Wasserfall – cirka vier Meter hoch!
Bäume und kleiner Bach
Der Bach im Tal
Wir verbrachten mehrere Stunden dort. Fotografierten das Bächlein, die Kinder erkundeten die Region und kletterten auf umgefallenen Bäume. Das laute Rauschen der wilden Wellen und das Einheitsgrau des Tages hatten wir gegen Waldesruhe und das Grün der Farne und Bäume eingetauscht.
Heligdom Klippen im regnerischen Wetter und mit großen Wellen
Der große Vorteil einer eher kleinen Insel – ich sollte vielleicht klein und kompakten Insel schreiben, denn Öland war sehr lang und alle Wege waren dort weit gewesen – ist es, dass wir schnell den Kontrast finden konnten. Vom ruhigen, beschaulichen Wald fuhren wir in wenigen Minuten zu den Heiligdom Klippen. Es war wie gesagt eh bewölkt, da würde es so gar nichts machen, dass die mittags eher im Schatten liegen. Schatten war überall. Aber, die Wellen, die wüteten noch immer und das wollten wir uns nicht entgehen lassen.
Wellen an den Heiligdom Klippen
Am Strand
große und kleinere Felsen
Wanderung entlang der Küste Bornholms
Wir wanderten entlang der Klippen, schauten von oben hinunter auf das Meer und die Wellen. Vom Museum aus liefen wir, bis der Wanderpfad sich allmählich dem Meer näherte und wir auf einem steinigen Strand mit Blick zu den Klippen standen. Auch dort verbrachten wir einige Stunden: diesmal der Urgewalt der Natur ausgesetzt. Die Wellen rauschten auf die Felsen zu, die Gischt sprühte und der Wind blies uns ins Gesicht. Genial! Wir fotografierten, Noah und Amy jonglierten mit Steinen und dann saßen wir einfach nur in den Steinen zusammen und staunten.
Amy und Noah jonglieren
Aua, der Finger ist doch zwischen zwei Steinen gelandet
Gabi nach dem Fotografieren
Auch wenn die Wolken den ganzen Tag drohend über uns hingen, es blieb trocken. Aber nur, bis der Regen gegen Abend dann doch vom Himmel fiel. Es regnete sich ein. Wir hatten unsere Dosis frische Luft und Natur intus, so suchten wir einen Campingplatz, um zu duschen und die Batterien des Mobils aufzutanken. Dort ließen wir es gemütlich angehen und lauschten den Rest der Nacht dem Trommeln der Regentropfen auf dem Dach des Mobils.
Unsere Hauptseite von Bornholm
Heiligdomklippen, Svaneke Fyr und große Wellen
Schon weit vor 7:00 Uhr machten wir morgens die Kids mobil. Wir würden auf die Ostseite der Insel – zum Sonnenaufgang – fahren um dort die über 20m hohen Heiligdomklippen zu fotografieren. In der Nacht war Wind aufgekommen, und zwar von Osten her. Das sahen wir direkt an den Wellen. Die rauschten hier ans Land. Es sah geil aus! Ich liebe Wellen!
Die mächtigen Heiligdomklippen
Leider wählten wir unseren ersten Fotostopp eher ungünstig, denn die Heiligdomklippen sind sehr steil und hoch und sie lagen noch teilweise im Schatten. Wir fotografierten trotzdem und die Bilder sind doch besser als ich es erwartet hatte. Der Waldweg ist angenehm zu laufen, die Klippen sehr beeindruckend. Hie und da führten Treppen hinunter zum Meer. Insgesamt ein beeindruckendes Stück Natur.
Heiligdomklippen
Heiligdomklippen
Mobiles Internet auf Bornholm
Wir zogen weiter. In Allinge, im Norden der Insel, suchten wir nach einem Internet Stick. Wir wollen ja weiterhin live berichten. Dort gab es aber keinen! Das Städtchen war schön, die Wellen rauschten auch hier in den Hafen. Wir schauten uns das Ganze an. Dann fuhren wir die ca. 20 km nach Rønne und wurden relativ schnell fündig. Das Internet ist hier etwas teurer als in Schweden aber es funktioniert. Wir zahlten 148 DK für eine Woche, allerdings mit 10 GB Traffic. Wir schoben die Sim Karte in unseren schwedischen USB Stick, steckten ihn ein und schon funktionierte alles. So soll es sein.
Skulptur in Allinge
Der Hafen von Allinge
Die Schornsteine der Räuchereien
Die Bibliothek in Allinge
Die Wellen am Balka Strand und der Svaneke Fyr
Wir sahen uns den Süden der Insel kurz an, Sandstrände und Wellen. Aber zuerst stand ein weiterer Leuchtturm auf dem Programm: der Svaneke Fyr am östliche Ende der Insel. Auch hier rauschten gewaltige Wellen auf das Land zu. Ich hatte vor, den Leuchtturm mit Felsen im Vordergrund zu fotografieren, überlegte es mir aber zweimal. Die Wellen waren zu hoch und unberechenbar.
Amy und Noah am Strand von Balka
mächtige Wellen rollen auf den Strand zu
Möwen an der Bachmündung
Wir fuhren in den Hafen und Gunter kochte dort während ich im Sturm stand und Wellen fotografierte. Der Wind ging trotz winddichter Kleidung bis auf die Haut. Gegen Abend war ich echt durch den Wind. Wir übernachteten ganz in der Nähe des Leuchtturms, weil wir morgens noch Aufnahmen im Sonnenaufgang machen wollten.
Der Leuchtturm ist übrigens zu mieten. http://www.svanekefyr.dk/
Wellen im schwedischen Hafen
Der Svaneke Leuchtturm
Der Svaneke Leuchtturm
Wellen im Hafen von Svaneke
Kinder spielen mit den Wellen
Unsere Hauptseite von Bornholm
Hammer Fyr und Hammerhus
So liefen wir morgens direkt nach dem frühen Frühstück los entlang der Klippen zum Leuchtturm auf der Höhe. Der Wanderpfad ist wunderschön, teilweise etwas schwierig über Felsen zu wandern, doch mit grandioser Aussicht über das Meer. Die Sonne schien, der Himmel und das Meer lagen tiefblau vor uns. Wir fanden den Leuchtturm diesmal problemlos und fotografierten ihn ausgiebig. Er ist in Privatbesitz und kostenlos zu besichtigen. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Hammer Fyr, Bornholm
Das Treppenhaus des Leuchtturm Hammer Fyr
Aussicht vom Leuchtturm aus
Gunter im Leuchtturm
Nach dem Mittagessen zogen wir wieder los, diesmal wanderten wir in die anderen Richtung zu Burgruine Hammerhus. Der Pfad führte durch einen Wald und dann hoch auf die Klippen. Auch die Burg ist kostenlos zu besichtigen und wir taten das mit zahlreichen anderen Touristen. Nun, es war Sonntag und die Sonne schien. Da waren allerlei Menschen unterwegs. Die Burg ist weitläufig und schön anzusehen. Noah mochte die unterschiedlich, vermischen Baustile nicht. Die Burgruine ist die größte Skandinaviens, sie wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. Die Burg gehörte zwischenzeitlich den Lübeckern, den Schweden, danach wurde sie von den umliegenden Anwohnern als Baumateriallieferant genutzt. Zeitweise diente die Burg als Gefängnis.
kleines Licht im Hafen
Amy und Noah auf abgeschliffenen Gletscherfelsen, die Burgruine Hammerhus im Hintergrund
Die Mauern der Burgruine
Ein Baum auf dem Gelände der Burgruine
Wir liefen also den ganzen Tag über Stock und Stein und ließen uns die Sonne auf die Rübe scheinen. Wir genossen den Tag.
Gegen Abend zogen Gunter und ich noch mal allein los um den runden Leuchtturm im besseren Licht aufzunehmen. Außerdem wollten wir noch weiter entlang der Klippen wandern. Der Plan ging auf. Das Licht war fantastisch – selbst am wolkenlosen Himmel ist das auf Bornholm möglich.
Felsen über dem Meer
Hammer Fyr im Abendlicht
Abendstimmung
Schafe
Irgendwie scheint unsere Solaranlage auf dem Dach des Mobil etwas schwach zu werden. Wir hatten die Notebooks über Nacht geladen, jetzt war die Batterie so leer, dass sie nah an der Notabschaltung war. So legten wir uns einfach schon um 8:30 Uhr ins Bett. Schonten die Batterie und unsere Augen.
Hier die Webpage des Leuchtturms: http://hammerfyr.dk/site/
Unsere Hauptseite von Bornholm
Auf nach Bornholm – der Leuchtturm Hammer Odde Fyr
Das Einchecken zur Fähre war einfach. Wir mussten beim Reinfahren ins Terminal einfach am Automaten unsere Buchungsnummer eingeben und schon hob sich die Schranke. Neben uns stand ein schöner Leuchtturm, leider durch einen hohen, wenig fotogenen Zaun von uns getrennt. Ich fotografierte den trotzdem.
Mit dem Katamaran nach Bornholm
Der Katamaran fuhr in den Hafen ein, wir schauten, wie eine Unmenge Autos raus fuhren. Dann begannen wieder Autos hochzufahren. Wir durften als Letzte auf die Fähre. Aber, wir fuhren ganz durch bis vorne hin.
Der Katamaran gab Gas, und los gings. Der machte mächtig Tempo. Das Meer war ruhig, so war das kein Problem. Wir kauften Lakritz, die dann doch nicht schmeckten. Nun, jetzt hatten wir sogar ein ganzes Kilo davon.
Der Leuchtturm von Ystad
Unser Wohnmobil im Hafen von Ystad
Aussicht auf den Hafen von Rønne
Die wunderschöne Küste Bornholms
Nach einer Stunde und 20 Minuten kamen wir in Rønne auf Bornholm an. Dort begrüßten uns gleich zwei Leuchttürme, die wir aber nicht fotografierten. Wir wollten erst mal in den Norden der Insel fahren. Nach nur 23 km waren wir bereits in Sandvig. Und ich muss sagen: Die Küste sah klasse aus!
Felsen, wie in der Bretagne, dazwischen Sandstrand und Bäume. Wir kochten was Leckeres und wanderten dann entlang der Küste zum Leuchtturm Hammer Odde Fyr. In strahlendem Sonnenschein fotografierten wir den weißen Turm und wanderten noch ein wenig entlang der Küste. Gunter meinte, es sei bereits zu spät für die Wanderung um den nördlichen, felsigen Teil Bornholms, so fuhren wir ein Stück – und die Straßen von Sandvig hoch waren fast so steil, dass es unser Mobil kaum schaffte. Wir parkten vor einem ehemaligen Steinbruch, wo übrigens die Steine für den Leuchtturm Hammer Fyr herkommen. Doch fanden wir im schwindenden Abendlicht den Pfad zum Leuchtturm nicht mehr. Es war bereits zu spät. Die Wege aber auch nicht wirklich beschildert. Nun, überall liegen kostenlose, sehr detailreiche Karten aus, ich sollte mich mal nicht beschweren :-)
Hammer Odde Fyr, Bornholm
Hammer Odde Fyr, Bornholm
Hammer Odde Fyr, Bornholm
Einer der Seen im Steinbruch Hmmersø
Der Hafen von oben, die Burgruine Hammerhus in der Ferne
Der Hafen von Sæne
Wir schauten uns noch den Sæne Hafen an, kamen dort mit dänischen Seglern ins Gespräch. Später trafen wir dort noch einen deutschen Angler und wir quatschten ewig. Der nette Berliner ist von Beruf Hochzeitsredner, was wir sehr interessant fanden.
Den Leuchtturm Hammer Fyr, der 70m über dem Meer liegt, nahmen wir uns für den nächsten Tag vor. Hammer Fyr ist tatsächlich der höchstgelegenen Leuchttürme Skandinaviens.
Unsere Hauptseite von Bornholm