Letzte Woche hat sich eine Freundin unsere Canon SX 20 Superzoom-Kamera ausgeliehen, um ein paar Schnappschüsse auf einem Event zu machen. Sie hat nicht so viel Ahnung von Digitalkameras und von Fotografie allgemein, und war gleich hellauf begeistert von der Canon, auch wenn sie die ersten Aufnahmen noch mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht hatte.
Einmal Feuer gefangen, kam logischerweise der nächste Schritt: „Zu Weihnachten will ich eine eigene Digitalkamera, kannst du mir was Passendes empfehlen? – Und kannst du mir das auch gleich bestellen und sie mir richtig einstellen? So, dass ich die Kamera ohne viel Einstellerei bedienen kann?“
Was machen? Natürlich versprach ich ihr, mein Möglichstes zu tun und machte mich auf die Suche nach der perfekten Kamera für fotografische Laien. In meinem Hinterkopf saß heimlich die Vorfreude auf das Herumprobieren mit einem mir noch nicht vertrautem Kameramodell.
Die Auswahl
Zuerst habe ich mit ihr alle möglichen Kriterien festgelegt. Was soll die Kamera leisten?
– Kompakt soll sie sein, und nicht zu schwer
– Robust und solide gebaut
– Einfach und sicher zu bedienen
– Gute Bildqualität
– Schneller Autofokus
– Großer Zoombereich
– Rauscharm auch bei schlechten Lichtbedingungen (high ISO)
– Gute Nahaufnahmefähigkeiten (für die Meerschweinchen der Töchter)
Die Liste klingt ein bißchen so wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Alles wird sich sicher nicht exakt 1:1 in der Wunschkamera umsetzen lassen.
Also haben wir die Kriterien nochmal sortiert und gewichtet: Die Kamera soll robust, reaktionsschnell und leicht bedienbar sein und bei wenig Licht noch brauchbare Ergebnisse liefern. Und zuviel sollte sie auch nicht kosten.
Die Suche unter den Tausenden von verfügbaren Kameramodellen gestaltete sich erstaunlich kurz. Auf der einen Seite das Meer der günstigen Kompaktkameras mit kleinem Sensor, die nicht sonderlich High-ISO-fähig sind, auf der anderen die Edelkompakten und spiegellosen Systemkameras, die preislich nicht in den Rahmen passen wollen. Unter DPreview.com waren schnell die kompakten Modelle mit hoher ISO-Einstellmöglichkeit herausgefiltert, ein weiterer Blick auf die Tests und die Bestenlisten liess faktisch nur zwei Kameras übrig, die Canon PowerShot G15
und die Canon Powershot G16
. Die G 16 unterscheidet sich äußerlich kaum von ihrm Vorgänger, der G 15. Im Inneren sieht es schon anders aus: die G 16 hat den schnelleren Autofokus und die wesentlich schnellere Serienbildfunktion, und der Videomodus ist verbessert und bietet mehr Möglichkeiten. WLAN ist eingebaut und GPS eine Option. Die Entscheidung war bald getroffen: Die Canon G 15 wird bestellt! Und warum? Unsere Freundin interessierte sich nicht sonderlich für WLAN, GPS, Video und schnelle Bildserien, der günstigere Preis der G 15 hat auch eine Rolle gespielt.
Aber ausgerechnet die Canon Powershot G 15? Die Canon G-Modelle sind eher bekannt als Kameras für erfahrene Fotografen, die was Kompaktes für immer dabei suchen und volle Kontrolle über die Einstellungen wollen. Richtig! Das heißt aber nicht, dass es keine fähige Schnappschusskameras für den Anfänger sein können. Der kann die vielen Einstellmöglichkeiten getrost ignorieren. Für ihn kommt es allein auf brauchbare Bilder an. Die technischen Daten der Canon G 15 könnt ihr hier nachschlagen.

Canon Powershot G 15 mit Tragegurt und Tasche
Erster Eindruck
Drei Tage später fühlte ich mich fast wie eine Hebamme, als ich das gute Stück vorsichtig aus seiner Verpackung heraushob. Für einen DSLR-Nutzer erscheint sie sehr klein, aus der Perspektive eines Handyfotografen ist sie wahrscheinlich schon ein ziemlicher Brocken. Jetzt noch Batterie und SD-Karte rein und gleich kann sie zum ersten mal ausprobiert werden.
Der Zoomhebel um den Auslöser ist zierlich geraten, spricht aber gut an. In den Programm-Modi kann zusätzlich die Zoom-Funktion auf das vordere Wahlrad gelegt werden. Damit können die gebräuchlichsten Brennweiten direkt angewählt werden. Die Autofokus-Geschwindigkeit ist wesentlich flotter, als ich es von anderen Kompakten gewohnt bin, und ausreichend für gelungene Schnappschüsse. Ich testete natürlich sofort die hohen ISO-Einstellungen, im dämmrigen Wohnzimmer musste unser Hund als Fotomodel herhalten.

Lucky im Wohnzimmer 1/60 sec, f 2.8, 1600 ISO,52 mm Vollautomatik
Bis 1600 ISO sind die Bilder absolut O.K. 3200 ISO ist noch als brauchbar anzusehen, aber 6400 ISO rauscht schon fast grenzwertig und mehr für den Notfall gedacht. Von 12800 ISO würde ich abraten, da bleiben doch zu wenig Details im Rauschen des Sensors übrig. Alles in Allem ist das Ergebnis für eine Kompaktkamera durchaus beeindruckend.
Die Tauglichkeit bei wenig Licht wird zusätzlich durch die hohe Lichtstärke des Objektivs unterstützt. Von 28-140mm Brennweite (KB) hat das Objektiv eine größte Öffnung von f 1.8 bis f 2.8. Das sind etwa zwei Blenden, oder eine vierfach kürzere Verschlusszeit mehr, als von der Masse der Kompaktkameras gewohnt. Das heißt, man kann länger bei niedrigen ISO-Werten bleiben, um ausreichend schnelle Verschlusszeiten bei wenig Licht zu erhalten.
Die Grundeinstellungen
Nach der Beurteilung der erste Bilder klickte ich mich durch das Konfigurationsmenü und stellte die Kamera in etwa so ein, dass sie mit möglichst wenig Einstellerei bedienbar ist und gute Bildqualität liefert.
Also überall die Automatiken drinlassen, wo sie nützen, und Unerwünschtes abschalten.
Sehr unerwünscht ist zum Beispiel die standardmässige Rauschreduzierung bei höheren ISO-Zahlen. Die gehört auf „Niedrig“ eingestellt, sonst werden feine Strukturen gnadenlos durch den Weichzeichner zermatscht. Auch die Pieptöne fielen bei mir dem Ausschalter zum Opfer. Sachen wie Auto-ISO im Vollautomatik-Modus sind nützlich, weil Auto-ISO nur bis 1600 ISO reicht und damit eine noch vernünftige Bildqualität gewährleistet ist.
Dazu gibts noch Dutzende anderer Einstellmöglichkeiten wie Gesichtserkennung, Graufilter und Blinzelmodus; zum Glück gibt es zu jeder eine Kurzbeschreibung auf dem Display. Das meiste habe ich fürs Erste deaktiviert.
Die wichtigsten fotografischen Einstellungen sind leicht über das Controllerrad und dessen zentrale Funktionstaste auf der Rückseite der Kamera erreichbar. Je nach Programmwahl sind unterschiedliche viele Parameter einstellbar, das meiste davon ist selbsterklärend.

Weinberge im Winterfrost, 1/250 sec, f 5.0, ISO 100, 140 mm, Zeitautomatik
Die Canon G 15 in der fotografischen Praxis
1. Einstellungen und Gehäuse
Im Vollautomatik-Modus ist die G 15 eine einfache Point-and-Shoot-Kamera. Draufhalten und abdrücken. Nur die Entscheidung „Blitz oder nicht“ trifft man, indem man den kleinen eingebauten Blitz ausploppt oder drinlässt. In der Vollautomatik brauchte ich auch nicht den Makromodus umzuschalten, die G 15 erledigt das selbsttätig für mich.
Mehr Einflussmöglichkeiten, auch die ISO-Einstellung über 1600 ISO hinaus, gibt es in den Programmen P, Tv, Av und M.
Für mich sind Gewicht und Ausmaße der G 15 eher nachteilig, weil niedrig. Ich bin schwereres Gerät gewohnt, und muss aufpassen, damit ich die Kamera beim Auslösen nicht verreisse und die Aufnahme trotz eingebautem Stabilisator verwackle. Erst recht, wenn ich die Kamera von mir weghalte und das Display als Sucher benutze. Mit dem eingebauten Sucher geht das besser, da ruht die Kamera an meiner Stirn. Der optische Sucher ist spartanisch und mehr als Notlösung zu sehen. Er ist klein und ohne jegliche Informationen, nur die Autofokus- und die Blitzbereitschaftsleuchte blenden etwas beim Aufleuchten.
Die Kamera liegt trotz ihrer kompakten Maße gut in der Hand und macht einen wertigen Eindruck. Die Bedienelemente lassen sich blind erreichen. Die Oberfläche ist rauh aber hart, ein bißchen wie Sandpapier. Ich finde das gut, denn das ist enorm griffig und gibt Sicherheit!

Weinlaub im Rauhreif, 1/60 sec, f 5.0, ISO 100, 66 mm, Zeitautomatik
2. Die Fotopraxis
Für den Transport im Freien habe ich noch eine Kunstledertasche im 60er-Jahre-Stil
dazu bestellt. Darin sieht die G 15 total retro und cool aus, ist trotzdem schnell aufgeklappt und schussbereit.
Das Fotografieren mit der G 15 ist kinderleicht und macht Spaß. Auslöser zum Fokussieren leicht antippen, dann durchdrücken, fertig. Landschaften, Straßenszenen, Nahaufnahmen, Gegenlicht und Leute machen keine Probleme. Das Objektiv ist weitgehend blendfrei, die große Blendenöffnung erlaubt sogar kreative Unschärfe.

Ranken im Gartenzaun, 1/500 sec, f 2.8, 200 ISO, 68 mm, Vollautomatik. Bei offener Blende hebt sich das Motiv gut vom unscharfen Hintergrund ab.
Nahbereich
Gerade im Makrobereich lässt sich das Spiel mit der Schärfentiefe wunderbar einsetzen. Mein Sohn hat sich die G 15 kurz geliehen und hat damit seine Warhammer-Miniaturen fotografiert. Er war von der Einfachheit der Bedienung und den Makrofähigkeiten begeistert.

Warhammer-Kampfmaschine im Bau 1/400 sec, f 2.8, 1000 ISO, 107 mm, Vollautomatik
Schnelle Bewegungen
Nur schnell bewegte Objekte sind nicht so einfach einzufangen. Unser Beagle Lucky war wieder mein Testobjekt. Im Gegensatz zum trägen Herumhängen im Wohnzimmer rennt sie in der freien Natur dauernd im Zickzack, unberechenbar vor und zurück, immer ihrer Nase nach. Es war nicht einfach, ein scharfes Bild von meinem herumwuselnden Hund hinzukriegen. Ich muss allerdings zugeben, da habe ich es auch mit meiner Spiegelreflex nicht leicht.
In der Kürze der Zeit habe ich leider nicht alle Autofokus-Feinheiten ausprobiert, da gibt es noch Servo-AF und Tracking-Hilfen für bewegte Motive, das hätte wahrscheinlich geholfen. Lucky hatte auch keine Lust mehr, fotografiert zu werden. Aber ihr könnt mir gerne über eure Erfahrungen mit der G 15 schreiben.

Lucky sucht lieber Mäuse, 1/250 sec, f 2.8, 100 ISO, 140 mm, Programmautomatik

Rostige Konservendose, 1/125 sec, f 5.0, 100 ISO, 56 mm, Zeitautomatik

Rostige Konservendose, Ausschnitt in Originalgröße
Nachtaufnahmen
Gabi schlug abends noch vor, die Kamera auch in der Nacht auszuprobieren, bevor wir sie weitergeben. Daraus wurde leider nichts. Die nötigen Einstellungen fehlen einfach bei der Canon G 15. Ihr Nachtmodus ist speziell dafür ausgelegt, möglichst kurze, handhaltbare Zeiten zu ermöglichen. Maximal lassen sich 15 Sekunden Belichtungszeit einstellen, aber bei Zeiten über 1,4 Sekunden ist die Empfindlichkeit auf 80 ISO fixiert. Mal eben Sternbahnen oder Nordlichter fotografieren ist nicht drin. Schade!
3. Die Bildqualität
Das Qualitätsniveau der Canon G 15 liegt über dem der meisten Kompaktkameras. Selbst bei voll geöffneter Blende verliert das Objektiv kaum an Schärfe und Kontrast. Spiegelreflexbesitzer werden bei niedrigen ISO-Werten kaum etwas an den Bildergebnissen auszusetzen haben.
Aber auch die hohen Empfindlichkeitsstufen bis 1600 ISO und bedingt darüber hinaus, bringen noch gute, für eine Kompaktkamera exzellente Ergebnisse. Nur die 12800 ISO hätte sich Canon schenken können, das wäre ehrlicher gewesen.

Weintraube im Winter, 1/100 sec, f 5.0, 100 ISO, 43 mm, Aufhellblitz, Zeitautomatik. Der eingebaute Blitz hellt schattige Objekte harmonisch auf. Die Blitzleistung lässt sich auch anpassen.
Video-Aufnahmen
Die Video-Fähigkeiten habe ich nur kurz angetestet. Die Kamera macht Full-HD-Videos und die Aufnahme lässt sich direkt über einen versenkten, rückseitigen Knopf aktivieren. Ich habe während der Videoaufzeichnung ein Bild fotografiert, das hat die Filmaufnahme gestoppt. Die Filme wirken generell scharf und brillant, der über die eingebauten Stereomikrofone aufgenommene Ton ist klar und gut zu verstehen. Der Autofokus zieht beim Schwenken etwas träge nach, und beim Zoomen kommt ein leise schnarrendes Geräusch mit auf die Tonspur. Damit kann man aber leben, denke ich.
Fazit
Am liebsten würde ich die Canon PowerShot G15
als Immer-dabei-Kamera behalten. Sie ist ein ernstzunehmendes Fotografier- und Filmgerät und liefert hochwertige Bildergebnisse. Trotz ihrer klassischen Bauweise und dem gewissen Retro-Chic (gesteigert durch die Tasche) bietet sie hochmoderne Technik, ein sehr lichtstarkes Zoomobjektiv und eine Menge Einstellmöglichkeiten. Der einzige Wermutstropfen ist die fehlende Langzeittauglichkeit. Längere Nachtaufnahmen sind damit leider nicht umsetzbar. Sie ist, wie ich denke, als Reise- und Reportagekamera konsequent für hochwertige Schnappschüsse aus der Hand ausgelegt.

Frost auf den Erdbeeren, 1/160 sec, f 2.8, 100 ISO, 65 mm, Programmautomatik
Canon G 15, ein Kurz-Test
Letzte Woche hat sich eine Freundin unsere Canon SX 20 Superzoom-Kamera ausgeliehen, um ein paar Schnappschüsse auf einem Event zu machen. Sie hat nicht so viel Ahnung von Digitalkameras und von Fotografie allgemein, und war gleich hellauf begeistert von der Canon, auch wenn sie die ersten Aufnahmen noch mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht hatte.
Einmal Feuer gefangen, kam logischerweise der nächste Schritt: „Zu Weihnachten will ich eine eigene Digitalkamera, kannst du mir was Passendes empfehlen? – Und kannst du mir das auch gleich bestellen und sie mir richtig einstellen? So, dass ich die Kamera ohne viel Einstellerei bedienen kann?“
Was machen? Natürlich versprach ich ihr, mein Möglichstes zu tun und machte mich auf die Suche nach der perfekten Kamera für fotografische Laien. In meinem Hinterkopf saß heimlich die Vorfreude auf das Herumprobieren mit einem mir noch nicht vertrautem Kameramodell.
Die Auswahl
Zuerst habe ich mit ihr alle möglichen Kriterien festgelegt. Was soll die Kamera leisten?
– Kompakt soll sie sein, und nicht zu schwer
– Robust und solide gebaut
– Einfach und sicher zu bedienen
– Gute Bildqualität
– Schneller Autofokus
– Großer Zoombereich
– Rauscharm auch bei schlechten Lichtbedingungen (high ISO)
– Gute Nahaufnahmefähigkeiten (für die Meerschweinchen der Töchter)
Die Liste klingt ein bißchen so wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau. Alles wird sich sicher nicht exakt 1:1 in der Wunschkamera umsetzen lassen.
Also haben wir die Kriterien nochmal sortiert und gewichtet: Die Kamera soll robust, reaktionsschnell und leicht bedienbar sein und bei wenig Licht noch brauchbare Ergebnisse liefern. Und zuviel sollte sie auch nicht kosten.
Die Suche unter den Tausenden von verfügbaren Kameramodellen gestaltete sich erstaunlich kurz. Auf der einen Seite das Meer der günstigen Kompaktkameras mit kleinem Sensor, die nicht sonderlich High-ISO-fähig sind, auf der anderen die Edelkompakten und spiegellosen Systemkameras, die preislich nicht in den Rahmen passen wollen. Unter DPreview.com waren schnell die kompakten Modelle mit hoher ISO-Einstellmöglichkeit herausgefiltert, ein weiterer Blick auf die Tests und die Bestenlisten liess faktisch nur zwei Kameras übrig, die Canon PowerShot G15
und die Canon Powershot G16
. Die G 16 unterscheidet sich äußerlich kaum von ihrm Vorgänger, der G 15. Im Inneren sieht es schon anders aus: die G 16 hat den schnelleren Autofokus und die wesentlich schnellere Serienbildfunktion, und der Videomodus ist verbessert und bietet mehr Möglichkeiten. WLAN ist eingebaut und GPS eine Option. Die Entscheidung war bald getroffen: Die Canon G 15 wird bestellt! Und warum? Unsere Freundin interessierte sich nicht sonderlich für WLAN, GPS, Video und schnelle Bildserien, der günstigere Preis der G 15 hat auch eine Rolle gespielt.
Aber ausgerechnet die Canon Powershot G 15? Die Canon G-Modelle sind eher bekannt als Kameras für erfahrene Fotografen, die was Kompaktes für immer dabei suchen und volle Kontrolle über die Einstellungen wollen. Richtig! Das heißt aber nicht, dass es keine fähige Schnappschusskameras für den Anfänger sein können. Der kann die vielen Einstellmöglichkeiten getrost ignorieren. Für ihn kommt es allein auf brauchbare Bilder an. Die technischen Daten der Canon G 15 könnt ihr hier nachschlagen.
Canon Powershot G 15 mit Tragegurt und Tasche
Erster Eindruck
Drei Tage später fühlte ich mich fast wie eine Hebamme, als ich das gute Stück vorsichtig aus seiner Verpackung heraushob. Für einen DSLR-Nutzer erscheint sie sehr klein, aus der Perspektive eines Handyfotografen ist sie wahrscheinlich schon ein ziemlicher Brocken. Jetzt noch Batterie und SD-Karte rein und gleich kann sie zum ersten mal ausprobiert werden.
Der Zoomhebel um den Auslöser ist zierlich geraten, spricht aber gut an. In den Programm-Modi kann zusätzlich die Zoom-Funktion auf das vordere Wahlrad gelegt werden. Damit können die gebräuchlichsten Brennweiten direkt angewählt werden. Die Autofokus-Geschwindigkeit ist wesentlich flotter, als ich es von anderen Kompakten gewohnt bin, und ausreichend für gelungene Schnappschüsse. Ich testete natürlich sofort die hohen ISO-Einstellungen, im dämmrigen Wohnzimmer musste unser Hund als Fotomodel herhalten.
Lucky im Wohnzimmer 1/60 sec, f 2.8, 1600 ISO,52 mm Vollautomatik
Bis 1600 ISO sind die Bilder absolut O.K. 3200 ISO ist noch als brauchbar anzusehen, aber 6400 ISO rauscht schon fast grenzwertig und mehr für den Notfall gedacht. Von 12800 ISO würde ich abraten, da bleiben doch zu wenig Details im Rauschen des Sensors übrig. Alles in Allem ist das Ergebnis für eine Kompaktkamera durchaus beeindruckend.
Die Tauglichkeit bei wenig Licht wird zusätzlich durch die hohe Lichtstärke des Objektivs unterstützt. Von 28-140mm Brennweite (KB) hat das Objektiv eine größte Öffnung von f 1.8 bis f 2.8. Das sind etwa zwei Blenden, oder eine vierfach kürzere Verschlusszeit mehr, als von der Masse der Kompaktkameras gewohnt. Das heißt, man kann länger bei niedrigen ISO-Werten bleiben, um ausreichend schnelle Verschlusszeiten bei wenig Licht zu erhalten.
Die Grundeinstellungen
Nach der Beurteilung der erste Bilder klickte ich mich durch das Konfigurationsmenü und stellte die Kamera in etwa so ein, dass sie mit möglichst wenig Einstellerei bedienbar ist und gute Bildqualität liefert.
Also überall die Automatiken drinlassen, wo sie nützen, und Unerwünschtes abschalten.
Sehr unerwünscht ist zum Beispiel die standardmässige Rauschreduzierung bei höheren ISO-Zahlen. Die gehört auf „Niedrig“ eingestellt, sonst werden feine Strukturen gnadenlos durch den Weichzeichner zermatscht. Auch die Pieptöne fielen bei mir dem Ausschalter zum Opfer. Sachen wie Auto-ISO im Vollautomatik-Modus sind nützlich, weil Auto-ISO nur bis 1600 ISO reicht und damit eine noch vernünftige Bildqualität gewährleistet ist.
Dazu gibts noch Dutzende anderer Einstellmöglichkeiten wie Gesichtserkennung, Graufilter und Blinzelmodus; zum Glück gibt es zu jeder eine Kurzbeschreibung auf dem Display. Das meiste habe ich fürs Erste deaktiviert.
Die wichtigsten fotografischen Einstellungen sind leicht über das Controllerrad und dessen zentrale Funktionstaste auf der Rückseite der Kamera erreichbar. Je nach Programmwahl sind unterschiedliche viele Parameter einstellbar, das meiste davon ist selbsterklärend.
Weinberge im Winterfrost, 1/250 sec, f 5.0, ISO 100, 140 mm, Zeitautomatik
Die Canon G 15 in der fotografischen Praxis
1. Einstellungen und Gehäuse
Im Vollautomatik-Modus ist die G 15 eine einfache Point-and-Shoot-Kamera. Draufhalten und abdrücken. Nur die Entscheidung „Blitz oder nicht“ trifft man, indem man den kleinen eingebauten Blitz ausploppt oder drinlässt. In der Vollautomatik brauchte ich auch nicht den Makromodus umzuschalten, die G 15 erledigt das selbsttätig für mich.
Mehr Einflussmöglichkeiten, auch die ISO-Einstellung über 1600 ISO hinaus, gibt es in den Programmen P, Tv, Av und M.
Für mich sind Gewicht und Ausmaße der G 15 eher nachteilig, weil niedrig. Ich bin schwereres Gerät gewohnt, und muss aufpassen, damit ich die Kamera beim Auslösen nicht verreisse und die Aufnahme trotz eingebautem Stabilisator verwackle. Erst recht, wenn ich die Kamera von mir weghalte und das Display als Sucher benutze. Mit dem eingebauten Sucher geht das besser, da ruht die Kamera an meiner Stirn. Der optische Sucher ist spartanisch und mehr als Notlösung zu sehen. Er ist klein und ohne jegliche Informationen, nur die Autofokus- und die Blitzbereitschaftsleuchte blenden etwas beim Aufleuchten.
Die Kamera liegt trotz ihrer kompakten Maße gut in der Hand und macht einen wertigen Eindruck. Die Bedienelemente lassen sich blind erreichen. Die Oberfläche ist rauh aber hart, ein bißchen wie Sandpapier. Ich finde das gut, denn das ist enorm griffig und gibt Sicherheit!
Weinlaub im Rauhreif, 1/60 sec, f 5.0, ISO 100, 66 mm, Zeitautomatik
2. Die Fotopraxis
Für den Transport im Freien habe ich noch eine Kunstledertasche im 60er-Jahre-Stil
dazu bestellt. Darin sieht die G 15 total retro und cool aus, ist trotzdem schnell aufgeklappt und schussbereit.
Das Fotografieren mit der G 15 ist kinderleicht und macht Spaß. Auslöser zum Fokussieren leicht antippen, dann durchdrücken, fertig. Landschaften, Straßenszenen, Nahaufnahmen, Gegenlicht und Leute machen keine Probleme. Das Objektiv ist weitgehend blendfrei, die große Blendenöffnung erlaubt sogar kreative Unschärfe.
Ranken im Gartenzaun, 1/500 sec, f 2.8, 200 ISO, 68 mm, Vollautomatik. Bei offener Blende hebt sich das Motiv gut vom unscharfen Hintergrund ab.
Nahbereich
Gerade im Makrobereich lässt sich das Spiel mit der Schärfentiefe wunderbar einsetzen. Mein Sohn hat sich die G 15 kurz geliehen und hat damit seine Warhammer-Miniaturen fotografiert. Er war von der Einfachheit der Bedienung und den Makrofähigkeiten begeistert.
Warhammer-Kampfmaschine im Bau 1/400 sec, f 2.8, 1000 ISO, 107 mm, Vollautomatik
Schnelle Bewegungen
Nur schnell bewegte Objekte sind nicht so einfach einzufangen. Unser Beagle Lucky war wieder mein Testobjekt. Im Gegensatz zum trägen Herumhängen im Wohnzimmer rennt sie in der freien Natur dauernd im Zickzack, unberechenbar vor und zurück, immer ihrer Nase nach. Es war nicht einfach, ein scharfes Bild von meinem herumwuselnden Hund hinzukriegen. Ich muss allerdings zugeben, da habe ich es auch mit meiner Spiegelreflex nicht leicht.
In der Kürze der Zeit habe ich leider nicht alle Autofokus-Feinheiten ausprobiert, da gibt es noch Servo-AF und Tracking-Hilfen für bewegte Motive, das hätte wahrscheinlich geholfen. Lucky hatte auch keine Lust mehr, fotografiert zu werden. Aber ihr könnt mir gerne über eure Erfahrungen mit der G 15 schreiben.
Lucky sucht lieber Mäuse, 1/250 sec, f 2.8, 100 ISO, 140 mm, Programmautomatik
Rostige Konservendose, 1/125 sec, f 5.0, 100 ISO, 56 mm, Zeitautomatik
Rostige Konservendose, Ausschnitt in Originalgröße
Nachtaufnahmen
Gabi schlug abends noch vor, die Kamera auch in der Nacht auszuprobieren, bevor wir sie weitergeben. Daraus wurde leider nichts. Die nötigen Einstellungen fehlen einfach bei der Canon G 15. Ihr Nachtmodus ist speziell dafür ausgelegt, möglichst kurze, handhaltbare Zeiten zu ermöglichen. Maximal lassen sich 15 Sekunden Belichtungszeit einstellen, aber bei Zeiten über 1,4 Sekunden ist die Empfindlichkeit auf 80 ISO fixiert. Mal eben Sternbahnen oder Nordlichter fotografieren ist nicht drin. Schade!
3. Die Bildqualität
Das Qualitätsniveau der Canon G 15 liegt über dem der meisten Kompaktkameras. Selbst bei voll geöffneter Blende verliert das Objektiv kaum an Schärfe und Kontrast. Spiegelreflexbesitzer werden bei niedrigen ISO-Werten kaum etwas an den Bildergebnissen auszusetzen haben.
Aber auch die hohen Empfindlichkeitsstufen bis 1600 ISO und bedingt darüber hinaus, bringen noch gute, für eine Kompaktkamera exzellente Ergebnisse. Nur die 12800 ISO hätte sich Canon schenken können, das wäre ehrlicher gewesen.
Weintraube im Winter, 1/100 sec, f 5.0, 100 ISO, 43 mm, Aufhellblitz, Zeitautomatik. Der eingebaute Blitz hellt schattige Objekte harmonisch auf. Die Blitzleistung lässt sich auch anpassen.
Video-Aufnahmen
Die Video-Fähigkeiten habe ich nur kurz angetestet. Die Kamera macht Full-HD-Videos und die Aufnahme lässt sich direkt über einen versenkten, rückseitigen Knopf aktivieren. Ich habe während der Videoaufzeichnung ein Bild fotografiert, das hat die Filmaufnahme gestoppt. Die Filme wirken generell scharf und brillant, der über die eingebauten Stereomikrofone aufgenommene Ton ist klar und gut zu verstehen. Der Autofokus zieht beim Schwenken etwas träge nach, und beim Zoomen kommt ein leise schnarrendes Geräusch mit auf die Tonspur. Damit kann man aber leben, denke ich.
Fazit
Am liebsten würde ich die Canon PowerShot G15
als Immer-dabei-Kamera behalten. Sie ist ein ernstzunehmendes Fotografier- und Filmgerät und liefert hochwertige Bildergebnisse. Trotz ihrer klassischen Bauweise und dem gewissen Retro-Chic (gesteigert durch die Tasche) bietet sie hochmoderne Technik, ein sehr lichtstarkes Zoomobjektiv und eine Menge Einstellmöglichkeiten. Der einzige Wermutstropfen ist die fehlende Langzeittauglichkeit. Längere Nachtaufnahmen sind damit leider nicht umsetzbar. Sie ist, wie ich denke, als Reise- und Reportagekamera konsequent für hochwertige Schnappschüsse aus der Hand ausgelegt.
Frost auf den Erdbeeren, 1/160 sec, f 2.8, 100 ISO, 65 mm, Programmautomatik
#3 – Polarlicht-Fotografie – Eine Nacht in Fotos Bø, Vesterålen
[toc]
Was passiert in einer typischen Polarlicht-Nacht?
Eine typische Polarlicht-Nacht gibt es nicht. Deswegen mögen wir solche Tipps nicht gern: wenn das Nordlicht sich nicht bis 22 Uhr gezeigt hat, dann kommt es auch nicht mehr. Wir haben wirklich schon viele verschiedene Polarlicht-Nächte erlebt und es zeigte sich, dass es lohnt immer wieder draußen zu sein.
Wir werden hier nach und nach den Verlauf unterschiedlicher Polarlicht-Nächte schildern, damit du einen Eindruck bekommst., was denn so alles passieren kann. Die Fotos versehen wir zu deiner Information mit den Exif Daten! Aufschlussreich ist sicher die Uhrzeit der einzelnen Aufnahmen. Viel Spaß.
Eine Polarlicht-Nacht im Oktober in Bø auf den Vesterålen in Fotos
2:07 Uhr, 1600 ISO, f 4,5, 25 Sek, Canon 6D, 17-40mm, 17mm – Licht vom Autoscheinwerfer
2:16 Uhr, ISO 1600, f 3,2, Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm, Licht von Taschenlampe
2:20 Uhr, 2000 ISO, f 4,5, 20 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe
2:22 Uhr, 2000 ISO, f 4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm – Licht von der Taschenlampe
2:26 Uhr, ISO 2000, f 4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40 mm, bei 17mm
Canon 7D, 11-16mm, bei 11mm
2:51 Uhr, ISO 2000, f4, 15 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm Hier war die Belichtungszeit viel zu lang. Aber, ich hatte ausgelöst und musst es abwarten. In diesen Momenten sind 15 Sekunden eine Ewigkeit!
Corona 2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 6 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm
Corona, 2:52 Uhr, ISO 2000, f4, 4 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 21mm
Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm
Corona, 2:53 Uhr, ISO 2000, f4, 1,3 Sek, Canon 6D, 17-40mm, bei 17mm
Eine kurze Nacht im teuren Hotel
Es war unsere letzte Nacht in Norwegen. Wir hatten zwei Hotelzimmer mieten müssen, weil wir auf die Reparatur unseres Wohnmobils warteten. Es hatte den ganzen Tag über geregnet. Ich war auf der Suche nach geeigneten Fotolocations klatschnass geworden – selbst an aussichtslos scheinenden Tagen gebe ich die Hoffnung nicht auf!
Wir treffen unseren Facebook Freund Rainer
Über Facebook hatten wir den deutsche Auswanderer Rainer gefunden. Er wohnte nur wenige Kilometer vom Hotel entfernt. Für die Nacht hatten wir uns verabredet. Es ist interessant, Facebookfreunde auch mal persönlich kennenzulernen. Um 22:00 Uhr holte Rainer uns vor dem Hotel ab. Esra kam mit, Amy und Noah legten sich lieber lesend ins Bett.
An der Bar in Rainers Partyecke saßen wir gemütlich bei ein paar Bier zusammen. Der Holzofen verbreitete wohlige Wärme, der Alkohol stieg uns langsam in den Kopf!
Doch ich liess den Nachthimmel nicht aus den Augen und pendelte zwischen Terrasse und Bar hin und her. Die Wolken waren dicht und hingen tief. Es nieselte leicht. Ein kalter Wind war aufgekommen und blies die schweren Wolken weg, plötzlich funkelten die Sterne durch die Wolkenlücken. Und sieh da, jetzt war auch Polarlicht sichtbar. Schwach grün und noch ohne Struktur lockte es uns nicht hinterm Ofen hervor. Als es aber anfing, rot zu strahlen, wurde ich schlagartig munter. Mittlerweile war es 1:30 Uhr.
Um 1:30 Uhr in der Nacht geht die Polarlicht Show so richtig los
Wir baten Rainer, uns zu der Stelle zu fahren, die ich tagsüber ausgekundschaftet hatte. Eine verfallene Scheune stand relativ einsam in Strandnähe, abseits der grellen Straßenbeleuchtung des Ortes.
Kaum waren wir angekommen, fing das Feuerwerk am Himmel auch schon an. Der Wind blies weiter, jetzt trieb er wieder Wolken heran. Nach fünfzehn Minuten war die Show wieder vorbei. Es regnete wieder stärker und fing sogar an, zu Hageln. Das war lästig und tat richtig weh. Unser Hotel war etwa zwei km entfernt.
Sollten wir ausharren? Ich war dafür, Gunter war dagegen. Es war spät, wir waren nass und kalt, und wir hatten am nächsten Tag eine lange Fahrt über die Berge nach Schweden vor uns! Also entschlossen wir uns für den geordneten Rückzug zum Hotel.
Nichts ist ärgerlicher als ein falscher Standpunkt
Mitten auf dem Rückweg verschwanden die Wolken so schnell, wie sie gekommen waren. Wir standen an der Straße inmitten von orange leuchtenden Straßenlaternen und kamen nicht weg.
Das ist die pure Qual für einen Fotografen!
Geiles Nordlicht, aber störende Beleuchtung und keine gute Kulisse.
Das Polarllicht erstrahlte jetzt fast taghell, es wand sich über uns wie eine große grüne Schlange. Ich rannte los – das sollte man im warmen Overall nie tun – denn ruckzuck war ich nass geschwitzt. Zum Glück erreichten wir bald eine weitläufige Wiese zwischen den Häusern, da legte das Polarlicht auch schon wieder richtig los Ein Wahnsinn! Mehrfarbig bewegte es sich sehr schnell über unsere Köpfe hinweg und war innerhalb einer Minute wieder weg.
Gegen 3:30 Uhr trafen wir müde im Hotel ein. Ich hatte glücklicherweise daran gedacht, dem Wirt zu sagen, dass wir spät zurück kommen würden, er hatte die Hintertür offen gelassen. Sicherheitshalber zog ich trotz der späten (frühen?) Stunde die Fotos noch auf das Notebook! Drei Stunden Schlaf waren uns noch vergönnt, dann holten wir nach dem Frühstück unser Mobil von der Werkstatt ab und machten uns auf den Weg nach Kiruna. (Aber darüber hatten wir hier im Blog ja bereits berichtet!)
Erkenntnisse aus dieser Polarlicht Nacht für die Fotografie
Was war deine aufregenste Polarlichtnacht?
Polarlichter fotografieren
Foto: Klippen bei Eshaness, Shetland
Eshaness, Shetland
Foto der Woche – In letzter Zeit poste ich einzelne Fotos immer in Facebook. Doch dort lade ich die Fotos höchstens mit 600 pixeln hoch. Doch gefallen mir selbst die Fotos etwas größer besser. Außerdem bleiben die Fotos so unseren Bloglesern verwehrt. Aus diesem Grund werde ich nun häufiger Fotos hochladen, die wir unterwegs nicht gezeigt haben, weil es zu viel gewesen wäre. Außerdem könnt ihr die Fotos dann mal ohne lange Texte genießen. Ein Ein-Minuten-Urlaub (wenn überhaupt so lang!)
Was meinst du? Hast du Lust darauf? Oder zu langweilig?
Neugierig geworden auf die Shetland Inseln? Hier gibts Infos und viele Blogbeiträge
#2 – Günstige, warme Kleidung für den nordischen Winter
Praktische Tipps für kostengünstige Kleidung für Fotoreisen zu den Nordlichtern in der Polarregion. Warten auf das Nordlicht in langen, kalten Nächten. Mit einer Packliste zum Download als pdf
#1 – Polarlicht-Fotografie – Autofahren auf Eis und Schnee
Laut unserer Umfrage über das Polarlicht, träumen sehr viele von unseren Lesern davon, selbst Nordlichter zu sehen und auch zu fotografieren. Deswegen möchten wir in diesem Tutorial einmal all unsere Erfahrungen, die wir mit der „Nordlichtjagd“ haben, aufschreiben. Wir möchten euch die Angst vor einer Reise in den winterlichen, arktischen Norden nehmen und euch Mut machen, es selbst zu wagen.
Es ist natürlich schwieriger, in Kälte und Dunkelheit zu fotografieren. Doch es ist machbar. Nach dem Lesen unseres Tutorials seid ihr bereit für die Nordlichter, oder auch die Winterstürme – je nachdem, was euch die Natur vor die Linse liefern wird!
Genieße die Winterlandschaft, ein Polarlicht ist das EXTRA
Ja, freu dich auf die Polarlichter, aber sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht auftauchen. Das lässt sich halt nicht planen. Die Natur bietet auch so eine unglaubliche Schönheit. Nord Norwegen, Schweden oder auch Finnland verzaubern Reisende bei jedem Wetter. Der Mensch ist dort, mehr noch als in Mitteleuropa, den Naturgewalten ausgesetzt. Das zu spüren kann berauschend sein! Es kann vielleicht sogar ein wenig Angst machen, bei mir überwiegt jedesmal das gute Gefühl von Ehrfurcht. Nur in der Natur fühle ich mich nicht fremd, sondern als Teil vom Ganzen! Lass alles auf dich zukommen, sei aufmerksam in jeder Situation. Einzig deine Erwartung kann enttäuscht werden!
So schön ist der Winter im Norwegen – Foto Galerie
Reiseblogger die das Polarlicht suchten, es aber nicht fanden
Hier sind gleich drei Reiseblogger, die auf Nordlichtjagd waren, es aber verpassten. Das kann passieren, ist aber nicht so dramatisch, weil man die Landschaft auch einfach ohne Nordlicht genießen kann!
So genug von meinen Weisheiten, jetzt wird es praktisch.
Eine dicke Eisschicht – das war eine festgefahrene Schneedecke, auf die es geregnet hat! Das Auto kommt damit zurecht, beim Aussteigen wird es gefährlich!
Unterwegs auf Eis und Schnee – Autofahren in Nordnorwegen
Wenn es in Deutschland schneit oder die Straßen vereisen, bricht Chaos aus. Solche Straßenverhältnisse machen uns Angst. Im Norden Norwegens oder Schwedens gehören spiegelglatte Strassen zum langen Winter als Selbstverständlichkeit dazu. Die Verkehrsdichte ist wesentlich geringer und ab Oktober klackern die Spikesreifen über die Straßen. Die Leute wissen mit dem Wetter umzugehen. Und mit Spikes ist das Fahren wesentlich einfacher und sicherer als man meinen möchte – selbst auf 5 cm dickem Eis mit Wasser oben drauf.
Ich machte mir vor meiner ersten Winterreise zu den Vesterålen und Lofoten auch viele Gedanken, ob ich mit dem Autofahren in diesen Wetterbedingungen klar kommen würde.
Und ganz ehrlich: es machte mir sehr, sehr großen Spaß mit dem gemieteten Allradfahrzeug auf der festgefahrenen Schneedecke zu fahren. Der Schnee knirschte, war griffig, die Landschaft sah atemberaubend schön aus. Ich war in einer „anderen Welt.“ Im Schneesturm sieht es dann wieder anders aus – man sieht nämlich buchstäblich nichts mehr. Ab Windschutzscheibe ist Schluss.
Schnee, der über die Straße wegt – de Vorboten der Schneeverwehungen! – Besser du entfernst dich nicht zu weit von deiner Unterkunft.
Und dann kann es schnell gehen – doch es wird permanent geräumt!
Schneepflüge sind bei Schneefall im Dauereinsatz.. Im Ernstfall wartet man auf sie und hängt sich hintendran.
Tipps zum Autofahren im hohen Norden
Lappland – kannst du das Schild erkennen?
Packliste Wintertour mit dem Auto – Was ich unbedingt dabei habe?
Auf den Lofoten und Vesteralen wird es wegen des Einflusses des Golfstroms nicht so kalt wie auf dem Festland, höchstens -15 bis -20°C, während die Temperaturen im Landesinneren bis unter-40°C absinken können.
Im Jahr 2011 fuhren wir mit unserem eigenen VW T4 Synchro auf die Lofoten, wo wir acht Wochen lang lebten und fotografierten. Die Anfahrt durch Schweden war ein Abenteuer für sich. Für die langen Strecken im extrem kalten schwedisch Lappland hatten wir folgende Dinge immer im Auto:
Bitte kein Gegenverkehr, bitte bitte!
Packtipp, Extras für die Sicherheit
Warnweste
Auf welche Straßenbedingungen muss ich mich einstellen?
Die Bandbreite ist sehr groß. Sie reicht von trockenen, schneefreien Straßen (eher selten) bis hin zu komplett verschneiten, oder total vereisten und mit Wasser bedeckten Fahrbahnen. Dazu kommen schlechte Sichtverhältnisse durch Schneestürme, oder extreme Dunkelheit bei Regenwetter, wenn kein Schnee liegt.
Schlechte Sicht und widrige Umstände – oftmals stand sehr viel Wasser auf den Straßen!
Diese mondhelle Nacht fühlte sich schon fast wie Tag an!
Praktische Links für die Straßenverhältnisse
Literaturtipps für Norwegen
Schneereichert Winter auf den Lofoten
Wir hatten einen sehr schneereichen Winter erwischt. Der machte das Fotografieren und vor allem das Vorankommen in der Natur komplizierter. Richtige Schneeschuhe wären jetzt ideal gewesen, aber es ging auch ohne. Hier ein paar Impressionen von den Schneemassen.
Welche Erfahrungen hast du mit dem Wetter im Norden? Hast Du noch Fragen? Nur her damit!
Es geht auch ohne Spikes, Anmerkung von Lutz
Aus eigenen Erfahrungen möchte ich noch anfügen, dass die “normale” Fahrerei meistens ganz gut geht, problematisch ist vor allem das Bremsen. Wir waren jetzt mehrmals ohne Spikes, aber mit hervorragenden Winterreifen in Skandinavien. Auf geraden Strecken und bergauf gab es nie Probleme. Bergab wird es schon komplizierter, da sollte man frühzeitig die Geschwindigkeit drosseln und vor allem IMMER genügend Platz zum bremsen einplanen. Sicherheitsabstand ist überhaupt das A+O beim Fahren und natürlich sind die Fliehkräfte in den Kurven nicht zu unterschätzen.
Spikesräder kann man bei vielen Händlern in Norwegen und Schweden mieten.
In Norwegen geht man zum “Piggdekk Service”.
Polarlichter fotografieren
„Dein Weg zum Nordlichtfoto“, Gabi & Gunter Reichert
Weitere Infos im umfangreichen Ebook im Buchladen.
Zum nächsten Teil unseres großen Polarlicht fotografieren Kurses
Die Insel Rügen – eine fantastische Fotosession zum Ende einer langen Reise
In der Dunkelheit der Nacht waren wir von Trelleborg aus mit der Fähre in Sassnitz angekommen. Wir parkten am kostenpflichtigen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit am Nationalpark Jasmund. Der Stress des Wohnmobilschadens, der damit verbundenen Reparatur auf Raten und der langen Rückreise im unsicheren Wetter lag noch mit viel Spannung in der Luft. Kurz: wir fühlten uns erschöpft.
Eine lange Wanderung Stunden vor Sonnenaufgang durch den Wald zur traumhaften Steilküste war nicht die Opition, die wir wählen wollten. Wir schliefen aus.
Auf der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz
Auf der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz
Der Buchenwald auf der Insel Rügen als Fotomotiv im Herbst
Der herbstliche Buchenwald weckte jedoch schnell den Fotografen in uns wieder auf! Die waldig, modrige Luft tat gut. Trotz außergewöhnlicher Meeresküste in der Nähe, vergnügten wir uns stundenlang zwischen den Bäumen.
Wir litten noch unter einem kleinen Kulturschock! Früh war der Parkplatz noch ganz leer gewesen, er füllte sich jedoch in unglaublicher Geschwindigkeit mit bunten Autos, aus denen sich unglaubliche Mengen an Wanderern in den Wald ergossen. So viele Menschen hatten wir seit Monaten nicht gesehen. Und der Besucherstrom nahm kein Ende. Waren wir zu lange auf einer kleinen Insel gewesen?
Farbenfroh im Wind, Insel Rügen
Ein Meer aus Laub, Insel Rügen
Neben unserem Mobil parkte ein kleinerer zum Campingwagen umgebauter Transporter. Sein netter Fahrer hatte neugierig ins Mobil gespäht. Kaum trat ich vor die Mobiltür sprach er mich auch schon an. „Frau Reichert, wir kennen uns von einer Merchweiler Ausstellung vor ein paar Jahren“ Ja, ich erinnerte mich. Vor mir stand der berühmte Wettbewerbsfotograf Klaus Persch. Durch unseren Blog wußte er, dass wir mit dem Mobil Probleme gehabt hatten und wahrscheinlich hatte er das Fahrzeug deswegen auch gleich erkannt.
Treffen mit Fotografen am Nationalpark
Wir quatschten, tranken Kaffee, genossen den Austausch über Fotografie und Reisen. Am nächsten Morgen wollte Klaus bei Sonnenaufgang an der Küste sein. Seine Frau würde ihn hinfahren, wir könnten mitkommen.
Ja, das war klasse! Genau, was unsere müden Knochen wünschten. Im besten Licht am besten Ort zu sein, ohne stundenlang zu wandern.
Klaus vor der Kreideküste
Kreideküste kurz vor Sonnenaufgang
Der Baum im Meer
Morgens um 7 Uhr zur Kreideküste des Nationalparks Jasmund
So versuchten wir gegen 7:00 Uhr fit und munter zu sein, verspäteten uns um ein paar Minuten und fuhren zusammen zum Bushalteplatz von wo aus man die ca. 400 Stufen zum Strand nehmen kann. Das Licht war traumhaft, der Strand menschenleer. Drei glückseelige Fotografen fingen an diesem Morgen das Licht, die Wellen und die Steilküste ein! DANKE Klaus!
Wir verbrachten noch einen Tag auf Rügen, das Licht wurde nicht mehr so gut. Da sich ein richtiger Sturm ankündigte, wir in unserer eckigen Kiste bereits genug davon gehabt hatten, entschlossen wir gen Heimat zu ziehen. Wir schauten noch bei Gabi M. vorbei, übernachteten unterwegs einmal. Das Fahren im Sturm war sehr anstrengend und auf den Brücken auch gefährlich gewesen. Einen Tag später schlug der Sturm dann richtig zu. Gerade noch Glück gehabt!
Daheim wartete kiloweise Post nur auf uns. Formulare und Verträge und lauter solche Dinge, die kein Mensch mag. Wenige Tage später kam auch Esra, erstmals auf dem schnellen Weg mit Ryan Air aus Schweden zurück.
Ja und jetzt wartet viel Arbeit an den Fotos auf uns! Wir werden noch ein paar zusammenfassende Beiträge über diese Reise veröffentlichen.
ABER: aufgrund der Umfrage zum Nordlicht werden wir morgen einen ausführlichen Infoteil zum Thema Nordlichtfotografie im Norden Norwegens starten! Wir haben sehr viel Erfahrung und kennen die Bedingungen vor Ort aufgrund mehrerer, langer Reisen.
Aus dieser Umfrage heraus ist zuerst unser Nordlichtfotografie Tutorial entstanden und dann sogar unser erstes Buch: „Dein Weg zum Nordlichtfoto“
PS: Bezüglich der Wohnmobilreparatur in Norwegen haben wir uns bei zwei Vertragsverkstätten rückversichert. Alles ist völlig in Ordnung!