
Elena auf dem Weg zur Insel
Auf dieser Norwegenreise liegt unser Schwerpunkt auf den Leuchttürmen und auf dem Polarlicht. Bisher schafften wir es noch nicht, beide zu kombinieren. Jetzt stehen die Chancen gut!
Wir sind zu Gast bei Elena, die seit dem Jahr 2006 im Litløy Fyr – den Leuchtturm der kleinen Insel – wohnt.
Allein auf einer Insel leben?
Elena war seit ihrer Kindheit aufgrund der Arbeit ihres Vaters, ein Chef, mit dem touristischen Umfeld vertraut. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Journalistin und für humanistische Organisationen, wofür sie in Krisengebieten unterwegs war. Als sie im Libanon den Meereswellen zuschaute, kam ihr die Idee, sich dort an der Küste niederzulassen. DOCH, als Norwegerin hinterfragte sie diesen Drang. „Daheim in Norwegen haben wir soviel Küste – warum suche ich nicht dort ein Zuhause am Meer“
Inspiration aus einem Buch
Sie hatte ein Buch von Maguerite Yourcenar gelesen, welches sie ungemein fesselte. Die Hauptperson zieht sich gegen Ende seiner Tage tuberkulosekrank auf eine einsame Insel zurück. Vor allem, damit er niemanden anstecken kann. Als die Zeit zum Sterben kommt, geht er in die Natur und lässt los, stirbt einen friedlichen Tod.
Elena dachte sich, warum nur zum Sterben auf die Insel und zurück zur Natur? Warum nicht bereits jetzt? Ein Gedanke reifte in ihr.
Ein Freund machte sie schließlich auf den Leuchtturm auf der kleinen Insel aufmerksam. Er würde automatisiert und bald zum Verkauf stehen. Sie solle sich das bloss nicht ernsthaft überlegen, riet er ihr noch.
Nach einem ersten Besuch auf der Insel, ein Fischer hatte Elena hingefahren, war es um sie geschehen. Mit großem Einsatz und einer guten Idee gelang es ihr, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen und den Leuchtturm mitsamt Gelände zu kaufen. Elena hörte im Jahr 2002 zum ersten Mal vom Leuchtturm und konnte ihn endlich im Jahr 2006 kaufen!
Der Leuchtturm der kleinen Insel wird zum Ökoleuchtturm
Seither arbeitet Elena, die jetzige Leuchtturm-Betreuerin, daran, den Leuchtturm mit den neuesten und umweltfreundlichen Energien aufzurüsten. Im Sommer produziert die Photovoltaikanlage den Strom für das Wohnhaus. Seit jeher wurde Regenwasser auf der Insel genutzt. Doch diesen Sommer schaffte es Elena, endlich die Trinkwasserleitung, an der sie seit Jahren arbeitet fertig zu legen.
Aber, sollen wir nicht besser von vorne anfangen?
In den letzten Monaten telefonierte ich immer mal wieder mit dem Norwegenfotografen Thomas. Er las erst nur unseren Blog, bekam davon schnell Nordlichtfernweh und sprang kurzerhand ins Auto und auf nach Norden. Wir trafen ihn bereits vor ein paar Tagen kurz auf einen Kaffee.
Jetzt hatten wir uns zusammen auf dem Parkplatz von Vinje verabredet, wo wir auf Elena trafen. Wir parkten unsere Autos und das Mobil, zogen die schwimmfähigen Anzüge drüber und verluden unser Gepäck in das Zodiac, allerhand Fotorucksäcke und Stative und ein paar Klamotten und auch etwas zum Futtern.
Ankunft auf der Insel
Elena erklärte schon auf dem Weg zur Insel sehr viel. Die kleine Insel ist zum Beispiel gar nicht klein. Sie ist nur etwas kleiner als die Nachbarinsel, daher also der Name. Wir konnten das vom Zodiac aus recht gut nachvollziehen.
„Erschreckt nicht, wenn ich jetzt dicht am Fels vorbeifahre?“ meinte Elena plötzlich und gab Gas. Wir legten uns schnittig in die Kurve und rasten tatsächlich auf den Felsen zu und ganz knapp daran vorbei. Hätte sie es nicht gesagt, mir wäre es wohl wirklich mulmig geworden. Diese Fahrweise ist wegen der verstreut vorhandenen Unterwasserfelsen nötig gewesen.
Wir werden von den drei Volontären, die bei der Arbeit auf der Insel helfen, empfangen. Legen im strahlenden Sonnenschein die Anzüge ab und strahlen dann selbst bis hoch zu unseren Ohren. Die Insel, der Leuchtturm, das Wetter, die Menschen – alles ist sowas von genial!

Eines der Gästezimmer
Wer von Euch errät, warum diese kleine Beule im Bett ist, bekommt eine Postkarte aus Norwegen!
Bibilothek und Aufenthaltsraum
Wir erklimmen die 209 Stufen zum Wohnhaus – Elena bittet uns, etwa in der Mitte inne zu halten um die Aussicht zu genießen! Ja, das hätten wir fast vergessen!
Zum Leuchtturm geht es noch weiter in die Höhe, und schauen die Zimmer an. Aus Leuchtturmwärterzeiten hat das Wohnhaus zwei Bereiche. Für die beiden Familien der Wärter gibt es jeweils einen Eingang. Auf der einen Seite findet sich jetzt Elenas Bereich und dort wohnen die Voluntäre, auf der anderen Seite ist der Einganz für die Gäste.
Was soll ich sagen? Nach wochenlanger Wohnmobiltour sieht ein Haus generell gut aus, doch das hier toppt einfach alles bisher gesehene! Die Zimmer sind bewußt sehr schicht gehalten, die Aussicht aus dem Fenster ist sowie der Magnet im Zimmer. Immer wieder stehe ich staunend da und genieße diese Aussicht!
Leben im Einklang mit der Natur
Elena meint, dass Thomas gleich mit zum Fischen kann. So viele Leute, die Hunger haben und der Supermarkt ist direkt vor der Tür! Man muss nur ganz kurz rausfahren mit dem Boot, die Angel reinhalten und dann unter Geruckel wieder hochziehen.

Thomas mit einem 9 kg Seelachs

- Nikolai und eine Makrele
Gunter und ich zogen mit Kameras und Stativen über die Insel. Wir blicken auf die Berge der Lofoten, kleine Inselchen tummeln sich vor dem Bootsanleger, das Wasser ist still, der Blick weit, die Luft ach so frisch und sauber!
Sind wir gerade in einem Traum gelandet? Es könnte gut sein, weckt mich bitte nicht!
Nachtarbeit
Nach dem exzellenten Essen gemeinsam am großen Tisch mit ebenso gigantischer Aussicht funkelten die Sterne freundlich über unseren Köpfen. Klar, wir waren draußen.
Zwei Kameras bekamen etwas Arbeit für die Nacht. Ich legte mich hoch oben auf den Felsen einfach dazu. Ein winzig kleiner Nordlichtschimmer stand am Horizont, ich hatte also wenig Arbeit, genoss auf dem Rücken liegend in absoluter Stille das Himmelszelt. Dafür hatte ich mir bisher nie wirklich die Zeit genommen.
Bis sehr spät sicherte ich noch die Fotos und konvertierte aus Lightroom. Was für ein Tag, was für eine Nacht!
Elena hat es richtig gemacht. Sie lebt ihren Traum!

Das Wohnhaus auf der kleinen Insel

Der kleine Leuchtturm auf der kleinen Insel

Fenster des Leuchtturms

Sternklare Nacht auf der kleinen Insel
Größere Kartenansicht
Dieser Artikel nimmt teil an der Blogparade „Reisende am Ende der Welt„. Schaut mal nach, wo andere Reisende sich am Ende der Welt fühlten :-)
Elenas Webpage: Kleine Leuchtturminsel – Für ein paar Tage könnt ihr Euch den Traum vom Leben auf der Insel auch verwirklichen!
Eine Ökotoilette mit einer Story – Litløy
Litløy Fyr – Ein Erlebnis für die Sinne!
Zimmer mit Aussicht
Noch sind wir nicht aus unserem Traum aufgewacht.
Sirius ist der Grund für die Belue
Kartoffelernte
Paula bereitet das Frühstück vor, wir sitzen zusammen, Elena plant den Tag. Ich hatte bereits per Email zugestimmt, dass sich die Kids um die Kartoffeln kümmern würden! Jetzt war es soweit. Sie zogen Arbeitsklamotten über und sahen direkt erschöpft aus. Aber auch wichtig. Das kleine Kartoffelfeld liegt fast am anderen Ende der Insel. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir durchs hohe Gras.
Dabei kamen wir auch an den Ökotoiletten vorbei. Dazu aber bald mehr. Gerade auf einer kleinen Insel sind solche eher nebensächlichen Dinge enorm wichtig aber logistisch genauso enorm schwierig zu handhaben.
Nach einer kurzen Instruktion, wie die leckeren Knollengewächse wohl am besten aus der Erde in die Körbe und zum Wohnhaus zu transportieren sind, liessen wir die Drei allein werkeln. Ich erkundete derweilen mit Thomas das andere Ende der Insel, Elena ging zurück zum Wohnhaus.
Die Kids ernten die Kartoffeln auf der kleinen Insel
Kartoffelernte – Esra trägt die Kisten querfeldein zum Wohnhaus
Siedlungen früherer Zeiten
In vorindustriellen Zeiten, bevor es Autoverkehr und gute Straßen gab,war es egal, ob die norwegischen Fischer auf einer Insel oder auf dem Festland (ich zähle jetzt die „großen“ Vesterålen mal mit dazu) wohnten. Sie sahen zu, dass sie möglichst nah an den Fischgründen lebten. So gab es schon seit tausenden von Jahren Menschen auf der kleinen Insel. Überreste einer 6000 Jahre alte mobilen Siedlung und modernere Hinterlassenschaften von Häusern finden sich noch auf Litløy.
Die letzten Bewohner – von den Leuchtturmwärterfamilien einmal abgesehen – verliessen die Siedlung in den 1950ern. Zu dieser Zeit war das verwendete Baumaterial Holz so teuer, dass die Häuser abgebaut und mitgenommen wurden. Der Staat subventionierte die Umsiedlung. Die Boote waren jetzt fast alle motorisiert und die Fischer konnten so bequem und schneller von den größeren Siedlungen aus weiter hinaus zu den Fischgründen schippern. Ein Leben auf der Insel war nicht mehr notwendig, die Logistik, vor allem bezüglich Strom und Wasser zu aufwendig.
Wir fotografierten die übriggebliebenen Fundamente, als plötzlich die Krähen lauthals zu protestieren anfingen. Krähengekrächze ruft immer meine Aufmerksamkeit auf den Plan. Die Ursache war ein Adler der über uns schwebte und immer wieder von drei Krähen angegriffen wurde. Ein weiterer Adler kam hinzu und schließlich noch einer. Meine Teleobjektiv lag im Haus – ich durfte live genießen! Ihr bekommt dafür jetzt kein Bild davon!
Überreste der Siedlung, die um die 1950 verlassen wurde
Gunter hatte sich wohl aus Aufregung über die dauernden Probleme mit dem Mobil erkältet. Er fühlte sich matt, ruhte sich immer mal wieder aus.
Elena hörte von unseren Fahrzeugproblemen, sie rief umgehend für uns in der Werkstatt an. Die Idee war, das Gefährt reparieren zu lassen, während wir hier auf der Insel weilen. Elena arbeitet Vollzeit in der Bibliothek, Gunter fuhr also auf ihrem Arbeitsweg mit nach Bø und brachte unser mobiles Heim in die kleine Werkstatt.
Ein keiner Garten Eden
Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist ein unbeschreiblicher Genuß, auf dieser Insel zu wandern, die Adler zu beobachten und durch das hohe Gras zu streifen. Wenn man hier ankommt, sieht Litløy aus, wie ein Fels im Meer. Der höchste Hügel ist ca. 100 m hoch. Was ich nicht erwartet hatte, ist die Fruchtbarkeit des Bodens. Noch Ende September blühen die Blumen entlang der steilen Treppen hoch zum Wohnhaus.
Es ist ein 209 Stufen langer bunter Garten. Elena zaubert aus den Salaten, Kräutern und Blüten farbenfrohe Salatgerichte. Hier isst das Auge in doppelter Hinsicht mit. Beim Essen war es uns nicht vergönnt, den Panoramablick auf die Lofoten durch die Fenster zu bewundern, denn wir nahmen die Mahlzeiten im Freien zu uns.
Elena legt besondern Wert auf gesunde Nahrung. Ich war fasziniert, wieviel so hoch im Norden selbst zu dieser Jahreszeit noch wachsen kann! Einige der Gerichte, die wir aßen, kamen zu 100 % absolut frisch direkt aus der Natur auf den Teller. Der Dorsch, der an Esras Angel gesprungen war, lag zwei Stunden später lecker gebraten vor uns. Das Gemüse hatten Elena und Paula kurz vor der Zubereitung gesammelt und direkt in der Küche verarbeitet. Außer Sahne, Milch, dem Käse und mal etwas Wurst, kommt wenig aus dem Supermarkt. Die Natur ist der beste Markt, den es gibt! Und ganz ohne lästiges Verpackungsmaterial.
Im Garten
Im Garten – ruft euch in Erinnerung, dass wir 300 km nördlich des Polarkreises sind! – Diese hier sind natürlich nicht zum Essen!
Elena in der Gemüseabteilung
Elena in der Küche
Paula backt täglich Brot
Könnt ihr die Tomaten riechen? Ein ganz besonderes kleines Gewächshaus!
Der Speisesaal und ein liebevoll bereitetes Gericht
Die Fischköpfe locken Krabben an – eine weitere leckere Mahlzeit!
Thomas im Fischsupermarkt
Elena im Tomatenhaus!
Leuchtturm früher und heute
Elena führt uns durch die Leuchtturmgebäude. Der 100 jährige Turm steht neben dem neuen Leuchtturm, der im Jahr die Arbeit übernommen hat.
Im ursprünglichen Turm lagerte die Dreheinrichtung wie damals üblich frei schwimmend in Quecksilber. Eine Art großes Uhrwerk drehte die Fresnellinse gemächlich im Kreis. Da der Leuchtturm so hoch auf den Felsen sitzt, ist der Turm an sich sehr klein. Dadurch waren die Leuchtturmwärter dazu gezwungen, jede Stunde die Treppe wieder hochzulaufen um die Kurbel zu bedienen.
Der moderne „Turm“ steht direkt neben dem schönen rot, weissen klassischen Leuchtturm. Zuerst dachte ich, dass es eine Art Wetterstation sei, so unauffällig sieht er aus.Er blinkt nachts automatisch gesteuert alle 10 Sekunden – und stört mich bei der Sternenfotografie :-)
Elena im Innern des Leuchtturms – Sie hat kreative Pläne für den kleinen Leuchtturm
So sehen Leuchttürme heute aus! Nicht hübsch aber energiebewußt und selbständig
kleine, feien Wölkchen über dem 100 Jahre alten Leuchtturm
Norwegen 2013 – Übersichtsseite
Ankunft auf dem Littleisland Lighthouse
Elena auf dem Weg zur Insel
Auf dieser Norwegenreise liegt unser Schwerpunkt auf den Leuchttürmen und auf dem Polarlicht. Bisher schafften wir es noch nicht, beide zu kombinieren. Jetzt stehen die Chancen gut!
Wir sind zu Gast bei Elena, die seit dem Jahr 2006 im Litløy Fyr – den Leuchtturm der kleinen Insel – wohnt.
Allein auf einer Insel leben?
Elena war seit ihrer Kindheit aufgrund der Arbeit ihres Vaters, ein Chef, mit dem touristischen Umfeld vertraut. Beruflich arbeitete sie unter anderem als Journalistin und für humanistische Organisationen, wofür sie in Krisengebieten unterwegs war. Als sie im Libanon den Meereswellen zuschaute, kam ihr die Idee, sich dort an der Küste niederzulassen. DOCH, als Norwegerin hinterfragte sie diesen Drang. „Daheim in Norwegen haben wir soviel Küste – warum suche ich nicht dort ein Zuhause am Meer“
Inspiration aus einem Buch
Sie hatte ein Buch von Maguerite Yourcenar gelesen, welches sie ungemein fesselte. Die Hauptperson zieht sich gegen Ende seiner Tage tuberkulosekrank auf eine einsame Insel zurück. Vor allem, damit er niemanden anstecken kann. Als die Zeit zum Sterben kommt, geht er in die Natur und lässt los, stirbt einen friedlichen Tod.
Elena dachte sich, warum nur zum Sterben auf die Insel und zurück zur Natur? Warum nicht bereits jetzt? Ein Gedanke reifte in ihr.
Ein Freund machte sie schließlich auf den Leuchtturm auf der kleinen Insel aufmerksam. Er würde automatisiert und bald zum Verkauf stehen. Sie solle sich das bloss nicht ernsthaft überlegen, riet er ihr noch.
Nach einem ersten Besuch auf der Insel, ein Fischer hatte Elena hingefahren, war es um sie geschehen. Mit großem Einsatz und einer guten Idee gelang es ihr, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen und den Leuchtturm mitsamt Gelände zu kaufen. Elena hörte im Jahr 2002 zum ersten Mal vom Leuchtturm und konnte ihn endlich im Jahr 2006 kaufen!
Der Leuchtturm der kleinen Insel wird zum Ökoleuchtturm
Seither arbeitet Elena, die jetzige Leuchtturm-Betreuerin, daran, den Leuchtturm mit den neuesten und umweltfreundlichen Energien aufzurüsten. Im Sommer produziert die Photovoltaikanlage den Strom für das Wohnhaus. Seit jeher wurde Regenwasser auf der Insel genutzt. Doch diesen Sommer schaffte es Elena, endlich die Trinkwasserleitung, an der sie seit Jahren arbeitet fertig zu legen.
Aber, sollen wir nicht besser von vorne anfangen?
In den letzten Monaten telefonierte ich immer mal wieder mit dem Norwegenfotografen Thomas. Er las erst nur unseren Blog, bekam davon schnell Nordlichtfernweh und sprang kurzerhand ins Auto und auf nach Norden. Wir trafen ihn bereits vor ein paar Tagen kurz auf einen Kaffee.
Jetzt hatten wir uns zusammen auf dem Parkplatz von Vinje verabredet, wo wir auf Elena trafen. Wir parkten unsere Autos und das Mobil, zogen die schwimmfähigen Anzüge drüber und verluden unser Gepäck in das Zodiac, allerhand Fotorucksäcke und Stative und ein paar Klamotten und auch etwas zum Futtern.
Ankunft auf der Insel
Elena erklärte schon auf dem Weg zur Insel sehr viel. Die kleine Insel ist zum Beispiel gar nicht klein. Sie ist nur etwas kleiner als die Nachbarinsel, daher also der Name. Wir konnten das vom Zodiac aus recht gut nachvollziehen.
„Erschreckt nicht, wenn ich jetzt dicht am Fels vorbeifahre?“ meinte Elena plötzlich und gab Gas. Wir legten uns schnittig in die Kurve und rasten tatsächlich auf den Felsen zu und ganz knapp daran vorbei. Hätte sie es nicht gesagt, mir wäre es wohl wirklich mulmig geworden. Diese Fahrweise ist wegen der verstreut vorhandenen Unterwasserfelsen nötig gewesen.
Wir werden von den drei Volontären, die bei der Arbeit auf der Insel helfen, empfangen. Legen im strahlenden Sonnenschein die Anzüge ab und strahlen dann selbst bis hoch zu unseren Ohren. Die Insel, der Leuchtturm, das Wetter, die Menschen – alles ist sowas von genial!
Eines der Gästezimmer
Wer von Euch errät, warum diese kleine Beule im Bett ist, bekommt eine Postkarte aus Norwegen!
Wir erklimmen die 209 Stufen zum Wohnhaus – Elena bittet uns, etwa in der Mitte inne zu halten um die Aussicht zu genießen! Ja, das hätten wir fast vergessen!
Zum Leuchtturm geht es noch weiter in die Höhe, und schauen die Zimmer an. Aus Leuchtturmwärterzeiten hat das Wohnhaus zwei Bereiche. Für die beiden Familien der Wärter gibt es jeweils einen Eingang. Auf der einen Seite findet sich jetzt Elenas Bereich und dort wohnen die Voluntäre, auf der anderen Seite ist der Einganz für die Gäste.
Was soll ich sagen? Nach wochenlanger Wohnmobiltour sieht ein Haus generell gut aus, doch das hier toppt einfach alles bisher gesehene! Die Zimmer sind bewußt sehr schicht gehalten, die Aussicht aus dem Fenster ist sowie der Magnet im Zimmer. Immer wieder stehe ich staunend da und genieße diese Aussicht!
Leben im Einklang mit der Natur
Elena meint, dass Thomas gleich mit zum Fischen kann. So viele Leute, die Hunger haben und der Supermarkt ist direkt vor der Tür! Man muss nur ganz kurz rausfahren mit dem Boot, die Angel reinhalten und dann unter Geruckel wieder hochziehen.
Thomas mit einem 9 kg Seelachs
Gunter und ich zogen mit Kameras und Stativen über die Insel. Wir blicken auf die Berge der Lofoten, kleine Inselchen tummeln sich vor dem Bootsanleger, das Wasser ist still, der Blick weit, die Luft ach so frisch und sauber!
Sind wir gerade in einem Traum gelandet? Es könnte gut sein, weckt mich bitte nicht!
Nachtarbeit
Nach dem exzellenten Essen gemeinsam am großen Tisch mit ebenso gigantischer Aussicht funkelten die Sterne freundlich über unseren Köpfen. Klar, wir waren draußen.
Zwei Kameras bekamen etwas Arbeit für die Nacht. Ich legte mich hoch oben auf den Felsen einfach dazu. Ein winzig kleiner Nordlichtschimmer stand am Horizont, ich hatte also wenig Arbeit, genoss auf dem Rücken liegend in absoluter Stille das Himmelszelt. Dafür hatte ich mir bisher nie wirklich die Zeit genommen.
Bis sehr spät sicherte ich noch die Fotos und konvertierte aus Lightroom. Was für ein Tag, was für eine Nacht!
Elena hat es richtig gemacht. Sie lebt ihren Traum!
Das Wohnhaus auf der kleinen Insel
Der kleine Leuchtturm auf der kleinen Insel
Fenster des Leuchtturms
Sternklare Nacht auf der kleinen Insel
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Dieser Artikel nimmt teil an der Blogparade „Reisende am Ende der Welt„. Schaut mal nach, wo andere Reisende sich am Ende der Welt fühlten :-)
Elenas Webpage: Kleine Leuchtturminsel – Für ein paar Tage könnt ihr Euch den Traum vom Leben auf der Insel auch verwirklichen!
Noch stärkeres Nordlicht in Hovden, Vesterålen
Abends am Strand
Ja, was soll ich schreiben?
Die letzte Nacht war mal wieder gigantisch! Es fing mit einem schmalen Streifen direkt über uns an, dann wurde es stärker und stärker…. Wir waren in Hovden auf den Vesterålen und nutzten die Kunstlandscap auf dem Hügel als Motiv!
Der Hafen von Hovden
bei dem Nordlicht wird sogar der Mond blass :-)
Esra unter dem Nordlicht
Gabi & Gunter unter dem Nordlicht
Da kommt es her – Kunst auf den Vesteralen
Und das ist nur ein Teil auf der gigantischen Show
Ja, wie sollen wir das denn noch toppen?
In den nächsten Tagen werden wir auf einer kleinen Insel in einem Leuchtturm wohnen. Der Wetterbericht ist super, Nordlichter auf einer kleinen Insel mit Leuchtturm? Das hatten wir noch nie.. Bleibt dran – wir werden berichten!
Übersichtsseite Norwegenreise 2013
Größere Kartenansicht
Nordlichtfotografie in Lødingen, Vesterålen
Live-Reisebericht
[toc]
Wir waren wieder den ganzen Tag auf den Beinen gewesen. Die Landschaft, das Licht, die Menschen – das ist alles so interessant und schön, dass wir – nun, besonders ich – tagsüber nicht ruhen können. Doch manchmal wäre das sinnvoll, denn Nordlichtnächte können lang werden. Wir erreichten Lødingen erst nach 21:00 Uhr und stiegen aus, da begrüßte uns das endrucksvollste Nordlicht auf dieser Reise. Rote, violette und grüne Strahlen wirbelten über den gesamten Himmel. Die Kids rannten zum Strand und freuten sich wie Schneekönige.
Nordlicht Fotografie 1 – sei immer bereit!
Die Ausrüstung war nicht griffbereit, ärger! Es war kalt geworden, der Wind pfiff von Norden herien, ohne Jacke ging es im Freien nicht mehr. Die letzten Wochen hatten wir es nachts noch im T-Shirt ausgehalten. Wenn fünf Leute im Mobil gleichzeitig anfangen, nach ihren Jacken, Kameras und Stativen zu suchen, wird es schnell chaotisch.
Corona
Wir schafften es schließlich, und konnten warm angezogen das grandiose Himmelsfeuer genießen und fotografieren. So schnell, wie das Nordlicht aufgetaucht war, war es auch schon wieder verschwunden. Uff, da heißt es immer bereit sein.
Nordlicht Fotografie 2 – pass immer gut auf, wo du hintrittst
In der Nordlichtpause suchten wir nach einem geeigneten Ort für die nächste Nordlichtwelle. Leider sind grasbewachsene Felsen ziemlich heimtückisch. Ich trat auf einen vermeintlich sicheren Stein, doch da war nichts, außer ein tiefes Loch. Wie in Zeitlupe kippte ich und fiel den Hang hinunter. Seltsamerweise dauerte der freie Fall eine gefühlte Unendlichkeit. Ich machte mich locker, bloss keine Angst haben, leicht fallen. Ich kenne das leider, fällt man verkrampft, bricht man sich leicht was.
Da lag ich nun, kopfüber im weichen Moos wie ein hilfloser Käfer, die Kamera über der Schulter, das Stativ in der Hand und den Rucksack auf dem Rücken. Ich blieb erst mal liegen, analysierte meine Knochen, dann die Ausrüstung.
Glücklicherweise bin ich auf keinem der überall herumliegenden spitzen Steine gelandet, geprellt habe ich mich aber heftig an einigen Stellen. Die Ausrüstung war auch noch ok! Glück gehabt.
Nordlicht in Lodingen
Nordlicht in Lodingen
Schiffe und Nordlicht
Statue in Lodingen und Nordlicht
Unser Mobil in der Nordlichtnacht
Was für eine Aussicht! Nordlichter in Lodingen
Nordlicht Fotografie 3 – vergiss das Genießen nicht!
Ich hatte jedoch keine Zeit für Schmerz, die Nordlichtshow ging direkt weiter. Wir fotografierten am Strand, liefen hinauf zum kleinen Leuchtturm. Wieder wurde das grüne Leuchten extrem hell, der strahlende Bogen erstreckte sich über den gesamten Himmel. Zwei nach Diesel stinkende, brummende Schiffe fuhren uns quer durchs Bild. Die Show war vom Feinsten! Das war eine der besonders spektakulären Nordlichtaufführungen mit Aktivität in fast allen Himmelsrichtungen. Und auch der Mond hing halbfett am Himmel und gab den wenigen Wölkchen und der Landschaft etwas Licht.
Wir fingen im kalten Wind an zu frieren, die Flut kam, umspülte die Stativbeine und vertrieb uns schließlich vom Strand. Es war inzwischen 2:00 Uhr und die Prellungen meldeten sich deutlich. Ich legte mich zum Ausruhen hin und stellte sicherheitshalber den Wecker, nur um nichts zu verpassen. Draußen blieb es ruhig, oder ich merkte es nicht, völlig erschöpft schlief ich durch bis die Morgensonne mich weckte.
Grüner Himmel, blaue Flecken – diesen Abend werde ich die nächsten Tage sicher bei jeder Bewegung zu spüren bekommen. Und aufgrund der Fotos auch nie vergessen!
PS – Ich kann die Fotografien unterwegs am Notebook nicht wirklich exakt beurteilen. Die RAW-Dateien konvertiere ich nur aus Lightroom und poste sie im Blog für Euch. Nach dem Motto nicht perfekt dafür direkt!
Das Gleiche gilt natürlich auch für die Tipp- und Rechtschreibfehler. Verzeiht!
PPS – Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr die Share Buttons in jedem Artikel nutzt. Jeder Leser und jeder Kommetar ist wichtig als Antrieb für uns :-) Sozusagen „Diesel“ für’s Blog :-)
Reisende aus Polen
Wir berichteten bereits über einige Reisende, die wir unterwegs getroffen haben. Bärtige Wanderer vor ihrem tausendsten Kilometer, eine Fahrrad-Globetrotterin aus Kanada in ihrem fünften Jahr auf Achse, deutsche Renter, die monatelang mit dem Mobil unterwegs sind. Holländische Taucher im Süden von Norwegen….
Jetzt haben wir eine Gruppe junger lustiger Polen getroffen. Ich beobachtete die Vier bereits am Strand bei Ramberg, als sie großen Spaß im Sandsturm hatten. Da rollten sie ungeachtet der widrigen Wetterbedingungen, gut gelaunt einen riesigen Treibholzstamm über den Strand.
In Haukeland standen unsere Fahrzeuge nebeneinander. Unser großer Flair und deren kleiner VW Bus. Ich quatsche die jungen Leute an. Im Fenster des Busses stand gut lesbar „Nordkapp“, die Männer lagen in den Betten, in Bücher vertieft.
Sylwia, Konrad, Wojtek, Dawid
„Ja, wir sind seit fünf Monaten unterwegs. Arbeiten immer mal wieder, um das Geld für das Benzin zu verdienen, dann fahren wir wieder“ bekam ich zur Antwort.
„Wie gefällt Euch Norwegen?“ Konrad mußte nur eine ausholende Bewegung mit dem Arm machen. „Es ist so schön hier, schau doch!“ Typischer Fall von blöde Frage! Grins! Mich faszinierte die kindliche Begeisterung, die die Gruppe ausstrahlte. „Gestern waren wir im Tunnel. Und plötzlich waren alle Farben anders. Die blaue Hose wurde schwarz und wir waren ganz grün im Gesicht“ sprudelt es breit grinsend aus ihm heraus.
Sylwia hat gerade ihr Psychologiestudium beendet. „Dahein im Polen, wo ich gerne leben würde, haben es Berufsanfänger sehr schwer. Wir verdienen auch mit abgeschlossenem Studium kaum mehr als 500 Euro im Monat. Da nehme ich mir lieber die Zeit, die Welt zu entdecken!“
Dann kamen wir auf die gestrige Nordlichtnacht zu sprechen. Jetzt liegt die Begeisterung aller in der Luft. „Wow, war das klasse. Wir warfen sogar Schatten im Mondlicht. Und dann kam das Nordlicht. Wir würden das gerne unseren Freunden in Polen zeigen, die glauben das sonst nicht!“ Wir besprachen, dass ich ihr Bild und das Nordlicht hochladen würde. Für die Freunde in Polen! Hier also Leute, sind die Bilder des genialen Nordlichts. Polnisch, deutsch und belgisch in Norwegen :-)
Hier noch das Foto unseres Fotopartners aus Belgien. Mit Jeroen zusammen fotografierten wir die Nordlichter und Mondbogen. Sein Zelt stand neben dem Mobil und da kommt man natürlich schnell bei einer Tasse heißen Tee ins Gespräch. Dieses wurde ein langes, die ganze Nacht! Morgens sahen wir übrigens noch Orcas in der Ferne vorbeischwimmen!
Jeroen aus Belgien in Haukeland