Als Fotografen suchen wir die Schönheit der Natur. Unser scharfer Blick streift über die Landschaft. Selbst ohne Kamera gestalten wir ständig Bilder in unseren Gedanken. Der allgegenwärtige Müll sticht uns unangenehm ins Auge.
Wir kennen alle die Bilder von Vögeln die an Plastikmüll in ihren Mägen veendeten, Robben mit Netzen, welche tief in die Haut eingewachsen sind. Nur: was kann man, was können die 5reicherts, schon dagegen tun?
Die Müllberge an manchen Stränden sind so gewaltig, die angespülten Plastikteile so schwer, dass wir uns machtlos fühlen. So lassen wir den Müll liegen, fotografieren ihn aber, um darauf aufmerksam zu machen. Hmm, das kann aber nicht alles sein!

Müll am Strand, Isle of Lewis, Schottland

Noah und der Müll am Strand

Esra schleppt schwere Seile

Esra schleppt schwere Seile
Wenn aber jeder so denkt, ändert sich nie etwas! In Facebook sah ich vor einigen Tagen das Bild einer Robbe auf Shetland, mit Nylonhalsband. Es verfolgte mich die ganze Nacht. In meinem inneren Auge sah ich den Kleinkram am Strand unweit „unseres“ Hauses, die Unmengen an Seil und Fischnetzfragmenten. Wenigstens den Kleinkram könnten wir doch einsammeln? Wenigstens an diesem einen, kleinen Strand? Meine Familie wußte nichts von meinen Plänen, die Kids stimmten jedoch sofort begeistert zu. Mit Tüten bewaffnet und Handschuhen an den Händen zogen wir los.
Leider hatten wir uns einen ziemlich stürmischen Tag ausgesucht, denn es erschwerte unsere Arbeit. Ständig zerrte der Wind an den leichten Seilen, wir mußten aufpassen, das sie nicht ins Meer wehten. Unsere Säcke waren schnell gefüllt und der Strand sah bereits besser aus, doch noch war er nicht komplett sauber. Esra schleppte Kiloweise Seil zum Haus. Im Sturm ein kräftezehrendes Unternehmen. Ich befragte die Nachbarn, wo wir den Müll am besten entsorgen könnten. Anne half mal wieder! Sie rief in der Gemeinde an. Wir sollten den Müll vor den Kontainer, der leider nur zwei Stunden pro Woche geöffnet ist, legen. Glücklicherweise haben wir viel Platz im Bus.
Gunter wartete mit eine heißen Mahlzeit auf uns – wir hatten sie nötig.
Vor ein paar Tagen hatten wir über diese Hütte in den Felsen berichtet! Von Neugier getrieben und dem Traum dort eine Nacht zu verbringen, suchten Esra und ich das Ehepaar auf. Die Adresse hatte auf einem kleinen Zettel in der kleinen Hütte gehangen, so war es nicht schwer John und Lorna zu finden. Wir wurden spontan auf einen Tee eingeladen und erzählten bis spät am Abend. Warum bringe ich das jetzt hier unter diesem Müllartikel?
Die beiden haben jahrelang Aktionen zur Reinigung der Strände gestartet. Es sei schwer, Leute für diese Projekte zu finden. Wenn zu einer Säuberung 10 Leute auftauchen würden, wäre das viel. Lorne erzählte: „Allein am Strand hier in der Nähe sammelten wir zwei dieser großen Müllkontainer! Wir machten das einige Jahre und merkten, dass der Müll tatsächlich jedes Jahr weniger wurde. Also waren diese Aktionen sehr sinnvoll. Über Sponsoren sammelten wir Geld, welches dann für Wasserprojekte nach Afrika geschickt wurde. Es fühlte sich gut an, so zwei völlig unterschiedliche Umweltprojekte zu kombinieren. Leider hatten wir in den letzten Jahren keine Zeit dafür und der Müll sammelt sich wieder an!“.

John und Lorna
Da ich mich sehr für Flschenpost interessiere, bisher jedoch noch niemanden traf, der auch einmal eine Flaschenpost gefunden hatte, fragte ich die beiden Strandputzer! Hier müßte die Chancen für eine postive Antwort sehr groß sein! Und tatsächlich kam die erwartete Rückmeldung: „Ja, wir haben hie und da Post gefunden. Das ist immer sehr aufregend. Eine kam aus Nova Scotia!“
Butt of Lewis & Port Ness im Sturm, Isle of Lewis & Harris
Auf der Suche nach Wellen zur Wellenfotografie auf der Isle of Lewis & Harris im Winter.
Es stürmte und war kalt. Wo würden wir eventuell Wellen finden? Seltsamerweise hatten wir bisher wenig Glück mit Wellen. Wie schade! Ich hatte gedacht, dass das im Winter einfacher sei.
Die Sonne schien vom wolkigen Himmel auf uns herab. Die von zahlreichen Lochs durchzogene Moorlandschaft zeigte sich von seiner fotogensten Seite. Wir legten auf dem Weg zum Butt of Lewis zahlreiche Fotostopps ein.
Die Standing Stones of Calanish boten den Kids windschutz, wir bemühten uns im rüttelnden Wind anständige Fotos zu machen. Dummerweise kam ich gerade jetzt auf die Idee kurze Zeitraffer zu machen. Die über den Himmel rennenden Wölkchen luden dazu ein. Meine eiskalten Finger litten darunter. Ich war trotzdem froh die Bildsequenz auf der Speicherkarte gebannt zu haben.
Wellen in Port Ness, Isle of Lewis & Harris
unser Auto und Wellen
Der nächste Stopp war der Dul Carloway Broch
– – ausführliche Infos dazu bald.
Treppen im Broch
Broch
Die Standing Stones of Callanish, Isle of Lewis & Harris, Schottland
Standing Stones of Calanish
Telefonzelle im Sonnenlicht
Der Wind lies nicht nach an diesem sonnigen Sonntag. Wir fuhren weiter gen Norden. Die Chance auf Wellen waren ganz im Norden am höchsten, weil es da Strände nach Westen und Osten gibt. In Port Ness sahen wir von weitem das wilde Meer! Der Wind blies anlandig, also auf unsere Objektive. Nach jedem dritten Foto putzten wir die Linsen. Hinter Schildern suchten wir Schutz vor der Gischt, es half nicht. Die Wellen wurden vom Wind nur so „zerblasen“. Sie türmten sich nicht fotogerecht auf. Wir klickten trotzdem munter, aber mit eingefrorenen Fingern vor uns hin und füllten so einige Speicherkarten. Am Butt of Lewis war nicht daran zu denken, eine Langzeitaufnahme mit Leuchtturm zu machen. Uns ruhig auf den Beinen zu halten wir schon eine Meisterleistung, hie und da zwischen zwei Böen schnell auf den Auslöser zu drücken war noch drin.
Ich lief zu einer stillgelegten Muschelzucht und fotografierte da, bis mir die Ohren schmerzten. Dann fuhren wir zurück gen Süden. Salziges Wasser hatte sich über das Auto gelegt. Gegen die tiefstehende Sonne sahen wir die Straße nicht. Wir hatten zwar Glasrein, aber das schmiert nur bei Salzwasser. So putzten wir mit meinem Roibusch Tee die Frontscheibe und Spiegel damit ans Fahren überhaupt zu denken war.
abendlicher Strand
Anstrengende Problem einer Fotografin und die Rettung durch die Familie
Unterwegs fanden wir in den Dünen über einen löchrigen Feldweg noch einen Strand. Dort knallten die Wellen explosionsartig direkt vor uns auf den Sand. Gnadenlos blies uns der Wind ins Gesicht und Tränen in die Augen. Ich überdachte jedes Wechseln der Filter – ist es wirklich nötig dafür die Handschuhe für wenige Minuten von den Finger zu streifen? Die Hände waren so kalt, es tat weh! Es sah so genial aus, die Fotografin in mir ignorierte die Kälte! Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust.
Das, welches friert wie ein Schneider, einen heißen Tee auf dem weichen Sofa möchte und das, welches noch fotografieren muß, weil die Wellen so knallen, das Wasser so toll abläuft, das Licht so genial ist und den Tag im Sand zum Leuchten bringt. Wäre da nicht der Rest der Familie gewesen, dessen frierende Seite die Überhand hatte und bereits das windgeschützte Innere das Wagens suchte. Die liessen mich einfach stehen! „Genug ist genug, Gabi!“
Ich muß es nicht mehr erwähnen – nach langer Fahrt in dunkler Nacht kamen wir müde und durch den Wind im warmen Zuhause an.
Ein schneller Upload im Pub in Pennan – morgen geht es mit der Nachtfähre nach Shetland. Wir melden uns!
Übersichtsseite Isle of Lewis & Harris
Great Bernera, Isle of Lewis
Mit den Blogeinträgen hänge ich etwa 2-3 Tage hinterher. Es ist so wunderschön auf der Insel, dass wir natürlich sehr viel unterwegs sind. Der Wind war in den letzten Tagen kalt und stark, da fehlt abends die Kraft. Außerdem hatten wir unglücklicherweise fatale Probleme mit dem Foto Notebook! Ich hatte gerade vom stürmischsten, fotoreichsten Tag alle Fotos gesichtet und in Lightroom bearbeitet, als ein niedriger Batteriestatus gemeldet wurde. Wir schafften es nicht mehr, das bis dahin treue Gerät an den Strom zu bekommen! Frust. Die Festplatte ist in Ordnung, Lightroom lief endlich halbwegs akzeptabel und nun das! Jetzt müssen wir uns mit diesem, wesentlich weniger gut geeigneten Internetnotebook begnügen!
Wir verlassen heute die Isle of Lewis und ziehen weiter. Jetzt, wo wir die Insel kennen- und lieben lernten würden wir natürlich gern noch ein paar Tage, Wochen, Jahre :-) bleiben! Ich fühle mich hier so wohl wie bisher nirgends zuvor!
Riley & Amy vor „unserem“ Haus
Schweren Herzens buchten wir gestern die Fähre nach Ullapool. Zwischen der Isle of Lewis und Shetland haben wir drei Tage auf dem Festland. Über Pennan, den traumhaften Drehort von „Local Hero“ hatten wir bereits 2009 berichtet. Dort fanden wir ein nettes Cottage. Am Sonntag nehmen wir die Fähre von Aberdeen nach Lerwick. In Shetland haben wir dann drei Unterkünfte, zwei Leuchttürme und ein Cottage in einer Ortschaft – mal in Laufweite eines Pubs :-)
Ich zeige Euch jetzt noch ein paar Fotos „unserer“ kleinen Insel, „Great Bernera“. Ich werde mich bemühen, auf der Nachtfähre die restlichen Isle of Lewis & Harris Berichte zu schreiben!
Küste direkt an unserem Haus
Boste Beach, Great Bernera
Die Bücherei kommt
Die Bücherei kommt – David leiht sich ein paar Bücher aus
Friedhof bei Bosta Beach – nur in Strandnähe kann man so tief graben, sonst stößt man überall auf Felsen. Deswegen liegen die Friedhöfe immer in der schönsten Region.
Aussicht aus unserem Fenster – eine geniale Anzeige von Ebbe und Flut. Fließt das Wasser so wie hier, ist Ebbe, fließt es in die andere Richtung ist Flut!
Great Bernera, Isle of Lewis
Das hier ist übrigens der 400. Blogeintrag!
Das Kindle auf Reisen
Noch eine kurze Meldung bezüglich des Kindle Touch. Zuerst dachte ich, na, der Kauf war ja umsonst. Auf Reisen bin ich dauernd unterwegs, schreibe bis spät in die Nacht sichere Fotos und habe gar keine Zeit zu lesen. Jetzt passierte es aber, dass ich ein Buch über das Schreiben lesen wollte. Ich möchte den Blog dauernd verbessern und da ich täglich schreibe liest sich so ein Buch natürlich am besten dann, wenn man es auch umsetzen kann. Wir befinden uns auf einer Insel, ich hätte keine Möglichkeiten jetzt an so ein Buch heranzukommen. Mit dem Kindle geht das Problemlos. Erstmals meldete ich den Ebook Reader bei Amazon an. Es war einfacher als gedacht. Ich bestellte ein paar günstige Bücher – da ist die Hemmschwelle am geringsten – und war eher enttäuscht. Das sind oft nur Broschüren, die da für 4 Euro verkauft werden. Innerhalb von einer Stunde ist man durch und nicht viel schlauer als vorher.
Ich stellte fest, dass ich mit einem Klick das erste Kapitel des Buches als Leseprobe herunterladen kann. Ja, das macht Spaß. Liest es sich so flüssig, dass man nicht aufhören will, dann kauft man es. Wenn nicht, dann nicht. Jetzt bin ich tatsächlich überzeugt.
Unser nächstes Ziel Shetland interessiert mich und ich möchte nicht warten, bis wir dort sind. Nach dem Lesen dreier Probekapitel fand ich mein Buch, ein Klick und ich habe es gekauft, innerhalb von Sekunden ist es dann auf dem Kindle.
Der Kauf hat sich also doch gelohnt! Uff, Glück gehabt!
Iron Age House, Bosta Beach
Im Iron Age House, Bosta Beach, Bernera
von Esra
Wie es scheint, trifft man auf Lewis und Harris überdurchschnittlich oft auf geschichtlich und archäologisch interessante Stellen und Dinge. Die Calanish-Steine, die vielen nordischen Langhäuser, mittelalterliche Steingebäude… die Liste an sehenswerten Dingen ist sehr lang.
So ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass auch auf unserer recht kleinen Insel, Great Bernera, irgendwo eine historische Stätte der ein oder anderen Art zu finden ist: Das Eisenzeit-Haus am Strand von Bosta.
Bis 1993 ruhte eine ganze Siedlung von über 1000 Jahre alten Steinhäusern unentdeckt unter den Dünen von Bosta, erstklassig preserviert von dem Sand, der sie bedeckte. Als aber dann ein besonders wilder Sturm das Erscheinungsbild dieses Küstenabschnitts radikal veränderte und den Sand in großen Mengen abtrug, offenbarten sich die Häuser.
Man hatte schon lange vorher geahnt, dass irgendwo bei Bosta etwas besonderes versteckt liegen musste, denn immer und immer wieder tauchten am Strand höchst merkwürdige und vor allem alte Artefakte auf: Kämme, Knochen, Töpferei und die verschiedensten vormittelalterlichen Haushaltsgegenstände steckten im Sand und vermehrten sich, so wie es schien, nach jedem starken Unwetter.
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Müll an den Stränden
Als Fotografen suchen wir die Schönheit der Natur. Unser scharfer Blick streift über die Landschaft. Selbst ohne Kamera gestalten wir ständig Bilder in unseren Gedanken. Der allgegenwärtige Müll sticht uns unangenehm ins Auge.
Wir kennen alle die Bilder von Vögeln die an Plastikmüll in ihren Mägen veendeten, Robben mit Netzen, welche tief in die Haut eingewachsen sind. Nur: was kann man, was können die 5reicherts, schon dagegen tun?
Die Müllberge an manchen Stränden sind so gewaltig, die angespülten Plastikteile so schwer, dass wir uns machtlos fühlen. So lassen wir den Müll liegen, fotografieren ihn aber, um darauf aufmerksam zu machen. Hmm, das kann aber nicht alles sein!
Müll am Strand, Isle of Lewis, Schottland
Noah und der Müll am Strand
Esra schleppt schwere Seile
Esra schleppt schwere Seile
Wenn aber jeder so denkt, ändert sich nie etwas! In Facebook sah ich vor einigen Tagen das Bild einer Robbe auf Shetland, mit Nylonhalsband. Es verfolgte mich die ganze Nacht. In meinem inneren Auge sah ich den Kleinkram am Strand unweit „unseres“ Hauses, die Unmengen an Seil und Fischnetzfragmenten. Wenigstens den Kleinkram könnten wir doch einsammeln? Wenigstens an diesem einen, kleinen Strand? Meine Familie wußte nichts von meinen Plänen, die Kids stimmten jedoch sofort begeistert zu. Mit Tüten bewaffnet und Handschuhen an den Händen zogen wir los.
Leider hatten wir uns einen ziemlich stürmischen Tag ausgesucht, denn es erschwerte unsere Arbeit. Ständig zerrte der Wind an den leichten Seilen, wir mußten aufpassen, das sie nicht ins Meer wehten. Unsere Säcke waren schnell gefüllt und der Strand sah bereits besser aus, doch noch war er nicht komplett sauber. Esra schleppte Kiloweise Seil zum Haus. Im Sturm ein kräftezehrendes Unternehmen. Ich befragte die Nachbarn, wo wir den Müll am besten entsorgen könnten. Anne half mal wieder! Sie rief in der Gemeinde an. Wir sollten den Müll vor den Kontainer, der leider nur zwei Stunden pro Woche geöffnet ist, legen. Glücklicherweise haben wir viel Platz im Bus.
Gunter wartete mit eine heißen Mahlzeit auf uns – wir hatten sie nötig.
Vor ein paar Tagen hatten wir über diese Hütte in den Felsen berichtet! Von Neugier getrieben und dem Traum dort eine Nacht zu verbringen, suchten Esra und ich das Ehepaar auf. Die Adresse hatte auf einem kleinen Zettel in der kleinen Hütte gehangen, so war es nicht schwer John und Lorna zu finden. Wir wurden spontan auf einen Tee eingeladen und erzählten bis spät am Abend. Warum bringe ich das jetzt hier unter diesem Müllartikel?
Die beiden haben jahrelang Aktionen zur Reinigung der Strände gestartet. Es sei schwer, Leute für diese Projekte zu finden. Wenn zu einer Säuberung 10 Leute auftauchen würden, wäre das viel. Lorne erzählte: „Allein am Strand hier in der Nähe sammelten wir zwei dieser großen Müllkontainer! Wir machten das einige Jahre und merkten, dass der Müll tatsächlich jedes Jahr weniger wurde. Also waren diese Aktionen sehr sinnvoll. Über Sponsoren sammelten wir Geld, welches dann für Wasserprojekte nach Afrika geschickt wurde. Es fühlte sich gut an, so zwei völlig unterschiedliche Umweltprojekte zu kombinieren. Leider hatten wir in den letzten Jahren keine Zeit dafür und der Müll sammelt sich wieder an!“.
John und Lorna
Da ich mich sehr für Flschenpost interessiere, bisher jedoch noch niemanden traf, der auch einmal eine Flaschenpost gefunden hatte, fragte ich die beiden Strandputzer! Hier müßte die Chancen für eine postive Antwort sehr groß sein! Und tatsächlich kam die erwartete Rückmeldung: „Ja, wir haben hie und da Post gefunden. Das ist immer sehr aufregend. Eine kam aus Nova Scotia!“
Blackhouse Village
Heute Abend schreibe ich nur einen kurzen Blogbeitrag.
Bei der Recherche zu unserer Unterkunft auf der Isle of Lewis hatte ich im Internet die unten verlinkte Seite gefunden. Eine Blackhouse Ferienwohnung! Das Dort reizte mich, auch wegen der schönen Lage direkt am Strand. Nachdem wir vor kurzem das Arnol Blackhouse besucht hatten, war es natürlich ein Muss auch zum Blackhouse Village zu fahren.
Blackhouse Village, Isle of Lewis
Der Wind blies biestig kalt an diesem Tag. Das Handhaben der Kamera auf Stativ nicht einfach. Beim bedeckten, grauen Himmel reizten uns ernsthafte Landschaftsaufnahmen nicht. Das war ein guter Tag für diesen Ort und den Harris Tweed, über den ich bereits berichtete.
Ich war extrem neugierig, die Ferienwohnungen zu sehen, am besten natürlich auch innen. Ob mir das gelingen würde? Im Dorf war es sehr geschäftig, ein Dach wurde repariert, irgendwo hörten wir einen Staubsauger, eine Tür stand offen :-) Ich schaute rein. Eine Frau putzte die Küche. Ich sprach sie an. Zuerst verstand ich die Antwort nicht, so sagte ich noch einmal guten Tag. Jetzt verstand ich: sie signalisierte, dass sie taub sei. Wir sollten ruhig reinkommen und uns alles anschauen. Freundlich führte uns die Dame herum. Sie winkte uns hier hin und dahin, und noch ein Stück weiter. Die Kommunikation funktionierte super gut, ich schaute ihr ins Gesicht, sprach langsam und deutlich und ein wenig mit den Händen und sie gab genauso Antwort.
Ferienwohnung, Blackhouse Village – ohne Torffeuer!
„Kommt mit!“, sie lief zum Museum, holte noch den Schlüssel. Mir war nicht bewusst gewesen, dass es auch hier ein Museum gibt. Ohne Stativ machten wir ein paar Fotos. Ich genieße es immer noch, dass die digitalen Kameras so flexibel sind. Schnell die Iso auf 1600 eingestellt und schon sind Innenaufnahmen ohne großen Aufwand möglich. Innerhalb weniger Minuten waren wir fertig!
Das Haus war etwas moderner als das Arnol Blackhouse, es gab einen Kamin (!) und mehr Möbel. Der Kalender von 1955 hing an der Wand; in diesem Jahr hatten die Bewohner das Haus verlassen. Der extrem schräge Fußboden war sehr auffällig. Im Nebenraum stand ein Webstuhl. Und wieder sind wir beim Harris Tweed :-)
Blackhouse Village, Isle of Lewis
Webstuhl, Blackhouse Village, Isle of Lewis
Wohnraum, Blackhouse Village, Isle of Lewis
Wohnraum, mit Kamin!
Das war eine Führung, die mir große Freude bereitet hatte. Die nette Angestellte sprühte vor Begeisterung und Enthusiasmus, es war unkompliziert, schnell und effektiv :-) Das Museum und Kaffee würden erst Mitte April öffnen. Bis jetzt sind uns tatsächlich noch KEINE Touristen begegnet. Das ist schade, denn die Isle of Lewis ist auch im Winter eine Reise wert!
Um einen Überblick über das Dorf zu bekommen, kletterten wir auf den Hügel. Ich lief zum Strand, der von großen Steinen und Müll bevölkert aber ansonsten sehr einsam war. Eine Flaschenpost fand ich nicht!
Die Fakten liefern wir nach, auf Englisch könnt ihr selbst unter Blackhouse Village nachlesen.
Uigs Küstenlandschaft
Wir besuchten in den letzten beiden Wochen mehrfach die Strände in Uig. Die Küste dort gefällt uns ausgesporchen gut. Sie bieten unglaublich abwechslungsreiche fotografische Möglichkeiten. Der Himmel war bewölkt, die Sonne zeigte sich nicht. Es passte perfekt zur dramatischen Steilküste.
Küste bei Mangersta, Uig, Isle of Lewis
Vor einem Parkplatz fanden wir den König der Lewis Chessmen überlebensgross wieder. An diesem Strand wurden die Figuren damals gefunden. wir verweilten lange an diesem weiten, hellen Strand – es war Ebbe, die Sandfläche enorm! Auf der Surfer Internetseite wurden für ein paar Strände sehr hohe Surfwellen vorhergesagt. Das hatte uns neugierig gemacht. Am weitläufigen Sandstrand sahen wir keinen nennenswerten Wellen. An den Klippen würde wir sicher welche finden.
Felsen am Sandstrand, Uig, Isle of Lewis
die 5 Reicherts in der Hütte
Hütte in den Felsen, Uig, Isle of Lewis
Je weiter wir Richtung Ende der Straße kamen, desto diesiger wurde es. Über den Bergen hingen schwere, dicke Wolken. Sie regneten in der Ferne ab. Wir blieben verschont. Wir wanderten vom gleichen Startpunkt wie beim letzten Besuch, liefen diesmal jedoch in die andere Richtung. Dort fanden wir weit und breit keinen Sandstrand, dafür Klippen mit abwechslungsreicher Aussicht und natürlich Fotomöglichkeiten. Fotografisch war nur eine Blickrichtung ergiebig, nur dort hingen die dunklen Regenwolken, die sich für die Bildgestaltung eignenten. Wir konnten nicht in die andere Richtung fotografieren, da dort die Sonne zu stark durch die dünne Wolkendecke schien und der Himmel auf dem Foto weiß gewesen wäre. Dieser Umstand schränkte unsere Fotografie jedoch nur wenig ein. Wir machten aufgrund fast fehlender Wellen – ja wo waren die denn jetzt? – Langzeitaufnahmen. Da lag die Wellenvorhersage aber voll daneben! Machte aber nichts!
Unsere Nachbarin Anne hatte uns von einer kleinen Hütte zwischen den Felsen erzählt. Fast hätten wir die kleine Unterkunft übersehen, so gut ist sie in die Felslandschaft integriert. Innen machten wir ein paar Fotos von der ganzen Familie. Es ist erlaubt in der Hütte zu übernachten. Dazu soll man sich vorher bei den Erbauern die Erlaubnis mit genauer Anleitung für den Ofen holen. Ich fand das Klasse und kam ins Träumen. Das wäre doch der perfekte Ort für die sternklaren Nächte gewesen! Keine Lichtverschmutzung, Felsen und das Meer! Jetzt fand ich es zu nass und stürmisch, da würde mir das Schalfen in der hoch auf den Klippen stehenden Hütte wahrscheinlich Angst machen.
Komischerweise war es an diesem Tag fast unangenehm warm. Obwohl wir die warmen Wollpullover im Auto gelassen hatten, kamen wir mächtig ins Schwitzen. Ich lies deswegen der Tag mit einem warmen Bad ausklingen und wusch dabei meinen müden Körper wieder rein.
An dieser Stelle habe ich ausnahmsweise mal ein PS!
PS Als wir vor einigen Tagen mit Uisoean noch zum Tolsta Strand gefahren waren, trafen wir einen „alten“ Bekannten: Roy mit seinem Hund Siggi. Wieder unterhielten wir uns lange. Siggi forderte unsere Kinder ununterbrochen zum Spielen auf. Ich nutzte die Gelegenheit um ein paar Fotos zu machen.
typischer wirf mir das Stöckchen Blick
PPS Es gibt eine neue Funktion im Blog: Die Kommentare können abonniert werden. Ihr bekommt dann eine E-Mail, wenn jemand auf den Kommentar antwortet! Ist vielleicht einfacher als immer wieder nach zu schauen?
Und hier habe ich ein Bild in höherer Auflösung abgelegt, als Bildschirmschoner.
Küste bei Uig, Isle of Lewis, Schottland