Morgens machten wir erstmal langsam. Die letzten Tage waren sehr anstrengend gewesen und wir brauchten ein paar Tage Ruhe. Außerdem war das Internet schnell und ich stellte ein paar Berichte online. Erst nach 12:00 Uhr verließen wir den Platz, suchten einen Tesco, denn unsere Vorräte waren völlig leer. Wir kauften mächtig viel ein, die „Kühlschrankleere“ der letzten Tage war uns eine Lehre gewesen:-)
Dann suchten wir einen kleinen Leuchtturm bei Ardmair. Die Straße dahin war sehr eng und holprig, doch wir erreichten schließlich einen kleinen Parkplatz mit Blick zum kleinen Leuchtturm.

Leuchtturm Rubh Reidh am Abend

Rhododentron im Inverewe Garden

Leuchtturm am Abend

Wollgras im Sumpf

eine Wolke regnet im Abendlicht ab

Sonnenuntergang

Stromleitungen und Regenwolken
Gunter kochte, wir liefen los. Es waren nur etwa 600m zur Spitze und dort konnten wir gut über die Felsen klettern. Das Wetter war relativ langweilig, alles grau in grau, doch die Wolken zeichneten sich ab.
Windstille und Midges
Und weiter ging es entlang der A 823, es nieselte immer wieder und plötzlich, der Sturm war weg, nicht mal ein Wind wehte. Und schon wünschten wir ihn wieder herbei. Scharenweise belagerten uns die Midges, aua, aua aua…. Die waren dermaßen in der Überzahl und dermaßen hungrig, dass wir nicht dran dachten rauszugehen. Es regnete jetzt sowieso, Zeit für Rommee, denn Internet Empfang gab es nicht (und würde es auch die nächsten Tage nicht geben…).
In Poolewe kehrten wir relativ spät auf einem Campingplatz ein. Ein Caravan Club mit entsprechend sauberen und gemütlichen Sanitäranlagen. Wir bedauerten es, heute früh alle geduscht zu haben, hier wäre es wesentlich besser gewesen.
Hier geht es gleich mit dem nächsten Tag weiter…
Poolewe, Inverewe Garden, Rubha Reidh Leuchtturm
Es regnete geräuschvoll durch die ganze Nacht. Wir schliefen aus! Erzählten morgens lange mit den Nachbarn, die Outdorrfans waren. Die Kajaks interessierten mich sehr, hätte nicht gedacht, dass in einem so kleinen Boot so viel Stauraum ist.
Die Midges waren friedlich, ein leichter Wind wehte, es war bewölkt, nieselte nur hier und da. Eine lange Wanderung, nämlich die, die unser Nachbar empfohlen hatte, wollte ich zwar gern machen, doch Gunter hatten erstens bezgl des Wetters Bedenken und zweitens bezgl der Midges. So fuhren wir die nahen Inverewe Gärten an. Bei leich bedecktem Himmel wären die sicher auch sehr schön.
Inverewe Garden – friedliche Pflanzen und blutgierige Biester
Wir meldeten uns als National Trust Mitglieder an, relativ teuer mit 84 Pfund, doch wir hatten uns schon vorgenommen im nächsten Frühjahr wieder zu kommen und dann hätten wir das gleich. Später wieder im Mobil stellten wir jedoch fest, dass die Mitgliedschaft zwar nur für ein Jahr zu bekommen ist, sie jedoch schon Ende Februar wieder ausläuft, hmm, dumm gelaufen für uns. Jetzt nach vier Wochen unterwegs. Na, mal sehen, vielleicht kommen wir noch an ein paar Gärten, oder Schlössern vorbei. In Schottland gibt es ja nicht ganz so viele National Trust Sachen wie in England oder Wales. Ansonsten haben wir das Geld zur Erhaltung der Natur und Umwelt trotzdem gut investiert.
Die Gärten waren klasse, doch unser Genuß wurde schwer, sehr schwer getrübt. Wir wurden dermaßen überfallen von diesen blutsaugenden Plagegeistern, es war schwierig sich zu konzentrieren oder die wunderbar angelegten Pflanzen zu genießen. Nach einer Weile mußte ich dann noch ganz dringend auf’s Klo und dann war es wirkich eine großer Herausforderung, noch brauchbare Fotos zu machen. Ich wollte doch unbedingt die blühenden Rhododentren aufnehmen. Nur ein einziges Mal kam die Sonne kurz durch, es sah fantastisch aus mit den farbenfrohen, blühenden Rhododentren im Wald.
Auf engen Gassen zum Leuchtturm
Wir versuchten uns erst mal von dieser Saugattacke zu erholen. Fuhren dann weiter, entlang des Loch Ewe sollte es einen schönen Sandstrand mit Übernachtungsmöglichkeit für 2 Pfund geben. Die Single Track Road führte uns zum Ziel. Ein sehr holpriges Grasgelände mit Blick auf einen roten Sandstrand und Felsen zum Klettern war als eine Art Campingplatz nutzbar gemacht. Uns gefiel es auch sehr gut, doch die Sonne – ja, es hatte sich ganz aufgeklart – würde es abends nicht um die Ecke packen. So fuhren wir Richtung Gerlach und dann weiter eine weitere Single Track Road in Richtung Leuchtturm. Die letzten fünf Kilometer fuhren wir glücklicherweise nicht mehr, unser kleines altes Mobil hätte das auch gar nicht geschafft. Vor allem das erste Stück war enorm steil und hatten 30-40 cm große Schlaglöcher, denen ich aufgrund der Enge der Straße nicht hätte ausweichen können. Die Brücken waren wie aus Pappe, doch für 7,5 t ausgelegt. Erstaunlich!
Wanderung in der Nacht
Ich hatte mir den Weg zum Leuchtturm an Klippen entlang vorgestellt, leider liefen wir etwa 40-50 teilweise auch mehr meter im Landesinnern. Die Strecke zog sich enorm dahin, vor allem, weil wir den Leuchtturm auch nicht mal in der Ferne ausmachen konnten. Doch es lohnte sich, nach etwa einer Stunde waren wir am Kap und das Licht und der Leuchtturm – übrigens wieder von Stevenson – waren wunderbar. Wir erkletterten die Felsen, fotografierten den Turm von allen Seiten, schauten uns das Infozentrum an und schauten, ob wir Wale oder Delfine sehen würden. Auf dem Weg hierher hatten wir eine große Delfinschule, freudig springend Richtung offenes Meer ziehen sehen.
Erst gegen 22:00 Uhr machten wir uns auf großen Wunsch der Kids wieder auf den Rückweg. Der Rückweg dauerte wegen der vielen Fotomotive noch länger. Die Wolken und der Sonnenuntergang waren mit das Schönste, was wir seit langem gesehen hatten. Wow, die Regenwolken, die sich sichtbar abregneten wurden von der untergehenden Sonne angestrahlt, nicht nur sie, sondern auch das ruhige Meer darunter strahlten rot, rosa und hellblau. Ein dichtes Wollgrasfeld erweckte unsere Neugier, wir erwanderten es über weichen moosigen, sumpfigen Untergrund. Ein dunkles, leicht feuchtes Matschloch lag vor uns. Noah war fast daran, hinein zu treten, wir hinderten ihn gerade noch daran. Man weiss nie, wie tief diese Matschlöcher hier sind. Die Jungs suchten schwere Steine und testeten die Festigkeit des Matsches. Der Stein versank völlig ohne Verzögerung, fast wie in Wasser. Uff, das machte uns richtig Angst, wie tief es wohl ist? Wir wollten uns nicht vorstellen, was passiert wäre, wäre einer von uns versehentlich hineingeraten.
Wie gefährlich ist das Moor?
Gespräche über Moorleichen, super gut erhaltene Mammuts und solche Geschichten prägten den restlichen Rückweg. Dunkel wird es ja nicht wirklich, so kamen wir gegen 23:20 Uhr erst wieder am Parkplatz an und mußten noch einen Stellplatz für die Nacht suchen. Hoch auf einer Kuppe hatten wir ein britisches Mobil stehen sehen, dorthin fuhren wir, taten uns sehr schwer damit eine kleine Stelle zu finden, wo wir halbwegs gerade standen. Wir parkten schließlich mit der Wagenspitze nach vorne. Diese Tatsache erschwerte mir die erholsame Nachtruhe, ich hatte Angst, wir würden den Abhang runter rollen. So suchte ich in der mittlerweile kalten und windigen Nacht noch nach Steinen, die ich vor die Räder legen konnte.
Applecross Halbinsel – ein schweres Stück Arbeit für’s Mobil – zu schwer?? Isle of Skye
Morgens umlagerten uns zahlreiche Schafe, ohne Schafkackeberührung war es unmöglich zu laufen. Sogar am Himmel sahen wir Schäfchen, ahm Wolken. Sie spielten sich wunderbar im Wasser. Ich kletterte schon lange bevor die Kids wach waren den Hang hinunter. Mit etwas Kletterei wäre ich sogar zu einem Sandstrand gekommen, doch der lag so tief unten, dass ich schon bevor ich auch nur auf halber Höhe war an den Aufstieg dachte. So lies ich es sein. Das wäre vor dem Frühstück doch zu schweisstreibend gewesen.
Wir fuhren weiter Richtung der Insel Skye. Da die Straße nach Applecross so nah am Meer vorbei führte – und das gibt es trotz der vielen Fjorde gar nicht so oft hier, beschlossen wir da entlang zu fahren. Ich fragte Gunter, der die Karten liest mehrfach, wieviele Steigungen drin wären. Auf Single Track Roads mag ich die noch weniger als sonst schon. Er meinte, ne, das ist nichts, wir können die ganze Runde fahren.
Unterwegs kamen wir an einem Tal voller….
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Leuchtturm Ardmair, Poolewe, Inverewe Garden, Rubha Reidh Leuchtturm
Morgens machten wir erstmal langsam. Die letzten Tage waren sehr anstrengend gewesen und wir brauchten ein paar Tage Ruhe. Außerdem war das Internet schnell und ich stellte ein paar Berichte online. Erst nach 12:00 Uhr verließen wir den Platz, suchten einen Tesco, denn unsere Vorräte waren völlig leer. Wir kauften mächtig viel ein, die „Kühlschrankleere“ der letzten Tage war uns eine Lehre gewesen:-)
Dann suchten wir einen kleinen Leuchtturm bei Ardmair. Die Straße dahin war sehr eng und holprig, doch wir erreichten schließlich einen kleinen Parkplatz mit Blick zum kleinen Leuchtturm.
Leuchtturm Rubh Reidh am Abend
Rhododentron im Inverewe Garden
Leuchtturm am Abend
Wollgras im Sumpf
eine Wolke regnet im Abendlicht ab
Sonnenuntergang
Stromleitungen und Regenwolken
Gunter kochte, wir liefen los. Es waren nur etwa 600m zur Spitze und dort konnten wir gut über die Felsen klettern. Das Wetter war relativ langweilig, alles grau in grau, doch die Wolken zeichneten sich ab.
Windstille und Midges
Und weiter ging es entlang der A 823, es nieselte immer wieder und plötzlich, der Sturm war weg, nicht mal ein Wind wehte. Und schon wünschten wir ihn wieder herbei. Scharenweise belagerten uns die Midges, aua, aua aua…. Die waren dermaßen in der Überzahl und dermaßen hungrig, dass wir nicht dran dachten rauszugehen. Es regnete jetzt sowieso, Zeit für Rommee, denn Internet Empfang gab es nicht (und würde es auch die nächsten Tage nicht geben…).
In Poolewe kehrten wir relativ spät auf einem Campingplatz ein. Ein Caravan Club mit entsprechend sauberen und gemütlichen Sanitäranlagen. Wir bedauerten es, heute früh alle geduscht zu haben, hier wäre es wesentlich besser gewesen.
Hier geht es gleich mit dem nächsten Tag weiter…
Poolewe, Inverewe Garden, Rubha Reidh Leuchtturm
Es regnete geräuschvoll durch die ganze Nacht. Wir schliefen aus! Erzählten morgens lange mit den Nachbarn, die Outdorrfans waren. Die Kajaks interessierten mich sehr, hätte nicht gedacht, dass in einem so kleinen Boot so viel Stauraum ist.
Die Midges waren friedlich, ein leichter Wind wehte, es war bewölkt, nieselte nur hier und da. Eine lange Wanderung, nämlich die, die unser Nachbar empfohlen hatte, wollte ich zwar gern machen, doch Gunter hatten erstens bezgl des Wetters Bedenken und zweitens bezgl der Midges. So fuhren wir die nahen Inverewe Gärten an. Bei leich bedecktem Himmel wären die sicher auch sehr schön.
Inverewe Garden – friedliche Pflanzen und blutgierige Biester
Wir meldeten uns als National Trust Mitglieder an, relativ teuer mit 84 Pfund, doch wir hatten uns schon vorgenommen im nächsten Frühjahr wieder zu kommen und dann hätten wir das gleich. Später wieder im Mobil stellten wir jedoch fest, dass die Mitgliedschaft zwar nur für ein Jahr zu bekommen ist, sie jedoch schon Ende Februar wieder ausläuft, hmm, dumm gelaufen für uns. Jetzt nach vier Wochen unterwegs. Na, mal sehen, vielleicht kommen wir noch an ein paar Gärten, oder Schlössern vorbei. In Schottland gibt es ja nicht ganz so viele National Trust Sachen wie in England oder Wales. Ansonsten haben wir das Geld zur Erhaltung der Natur und Umwelt trotzdem gut investiert.
Die Gärten waren klasse, doch unser Genuß wurde schwer, sehr schwer getrübt. Wir wurden dermaßen überfallen von diesen blutsaugenden Plagegeistern, es war schwierig sich zu konzentrieren oder die wunderbar angelegten Pflanzen zu genießen. Nach einer Weile mußte ich dann noch ganz dringend auf’s Klo und dann war es wirkich eine großer Herausforderung, noch brauchbare Fotos zu machen. Ich wollte doch unbedingt die blühenden Rhododentren aufnehmen. Nur ein einziges Mal kam die Sonne kurz durch, es sah fantastisch aus mit den farbenfrohen, blühenden Rhododentren im Wald.
Auf engen Gassen zum Leuchtturm
Wir versuchten uns erst mal von dieser Saugattacke zu erholen. Fuhren dann weiter, entlang des Loch Ewe sollte es einen schönen Sandstrand mit Übernachtungsmöglichkeit für 2 Pfund geben. Die Single Track Road führte uns zum Ziel. Ein sehr holpriges Grasgelände mit Blick auf einen roten Sandstrand und Felsen zum Klettern war als eine Art Campingplatz nutzbar gemacht. Uns gefiel es auch sehr gut, doch die Sonne – ja, es hatte sich ganz aufgeklart – würde es abends nicht um die Ecke packen. So fuhren wir Richtung Gerlach und dann weiter eine weitere Single Track Road in Richtung Leuchtturm. Die letzten fünf Kilometer fuhren wir glücklicherweise nicht mehr, unser kleines altes Mobil hätte das auch gar nicht geschafft. Vor allem das erste Stück war enorm steil und hatten 30-40 cm große Schlaglöcher, denen ich aufgrund der Enge der Straße nicht hätte ausweichen können. Die Brücken waren wie aus Pappe, doch für 7,5 t ausgelegt. Erstaunlich!
Wanderung in der Nacht
Ich hatte mir den Weg zum Leuchtturm an Klippen entlang vorgestellt, leider liefen wir etwa 40-50 teilweise auch mehr meter im Landesinnern. Die Strecke zog sich enorm dahin, vor allem, weil wir den Leuchtturm auch nicht mal in der Ferne ausmachen konnten. Doch es lohnte sich, nach etwa einer Stunde waren wir am Kap und das Licht und der Leuchtturm – übrigens wieder von Stevenson – waren wunderbar. Wir erkletterten die Felsen, fotografierten den Turm von allen Seiten, schauten uns das Infozentrum an und schauten, ob wir Wale oder Delfine sehen würden. Auf dem Weg hierher hatten wir eine große Delfinschule, freudig springend Richtung offenes Meer ziehen sehen.
Erst gegen 22:00 Uhr machten wir uns auf großen Wunsch der Kids wieder auf den Rückweg. Der Rückweg dauerte wegen der vielen Fotomotive noch länger. Die Wolken und der Sonnenuntergang waren mit das Schönste, was wir seit langem gesehen hatten. Wow, die Regenwolken, die sich sichtbar abregneten wurden von der untergehenden Sonne angestrahlt, nicht nur sie, sondern auch das ruhige Meer darunter strahlten rot, rosa und hellblau. Ein dichtes Wollgrasfeld erweckte unsere Neugier, wir erwanderten es über weichen moosigen, sumpfigen Untergrund. Ein dunkles, leicht feuchtes Matschloch lag vor uns. Noah war fast daran, hinein zu treten, wir hinderten ihn gerade noch daran. Man weiss nie, wie tief diese Matschlöcher hier sind. Die Jungs suchten schwere Steine und testeten die Festigkeit des Matsches. Der Stein versank völlig ohne Verzögerung, fast wie in Wasser. Uff, das machte uns richtig Angst, wie tief es wohl ist? Wir wollten uns nicht vorstellen, was passiert wäre, wäre einer von uns versehentlich hineingeraten.
Wie gefährlich ist das Moor?
Gespräche über Moorleichen, super gut erhaltene Mammuts und solche Geschichten prägten den restlichen Rückweg. Dunkel wird es ja nicht wirklich, so kamen wir gegen 23:20 Uhr erst wieder am Parkplatz an und mußten noch einen Stellplatz für die Nacht suchen. Hoch auf einer Kuppe hatten wir ein britisches Mobil stehen sehen, dorthin fuhren wir, taten uns sehr schwer damit eine kleine Stelle zu finden, wo wir halbwegs gerade standen. Wir parkten schließlich mit der Wagenspitze nach vorne. Diese Tatsache erschwerte mir die erholsame Nachtruhe, ich hatte Angst, wir würden den Abhang runter rollen. So suchte ich in der mittlerweile kalten und windigen Nacht noch nach Steinen, die ich vor die Räder legen konnte.
Puffins am Faraid Head, Ardvreck Castle am Loch Assynt, kleiner Wasserfall, dann Ullapool
Der Sturm wurde fast unerträglich, unermüdlich schüttelte er am Mobil, der dazugehörende Lärm nach eine Weile nervenaufreibend. Allein der Weg zur Toilette kostete Überwindung, das Öffnen der Womo Tür war trickreich, der Sturm riss einem die Tür direkt aus der Hand. Der Platz war super für die Aussicht, nicht jedoch für das Wetter. Und das obwohl die Sonne doch meist schien, sie schaffte es nicht uns zu wärmen.
Puffins am Faraid Head
Wir fuhren ein kleines Stück gen Norden, parkten auf dem Platz am Ende der Straße zum Faraid Head. Wir wollten es versuchen in den Dünen zu wandern. Ob das bei dem Sturm klappen würde? Doch auf der Fahrt hier her hatten wir bemerkt, das unsere Luftfederung defekt war. Sie wollte den Druck nicht mehr halten und fiel nach wenigen Minuten wieder auf Null. Das Fahren ist enorm anstrengend auf diese Weise, weil es ohne diese Federung auch schon bei kleineren Löchern durchschlägt und uns die Hinterachse beschädigen kann. Gunter blieb zurück und versuchte den Fehler zu finden.
Sandpeeling – Sturm am Sandstrand
Wir liefen auf dem nassen Sand der Bucht, denn sonst hätten wir ein Sandpeeling abbekommen. In windgeschützten Buchten machte die Wanderung Spaß, trotz dicker Wolkendecke leuchtete das Meer in türkis und blau.
Im Internet hatte ich über die Puffins recherchiert und herausgefunden wo genau sie brüten. Eine Kamera sendete live Bilder der putzigen Vögel ins Visitor Center. Ohne diesen Hinweis hätte ich die Papageitaucher auch nicht finden können – ich sah nämlich die Kamera, folgte ihr und fand dann den Felsen. Die Vögel sind so klein, dass man sie aus der Ferne kaum ausmachen kann. Nur in einer windgeschützten Ecke war es mir möglich Fotos zu machen. Ansonsten riss der Sturm zu sehr am Teleobjektiv. Die Puffins waren jedoch ziemlich weit entfernt, so lohnte es nicht, auf besseres Licht oder Wetter zu warten. Durch die Dünen, die zum Großteil mit Gras überwachsen sind liefen wir zurück zur Bucht.
Regenwetter am Fareid Head
Die Küste ganz weit im Norden…
Dünenlandschaft
unterwegs…
Ardvreck Castle
der kleine Wasserfall eingeschlossen von Bäumen
Wasserfall
Wasserfall
das Wiesel
ein kleiner Puffin
noch mehr Puffins
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Papageitaucher (Fratercula arctica)
Die putzigen Vögel sind relativ klein: sie sind ca 28 bis 34 cm lang und haben eine Flügelspannweite von 50 bis 60 cm, sind also in etwa so groß wie eine Haustaube. Die Hauptnahrung der Papageitaucher ist Fisch. Der Fisch wird mit der Zunge an den oberen Schnabel gedrückt bis der ganze Schnabel voll ist.
Nur zur Brut kommen die Vögel an Land. Sie ziehen ihren Nachwuchs in ca. 1m langen selbst gegrabene Höhlen auf.
Außerhalb der Brutzeit, also von Ende August bis Anfang April, leben Papageitaucher ausschließlich pelagisch auf dem offenen Meer. Sie verteilen sich weiträumig einzeln oder in kleinen Gruppen über den Atlantik
Welche Einflüsse für die starken Populationsschwankungen verantwortlich sind, ist oft nicht leicht erkennbar. So sank zum Beispiel die Population auf der Insel Craigleith von 28000 auf einige Hundert. Schuld daran war die aum-Malve, die vor etwa hundert Jahren als Futterpflanze angesiedelt wurde, sich wild ausgebreitet hat und nun die Zugänge zu den Bruthöhlen unzugänglich macht. SOS Puffin nahm sich dieses Problems an, und fast 500 freiwillige Helfer rückten der Malvenepidemie auf den Hals. Der Bestand erholt sich jetzt langsam wieder.
Auch hier bei Durness kam es mir vor, als seien wesentlich weniger Vögel da, als ich in Berichten aus früheren Jahren gesehen hatte. [/yellow_box]
Defekte Luftfederung
Gunter hatte das Problem der Luftfederung gefunden, konnte sie jedoch ohne Ersatzteile nicht reparieren. So pumpten wir den ganzen Tag über immer wieder während der Fahrt auf, damit wenigstens ein wenig Federung die Achse schützen würde. Nachdem Gunter jedoch unter dem Mobil gelegen hatte, war es ihm und den beiden anderen vergönnt, ein Wiesel zu beobachten.
Wir fuhren weiter, diesmal Richtung Süden, der Westküste entgegen. Jetzt sah Schottland völlig anders aus. Eher, wie Norwegen mit den Fjorden. Auch das Meer plätscherte eher ruhig am Ufer. Am Loch Assynt sahen wir die Ruinen von Ardvreck Castle, einer Feste der MacLeods aus dem 16. Jh. Nun, viel davon war nicht mehr übrigen, es sah jedoch sehr nett aus.
[red_box]
Info Ardvreck Castle
Das Wetter war gruselig genug für die Story zur Ruine. Geister würden hier oft gesichtet, einer der weinenden Tochter MacLeod, die im See ertrunken war nachdem sie den Teufel geheiratet hatte um das Schloss des Vaters zu retten und der besser gelaunte Geist eines grauen Mannes, in den Schloßruinen. Viele Morde und Hinrichtungen hatten hier stattgefunden, dazu noch Kämpfe. Doch ein Blitz, der hier einschlug zerstörte schließlich fast alles. [/red_box]
See und Wasserfall
Wir fotografierten nur kurz im trüben Wetter. Die Steine am See paßten zur Geschichte der Ruine, wie Klingen von Messern türmten sie sich aus dem Wasser auf. Amy meinte nur, jetzt blos nicht ausrutschen.
In der Ferne plätscherte ein kleiner Bach, noch weiter in der Ferne, umrahmt von frischen, grünen Bäumen fiel sogar ein kleiner Wasserfall in vielen Kaskaden dem See entgegen. Wir holten doch die Stative und kletterten dem dankbaren Fotomotiv entgegen. Was für ein Spaß, so viele Fotomöglichkeiten auf engstem Raum!
Nach Ullapool
Wir überlegten, ob wir auf dem Parkplatz übernachten sollten? Da wehte der Sturm wieder über den Platz, wirbelte Unmengen von Staub auf. Hmm, die Geister, der Sturm, die dunklen Wolken…. So ganz Wohl war es uns doch nicht, wir fuhren weiter. Hätten jedoch besser noch was gekocht vorher, denn wir waren alle hungrig.
Leider fanden wir ansonsten keinen netten Platz mehr für’s wilde campen. Landeten dann noch viel hungriger zu später Stunde in Ullapool auf dem Campingplatz. Da waren wir auch vor 3 Jahren, im Jahr 2009, als Schottland völlig im Regen versank. Ja und jetzt sah es eigentlich genauso trüb und düster aus.Es nieselte, keine Aussicht auf einen Sonnenstrahl an diesem Abend. Wir hatten keine große Lust jetzt erst zu kochen, der Kühlschrank war auch ziemlich leer, und auf Konserven hatten wir schon gar keine Lust. Doch wir wissen, dass es hier verläßlich gute Fish & Chips gibt. Während wir auf die Bestellung warteten stöberten Amy und ich im Buchladen, den kannten wir auch noch von vor drei Jahren. Ja, wo man einmal war:-)
Ich futterte meine Ladung schon unterwegs, die anderen erst im Mobil. Uff, war ich hungrig gewesen. Und, jetzt hat es auch geschmeckt!
Wir schauten auch endlich mal wieder Big Bang, lachten uns müde und schliefen sturmlos durch die düstere Nacht.
Durness, Smoo Cave
Wir hatten gleich zwei Nächte bezahlt, und das, obwohl dieser Campingplatz der teuerste bisher ist. Ersa zahlt auch als Erwachsener und selbst die beiden „kleinen“ kosten jeweils 4 Pfund, was für uns dann über 30 Pfund ausmachte. Die Lage ist einfach bombastisch, dieser Strand traumhaft schön. Nur der Sturm, der blies dermaßen, dass nur das Zuhören im Mobil schon erschöpfend war. Und ich kam noch auf die Idee, weiter vor an die Klippen zu fahren, damit ich freien Blick auf den Strand hätte. Das hat bei mir jedoch nur die Auswirkung, dass ich nervös aus dem Fenster schaue und nur noch fotografieren möchte. Bei der Kälte und den sehr langen Tagen jedoch kräftemäßig unmöglich.
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Durness – Sanga Bay
Morgens lief ich im eher trüben Nieselwetter nocheinmal Richtung Strand. Dazu mußten wir, Esra begleitete mich, über die Felsen am Ufer laufen, sehr anstrengend auf Dauer. Als der Regen dann doch stärker war, kehrten wir um. Schade, den Strand hätte ich gerne im guten Fotolicht mal aufgenommen.
Im Regen spielten wir weiter Karten, dann ging es weiter Richtung Westen. Ein paar Steigungen würden wir bewältigen müssen, das ist mit unserem Mobil nicht mehr ganz so einfach, weil der Motor wohl nach den vielen Jahren mit der dicken Kiste hinten drauf, etwas müde ist. Die Steigungen waren jedoch nicht der Rede wert. Die Strecke dagegen wunderschön! Jetzt wird es richtig einsam. Doch für die „single track road“ war es nicht einsam genug. Oftmals hielten wir wegen Gegenverkehr und genauso oft um Fahrzeuge vorbei zu lassen.
Dann kam die Sonne raus und es sah noch schöner aus! Ah, Traumhaft. Postkartenmovtive überall. Die Strände so weiss, das Wasser so blau und türkis. Wir liefen an einigen Ständen enlang, genossen die Sonne im kalten Wind.
Dann kamen wir zum Campingplatz etwas westlich von Durness. Allein der Blick auf den Platz….
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Dunnet Head, Strathy Point Lighthouse nach Melness
Morgens bekamen wir für 1 Pfund unsere Wäsche endlich trocken -Bericht weiter hinten.
Dunnet Head Leuchtturm
Jetzt ging es Richtung Westen. Der erste Stopp war Dunnet Head mit dem Leuchtturm und der Vogelkolonie. Doch auch hier blies der Sturm enorm. Kalt war es zudem. Wir liefen auf den Klippen, fotografierten den Leuchtturm – wieder ein Stevenson – und suchten die Puffins, fanden sie jedoch nicht. Bei dem Strum war es zu gefährlich an den Steilhängen zu schauen. Wir aßen noch etwas und machten und dann weiter gen Westen.
Auf dem Hinweg zum Aussichtspunkt hatten wir einen Wanderer mit schwerem Gepäck gesehen, der tat mir Leid, denn der Weg war weit, die Sonne kam gar nicht raus und wie gesagt, der kalte Sturm. Ich sah den Herrn auch am Leuchtturm und dann stand er mit ausgestrecktem Daumen und wir nahmen ihn auf dem Rückweg mit. Ein netter Belgier, der sich angeregt mit den Kids unterhielt während wir nach Thurso fuhren. Dort wollte er die Bahn nach Hause nehmen.
Esra am nördlichsten Punk von Festland Großbritannien
Torfbriketts
Strathy Point Lighthouse
Strandgrasnelken
Strathy Point Lighthouse
Der Strand bei Talmine
Tang und Fjord
Leuchtturm bei Dunnet Head
Gunter fotografiert und tritt fast auf die brütende Ente
Der Friedhof von Melness
Beim Fähranleger nach Orkneys, in Scrabster, gibt es einen weiteren Leuchtturm, doch wir konnten nicht parken und fuhren unverrichter Dinge weiter.
Da gab es noch einen Leuchtturm, den wir uns ansehen wollten. Vor drei Jahren hatten wir diesen nicht erwandert, sondern nur aus der Ferne fotografiert. Wir fuhren die engen Gassen dorthin. Wir wanderten den angenehmen ebenen Pfad zu den Klippen über die er sich noch erhob. Die weich geschwungenden Wiesen mit den vorgelagerten Felsklippen gefielen uns sehr. Auch hier fanden wir zahlreiche rosa Blümchen. Eine Ente fanden wir auf ihren Eiern sitzen. Sie war so ruhig, dass wir fast auf sie getreten wären. Schnell gaben wir dem aufgeregten Tier wieder den nötigen Platz. Ein englischer Camper wies uns darauf hin, dass man die „no overnight parking“ Schilder in Schottland getrost ignorieren könne. Doch auf diesem Platz wollten wir nicht bleiben. Wir fuhren weiter Richtunh Westen. Beim Melness Cemetary gibt es einen großen Parkplatz, wo wir übernachteten. Der Campingplatz im Ort Talmine sah sehr eng und etwas heruntergekommen aus, die Bucht davon gefiel uns zwar, doch hatten wir keine große Lust uns durch die sehr engen Gassen auf den noch engeren Platz zu qüalen.
Wir spielten gerade Rommee als die Sonne raus kam, da hielt mich natürlich im Mobil nichts, ich mußte raus und fotografieren. Wir fanden dann auch zahlreiche Motive. Nur zum großen Strand packte ich es nicht, weil es anfing zu regnen. Den Strand nah ich mir für morgens vor.