Wir liefen morgens nochmal alle los zum Strand und zu den Brochs. Das Wetter war mittlerweile wirklich gut, zwar wolkig doch trocken und teilweise sogar sonnig. Gut, der kalte Wind, der bläst immer. Am späten Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Stacks of Duncansby. Diese hohen Steinpyramiden wollten wir gerne fotografieren und auch die Vogelwelt auf den Klippen betrachten.
Es gibt auch einen Leuchtturm auf dem Kap. Der sieht, meiner Meinung nach, ganz anders aus, als die, die wir bisher fotografierten. Viele Infos gab es leider nicht und wie alle anderen Leuchttürme ist er in Privatbesitz und nicht offen für Touristen.
Wir liefen ziemlich weit, bis endlich die hohen Schafszäune aufhörten und wir freie Sicht auf die Stacks hatten. Doch von dieser Seite wirkten sie nicht mehr ganz so grandios und staffelten sich nicht so toll. Seltsamerweise waren jenseits der Zäune nicht nur keine Schafe, sondern auch keine Touristen mehr. Nun, wir waren ausgekühlt, trotz sonnigem Wetter – das Problem ist zur Zeit die Kleidung! Der Wind ist biestig kalt, die Sonne relativ warm, wenn man mit Gepäck läuft, kommt man ins Schwitzen und dann ist der Wind noch unangenehmer. Ich tue mich wirlich schwer mit der Kleidungswahl.

Die Oldtimer

Die Oldtimer und ein Teil der Dudelsackband

Stacks of Duncansby

Die Jungs und die Oldtimer

Stacks of Duncansby

Warum steht dieses Schild in John o Groats?

Interessante Strukturen am Strand
Das Olympische Feuer in John O Groats
In John O Groats gab es eine Oldtimer Ausstellung. Das sah sehr interessant aus, natürlich wollten wir da hin. Bei der Anmeldung auf dem Campingplatz erfuhren wir, dass heute auch noch das olympische Feuer kommen würde. Was für ein Glück! Wir waren mal wieder zur rechten Zeit am rechten Ort – und ganz ohne Vorplanung.
Wir hatten alle eine Dusche nötig, mußten die Toilette leeren und Wäsche waschen. Was für ein Programm! Ich betrachtete mir die Duschräume und verzichtete auf die Dusche – es war saukalt, das Wasser lief nur spärlich.
Gunter fühlte sich nicht wohl, da hatte wohl der Wind ganze Arbeit geleistet, „er war durch den Wind“. So liefen die Jungs und ich zu den Oldtimern. Wir liesen die typische Jahrmarktstimmung auf uns wirken, die Gewinner wurden über blechern klingende Lautsprecher nominiert. Die Fahrzeuge waren liebevoll gepflegt und restauriert. Die Ausstellung war tatsächlich sehenswert.
Die Straße war mittlerweile abgesperrt, ein großes Polizeiaufgebot sorgte für eine freie Straße. Wann würde die Fakel kommen und wo? Wir fragten uns durch, waren dann auch rechtzeitig vor Ort. Esra verfasste je bereits einen ganzen Artikel über dieses Event.
Wir machten uns noch an die Wäsche, das Licht war trüb, ideal also. Die einzige Maschine lief ewig, dann noch ewiger der Trockner. Wir gingen nicht mehr auf Fototour obwohl die Küste direkt am Campingplatz ideal geeignet war. Es nieselte sich so durch die helle Nacht.
Der Wäscherei-Zwischenfall
Nach der Übernachtung in Broch Harbour überzeugte uns ein Blick auf den überquellenden Wäscheberg im Kofferraum, einen Campingplatz mit Waschgelegenheit aufzusuchen. Auf dem Campground von John O’Groats fanden wir das Gesuchte in zwei betagteren amerikanischen MAYTAG-Maschinen, je eine fürs Waschen und fürs Trocknen. Also füllten wir die Waschmaschine vom Typ „Bottich mit Wäsche herumschubsendem trägem Paddel“ mit heller Wäsche und zwei Ein-Pfund-Coins und harrten zwei Stunden, bis die Prozedur mit mäßig gutem Erfolg beendet war. Der Trockner benötigte nochmal eineinhalb Stunden und 2 £, es war inzwischen zu spät für einen zweiten Waschzyklus. Deswegen füllten wir die dunkle Wäsche mit hohem flauschigen Baumwollanteil am nächsten Morgen um Sieben in den Waschrührer.
Nach dem Waschende um Neun räumten wir die fertige, aber mangels Schleuderkraft noch viel zu nasse Wäsche in den Trockner. Die Drehzahl des betagten Teils entsprach wohl eher der eines alten Maulesels an einem mexikanischen Bewässerungsbrunnen.
So ging es auch weiter. Nach weiteren 3 £ und zwei Stunden, wir sollten eigentlich den Platz schon verlassen haben, hatte der Wasservorrat in unseren Klamotten nicht signifikant abgenommen. Auch auf stärkster Trocknungsstufe war die Wäsche mit bestem Willen als schwach lauwarm zu bezeichnen. Der herbeigerufene Platzwart konnte außer Schulterzucken und einem kurzen Exkurs über die Beladekapazität und Funktion (mit Gasbrenner als Heizung) antiker Trockner auch nicht weiterhelfen. Wenigstens investierte er weitere 3 £, aber unsere Wäsche klammerte sich weiterhin verzweifelt an das innewohnende Wasser. Frustriert packten wir die feuchten Sachen in unseren Kofferraum und verließen John O’Groats.
Die nächstgelegene nennenswerte Ansiedlung mit der Chance auf einen Waschsalon war Wick. Nicht verkehrt, denn Wick hat einen Leuchtturm, eine Burgruine und schöne Steilküste zu erkunden. Wir machten tatsächlich eine kommerzielle Wäscherei ausfindig, leider hatte die kurz vor unserer Ankunft Feierabend gemacht. Die Klamotten konnten so noch die Nacht vor sich hin gammeln, bis wir am nächsten Morgen den Waschsalon wieder anfuhren.
Dieser hatte tatsächlich moderneres Equipment der Marke „Speed Queen“, welches seinem Namen alle Ehre machte, wie sich zeigen sollte. Die Trockentrommeln waren groß genug, um einen ganzen Kindergarten samt Erzieherinnen darin komforatabel unterzubringen, allerdings kosteten 10 Minuten 1 £, was uns recht teuer erschien. Wir zahlten erstmal für zwei Runden und Esra blieb dabei und bewachte Magazine lesend unsere Schätze. Erstaunlicherweise waren unsere Sachen schon nach 10 Minuten fast getrocknet, das ist kommerzielle Effizienz.
Ärgerlich an der ganzen Geschichte war im Endeffekt die eklatante Zeitverschwendung, als wir stundenlang vergeblich mit ineffektiven Wäschetrocknern zugange waren. In Zukunft werden wir uns die Maschinen auf den Campingplätzen genau ansehen und im Zweifelsfall lieber einen Waschsalon aufsuchen.
Info John o‘ Groats
Obwohl viele Leute es annehmen, ist John o‘ Groats nicht Großbritanniens nördlichster Punkt (diesen Job übernimmnt der nahegelegene Dunnet Head) Allerdings ist John o‘ Groats der Punk auf der britischen Insel, der von „Lands End“ in Cornwall am weitesten entfernt ist, nämlich 874 Meilen bzw. 1406 km.
Nicht weit entfernt liegen die „Duncansby Stacks“, spektakuläre Felsformationen, die unzählige seltene Vogelarten beherbergen.
Man sagt, dass sich der Name John o‘ Groats von dem des Niederländers Jan de Groot herleitet, der dort die erste Fährverbindung zu den Orkneys aufbaute. Da Groot vier Pence für die Überfahrt verlangte, nannte man diese Summe kurzerhand „Groat“
Direkt an der Küste hat man vor einiger Zeit einen Wegweiser aufgestellt, der im Laufe der Jahre zu einiger bekanntheit gelangte. Viele Touristen lassen sich vom „Signpost Photographer“ mit ihm fotografieren.
Wick – Girnigoe and Sinclair Castle
Von John o Groats fuhren wir nochmal zurück nach Wick, denn da gibt es noch viele interesannte Küstenabschnitte, eine Burgruine und einen Leuchtturm. So fuhren wir durch die Stadt und fanden einen großen Parkplatz vor den Ruinen des Sinclair Castles. Wir wollten den Leuchtturm Noss Head fotografieren, doch auch dieser ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.
Hier ein Link zu weiteren Infos
Noss Head Lighthouse, Schottland
So liefen wir entlang der Küste und fanden einen ganz besonders schönen Strand. Die Sonne lachte, der Wind blies nach wie vor sehr kalt, doch unten zwischen den Felsen war es erträglich. Das Meer erstahlte im klaren tiefblau eines sonnigen Tages. Die Wellen rollten mächtig in die Bucht, eine Robbe streckte neugierig den Kopf hoch aus dem Wasser. Wir nutzten die Sonne und fotografierten, obwohl das Licht natürlich eher mittaglich war. Dann erwanderten wir über den hohen Küstepfad, begleitet von der kreischenden Musik der Möwen, die Ruine des Sinclair Castles. Sie liegt in beeindruckender Lage in der Bucht. Wir lasen die zahlreichen Hinweisschilder und stellten uns vor, wie das Leben früher wohl war.
Klick dich durch die Fotogalerie der Küste bei Wick
Girnigoe and Sinclair Castle im Regenwetter
Girnigoe and Sinclair Castle
Girnigoe and Sinclair Castle
Klick dich durch die Foto Galerie zum Castle Sinclair Girnigoe, Ostküste Schottland
Information zum Girnigoe and Sinclair Castle
Girnigoe and Sinclair Castle sind zwei Burgruinen etwa fünf Kilometer nördlich von Wick in den schottischen Highlands auf einem riesigen Felsen direkt an der Sinclair’s Bay errichtet wurden. Sie wurden aus dem plattenartigen Gestein der Kliffs erbaut. Geheimgänge durchziehen den Burgfelsen und reichen bis hinunter zum Meer.
Das Castle Girnigoe aus dem 15. Jahrhundert war ein Turmhaus (Tower house) und gehörte den Sinclairs Earls of Caithness. Bis zum 17. Jahrhundert entstanden Anbauten in Form von „Court Yards“, die später als Sinclair Castle bezeichnet wurden. Der Zugang erfolgte über eine klapprige Holzbrücke.
1690 belagerte George Sinclair of Keiss die beiden Burgen und konnte sie mittels schwerer Kanonen zerstören und somit den Sieg über die Verteidiger erringen. Dabei zerstörte er sein eigenes Erbe, denn die Burgen standen ihm zu. Nach der Wiedereinnahme gab er jedoch jeden Anspruch an den zerstörten Burgen auf. Erst vor ein paar Jahren wurde begonnen, die Ruinen zu restaurieren.
Die schlechtesten Fish & Chips unseres Lebens
Wir hatten alle Hunger, der kalte Wind, die Überdosis frische Luft und anstrengende Kletterei über die Felsen fordert eine hohen Kalorienzufuhr. Wir hatten an diesem Abend Lust auf Fish & Chips und gönnten uns diesen Luxus ausnahmsweise. In Wick fanden wir nur einen Laden und der hieß Pit Stop! Hmm, das hätte uns zu denken geben sollen.
Wir bestellten zum ersten Mal gleich 4 Portionen und eine Pommes, zahlten über 20 Pfund und trugen die fettige Beute zum Mobil. Das Papier, in welches die Fritten eingepackt war, triefte nur so von Fett und war völlig durchweicht. Die Pommes waren dick und massig, wie üblich hier in Großbritannien, doch diese hier hatten das Fett welchen noch dazu nie und nimmer heiß gewesen war, höchstens ein paar Sekunden lang gesehen. Von wegen heiß und knackig. Lauwarm und wabbelig, dazu schmeckte das Fett noch richtig alt. Gunter und Esra hatten Haggis, auch enorm fettig. Nun, wir brauchen ja zur Zeit viele Kalorien – doch schmecken soll es auch. Wir saßen alle traurig vor dem miserablen, stinkenden Häufchen Elend und quälten nur was in uns hinein, weil es so teuer gewesen war. Doch Amy und ich gaben auf, es war tatsächlich widerlich. Wir können behaupten, dass dies das schlechteste Essen war, welches wir je hatten!! Bild kommt noch!
Danach hielten wir beim Tesco – unserem Lieblingsupermarkt – und kauften nach dieser kulinarischen Erfahrung Unmengen an frischem Gemüse und einen Whisky zur Verdauung.
Fish & Chips in Schottland
Fettige Fish & Chips in Schottland
Abendstimmung am Strand von Wick
Den Abend wollten wir in der Nähe der Ruinen und dem tollen Strand verbringen, so übernachteten wir auf dem Parkplatz, wo noch ein Österreicher mit einem gefährlich wirkenden Rottweiler stand und ein deutsches Mobil auch wild campte.
Gunter, Esra und ich setzten uns mutig dem abendlichen Sturm und der Kälte aus – ohne Handschuhe kann ich nachts übrigens nicht fotografieren! Der Sonnenuntergang gegen 22:00 Uhr war fantastisch und mit Nieselregen vermischt, was die Felsen am Strand wunderbar zum Leuchten brachte jedoch auch vorsichtiges Klettern forderte. Wir wissen alle, wie rutschig Felsen nach einem Nieselregen sind.
Felsenküste und Sturm in Wick, Langzeitbelichtung
Felsenküste und Sturm in Wick, Langzeitbelichtung
Abendlicht, Wick
Wellen an der Küste von Wick
Möwen im Abendlicht, Wick
Abendlicht, Wick
Felsenküste in Wick, Langzeitbelichtung
Felsenküste in Wick, Langzeitbelichtung
Wellen an der Küste von Wick
Zum nächsten Blogbeitrag des Live Reiseberichtes Schottland
John O Groats – Oltimer Ausstellung
Wir liefen morgens nochmal alle los zum Strand und zu den Brochs. Das Wetter war mittlerweile wirklich gut, zwar wolkig doch trocken und teilweise sogar sonnig. Gut, der kalte Wind, der bläst immer. Am späten Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Stacks of Duncansby. Diese hohen Steinpyramiden wollten wir gerne fotografieren und auch die Vogelwelt auf den Klippen betrachten.
Es gibt auch einen Leuchtturm auf dem Kap. Der sieht, meiner Meinung nach, ganz anders aus, als die, die wir bisher fotografierten. Viele Infos gab es leider nicht und wie alle anderen Leuchttürme ist er in Privatbesitz und nicht offen für Touristen.
Wir liefen ziemlich weit, bis endlich die hohen Schafszäune aufhörten und wir freie Sicht auf die Stacks hatten. Doch von dieser Seite wirkten sie nicht mehr ganz so grandios und staffelten sich nicht so toll. Seltsamerweise waren jenseits der Zäune nicht nur keine Schafe, sondern auch keine Touristen mehr. Nun, wir waren ausgekühlt, trotz sonnigem Wetter – das Problem ist zur Zeit die Kleidung! Der Wind ist biestig kalt, die Sonne relativ warm, wenn man mit Gepäck läuft, kommt man ins Schwitzen und dann ist der Wind noch unangenehmer. Ich tue mich wirlich schwer mit der Kleidungswahl.
Die Oldtimer
Die Oldtimer und ein Teil der Dudelsackband
Stacks of Duncansby
Die Jungs und die Oldtimer
Stacks of Duncansby
Warum steht dieses Schild in John o Groats?
Interessante Strukturen am Strand
Das Olympische Feuer in John O Groats
In John O Groats gab es eine Oldtimer Ausstellung. Das sah sehr interessant aus, natürlich wollten wir da hin. Bei der Anmeldung auf dem Campingplatz erfuhren wir, dass heute auch noch das olympische Feuer kommen würde. Was für ein Glück! Wir waren mal wieder zur rechten Zeit am rechten Ort – und ganz ohne Vorplanung.
Wir hatten alle eine Dusche nötig, mußten die Toilette leeren und Wäsche waschen. Was für ein Programm! Ich betrachtete mir die Duschräume und verzichtete auf die Dusche – es war saukalt, das Wasser lief nur spärlich.
Gunter fühlte sich nicht wohl, da hatte wohl der Wind ganze Arbeit geleistet, „er war durch den Wind“. So liefen die Jungs und ich zu den Oldtimern. Wir liesen die typische Jahrmarktstimmung auf uns wirken, die Gewinner wurden über blechern klingende Lautsprecher nominiert. Die Fahrzeuge waren liebevoll gepflegt und restauriert. Die Ausstellung war tatsächlich sehenswert.
Die Straße war mittlerweile abgesperrt, ein großes Polizeiaufgebot sorgte für eine freie Straße. Wann würde die Fakel kommen und wo? Wir fragten uns durch, waren dann auch rechtzeitig vor Ort. Esra verfasste je bereits einen ganzen Artikel über dieses Event.
Wir machten uns noch an die Wäsche, das Licht war trüb, ideal also. Die einzige Maschine lief ewig, dann noch ewiger der Trockner. Wir gingen nicht mehr auf Fototour obwohl die Küste direkt am Campingplatz ideal geeignet war. Es nieselte sich so durch die helle Nacht.
Der Wäscherei-Zwischenfall
Nach der Übernachtung in Broch Harbour überzeugte uns ein Blick auf den überquellenden Wäscheberg im Kofferraum, einen Campingplatz mit Waschgelegenheit aufzusuchen. Auf dem Campground von John O’Groats fanden wir das Gesuchte in zwei betagteren amerikanischen MAYTAG-Maschinen, je eine fürs Waschen und fürs Trocknen. Also füllten wir die Waschmaschine vom Typ „Bottich mit Wäsche herumschubsendem trägem Paddel“ mit heller Wäsche und zwei Ein-Pfund-Coins und harrten zwei Stunden, bis die Prozedur mit mäßig gutem Erfolg beendet war. Der Trockner benötigte nochmal eineinhalb Stunden und 2 £, es war inzwischen zu spät für einen zweiten Waschzyklus. Deswegen füllten wir die dunkle Wäsche mit hohem flauschigen Baumwollanteil am nächsten Morgen um Sieben in den Waschrührer.
Nach dem Waschende um Neun räumten wir die fertige, aber mangels Schleuderkraft noch viel zu nasse Wäsche in den Trockner. Die Drehzahl des betagten Teils entsprach wohl eher der eines alten Maulesels an einem mexikanischen Bewässerungsbrunnen.
So ging es auch weiter. Nach weiteren 3 £ und zwei Stunden, wir sollten eigentlich den Platz schon verlassen haben, hatte der Wasservorrat in unseren Klamotten nicht signifikant abgenommen. Auch auf stärkster Trocknungsstufe war die Wäsche mit bestem Willen als schwach lauwarm zu bezeichnen. Der herbeigerufene Platzwart konnte außer Schulterzucken und einem kurzen Exkurs über die Beladekapazität und Funktion (mit Gasbrenner als Heizung) antiker Trockner auch nicht weiterhelfen. Wenigstens investierte er weitere 3 £, aber unsere Wäsche klammerte sich weiterhin verzweifelt an das innewohnende Wasser. Frustriert packten wir die feuchten Sachen in unseren Kofferraum und verließen John O’Groats.
Die nächstgelegene nennenswerte Ansiedlung mit der Chance auf einen Waschsalon war Wick. Nicht verkehrt, denn Wick hat einen Leuchtturm, eine Burgruine und schöne Steilküste zu erkunden. Wir machten tatsächlich eine kommerzielle Wäscherei ausfindig, leider hatte die kurz vor unserer Ankunft Feierabend gemacht. Die Klamotten konnten so noch die Nacht vor sich hin gammeln, bis wir am nächsten Morgen den Waschsalon wieder anfuhren.
Dieser hatte tatsächlich moderneres Equipment der Marke „Speed Queen“, welches seinem Namen alle Ehre machte, wie sich zeigen sollte. Die Trockentrommeln waren groß genug, um einen ganzen Kindergarten samt Erzieherinnen darin komforatabel unterzubringen, allerdings kosteten 10 Minuten 1 £, was uns recht teuer erschien. Wir zahlten erstmal für zwei Runden und Esra blieb dabei und bewachte Magazine lesend unsere Schätze. Erstaunlicherweise waren unsere Sachen schon nach 10 Minuten fast getrocknet, das ist kommerzielle Effizienz.
Ärgerlich an der ganzen Geschichte war im Endeffekt die eklatante Zeitverschwendung, als wir stundenlang vergeblich mit ineffektiven Wäschetrocknern zugange waren. In Zukunft werden wir uns die Maschinen auf den Campingplätzen genau ansehen und im Zweifelsfall lieber einen Waschsalon aufsuchen.
Info John o‘ Groats
Obwohl viele Leute es annehmen, ist John o‘ Groats nicht Großbritanniens nördlichster Punkt (diesen Job übernimmnt der nahegelegene Dunnet Head) Allerdings ist John o‘ Groats der Punk auf der britischen Insel, der von „Lands End“ in Cornwall am weitesten entfernt ist, nämlich 874 Meilen bzw. 1406 km.
Nicht weit entfernt liegen die „Duncansby Stacks“, spektakuläre Felsformationen, die unzählige seltene Vogelarten beherbergen.
Man sagt, dass sich der Name John o‘ Groats von dem des Niederländers Jan de Groot herleitet, der dort die erste Fährverbindung zu den Orkneys aufbaute. Da Groot vier Pence für die Überfahrt verlangte, nannte man diese Summe kurzerhand „Groat“
Direkt an der Küste hat man vor einiger Zeit einen Wegweiser aufgestellt, der im Laufe der Jahre zu einiger bekanntheit gelangte. Viele Touristen lassen sich vom „Signpost Photographer“ mit ihm fotografieren.
Die olympische Fackel in John O Groats
Am 10. Juni hielten wir an Großbritanniens äußerster Ecke – John O‘ Groats, wo wir zu unserer großen Überraschung feststellten, dass man an diesem Tag die olympische Fackel hier vorbeitragen würde. Der Punkt der Übergabe war nur 200 Meter von unserer Haustür entfernt, und wir waren gerade noch rechtzeitig angekommen, bevor man die Straße absperrte.
Die Gelegenheit am Schopf packend, spazierten wir nach dem Mittagessen zum berühmten „John O‘ Groats“-Schild, wo man schon zu Hunderten auf das reisende Feuer wartete.
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Tarbat Ness, Midges am Lachsfluß, Richtung John O Groats
Wir warteten morgens, dass die Wolken evtl etwas Kontur bekommen würden. Doch es tat sich nichts, außer, dass die Wolken teilweise abregneten. Wir spielten Rommee mit Blick auf die Rinder. Seltsamerweise hatte ich noch nie so viel Pech beim Rommee wie bei den Spielen auf dieser Reise. Ich liege seit Holland auf Platz fünf!
Trotz Nieselregen liefen wir entlang der wunderschönen Küste, bei gutem Fotowetter wäre das der Traum hier!
Wir beschlossen nicht noch einen Tag zu warten, sondern uns Richtung Norden aufzumachen. Der Wetterbericht machte uns nicht sonderlich viel Mut, dass das Warten lohnend wäre. Wir fuhren einen kleinen Umweg entlang eines Flußes und besuchten die Shin Falls, wo die Lachse zur Quelle wandern. Lachse sahen wir keine, doch extrem biestige Midges machten uns innerhalb weniger Sekunden das Leben zur Hölle. Ich mußte das Objektiv wechseln und hatte begründete Bedecken, dass ich danach eklige Biester auf dem Sensor sehen würde:-) Es war tatsächlich unaushaltbar. Da kam eine nette….
Shin Falls
Skulptur
mal alle fünf Reicherts
Abends auf dem Felsplateau
Abends auf dem Felsplateau
ein Monument
Broch, Bruchsteinmauern aus der Eisenzeit
Lachsfluß
… Italienerin mit giftem Zeugs in der Hand. Sie hielt es mir lächelnd entgegend und ich und Amy nahmen es direkt dankend entgegen. Danach war es aushaltbar. Doch hatten wir die juckenden und absolut kostenlosen Souvenirs schon abbekommen. Gunter kam auch fluchend in unsere Richtung. Wie er es sonst so machte, wollte er schnell die nette Geste des rettenden Giftes ablehnen. Ich meinte nur, es hilft aber tatsächlich, da griff er doch schnell zu bevor die Frau es sich anders überlegen würde. So schafften wir es nach den Lachsen zu schauen, den Wasserfall, der nicht sonderlich hoch und auch wenig fotogen war, anzusehen. Lachse fanden wir keine, es ist wohl noch zu früh im Jahr und wie Charley schon sagte, es fehlt wohl noch ergiebiger Regen. Es regnet war öfters aber meist nur so ein Leute geärgert, nicht genug um richtig tratschnass zu werden (es sei denn man wartet stundenlang auf die Delfine!) und zu viel um Wanderungen wirklich angenehm zu gestalten.
Hier ein Link zu den Midges
Wir fuhren weiter, verpassten es rechtzeitig zu tanken und erreichten schließlich mit dem letzten Tropfen Diesel Wick. Vor John O Groats sahen wir ein Wohnmobil anscheinend auf einer Wiese stehen, wir drehten und fuhren die kleine Gasse zum Meer hinunter. Das war ein netter kleiner Parkplatz und das Wohnmobil kam aus Frankreich. Uns scheint, die Franzosen mögen Campingplätze nicht so gern, die suchen sich lieber Plätze zum „Wild Camping“, Stellplätze eben. Die Küste war von unglaublicher Schönheit, das Wetter war es nicht. Bedeckt war es ohne Aussicht auf nur einen Sonnenstrahl. Doch die Wellen knallten wild und die Wolken waren nicht mehr ganz so grau in grau. So liefen wir alle gemeinsam zum Strand. Dort wuchs enorm viel Tang, es gab alte zerfallen Hüttchen und eine archäeologische Ausgrabungsstätte. Die wirkte im Regenwetter sogar wunderbar. Die Vögel kreischten, der Wind wehte und die Wellen rollten eine nach der anderen auf die schrägstehende rießige Felsplatte. Auch die Steilküste sah interessant aus, so, als hätte hier eine zu fleißige Oma unmengen Pfannenkuchen aufeinander gestapelt. Wir hatten jedenfalls schon enorm viel Spaß. Fühlten uns lebendig – den Elementen ausgesetzt, im kalten Sturm und dem Knallen der Wellen und der salzigen Gischt in der Luft.
Da blies ein Delfin vielleicht 5-6 m von uns. Wow! Er schien im Tang und sehr nahe an den Felsen vorbei zu ziehen. Und es kommt noch besser: der Delfin war wahrscheinlich so nah an der Küste, weil ein Orca etwas weiter die Küste entlang zog. Wie in Zeitlupe tauchte die Rückenfinne aus dem Wasser auf und senkte sich wieder. Esra und ich waren begeistert. Unser Glück war so groß, es war greifbar:-)
Wir waren sehr müde nach der langen Tour, Amy und Noah hatten sich schon etwas früher ins Mobil zurückgezogen. Ich lud nicht mal mehr die Fotos runter, obwohl die Neugier natürlich immer groß ist, und fiel kurz darauf schon in einen verdienten Schlaf.
Hier ein Link zu den „brochs of scotland“
Portmahomack, Tarbat Ness und ein toller Buchladen
Das Wetter war trüb am Morgen. Es stürmte und war sehr kalt. Und das schon auf dem Campingplatz, wir wollten uns gar nicht vorstellen, wie kalt es wohl am Delfin Aussichtspunkt sein würde. So entschieden wir, nicht nochmal schauen zu gehen, sondern machten uns auf den Weg gen Norden.
Mermaid of the North, Tarbat, Schottland
Auf der Suche nach Büchern
In Dingwall kauften wir beim Tesco ein und liefen danach durch den Ort auf der Suche nach einem Buchladen. Amy hatte schon so viel gelesen, dass ihre Bücher knapp werden. Sie hatte in Stratford upon Avon schon mal drei Bücher gekauft und die hatte sie bereits durch. Die Serie „Twilight“ gefiel ihr nicht so gut, aber aus Mangel an anderem Lesestoff, beendete sie auch dieses Buch. Übrigens natürlich alle auf Englisch.
In GB gibt es sehr viele Gebrauchtläden, nicht nur bezgl Bücher, sondern auch für Klamotten und eigenlich für allen möglichen Kram. In Dingwall fand man kaum mal einen „normalen“ Laden und wenn dann diese ganz Billigen mit Ramsch. Viele dieser Second Hand Läden gehören Institutionen an. D.h. Leute können ihre alten Klamotten, Bücher, DVS’s oder was auch immer spenden und die Sachen werden dann für einen guten Zweck verkauft. Ich finde das sehr gut, denn es wird nicht so viel weggeworfen und man kann teilweise sehr günstig einkaufen.
Wir fanden einen kleinen, sehr kuscheligen Second Hand Bookshop, stöberten ewig in den alten Büchern.
Im Hafen von Portmahomack
Im Hafen von Portmahomack
Bill Anderson
Esra mit einer Sauerstoffmaske
Spaß im Buchladen
Vor allem Esra und Noah hatten Spaß, denn sie fanden ein Buch mit alten Artikeln aus der satirischen Zeitung „The Onion“. Die beiden giggelten die ganze Zeit nur vor sich hin. Wir kamen ins Gespräch mit Bill, dem Besitzer und genossen es sehr über das Leben und den Sinn dahinter zu philosophieren. Er zeigte uns seine Lieblingsbücher, erzählte Geschichten von Fotografen, die in den Laden kamen und auf Bilder in Büchern zeigten, die sie geschossen hatten. Er hatte sich das Buch signieren lassen und fragte, ob wir einen Kalender dabei hätten. Ich lief zurück zum Womo und holte den „Sehnsucht nach dem Meer, 2013“ und wir tauschten einen Stapel Bücher gegen den Kalender. Wir hatten sicher eine Stunde im Laden geschwätzt. Nur Amy hatte leider kein Buch gefunden.
Der Leuchtturm von Tarbat Ness im Regen
Es trübte sich weiter ein. Es nieselte und stürmte. Auf der Landkarte sah der Leuchtturm bei Tarbat Ness sehr interessant aus. Über kleine enge Gässchen, aber ohne viel Verkehr fuhren wir hin. Die Wellen der Flut knallen nur so an die Klippen unterhalb des Leuchtturms, es war fantastisch, doch der Sturm war so stark, dass die Kamera keinen ruhigen Stand finden konnte. Auch mit noch so viel Mühe schaffte ich es kaum, ein unverwackeltes Foto zu schießen. Das Licht war aber auch sehr uninteressant, so war das nicht weiter schlimm. Nach nur wenigen Minuten war die Linse nass vor Gischt, die Augen tränten, der Wind blies bis auf die Knochen. Heftig, war es! So schlich ich wieder zurück ins Mobil, wir wollten auf besseres Licht warten und spielten derweil Rommee und beobachteten die Rinder, die auf der Weide neben uns standen. Immer mal wieder schauten wir raus, machten in einer kurzen Regenpause sogar eine längere Klettertour über die interessanten Felsen. Bei Portmahomack kann man übernachten, vielleicht wäre das Wetter es ja morgens besser? War es leider nicht….
Tarbat Ness, Schottland
Doch auch bei Regenwetter finden wir zahlreiche Fotomotive.
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Channonry Point und Border Collies
Morgens war es absolut windstill, die Sonne kam raus. Wow, wie schön der Blick nach Inverness war. Wir zogen alle zusammen zum Leuchtturm los. Die Delfine kamen nicht an diesem Morgen, jedenfalls nicht zur üblichen Zeit. Wir warteten einige Stunden. Schließlich tat sich was, die Meeressäuger waren wie aus dem Nichts plötzlich einfach da.Und das nur wenige Meter von uns entfernt. Klasse!
Doch wieder gab es keine besonderen Aktionen. Wie schade, denn die Sonne schien, doch der Wind war wie immer eisig kalt. So kalt, dass ich wieder Mütze und Handschuhe anzog und sehnsüchtig an die wollenene Unterwäsche im Mobil dachte.
Es waren Unmengen von Menschen auf dem Strand, das hat auch Vorteile, denn wieder fanden wir sehr nette Gesprächspartner. Ich freundete mich mit einer sympatischen Belgierin an, das war etwas ganz Besonderes! Es ist so schön, wenn man direkt merkt, dass man mit jemandem auf einer Wellenlänge ist.
So wurden wir zum warmen Tee in ihr Mobil eingeladen, wollten aber trotz großer Kälte noch bei den Delfinen verweilen. Die beiden – Dina und Walter mit zwei Border Collies – hatten ihr Mobil auf dem Campingplatz bei Rosmarkie geparkt also in die andere Richtung der Bucht. Wir sagten, dass wir gegen Abend nochmal vorbei kämen.
Gerade als wir uns verabschiedeten und schon ein ganzes Stück gelaufen waren, sahen wir die Delfine hoch in die Luft springen. Wie immer – kaum geht man, passiert etwas!! Es sah auch aus der Ferne noch ergreifend aus. Wir liefen also nochmal zurück, doch natürlich sprangen sie dann nicht mehr. Dann der schweistreibend,e lange Marsch über den Goldplatz zurück zum Mobil. Die Kids hatten sich schon eine Stunde vor uns in die Wärme zurückgezogen.
Ich sicherte die Fotos, schrieb am Bericht, arbeitete an den Kalendern. Brannte die CD’s mit den Fotos, die dringend weg mußten.
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