Ersatzteilsuche für die Luftfederung
Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg, nur um festzustellen, dass die genannte Adresse der Zentrale die falsche war. Glücklicherweise war die Zentrale nur ein paar Straßen weiter, was sich aber im Wirrwarr des Invernesser Straßennetzes nicht so leicht erreichen liess. Endlich nach dem Durchfragen durch zwei Abteilungen waren wir an der richtigen Stelle.
Der Lagerist wunderte sich nur, dass das defekte T-Stück Zollmaße aufwies, er hatte nur metrische Teile an Lager!!!
Überlegt das mal: wir sind in GB, alles wird in Meilen und Yards angegeben und jetzt ist es andersrum. Wir haben die Zoll und „die“ haben die mm! Wir nahmen trotzdem ein 6mm-T-Stück mit und siehe da, es passte!
Erleichtert starteten wir den Kompressor und es passierte – nichts! Gunter kontrollierte, der Adapter hielt dicht, die Zischgeräusche kamen nun aus dem Kompressorgehäuse. Sch…. Wieder eine Werkstatt suchen. Die Tankstelle verwies uns an einen KWIK-STOP, der kümmerte sich aber nur um Reifen und Ölwechsel, und schickte uns zurück tief ins Industriegebiet zu einem anderen Autoservice. Wieder Kreisel! Wieder heftiger Samstagvormittagverkehr! Was war nur los in dieser Stadt??

Tarbat Ness, Schottland

Tarbat bei Regenwetter, Schottland

Regen, Wellen, Wolken

Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Die Pumpe war an Überlastung gestorben
Auch dieser konnte uns nicht helfen, hatte aber gerade einen Mercedes-Techniker als Kunden, der sich nach Schilderung des Sachverhalts des Problems annahm und unters Womo kroch. Er zerlegte und zeigte uns die Pumpe, dabei erklärte er uns in breitem Schottisch, dass sie leider an Überlastung und Alter verstorben war.
Er wollte an das jetzt freie T-Ende ein Reifenventil zum Aufpumpen anbringen, Gunter hatte aber eine bessere Idee. Am Armaturenbrett ist ein Ventil, um Überdruck abzulassen, hier kann man auch aufpumpen. Ein kleiner Ersatzteilladen gegenüber verkaufte uns ein gerades Verbindungsstück für ein Pfund, und wir besorgten uns einen kleinen Kompressor mit Zigarettenanzünderanschluss in einem Geschäft auf der anderen Straßenseite (ein Gewerbegebiet ist doch für was gut). Und siehe da, es funktionierte. Wir schauen zwar immer noch ängstlich auf die Druckanzeige, aber bis jetzt bleibt alles stabil. Und das Beste war, der Mercedes-Mann wollte nichts fürs Helfen haben, wir hatten liebe Mühe, ihm wenigstens einen unserer Kalender zu geben, den er dann freudig annahm.
Die ganze Aktion hatte weit über Mittag hinaus gedauert, jetzt wollten wir uns wenigstens die Stadt ansehen, obwohl sie laut Reiseführer nicht unbedingt Womo-freundlich beschrieben ist. Wir gurkten genervt über eine Stunde kreuz und quer auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit durch die Stadt. Es blieb nur die Wahl, fünf Kilometer vom Zentrum entfernt zu parken, oder auf dem Supermarktparkplatz. Nur war dieser brechend voll, kein Platz für Womos. (Am nächsten Tag fand ich auch raus, was da los war in Inverness und war sowas von enttäuscht…. Aber das kommt ja erst morgen:-)
Endgültig frustriert verliessen wir Inverness und hielten in strömendem Regen auf dem Rastplatz der Tourist-Information auf der anderen Seite der Moray-Firth-Brücke. Wir wollten das Regenende abwarten -haha! witz komm raus – und dann weiterplanen. Speck, Eier und Toast sorgten für etwas bessere Stimmung, und ich bat noch einen Motorradfahrer, Rick, herein, der im Regen auf einen Kumpel wartete. So verflog die Zeit und irgendwann auch der Regen. Zwischenzeitlich arbeiteten wir am Blog, ich schrieb und übertrug die Texte und Fotos in das Blog (Michael – ich habs korrekt:-) Wir entschieden, zum 70 km entfernten Leuchtturm von Tarbat Ness zu fahren, den wir beim ersten Anlauf nur in dichten Regenwolken erlebt hatten. Zwar war es immer noch stark bewölkt, die Wolkendecke war aber deutlich strukturiert und die Sonne schickte hier und da ein paar Strahlen durch. In kurz, perfekte Fotokulisse.
[red_box]Ursache und Wirkung von defekten Kleinteilen
Das ganze Drama begann damit, dass die Luftfederung anfing, langsam aber ständig Druck zu verlieren. Normalerweise hat es ausgereicht, einmal morgens den Druck auf den Sollwert aufzupumpen, aber in den letzten Wochen mussten wir mehrmals täglich korrigieren. Ein Blick unters Womo zeigte, dass ein T-Verbinder-Stück der Luftleitungen undicht war. In den westlichen Highlands war so ein kleines Teil nicht zu bekommen, und die Situation verschärfte sich permanent, dass wir auch während der Fahrt aufpumpen mussten, was absolut nicht empfohlen ist.
Anscheinend hat die Halteschraube des Schwingarms beim Niedrigdruckfahren immer wieder Schläge abbekommen, als sie mit dem Träger kollidierte. Es war sowieso keine Originalschraube, wir hatten sie vor einigen Jahren in Nordschweden ersetzen müssen, als sie mitten im Nichts gebrochen war. Jedenfalls tat es auf der Straße nach Skye einen Schlag und Scheppergeräusche erklangen unter dem Fahrzeug, die sich aber bald wieder legten. Wir wissen jetzt, dass das ein erneuter Bruch der Schraube war. In diesem Zustand gurkten wir zum Neist Point, Auf dem Rückweg verabschiedeten sich die Schraubenreste mit einem Schlag am Womo-Boden vollends und der Schwingarm sackte komplett ab.
Mit Müh und Not und Schleifgeräuschen hatten wir einen Seitenweg erreicht und den ADAC informiert. Ein Techniker wurde geschickt und reparierte provisorisch, dass wir zur Werkstatt fahren konnten, wo die Aufhängung wieder Instand gesetzt wurde. Nur dass das Luftleck immer noch existierte.
Hierauf kam es zu der Odyssee durch die Industriegebiete von Inverness bis zur notdürftigen Reparatur des Druckluftsystems.
Im Rückblick sieht es aus, dass das lecke Verbindungsstück für den Druckabfall der Hinterachsluftfederung sorgte, was zumindest mitverantwortlich für den Bruch des Schwingarms war. Das fehlende Ersatzteil führte zur permanenten Überlastung und resultierte im Zusammenbruch des Kompressors. Kleine Ursache, große Wirkung!
[/red_box]
Ja, der Tag endete jedoch ziemlich gut. In Tarbat Ness zeigten sich grandiose Regenwolken durch deren kleine Lücken strahlende Sonnenscheinstreifen auf das dunkle Meer fielen. In Kombination mit den Wellen, die bei Ebbe auf den freiliegenden Tang knallten, ergab das wunderbare Motive. Ich konzentrierte mich also auf die Meeresküste und lies den Leuchtturm unfotografiert hinter mir liegen. Den wollte ich am nächsten Morgen nochmal intensiv ablichten.
Wir beobachteten Vögel, die sich an einer Fütterungsstation gleich vorm Mobil zahlreich eingefunden hatten. Der Regen setzte doch bald wieder ein, es wurde auch ziemlich dunkel. So schliefen wir aufgrund des plätschernden Lärms eher unruhig, doch beruhigt bezgl der provisorisch guten Wohnmobilreperatur!

Tarbat Ness, Schottland
Distillerie Glen Ord, Inverness und Speybay
Es regnete nicht morgens, es schüttete wie aus Kübeln. Unser Strom war gestern schon fast auf Null gegangen, weil wir im Regen an den Notebooks gearbeitet hatten. Auch jetzt produzierte die Solaranlage keinen Strom! So saßen wir, spielten Rommee und warteten auf besseres Wetter. Es kam nicht, zwar hörte es auf zu regnen, doch es blieb trüb. Also fuhren wir am späten Vormittag gen Süden. Keine neuen Leuchtturmfotos also. Doch auf der Halbinsel fand ich eine nordische Meerjungfrau, die ich extrem fotogen fand. Das klettern über die vom Regen rutschigen Felsen war enorm gefährlich, so lies ich mir viel Zeit. Die Wolken paßten perfekt ins Bild, ich hatte Spaß!
Das nieselige Regenwetter war wieder ideal für eine Distillerie, und es gab eine in der Nähe. Da wir nun „Friends of Single Malt Whiskeys“ waren, können wir 10 weitere Distillerien kostenlos besuchen und Whisky probieren. Na, das hört sich doch gut an.
Wir fuhren also auf den Parkplatz von Glen Ord und sahen schon aus der Ferne, dass da gar niemand, nicht mal ein einziges Fahrzeug parkte. Hmmm! Doch da stand eine sympathische junge Frau mit einer kleinen Video Kamera auf einem kleinen Stativ. Ich fuhr auf sie zu und allein der Austausch unserer Blicke sprach Bände!
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Die Luftfederungs Odysee II und Tarbat Ness im Regen II
Ersatzteilsuche für die Luftfederung
Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg, nur um festzustellen, dass die genannte Adresse der Zentrale die falsche war. Glücklicherweise war die Zentrale nur ein paar Straßen weiter, was sich aber im Wirrwarr des Invernesser Straßennetzes nicht so leicht erreichen liess. Endlich nach dem Durchfragen durch zwei Abteilungen waren wir an der richtigen Stelle.
Der Lagerist wunderte sich nur, dass das defekte T-Stück Zollmaße aufwies, er hatte nur metrische Teile an Lager!!!
Überlegt das mal: wir sind in GB, alles wird in Meilen und Yards angegeben und jetzt ist es andersrum. Wir haben die Zoll und „die“ haben die mm! Wir nahmen trotzdem ein 6mm-T-Stück mit und siehe da, es passte!
Erleichtert starteten wir den Kompressor und es passierte – nichts! Gunter kontrollierte, der Adapter hielt dicht, die Zischgeräusche kamen nun aus dem Kompressorgehäuse. Sch…. Wieder eine Werkstatt suchen. Die Tankstelle verwies uns an einen KWIK-STOP, der kümmerte sich aber nur um Reifen und Ölwechsel, und schickte uns zurück tief ins Industriegebiet zu einem anderen Autoservice. Wieder Kreisel! Wieder heftiger Samstagvormittagverkehr! Was war nur los in dieser Stadt??
Tarbat Ness, Schottland
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Regen, Wellen, Wolken
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Die Pumpe war an Überlastung gestorben
Auch dieser konnte uns nicht helfen, hatte aber gerade einen Mercedes-Techniker als Kunden, der sich nach Schilderung des Sachverhalts des Problems annahm und unters Womo kroch. Er zerlegte und zeigte uns die Pumpe, dabei erklärte er uns in breitem Schottisch, dass sie leider an Überlastung und Alter verstorben war.
Er wollte an das jetzt freie T-Ende ein Reifenventil zum Aufpumpen anbringen, Gunter hatte aber eine bessere Idee. Am Armaturenbrett ist ein Ventil, um Überdruck abzulassen, hier kann man auch aufpumpen. Ein kleiner Ersatzteilladen gegenüber verkaufte uns ein gerades Verbindungsstück für ein Pfund, und wir besorgten uns einen kleinen Kompressor mit Zigarettenanzünderanschluss in einem Geschäft auf der anderen Straßenseite (ein Gewerbegebiet ist doch für was gut). Und siehe da, es funktionierte. Wir schauen zwar immer noch ängstlich auf die Druckanzeige, aber bis jetzt bleibt alles stabil. Und das Beste war, der Mercedes-Mann wollte nichts fürs Helfen haben, wir hatten liebe Mühe, ihm wenigstens einen unserer Kalender zu geben, den er dann freudig annahm.
Die ganze Aktion hatte weit über Mittag hinaus gedauert, jetzt wollten wir uns wenigstens die Stadt ansehen, obwohl sie laut Reiseführer nicht unbedingt Womo-freundlich beschrieben ist. Wir gurkten genervt über eine Stunde kreuz und quer auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit durch die Stadt. Es blieb nur die Wahl, fünf Kilometer vom Zentrum entfernt zu parken, oder auf dem Supermarktparkplatz. Nur war dieser brechend voll, kein Platz für Womos. (Am nächsten Tag fand ich auch raus, was da los war in Inverness und war sowas von enttäuscht…. Aber das kommt ja erst morgen:-)
Endgültig frustriert verliessen wir Inverness und hielten in strömendem Regen auf dem Rastplatz der Tourist-Information auf der anderen Seite der Moray-Firth-Brücke. Wir wollten das Regenende abwarten -haha! witz komm raus – und dann weiterplanen. Speck, Eier und Toast sorgten für etwas bessere Stimmung, und ich bat noch einen Motorradfahrer, Rick, herein, der im Regen auf einen Kumpel wartete. So verflog die Zeit und irgendwann auch der Regen. Zwischenzeitlich arbeiteten wir am Blog, ich schrieb und übertrug die Texte und Fotos in das Blog (Michael – ich habs korrekt:-) Wir entschieden, zum 70 km entfernten Leuchtturm von Tarbat Ness zu fahren, den wir beim ersten Anlauf nur in dichten Regenwolken erlebt hatten. Zwar war es immer noch stark bewölkt, die Wolkendecke war aber deutlich strukturiert und die Sonne schickte hier und da ein paar Strahlen durch. In kurz, perfekte Fotokulisse.
[red_box]Ursache und Wirkung von defekten Kleinteilen
Das ganze Drama begann damit, dass die Luftfederung anfing, langsam aber ständig Druck zu verlieren. Normalerweise hat es ausgereicht, einmal morgens den Druck auf den Sollwert aufzupumpen, aber in den letzten Wochen mussten wir mehrmals täglich korrigieren. Ein Blick unters Womo zeigte, dass ein T-Verbinder-Stück der Luftleitungen undicht war. In den westlichen Highlands war so ein kleines Teil nicht zu bekommen, und die Situation verschärfte sich permanent, dass wir auch während der Fahrt aufpumpen mussten, was absolut nicht empfohlen ist.
Anscheinend hat die Halteschraube des Schwingarms beim Niedrigdruckfahren immer wieder Schläge abbekommen, als sie mit dem Träger kollidierte. Es war sowieso keine Originalschraube, wir hatten sie vor einigen Jahren in Nordschweden ersetzen müssen, als sie mitten im Nichts gebrochen war. Jedenfalls tat es auf der Straße nach Skye einen Schlag und Scheppergeräusche erklangen unter dem Fahrzeug, die sich aber bald wieder legten. Wir wissen jetzt, dass das ein erneuter Bruch der Schraube war. In diesem Zustand gurkten wir zum Neist Point, Auf dem Rückweg verabschiedeten sich die Schraubenreste mit einem Schlag am Womo-Boden vollends und der Schwingarm sackte komplett ab.
Mit Müh und Not und Schleifgeräuschen hatten wir einen Seitenweg erreicht und den ADAC informiert. Ein Techniker wurde geschickt und reparierte provisorisch, dass wir zur Werkstatt fahren konnten, wo die Aufhängung wieder Instand gesetzt wurde. Nur dass das Luftleck immer noch existierte.
Hierauf kam es zu der Odyssee durch die Industriegebiete von Inverness bis zur notdürftigen Reparatur des Druckluftsystems.
Im Rückblick sieht es aus, dass das lecke Verbindungsstück für den Druckabfall der Hinterachsluftfederung sorgte, was zumindest mitverantwortlich für den Bruch des Schwingarms war. Das fehlende Ersatzteil führte zur permanenten Überlastung und resultierte im Zusammenbruch des Kompressors. Kleine Ursache, große Wirkung!
[/red_box]
Ja, der Tag endete jedoch ziemlich gut. In Tarbat Ness zeigten sich grandiose Regenwolken durch deren kleine Lücken strahlende Sonnenscheinstreifen auf das dunkle Meer fielen. In Kombination mit den Wellen, die bei Ebbe auf den freiliegenden Tang knallten, ergab das wunderbare Motive. Ich konzentrierte mich also auf die Meeresküste und lies den Leuchtturm unfotografiert hinter mir liegen. Den wollte ich am nächsten Morgen nochmal intensiv ablichten.
Wir beobachteten Vögel, die sich an einer Fütterungsstation gleich vorm Mobil zahlreich eingefunden hatten. Der Regen setzte doch bald wieder ein, es wurde auch ziemlich dunkel. So schliefen wir aufgrund des plätschernden Lärms eher unruhig, doch beruhigt bezgl der provisorisch guten Wohnmobilreperatur!
Tarbat Ness, Schottland
Von Glenn Brittle über Inverness und Culloden Moor – die Luftfederungs-Odyssee
Vormittags ließen wir uns in Glenn Brittle Zeit, weil das versprochene Ersatzteil erst gegen Mittag eintreffen sollte. Gunter hatte wieder eine schlaflose Nacht hinter sich, Horden blutgieriger Midges hatten ihm wieder zugesetzt. Diese Biester lassen sich nicht durch normale Mückengaze aufhalten, und quetschen sich sogar durch die Fensterdichtungen. Also sitzt man nachts entweder im Mief oder wird ausgesaugt.
Blumenwiese und Strand
Gunter hatte Angst das Mobil zu verlassen, denn die Stiche setzten ihm gewaltig zu und er wollte keine neuen riskieren. Ich hatte „Hummeln im Hintern“ mußte raus, denn es war zwar etwas windig, doch relativ warm. Ohne dicken Pulli konnte ich es draußen aushalten. So fotografierte ich wieder die weitläufige, wunderschön lebendige, vor Hummeln nur so surrende, Blumenwiese. Zur Kamille gesellten sich nun noch kleine gelbe Blümchen (muß ich später nachsehen, wie die heißen) und ich lief, fotografiert und genoss. Naß war es, es hatte ja die ganze Nacht über geregnet. Da mir das Gras und die Blumen fast bis zu den Oberschenkeln reichten, war ich auch bis oben hin so richtig klatschnass. Dann lief ich noch ausgiebig über den schwarzen Strand, fand dort seepockenbesetzte Felsen und Muster wo sich heller und dunkler Sand vermischten.
Ersatzteil und Enttäuschung
Na ja, frohen Mutes machten wir uns auf nach Portree, um das Ersatzteil in Empfang zu nehmen. Aber Riesenenttäuschung: es war nichts da! Nach wiederholtem Nachfragen kristallisierte sich heraus, dass wohl ein falsches Teil geschickt worden war. Das richtige sollte dann etwa nächste Woche oder später oder gar nicht eintreffen. Voll frustriert durften wir die Panoramastraße von Mallaig abhaken und machten uns umgehend auf den Weg nach Inverness. Größere Stöße wurden jetzt nur noch über die Gummipuffer in der Luftfederung abgefangen. Wegen der ebeneren Wegstrecke fuhren wir am Loch Ness entlang an den Touristenfallen vorbei.
Morgens sah’s kaum anders aus…. Immer noch Regenwolken
Der Strand mit schwarzem und weißem Sand
Ein Highland Rind
Eilean Donnan und die passende Musik dazu
Abends beim Battlefield Culloden
Eine Hütte am Rand des Schlachtfeldes
Eine Hütte am Rand des Schlachtfeldes
Dudelsack
Das schottische Nationalinstrument, der Dudelsack, ist weltbekannt, trotzdem scheint niemand so genau zu wissen wo er ursrünglich eigentlich herkam, es wird vermutuet dass ausländische Händler ihn einst aus östlichen Ländern mitgebracht haben, oder dass römische Soldaten sie aus Südeuropa anschleppten.
Im 15. Jahrhundert wurde er zum Lieblingsinstrument vieler gälischer Clansherren, die seinen furchterregended Klang und seine unglaubliche Lautstärke in der Schlacht dazu nutzten die Herzen ihre Feinde mit Angst zu füllen. Dies endete 1747 nach den jakobitischen Erhebungen mit dem strickten Verbot der Engländer, dass „Kriegsinstrument“ zu nutzen.
Heute ist der Dudelsack bei unzähligen Festivals, Feiern und manchmal auch einfach so am Straßenrand immer wieder zu bewundern. Beim Castle Eilean Donnan paßte die Musik perfekt!
Schottenrock
Der traditionelle keltische Schottenrock existiert seit tausenden von Jahren, er war schon bei den alten Römern als ein typisch schottisches Kleidungsstück bekannt. Zu diesen Zeiten waren die Kilts noch nicht gemustert, sondern von einem einfarbigen grün oder braun, abgesehen davon hatten sie mit den heute getragenen Exemplaren viel gemein. Die Clanskrieger der Highlands nutzen ihren Rock um im rauen Klima der Hochebenen zu überleben, so diente er in kalten Nächten als Bettdecke, oder als Zeltplane zum Schutz gegen den Regen. Nach den jakobitischen Aufständen 1747 wurden das Tragen eines Kilts unter Androhung von Gefängnisstrafe und Deportation von den Engländern verboten.
Trotz aller Mühe und Aufregung, hatte ich ein absolut geniales Gespräch mit zwei Reisenenden, einem Sohn der seiner Mutter Schottland zeigte. Wir hielten am Eilean Donan Castle, schauten uns kurz um, genossen die Dudelsack Musik, gingen aufs Klo und die beiden im Mobil waren so nett, dass wir direkt ins Gespräch kamen und bestimmt 10-15 Minuten angregt schätzten. Mir tat das so gut!
In Inverness hatten wir zunächst größte Mühe, die Zentrale des Ladens überhaupt zu finden, und es war schon weit nach Geschäftschluss. Also wieder raus aus dem Industriegebiet, noch kurz das nötigste eingekauft und auf dem Besucherparkplatz der Culloden Memorial Site übernachtet. Ich schlief übrigens gar nicht gut an dieser Stelle – die Geschichte holte mich wohl ein.
Culloden Moor 1746
Die Jakobiten unter Prince Bonnie Charlie marschierten 1745 mit ihrer Highland-Armee siegreich Richtung London, um die Stuarts wieder auf dem schottischen Thron zu etablieren. Tragischerweise verloren viele der Clan-Chiefs kurz vor der Einnahme Londons die Lust am Krieg und kehrten um.
Die Engländer stellten schleunigst eie Armee unter dem Herzog von Cumberland auf und verfolgten die heimwärts ziehenden Schotten. Im Moor von Culloden vor Inverness kam es zur entscheidenden Schlacht. Die stark geschrumpfte Highland-Armee, viele Krieger hatten ihr den Rücken gekehrt und waren nach Hause gegangen, war seit Wochen auf der Flucht vor den Engländern. Diese ruhten sich aus, sammelten Kräfte und warteten auf einen günstigen Zeitpunkt, während die gehetzten Highländer Probleme mit der Versorgung und der Erschöpfung hatten. Zudem wählte Bonnie Prince Charlie fatalerweise die Ebene von Culloden aus, um sich den Engländern entgegenzustellen, was der englischen Artillerie und Reiterei sehr gut zu Pass kam. Die Schotten hätten besser versucht, die Engländer in gebirgige, bewaldete Gebiete zu locken, was ihrem Kampfstil mehr entgegengekommen wäre.
So standen 12000 Engländer und 4-5000 Highländer gegenüber. Nach nur einer Stunde waren 1200 Schotten tot und die Schlacht geschlagen. England war der Rebellionen müde und legte den Schotten schwerste Sanktionen auf. Die schottische Selbstbestimmung und Kultur war zerstört.[/yellow_box]
Talisker Distillerie, Glenbrittle Camping
Wir wollten ja nicht viel fahren ohne die Federung, so trödelten wir und beobachteten dabei all die Menschen, die aus den Touristenbussen an dieser Stelle abgeladen wurden. Tausende eher langweilige Fotos wurden von den Franzosen und Japanern vor den Klippen aufgenommen. Es war schon toll, einfach mal zu schauen. Wir spielten dann wieder Karten, tranken Kaffee und überlegten was wir weiter machen würden.
Zuerst nach Portree. Da wir kein Handyempfang hatten – schon die ganze Zeit ist das übrigens ganz übel, entweder ganz schwach, so dass wir nur mit viel Mühe und Geduld mails abrufen konnten oder – wie hier – gar nicht. DAs wäre jetzt ganz praktisch gewesen, wir hätten nämlich bezgl dieses kleinen Ersatzteils recherchieren können. In Portree bekamen wir die gute Nachricht, dass exakt das gleiche Teil unterwegs sei. Es käme sehr sicher morgen an!
Wie schön! Da würden wir doch warten.
So machten wir uns auf, immer den Blick auf die Straßenqualität – jetzt bitte keine zu holprigen und engen, steilen Straßen mehr – zur Talisker Distillerie! Das Wetter war trüb und grau, es nieselte und das war der optimale Zeitpunkt endlich eine Distillerie zu besichtigen.
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Wohnmobil Panne und Wanderung zum Old Man of Storr
Schon früh machte ich die Familie mobil. Ich wollte vor dem Touristenansturm wieder von der einspurigen, teilweise relativ steilen Straße wieder weg sein. Und das war auch gut so, denn als wir um 8:00 Uhr das letzte Stück fuhren kamen uns einige Fahrzeuge, meist Baustellenkleinlaster entgegen gebraust. Das steile Schotterstück pakten wir recht gut. Doch nach einer Weile, glücklicherweise auf einer guten, breiten Straße schebberte das Wohnmobil ganz gewaltig. Das hörte sich absolut gar nicht gut an. Sicher sprühten wir hinten Funken, denn wir stellten schnell fest, dass der Schwingarm der Luftfederung verbschiedet hatte und auf dem Asphalt schleifte. Wir kamen uns in etwa so vor wie bei Top Gear, wo auch immer mal wieder Fahrzeuge mit Funken und machtigem Krach auseinander fallen – doch diesmal fanden wir es nicht lustig. Bis nach Portree wären es noch 11 km, Gunter sicherte das Teil etwas, wir fuhren langsam weiter. Doch schon nach nur wenigen Metern schebberte es noch lauter. Nein, das würden wir so nicht schaffen, wenn wir weiter führen wäre womöglich noch mehr defekt??
Ich stieg aus, ein Adler wurde von zwei Krähen verfolgt und er wehrte sich artistisch. Und ganz nah noch dazu. Was für ein blöder Moment für so ein Erlebnis. Das Handy zeigte kein Signal, noch blöder – kein Handynetz. Ich hielt einen Schreinerwagen an, der konnte uns aber auch nicht helfen. Wir sollten etwas die Straße lang laufen, da gäbe es sicher wieder Netz, das wäre hier etwas „patchy“ – löchrig. So lief ich also entlang der Straße….
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Neist Point , ganzer Tag Sonne pur
Gunter meinte, da wir eh in der Nähe des Neist Points mit dem besonders fotogenen Leuchtturms auf der Landzungen wären, sollten wir da zuerst hinfahren. Ich hätte ganz gern gesehen, wie wir die Luftfederung evtl reparieren könnten, denn gestern hielt der Druck nur noch wenige Minuten.
Gunter hatte abends noch versucht, das kleine blöde T-Stück mit Silikon abzudichten. Der Erfolg war ungewiss…
Auch diese Straße war wieder eng, gewunden, teilweise sehr steil und das bei frischem Teer mit losem Rollsplitt! Uff, ich dachte mir schon, dass es wohl besser gewesen wäre, gegen Nachmittag her zu kommen.
In Anbebtracht der Straße und der unglaublichen Schönheit der Region war ich dafür, hier zu übernachten. Am Parkplatz stand, dass es verboten wäre, doch weiter entlang des Pfades fanden sich ein paar ebene Stellmöglichkeiten. Wir liefen zum Leuchtturm hinunter. Das Licht war zwar nicht sonderlich fotogen, doch die Wolken außergewöhnlich schön. Wir hatten alle viel Spaß, die Sonne schien, was wehte eine angenehme leichte Brise, genug um kleine Blutsauger zu verscheuchen, es gab viel zu sehen, nette Gesprächspartner und einen genialen Leuchtturm. Amy und Noah fanden viel Spaß an den Klettertouren durch das Felslabyrinth, wir fanden sie teilweise gar nicht mehr, weil sich das „Klettergebiet“ sehr weit zieht.
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