Das Leuchtturmbuch
Natürlich statten wir dem Leuchtturm von Hoburg am nächsten Morgen einen weiteren Besuch ab. Dicke weiße Wolken hängen tief am Horizont. Die hingen gestern da noch nicht. Ist das nicht schön. Wir fotografieren wie am Tag zuvor und ich unterhalte mich wieder mit Barbro. Sie liebt das Meer und ist selbst auf einer langen Tour entlang der schwedischen Küste. Sollte ich vielleicht auch mal ein paar Wochen einen Leuchtturm betreuen? Irgendwo habe ich gelesen, dass hin und wieder Voluntäre gesucht werden.
Barbro zeigt mir einen Bildband über Gotlands Leuchttürme. Und nach Leuchttürmen mag ich Bücher über Leuchttürme am zweitliebsten. Ich würde es gern kaufen, aber es ist nicht mehr im Druck und nur schwer zu finden. Wie cool, dass ich mich an mein neues Smartphone in meiner Hosentasche erinnere. Ich fotografiere schnell die englischsprachigen Seiten über den Hoburg Leuchtturm und speichere sie in mein digitales Notizbuch.
Jedenfalls steht zum Hoburg Leuchtturm interessantes Zeugs drin. 1741 bereiste Karl von Linne die Inseln Öland und Gotland. Er vermerkte in seinem auf schwedisch verfassten Reisebericht, dass es sinnvoll wäre, im Süden Gotlands einen Leuchtturm zu errichten. Erst einhundert Jahre später wird der Bau des Leuchtturms bewilligt.
Bei Nebel gab es ein Detonationssignal mit TNT
In Zeiten vor der Elektrizität wurde bei Nebel alle fünf Minuten TNT gezündet, um die Schiffe zu warnen. Das nannte sich Detonationssignal. Der Leuchtturmwärter konnte immer zwei Geschosse laden und schoss sie dann nacheinander ab. Wenn es mal hektisch wurde, weil der Wärter im Wetterbericht hinterherhinkte, klappte das Befüllen mit TNT nicht so exakt, dann passierte es auch einmal, dass die Fenster bei einer zu starken Explosion zerbarsten. Das scheint ja ein richtig aufregender Job gewesen zu sein. Ab den fünfziger Jahren wurde das TNT von einem elektrischen Nautophon abgelöst.
Neben dem Leuchtturm wohnt ein »Wetterbeobachter«, der auch nach dem Leuchtturm schaut. Leider fand ich niemanden für ein Interview vor. Ich werde also die Augen aufhalten, das Gotländer Leuchtturmbuch möchte ich unbedingt haben.

Sandsteinmuseum

Unser Womo auf dem Feldweg

Sandsteinmuseum

Feldweg entlang der Küste

Hoburg Leuchtturm mit Wolkenbergen

Hoburg Leuchtturm mit Wolkenbergen

Ein Baum am Meer
Valar Leuchtturm an der Südwestküste Gotlands
Wir wählen für die Weiterfahrt eine Route entlang der westlichen Küste. Dabei halten wir bei einem kleinen Sandsteinmuseum. Bei der Fahrt entlang des Meeres erfreuen wir uns am tiefen strahlenden Blau des Wassers und des Himmels.
Den nächsten Leuchtturm Valar finden wir nicht auf Anhieb. Er hat sich gut versteckt. Die Straßen sind enge Feldwege. Vom Womo aus sehen wir keinen Leuchtturm, nicht mal bis zu Wasser können wir wegen dem niedrigen Baumbestand schauen. Wir finden aber einen Trampelpfad und wandern in der grellen Sonne los. Es ist extrem trocken. Das Gras knirscht unter unseren Schuhen. Wir schwitzen. Aber Grindel freut sich. Sie hüpft und springt im Gebüsch herum, rennt permanent vor uns zurück. Ein glücklicher Dackel ist ein erhebender Anblick.

Gunter, Amy und Grindel auf der kurzen Wanderung

Ostsee

Kunst? am Grillplatz

Der Leuchtturm Valar

Der Leuchtturm Valar in den Bäumen

Der Leuchtturm Valar reiht sich wunderbar in die Baumreihe ein

Dackel Grindel und Leuchtturm Valar
Immer am Meer entlanggehend müsste der kleine 1889 erbaute Leuchtturm doch zu finden sein. Und siehe da, bald steht er vor uns, integriert in eine Baumreihe. Grandios ist das weiße Türmchen nicht, aber der Himmel ist es. Wolken hängen massig und trotzdem luftig leicht am blauen Himmel. Durch die Bäume hindurch glitzert die klare Ostsee. In der Ferne dreht eine Horde von Windmühlen gemächlich ihre Rotoren. Wir sind allein und fotografieren ausgiebig. Auch Grindel muss hier wieder als Model herhalten.

Der Leuchtturm Valar schaut über die Ostsee, Gotland
Auf dem Rückweg achten wir mehr auf Details in der Landschaft. Wilde Apfelbäume hängen voller gelber Früchte, Beeren in den Hecken laden zum Naschen ein, und überall drumherum trockenes Gras und Dornengestrüpp.
Den Leuchtturm Faludden verlassen wir ohne Foto
Und weiter geht unsere Tour Richtung Nordwesten nach Faludden. Wir haben den nächsten Leuchtturm auf der Karte gefunden, werden aber mächtig enttäuscht. Der Turm ist recht klein, aber ästhetisch geformt. Dummerweise steht er in militärischem Sperrgebiet und der hohe Stacheldrahtzaun ist nur so mit Fotografierverbotssschildern bestückt. Ich traue mich so nicht, zu fotografieren, finde auch keinen Ansprechpartner, den ich um Erlaubnis fragen könnte. So trinken wir einen Kaffee, spielen eine Runde Romee und fahren unverrichteter Dinge wieder weg. Merke, der Faludden Leuchtturm lohnt sich nicht.

weiter Blick – kleine Windmühle

Die Wolken kommen
Der Leuchtturm När
Die Sonne lacht noch immer vom Himmel, und unsere Tour geht direkt weiter. Zum schönsten Leuchtturm Gotlands, dem rot-weißen Leuchtturm bei När. Das ist tatsächlich ein richtiger Bilderbuchleuchtturm. Die Anfahrt dahin ist schon ein Erlebnis. Plötzlich wird das Land so karg, die Bäume so klein, dass wir uns in ein völlig anderes Land versetzt fühlen. Wäre eine Giraffe vorüber gelaufen, hätte ich mich nicht gewundert. Die Weite dieser Steppe ist Balsam für die Augen. Der Feldweg ist mit Kalkstein geschottert, weiß und grell schlängelt er sich auf den Leuchtturm zu. Wir entdecken schon Fotomotive, lange bevor wir den Leuchtturm erreichen.

Steppe beim Leuchtturm När

Der weiße Feldweg führt zum Leuchtturm När
Noch sind einige Leute am Leuchtturm, aber die verziehen sich bald. Jetzt sind wir allein und können ohne störende Menschen fotografieren. Das Licht ist perfekt, sanft mit hellen Wolken. Doch schon zieht von Norden her eine dichte Wolkendecke zu uns rüber. Noch schnell ein paar Bilder, dann können wir ohne schlechtes Fotogewissen unser Abendessen kochen.
Nach dem Essen spielen wir wieder Karten. Ich bin wie immer nervös und aufgekratzt, und laufe trotz dichter werdender Wolkendecke mit der Kamera über das karge Gras. Am Horizont spannt sich ein heller Streifen, da könnte die Sonne später unter den Wolken durch scheinen. Ich bin darauf vorbereitet und das ist auch gut so. Plötzlich glüht der Himmel feurig für ein paar Minuten grell rot-orange auf. Perfekt!

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

När Leuchtturm, Gotland

Blümchen und Leuchtturm När

Unser Womo und Leuchtturm När

Weg zum Leuchtturm

Weg zum Leuchtturm

Amy und Womofenster mit Leuchtturm

Dackeln Grindel und Leuchtturm

Spiegelung im Leuchtturmwärterhaus

Leuchtturm När mit Wolkenfront, die Regen bringt
So schnell wie das Feuerwerk begonnen hat, ist es vorbei. Es wird trist und dunkel, und es fängt an zu nieseln. Wir parken hinter dem Leuchtturm und ich würde gerne Nachtaufnahmen machen. So aber wird das nichts. Es regnet sich ein, was eigentlich auch gut ist, denn ich bin müde. Ich schlafe mit Blick auf das Leuchtturmlicht ein .
Übrigens gibt es zu diesem Leuchtturm auch eine Menge spannende Stories. Das erzähle ich im nächsten Blogpost.

Sonnenuntergang am Leuchtturm När

Die Sonne war schnell weg, graue Wolken blieben übrig
Die schwedische Insel Gotland
Weitere Leuchttürme am Vänern – Schweden
Wir besichtigten soviele verschiedene Leuchttürme und erlebten soviel wohltuende Natur, dass wir im Reisebericht zwei ganze Tage ganz vergessen haben. Die waren extrem „Leuchtturmreich“, deswegen liefern wir sie nach und berichten dann weiter über die Ostseeinsel Gotland.
Leuchtturm Duseudde
Nicht weit vom traumhaften Leuchtturm Stavik entfernt findet man den Leuchtturm Duseudde. Im Wald hinter einem großen Campingplatz steht der Turm auf einem Haus indem sich auch ein Restaurant befindet. Viele Urlauber laufen hier über die glatten Felsen und wandern zum Restaurant. Wir schauen uns um, gehen hinunter ans Wasser und fotografieren den Leuchtturm von allen Seiten. Die Wolken sind gigantisch und extrem fotogen. Es macht Spaß im sonnigen Wetter. Ich springe nach vorne auf die Felsen um auch etwas Wasser ins Foto zu bekommen, dann mache ich mich auf den Rückweg zu Amy und Grindel nur 10 m von mir entfernt. In den zwei Minuten hatte sich eine ca. ein Meter lange Kreuzotter auf den Weg zu den warmen Felsen gemacht. Sie schlängelt sich in einer wahnsinns Geschwindigkeit in eine der Felsspalten. Für Grindel wäre eine solche Schlange gefährlich, wir passen jetzt noch mehr auf.
Klick auf die Fotos für Bildunterschriften und eine größere Ansicht.
Die schwedischen Binnensee-Leuchttürme sind wahrlich kein Muster an leichter Erreichbarkeit. Die Hauptverkehrsstraßen verlaufen in respektvoller Entfernung von den Seeufern. Wir fahren über kleine Sträßchen, Schotterwege und Feldwege durch waldreiches Gebiet, damit wir mit Navi-Unterstützung überhaupt in die Nähe der Leuchtfeuer kommen.
Gälle Udde am Westufer des Vänern
Auf dem Weg zum Turm von Gälle Udde am Westufer des Vänern spielt sich genau dieses Szenario ab. Bis wir mit unserem Wohnmobil vor einer Schranke halten. Die Weiterfahrt ist nicht erlaubt. Den letzten Kilometer schleppen wir unsere Kameraausrüstungen zum Seeufer. Das macht nicht wirklich Laune, denn der Himmel ist bedeckt und es nieselt leicht. Schwer abzuschätzen, ob sich die Mühe überhaupt lohnt. Unser Dackel freut sich jedenfalls über einen ausgedehnten Spaziergang. Na gönnen wir es ihr.
Der kombinierte Feld- Waldweg endet, wie soll es anders sein, an einem Privatgelände mit Sommerhaus. Zwischen Wohnhaus und Schuppen ragt der vielbeinige rote Leuchtturm über die Baumwipfel. Wir versuchen, die Besitzer zu kontaktieren aber niemand ist zuhause. Ein Auto ist auch nicht zu entdecken.
Der Nieselregen hat sich zwischenzeitlich verkrümelt, zwischen den schnell dahinziehenden Wolken klaffen blaustrahlende Lücken, und dann bricht tatsächlich die Sonne durch. Belohnt für das Warten, haben wir perfekte Lichtbedingungen gegen dunklen Wolkenhintergrund. Wir fotografieren los, was das Zeug hält, während Grindel aufgeregt mit der Nase am Boden über das Gelände und an der felsigen Küste wuselt. Bevor uns die rechten Zeigefinger abfallen, packen wir unseren Kram wieder zusammen und wandern zurück. Auf dem Rückweg verlieren wir Grindel fast. Sie entdeckt etwas Interessantes im Gebüsch und verschwindet für mehrere Minuten. Das hatten wir noch nicht. Wir machen uns gerade Sorgen, da taucht sie wieder auf.
Wegweiser zum Leuchtturm
rote und drahtig, der Gälle Udde Leuchtturm
Die Küste des Vänern
endlich kommt die Sonne raus, Gälle Udde Fyr
Der Leuchtturm in den Bäumen – Hjortens Udde
Ein weiterer Leuchtturm weiter südlich will noch von uns entdeckt werden. Wir fahren ein kurzes Stück auf der Hauptstraße bevor wir uns wieder in die Büsche schlagen. Irgendwann hört der holprige Weg auf. Wir stehen vor einer verschlossenen Einfahrt, es ist kaum Platz zum Wenden, geschweige denn zum Parken vorhanden. Notdürftig klemmen wir unser Mobil ins Gebüsch am Straßenrand und suchen den Leuchtturm von Hjortens Udde, was übersetzt in etwa das Kap der Hirsche heißt. Der eckige, spitz zulaufende Holzturm steht direkt vor uns, im dichtesten Wald. Kein Platz, um den Leuchtturm anständig ins Bild zu setzen. Ich fotografiere trotzdem, in Hecken eingezwängt. Der See ist an dieser Stelle besonders tückisch. Der Leuchtturm wurde 1852 errichtet, als nach der Eröffnung des Göte Kanals reger Bootsverkehr aufkam.
Außer uns sind noch ein paar Leuchtturmfans da. Die haben auch einen Hund und tun sich genauso schwer mit der Fotografie wie wir.
Hier sind noch weitere Infos auf schwedisch im Fyr Wiki.
Lidköping
Spät Abends erreichen wir dann Lidköping. In der Nähe des Hafens stellen wir uns neben ein schwedisches Wohnmobil. Jetzt ist erstmal Schluss mit Natur. In der Stadt findet ein Straßenrennen statt. Wir hören nicht nur das Heulen der Autos, wir riechen heißen Gummi und die Bremswolken ziehen zu uns herüber. Das ganze Gelände ist industriell. Wir laufen zum Leuchtturm auf der Mole. Das Wasser des Vänern ist klar. Also doch ein wenig heile Natur. Das Licht ist super und wir fotografieren auch, wenn wir super müde sind. Der Tag war lang. Erst als es dunkel ist, gönnen wir uns was zu essen. Dann hört auch der Lärm des Rennens auf und es wird ruhig. Die Sterne funkeln. Es soll ne Menge Sternschnuppen geben. Ich schau immer wieder raus, aber es ist so richtig kalt. Die Temperatur geht auf 6 ° C runter und ich schlüpfe müde unter die Bettdecke. Grindel kuschelt, was gut ist, denn sie wärmt mich.
Lidköping
Hier eine schöne Seite zu den Leuchttürmen in Schweden.
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen
Radtour durch die französischen Alpen, die ersten Tage. Ein Reisebericht von Esra
Ich werde diesen Blogbeitrag mal in einem anderen Format als üblich verfassen, denn ich habe auf meiner letzten Reise mein Tagebuch in Form von Audioaufnahmen gespeichert, die ich hier direkt einfügen kann.
Kurz zu meiner Reise: Einer meiner Kommilitonen, der Falk, fragte mich vor einigen Wochen, ob ich mal Lust auf eine Radtour durch die Alpen hätte. Klar! Wieso denn nicht? Also planten wir ein bissschen, packten unsere Sachen, und nahmen den Zug nach Lausanne, einem schönen und bestimmt sündhaft teuren Ort am Nordufer des Genfer Sees. Von dort aus fuhren wir nach Martigny, wo momentan ein Freund meiner Familie wohnt (wer den Reisebericht zu Litløy Fyr gelesen hat kennt Nicolas vielleicht noch). Auf dessen Couch crashten wir, bevor wir am nächsten Tag in die Berge fuhren. Dort beginnt der Reisebericht. Viel Spaß beim Hören!
Letztendlich führte uns die Tour einmal durch die gesamten französischen Alpen, nach Nizza. Von dort fuhren wir wieder heim.
(Ich rede etwas leise, da wir direkt hinter einem Haus zelteten und die Leute, die uns die Stelle angeboten hatten, nicht stören wollten)
Der Tag der Leuchttürme – vom Süden Gotlands bis zur Mitte
Das Leuchtturmbuch
Natürlich statten wir dem Leuchtturm von Hoburg am nächsten Morgen einen weiteren Besuch ab. Dicke weiße Wolken hängen tief am Horizont. Die hingen gestern da noch nicht. Ist das nicht schön. Wir fotografieren wie am Tag zuvor und ich unterhalte mich wieder mit Barbro. Sie liebt das Meer und ist selbst auf einer langen Tour entlang der schwedischen Küste. Sollte ich vielleicht auch mal ein paar Wochen einen Leuchtturm betreuen? Irgendwo habe ich gelesen, dass hin und wieder Voluntäre gesucht werden.
Barbro zeigt mir einen Bildband über Gotlands Leuchttürme. Und nach Leuchttürmen mag ich Bücher über Leuchttürme am zweitliebsten. Ich würde es gern kaufen, aber es ist nicht mehr im Druck und nur schwer zu finden. Wie cool, dass ich mich an mein neues Smartphone in meiner Hosentasche erinnere. Ich fotografiere schnell die englischsprachigen Seiten über den Hoburg Leuchtturm und speichere sie in mein digitales Notizbuch.
Jedenfalls steht zum Hoburg Leuchtturm interessantes Zeugs drin. 1741 bereiste Karl von Linne die Inseln Öland und Gotland. Er vermerkte in seinem auf schwedisch verfassten Reisebericht, dass es sinnvoll wäre, im Süden Gotlands einen Leuchtturm zu errichten. Erst einhundert Jahre später wird der Bau des Leuchtturms bewilligt.
Bei Nebel gab es ein Detonationssignal mit TNT
In Zeiten vor der Elektrizität wurde bei Nebel alle fünf Minuten TNT gezündet, um die Schiffe zu warnen. Das nannte sich Detonationssignal. Der Leuchtturmwärter konnte immer zwei Geschosse laden und schoss sie dann nacheinander ab. Wenn es mal hektisch wurde, weil der Wärter im Wetterbericht hinterherhinkte, klappte das Befüllen mit TNT nicht so exakt, dann passierte es auch einmal, dass die Fenster bei einer zu starken Explosion zerbarsten. Das scheint ja ein richtig aufregender Job gewesen zu sein. Ab den fünfziger Jahren wurde das TNT von einem elektrischen Nautophon abgelöst.
Neben dem Leuchtturm wohnt ein »Wetterbeobachter«, der auch nach dem Leuchtturm schaut. Leider fand ich niemanden für ein Interview vor. Ich werde also die Augen aufhalten, das Gotländer Leuchtturmbuch möchte ich unbedingt haben.
Valar Leuchtturm an der Südwestküste Gotlands
Wir wählen für die Weiterfahrt eine Route entlang der westlichen Küste. Dabei halten wir bei einem kleinen Sandsteinmuseum. Bei der Fahrt entlang des Meeres erfreuen wir uns am tiefen strahlenden Blau des Wassers und des Himmels.
Den nächsten Leuchtturm Valar finden wir nicht auf Anhieb. Er hat sich gut versteckt. Die Straßen sind enge Feldwege. Vom Womo aus sehen wir keinen Leuchtturm, nicht mal bis zu Wasser können wir wegen dem niedrigen Baumbestand schauen. Wir finden aber einen Trampelpfad und wandern in der grellen Sonne los. Es ist extrem trocken. Das Gras knirscht unter unseren Schuhen. Wir schwitzen. Aber Grindel freut sich. Sie hüpft und springt im Gebüsch herum, rennt permanent vor uns zurück. Ein glücklicher Dackel ist ein erhebender Anblick.
Immer am Meer entlanggehend müsste der kleine 1889 erbaute Leuchtturm doch zu finden sein. Und siehe da, bald steht er vor uns, integriert in eine Baumreihe. Grandios ist das weiße Türmchen nicht, aber der Himmel ist es. Wolken hängen massig und trotzdem luftig leicht am blauen Himmel. Durch die Bäume hindurch glitzert die klare Ostsee. In der Ferne dreht eine Horde von Windmühlen gemächlich ihre Rotoren. Wir sind allein und fotografieren ausgiebig. Auch Grindel muss hier wieder als Model herhalten.
Der Leuchtturm Valar schaut über die Ostsee, Gotland
Auf dem Rückweg achten wir mehr auf Details in der Landschaft. Wilde Apfelbäume hängen voller gelber Früchte, Beeren in den Hecken laden zum Naschen ein, und überall drumherum trockenes Gras und Dornengestrüpp.
Den Leuchtturm Faludden verlassen wir ohne Foto
Und weiter geht unsere Tour Richtung Nordwesten nach Faludden. Wir haben den nächsten Leuchtturm auf der Karte gefunden, werden aber mächtig enttäuscht. Der Turm ist recht klein, aber ästhetisch geformt. Dummerweise steht er in militärischem Sperrgebiet und der hohe Stacheldrahtzaun ist nur so mit Fotografierverbotssschildern bestückt. Ich traue mich so nicht, zu fotografieren, finde auch keinen Ansprechpartner, den ich um Erlaubnis fragen könnte. So trinken wir einen Kaffee, spielen eine Runde Romee und fahren unverrichteter Dinge wieder weg. Merke, der Faludden Leuchtturm lohnt sich nicht.
weiter Blick – kleine Windmühle
Die Wolken kommen
Der Leuchtturm När
Die Sonne lacht noch immer vom Himmel, und unsere Tour geht direkt weiter. Zum schönsten Leuchtturm Gotlands, dem rot-weißen Leuchtturm bei När. Das ist tatsächlich ein richtiger Bilderbuchleuchtturm. Die Anfahrt dahin ist schon ein Erlebnis. Plötzlich wird das Land so karg, die Bäume so klein, dass wir uns in ein völlig anderes Land versetzt fühlen. Wäre eine Giraffe vorüber gelaufen, hätte ich mich nicht gewundert. Die Weite dieser Steppe ist Balsam für die Augen. Der Feldweg ist mit Kalkstein geschottert, weiß und grell schlängelt er sich auf den Leuchtturm zu. Wir entdecken schon Fotomotive, lange bevor wir den Leuchtturm erreichen.
Steppe beim Leuchtturm När
Der weiße Feldweg führt zum Leuchtturm När
Noch sind einige Leute am Leuchtturm, aber die verziehen sich bald. Jetzt sind wir allein und können ohne störende Menschen fotografieren. Das Licht ist perfekt, sanft mit hellen Wolken. Doch schon zieht von Norden her eine dichte Wolkendecke zu uns rüber. Noch schnell ein paar Bilder, dann können wir ohne schlechtes Fotogewissen unser Abendessen kochen.
Nach dem Essen spielen wir wieder Karten. Ich bin wie immer nervös und aufgekratzt, und laufe trotz dichter werdender Wolkendecke mit der Kamera über das karge Gras. Am Horizont spannt sich ein heller Streifen, da könnte die Sonne später unter den Wolken durch scheinen. Ich bin darauf vorbereitet und das ist auch gut so. Plötzlich glüht der Himmel feurig für ein paar Minuten grell rot-orange auf. Perfekt!
So schnell wie das Feuerwerk begonnen hat, ist es vorbei. Es wird trist und dunkel, und es fängt an zu nieseln. Wir parken hinter dem Leuchtturm und ich würde gerne Nachtaufnahmen machen. So aber wird das nichts. Es regnet sich ein, was eigentlich auch gut ist, denn ich bin müde. Ich schlafe mit Blick auf das Leuchtturmlicht ein .
Übrigens gibt es zu diesem Leuchtturm auch eine Menge spannende Stories. Das erzähle ich im nächsten Blogpost.
Sonnenuntergang am Leuchtturm När
Die Sonne war schnell weg, graue Wolken blieben übrig
Die schwedische Insel Gotland
Hoburg Fyr im Süden Gotlands
Morgens kurz vor 9:00 Uhr begrüßt uns die Sonne und der Verkehrslärm. Klar, die montägliche Rush Hour ist im Gange. Etwas weiter Richtung Süden liegt ein ruhigerer Stellplatz, das merken wir uns für den nächsten Gotland-Besuch.
Visby
Noch müde von der kurzen Nacht schlendern wir durch Visby. Gestern war der letzte Tag des berühmten Mittelalterfestes. Reste dieses Events begegnen uns überall. Gestern haben wir die noch verkleideten Rückkehrer in Oskarshamn gesehen.
Die Altstadt von Visby hat einen ganz besonderen Charme. Die Gassen sind so eng, dass kaum ein Auto durchpasst. Nur Anlieger dürfen in die Stadt hinein, und das ist auch gut so. Auf dem Marktplatz stehen Stände mit Hemden, Schmuck, Honig und anderem Tand. Die schwarzen Türme einer der vielen Kirchen erheben sich über die Dächer der Häuser. Sie zieht uns in den Bann, denn sie hat ein bißchen was von einem Märchenschloss. Von einem Hügel schauen wir hinunter auf die Dächer und Giebel der Häuser, dahinter schimmert das blaue Meer. Ein frisches Lüftchen weht, die Sonne scheint. Das Leben ist schön! Jetzt kann es losgehen mit der Erkundung Gotlands.
Klick auf die Fotos für Bildbeschreibungen und eine größere Ansicht!
Der Leuchtturm Hoburg
Mit welchem Leuchtturm sollen wir anfangen? Vom schwedischen Leuchtturmverein hatte ich die Info bekommen, dass der südlichste Leuchtturm: Hoburg, als einziger geöffnet ist. Meine Idee ist es, dort an Infos zu den anderen Leuchttürmen heranzukommen.
Aber halblang – wir sind ja noch gar nicht dort angekommen. Gotland ist mit knapp 200 Kilometern Länge Schwedens größte Insel. Also nicht so überschaubar wie zum Beispiel Ouessant oder die Ile de Sein. Da müssen wir schon eine Weile fahren. Wir wählen eine Route entlang des Meeres. Am Rand einer kargen Wiese mit kleinen, windgebeugten Bäumen legen wir eine Kaffeepause ein. Die haben wir nötig, wir können kaum die Augen offen halten. Fünf Stunden Schlaf sind einfach zu wenig. Den Rest der zweistündigen Fahrt schaffen wir dann ohne Probleme.
Der Leuchtturm Hoburg sieht direkt toll aus, der weiße Schotterweg führt in einer gewundenen Linie direkt zu ihm hin. Ich parke das Mobil weiter unten am Weg, damit der große weiße Kasten nicht meine Bilder ruiniert.
Ich komme direkt mit der Leuchtturmbetreuerin ins Gespräch. Barbro liebt ebenfalls das Meer und die Leuchttürme – wir verstehen uns auf Anhieb bestens. Und mein Plan geht auf. Hier bekomme ich Infos über Gotlands Leuchttürme. Ich nehme jeden verfügbaren Flyer mit und kaufe mir Spielkarten mit Leuchtturmmotiven. Hier hätte ich auch das Fyrhandbuch des schwedischen Leuchtturmvereins kriegen können das ich in Stavik von Gunno gekauft hatte.
Gunter und Amy wollen nicht in den Leuchtturm, so klettere ich alleine hoch und schaue mir dabei an den Innenwänden die Fotos anderer Leuchttürme an. Die Aussicht oben ist nett, zu fast allen Seiten ist das Meer zu sehen.
Das typische Grindel Leuchtturmfoto – Hoburg, Gotland
Abends schlängelt eine klitzekleine Kreuzotter über den Parkplatz. Sie kriecht unter den Reifen.
Die Kreuzotter ist nicht größer als ein Regenwurm – trotzdem kann sie für Grindel gefährlich werden. Wir sind sehr auf der Hut! Die Schlange sucht Schutz vor der Sonne und kriecht in das Reifenprofil – ja, so klein ist sie. Ich lasse das Womo nach hinten rollen, sonst hätte es einen Kreuzotterkeks gegeben.
Wir bleiben noch ein Stündchen und stellen dann unser Mobil noch etwas weiter südlich auf einen größeren Parkplatz bei einem Restaurant, auf dem bereits zwei Mobile stehen.
Der Strand und die Felsenlandschaft hier fühlt sich wie eine karge Wüste an. Es hat auch den ganzen Sommer lang keinen einzigen Tropfen geregnet. Die Küste ist an dieser Stelle steinig und wir weiter im Süden felsiger. Wir sehen die ersten Raukare Gotlands und fotografieren eine ganze Weile. Wolken ziehen sich vor die Sonne, wir packen das Stativ ein und laufen zum Womo zurück. Kaum öffnen wir die Tür, da kommt eine Sonnenstrahl unter den Wolken hervor. Ich spurte los, wieder runter an den Strand und schieße schöne Felsen-Wellen-Sonnenuntergangsfotos.
Wir sehen die ersten Raukare auf Gotland ganz im Süden der Insel
touristische Steintürmchen
Ein wunderschöner Sonnenuntergang
Ein wunderschöner Sonnenuntergang
Wellen, Felsen und schließlich Wolken
Sonnenuntergang im Süden Gotlands
Die schwedische Insel Gotland
Gamla Linköping und Söderköping
Bevor wir uns Gotland und den dortigen Leuchttürmen zuwenden, statten wir unseren Freunden Maria und Magnus noch einmal einen kurzen Besuch ab.
Wir besichtigen die beiden pitoresken Städchen Gamla Linköping und Söderköping und machen uns danach auf dem Weg Richtig Oskarshamn zur Fähre nach Gotland.
Auf dem Weg nach Oskarshamn lernen wir den Familien- und Reiseblogger Hartmut kennen. Vor 16 Jahren zog er mit seiner Frau nach Schweden, um hier zu arbeiten. Die beiden sind geblieben, gründeten eine Familie und reisen gern durch die Welt. Ich schrieb öfters mal mit Hartmut in Facebook hin und her, jetzt wollen wir meinen Facebookfreund auch mal im richtigen Leben treffen. Hartmut und Barbara kamen gerade von einer sechswöchigen Tour zurück. Das trifft sich gut, denn Linköping liegt ziemlich genau zwischen Aksö und Oskarshamn. es passt also zeitlich und liegt auf unserer Reiseroute.
Hartmut; Barbara und Kids
Wir reden und tauschen uns ausführlich aus. Barbara hilft den Kindern bei der Produktion handgemachter Nudeln und wir lassen uns bei Kaffee die pralle Sonne auf den Pelz brennen.Bis es sich zuzieht und es sogar zu nieseln beginnt.
Gamla Linköping
Gamla Linköping, der historische Teil der Stadt liegt nur wenige Minuten entfernt. Historisch bedeutet in dem Fall nicht etwa, dass die Häuser an dieser Stelle gebaut wurden. In diesem Teil der Stadt sind alle historischen Gebäude gesammelt und neu aufgebaut worden. Die Stadtherren ließen Gamla Linköping quasi als Themenpark neu aufbauen. Diese Häuser werden sogar vermietet. Hartmut meint, dass die Nachfrage sehr groß und die Warteliste lang ist. Coole Idee, oder? So lebt der Ort. In der Hochsaison werden sogar Schauspieler angeheuert, die mittags die Bank ausrauben dürfen. Was für ein cooler Ferienjob: Bankräuber.
Wir verbringen eine ruhige Nacht am Straßenrand zum Park. Morgens frühstücken wir gemeinsam und kommen aus dem Reden nicht heraus. Die Zeit aber drängt. Barbara will am letzten Ferientag »klar Schiff« machen, wir weiter nach Süden Richtung Fähre aufbrechen.
Ich verlinke mal Hartmuts Reiseblogbeitrag zu Gotland
Gamla Söderköping – Filmkulisse für Madita
In der mittelalterlichen Stadt Söderköping legen wir auf Hartmuts Empfehlung eine Pause ein. Der historische Ortskern wurde für den Film „Madita“ als Filmkulisse genutzt. Das Wetter passt auch: blauer Himmel und feine, weiße Wölkchen. Wir flanieren mit zahlreichen anderen Touristen durch die geplasterten Gassen. Die dunkle mittelalterliche Kirche versuchen wir im grellen Sonnenlicht zu fotografieren. Die klassischen Holzhäuser aus dem 18. und 19 Jahrhundert sind dankbarere Motive.
Oskarshamn
Wir kaufen unterwegs noch ein und erreichen gegen Abend Oskarshamn, von wo aus die Fähre nach Gotland abgeht. Wir könnten theoretisch noch auf die Abendfähre, doch die Nachtfähre ist volle 200 Euro günstiger. Die Entscheidung fällt uns dadurch leicht. Wir kochen was Leckeres und schleppen Kamera und Grindel im Hafen herum.
Im Hafen von Oskarshamn
Im Hafen von Oskarshamn war es abends richtig schön
Im Hafen von Oskarshamn war es abends richtig schön
Die Fähre legt um kurz vor 24:00 Uhr ab. Es ist nicht viel Betrieb, alles verläuft planmäßig. Obwohl fast alle Sitzplätze leer sind, müssen wir in den Hundesalon, da wir den Dackel dabei haben. Der ist ausgerechnet gut besetzt. Grindel will wieder mal Boss spielen, und das tut sie lautstark kund. Sie bellt, wir schimpfen, sie wufft, wir reden mit ihr. So werden drei Stunden ganz schön lang. Am Ende der Tour hat sie sich einen neuen Namen verdient: Dezi-Bella. Wir sind ziemlich geschlaucht und hätten lieber Karten gespielt als uns geschämt.
Es ist frühmorgens um 3:00 Uhr, auf dem Park- und Rastplatz am Stadtrand von Visby stehen zahlreiche Wohnmobile und LKWs, wir stellen uns dazu obwohl da steht, dass man nur zwei Stunden bleiben soll, und fallen sprichwörtlich hundemüde in die Betten.
Übersichtsseite Wohnmobil Reise zu den schwedischen Leuchttürmen
Der Leuchtturm Stavik am Vänern
Der Leuchtturm Stavik
Es bleibt bedeckt. Wir erreichen den Leuchtturm Stavik auch über kleinste Straßen und Feldwege. Das Mobil parken wir erstmal im Wendehammer und laufen los, um zu schauen, wie der Leuchtturm aussieht. Vor dem kleinen Häuschen steht ein Auto, in der Werkstatt arbeitet jemand lautstark. Der Leuchtturm ist in Privatbesitz, ich schaue mich also um, damit ich fragen kann, ob wir fotografieren dürfen. Ich warte nicht lange, da kommt der Mann, der gerade in der Werkstatt gearbeitet hat, freundlich auf mich zu. Es ist Gunno, der Besitzer. Er hält das Anwesen und den weißen Leuchtturm super gut in Schuss. Trotz tiefhängender, trister Wolken strahlt dieser Ort am großen Vänern See direkt eine unglaubliche Kraft aus.
Ich freue mich, endlich mal einen Ansprechpartner für einen Leuchtturm vor mir zu haben. »Ist es denn möglich, den Leuchtturm zu besichtigen?« Frage ich ganz aufgeregt. »Klar, wenn du nett fragst« antwortet Gunno. Klasse, ich liebe es, Leuchttürme zu besichtigen.
Stavik Leuchtturm im besten Abendlicht – Gunter steht unten auf den Felsen
Gunno holt den Schlüssel, ich den Rest meiner Familie.
Das Besondere an Stavik ist, dass man ihn mieten kann. Im 1860 erbauten 13 m hohen Turm sind gemütliche Betten eingebaut. Das ist ne coole Ferienwohnung! Im Fischerhaus über dem See gibt es noch dazu ne Sauna und eine Küche. Gunno bietet mir die Wohnung zur Miete an – ich komme in Versuchung. Würden wir länger bleiben wollen, wäre das echt ne Idee.
Das Innere des Leuchtturms ist liebevoll eingerichtet. Auf mehreren Etagen ist es möglich, zu schlafen. Die oberste Tür nach draußen ist nur ca. 80 cm hoch. Ich quetsche mich hinaus ins Freie, fast fällt mir dabei das Smart phone aus der Hosentasche. Die Plattform ist gerade so breit, dass meine Füße draufpassen, das Geländer relativ dünn. Für Menschen mit Höhenangst ist das vielleicht ein Problem. Ich genieße die Aussicht und mache ein paar Fotos.
Ich quetsche Gunno weiter aus: Das Gelände und der Leuchtturm werden seit Generationen von den Vorfahren seiner Frau Anna-Lena bewohnt. Die beiden kauften das Grundstück und die Gebäude im Jahr 2003 mit der Auflage, den Leuchtturm zu pflegen und die Lampe am Laufen zu halten.
Das kleine Leuchtturmbüchlein
Es gibt ein kleines Büchlein vom schwedischen Leuchtturm Verein – Svenska Fyrsällskapets welches ich gerne bestellt hätte. Am liebsten würde ich es ja direkt in der Hand halten. Da habe ich daheim mal wieder die Reise nicht gründlich genug vorbereitet. Gunno hat zwei der Büchlein und verkauft mir eins davon. Es ist zwar auf schwedisch, aber ich kann fast 150 Leuchttürme drin nachschauen. Schon cool, wie viel Spaß mir so ein kleines Buch machen kann!
Das Wetter ist trist, es nieselt und windet. Gunno erlaubt es uns, auf dem kleinen Waldparkplatz zu übernachten. So können wir auf besseres Licht warten. Wir kochen was Leckeres, ich lade die Fotos runter und schreibe ein wenig und dann werde ich bereits wieder hibbelig. Es zeiht mich raus ans Wasser und zum Turm. Der ganze Himmel hängt voller regenschwerer Wolken – doch tief am Horizont ist eine kleine Lücke! Das lässt auf einen Sonnenuntergang hoffen.
Ich mobilisiere Gunter und just als wir mit den Stativen vor Ort sind kommt die Sonne, erst schwach, dann immer stärker durch. Es ist ein Traum. Gunno ist auch fotografisch interessiert, jetzt stellt er mir zig Fragen bezüglich der Filter, die ich benutze. Heute sind alle Filter dabei. Das Polfilter, das Grauverlauffilter und das Graufilter.
Wir fotografieren bis nach Sonnenuntergang. Am liebsten würde ich noch Nachts Fotos machen, aber es ist kalt und ich habe schon den ganzen Tag leichte Kopfschmerzen. So krieche ich lieber ins warme Bett.
Morgens beginnt der Tag mit Sonne und fotogenen weißen Wölkchen. Ich schleiche recht früh um den Leuchtturm herum und bin froh, dass ich Aktivität bei den Bewohnern sehe. Ich möchte ja nicht stören. Kaffeeduft hängt in der Luft, Gunno und Anna-Lena frühstücken im Freien und laden mich auf eine Tasse Kaffee ein. Während ich den heißen, starken Kaffee schlürfe, fliegt ein Seeadler majestätisch vorüber. So kann der Tag beginnen.
Morgens am Värnern
glitschige Felsen am Värnern
Anna-Lena und Gunno und der Leuchtturm Stavik
Bei Sonnenschein sieht so ein Leuchtturm doch gleich besser aus
Wir reden noch eine ganze Weile, Gunno erzählt von den Bauvorhaben, die er noch hat. Eine Scheune hat er bereits als altem Material aufgebaut. Der Leuchtturm bekam ein weiteres Fenster, welches er dem original Fenster nachgebaut hat. Gerade wird der Leuchtturm wieder gestrichen. Das geht nicht mit Leitern oder einem Gerüst, sondern mithilfe von Seilen. Eine so hohe Leiter, meint Gunno, wäre zu gefährlich. Glücklicherweise wird der Leuchtturm nur alle 11 Jahre gestrichen.
Zur Webpage von Gunno und Anna-Lena Quist
Ich würde sehr gerne mal im Winter hier noch Woche herkommen. Falls Du mal ne Tour zum Vänern planst und eine außergewöhnliche Unterkunft suchst: Den Stavik Leuchtturm können wir empfehlen!
Grindel mag den Ort auch besonders gern, weil es wohl unter der Holzscheune Mäuse zu fangen gibt. Sie ist ganz aufgeregt. Wir machen noch eine kurze Wanderung durch den Wald und zu den glatten Felsen am Vänern damit die Dackeldame ausgelastet die Weiterfahrt antreten kann. Beim Stöckchen holen fällt sie sogar ins Wasser.
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