Wir haben schon viel über die Insel Farö im Norden Gotlands gehört. Die Spannung steigt, Vorfreude kommt auf. Doch da liegen noch einige andere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg dorthin.
Stenkirkehuk, ein Leuchtturm an der Ostküste Gotlands
Wir fahren die Ostküste Gotlands entlang nach Norden. Zwei Leuchttürme liegen auf der Strecke, sie zu finden ist eine andere Sache. Auf verwucherten Waldwegen suchen wir den Leuchtturm Stenkirkehuk. Das ist ein ausgewachsener Leuchtturm, der eigentlich nicht zu übersehen sein sollte? Ausgeschildert ist er nirgends. Die Wege werden uns schließlich zu eng und zu steil. Wir parken in einer Abzweigung und suchen zu Fuß nach dem weißen Leuchtturm. Wir finden ihn endlich zwischen den Bäumen versteckt auf Privatgelände stehend. Eine italienische Familie gesellt sich zur Suche, die drei laufen direkt rein in den Garten. Ich halte mich lieber zurück – möchte erst um Erlaubnis fragen, aber da ist keiner anwesend. Am Leuchtturmwochende wird der Turm geöffnet sein. Schade, aber da sind wir bei anderen Leuchttürmen verplant.

Leuchtender Tang am Kieselstrand

Wellen und Felsen

Wolken und Kieseltrand

Hütte am Strand, Stenkirkehuk

Hütte am Strand, Stenkirkehuk

Der Leuchtturm Stenkirkehuk

Die Treppe zum Strand

Der Leuchtturm Stenkirkehuk

Stenkirkehuk

Unser Wohnmobil auf engen Waldwegen
Ein kleiner Pfad führt um den Turm herum. Grindel ist begeistert – hier riecht es überall nach Hasen. Sie wird ganz wild und zerrt an der Leine. Ich fotografiere den Leuchtturm von der Meerseite, habe aber nur wenig Bewegungsraum. Eine steile unglaublich hohe Treppe führt weit hinunter an den Kieselstrand.
Wow ist das schön da. Dunkle, schwere Wolken hängen tief am Horizont. Der Strand ist schmal, die Steine weiß und ein toller Kontrast zum dunklen Meer. Wellen knallen an den Strand. Ich freue mich über die Fotomotive. Kleine Fischerhütten, Boote und Felsen, dazu die lebendigen Wellen und der fotogene Himmel. Gunter lässt derweil Grindel von der Leine, sie rennt wie wild herum und hat Spaß. Doch dann nimmt sie eine Fährte auf und schießt den steilen Hang hinauf. Uns wird fast mulmig, ungefährlich sieht das nicht aus. Die Ohren unserer Dackeldame stehen auf Durchzug. Der Steilhang ist ihr lieber als die dicken Kieselsteine. Es ist auch erstaunlich, wie viele Kaninchen es hier gibt!
Hohe Klippen und Leuchttürmchen Hallsvik
Der Abend geht in die Nacht über, es wird dunkel und die Wolken die gerade noch so schwer am Himmel hingen, erleichtern sich. Es regnet sich richtig ein. Wir fahren weitere schmale Waldwege und stellen uns schließlich hochh oben auf den Klippen neben ein dort parkendes deutsches Mobil. Hier sollte auch ein kleiner Leuchtturm stehen. Da es zu stark regnet, spielen wir lieber ein paar Partien Rommee und ich gehe nicht auf die Suche nach dem Turm, bedauere das aber sehr.
Der Regen trommelt die ganze Nacht auf das Dach unseres Wohnmobils. Es schüttet so sehr, dass ich Angst bekomme, dass der Regen und von der Klippe spült. Außerdem ist es sehr laut. Das starke Licht des Leuchtturms ist in der Regennacht gut erkennbar. Wir stehen also richtig.

Wanderpfad entlang der Klippe, Hallsvik
Morgens bin ich trotz einer relativ schlaflosen Nacht früh auf den Beinen. Es ist friedlich, ein paar Kaninchen hoppeln um die Wette, die Vögel singen, das Meer liegt ruhig circa 30 m unter uns. Es sieht traumhaft aus. Nur die beißenden Fliegen nerven. Also nicht stehen bleiben, immer schön bewegen, damit sie mich nicht piesacken können. Es regnet nicht mehr, trotzdem hängt stundenlang ein Regenbogen am Horizont. Ich genieße diese morgendliche Fotosession. Die Klippen, die wir gestern im schlechten Wetter nicht sehen konnten, sind beeindruckend. Der Leuchtturm ist wesentlich kleiner, als sein Licht es vermuten ließ. Ich finde er hat trotzdem was Besonderes.
Klickt die Vorschaufotos zur größeren Ansicht an!

Leuchttürmchen Hallsvik

Leuchttürmchen Hallsvik mit Regenbogen

Leuchttürmchen Hallsvik mit Regenbogen

Leuchttürmchen Hallsvik mit Regenbogen

Wanderpfad entlang der Klippe, Hallsvik

Wolken und Meer

Wolken und Meer

Waldweg oberhalb der Klippe
Nach dem Frühstück spaziere ich mit Grindel die Klippenkante entlang und komme mit unseren Wohnmobilnachbarn ins Gespräch. Die Frau ist Lehrerin, kennt sich aber mit Homeschooling und sogar Unschooling aus. Die Familie ist weit gereist, sie lebten einige Zeit in Papua Neu Guinea und unterrichteten ihre Kinder selbst.
Der neue Tag ist wolkenreich, bleibt aber trocken. Wir fahren an einem sauberen, kleinen See entlang. Die kargen Bäume, die dunklen Wolken, die Kieselsteine und das klare Wasser sind extrem fotogen.

Das klare Wasser des Sees

KalksteinfabrikKalksteinfabrik

Kalksteinfabrik

Ein Baum am See

Das klare Wasser des Sees

Blümchen
Die kleine Insel Farö im Norden Gotlands

Fischerboote am kargen Strand
Die kurze Autofähre nach Farö ist kostenlos, sie bringt in kurzen Zeitabständen Besucher hinüber zur kleineren Insel. Das Wetter ist trist, passt aber irgendwie zur kargen Landschaft. Die Küste entlang gibt es viel zu entdecken. Ein kleiner Hafen mit zahlreichen winzigen Häuschen und Booten, die auf Kieselsteinen stehen. Dazu diese windschiefen Kiefern, die fast wie Bonsai Bäume aussehen und trotzdem dort zu wachsen versuchen.
Dann sehen wir die ersten größeren Raukare. Das sind diese einzigartigen Felsformationen, die den Strand verzieren. Sie sind größer, als wir gedacht haben. Da das Licht nun wirklich langweilig ist, beschließen wir einfach, auf besseres zu warten. Die Raukare von Langhammar sind mit die berühmtesten und dort kochen wir auf dem Parkplatz erstmal was Leckeres zum Abendessen. Ein schmaler wolkenloser Streifen tief am Horizont lässt auf einen spektakulären Sonnenuntergang hoffen. Wir sind vor Ort und haben die besten Standorte schon entdeckt, als die Sonne für wenige Minuten hervorkommt. Wie gut, dass wir uns diese Zeit der Erkundung immer nehmen. Die Ergebnisse danken es uns.

Endlich kommt die Sonne durch
Die Fotos sind von zwei Abenden und einem frühen Morgen. Klickt die Vorschaufotos an für eine größere Ansicht!

Amy und Grindel als Größenvergleich zu den Raukaren von Langjammar

Langhammar und Wolken

Abendliche Spiegelung auf dem Wasser

Die Lichtsstimmung wird besser und besser

Die Lichtsstimmung wird besser und besser

Abendstimmung Langhammar

Für wenige Minuten glüht der Himmel

Raukare in Langhammar

Früh morgens sind wir fast ganz allein bei den Raukaren

Wunderschöne Bäume

Eine Lichtsstimmung zum Genießen

Feuerspucker

Nach Sonnenuntergang
Leider war ich in der Nacht viel zu müde, und es wurde auch saukalt. Ich hätte gerne noch den Sternenhimmel fotografieren wollen, hatte aber keine Energie mehr, mich lange Zeit in die Kälte und Dunkelheit zu stellen.
Die schwedische Insel Gotland
Die abwechslungsreiche Küste Gotlands
Die Küste Gotlands ist abwechslungsreich. Immer wieder wechseln sich Steilküsten mit Sandstränden ab. In der Nebensaison, also bereits ab Mitte/Ende August sind die Strände wenig besucht und laden zu langen, ruhigen Spaziergängen ein.
Högklint
Die berühmte Klippe Högklint liegt nur ca. 10 km südlich von Visby. Dort fahren immer wieder Reisebusse an, die dann Scharen von Touristen auf die Klippen entleeren. Das Gelände ist so weit, dass das nicht weiter problematisch ist. Wir waren zweimal an der Klippe, einmal im Regen und einmal im Sonnenschein. Beide Wetter haben ihren Reiz. In beide Richtungen gibt es Wanderwege. Wir wanderten im sonnigen Wetter in die südliche Richtung, wo es Steinformationen im Wald zu sehen gibt. Die Wanderung nach Norden führt zu einem schönen Strand.
Jungfrun
Ungefähr 40 km weiter im Norden ist eine weitere bekannte Klippe, die Jungfrun, zu besichtigen. Sie liegt in der Nähe der Ortschaft Lickershamn und ist über eine kurze Wanderung durch den Wald erreichbar. Wir waren an dem Abend schon etwas spät, weil wir nach mehreren Regentagen einfach überall zugleich sein wollten, und verpassten das weiche Abendlicht. Doch die Sonnenuntergangsstimmung hielt sich und wir konnten noch schöne Fotos machen. Diese Kalksteinformationen sind schon enorm beeindruckend.
Jungfrun Felsen nach Sonnenuntergang
Leuchttürme Gotlands
Da gibt es noch Leuchttürme, die wir nicht gezeigt haben. Ergiebiger Nieselregen flog uns den ganzen Tag um die Ohren. Er durchnässte unsere Kleidung innerhalb weniger Minuten. So hatte das im Freien keinen Sinn. Wir parkten am Einkaufszentrum, schrieben, spielten Karten und liefen immer mal wieder durch die Supermärkte um Bewegung zu bekommen. Das ein oder andere Eis wanderte so in unsere Mägen. Abends hatten wir das Wetter und die Supermärkte satt, wir fuhren trotzdem einfach zum nächsten Leuchtturm. Der Leuchtturm Västergarn steht auf einem Golfplatz. Ob das wohl gut gehen würde? Ich lief einfach ins Restaurant beim Golfplatz hinein und fragte frei heraus, ob wir auf dem Parkplatz übernachten dürften um auf besseres Licht zu warten. Wir bekamen die freundliche Erlaubnis und freuten uns darüber. Das Wohnmobil parkte unter Bäumen in Sichtweite des kleinen Leuchtturms. Die Feuchtigkeit hing noch in der Luft, wir packten die Stative und fingen an zu fotografieren. Und siehe da, das Wetter wurde besser. Es sah sogar richtig gut aus. Für wenige Minuten jedenfalls. Ich stapfte am Strand durch hüfthohe Hecken, wurde patschnass, bekam aber eine außergewöhnliche Sicht auf den Leuchtturm. Wir waren glücklich, schlichen mit der Fotoausbeute auf der Speicherkarte ins Mobil, kaum hatten wir die Tür geschlossen, prasselte wieder Regen aufs Womodach. Und dann kam ein Sturm auf, der nur so an den Bäumen und unserem Wohnmobil zerrte und drückte. Bei dem Lärm schlief ich eher schlecht bis gar nicht.
Västergarn Leuchtturm
Ab 6:00 Uhr mähten Mitarbeiter des Golfplatzes lautstark die Wiesen. Kurz drauf kamen die ersten Golfer. Sie hatten Regenschirme an den Golfwagen angebracht. Wir fotografierten nochmal schnell, um nicht zu stören, frühstückten was und fuhren zum nächsten Strand. Was für eine coole Fotosession mitten in so miesem Wetter. Das zeigt wieder einmal, dass man immer, aber auch immer bereit sein soll als Fotograf.
Ljugarn Leuchtturm
Der hässlichste, aber trotzdem fotogene Leuchtturm steht in Ljugarn. Das kleine Hafenleuchtfeuer steht oben auf dem Chemikalientank einer Kläranlage. Die eiserne Treppe macht ihn aber halbwegs fotogen.
Ljugarn Leuchtturm
Wir verlassen Gotland mit der frühesten Fähre. So kann ich den Hafenleuchtturm in Visby noch ordentlich ablichten. Auf dieser Fähre sind kaum Hunde im Salon, die Fahrt wird mit Grindel wesentlich ruhiger als die Hinfahrt.
Ach ja, was ich auf keinen Fall vergessen darf: Auf Gotland steht das Haus von Pippi Langstrumpf und das war super, es anschauen zu können. Danach lief ich tagelange die Filmmusik singend durch die Gegend.
Villa Villekulla
Pippis Pferd im Haus
In Pippis Haus
Amy und Grrindel in der Villa Kunterbunt
Im Haus von Pippi
Und im oberen Stockwerk sitzt Astrid Lindgren
Die schwedische Insel Gotland
Ein Krankenwagen und Elvis – Farö, Gotland
Farö Fyr
Nachdem wir morgens die Raukare nochmal ausgiebig fotografiert haben, fahren wir weiter Richtung Norden, denn an der Nordspitze steht natürlich auch ein Leuchtturm. Er ist hoch und weiß, ähnlich dem langen Erik im Norden von Öland. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, das Licht ist richtiggehend blendend. Die weißen Kieselsteine des Strandes reflektieren die Sonne, so ist es noch heller. Unglaublich hell. Unsere Schuhe knirschen beim Laufen auf den Steinen und das ist auch gut so, denn überall sonnen sich Schlangen auf den Felsen und die gehen auf die Flucht, sobald sie uns hören. Es sind anscheinend ungiftige Nattern, doch wir sind mit Grindel lieber vorsichtig.
Fast ist das Wetter zu gut für Leuchtturmfotos. Wir warten geduldig, bis die weißen Wölkchen sich harmonisch um die Spitze des Leuchtturms herum arrangiert haben. Dann drücken wir den Auslöser.
Der Farö Leuchtturm mit weißen Wölkchen
Wald mit Heide
Ich bin am Leuchtturm ungeduldig, denn hier im Wald blüht die Heide und den möchte ich so gern fotografieren. Was für ein Schauspiel. Wir suchen uns ein Plätzchen, was gar nicht so einfach ist. Mich lenken natürlich die fetten, saftigen und super leckeren Blaubeeren von der Arbeit ab. Auch Grindel futtert Blaubeeren, was das Zeug hält. Das Fotografieren gestaltet sich schwierig: ein Wald ist kein einfaches Motiv, ein Chaos aus Linien und Strukturen, die es zu entdecken und zu bändigen gilt. Was die Sache enorm erschwert sind diese bissigen Viecher überall. Fliegen die beißen, Mücken die stechen und Ameisen die brennen. Aua! Wir lassen trotzdem nicht locker. Was erträgt man nicht alles für ein gutes Foto?
Grindel liebt den Wald und vor allem die Blaubeeren
Kutens Bensin
Eine Attraktion, die nicht leicht zu übersehen ist, wo sich vielleicht nicht jeder hintraut, ist das schräge Kutens Bensin. Eine Kneipe, Creperie, Rocker- und Motorradfahrertreff. Dort stehen uralte Autos, Busse, rostige Ölfässer. Die Musik von Elvis tönt aus einer historischen Wurlitzer Musikbox. Dieser Ort hat Flair. Ich versuche, etwas über diesen wundersamen Ort in Erfahrung zu bringen, es klappt nicht so recht. Die alten Sachen stünden hier, weil der Boss der Kneipe die halt mag, meint eine Angestellte. Später erfahre ich, dass das Krankenwagenwrack aus den Fünfzigern extra aus den USA nach Schweden verschifft wurde, weil Elvis selbst, einmal damit nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus transportiert wurde. Wahnsinn! Ich frage mich, warum der Besitzer es dann so verrosten lässt. Aber genau das ist vielleicht der Reiz daran. Autokenner wissen gleich, um welches Modell es sich handelt, ich bin auf dem Gebiet blutiger Laie.
Der Krankenwagen indem Elvis transportiert wurde
Der Krankenwagen und dahinter diese super rostigen Kühlschränke
Der Krankenwagen nochmal von vorne – warum die heutigen Autos wohl nicht mehr so schön aussehen?
Elvis aus der Jukebox – irgendwie hatte das was. Smartphone Filmchen
Das Kaninchen horcht ob da ein Dackel kommt.
Wachsames Kaninchen
Die schwedische Insel Gotland
Die kleine Insel Farö im Norden Gotlands
Wir haben schon viel über die Insel Farö im Norden Gotlands gehört. Die Spannung steigt, Vorfreude kommt auf. Doch da liegen noch einige andere Sehenswürdigkeiten auf dem Weg dorthin.
Stenkirkehuk, ein Leuchtturm an der Ostküste Gotlands
Wir fahren die Ostküste Gotlands entlang nach Norden. Zwei Leuchttürme liegen auf der Strecke, sie zu finden ist eine andere Sache. Auf verwucherten Waldwegen suchen wir den Leuchtturm Stenkirkehuk. Das ist ein ausgewachsener Leuchtturm, der eigentlich nicht zu übersehen sein sollte? Ausgeschildert ist er nirgends. Die Wege werden uns schließlich zu eng und zu steil. Wir parken in einer Abzweigung und suchen zu Fuß nach dem weißen Leuchtturm. Wir finden ihn endlich zwischen den Bäumen versteckt auf Privatgelände stehend. Eine italienische Familie gesellt sich zur Suche, die drei laufen direkt rein in den Garten. Ich halte mich lieber zurück – möchte erst um Erlaubnis fragen, aber da ist keiner anwesend. Am Leuchtturmwochende wird der Turm geöffnet sein. Schade, aber da sind wir bei anderen Leuchttürmen verplant.
Ein kleiner Pfad führt um den Turm herum. Grindel ist begeistert – hier riecht es überall nach Hasen. Sie wird ganz wild und zerrt an der Leine. Ich fotografiere den Leuchtturm von der Meerseite, habe aber nur wenig Bewegungsraum. Eine steile unglaublich hohe Treppe führt weit hinunter an den Kieselstrand.
Wow ist das schön da. Dunkle, schwere Wolken hängen tief am Horizont. Der Strand ist schmal, die Steine weiß und ein toller Kontrast zum dunklen Meer. Wellen knallen an den Strand. Ich freue mich über die Fotomotive. Kleine Fischerhütten, Boote und Felsen, dazu die lebendigen Wellen und der fotogene Himmel. Gunter lässt derweil Grindel von der Leine, sie rennt wie wild herum und hat Spaß. Doch dann nimmt sie eine Fährte auf und schießt den steilen Hang hinauf. Uns wird fast mulmig, ungefährlich sieht das nicht aus. Die Ohren unserer Dackeldame stehen auf Durchzug. Der Steilhang ist ihr lieber als die dicken Kieselsteine. Es ist auch erstaunlich, wie viele Kaninchen es hier gibt!
Hohe Klippen und Leuchttürmchen Hallsvik
Der Abend geht in die Nacht über, es wird dunkel und die Wolken die gerade noch so schwer am Himmel hingen, erleichtern sich. Es regnet sich richtig ein. Wir fahren weitere schmale Waldwege und stellen uns schließlich hochh oben auf den Klippen neben ein dort parkendes deutsches Mobil. Hier sollte auch ein kleiner Leuchtturm stehen. Da es zu stark regnet, spielen wir lieber ein paar Partien Rommee und ich gehe nicht auf die Suche nach dem Turm, bedauere das aber sehr.
Der Regen trommelt die ganze Nacht auf das Dach unseres Wohnmobils. Es schüttet so sehr, dass ich Angst bekomme, dass der Regen und von der Klippe spült. Außerdem ist es sehr laut. Das starke Licht des Leuchtturms ist in der Regennacht gut erkennbar. Wir stehen also richtig.
Wanderpfad entlang der Klippe, Hallsvik
Morgens bin ich trotz einer relativ schlaflosen Nacht früh auf den Beinen. Es ist friedlich, ein paar Kaninchen hoppeln um die Wette, die Vögel singen, das Meer liegt ruhig circa 30 m unter uns. Es sieht traumhaft aus. Nur die beißenden Fliegen nerven. Also nicht stehen bleiben, immer schön bewegen, damit sie mich nicht piesacken können. Es regnet nicht mehr, trotzdem hängt stundenlang ein Regenbogen am Horizont. Ich genieße diese morgendliche Fotosession. Die Klippen, die wir gestern im schlechten Wetter nicht sehen konnten, sind beeindruckend. Der Leuchtturm ist wesentlich kleiner, als sein Licht es vermuten ließ. Ich finde er hat trotzdem was Besonderes.
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Nach dem Frühstück spaziere ich mit Grindel die Klippenkante entlang und komme mit unseren Wohnmobilnachbarn ins Gespräch. Die Frau ist Lehrerin, kennt sich aber mit Homeschooling und sogar Unschooling aus. Die Familie ist weit gereist, sie lebten einige Zeit in Papua Neu Guinea und unterrichteten ihre Kinder selbst.
Der neue Tag ist wolkenreich, bleibt aber trocken. Wir fahren an einem sauberen, kleinen See entlang. Die kargen Bäume, die dunklen Wolken, die Kieselsteine und das klare Wasser sind extrem fotogen.
Das klare Wasser des Sees
Die kleine Insel Farö im Norden Gotlands
Fischerboote am kargen Strand
Die kurze Autofähre nach Farö ist kostenlos, sie bringt in kurzen Zeitabständen Besucher hinüber zur kleineren Insel. Das Wetter ist trist, passt aber irgendwie zur kargen Landschaft. Die Küste entlang gibt es viel zu entdecken. Ein kleiner Hafen mit zahlreichen winzigen Häuschen und Booten, die auf Kieselsteinen stehen. Dazu diese windschiefen Kiefern, die fast wie Bonsai Bäume aussehen und trotzdem dort zu wachsen versuchen.
Dann sehen wir die ersten größeren Raukare. Das sind diese einzigartigen Felsformationen, die den Strand verzieren. Sie sind größer, als wir gedacht haben. Da das Licht nun wirklich langweilig ist, beschließen wir einfach, auf besseres zu warten. Die Raukare von Langhammar sind mit die berühmtesten und dort kochen wir auf dem Parkplatz erstmal was Leckeres zum Abendessen. Ein schmaler wolkenloser Streifen tief am Horizont lässt auf einen spektakulären Sonnenuntergang hoffen. Wir sind vor Ort und haben die besten Standorte schon entdeckt, als die Sonne für wenige Minuten hervorkommt. Wie gut, dass wir uns diese Zeit der Erkundung immer nehmen. Die Ergebnisse danken es uns.
Endlich kommt die Sonne durch
Die Fotos sind von zwei Abenden und einem frühen Morgen. Klickt die Vorschaufotos an für eine größere Ansicht!
Leider war ich in der Nacht viel zu müde, und es wurde auch saukalt. Ich hätte gerne noch den Sternenhimmel fotografieren wollen, hatte aber keine Energie mehr, mich lange Zeit in die Kälte und Dunkelheit zu stellen.
Die schwedische Insel Gotland
Der Leuchtturm, der ein Schiff versenkte – När, Gotland
Jedes dritte Wochenende im August ist den Leuchttürmen gewidmet. Zwei Tage lang haben an diesem internationalen Leuchtturmtag die Leuchttürme für Besucher geöffnet. Wer jetzt denkt, dass wäre MEIN Feiertag, der irrt. Ich war gefrustet! Ganz viele Leuchttürme offen und ich kann höchstens zwei, drei besichtigen. Was für ein Stress. Ich wollte mir doch gerne alle ansehen.
Wir waren an diesem verregneten Samstag in Farö, also ganz im Norden Gotlands. Dort steht ein hoher, weißer Leuchtturm, den wir schon einen Tag zuvor mit unseren Kameras mehrfach umkreist hatten. Niemand wusste aber Bescheid, wann denn dieser Leuchtturm öffnen würde. Ich fragte jeden, der mir über den Weg lief und noch ein paar Leute mehr. Nichts. Keine Info. Wir warteten bis 10:00 Uhr dann entschieden wir, doch wieder nach Gotland zu fahren.
Auf dem Weg fotografierten wir noch Felsbögen, und erkundeten die Küste im Westen. Es fing an zu nieseln. Das war einer dieser ergiebigen Nieselregen, die quer kommen und dich ganz schnell bis auf die Knochen durchweichen. Kein schöner Tag.
Felsbogen, Gotland
Felsbogen, Gotland
Ich drängte Gunter dazu, trotz des miesen Wetters zum När Leuchtturm zu fahren. Dort würden wir sicher Leuchtturmfans finden. Denen plante ich ein Loch in den Bauch zu fragen. Der Plan ging tatsächlich auf. Wir kamen zwar über eine halbe Stunde zu spät am Leuchtturm an, die Leute verabschiedeten sich gerade. Ich durfte aber noch ganz schnell in den Leuchtturm hineinhuschen, kletterte die metallenen Stufen hinauf und schaute auf die regennasse Landschaft hinunter.
Ein Leuchtturm, der ein Schiff versenkte
Lars, der den Leuchtturm an diesem Tag betreute erzählte mir im Freien noch alles Wichtige. In der ersten Nacht als der Leuchtturm När in Betrieb war lief ein Schiff auf Grund und versank. Der Kapitän hatte vom neuen Leuchtfeuer nichts mitbekommen, das Licht für den Hoburg Leuchtturm weiter im Süden gehalten, und deswegen Gotlands Küste gerammt. Der Leuchtturm versenkte also in der ersten Nacht ein Schiff.
Lars, der Leuchtturm Enthusiast
Jagd auf Roter Oktober
Am Ende des kalten Krieges fuhr in den schwedischen Gewässern der Ostsee eine russisches Fregatte. Der Kapitän wollte zur Nato überwechseln. Er ruderte mit einem kleinen Boot an Land und suchte nach einem Haus. Das fand er am När Leuchtturm. Klar war dieser Kapitän und sein Wissen für den Westen äußerst interessant. Die Story war sogar interessant für die Filmindustrie. Da in Holywood gedreht wurde, tauschten die Filmemacher Gotland gegen die USA und die Fregatte gegen ein U-Boot aus.
Jagd auf Roter Oktober bei Amazon
Das historische Leuchtfeuer in Grynge sollte an diesem Abend entzündet werden. Lars und seine Frau Kaidi würden auch nach Grynge kommen. Endlich hatte ich mal einen Ansprechpartner gefunden, der sich auskannte. Jetzt würden wir das Anzünden des Feuers nicht verpassen, da ich die genaue Zeit und den Ort hatte.
Den kleine Fischerort fanden wir problemlos. Es war ruhig, nur ein Auto parkte vor den kleinen Fischerhütten. Der Nieselregen ließ langsam nach, was ein Glück.
Holzfeuer, Grynge
Lars erzählte uns, dass diese Wochenede nicht nur wegen der Leuchttürme so interessant sei. Es ist das letzte Ferienwochende, danach, meint er, fahren alle Stockholmer Geldsäcke, die Häuser auf Gotland besitzen, wieder nach Hause. Dann gehört Gotland wieder seinen Bewohnern und es wird ruhig. Vor allem auf den Straßen.
Es waren außer uns wohl auch keine Touristen da, als das Feuer entzündet wurde. Das Fotografieren gestaltete sich schwierig, weil viele Leute anwesend waren, noch etwas Regen in der Luft hing und es schnell dunkel wurde. Mir machte die ganze Sache trotzdem richtig Spaß!
Kaidi verriet, dass sie einen eigenen, kleinen Leuchtturm im Garten stehen haben. Das Leuchtfeuer im Hafen von Herrvik hatte eine neue Lampe erhalten. Die ausgediente Lampe sollte auf den Müll wandern. Das wusste Lars zu verhindern. Er holte die historische Leuchtanlage zu sich nach Hause und baute einen kleinen Leuchtturm als Basis darunter. Ja, und da steht der jetzt, etwas zu weit weg vom Meer. Der wohl am schwierigsten zu findende Leuchtturm Gotlands. Wir wurden zum am nächsten Tag zum Abendessen eingeladen, da konnten wir den kleinen Leuchtturm besichtigen.
Und ein Dackel bellt!
Das historische Leuchtfeuer Grynge wird entzündet. Smartphone Video
Grindel und die interessante Hagebuttehecke – kurzes Smartphone Video.
Die schwedische Insel Gotland
Highlights Hurtigruten
Buchbesprechung: Highlights Hurtigruten
von Thomas Härtrich (Bilder) und Thomas Krämer (Text)
Bruckmann Verlag GmbH, München 2016
Und noch ein Hurtigruten-Buch, war mein erster Gedanke, als ich den neuen Bildband in Händen hielt. Neue Hurtigrutenbücher und -Kalender erscheinen jedes Jahr so zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk.
Zu diesem Exemplar habe ich jedoch ein besonderes Verhältnis. Ich kenne den Fotografen Thomas Härtrich, und ich schätze seine Bilder. Und dieser neue Bildband enttäuscht mich in keinster Weise. Der Druck ist einwandfrei und die klar gestalteten, technisch perfekten Bilder wecken in mir das unbändige Verlangen, wieder durch Norwegen zu reisen, diesmal unbedingt eine Tour mit der Hurtigrute unternehmen! Die kühle, frische Meerluft ist auf jeder Seite zu spüren.
Den Text hat der Redakteur und Norwegenkenner Thomas Krämer verfasst. Leichtfüßig und locker schreibt er über die einzelnen Stationen der Hurtigruten-Route. Fakten, Geschichten und Erlebnistipps fügen sich nahtlos in den Erzählfluss ein.
Der Bildband „Highlights Hurtigruten“ ist für mich ein Highlight der Reisebildbände über Norwegen, der sich wohltuend aus der Masse der Hurtigrutenbücher hervorhebt.
Thomas Härtrich ist auch Fotograf des wunderschönen 2017er Sehnsuchtskalenders Norwegen.
Auf dem Weg nach Ouessant, Bretagne
Wir sind wieder auf dem Weg in die Bretagne. Drei ganze Wochen im Oktober 2016 werden wir dieses Mal auf der kleinen Insel Ouessant Wellen und Leuchttürme fotografieren und einen kleinen exklusiven Fotoworkshop abhalten. Hier nochmal ein paar Infos zur Insel.
Infos zur Île d’Ouessant
Die Île d’Ouessant ist der westlichste Teil des französischen Mutterlandes und liegt 20 Kilometer vor der Westspitze des Festlandes. Dieser 8 Kilometer lange und 61 Meter hohe Granitblock ist ständig den Stürmen und den mächtigen Wellen des Atlantiks ausgesetzt. Die Naturgewalten haben hier eine außergewöhnliche und abwechslungsreiche Felsenküste geschaffen.
Der Phare de Creac’h ist einer der leuchtstärksten Leuchttürme der Welt. Phare de Nividic und Phare de la Jument warnen die Schiffe vor den Klippen in den westlich liegenden Gewässern. Dort ist das Meer besonders wild. Dieser Teil der Insel ist einer der schönsten für die Meeresfotografie, denn wir können dort wilde Wellenfotos schießen oder mithilfe der Langzeitfotografie meditative Bilder gestalten.
Der Phare du Stiff steht auf dem höchsten Punkt im Osten der Insel. Er bietet durch seine einzigartige Bauweise ein weiteres architektonisches Fotomotiv. Stiff ist der zweitälteste Leuchtturm Frankreichs, seit 1695 dient er dem Schiffsverkehr um Ouessant als Orientierungszeichen.
Doch auch das Innere der Insel bietet sich für die Fotografie an. Kleine Kapellen, alte bretonische Häuser, überwachsene Natursteinmauern, Schafe, und vieles mehr. Vielleicht haben wir das Glück, den Delfin, der den Einheimischen bereits gut bekannt ist, im Hafen zu sehen.
Ouessant ist für uns die Insel der Leuchttürme, der Wellen und der wilden Küste. Ein Eldorado für Küstenfotografen.
Übersichtsseite Bretagne 2016