Ein ausführlicher Praxistest
Auf unserer aktuellen Ostsee-Insel-Reise habe ich die Canon EOS M
als Reisekamera eingesetzt. Dabei verwendete ich sie bewusst so, wie wahrscheinlich die meisten Leute ihre Kameras benutzen: als Schnappschusskamera ohne großes Zubehör und ohne Stativ. Nach über neun Wochen und knapp 8000 Aufnahmen will ich hier an meinen ersten Kurzbericht anknüpfen.

Morgenlicht fällt auf die Eichenallee. ISO 200, 1/250 s. Blende 8.
Die Bauweise und Bildqualität hatte ich schon im ersten Artikel positiv bewertet, daran hat sich auch nichts geändert. Nun liegt mein Hauptaugenmerk auf dem täglichen Einsatz, der Autofokus-Performance, der Batteriekapazität, der Menübedienung und dem Umgang mit dem Sucherdisplay.
Die EOS M zwischen Immer-Dabei-Kamera und Spieglreflex-Ersatz
Gegenüber meiner Spiegelreflex-Kamera ist die EOS M schon ein gewaltiges Stück leichter und kleiner, obwohl beide einen 18 Megapixel APS-C Sensor haben. Im Wohnmobil lag sie griffbereit da, und ein großes „Nimm mich mit!“ schwebte ständig über ihr. Auf unseren Radtouren und Wanderungen hat sie uns immer begleitet.

Dicke Wolken ziehen am langen Sandstrand der Böda-Bucht auf. ISO 200, 1/320 s. Blende 11
Sie ist keine reine Hosentaschenkamera, es sei denn, die Hose hätte weit ausladende Cargo-Taschen. Eine kleine Hüft- oder Umhängetasche ist für das Transportieren von Kamera, Blitz, Ersatzbatterie und eventuell noch Filter und was zu Knabbern empfehlenswert. Beim Fahrradfahren waren die Teile sicher in derLenkertasche aufgehoben. An den kaum ausgeprägten Handgriff habe ich mich inzwischen gewöhnt.
Im Gegensatz zu meiner Spiegelreflex habe ich bei der EOS M mehr Automatiken aktiviert: Flexibler Autofokus-Modus, Programmautomatik und Auto-ISO sollen für unbeschwerte Schnappschuss-Bereitschaft sorgen. Den Auto-ISO Bereich habe ich während der Reise auf maximal 1600 ISO begrenzt. Das ist O.K. für die meisten Situationen, nur bei einem nächtlichen Lagerfeuer im Wald musste ich manuell auf 12800 ISO hochgehen, mit dem entsprechend körnigen Resultat.

Outdoorcamping nachts im Wald. Die Kids machen ein Lagerfeuer. ISO 400, 1/60 s. Blende 4.5, hier mit Blitzeinsatz
Die Einschaltzeit geht in Ordnung. Ich schalte die EOS M ein, und bis ich den Objektivdeckel abgenommen habe, ist sie schussbereit. Apropos Objektivdeckel, Der kann leicht verloren gehen, weil er nicht gesichert ist (meiner ist noch drauf). Vorsichtige Naturen können mit einer heißen Nadel ein Loch hineinbrennen und ihn mit einer Schnur an den Tragriemen binden.
Insgesamt macht es Spaß, die EOS M und den Blitz zu allen möglichen Gelegenheiten mitzunehmen und zu nutzen.

Aland, Wanderung im Inselwald. 200 ISO, 1/125 s., Blende 8.
Die Autofokus-Performance
Wenn ich die automatische Gesichts- und Bewegungserkennung mit flexiblen Autofokus-Feldern aktiviert habe, beschleicht mich hin und wieder das Gefühl, dass die Kamera etwas Bedenkzeit braucht, wenn die vor ihr liegende Szene keine eindeutige Analyse zulässt. Ist da Bewegung? Sind da Gesichter im Bildrahmen? Und nicht immer legt das System dann die Schärfe dahin, wohin ich sie haben will.

Spinne am Morgen. Wie Perlen hängen die Tautropfen im Netz. ISO 200, 1/200 s. Blende 9. Man muss sich nur entscheiden, wohin man scharfstellen will.
Wenn ich also den Fokus auf bestimmte Bilddetails legen will, schalte ich den Autofokus-Modus um und wähle das gewünschte Messfeld per Touchscreen aus. Das dauert unter Umständen eine Idee länger, dafür habe ich die Schärfe auch da, wo sie hin soll.
Der Nachteil dabei ist, dass ungewollte Berührungen des Displays das Messfeld dahin verschieben, wo es nichts zu suchen hat. Ich habe einige Male nicht darauf geachtet, und die Kamera hat bei Personenaufnahmen auf den Hintergrund in der Ecke scharfgestellt.Also: die Scharfstellung immer im Blick halten!
Wo sind die Grenzen der Autofokus-Leistung?
Zum einen bei bewegten Motiven, insbesondere wenn das Motiv schnell auf mich zukommt. Da ich meist im One-Shot-Modus arbeite, habe ich das Problem wahrscheinlich noch verschärft. Ich muss das bei Gelegenheit noch im Continous-Modus testen.
Ich habe oft mein Motiv fokussiert und mit halb durchgedrücktem Auslöser die Position gespeichert. Dann habe ich den richtigen Moment abgewartet und abgedrückt, dabei hat die EOS M verzögerungsfrei ausgelöst.

Ein Highland-Bulle auf Jurmo stellt sich uns in den Weg. ISO 200, 1/100 s., Blende 5.6, Blitzen hab ich mich nicht getraut.
Zum anderen hat die EOS M bei wenig Kontrast in sehr schwachem Licht Probleme. Hier sucht das Autofokussystem oft vergeblich eine verwertbare Bildpartie. Und beim Fotografieren von Sonnenreflexionen auf dem Meer weigerte sie sich auch. Das hat micht erst geärgert, dann hat es meine 7D genauso gemacht. Pattsituation, das steht übrigens bei fast allen Kameras in der Anleitung: Autofokus funktioniert nicht bei stark reflektierenden Motiven.

Schilf im Gegenlicht. ISO 200 1/250 s. Blende 10. Auf das Schilf hat die EOS M problemlos scharfgestellt.
Im Weitwinkelbereich scheint mir der Autofokus schneller zu arbeiten, als bei den längeren Brennweiten.
Manueller Fokus
Und wenn der Autofokus in einer wichtigen Situation gar nicht will (z.B. beim Einsatz starker Graufilter bei ungünstigen Lichtverhältnissen), lässt sich die EOS M manuell fokussieren.

Langzeitbelichtung: Steilküste mit rosa Granitfelsen, Nord-Öland. ISO 200, 20 s. Blende 22, 1000-fach Graufilter, Stativ. Manuelles Scharfstellen.
Ich gebe zu, ich habe etwas gebraucht, um ohne Handbuch herauszufinden, wie das vonstatten geht. Am Objektiv ist der vorne liegende Schärfeeinstellring hat keine Markierungen und fällt erst Mal gar nicht auf.
Im Kameramenü muss MF oder AF+MF gewählt sein, um überhaupt manuell scharfstellen zu können. Dann muss man nur noch wissen, dass das Antippen des Lupensymbols unten rechts im Display den gewählten Fokusbereich in zwei Stufen vergrößert. Dann steht einer exakten manuellen Scharfstellung nichts mehr im Weg. Das ist mehr für die Arbeit mit Stativ, geht aber auch aus der Hand. Ich bin froh, dass ich diese Mögichkeit habe, auch fürs Videofilmen, wo manuelle Scharfstellung weit verbreitet ist.

Nach dem Sonnenuntergang. Neptuns Acker in Nord-Öland. ISO 800, 1/13 s. Blende 5.6 mit Kleinstativ Gorillapod, das eigentlich für die GoPro gedacht ist.
Generell ist die EOS M für eine ruhige Fotografierweise gedacht. Reiseimpressionen, Leute portraitieren, Landschaften, Details und begrenzt auch Nahaufnahmen (für richtige Makros lassen sich Nahlinsen ins Filtergewinde schrauben), sind ihr Metier. Einschalten, aufs Motiv richten, scharfstellen und auslösen dauert in gewissen Situationen zu lange, wenn man zum Beispiel spontan seitlich aus dem fahrenden Auto Schnappschüsse festhalten will.

Neugierige Pferde vor der Ruine von St. Britas Kapelle. ISO 200, 1/250 s. Blende 10. Kaum wollte ich sie fotografieren, kamen sie schon auf mich zu.
Der mitgelieferte Mini-Aufsteckblitz
Fast hätte ich vergessen, den Miniblitz zu erwähnen. Ich benutze ihn hauptsächlich zur Aufhellung bei Personen- und Detailaufnahmen im Gegen- oder Seitenlicht. Das geht in der Programmautomatik am einfachsten, bei Zeitautomatik kommt es bei wenig Umgebungslicht zu sehr langen Belichtungszeiten. Dafür säuft bei der Programmautomatik in dieser Situation der Hintergrund ab. Man kann sich immerhin aussuchen, wie man es gerne hätte.

Nach dem Regen, einer freut sich, eine schaut kritisch. ISO 400, 1/200 s. Blende 7.1 mit Aufhellblitz.

Amy prüft die Temperatur vom Meerwasser. ISO 250 1/200 s. Blende 20, mit Aufhellblitz
Die Blitzleistung regele ich mit der Blitzbelichtungskorrektur eine bis ein-2/3 Stufen herunter, damit der Blitz nicht zu aufdringlich wirkt. Für diese Zwecke ist die Leistung des Zwerges mehr als ausreichend, und sehr batteriehungrig ist er auch nicht. Mit zwei Mikrozellen (AAA-Batterien) kommt er eine ganze Weile aus.
Zur Raumausleuchtung kann der Miniblitz auch benutzt werden, dabei geht die EOS M bei größeren Räumen mit der ISO hoch. Allerdings fehlt mir das indirekte Blitzen. Blitzfans können natürlich alle EOS-fähigen Blitze draufsetzen, oder diese sogar über den kleinen Blitz fernsteuern.

Empfangssaal im Kastelholmer Schloss. ISO 1250, 1/40 s., Blende 3.5. Es geht auch ohne Blitz, hier war die natürliche Raumausleuchtung so schön weich.
Die Batterieleistung
Die kleinen Akku-Quader reichen nur für durchschnittlich 250 Aufnahmen. Wenn ich viel an der Kamera herumstelle, mir die gemachten Aufnahmen ausführlich anschaue, oder viele Langzeitaufnahmen gemacht habe, können es auch weniger sein. Ich habe auch schon über 300 mit einer Akkuladung geschafft. Es ist darum ratsam, mindestens einen weiteren Akku dabei zu haben. Ich hatte zusätzlich einen günstigen Fremdakku von Bundlestar. Meiner bringt etwa ein Drittel weniger Leistung als der Original-Akku von CANON, kostet dafür auch nur ein Drittel.
Beide vollgeladenen Akkus haben mir für dreitägige Fahrradtouren ausgereicht, bei bewusster Fotografierweise. Für die Zukunft werde ich mir in jedem Fall noch einen weiteren Akku zulegen.

Das Innere der Kirche von Vardö. 800 ISO, 1/30 s., Blende 4, ohne Blitz. In Innenräumen hat die EOS M Vorteile gegenüber Kameras mit kleinerem Sensor.
Die Bedienung des Kameramenüs
An die Touchscreen-Funktion habe ich mich schnell gewöhnt, das macht Spaß. Mit der INFO-Taste und dem Q-Button komme ich damit schnell an die wichtigsten Einstellungen, was auch mangels Einstellknöpfen und -rädern nötig ist.
Den günen Vollautomatik-Modus, einstellbar am Wählring um den Auslöser, habe ich nicht mehr benutzt, er bietet mir einfach zu wenig Möglichkeiten.
Das eigentliche Kameramenü mit den Basiseinstellungen ist gegenüber dem CANON Spiegelreflexmenü einfacher geraten, und es gibt weniger Custom-Funktionen. Auf dieser Reise habe ich allerdings nur selten auf das Menü zugreifen müssen, etwa um den Autofokus-Modus umzuschalten, die Auto-ISO-Obergrenze zu ändern, oder den Bildstabilisator für eine Stativaufnahme zu deaktivieren.

Esra bekommt einen neuen Haarschnitt. 400 ISO, 1/100 s., Blende 5.6 mit Aufhellblitz. Einfach draufhalten und Abdrücken.
Was die EOS M in Zeit-, oder Blendenautomatik leider nicht macht, ist ein automatischer Override des fest vorgewählten Wertes. Das ist bei der Blendenautomatik (Tv) wichtig, weil die vorgewählte Zeit nicht verstellt wird, wenn die Blendeneinstellung an ihre Grenze gekommen ist. Und die Blendenreihe umfasst nur fünf Belichtungsstufen. Nur die Empfindlichkeit wird bis zum eingestellten Grenzwert in der Auto-ISO Einstellung erhöht.
Für die nachfolgende Bildbetrachtung lässt sich alles einstellen, von reinem Bild bis zu kompletten Bildinfos plus Histogramm, auch als Diashow. Blättern und Zoomen geht, wie vom Smartphone gewohnt, mit Fingergesten.
Aufpassen muss man, wenn man sich die EOS M eingeschaltet über die Schulter hängt. Wenn die Kamera so am Körper baumelt, nimmt sie Körperkontakte als Touch-Bedienung wahr und verstellt manchmal die ein oder andere Funktion. Einmal hat sich so bei mir die ISO-Einstellung verschoben, einige Male die Touch-Auslösung aktiviert. Dann fängt sie plötzlich an, selbständig Bilder aus der Hüfte zu schießen.

Altes Fischerboot auf den Granitschären auf Kökar. ISO 200, 1/160 s., Blende 8.
Das Sucherdisplay
Für mich ist es eine Umstellung, keinen Durchsichtssucher benutzen zu können und die Kamera vom Körper weghaltend auszulösen. Ich halte die Kamera beim Auslösen definitiv nicht so ruhig, wie meine Spiegelreflex-Kamera am Auge.
Das wirkt sich natürlich auf die Bildqualität aus, was bei kritischer Betrachtung erkennbar ist: Die Konturen wirken weicher, fluffiger, so als wäre die kamerainterne Schärfung ausgeschaltet.
Was die Angelegenheit wieder versöhnlicher macht, ist die anständige Displayhelligkeit und der Bildstabilisator. Dessen Arbeiten fällt nicht auf, effizient scheint er aber zu sein, sonst hätte ich wahrscheinlich viel mehr unscharfe Aufnahmen. Also unbedingt auf ruhige Haltung und sanftes Auslösen achten.
Das nicht klappbare Display lässt sich von schräg noch halbwegs gut betrachten. Das ist bei Über-Kopf-Aufnahmen oder bei Froschperspektive nicht ganz so komfortabel, aber machbar.

Die Kanone vom Langen Jan auf Öland. ISO 200, 1/400 s. Blende 11. Aus der Froschperspektive aufgenommen.
Die Bildqualität
Die Bildqualität liegt auf hohem Niveau, das hat sich bestätigt. Wenn ich die EOS M auf dem Stativ mit vorgewählter passender Blende und ausgeschaltetem Stabilisator einsetze, zeigt sie eindrucksvoll, was in ihr steckt.

Abendsonne auf glitzerndem Granit auf Aland. ISO 200, 1/80 s. Blende 5.6
Im Freihandeinsatz bei Programm- oder Vollautomatik ist die Schärfeleistung naturgemäß eingeschränkt. Weil hier die Kamera alle relevanten Parameter wie Zeit, Blende und ISO selbsttätig einstellt, sind die resultierenden Bilder in der Regel in Ordnung, aber nicht immer optimal.
Die Schärfentiefe reicht unter Umständen nicht aus, weil die Programm-Automatik eine zu offene Blende gewählt hat. Hier hilft die Zeitautomatik (Av) mit Vorwahl einer geeigneten Blende.
Oder die Verschlusszeit war relativ lang, dann verwischen sich schnell bewegte Objekte/Personen, und die Verwacklungsgefahr beim Auslösen erhöht sich trotz eingeschaltetem Bildstabilisator. Im Blendenautomatik-Modus (Tv) lassen sich dafür schnellere Verschlusszeiten vorwählen.
Das ist aber ein generelles fotografisches Problem, das für alle Kameras gilt, und kein spezifisches EOS M Problem.

Ein nebliger Morgen am Strand von Degersand. ISO 200, 1/160 s. Blende 8.
Das RAW-Format Bild
Die RAW-Bilder der EOS M wirken beim Import in Adobe Lightroom ausgewogen belichtet und mit angenehmem Tonwertverlauf (Picture-Style auf Standard). Viel Nachbearbeitung ist nicht nötig. Das Bildrauschen bei höheren ISO-Einstellungen ist klassenüblich für Sensoren dieser Größe. Die Rauschunterdrückung lässt sich schon in der Kamera in Stufen einstellen. Die Ergebnisse bei starker Rauschminderung sind auch bei sehr hohen ISO-Einstellungen sehr gefällig und brauchbar. Das Farbrauschen ist verschwunden, und die verbleibende Körnigikeit ist farbneutral.

Heiligengemälde im Inneren der Kirche von Kumlinge. 1600 ISO, 1/30 s., Blende 4, ohne Blitz.
Die im Weitwinkelbereich auffällige Objektivverzeichnung lässt sich mit ein paar Klicks leicht korrigieren, chromatische Aberration und Vignettierung werden von der EOS M Firmware schon in der Kamera beseitigt, falls der entsprechende Menüpunkt aktiviert ist.
Bearbeitungsmuffel fotografieren nur im JPEG-Format. Ich habe es nur kurz probiert, weil ich sonst nur RAW fotografiere, war aber positiv überrascht von den Ergebnissen. Mit der Wahl des Bildstils, der Tonwertpriorität und der Rauschunterdrückung kommt das JPEG aus der Kamera dem Ideal schon ziemlich nahe.

Kleine Hütte am Langen Erik im Norden Ölands. ISO 500, 1/60 s. Blende 5.
Was fehlt noch?
Was ich manchmal vermisst habe, ist ein größerer Zoombereich und ein schwenkbares Display.
Worauf Reisefotografen immer mehr Wert legen, ist ein eingebautes GPS-System und drahtlose Kommunikation. GPS hat die EOS M zwar nicht, ein GPS-Empfänger-Anschluss ist aber vorhanden. Mir ist das egal, da ich GPS und WiFi nicht nutze, da dies ziemlich zu Lasten der Batteriekapazität geht.
Was ich bis jetzt noch nicht ausführlich getestet habe, sind die Video-Fähigkeiten und die Erweiterung der Funktionen mit „Magic Lantern“, der bekannten Zusatz-Firmware. Erste Versuche mit Videoaufnahmen sind vielversprechend. Die Belichtung ist ausgewogen, die Tonqualität der eingebauten Mikrofone (in Stereo!) gut, der Autofokus hält die Schärfe bei automatischem Modus auf den Gesichtern, auch das manuelle Einstellen ist recht einfach.
Mal sehen, ob ich Zeit dafür finde.Es wäre fein, wenn ihr mir Rückmeldung geben könntet, ob ihr auch daran interessiert seid.

Das Kreuz von Kapelludden bei Sonnenaufgang. ISO 200, 1/160 s. Blende 8
Zweites Fazit
Die Canon EOS M war die letzten neun Wochen in Schweden, auf den Åland-Inseln, auf Öland und auf Bornholm immer mit dabei. Sie hat sich tapfer geschlagen und ist ihrer Aufgabe als Reisekamera gerecht geworden.
Uneingeschränkt kann ich sie trotzdem nicht empfehlen, wer sie haben möchte, sollte sich der Kritikpunkte bewusst sein.
Der wertige Eindruck hat sich bestätigt, Kameraoberfläche und Display sind sehr kratzfest und noch wie neu.
Der kleine Aufsteckblitz ist eine wertvolles Zubehörteil und kommt oft zum Einsatz. Inzwischen läuft er auf seinem dritten Batteriesatz (2 AAA-Batterien).

Nach Sonnenuntergang im Hafen von Jurmo. ISO 200, 1/100 s., Blende 7.1
Die Autofokus-Performance ist die größte Schwäche der EOS M. Auch wenn der Kamera Spontanität und Spritzigkeit abgeht, bin ich trotzdem in den meisten Situationen damit klar gekommen. Etwas Einarbeitung und Ausprobieren der Autofokus-Einstellungen ist nötig, um die EOS M an die eigene Fotografierweise anzupassen.
Die schwache Batteriekapazität der kompakten Akkus lässt sich durch Mitnahme von Reserveakkus ausgleichen.
Die Bildqualität ist sehr gut. Wer allerdings nur im Vollautomatik-Modus und aus der Hand fotografiert, verschenkt einiges an Potential.
Das Preis-Leistungsverhältnis für eine Kamera mit APS-C Sensor ist nach wie vor fantastisch gut. Edelkompakte mit kleinerem Aufnahmechip kosten oft das Doppelte oder Dreifache. Spiegellose Systemkameras bieten flotteren Autofokus, Klappdisplays oder elektronische Durchsichtssucher, spielen dafür preislich auch in einer ganz anderen Liga.

Kiefernwald auf Öland im Nachmittagslicht. ISO 200, 1/100 s. Blnede 7.1

Ein Männlein steht im Walde. Pilze wuchsen überall. ISO 200, 1/100 s. Blende 5.6

Noah erkundet die prähistorische Burg von Eketorp. ISO 200 1/250 s. Blende 10

Langzeitbelichtung: Steilküste mit rosa Granitfelsen, Nord-Öland. ISO 200, 20 s. Blende 22, 1000-fach Graufilter, Stativ

Langzeitbelichtung der Neptuns Acker in Nord-Öland

Spuren und Steine am Sandstrand. ISO 200, 1/320 s. Blende 13

Ein Zwiebelbild zum Erntefest auf Öland. ISO 200, 1/160 s. Blende 8

Die Dronte im Visitor-Center am Langen Jan auf Öland. ISO 500, 1/40 s., Blende 3.5

Langzeitabelichtung: Steilküste mit rosa Granitfelsen im Meer, Nord-Öland. ISO 200, 8 s. Blende 16, 1000-fach Graufilter, Stativ

Regen droht am Schiffswrack auf dem Strand von Trollskogen. ISO 40, 1/200 s. Blende 11 mit Aufhellblitz

Mit Spinnennetzen übersäte Herbstwiese in Schweden. ISO 200, 1/2500 s. Blende 4

Ein Sortiment von Schnitzwaren aus Stefans Workshop. ISO 200, 1/80 s,. Blende 5.6

Noah schnitzt sich ein Messer auf dem Schnitzpferd. ISO 400, 1/200 s. Blende 9, mit Aufhellblitz

Burgarbeiter aus Drahtrollen im Kastelholmer Schloss. ISO 400, 1/100 s., Blende 5.6

Brandung an der aländischen Schärenküste. ISO 200, 1/250 s., Blende 10

Zerfallende Scheune im Mittagslicht auf Brändö. ISO 200 1/320 s., Blende 11.

Gabi fotografiert in der Dämmerung am Meer. ISO 400, 1/80 s., Blende 5.6, Aufhellblitz.

Saunahäuschen auf den Schärenfelsen von Brändö. ISO 200, 1/320 s., Blende 11.

Unsere Fähre nach Aland kommt an. ISO 200 1/250 s., Blende 10
Esra nutzte die EOS M oft auf seinen wochenlangen Radreisen
Terra, Allradler und Naturfoto – Magazine zu gewinnen, Ausstellungen
Im Newsletter hatte ich bereits erwähnt: wir sind wieder daheim. Leider! Bornholm, die letzte Ostseeinsel, die wir besuchten, war ganz besonders abwechslungsreich und ein Traum für Meeresliebhaber. Und das bin ich ja! Der Abschied fiel mir also ganz besonders schwer. Überhaupt sind für mich die letzten Tage einer langen Reisen immer schwierig. Ich schaffe es dann nicht mehr live zu berichten, weil ich jede Sekunde an den Stränden und in den Wäldern verbringe und es nicht mehr im Mobil aushalte! Ja, ich bin wohl „meeressüchtig“.
Natürlich haben wir noch Einiges über Bornholm zu berichten – ich setze mich die Tage dran, damit ihr meine Begeisterung für diese kleine Insel in der Ostsee teilen könnt!
Magazine im November 2014
Veröffentlichungen in Magazinen
Im moment gibt es drei Magazine am Kiosk mit Artikeln von uns.
Wir möchten ein paar Magazine zum Kennenlernen an unsere Leser abgeben! Schreib einfach im Kommentar, welches Magazin Du haben möchtest. Wir werden per Los entscheiden!
Unterstütze unseren Blog, indem Du Deinen Freunden drüber erzählst und Beiträge, die Dir gefallen in Deinen Social Media Kanälen teilst. (Wenn Du uns das im Kommentar schreibst verdoppelst Du Deine Chancen auf ein Magazin).
Zwei Ausstellungen zum Jahresende
Am 7.11. 2014 sind wir Teil einer Gruppenausstellung in Gau Algesheim. Unser Thema dort sind Leuchttürme und Meer.
Am 8.11.2014 habe ich eine eigene Ausstellung in Merchweiler. Passend zum Artikel in der Naturfoto ist das Thema dort WELLEN – Pulsschlag der Meere.
Falls Du in der Nähe wohnst und uns kennenlernen möchtest, dann komme zu einer der Ausstellungen und sprech uns an. Wir freuen uns auf Dich!
Fünf Kalender – Sehnsucht nach dem Meer, Leuchttürme, Norwegen, Schottland und Meereswelten
Auf der Titelseite des Blogs sind nun alle fünf Kalender für 2015 abgebildet und verlinkt! Cool was? Wir haben fünf eigene Kalender dieses Jahr! Das wäre übrigens auch wirklich toll, wenn da jemand Lust hat, eine Rezension bei Amazon zu schreiben! Na? Mutige vor!
PS Ricarda, Gabi M, Edeltraud und Ursula – unsere treuen Kommentatoren und somit meine wichtigsten Motivatoren für den stetigen Fluß neuer Blogbeiträge bekommen ganz sicher eines der Magazine. Lasst uns nur wissen, welches ihr haben möchtet! DANKE für Eure Treue! Eure Kommentare sind enorm wichtig für mich, echt! Michael – Danke für die technische Unterstützung unseres Blog! Welches Magazin möchtest Du?
Die EOS M als Reisekamera
Ein ausführlicher Praxistest
Auf unserer aktuellen Ostsee-Insel-Reise habe ich die Canon EOS M
als Reisekamera eingesetzt. Dabei verwendete ich sie bewusst so, wie wahrscheinlich die meisten Leute ihre Kameras benutzen: als Schnappschusskamera ohne großes Zubehör und ohne Stativ. Nach über neun Wochen und knapp 8000 Aufnahmen will ich hier an meinen ersten Kurzbericht anknüpfen.
Morgenlicht fällt auf die Eichenallee. ISO 200, 1/250 s. Blende 8.
Die Bauweise und Bildqualität hatte ich schon im ersten Artikel positiv bewertet, daran hat sich auch nichts geändert. Nun liegt mein Hauptaugenmerk auf dem täglichen Einsatz, der Autofokus-Performance, der Batteriekapazität, der Menübedienung und dem Umgang mit dem Sucherdisplay.
Die EOS M zwischen Immer-Dabei-Kamera und Spieglreflex-Ersatz
Gegenüber meiner Spiegelreflex-Kamera ist die EOS M schon ein gewaltiges Stück leichter und kleiner, obwohl beide einen 18 Megapixel APS-C Sensor haben. Im Wohnmobil lag sie griffbereit da, und ein großes „Nimm mich mit!“ schwebte ständig über ihr. Auf unseren Radtouren und Wanderungen hat sie uns immer begleitet.
Dicke Wolken ziehen am langen Sandstrand der Böda-Bucht auf. ISO 200, 1/320 s. Blende 11
Sie ist keine reine Hosentaschenkamera, es sei denn, die Hose hätte weit ausladende Cargo-Taschen. Eine kleine Hüft- oder Umhängetasche ist für das Transportieren von Kamera, Blitz, Ersatzbatterie und eventuell noch Filter und was zu Knabbern empfehlenswert. Beim Fahrradfahren waren die Teile sicher in derLenkertasche aufgehoben. An den kaum ausgeprägten Handgriff habe ich mich inzwischen gewöhnt.
Im Gegensatz zu meiner Spiegelreflex habe ich bei der EOS M mehr Automatiken aktiviert: Flexibler Autofokus-Modus, Programmautomatik und Auto-ISO sollen für unbeschwerte Schnappschuss-Bereitschaft sorgen. Den Auto-ISO Bereich habe ich während der Reise auf maximal 1600 ISO begrenzt. Das ist O.K. für die meisten Situationen, nur bei einem nächtlichen Lagerfeuer im Wald musste ich manuell auf 12800 ISO hochgehen, mit dem entsprechend körnigen Resultat.
Outdoorcamping nachts im Wald. Die Kids machen ein Lagerfeuer. ISO 400, 1/60 s. Blende 4.5, hier mit Blitzeinsatz
Die Einschaltzeit geht in Ordnung. Ich schalte die EOS M ein, und bis ich den Objektivdeckel abgenommen habe, ist sie schussbereit. Apropos Objektivdeckel, Der kann leicht verloren gehen, weil er nicht gesichert ist (meiner ist noch drauf). Vorsichtige Naturen können mit einer heißen Nadel ein Loch hineinbrennen und ihn mit einer Schnur an den Tragriemen binden.
Insgesamt macht es Spaß, die EOS M und den Blitz zu allen möglichen Gelegenheiten mitzunehmen und zu nutzen.
Aland, Wanderung im Inselwald. 200 ISO, 1/125 s., Blende 8.
Die Autofokus-Performance
Wenn ich die automatische Gesichts- und Bewegungserkennung mit flexiblen Autofokus-Feldern aktiviert habe, beschleicht mich hin und wieder das Gefühl, dass die Kamera etwas Bedenkzeit braucht, wenn die vor ihr liegende Szene keine eindeutige Analyse zulässt. Ist da Bewegung? Sind da Gesichter im Bildrahmen? Und nicht immer legt das System dann die Schärfe dahin, wohin ich sie haben will.
Spinne am Morgen. Wie Perlen hängen die Tautropfen im Netz. ISO 200, 1/200 s. Blende 9. Man muss sich nur entscheiden, wohin man scharfstellen will.
Wenn ich also den Fokus auf bestimmte Bilddetails legen will, schalte ich den Autofokus-Modus um und wähle das gewünschte Messfeld per Touchscreen aus. Das dauert unter Umständen eine Idee länger, dafür habe ich die Schärfe auch da, wo sie hin soll.
Der Nachteil dabei ist, dass ungewollte Berührungen des Displays das Messfeld dahin verschieben, wo es nichts zu suchen hat. Ich habe einige Male nicht darauf geachtet, und die Kamera hat bei Personenaufnahmen auf den Hintergrund in der Ecke scharfgestellt.Also: die Scharfstellung immer im Blick halten!
Wo sind die Grenzen der Autofokus-Leistung?
Zum einen bei bewegten Motiven, insbesondere wenn das Motiv schnell auf mich zukommt. Da ich meist im One-Shot-Modus arbeite, habe ich das Problem wahrscheinlich noch verschärft. Ich muss das bei Gelegenheit noch im Continous-Modus testen.
Ich habe oft mein Motiv fokussiert und mit halb durchgedrücktem Auslöser die Position gespeichert. Dann habe ich den richtigen Moment abgewartet und abgedrückt, dabei hat die EOS M verzögerungsfrei ausgelöst.
Ein Highland-Bulle auf Jurmo stellt sich uns in den Weg. ISO 200, 1/100 s., Blende 5.6, Blitzen hab ich mich nicht getraut.
Zum anderen hat die EOS M bei wenig Kontrast in sehr schwachem Licht Probleme. Hier sucht das Autofokussystem oft vergeblich eine verwertbare Bildpartie. Und beim Fotografieren von Sonnenreflexionen auf dem Meer weigerte sie sich auch. Das hat micht erst geärgert, dann hat es meine 7D genauso gemacht. Pattsituation, das steht übrigens bei fast allen Kameras in der Anleitung: Autofokus funktioniert nicht bei stark reflektierenden Motiven.
Schilf im Gegenlicht. ISO 200 1/250 s. Blende 10. Auf das Schilf hat die EOS M problemlos scharfgestellt.
Im Weitwinkelbereich scheint mir der Autofokus schneller zu arbeiten, als bei den längeren Brennweiten.
Manueller Fokus
Und wenn der Autofokus in einer wichtigen Situation gar nicht will (z.B. beim Einsatz starker Graufilter bei ungünstigen Lichtverhältnissen), lässt sich die EOS M manuell fokussieren.
Langzeitbelichtung: Steilküste mit rosa Granitfelsen, Nord-Öland. ISO 200, 20 s. Blende 22, 1000-fach Graufilter, Stativ. Manuelles Scharfstellen.
Ich gebe zu, ich habe etwas gebraucht, um ohne Handbuch herauszufinden, wie das vonstatten geht. Am Objektiv ist der vorne liegende Schärfeeinstellring hat keine Markierungen und fällt erst Mal gar nicht auf.
Im Kameramenü muss MF oder AF+MF gewählt sein, um überhaupt manuell scharfstellen zu können. Dann muss man nur noch wissen, dass das Antippen des Lupensymbols unten rechts im Display den gewählten Fokusbereich in zwei Stufen vergrößert. Dann steht einer exakten manuellen Scharfstellung nichts mehr im Weg. Das ist mehr für die Arbeit mit Stativ, geht aber auch aus der Hand. Ich bin froh, dass ich diese Mögichkeit habe, auch fürs Videofilmen, wo manuelle Scharfstellung weit verbreitet ist.
Nach dem Sonnenuntergang. Neptuns Acker in Nord-Öland. ISO 800, 1/13 s. Blende 5.6 mit Kleinstativ Gorillapod, das eigentlich für die GoPro gedacht ist.
Generell ist die EOS M für eine ruhige Fotografierweise gedacht. Reiseimpressionen, Leute portraitieren, Landschaften, Details und begrenzt auch Nahaufnahmen (für richtige Makros lassen sich Nahlinsen ins Filtergewinde schrauben), sind ihr Metier. Einschalten, aufs Motiv richten, scharfstellen und auslösen dauert in gewissen Situationen zu lange, wenn man zum Beispiel spontan seitlich aus dem fahrenden Auto Schnappschüsse festhalten will.
Neugierige Pferde vor der Ruine von St. Britas Kapelle. ISO 200, 1/250 s. Blende 10. Kaum wollte ich sie fotografieren, kamen sie schon auf mich zu.
Der mitgelieferte Mini-Aufsteckblitz
Fast hätte ich vergessen, den Miniblitz zu erwähnen. Ich benutze ihn hauptsächlich zur Aufhellung bei Personen- und Detailaufnahmen im Gegen- oder Seitenlicht. Das geht in der Programmautomatik am einfachsten, bei Zeitautomatik kommt es bei wenig Umgebungslicht zu sehr langen Belichtungszeiten. Dafür säuft bei der Programmautomatik in dieser Situation der Hintergrund ab. Man kann sich immerhin aussuchen, wie man es gerne hätte.
Nach dem Regen, einer freut sich, eine schaut kritisch. ISO 400, 1/200 s. Blende 7.1 mit Aufhellblitz.
Amy prüft die Temperatur vom Meerwasser. ISO 250 1/200 s. Blende 20, mit Aufhellblitz
Die Blitzleistung regele ich mit der Blitzbelichtungskorrektur eine bis ein-2/3 Stufen herunter, damit der Blitz nicht zu aufdringlich wirkt. Für diese Zwecke ist die Leistung des Zwerges mehr als ausreichend, und sehr batteriehungrig ist er auch nicht. Mit zwei Mikrozellen (AAA-Batterien) kommt er eine ganze Weile aus.
Zur Raumausleuchtung kann der Miniblitz auch benutzt werden, dabei geht die EOS M bei größeren Räumen mit der ISO hoch. Allerdings fehlt mir das indirekte Blitzen. Blitzfans können natürlich alle EOS-fähigen Blitze draufsetzen, oder diese sogar über den kleinen Blitz fernsteuern.
Empfangssaal im Kastelholmer Schloss. ISO 1250, 1/40 s., Blende 3.5. Es geht auch ohne Blitz, hier war die natürliche Raumausleuchtung so schön weich.
Die Batterieleistung
Die kleinen Akku-Quader reichen nur für durchschnittlich 250 Aufnahmen. Wenn ich viel an der Kamera herumstelle, mir die gemachten Aufnahmen ausführlich anschaue, oder viele Langzeitaufnahmen gemacht habe, können es auch weniger sein. Ich habe auch schon über 300 mit einer Akkuladung geschafft. Es ist darum ratsam, mindestens einen weiteren Akku dabei zu haben. Ich hatte zusätzlich einen günstigen Fremdakku von Bundlestar. Meiner bringt etwa ein Drittel weniger Leistung als der Original-Akku von CANON, kostet dafür auch nur ein Drittel.
Beide vollgeladenen Akkus haben mir für dreitägige Fahrradtouren ausgereicht, bei bewusster Fotografierweise. Für die Zukunft werde ich mir in jedem Fall noch einen weiteren Akku zulegen.
Das Innere der Kirche von Vardö. 800 ISO, 1/30 s., Blende 4, ohne Blitz. In Innenräumen hat die EOS M Vorteile gegenüber Kameras mit kleinerem Sensor.
Die Bedienung des Kameramenüs
An die Touchscreen-Funktion habe ich mich schnell gewöhnt, das macht Spaß. Mit der INFO-Taste und dem Q-Button komme ich damit schnell an die wichtigsten Einstellungen, was auch mangels Einstellknöpfen und -rädern nötig ist.
Den günen Vollautomatik-Modus, einstellbar am Wählring um den Auslöser, habe ich nicht mehr benutzt, er bietet mir einfach zu wenig Möglichkeiten.
Das eigentliche Kameramenü mit den Basiseinstellungen ist gegenüber dem CANON Spiegelreflexmenü einfacher geraten, und es gibt weniger Custom-Funktionen. Auf dieser Reise habe ich allerdings nur selten auf das Menü zugreifen müssen, etwa um den Autofokus-Modus umzuschalten, die Auto-ISO-Obergrenze zu ändern, oder den Bildstabilisator für eine Stativaufnahme zu deaktivieren.
Esra bekommt einen neuen Haarschnitt. 400 ISO, 1/100 s., Blende 5.6 mit Aufhellblitz. Einfach draufhalten und Abdrücken.
Was die EOS M in Zeit-, oder Blendenautomatik leider nicht macht, ist ein automatischer Override des fest vorgewählten Wertes. Das ist bei der Blendenautomatik (Tv) wichtig, weil die vorgewählte Zeit nicht verstellt wird, wenn die Blendeneinstellung an ihre Grenze gekommen ist. Und die Blendenreihe umfasst nur fünf Belichtungsstufen. Nur die Empfindlichkeit wird bis zum eingestellten Grenzwert in der Auto-ISO Einstellung erhöht.
Für die nachfolgende Bildbetrachtung lässt sich alles einstellen, von reinem Bild bis zu kompletten Bildinfos plus Histogramm, auch als Diashow. Blättern und Zoomen geht, wie vom Smartphone gewohnt, mit Fingergesten.
Aufpassen muss man, wenn man sich die EOS M eingeschaltet über die Schulter hängt. Wenn die Kamera so am Körper baumelt, nimmt sie Körperkontakte als Touch-Bedienung wahr und verstellt manchmal die ein oder andere Funktion. Einmal hat sich so bei mir die ISO-Einstellung verschoben, einige Male die Touch-Auslösung aktiviert. Dann fängt sie plötzlich an, selbständig Bilder aus der Hüfte zu schießen.
Altes Fischerboot auf den Granitschären auf Kökar. ISO 200, 1/160 s., Blende 8.
Das Sucherdisplay
Für mich ist es eine Umstellung, keinen Durchsichtssucher benutzen zu können und die Kamera vom Körper weghaltend auszulösen. Ich halte die Kamera beim Auslösen definitiv nicht so ruhig, wie meine Spiegelreflex-Kamera am Auge.
Das wirkt sich natürlich auf die Bildqualität aus, was bei kritischer Betrachtung erkennbar ist: Die Konturen wirken weicher, fluffiger, so als wäre die kamerainterne Schärfung ausgeschaltet.
Was die Angelegenheit wieder versöhnlicher macht, ist die anständige Displayhelligkeit und der Bildstabilisator. Dessen Arbeiten fällt nicht auf, effizient scheint er aber zu sein, sonst hätte ich wahrscheinlich viel mehr unscharfe Aufnahmen. Also unbedingt auf ruhige Haltung und sanftes Auslösen achten.
Das nicht klappbare Display lässt sich von schräg noch halbwegs gut betrachten. Das ist bei Über-Kopf-Aufnahmen oder bei Froschperspektive nicht ganz so komfortabel, aber machbar.
Die Kanone vom Langen Jan auf Öland. ISO 200, 1/400 s. Blende 11. Aus der Froschperspektive aufgenommen.
Die Bildqualität
Die Bildqualität liegt auf hohem Niveau, das hat sich bestätigt. Wenn ich die EOS M auf dem Stativ mit vorgewählter passender Blende und ausgeschaltetem Stabilisator einsetze, zeigt sie eindrucksvoll, was in ihr steckt.
Abendsonne auf glitzerndem Granit auf Aland. ISO 200, 1/80 s. Blende 5.6
Im Freihandeinsatz bei Programm- oder Vollautomatik ist die Schärfeleistung naturgemäß eingeschränkt. Weil hier die Kamera alle relevanten Parameter wie Zeit, Blende und ISO selbsttätig einstellt, sind die resultierenden Bilder in der Regel in Ordnung, aber nicht immer optimal.
Die Schärfentiefe reicht unter Umständen nicht aus, weil die Programm-Automatik eine zu offene Blende gewählt hat. Hier hilft die Zeitautomatik (Av) mit Vorwahl einer geeigneten Blende.
Oder die Verschlusszeit war relativ lang, dann verwischen sich schnell bewegte Objekte/Personen, und die Verwacklungsgefahr beim Auslösen erhöht sich trotz eingeschaltetem Bildstabilisator. Im Blendenautomatik-Modus (Tv) lassen sich dafür schnellere Verschlusszeiten vorwählen.
Das ist aber ein generelles fotografisches Problem, das für alle Kameras gilt, und kein spezifisches EOS M Problem.
Ein nebliger Morgen am Strand von Degersand. ISO 200, 1/160 s. Blende 8.
Das RAW-Format Bild
Die RAW-Bilder der EOS M wirken beim Import in Adobe Lightroom ausgewogen belichtet und mit angenehmem Tonwertverlauf (Picture-Style auf Standard). Viel Nachbearbeitung ist nicht nötig. Das Bildrauschen bei höheren ISO-Einstellungen ist klassenüblich für Sensoren dieser Größe. Die Rauschunterdrückung lässt sich schon in der Kamera in Stufen einstellen. Die Ergebnisse bei starker Rauschminderung sind auch bei sehr hohen ISO-Einstellungen sehr gefällig und brauchbar. Das Farbrauschen ist verschwunden, und die verbleibende Körnigikeit ist farbneutral.
Heiligengemälde im Inneren der Kirche von Kumlinge. 1600 ISO, 1/30 s., Blende 4, ohne Blitz.
Die im Weitwinkelbereich auffällige Objektivverzeichnung lässt sich mit ein paar Klicks leicht korrigieren, chromatische Aberration und Vignettierung werden von der EOS M Firmware schon in der Kamera beseitigt, falls der entsprechende Menüpunkt aktiviert ist.
Bearbeitungsmuffel fotografieren nur im JPEG-Format. Ich habe es nur kurz probiert, weil ich sonst nur RAW fotografiere, war aber positiv überrascht von den Ergebnissen. Mit der Wahl des Bildstils, der Tonwertpriorität und der Rauschunterdrückung kommt das JPEG aus der Kamera dem Ideal schon ziemlich nahe.
Kleine Hütte am Langen Erik im Norden Ölands. ISO 500, 1/60 s. Blende 5.
Was fehlt noch?
Was ich manchmal vermisst habe, ist ein größerer Zoombereich und ein schwenkbares Display.
Worauf Reisefotografen immer mehr Wert legen, ist ein eingebautes GPS-System und drahtlose Kommunikation. GPS hat die EOS M zwar nicht, ein GPS-Empfänger-Anschluss ist aber vorhanden. Mir ist das egal, da ich GPS und WiFi nicht nutze, da dies ziemlich zu Lasten der Batteriekapazität geht.
Was ich bis jetzt noch nicht ausführlich getestet habe, sind die Video-Fähigkeiten und die Erweiterung der Funktionen mit „Magic Lantern“, der bekannten Zusatz-Firmware. Erste Versuche mit Videoaufnahmen sind vielversprechend. Die Belichtung ist ausgewogen, die Tonqualität der eingebauten Mikrofone (in Stereo!) gut, der Autofokus hält die Schärfe bei automatischem Modus auf den Gesichtern, auch das manuelle Einstellen ist recht einfach.
Mal sehen, ob ich Zeit dafür finde.Es wäre fein, wenn ihr mir Rückmeldung geben könntet, ob ihr auch daran interessiert seid.
Das Kreuz von Kapelludden bei Sonnenaufgang. ISO 200, 1/160 s. Blende 8
Zweites Fazit
Die Canon EOS M war die letzten neun Wochen in Schweden, auf den Åland-Inseln, auf Öland und auf Bornholm immer mit dabei. Sie hat sich tapfer geschlagen und ist ihrer Aufgabe als Reisekamera gerecht geworden.
Uneingeschränkt kann ich sie trotzdem nicht empfehlen, wer sie haben möchte, sollte sich der Kritikpunkte bewusst sein.
Der wertige Eindruck hat sich bestätigt, Kameraoberfläche und Display sind sehr kratzfest und noch wie neu.
Der kleine Aufsteckblitz ist eine wertvolles Zubehörteil und kommt oft zum Einsatz. Inzwischen läuft er auf seinem dritten Batteriesatz (2 AAA-Batterien).
Nach Sonnenuntergang im Hafen von Jurmo. ISO 200, 1/100 s., Blende 7.1
Die Autofokus-Performance ist die größte Schwäche der EOS M. Auch wenn der Kamera Spontanität und Spritzigkeit abgeht, bin ich trotzdem in den meisten Situationen damit klar gekommen. Etwas Einarbeitung und Ausprobieren der Autofokus-Einstellungen ist nötig, um die EOS M an die eigene Fotografierweise anzupassen.
Die schwache Batteriekapazität der kompakten Akkus lässt sich durch Mitnahme von Reserveakkus ausgleichen.
Die Bildqualität ist sehr gut. Wer allerdings nur im Vollautomatik-Modus und aus der Hand fotografiert, verschenkt einiges an Potential.
Das Preis-Leistungsverhältnis für eine Kamera mit APS-C Sensor ist nach wie vor fantastisch gut. Edelkompakte mit kleinerem Aufnahmechip kosten oft das Doppelte oder Dreifache. Spiegellose Systemkameras bieten flotteren Autofokus, Klappdisplays oder elektronische Durchsichtssucher, spielen dafür preislich auch in einer ganz anderen Liga.
Kiefernwald auf Öland im Nachmittagslicht. ISO 200, 1/100 s. Blnede 7.1
Ein Männlein steht im Walde. Pilze wuchsen überall. ISO 200, 1/100 s. Blende 5.6
Noah erkundet die prähistorische Burg von Eketorp. ISO 200 1/250 s. Blende 10
Esra nutzte die EOS M oft auf seinen wochenlangen Radreisen
Das Dörfchen Arnager – unscheinbar einzigartig
Das Wetter am Sonntag Nachmittag war wenig feierlich. Eine dünne graue Wolkendecke lag vor der Sonne und tauchte alles in ein tristes, melancholiches Licht. Ein paar Kilometer südöstlich von Rønne, hinter dem Flughafen von Bornholm, fuhren wir zum Fischerdörfchen Arnager. Eigentlich ganz unspektakulär und mit seinen ungefähr 150 Einwohnern auch nicht gerade lebhaft, wenn da nicht ein paar interessante Fakten wären.
1. Arnager hat die längste Holzbrücke Dänemarks, wenn nicht sogar die längste Skandinaviens. Weil der küstennahe Hafen permanent versandete, entschlossen sich die Arnager Fischer, den Bootshafen inselförmig nach draußen ins Meer zu verlegen. Der Zugang erfolgte über die 200 Meter lange Holzbrücke. Übrigens gibt es einen weiteren solchen Inselhafen in Snogebæk, mit allerdings kürzerer Holzbrücke.
Noah auf der Holzbrücke zum Hafen
Boote im Hafen
Unter der Holzbrücke
Eine Langzeitbelichtung der 200m langen Holzbrücke von Anager
Eine Langzeitbelichtung der 200m langen Holzbrücke von Anager
2. Kurz hinter dem Strand steigen steile Kalksteinklippen bis zu 20 Meter in die Höhe. Diese Klippen laden nicht unbedingt zum Klettern ein. Sie wirken eher bröckelig, wie aus Millionen kleiner Kalkbrocken zusammengewürfelt.
markante Steilküste
erstaunliche Pflanzenkraft
Auch auf Kalkstein kann noch was wachsen
3. In den 90er Jahren wurden im Lehmboden östlich des Dorfes Fußabdrücke von Dinosauriern entdeckt. Die größten dieser Dinofüße waren 45 cm lang. Die haben wir leider nicht besucht.
4. Arnager ist das älteste Dorf auf Bornholm. Das bedeutet zwar nicht, dass es uralt ist, denn schon eine ganze Weile vorher siedelten die Bornholmer Bauern kreuz und quer auf der Insel. Halt als Einzelkämpfer, und nicht in Dörfern organisiert.
5. Nördlich von Arnager liegt ein Hünengrab aus der Jungsteinzeit, also zirka 5000 Jahre alt. Solche Gräber werden von den Dänen Jættestue genannt, was Riesenstube bedeutet.
Wir schauten uns an dem trüben Tag nicht alles an. Wir liefen nur am Strand entlang, warfen einem verspielten Hund Steinchen und schlenderten über und unter der langen Holzbrücke. Es war entspannend und duftete wie fast überall nach modrigem Tang, also so richtig meerig.
ein gutgelaunter Spaniel
wie von Farben übergossen
Ich fand mein Herz am Strand
Unsere Hauptseite von Bornholm
Rundkirche Østerlars in Bornholm
Rundkirche Østerlars – von Noah
Eines der bekanntesten Bauwerke Bornholms ist die Rundkirche von Østerlars. Sie ist die größte und älteste der vier auf der Insel gelegenen Rundkirchen, erkennbar vor allem an ihrer massigen Bauart und dem spitzen Dachwerk.
Man nimmt an, dass die Kirche im Jahr 1160, in Ehren des Heiligen St.Laurentius errichtet wurde, daher auch das „Lars“ im Namen. Damals diente es den Bewohnern des Umlandes nicht nur als Hause Gottes, sondern auch als sicheres Versteck vor angreifenden Feinden. Vom Dach aus, welches ursprünglich flach und begehbar war, konnte man weit über die Landschaft blicken, und eventuelle Angreifer mit Bögen und Armbrüsten auf Distanz zu halten. Die kleinen, kreisförmig angeordneten Löcher hoch an der Außenmauer dienten als Halterung für die Pfosten einer weiteren hölzernen Schützengalerie. Diese konnte, je nach Bedarf, auf und abgebaut werden.
Mit der Zeit wurde die Kirche mehrere Male restauriert und ausgebaut. Die ursprünglichen Fenster wurden vergrößert und Pfeiler an den Seiten angebracht, um das Mauerwerk zu stabilisieren. Im 16 Jahrhundert, als Angriffe von Plünderern immer unwahrscheinlicher wurden, setzte man schließlich das heutige Dach auf die nun ungenutzten Wehrgänge.
Heute ist Østerlars eines der Wahrzeichen der Insel und wird auf zahlreichen Postkarten und Souvenirs abgebildet. Über 12.000 Touristen besuchen die Kirche jährlich.
Im Innern der Rundkirche
Das Dach der Rundkirche
Im Innern der Rundkirche
Die Osterlars Kirche von Bornholm
Die Osterlars Kirche von Bornholm
Detail der Osterlars Rundkirche
Detail der Osterlars Rundkirche
Unsere Hauptseite von Bornholm
Wellen am steinigen Ende der Insel Bornholm
Der Morgen war freundlich, wir zogen früh los. Die Sonne versteckte sich hinter Wolken, die tief am Horizont hingen. Wie schade! Wir waren trotzdem vor sieben unterwegs und wanderten entlang der Küste. Der kleine Strand bei Teijn war beschaulich. Der Wanderpfad war gemütlich, das heißt gut angelegt und einfach zu laufen. Wir fotografierten wieder mal, die Kids ließen wir ausschlafen. Eine Horde Gärtner war am Schaffen, der Lärm passte nicht so zur Idylle, aber es war schön hinterher über die Felsen klettern zu können ohne in Hecken hängen zu bleiben. Auf den Fotos sieht man ja den Lärm der Motorsensen nicht. Das Licht hinter der dünnen Wolke war dann doch viel besser als gedacht. Ich mochte die Fotos hinter her sehr! Als die Sonne nämlich hinter der Wolkendenke hervorlugte war sie bereits zu stark und es sah nicht mehr so friedlich, sondern eher wie hellster Tag aus.
Sonnenaufgang am Sandstrand
Ein Fels im Meer
Glitzern auf dem Wasser
Wir frühstückten noch ganz ausgiebig und fuhren dann die wenigen km nach Sandvig. Den Strand dort und die Hafenpromenade hatten wir noch nicht wirklich angesehen. Wir fahren also je nach Licht und Wellengang ziemlich auf der Insel hoch und runter und kreuz und quer. Was tun wir nicht alles für ein gutes Foto! Und wirklich groß ist die Insel ja nicht.
Wir waren tatsächlich an diesem Tag am rechten Ort! In Sanvig war das Meer sehr ruhig aber unglaublich klar. Kaum waren wir Richtung Salomons Kapelle gelaufen, sahen wir, dass auf dieser Seite die Wellen knallten. Ich hatte das Stativ nicht mit. Dumm!
Steinkreis am Hammer
Felsenstrand und Wellen
Ah, das Rauschen der Wellen und eine Langzeitbelichtung
Abendstimmung an der felsigen Küste
Der Leuchtturm Hammer Odde Fyr
So liefen wir zurück und holten den Rest der Fotoausrüstung. Wir aßen nur einen kurzen Imbiss, um gestärkt zu sein und dann schnell los, damit wir vor Sonnenuntergang noch was von den Wellen haben.
Wow – das war schön, mal wieder am Hammer, den steinigen, nördlichen Ende von Bornholm zu wandern. Vor allem bei Wellengang und im sonnigen Abendlicht. Es war genial!
Der Campingplatz von Sanvig ist in einer Liste für Quick Stopps gelistet. D.h. Man darf abends spät ankommen, vor der Schranke parkten, Strom tanken und man zahlt nur ca. 100 Kronen. Leider stand das nur in der Liste, nicht aber beim Campingplatz. Ich fragte mich durch. „Nein, das bieten wir nicht an. Eine Familie mit zwei Teenagern, zahlt für vier Erwachsene, also viermal 70 Kronen plus 30 Kronen für Strom. Das Mobil kostet in der Nebensaison nichts“ wurde mir gesagt. Das sind so 44 Euro für uns, für eine Nacht. Wir zogen weiter! Zehn Plätze mit Quick Stop soll es auf Bornholm geben. Einen, den bei Sandkaes, haben wir gefunden.
Unsere Hauptseite von Bornholm
Svaneke und Jons Kapell, Bornholm
Wir übernachteten am Balka Strand – es regnete. Der Tang, den der Sturm tonnenweise auf den Sand geworfen hatte, moderte stinkend vor sich hin. Ich mag den Geruch ja sehr, meine Familie eher nicht. Irgendwie erinnert er mich an die Bretagne. Am Leuchtturm von Eckmühl riecht es immer so. Ich machte tatsächlich GANZ ohne Kamera einen Spaziergang am Strand. Es war schön: der nasse Sand, der Tang, die seichten Wellen und die frische Luft. Es war ruhig, ich genoss!
Die östlichste und schönste Stadt Dänekarks – Svaneke: Bonbons an jeder Ecke
Wir fuhren noch mal nach Svaneke, um dort die Stadt zu besichtigen. Die tiefhängenden Wolken regneten keineswegs ab, sie verzogen sich und wir bummelten durch das Städtchen. Übrigens ist Svaneke das östlichste Städtchen Dänemarks. Hatte ich nicht gesagt, dass Bornholm alle Rekorde schlägt? Wir schauten uns zahlreiche Bonbonfabriken an. Kauften jedoch keine Bonbons, sonder nur zwei Kühlschrankmagnete – ein paar Souvenirs müssen dann doch sein!
Ein Fischer im Hafen von Svaneke
Noah und Amy im Bonbonladen im Hafen von Svaneke
Fudges
Bornholm Spezialitäten
In der nächsten Bonbonfabrik
Da war gerade eine Schulklasse vor Ot, die kauften sehr viel ein
Ein Wasserturm auf drei Beinen – und was hat der mit der Oper von Sydney zu tun?
Jørn Utzon – der Architekt der Sydney-Oper – gestaltete auch den Wasserturm in Svaneke. Wir sahen ihn aus der Ferne und suchten einen Pfad dahin. Der Wasserturm dient auch als eine Art „Leuchtturm“ und das müssen wir natürlich fotografieren. Leider war uns das Wetter eher nicht gnädig – vielleicht fahren wir noch mal hin, um das besser zu machen!
Die gigantische Bake von Svaneke
Der Gudhjem Hafen
Wir schauten uns den Gudhjem Hafen an. Eine Straße führt von oben hinab ans Wasser, es ist steil und eng. Nicht gut mit unserem Mobil, aber wir schafften es.Der Gudhjem Hafen ist einer der Schönsten Häfen Bornholms. Irgendwie fanden wir den kuschelig und gemütlich. Die Sonne war rausgekommen und Leute saßen in der Räucherei und aßen Fisch. Hätte ich ja auch gern mal gemacht – wir schonen im Moment leider das Budget und nahmen uns vor bei nächster Gelegenheit Räucherhering auf dem Markt einzukaufen.
Am Strand von Gudhjem
Der Hafen von Gudhjem
Die Rundkirche von Osterlas
In Osterlas schauten wir die zweite Bornholmer Rundkirche an. Diesmal nahm ich Amy mit auf Tour. Wir kletterten hinauf ins Innere der runden Kirche, schauten uns die letzten Winkel an und wieder waren wir begeistert. Die Rundkirchen haben was!
Osterlas Kirke
Amy in der Osterlas Kirke
Im Innern der Osterlas Kirke
Im Innern der Osterlas Kirke
Osterlas Kirke
Detail der Osterlas Kirke
Jons Kapell
Gegen Abend suchten wir einen Strand an der Westküste. Sonnenuntergang, ihr könnt es Euch denken, was? Wir parkten in der Nähe von Jons Kapell und wanderten durch den Wald. Wieder nahmen wir eher unfreiwillig einen längeren Umweg. Der Pfad durch den Wald war schön – so machte das nichts aus. Schließlich erreichten wir die Treppe, die zu dem Felsen im Meer hinunterführte. Ca 100 Stufen sind es – wir haben sie nicht nachgezählt. Unten kletterten wir dann auf den Felsen herum und fotografierten ein wenig. Das Licht war – naja, nicht wirklich interessant und der Fels sehr schlecht aufzunehmen.
Warum aber Jons Kapell? Der hohe frei stehende Fels sieht von einem bestimmten Winkel aus, wie einer Kirche. Einer Sage nach ist der Fels die Kanzel, von der aus der irische Mönch Jon zu den Fischern predigte. Er wollte sie zum Christentum konvertieren. Anscheinend wohnte Jon unten in einer der Grotten. Ob er es schaffte, die Fischer zu Christen zu machen, weiss ich leider nicht. Mir war das in dem moment sowieso egal – ich musste einfach aufpassen und scherte mich nicht um Geschichten.
Gunter macht ein Foto von uns und ich erwische ihn beim Blitzen
Die Treppen zu Jons Kapell
Der Fels
Noah, Amy und Gabi vor dem Meer
Noah und Amy am „Strand“ von Jons Kapell
Gabi balanciert über die Felsen
Nach einer Weile, die Sonne schien in Wolken untergegangen zu sein – stiegen wir die Treppen wieder hinauf. Gerade, als wir oben angekommen waren, erstrahlte der ganze Himmel in Rot! Gigantisch! Wir liefen also wieder runter. Fitness muss sein! Die Stimmung dauerte gerade mal zwei, drei Fotos lang, dann stiegen wir wieder 100 Treppen hinauf.
Die Sonne geht zurzeit so gegen 18:00 Uhr unter, die Tage werden also sehr schnell, sehr viel kürzer. Das ist nicht gut, wenn man reist. Es ist nicht gut, wenn man Strom aus der Solaranlage braucht!
Wir suchten in der Dunkelheit noch einen Platz zum Übernachten. Auch schwierig, weil jetzt so nach und nach die Campingplätze schließen. Es gibt Campingplätze, die bis Anfang November geöffnet sind! In Öland war es einfach – da bieten die Häfen günstige Plätze für Wohnmobilisten an. Hier leider nicht. Wir endeten schließlich an einem Badeplatz bei Teijn.
Unsere Hauptseite von Bornholm