Nach etwas über einer Woche waren wir völlig in der Reiseroutine und hatten an diesem Punkt noch 150km bis Göteborg zurückzulegen. Der Kanal lag lange hinter uns und wir kamen mithilfe der Karte und der Wegweiser voran wie zwei Pfadfinder auf Schnitzeljagd. Es machte richtig Spaß!
Die Landschaft war auch zum ersten mal richtig schön flach, und man sah manchmal kilometerweit. Wir konnten also zum einen schnell fahren, und zum anderen war es interessant, so viel vom kommenden Weg vor sich zu sehen.
„Siehst du den großen Wald da am Horizont?“
„Ja“
„Da fahren wir jetzt außen drum.“

Los gehts! Wir schlängeln uns durch die Landschaft.

Eine uralte Mauer am Straßenrand.

Wir kamen an einem Militärflugplatz vorbei. Die Jets machten einen Höllenlärm.
Am Tag Nummer neun war mal wieder das Frühstück nicht ganz so üppig wie wir das gerne hätten, was wohl daran lag, dass das vorherige Abendessen um so üppiger gewesen war. Egal, wir können ja bei der ersten Gelegenheit was kaufen.
Die Landstraße führte in weiten Kurven durch Wälder und Felder, und das Wetter machte gute Laune. Es war kaum ein Wölkchen am Himmel.
Die Landstraße führte allerdings nicht durch Ortschaften, denn davon gab es hier keine. Wir kamen zwar an einigen Bauernhöfen vorbei, aber keine Ansammlung von Gebäuden war groß genug, um einen Supermarkt zu rechtfertigen. Unsere Mägen knurrten.
Nach ein oder zwei Stunden kamen wir nach Tun. Tun ist eine kleine Siedlung, die im Grunde auch nicht groß genug ist, um eine Einkaufsgelegenheit zu rechtfertigen. Da Tun allerdings mitten im Nirgendwo liegt, betreibt dort ein alter Herr „Tun’s Lanthandel“. Der Laden macht zwar ganz den Anschein eines Supermarktes, komplett mit Kühlregalen, einer Käsetheke, einer Brotecke und der Gemüseauslage, aber das alles passt in einen Raum, der nicht viel größer als unser Wohnzimmer ist.
Es gibt sogar eine öffentliche Toilette, doch um dort hin zu kommen, mussten wir durch den Heizkeller, den Lagerraum und den Feuerholzraum gehen. Aber immerhin!
Wenn ihr euch in Tun mal umschauen wollt – ich habe herausgefunden, dass dort ein Google-Street-View Wagen vorbeigefahren ist. Hier:
Wir fuhren weiter, ließen unsere Arme und Beine bräunen und genossen unsere aktuelle Situation. Kurz vor Värnersborg regnete es kurz, doch das störte nicht weiter. Wir stellten uns einfach bei einer Tankstelle unter und machten mal wieder eine Essenspause.

Hier hatte jemand eine Kuriositätensammlung am Straßenrand eröffnet.
In Värnersborg war das Wetter dann auch schnell wieder zum Ausgangszustand zurückgekehrt, die Sonne schien wieder. Wir bummelten durch die Stadt und schauten und den Hafen an (Värnersborg liegt an der Stelle, wo der Fluss „Göta Älv“ dem Värnernsee entspringt und in die Nordsee fließt). In einer der vielen Pizzerien bestellten wir zwei Pizzen zum mitnehmen und bekamen, wie in Schweden üblich, zwei Portionen Krautsalat umsonst dazu. Wir setzten uns an den Rand eines Kais und genossen die Mahlzeit. Ich spülte das Geschirr im Waschbecken einer öffentlichen Toilette, so mussten wir kein Trinkwasser dafür verschwenden.

Im Hafen von Värnersborg.

Anja-Melanie studiert die Karte.

Auf den Landstraßen machte das Radfahren richtig Spaß.

Es wurde langsam spät, doch wir fuhren noch ein paar Kilometer aus Värnersborg heraus und suchten uns einen Schlafplatz etwas außerhalb der Stadt. Wir wurden in Utby fündig, einer Ansammlung an Häusern, die kaum als Ortschaft zu bezeichnen war. Dennoch hatten sie dort einen Spielplatz. Neben dem schlugen wir unser Lager auf. Wir waren an dem Tag 75km weit gefahren, also etwas unter dem Durchschnitt.
Hier war Google auch gewesen. Wer findet den Spielplatz?

Hier übernachteten wir.

Wie weit es wohl noch ist bis Göteborg?
Am nächsten Morgen wachten wir dadurch auf, dass die Sonne das Zelt aufwärmte. Au ja! Der Tag würde gut werden.
Unser Plan sah vor, dass wir heute nach Göteborg fuhren, wo wir Aurora und Andrew besuchen. Die beiden waren selbst gerade nach Göteborg gezogen, da Aurora dort studiert.
Wir machten uns also auf den Weg. Navigatorisch war es kein Problem, nach Göteborg zu kommen. Unsere Route verlief parallel zum Göta Älv, und der mündet bei Göteborg. Wir hätten uns schon arg anstrengen müssen, wenn wir uns verfahren wollten.
Von den 50 – 60km bis Göteborg gibt es nicht viel zu berichten – die Sonne knallte vom Himmel und ließ uns braun werden, es war kein Wölkchen zu sehen. Dazu gab es ein stetiges, leichtes Gefälle (wir fuhren ja ans Meer) und leichten Rückendwind. Ein Radfahrerparadies.

Am Morgen.
Und exakt an dieser Stelle kann man bei Google den Pfosten sehen, auf dem unsere Kamera für dieses Foto stand:

Blauer Himmel, glatte Straßen, Paradies!

Ups, wo kommt der denn her? Ach ja, wir fahren ja am Göta Älv entlang.
In Göteborg selbst gingen wir eigentlich davon aus, mindestens eine Stunde lang in den Straßen herumzuirren. Wenn man an Norrköping zurückdenkt, wo wir erst nach vier langen Stunden unseren Weg nach draußen fanden, müsste man vielleicht sogar von mehr ausgehen, immerhin ist Göteborg größer. Außerdem war das Apartment von Aurora und Andrew überhaupt nicht auf dem Stadtplan drauf, den wir am Vortag in Värnersborg gekauft hatten. Die beiden lebten noch dazu im anderen Ende der Stadt, also mussten wir einmal quer durch.
Zu unserer großen Überraschung gingen wir aber nicht einmal ansatzweise verloren, was wir wohl dem erstklassigen Radwegnetz und der genauso erstklassigen Beschilderung zu verdanken haben. Wir wussten, dass wir in den Stadtteil Högsbo mussten, also folgten wir einfach den entsprechenden Schildern.
Auf dem Weg gingen wir noch Pizza essen. Die Besitzer des Lokals waren sehr freundlich und gesprächig, sie interessierten sich sehr für unsere Tour. Wir hatten zwei große Portionen gegessen, beim Bezahlen wurde allerdings mit dem Preis von zwei kleinen Portion gerechnet. Und selbst dann schob mir der kurzgewachsene, gutgelaunte Kassierer noch das Kleingeld zurück und nahm sich nur den 100-Kronen-Schein.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verließen wir die Pizzeria und waren kurz darauf auch schon in Högsbo. Das Problem war nun, die richtige Straße zu finden. Aurora und Andrew wohnten erst seit zwei Tagen in ihrer neuen Wohnung und kannten sich entsprechend schlecht in der Gegend aus, konnten uns also keine Instruktionen geben. Ich fragte einfach Andrew am Telefon, was für Landschaftsmerkmale denn so vor ihrem Fenster lägen.
„Also, da ist ein recht großes Gebäude mit … 12, 13, 14, 15… mit 15 Stockwerken. Dann ist da eine Autowerkstat und wir wohnen an einem kleinen, quadratischen Platz. Da drüben ist eine Bibliothek“
Bewaffnet mit diesen Informationen schauten wir uns einmal gut um und erblickten schnell ein Gebäude mit 15 Stockwerken. Als dann noch ein Schild mit dem Namen der Werkstat in dieselbe Richtung wies, wussten wir, dass wir so gut wie angekommen waren.
Wir hatten die knapp 80km bis zu dem Apartment relativ schnell geschafft, vom Tag war noch viel übrig. Aron, ein guter Freund von mir und Auroras Bruder, war auch da, er hatte beim Umzug geholfen. Magnus und Maria, ihre Eltern, trafen wir auch noch, sie fuhren aber bald wieder nach hause. Das Apartment war winzig, und zu fünft wurde es recht eng, doch das störte niemanden. Morgen wollten wir zusammen Göteborg erkunden gehen.

In den Straßen von Göteborg.
Die Gewinner – dieser Leuchtturm gefällt am besten und das Stativ ist bereits unterwegs
Wir haben gleich mehrere Gewinner des Stativgewinnspiels.
Lyngvig Fyr bei Nacht – Diesen Leuchtturm wählten unsere Leser als beliebtestes Leuchtturm-Motiv im Leuchtturm Kalender 2015
An zweiter Stelle kommt der Litløy Leuchtturm mit 35 Stimmen und an dritter Stelle folgt Bressay, Shetland! Nachtaufnahmen scheinen bei den Leuchttürmen gut anzukommen!
Noch gibt es den Leuchttürme 2015
Kalender bei Amazon zu kaufen!
Vielen Dank nochmal an den Sponsor des Stativs: 100Urlaubsziele.de.
Und allen Lesern unseres Blogs ein Gutes Neues Jahr!
Schottland – Weitsicht Kalender 2015
Im Schottland 2015 Kalender versammeln sich ein paar meiner absoluten Lieblingsfotos. Das liegt vor allem daran, dass ich bei der Bildauswahl mitentscheiden durfte! Der Kalender hat die Größe von 45×33 cm!
Schafe auf Shetland nach dem Schneesturm
Diese Begegnung mit den Shetland Schafen war etwas ganz besonderes! Es hatte gerade geschneit und gestürmt. Wir waren vom Wetter hart rangenommen worden. Und dann tat sich dieser Blick auf: Das Meer, die Wolken und die Schafe, die sich vor dem Sturm schützten, indem sie sich flach hingelegt hatten. Kaum hatte ich aber die Autotür zugeschlagen, da liefen sie schon alle laut blökend auf mich zu.
Im live Reisebericht steht das Erlebte noch ganz frisch – lies nach und schau den Film dazu an!
Portsoy
Abends war ich noch allein im Hafen von Portsoy unterwegs. Die Ebbe hatte das Hafenbecken freigelegt und ich stapfte im Matsch herum. Auf dem Rückweg zum Mobil hatte ich mich mal wieder in ein nettes Gespräch verwickelt. Wir lernten außerdem zwei super süße Bordercollies kennen und fotografierte sie auch :-)
Im live Reisebericht – mit dem Wohnmobil entlang der schottischen Küste – beschreibe ich unsere Aufenthalt in Portsoy und schreibe über all die netten Bekanntschaften.
FiddleBow, Küste Schottlands
Diese skurile Felsformation die den Vögeln als Brutplatz dient sahen wir zum ersten Mal im Jahr 2009. Es macht einen großen Unterschied, ob man diese Location bei Ebbe oder Flut besucht. An diesem Tag im Sommer 2012 rauschten die FLutwellen in die Bucht
Hier der live Reisebericht von 2009 mit Fotos, wie es bei Ebbe aussieht!
Der Hafen von Stonehaven, Schottland
Um ganz ehrlich zu sein, wir mussten uns an Stonehaven erst einmal gewöhnen. Die dunkelgrauen Häuser schienen uns trist und schäbig. Doch dann klarte das Wetter auf und das machte DEN Unterschied. Wir blieben noch einen Tag länger und liefen am nächsten Tag zum Dunnotar Castle! Darüber aber mehr später….
In diesem live Reisebericht schildern wir unsere ersten Eindrücke von der Stadt!
Aussicht von Old Man of Storr
Ich war mit Esra zum Old Man of Storr – einer Felsformation -hinaufgewandert. Auf dem Rückweg fing es an zu regnen, die Sonne kam im Abendlicht kurz durch und bescherte uns einen kräftigen Regenbogen! Wir wurden kaum nass vom Regen, nur vom Wandern. Dieses Foto war der krönende Abschluss eines aufregenden Tages gewesen, Warum steht im
live Reisebericht zur Wanderung des Old Man of Storr
Neist Point Lighthouse
Wir besuchten einige Male den Leuchtturm und wanderten auch auf die Spitze dieses Hügels auf dem Foto. Leider hatten wir am Neist Point absolut keine Wolken! Mit Wolken wäre der Sonnenuntergang fotogener gewesen. Wir müssen da unbedingt nochmal hin! Wie sieht der Leuchtturm aus der Nähe aus? Wie anstrengend ist die Wanderung? Steht alles im…
Live Reisebericht Neist Point
Neist Point Lighhouse – Leuchtturm Kalender Extras
Neist Point Lighthouse – Leuchtturm Kalender Extras Teil II
Dunnotar Castle
Wir waren also an einem trüben Regentag durch Stonehaven getrabt und hatte bereits überlegt, weiterzuziehen. Der Wanderpfad zum Dunnotar Castle war gesperrt – der wurde gerade erneuert. Mit dem Wohnmobil wollten wir uns nicht durch die engen Gassen quälen, zudem würden wir wieder viel Zeit mit der Parkplatzsuche verbringen. So liefen wir und liefen und liefen…. Doch schließlich, der Nachmittag war bereits fortgeschritten, tat sich einerhebendes Gefühl in uns auf, als wir diese Aussicht erblickten….
Im live Reisebericht beschreiben wir unsere Wanderung zum Dunnotar Castle und wie schön das auf einmal war! Und dass solche Castles auch einen gewissen Suchtfaktor haben….
Die Ostküste Schottlands hat uns besonders gut gefallen. Wir statteten Dunnotar Castle nach knapp drei Wochen einen zweiten Besuch ab. Wieder erreichten wir Stonehaven im Regen. Diesmal waren wir so schlau und parkten unser Mobil spät abends direkt am Eingang, schlüpften am nächsten Morgen um 4:00 Uhr aus den Betten und fotografierten die Burgruine im allerbesten Licht der aufgehenden Sonne.
Im live Bericht zeigen wir davon einige Fotos.
Meal Beach, Shetland
Zweimal hatten wir in Shetland in Leuchttürmen gewohnt, dann zogen wir die dritte Woche nach Hamnavoe – in ein „normales“ Ferienhaus! Meal Beach ist sozusagen der Dorfstrand von Hamnavoe, gut zu Fuß zu erreichen. Das klare Wasser und der weite Sandstrand zogen uns immer wieder an! An diesem Tag beeilte ich mich allerdings. Ich sah die Wolken, die theatralisch vom Himmel hingen und wollte die Wellen dazu als Vordergrund. Übrigens sind solche Wolkenformationen auf den Shetland-Inseln keine Seltenheit, und über das waldlose Gelände ist der Blick immer unverstellt weit!
Live Reisebericht zum Meal Beach in Shetland
Lerwick, Shetland
Der Abschied von Shetland fiel mir außergewöhnlich schwer…..Wie immer, wenn wir auf Inseln sind, will ich bleiben! Der Blick zurück auf Lerwick machte die Sache nicht einfacher. Wenigstens war das Wetter auf der Rückfahrt gnädig mit uns – wir wurden nicht, wie auf der Hinfahrt – gequält, das Meer war ruhig und fast schon langweilig.
Abfahrt von Lerwick im live Reisebericht.
Talisker Beach, Isle of Skye
Mit unserem Wohnmobil konnten wir nicht an diesen Ort fahren, erst im Winter 2012, als wir mit dem VW Bus unterwegs waren. Die Straße dorthin ist recht eng und kurvig. Es war unzeitgemäß warm und trocken in diesem Februar auf der Isle of Skye. Wir wohnten in der Nähe der Tallisker Distillerie und hatten es nicht weit bis zu diesem Küstenabschnitt. Der schwarze Sand, die Felsen und sogar ein kleiner Wasserfall in der Ferne boten zahlreiche Fotomotive.
Beim live Reisebericht war ich etwas von den Socken, als ich den Strand zum ersten Mal sah. Warum kannst Du hier nachlesen…
Uig, Isle of Lewis
Diese Felsformationen kannte ich von Fotos – die wollte ich logischerweise auch sehen und fotografieren. Wir erforschten einige Tage jeden kleinen Seitenweg, bis wir die Stelle gefunden hatten. Die Februar-Tage waren sehr kurz, was die Sache nicht leichter machte. An diesem Tag war das Wetter trüb, es stürmte, trotzdem lag das Meer ruhig vor uns. Hoch auf den Klippen flatterten uns die Haare ins Gesicht. Dieser eine Sonnenstrahl rechts auf dem Meer schien nur für ein einziges Foto! Wir fanden hier noch etwas, was wir gar nicht gesucht hatten – eine kleine Hütte, die sich perfekt in die Landschaft einpasste.
Wie die einsame Hütte aussieht, zeigen wir im live Reisebericht der Isle of Lewis.
Eshaness Lighthouse, Shetland
Dieser Abend in Eshaness war ein weiteres absolutes Highlight (ja, hört sich nach Übertreibung an, so bin ich nun mal). Ich lag müde im Bett, da rauschte und zischte es draußen plötzlich so komisch. Ich war aber gerade aufgetaut und meine Glieder wurden wohlig schwer – da kam Esra ins Zimmer und rief: „wir werden gerade von einem Schneesturm überfallen!“ —
Die ganze Geschichte steht logischerweise auch im live Reisebericht zu unserem Leuchtturmaufenthalt in Eshaness! Da gibt es sogar ein bewegtes Foto!
Zahlreiche Fotos von Eshaness bei den Leuchtturm Extras!
Tage 9 und 10 der Radtour – Ankommen in Göteborg!
Nach etwas über einer Woche waren wir völlig in der Reiseroutine und hatten an diesem Punkt noch 150km bis Göteborg zurückzulegen. Der Kanal lag lange hinter uns und wir kamen mithilfe der Karte und der Wegweiser voran wie zwei Pfadfinder auf Schnitzeljagd. Es machte richtig Spaß!
Die Landschaft war auch zum ersten mal richtig schön flach, und man sah manchmal kilometerweit. Wir konnten also zum einen schnell fahren, und zum anderen war es interessant, so viel vom kommenden Weg vor sich zu sehen.
„Siehst du den großen Wald da am Horizont?“
„Ja“
„Da fahren wir jetzt außen drum.“
Los gehts! Wir schlängeln uns durch die Landschaft.
Eine uralte Mauer am Straßenrand.
Wir kamen an einem Militärflugplatz vorbei. Die Jets machten einen Höllenlärm.
Am Tag Nummer neun war mal wieder das Frühstück nicht ganz so üppig wie wir das gerne hätten, was wohl daran lag, dass das vorherige Abendessen um so üppiger gewesen war. Egal, wir können ja bei der ersten Gelegenheit was kaufen.
Die Landstraße führte in weiten Kurven durch Wälder und Felder, und das Wetter machte gute Laune. Es war kaum ein Wölkchen am Himmel.
Die Landstraße führte allerdings nicht durch Ortschaften, denn davon gab es hier keine. Wir kamen zwar an einigen Bauernhöfen vorbei, aber keine Ansammlung von Gebäuden war groß genug, um einen Supermarkt zu rechtfertigen. Unsere Mägen knurrten.
Nach ein oder zwei Stunden kamen wir nach Tun. Tun ist eine kleine Siedlung, die im Grunde auch nicht groß genug ist, um eine Einkaufsgelegenheit zu rechtfertigen. Da Tun allerdings mitten im Nirgendwo liegt, betreibt dort ein alter Herr „Tun’s Lanthandel“. Der Laden macht zwar ganz den Anschein eines Supermarktes, komplett mit Kühlregalen, einer Käsetheke, einer Brotecke und der Gemüseauslage, aber das alles passt in einen Raum, der nicht viel größer als unser Wohnzimmer ist.
Es gibt sogar eine öffentliche Toilette, doch um dort hin zu kommen, mussten wir durch den Heizkeller, den Lagerraum und den Feuerholzraum gehen. Aber immerhin!
Wenn ihr euch in Tun mal umschauen wollt – ich habe herausgefunden, dass dort ein Google-Street-View Wagen vorbeigefahren ist. Hier:
Wir fuhren weiter, ließen unsere Arme und Beine bräunen und genossen unsere aktuelle Situation. Kurz vor Värnersborg regnete es kurz, doch das störte nicht weiter. Wir stellten uns einfach bei einer Tankstelle unter und machten mal wieder eine Essenspause.
Hier hatte jemand eine Kuriositätensammlung am Straßenrand eröffnet.
In Värnersborg war das Wetter dann auch schnell wieder zum Ausgangszustand zurückgekehrt, die Sonne schien wieder. Wir bummelten durch die Stadt und schauten und den Hafen an (Värnersborg liegt an der Stelle, wo der Fluss „Göta Älv“ dem Värnernsee entspringt und in die Nordsee fließt). In einer der vielen Pizzerien bestellten wir zwei Pizzen zum mitnehmen und bekamen, wie in Schweden üblich, zwei Portionen Krautsalat umsonst dazu. Wir setzten uns an den Rand eines Kais und genossen die Mahlzeit. Ich spülte das Geschirr im Waschbecken einer öffentlichen Toilette, so mussten wir kein Trinkwasser dafür verschwenden.
Im Hafen von Värnersborg.
Anja-Melanie studiert die Karte.
Auf den Landstraßen machte das Radfahren richtig Spaß.
Es wurde langsam spät, doch wir fuhren noch ein paar Kilometer aus Värnersborg heraus und suchten uns einen Schlafplatz etwas außerhalb der Stadt. Wir wurden in Utby fündig, einer Ansammlung an Häusern, die kaum als Ortschaft zu bezeichnen war. Dennoch hatten sie dort einen Spielplatz. Neben dem schlugen wir unser Lager auf. Wir waren an dem Tag 75km weit gefahren, also etwas unter dem Durchschnitt.
Hier war Google auch gewesen. Wer findet den Spielplatz?
Hier übernachteten wir.
Wie weit es wohl noch ist bis Göteborg?
Am nächsten Morgen wachten wir dadurch auf, dass die Sonne das Zelt aufwärmte. Au ja! Der Tag würde gut werden.
Unser Plan sah vor, dass wir heute nach Göteborg fuhren, wo wir Aurora und Andrew besuchen. Die beiden waren selbst gerade nach Göteborg gezogen, da Aurora dort studiert.
Wir machten uns also auf den Weg. Navigatorisch war es kein Problem, nach Göteborg zu kommen. Unsere Route verlief parallel zum Göta Älv, und der mündet bei Göteborg. Wir hätten uns schon arg anstrengen müssen, wenn wir uns verfahren wollten.
Von den 50 – 60km bis Göteborg gibt es nicht viel zu berichten – die Sonne knallte vom Himmel und ließ uns braun werden, es war kein Wölkchen zu sehen. Dazu gab es ein stetiges, leichtes Gefälle (wir fuhren ja ans Meer) und leichten Rückendwind. Ein Radfahrerparadies.
Am Morgen.
Und exakt an dieser Stelle kann man bei Google den Pfosten sehen, auf dem unsere Kamera für dieses Foto stand:
Blauer Himmel, glatte Straßen, Paradies!
Ups, wo kommt der denn her? Ach ja, wir fahren ja am Göta Älv entlang.
In Göteborg selbst gingen wir eigentlich davon aus, mindestens eine Stunde lang in den Straßen herumzuirren. Wenn man an Norrköping zurückdenkt, wo wir erst nach vier langen Stunden unseren Weg nach draußen fanden, müsste man vielleicht sogar von mehr ausgehen, immerhin ist Göteborg größer. Außerdem war das Apartment von Aurora und Andrew überhaupt nicht auf dem Stadtplan drauf, den wir am Vortag in Värnersborg gekauft hatten. Die beiden lebten noch dazu im anderen Ende der Stadt, also mussten wir einmal quer durch.
Zu unserer großen Überraschung gingen wir aber nicht einmal ansatzweise verloren, was wir wohl dem erstklassigen Radwegnetz und der genauso erstklassigen Beschilderung zu verdanken haben. Wir wussten, dass wir in den Stadtteil Högsbo mussten, also folgten wir einfach den entsprechenden Schildern.
Auf dem Weg gingen wir noch Pizza essen. Die Besitzer des Lokals waren sehr freundlich und gesprächig, sie interessierten sich sehr für unsere Tour. Wir hatten zwei große Portionen gegessen, beim Bezahlen wurde allerdings mit dem Preis von zwei kleinen Portion gerechnet. Und selbst dann schob mir der kurzgewachsene, gutgelaunte Kassierer noch das Kleingeld zurück und nahm sich nur den 100-Kronen-Schein.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht verließen wir die Pizzeria und waren kurz darauf auch schon in Högsbo. Das Problem war nun, die richtige Straße zu finden. Aurora und Andrew wohnten erst seit zwei Tagen in ihrer neuen Wohnung und kannten sich entsprechend schlecht in der Gegend aus, konnten uns also keine Instruktionen geben. Ich fragte einfach Andrew am Telefon, was für Landschaftsmerkmale denn so vor ihrem Fenster lägen.
„Also, da ist ein recht großes Gebäude mit … 12, 13, 14, 15… mit 15 Stockwerken. Dann ist da eine Autowerkstat und wir wohnen an einem kleinen, quadratischen Platz. Da drüben ist eine Bibliothek“
Bewaffnet mit diesen Informationen schauten wir uns einmal gut um und erblickten schnell ein Gebäude mit 15 Stockwerken. Als dann noch ein Schild mit dem Namen der Werkstat in dieselbe Richtung wies, wussten wir, dass wir so gut wie angekommen waren.
Wir hatten die knapp 80km bis zu dem Apartment relativ schnell geschafft, vom Tag war noch viel übrig. Aron, ein guter Freund von mir und Auroras Bruder, war auch da, er hatte beim Umzug geholfen. Magnus und Maria, ihre Eltern, trafen wir auch noch, sie fuhren aber bald wieder nach hause. Das Apartment war winzig, und zu fünft wurde es recht eng, doch das störte niemanden. Morgen wollten wir zusammen Göteborg erkunden gehen.
In den Straßen von Göteborg.
Langzeitfotografie mit Stativ in der Stadt, Lyon, Frankreich
Langzeitbelichtungen in der Stadt am Beispiel von Lyon beim Lichterfest.
Fest des Lichtes in Lyon
Wir feiern Esra’s 20. Geburtstag in Lyon – Besuch bei Nicholas – den wir auf Litloy kennengelernt haben!
Ganz kurz: Das Hinkommen war nicht schwer. Die Parkplatzsuche war die Herausforderung. Nach eineinhalb Stunden haben wir eine Lücke entdeckt, in die wir unseren Bus quetschen konnten. Kein Wunder, da über eine Million Besucher zur Fete de Lumiere kommen. Und wer nicht vorgebucht, oder einen Bekannten in Lyon hat, muss drei Tage durchfeiern.
Abends geht in der Stadt voll der Punk ab. Ich denke, der Betrieb in derTokioer U-Bahn in der Rush-Hour ist in etwa vergleichbar. Aber die Stimmung ist toll.
Fest des Lichtes in Lyon
Fest des Lichtes in Lyon
Wir haben uns etliche der Lichtinstallationen angesehen. Die Plätze waren dermaßen gerammelt voll, dass man überhaupt nicht umfallen konnte. Das war schon interessant, wie graphische Lichtspiele, Filme oder Cartoons auf die Gebäudefassaden und das Riesenrad projeziert wurden. natürlich mit dem entsprechend bombastischen Sound, der bis in die Eingeweide hineinwummerte.
Weitere Blogbeiträge zum Lichterfest Lyon
Unsere 11 meistgelesenen Blogbeiträge
Es ist immer spannend zu sehen, welche Blogbeiträge bei Euch am besten ankommen. Vielleicht interessiert es Dich ja auch welche das sind? Hier unsere elf beliebtesten Seiten im Blog der 5reicherts im November. Andere Monate sehen wieder anders aus.
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Im moment arbeiten wir daran unseren Internetauftritt zu sortieren. Die Übersichtsseiten sehen nun mit kleinen Vorschaufotos übersichtlicher aus. Findest Du diese Übersichtsseiten gut so?
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