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Unser letzter Tag auf den Shetlands war mit Aktivitäten und neuen Eindrücken angefüllt. Darüber habe ich bereits in den vorigen Blogbeiträgen berichtet.
Um 17:00 Uhr sollte die Fähre von Lerwick nach Aberdeen fahren. Das Wetter war wieder traumhaft. Die Sonne schien, große, schwere Wolken verzierten den blauen Himmel. Regional schneiten sie in dramatischer Schönheit ab.
In der warmen, fast schon heißen Sonne, warteten wir darauf, endlich auf das Schiff fahren zu können. Ich vertrieb mir die Zeit im langen Gespräch mit einem Ehepaar und deren Enkelin aus Südengland. Während der langen Fährfahrt setzten wir dieses Gespräch an den unterschiedlichsten Orten fort. Mal trafen wir uns auf Deck, dann beim Frühstück….

Die Hrossey in Lerwick – mit offenem „Maul“, welches die großen Lastwagen verschluckte, während wir staunend zuschauten.
Ein Lastwagen nach dem anderen fuhr in den Bauch der Hrossey. Unglaublich, wieviele Fahrzeuge in die relativ kleine Fähre hineinpassen. Allerdings war das Aufkommen der LKWs an diesem Tag außergewöhnlich hoch, wie Mitarbeiter und shetländische Fahrgäste bestätigten. Wir warteten deswegen etwas länger und mußten schließlich im Schiff rangieren. Zwischen den großen und bereits mit Ketten gesicherten Transportern war eine schmale Spur, gerade breit genug für die PKW’s, frei. Wir fuhren durch die Länge der Fähre, wendeten am hinteren schmalen Ende – mit der langen VW T4 Version nicht einfach – fuhren dann über eine steile Rampe hinunter ins Schiff, wendeten nocheinmal und parkten dann so eng ein, dass die Heckklappe des Kofferraums blockiert war.
Am Ausgang stand ein lustiges Schild: „Wenn Du in Kirkwall auf den Orkneys aussteigen willst und hier parkst, kontaktiere sofort einen Angestellten der Fähre!“ Hier unten kommt keiner schnell raus! Bei der Buchung der Fährfahrt vor ein paar Tagen hatten wir nicht darauf geachtet, ob eine Kabine reserviert war. Der Angestellte hatte nach der vorherigen Buchung gefragt und dann einfach ohne Nachfrage gemacht. Ich war davon ausgegangen – da der Preis ungefähr der gleiche wie bei der Hinfahrt war – dass wir wieder eine Kabine haben würden. Erst einen Tag später hatten wir bemerkt, dass keine Kabine auf der Buchung stand. Jetzt waren wir in der Vorsaison und die Fahrt etwas teurer. Die Kabine hätte uns weitere 90 Pfund gekostet. Gunter meinte, das können wir sparen. Mir war es nicht recht – ich neige zu Kopfschmerzen, wenn ich nicht gut schlafe und die Reise war lang. Diese Fähre war erst der Beginn der dreitägigen Tour. Ich hatte mir vorgenommen, auf der Fähre nach einem Bett zu fragen, schob es aber vor mich hin.

Es schneit, Shetland – Der weite Blick über das Meer und in Shetland auch über die baumlose Landschaft war ein großer Genuss. Gewaltige Wolken als Ganzes zu sehen tut gut. Daheim habe ich immer das Gefühl mitten in den grauen, regenschweren Wolken zu sitzen. Hier auf Shetland bin ich ein Beobachter eines faszinierenden Naturschauspiels.

Fair Isle in der Nacht, Shetland – leider kommt die Schönheit dieser kleinen Insel auf dem kleinen Fotos nicht gut rüber. Diese Insel werde ich bald besuchen und dann werde ich ihr auch gerecht!
Bei Auslaufen der Fähre fotografierten wir die Wolken vom oberen Deck aus. Dass dieses äußere Deck offen war, lies auf besseres Wetter hoffen. Auf der extrem schaukeligen Fährfahrt nach Shetland vor drei Wochen waren die Decks von Anfang an geschlossen gewesen.
Wehmütig warf ich einen letzten Blick auf Bressay und den Leuchtturm, in dem wir die erste Woche auf der Inselgruppe gewohnt hatten. Der Abschied fiel mir sehr, sehr schwer.
Beim Fotografieren kam ich mit Liz ins Gespräch, wir schwätzten schließlich den ganzen Abend miteinander. Sie hatte, wie wir auch, keine Kabine gebucht. Nach einigen Stunden quälten wir uns wie erwartet auf den Sitzen. Wir sehnten uns danach, flach zu liegen und gemütlich zu schlafen. Glücklicherweise gab es an diesem sonnigen Abend kaum Wellen. Sanft schwankten wir hin und her. Das machte die Sache etwas einfacher. Mit Windstärke 9 hätte ich es ohne Bett nie ausgehalten. Da ging nur liegen!
Nach Sonnenuntergang passierten wir die Fair Isle. Bein Anblick der relativ kleine und abgelegenen Insel packte mich die Sehnsucht: „Da will ich hin! Unbedingt!“ Wie ein Zuckerguss auf einem Kuchen, hatten tausende Vögel mit ihren Hinterlassenschaften die äußeren Felsen der Insel verziert. Ein klein wenig Schnee lag auf den schattigen Hügeln. Die felsige Insel sah aus wie ein Kunstwerk. Eine Spitze des Leuchttürms lugte hinter den grünen Hügeln hervor.
Das war die einzige Aufregung auf der ansonsten angenehm ruhigen Fährfahrt. Gegen 23:00 Uhr legten wir in Kirkwall an. Tief im Bauch des Schiffs rangierten Lastwagen, die schweren Ketten klirrten gedämpft. Wir waren müde, doch fanden auf den Liegesitzen keinen Schlaf. Die Bar war mittlerweile geschlossen, so beschlossen wir auf die Sofas umzuziehen. Geschickt, aber hinterhältig, waren Armlehnen auf den Polstern angebracht. Sie gaben immer nur 1,5m des weichen, gemütlichen Sofas frei. Die Lehnen behinderten das Ausstrecken der Beine und sie waren zu hoch und hart für den Kopf. Jetzt merkte ich, dass mir diese Nacht nicht gut bekommen würde. Es war zu spät nach einem Bett zu fragen. Stundenlang suchten wir erfolglos nach einer halbwegs angenehmen Position. Auf dem Boden war es zu hart, die Sitzbänke nicht lang genug.
Liz sah auch nicht besser aus als ich, als ich sie morgens im Waschraum vor der Toilette traf. Ich hatte schlauerweise einen Becher, Shampoo und ein Handtuch für’s Haarewaschen dabei. Das verbesserte das Äußerliche – innen fühlte sich mein Kopf sehr schwer an. Selbst ein heißer, frischer Kaffee half da nicht.
Unsere Parkposition in der Fähre hatte neben dem Rangieren den großen Nachteil, dass wir erst nach all den Lastwagen hinaus fahren konnten. Und die Lastwagen mußten zuerst von den schweren Eisenketten befreit werden. Alle Passagiere hatten das Schiff bereits verlassen, nur die wenigen Autofahrer, die bereits in Lerwick in die Tiefe der Hrossey abgetaucht waren, standen noch wartend vor der Treppe. Das gab uns Zeit mit den netten Leuten aus Südengland zu schwätzen. Auch deren Zeitplan kam mit der langen, etwa einstündigen Wartezeit, ins Wanken.
Jetzt fuhren wir rückwärts bis ans Ende der Fähre und dann um eine Kurve die steile Rampe hinauf. An einer Ecke blieb ich mit dem langen Bus fast hängen, der Reifen rutschte über eine hohe Kante, aber es passierte nichts weiter. Mir wurde nur bewußt, wie lang doch unser Auto ist – fast so lang wie das Wohnmobil. Ich nahm Anlauf, um mit Schwung hochzufahren, die Riffeln im Blech schepperten und rüttelten alles im Bus wild durcheinander, dann stoppte mich der Einweiser, kurz bevor ich das Ende der Rampe erreicht hatte! „Echt, muss das sein!“ OK, ich zog rasch die Handbremse und fuhr dann auf der steilen, trotz Riffeln, rutschigen, Rampe wieder an. Was für eine Aufregung. Vor allem so unausgeschlafen.
In den Kreiseln und dem Verkehr von Aberdeen ging der Trubel direkt weiter. Ein Kreisel reihte sich an den nächsten. Alle waren mit Autos und Lastwagen gefüllt. In der Stadt gab es mehr Autos als in ganz Shetland und sie hatten sich alle in den engen Straßen und Kreiseln versammelt. Was ist Verkehr? Wo wollen denn all diese Menschen so hektisch hin? Litten wir unter einem Kulturschock? Ich hatte keine Zeit dafür, denn der Verkehr nahm mich und unser Fahrzeug mit. Keine Zeit zum Innehalten.
Ein Tag Fahrt durch England stand uns nun bevor und eine weitere Nachtfähre! Nach den Wochen auf einsamen schottischen Inseln sind die Kreisel in England extrem anstrengend. Das liegt nicht am Linksverkehr, daran haben wir uns längst gewöhnt.
Wir legten einen kurzen Einkaufsstopp ein, aßen ein heißes Hähnchen und Brot. Problemlos erreichten wir die Fähre in Newcastle. Es gab keine wartende Autoschlange, wir waren zwei Stunden zu früh und wurden doch direkt eingewiesen. Das ist sehr praktisch, wenn man die Ausmaße des Schiffs betrachtet. Es war rießig im Vergleich zu der Shetland Fähre! Wie eine Art Kreuzfahrtschiff.
Die PKWs parkten auf Ebenen, die mit den aussteigenden Passagieren hoch und runter gehoben wurden. Beängstigend! Da kann man sich wie in einer großen Saftpresse fühlen und nur hoffen, dass die Arbeiter den Schalter auch rechtzeitig drücken. Unser Bus war glücklicherweise zu lang, so kamen wir gerade nicht mehr auf die Hebefahrbahn mit drauf und die Presse blieb uns erspart.
Die Kabine im tiefen Bauch des Schiffes hatte uns auf der Hinreise gestresst. Nach kurzer Recherche stand fest, dass eine Kabine mit Fenster nur 30 Pfund teuerer war. Das war es uns wert gewesen, zwei Kabinen mit Blick aufs Meer zu buchen. Wir hatten nicht nur ein Fenster – glücklich bemerkten wir, dass wir die Aussicht in Fahrtrichtung der Fähre hatten! Nach der Nacht auf dem Boden fühlten wir uns fast reich.
So konnte ich sehr gut entspannen. Ich legte mich direkt ins Bett, denn mein Kopf dröhnte jetzt von der durchwachten, unbequemen Nacht und der langen Autofahrt im englischen Verkehr. Immer wieder warf ich beruhigt einen Blick aufs ruhige Meer hinaus und ruhte weiter. Ohne Aussicht kann ich nicht ruhen, da renne ich immer druch enge, muffelig riechende Gänge hoch zum Deck, um einen Blick aufs Meer zu erhaschen. Diese Kabine war genial! Die Matratze weich, die Kissen kuschelig, die Decke warm, die Luft war sogar zum Atmen geeignet. Mein Kopf erholte sich von den Strapazen.
Gunter und Esra hatten sich das Schiff und vor allem die Duty Free Shops angesehen. Sie kamen angeheitert, giggelnd zurück – die asiatische Crew hatte Whisky ausgeschenkt und die beiden kamen noch mit zahlreichen kleinen Becherchen in den Händen in die Kabine. Günstig sei der Whisky, wir müßten unbedingt eine Flasche mit nach Hause nehmen. Wir kauften schließlich zwei Flaschen (eine Talisker und eine Glenlivet), nachdem Gunter und ich nochmal Geschmacksproben genommen hatten :-)
Die Nacht war ruhig, super bequem, die Kids hatten eine eigene Kabine und wir alle richtig viel Platz. Unsere Provianttasche bescherte weiterhin leckere Snacks, so mußten wir diesmal nicht hungern. Die Newcastle Fähre kann man ohne Kabine gar nicht buchen. Sie ist zwar teuer aber trotzdem sehr praktisch. Die Fahrt nach Dover hätte uns einen ganzen Tag englische Autobahn gekostet, ohne Übernachtung in England wäre das nicht zu schaffen gewesen. Wir hätten also auch fahrender Weise nichts gespart.
Die verspätete Ankunft in Amsterdam sahen wir nicht. Der Nebel war so dicht, dass wir nicht einmal zum Ende der Fähre schauen konnten. Das Schiff fuhr deswegen super langsam in den engen Hafen Amsterdams hinein.
Zwei Nachtfähren nacheinander sind trotz bequemem Bett sehr anstrengend. Von Amsterdam nach Hause waren es dann weitere sechs, sieben Stunden Fahrt. Die Sonne reiste mit uns; in Bubenheim war es erstmals seit Wochen warm und trocken :-) Wenn Engel reisen!
Empfehlung:
- Nehmt auf der Newcastle – Amsterdam Fähre etwas zu Essen mit, falls Euch 30 Euro für ein Menü zu teuer sind. Etwas Günstiges gibt es nicht.
- Bucht lieber eine Kabine mit Fenster und weiter oben. Wir fühlten uns so tief im Bauch des Schiffs nicht wohl.
- Wir buchten über Direct Ferries Es ist günstig, möglichst früh zu buchen. Da macht jeder Tag später im Preis etwas aus! Evtl lohnt es sich mit Frühstück zu buchen.
- Übersicht Fähren in und nach Großbritannien
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Nachdem wir Mary und Tommy Isbister kennengelernt hatten fuhren wir die engen Gassen jenseits des Tesco Supermarkts entlang um uns mit einem letzten Blick auf Bressay und den Leuchtturm zu verabschieden. Träge lagen zahlreiche Robben auf dem Felsen in der Sonne. Der Leuchtturm war auch da! Ich nahm die Kamera mit dem Tele und lief los. Vor mir schwamm eine Robbe im Wasser. Es gab einen Tumult, ich schaute näher. Der Meeressäuger kämpfte mit einem großen Dorsch. Noch wehrte sich der Fisch ….
Immer wenn wir Lerwick Richtung Süden verließen, fiel uns gegenüber der National-Tankstelle ein recht umfangreiches, aber nicht sehr hohes, rundes Gebilde aus Steinmauern mit Grasbedeckung auf. Wir fanden einen Parkplatz bei der Tankstelle und liefen über die Landzunge zu dem Bauwerk hin. Außer uns war niemand da.
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Für ein Broch, diese bronzezeitlichen befestigten Siedlungstürme, sah es uns allerdings zu gut erhalten und modern aus. Tatsächlich ist es ein echtes prähistorisches Bauwerk, aber sorgfältig restauriert und mit einigen baulichen Besonderheiten.
Brochs sind zwischen 2300 und 1900 Jahre alt. Der Clickimin Broch wurde innerhalb der Mauern einer noch viel älteren Befestigung errichtet, die auf ungefähr 700 v.Chr. datiert wird. Der Bau des eigentlichen Broch begann wahrscheinlich im 1. Jahrhundert vor Christus. Die typische doppelwandige Konstruktion ist ebenso vorhanden, wie die kreisförmige Form. Der Broch von Clickmin ist zusätzlich von einer Steinmauer umgeben, und zwischen deren Eingang und dem Eingang des Broch befand sich ein Blockhaus. Außerdem steht dieser Broch auf einer kleinen Felseninsel im See, die in den ersten Jahrhunderten der Nutzung, über einen Steindamm zu Fuß erreichbar war. Dieser wurde um die 200 n.Chr. zerstört und die Festung war ab dann nur per Boot erreichbar.
An diesem Broch wurde viel herumgebaut, aber richtig fertig gestellt wurde er nie wirklich. Irgendwann wurde das Innere, das in einem Broch normalerweise offen war, zu einem Rundhaus mit radial verlaufenden Zugängen ausgebaut. Mal wurden die Mauern weiter erhöht, dann wieder ein Stück abgetragen. Um die 800 n.Chr. kamen die Wikinger auf die Shetland-Inseln, da war der Clickimin-Broch schon verlassen und vergessen.
Das blieb die nächsten tausend Jahre so, bis durch den sinkenden Pegel des Loch Clickimin der Zugangsweg zum Broch wieder begehbar wurde und die Herren von Lerwick um 1850 in bester viktorianischer Manier in archäologischem Eifer die Mauern freilegten und nach Gutdünken restaurierten. Erst Hundert Jahre später wurde die Anlage ernsthaft professionell ausgegraben und erforscht
Der Broch von Clickmin ist heutzutage frei zugänglich, einen Parkplatz muss man sich allerdings suchen. Beim Erforschen und Herumstöbern ist uns die extrem niedrige Höhe der Durchgänge aufgefallen, was ganz lustig beim Durchkriechen war, aber auch für einige Beulen am Kopf gesorgt hat.
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Im letzten Beitrag schrieb ich bereits über den Burland Croft Trail, den wir besuchen wollten. Vor allem waren wir an den Musik-Instrumenten von Tommy, Lilies Schwager, interessiert. Gestern hatte es wegen der kurzfristig zustande gekommenen Bootstour nicht geklappt. Nun war unser letzter Tag auf den Shetlands gekommen, die Sonne schien.
Wir hatten noch nichts gepackt. In den letzten Monaten hatten wir die Unterkunft fast jede Woche gewechselt, jetzt waren wir Packprofis! In zwei Stunden war all unser Kram im Auto verstaut, die Wohnung sauber und aufgeräumt. Diesmal ist die Planung etwas komplizierter, die Rückreise würde drei volle Tage dauern. Wir organisierten unsere Taschen entsprechend. Achteten aber jetzt darauf, nicht zu viel mit auf die Fähren zu nehmen, denn es belastet nur.
Die nächste richtige, warme Mahlzeit würden wir auch erst wieder daheim zu uns nehmen können. Wir kochten ein Mittagessen, auch, wenn es noch nicht ganz Mittag war, aßen gemütlich, packten eine Menge Bean Burritos für unterwegs ein, schmierten Brötchen und legten Äpfel und Bananen mit dazu.
Jetzt hatten wir viel Zeit bis zur Abfahrt der Fähre am Abend. Das vollbeladene Fahrzeug machte schließlich erstmals am Burland Croft Trail Halt. Kaum waren wir ausgestiegen, fanden wir uns von den verschiedenartigsten Hühnern umgeben – Noah und Amy blieben gleich stehen und schauten sich die Tiere genauer an.
Wir liefen zum Haus, klopften an die Tür und stellten uns vor: Lily hätte uns geschickt und von Tommy und den Insturmenten und Booten erzählt, die er baut. Wir wurden in die warme Stube gebeten. Geigen lagen auf den Schränken, ein Cello stand in der Ecke. Mary rief Tommy hinzu. Er kam im Arbeitsoverall von draußen rein und nahm sich die Zeit, uns alles zu erklären.
Das Arbeiten mit Holz liegt Tommy im Blut. Beim Bauen und Restaurieren von Booten hat er viel über die Eigenschaften der verschiedenen Hölzer gelernt. Sein großes Interesse an klassischer Musik weckte in ihm das Verlangen, es mit dem Bau einer Geige zu versuchen. Er nahm Urlaub, belegte einen Geigenbaukurs, beschaffte sich das nötige Spezialwerkzeug. Allerdings fing er erst nach Jahren des Überlegens an, seine erste Geige zu bauen. Viele weitere Geigen folgten, immer getrieben von dem Verlangen, noch etwas Perfekteres zu schaffen und sein neu erlangtes Wissen wieder anzuwenden. Das vorläufig letzte Stück aus Tommies Musikwerkstatt ist ein ausgewachsenes Cello. Ihn hatte es gereizt, sich dieser neuen Herausforderung zu stellen.
„Diese Geige habe ich aus shetländischen Holz gebaut“ meint er und streckt uns breit grinsend ein Instrumet entgegen. „Wald in Shetland?“ fragen wir zurück. „wirklich?“ Er erzählt: Einmal bot sich die Gelegenheit, an Bergahorns heranzukommen. Der Baum stand auf dem Grundstück eines alten Freundes, der in die Neue Welt ausgewandert war, und sollte jetzt weg. Tommy wusste noch, dass sein Freund diesen Baum als kleines Kind gepflanzt hatte, und als dieser wieder einmal Shetland besuchte, sprach er ihn darauf an. Sei Freund war von der Idee angetan, er bestellte direkt eine Geige aus diesem Holz!
Hast Du Lust auf eine kurze Hörprobe?
Instrumente anzusehen, mit den Fingern über das glatte, fein gefertigte Holz zu streichen, das Finish zu riechen ist eine schöne Erfahrung. Doch Musikinstrumente haben eine Aufgabe: sie sollen klingen. Mir lief Gänsehaut über den Rücken, als Tommey zum Spielen ansetzte. Es muß nicht mal ein richtiges Lied sein. Es reicht sogar, dass Tommy einfach mit dem Bogen über die Saiten streicht. Dieser satte Klang! Für mich grenzt das an ein Wunder, dass ein kleiner Holzkasten solche Töne produzieren kann!
„Wollt ihr auch meine Boote sehen?“ meint Tommy. Wir nicken im Einklang. Seit wir unterwegs sind, steckt grenzenlose Neugier in uns. Natürlich möchten wir die Boote sehen und etwas über deren Herstellung erfahren. „Es dauert genauso lang, ein Boot zu bauen wie eine Geige. Viel Unterschied bei der Bearbeitung des Holzes sehe ich auch nicht. Das kommt auf’s Gleiche raus“ Es sei schwierig, gutes wetterfestes Holz zu finden. Die Qualität ist nicht mehr die wie vor 30 ig Jahren. Viele Kunden gibt es nicht mehr, die industriell gefertigen Boote sind viel billiger. Sie haben längst nicht den Flair eines Holzbootes.
In Shetland werden nicht mehr seetüchtige Boote oft als Dach für einen Schuppen verwendet. Auch Mary und Tommy haben eines dieser traditionellen Bootshäuser für ihre reinen Shetland Enten und Hühner. Einer der vier Bordercollies bringt abends die Gänse ins Bett. Mary will uns das vorführen. Die Hündin Tess schaut auf den Befehl nur kritisch drein. Doch nicht so früh am Tag! Sie ist viel zu schlau für diese Spielchen. Wir lachen über den pfiffigen Hund und die Sonne lacht mit uns. Dabei ist es mir nicht zu Lachen zumute! Ich will hier nicht weg! Auf den Inseln geht es mir einfach nur tierisch gut!
Das Burland Croft Trail hat eine Webpage.
Unser letzter Tag war schließlich so ereignisreich, dass ich ihn auf mehrere Blogbeiträge verteilen werden. Die nächsten Beiträge folgen nun aber dicht aufeinander.
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Unsere Tage auf Shetland waren gezählt. Wir waren aber bis zum Schluss sehr aktiv und immer unterwegs. Am letzten vollen Tag saßen wir gerade bei Lily und Jan, unseren Vermietern, beim Kaffee zusammen. Die Burra Bären waren auch in diesem Haushalt präsent. Jan hatte von Wendy einen vielgetragenen und geliebten Norweger Pulli in einen Bären verwandeln lassen. Leider dachte ich nicht dran die beiden mit dem recycelten Haustier zu fotografieren. Ein Verwandter von Lily rief an, als wir gerade über die berühmten Fair Isle Pullover sprachen. Er hätte seine guten, warmen Wollpullover zu warm gewaschen. Könnte Lily diese wohl auf ihr Holzbrett, welches speziell dafür gibt, aufspannen und den fast 40 Jahre alten Kleidungsstücken wieder ins rechte Format zu verhelfen! Diese Pullover sind kein Touristending!
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Mein fotografisches Lieblingsthema ist das Meer. Natürlich ziehen mich Leuchttürme aus diesem Grund immer in ihren Bann. Jetzt verwiklichtete ich einen Traum: einmal, wenn auch nur für wenige Wochen, in einem Leuchtturm zu wohnen. Im März und April diesen Jahres zog ich mit meiner Familie, drei Teenager inbegriffen, in Shetland in zwei verschiedenen Leuchttürme. Auf den hohen Klippen vor Eshaness steht ein eher unscheinbarer Turm, den wir für eine Woche bewohnten. Eines Nachts wehte ein heftiger Schneesturm über uns hinweg. der Blick aus dem Fenster erinnerte uns an ein UFO, der Lichtsstahl des Leuchtturms schnitt durch den dichten Schnee. Wir liefen raus und fotografierten das Naturschauspiel:
Der Leuchtturm auf der kleinen Insel Bressay stand in der ersten Woche auf dem Programm.
Im Blog berichtete ich live! Hier sind die täglichen Blogberichte.




































