Wie ich zum Abitur kam, ohne in die Schule zu gehen.

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Über die Jahre kam immer und immer wieder die gleiche Frage auf, wenn wir von unseren monatelangen Auslandsreisen erzählten: „Wie läuft das eigentlich bei euch mit der Schule? Machst du einen Abschluss?“

Nein, ich war seit Jahren nicht in der Schule, aber ja, ich habe jetzt einen Abschluss. Vor einigen Monaten habe ich in Baden-Württemberg das Abitur als externer Prüfling abgelegt. Wie das im Einzelnen ablief, will ich hier einmal erzählen. Vielleicht beantwortet es die ein oder andere Frage, die ihr über mein schulisches Schaffen der letzten Jahre habt.

Im SWR wurden Gabi und ich zum Abi interviewt.

Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen in England: in Buchläden schmökern.

Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen in England: in Buchläden schmökern.

Wer einen Abschluss will, muss zur Schule gehen. So war es in Deutschland immer gewesen und so wird es hier auch immer sein. Oder?

Nein! Es gibt auch das Schulfremdenabitur!

Was viele nicht wissen: man kann das Abitur auch machen, ohne einen einzigen Tag zur Schule gegangen zu sein. Das Schulfremdenabitur ist dem regulären Abi gleichwertig. Es ist eben nur etwa so weit verbreitet, wie Koalas in Kanada

Wer das Abitur als externer Schüler macht, legt nicht fünf Abiturprüfungen ab, wie in Baden-Württemberg üblich. Man muss sich gleich zwölf Prüfungen unterziehen. Dafür fallen allerdings die kompletten Noten, die man in den Jahren der Oberstufe zu sammeln hat, weg – man war ja nicht im Unterricht.

Auf diese Art einen Abschluss zu erlangen ist bestimmt nicht für jeden das Richtige – man muss ganz auf sich alleine gestellt, ohne Lehrer, Hausaufgaben und Klausuren den Stoff der Oberstufe aneignen, und hat im Schreiben von Prüfungen keine Erfahrung, wenn es dann hart auf hart kommt. Einigen ist diese Art des Vorbereitens aber wie auf den Leib geschneidert. Immerhin kann man in seiner eigenen Geschwindigkeit lernen und muss „nur“ die Abiturprüfungen machen. Den abwechselnden Stress und die Öde des Oberstufenunterrichts kann man sich sparen.

Wie wir zum schulfreien Leben kamen

Für mich war das genau die richtige Entscheidung, das Abitur als externer Schüler abzulegen. Bis zur zehnten Klasse habe ich (meistens) die Schule besucht, und war immer ein mittelmäßiger bis schlechter Schüler. Ich war der typische, völlig desinteressierte Jugendliche, der seine Zeit im Klassenzimmer absaß, wie ein Inhaftierter seine Zeit hinter Gittern. Es gab kaum ein Fach, das mich interessierte. Ich hörte mit einem Ohr halbherzig dem Lehrer zu, während ich mein Hausaufgabenheft mit Cartoons verzierte, oder mit meinen Sitznachbarn schmutzige Witze austauschte. Eine Eins zählte in meinem Zeugnis zu den ausgestorbenen Arten, dafür tummelten sich dort die ein oder andere Vier, und gelegentlich auch mal eine Fünf.

Immer wieder hatte ich aber die Gelegenheit, mal die Schule für ein paar Wochen zu verlassen und mit meiner Mutter, einer leidenschaftlichen Fotografin, auf Reisen zu gehen. Wir nutzen schon alle Ferien zum Wegfahren, doch es war uns nicht genug. Einmal unternahm meine Familie sogar eine sechsmonatige Reise. Währenddessen verbrachte ich keine Minute in einem Schulhaus, Schulbücher interessierten mich auch überhaupt nicht. Seltsamerweise lernten ich und meine Geschwister in dieser Zeit trotzdem enorm viel.

Auf einmal war alles für mich interessant; selbst der Schulstoff, der früher todlangweilig war.

Der Unterschied zu vorher war, dass ich nun keinen Zwang mehr hatte, etwas Bestimmtes bis zu einem vorgegebenen Datum zu lernen. Jetzt konnte ich machen, was ich wollte, im wahrsten Sinne des Wortes. Und auf Reisen hat man so viele Gelegenheiten, etwas Neues zu erfahren, so dass man selbst beim besten Willen nicht darum herum kommt, neues Wissen aufzunehmen.

Wir trafen Fischer, Kapitäne, Jäger, Meeresbiologen, andere Reisende und redeten sowieso mit fast jedem, der uns über den Weg lief. Wir waren aktiv neugierig und nach einem halben Jahr in Skandinavien und Großbritannien wusste ich enorm viel über diese Länder und die Leute, die dort leben. Außerdem hatte sich mein schmächtiges Schul-Englisch wie von selbst zu einem brauchbaren Verständigungsmittel weiterentwickelt. Ich hatte ohne bewusste Anstrengung etwas erreicht, woran ich in der Schule jahrelang gescheitert war.

Ich lebte, statt das Leben in der Schule zu simulieren. Klick um zu Tweeten

 

June Browne brachte uns alles über ihre Shetland-Ponies bei.

June Browne brachte uns alles über ihre Shetland-Ponies bei.

Nach dieser monatelangen Reiseerfahrung wollten meine Geschwister und ich nicht mehr in die Schule zurück. Wir wollten reisen und gemeinsam die Welt kennen lernen!

Meine Eltern entschieden sich, ihr Hobby, die Fotografie, zu ihrem Beruf zu machen. So waren wir jetzt beruflich viel in Europa unterwegs, auf der Suche nach den richtigen Motiven oder nach Projekten, die wir machen könnten. Und wir waren von nun an „Homeschooler“, also Heim-Lerner, auch wenn wir unterwegs waren.

Was ist Homeschooling?

Man sollte hier vielleicht noch erwähnen: Homeschooling kann viele verschiedene Formen annehmen. Teileweise läuft es so ab, dass die Eltern die Rolle des Lehrers übernehmen, einen Stundenplan aufsetzen und Hausaufgaben aufgeben. Es gibt aber auch die Sorte Eltern, die auf den selbstständigen Lerndrang ihrer Kinder vertrauen und ihnen keinen Druck machen. So war es bei mir; meine Eltern haben mich kein einziges Mal angetrieben, etwas zu lernen. Ich habe es aus rein eigenem Interesse getan.

Viele Dinge hätte ich anders nie so intensiv lernen und erfahren können – in mancher Hinsicht ist eine lange Reise die beste Bildung, die ein Jugendlicher bekommen kann. Man lernt die Dinge nämlich nicht einfach, man entwickelt schnell eine Leidenschaft dafür. Und wenn man etwas leidenschaftlich tut, fällt es einem um ein Vielfaches leichter und macht Spaß, statt lästig zu sein. Vieles von dem, was ich später für Erdkunde brauchen würde, war für mich Allgemeinwissen. Wie funktioniert Globalisierung, und wie beeinflusst sie die Tier- und Pflanzenwelt einer bestimmten Region, wie hängen Umweltresourcen und Wirtschaft zusammen, und vor allem, wie eignet man sich solches Wissen schnell an?

Die Walforscherin Heike Vester brachte mir enorm viel über maritime Biologie bei.

Die Walforscherin Heike Vester brachte mir enorm viel über maritime Biologie bei.

Genauso lernte ich viel über Geschichte, wenn wir an einem historischen Ort waren und dort mit den Leuten redeten. Was mein Interesse einmal geweckt, las ich später nochmal intensiv nach, um mehr in Erfahrung zu bringen.

Außerdem lernte ich, wie man schreibt. Ich bin zwar bei weitem kein Kandidat für den Literaturnobelpreis, aber beim Schreiben für unseren Reiseblog eignete ich mir ein gewisses stilistisches Grundwissen an.

In der Normandie lernten wir Weltkriegsgeschichte vor Ort.

In der Normandie lernten wir schon früh Weltkriegsgeschichte vor Ort.

Und selbst die Fächer, die man durch Reisen nicht „wie durch Osmose“ lernt, hatte ich bis zu den Abiprüfungen durch selbständiges Lernen gemeistert.

Wie ich für das Abi lernte

Wenn man lernen muss, aber sich die Zeit dazu selbst einteilen kann, wird es eventuell ewig dauern, bis man sich endlich dazu aufrafft – es gibt ja viel interessantere Dinge!

Irgendwann merkt man aber, dass man jetzt in die Puschen kommen muss, wenn man doch wissen will, was ein Integral ist oder was es mit Vektoren auf sich hat. Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, aber auf einmal war ich neugierig auf Mathe, ich wollte es unbedingt lernen. Und wenn man auch noch den ganzen Tag Zeit dazu hat, dann geht es natürlich gleich viel leichter von der Hand, als in der Schule. Dort muss man lernen, hat aber dafür nur vier Schulstunden pro Woche zur Verfügung.

Mit den konkreten Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen fing ich etwa ein Jahr vor dem geplanten Abschlusstermin an, doch wir waren zwischendurch in Norwegen und Schweden, so lernte ich effektiv nur acht oder neun Monate.

Am besten mit der größten Baustelle anfangen

Ich fing mit Mathe an. Ich war in Mathe immer schlecht gewesen, doch jetzt war es eines meiner Hauptfächer – die kann man sich beim externen Abitur nicht aussuchen. Kernfächer sind Deutsch, Mathe, Englisch und Geschichte.

Viele Wochen lang war es das einzige Fach, mit dem ich mich beschäftigte. Ich hatte die Khan-Academy entdeckt, eine ausführliche Sammlung an englischsprachigen Lehrvideos im Internet, die ich einfach so lange immer wieder anschaute, bis ich wusste, was Salman Khan mir erzählen wollte. Zwar waren sie für das amerikanische Schulsystem ausgelegt, und ich musste das ein oder andere Thema anderswo besorgen, oder ich lernte Dinge, die für mich irrelevant waren – aber ohne die Khan-Academy wäre es mir echt schwergefallen. Ein Buch darüber, Die Khan-Academy: Die Revolution für die Schule von morgen, gibt es auch in Deutsch.

Wie ich Mathe lernte bescheibe ich in meinem Blog.

Im August fuhren wir dann nach Norwegen, die Reise dauerte drei Monate. Ich hatte mir vorgenommen, dennoch zu lernen, das würde ich schon schaffen. Eine utopische Fantasie, wie ich schnell einsah, denn auf Reisen gibt es weitaus Interessanteres zu tun, als die Nase in Bücher zu stecken. Dann eben nach der Reise!

Mit Volldampf voraus!

Im November legte ich dann mit Volldampf los. Die schriftlichen Prüfungen waren nur noch fünf Monate entfernt, und bis auf Mathe hatte ich noch nichts gemacht (und selbst da fehlte noch einiges). Also ran an die Arbeit! Ich setzte mir ein Ziel: Jeden Tag fünf Stunden pauken, ein Tag in der Woche ist frei.

Mit dem Druck der sich bedrohlich nähernden Prüfungen fiel es mir dann auch leichter als gedacht, dieses Schema auch einzuhalten. Die Tatsache, dass ich mir den Lehrplan selbst zuschneiden konnte und er sich daher stark nach meinen individuellen Lerngewohnheiten und Wissenslücken richtete, erleichterte mir das Lernen enorm. Ich konnte mich auf genau das konzentrieren, wo es fehlte. In Mathe wollte ich eine Eins, also lernte ich sehr intensiv. In Geschichte hatte ich noch große Lücken, da ich immerhin auch am Stoff interessiert war, war es leichter als ich befürchtet hatte.

Englisch priorisierte ich gar nicht. Das war mein Ass im Ärmel, denn durch das viele Reisen und die vielen englischsprachigen Freunde, hatte ich die Sprache fließend drauf. Zudem las ich viel und schaute Filme und Serien nur in Englisch an, hier musste ich mir also keine Sorgen machen. Ich zog mir noch die Pflichtlektüre rein, das wars.

Fünf Monate stopfte ich so systematisch eine Wissenslücke nach der anderen. In der Schule wäre viel Zeit allein daran verloren gegangen, Unterricht über Sachen abzusitzen, die ich bereits beherrschte. Dafür hätte sie anderswo gefehlt – ich verbrachte zum Beispiel weit mehr Zeit mit Mathe als meine Mit-Abiturienten in der Schule.

In den letzten Monaten stand ich dann auch im Kontakt mit den Lehrern, die mir die Prüfungen abnehmen würden. Sie waren sehr hilfsbereit und unterstützen mich mit Probeklausuren und zusätzlichem Lernstoff. Außerdem boten sie mir an, in der Woche vor dem Abitur in die Schule zu kommen, um die Mitschüler und das Kollegium kennen zu lernen. Das nahm ich natürlich gerne an.

Die ersten acht (!) Prüfungen

Als sich die anfangs gefürchteten Prüfungstermine näherten, fand ich es gar nicht mehr so fürchterlich, denn ich fühlte mich erstklassig vorbereitet. Im Gegensatz zu den anderen Abiturienten hatte ich fünf Monate lang intensive Prüfungsvorbereitungen gehabt. Sie hatten regulären Unterricht – der bereitet natürlich auch vor, aber man hat zwischendurch unzählige Klausuren, Epochalnoten und anderen Kram, der am Ende in der Prüfung nicht drankommen wird. Das ist weniger zielstrebig. Andererseits wurde ich aber über den gesamten dreijährigen Lehrstoff auf einem Schlag geprüft.

In den vier schriftlichen Prüfungen schnitt ich weit besser ab, als erträumt (die Ergebnisse bekam ich nebenbei erwähnt erst zwei Monate nach den Prüfungen). In Deutsch 12 Punkte, in Mathe 14, in Englisch auch 14, und 9 in Geschichte. Dann kamen in diesen Fächern noch mündliche Prüfungen hinterher – die verliefen auch gut, wenn auch nicht ganz so gut wie die schriftlichen. Anfangs war ich sehr nervös. Vor allem in der ersten Prüfung, Mathe, machte ich deswegen einige Fehler. Ich bekam „nur“ 11 Punkte. Deutsch und Geschichte liefen passabel – 9 und 8 Punkte – da hätte ich ein paar Stunden mehr investieren können.

In Englisch räumte ich ab. Wie gesagt, das war mein Ass im Ärmel. Die drei Prüfer waren sehr froh darüber, mir alle 15 Punkte geben zu können, denn ich war der erste, der diese spezielle Form der mündlichen Prüfung ablegte.

Noch bin ich nicht durch – es kommen noch vier Mündliche

Als ich diese erste große Hürde hinter mir hatte, kam es noch einmal dick hinterher: Ich hatte nur acht Wochen Zeit, um mich auf vier weitere mündliche Prüfungen vorzubereiten. Musik, Geografie, Latein und Physik. Da ich in den Monaten davor alle Hände voll mit dem ersten Prüfungsteil zu tun gehabt hatte, war in diesen Fächern noch fast gar nichts geschehen. Oh je.

Naja, nichts wie ran, es gab keine Zeit zu verlieren! Ich lernte weiterhin jeden Tag um die fünf Stunden. Ich musste die gesamte Musiktheorie der Oberstufe lernen, und in Physik hatte ich zuvor auch keinen Finger gerührt. Zum Glück würden die letzten vier Fächer auf dem Niveau zweistündiger Kurse geprüft werden, nicht vierstündiger.

Schließlich kamen die Prüfungen, doch diesmal hatte ich weit mehr Zweifel an meinen Fähigkeiten, als ich sie bei den ersten acht Prüfungen gehabt hatte.

Die Zweifel erwiesen sich als weitgehend überflüssig. Es waren immerhin mündliche Prüfungen, und die Tatsache, dass ich äußerst gerne und noch dazu viel rede (das habe ich mir wohl unterwegs angewöhnt…), kam mir in den mündlichen Prüfungen sehr zugute.

Vielleicht half mir auch der Umstand, dass ich insgesamt acht mündliche Prüfungen ablegen musste, und nicht nur eine oder zwei, wie das normalerweise der Fall ist. So hatte ich schon recht viel Übung im Bestehen von mündlichen Prüfungen. Ich wusste bei weitem nicht alles, wonach mich die Prüfer fragten, aber ich wusste, wie ich trotzdem etwas draus machen konnte.

In Physik zum Beispiel scheiterte ich erbärmlich an den Rechenaufgaben, die man mir in der Vorbereitungszeit hingelegt hatte. Ich hatte keine Rechenpraxis. Dafür konnte ich die Prüfer aber mit meinem Verständnis der Vorgänge überzeugen, denn ich hatte den Stoff wochenlang gelernt und wie ein Schwamm aufgesogen. Am Ende gab mir das Prüfungskommitee ganze 10 Punkte.

In Musik kam natürlich das Thema dran, welches mir gar nicht lag – Impressionismus. Ich erzählte alles, was ich davon wusste, und ließ nebenbei noch einiges von dem Wissen einfließen, welches ich von den anderen Musikperioden hatte. Das gab ganze 12 Punkte für „umfangreiches Fachwissen“. Mündliche Prüfungen waren doch nicht so schlimm, vor allem nicht auf Nebenfachniveau.

In Geografie, einem meiner Lieblingsfächer, hatte ich zu allem eine Antwort parat und räumte alle 15 Punkte ab.

Selbst in Latein, meinem alten Erzfeind, bekam ich zu meiner großen Überraschung acht Punkte. Allerdings mit etwas Glück, da es sich hier um eine Präsentationsprüfung handelte – das heißt, ich durfte die möglichen Abfragethemen selbst wählen. So konnte ich meine sehr bescheidenen Übersetzungskenntnisse mit geschichtlichem Hintergrundwissen verstärken, denn ich konnte ja gezielt lernen.

Es ist geschafft! Ich bekomme mein bisher bestes Zeugnis ausgehändigt

Unterm Strich hatte ich am Ende einen Notenschnitt von 1,8. Das war um Welten besser als jedes einzelne Zeugnis, das ich meinen früheren Schuljahren ausgehändigt bekommen hatte.

Ein paar Tage nach der letzten Prüfung ging es zum Abi-Ball. Es wurden aufwändige Reden geschwungen und ein Film gezeigt, den meine Mit-Abiturienten gedreht hatten. Hinterher wurden die Zeugnisse ausgehändigt. Jeder wurde namentlich auf die Bühne gerufen, um sein Zeugnis in Empfang zu nehmen. Nur bei einigen Wenigen sprach der Schulleiter noch ein kurzes Wort, zum Beispiel bei dem Kandidaten mit den besten Abi-Schnitt, oder wenn jemand einen angesehenen Preis gewonnen hatte. Als ich an der Reihe war, erzählte er der gesamten Versammlung die Umstände meines Abschlusses.

Normalerweise freuen wir Lehrer uns, wenn unsere Schüler nach Jahren in unserer Obhut endlich das Abitur erlangen.“ sagte er. „Doch der Herr Reichert hier kam nur für die Abschlussprüfungen an unsere Schule, und hatte sich den ganzen Stoff auch noch selbst beigebracht. Wir kamen uns fast überflüssig vor!“

Er erzählte von meinem Berg an Prüfungen und betonte auch noch meine Endnote. Der ganze Saal applaudierte laut, und ich war stolz, wie ein Sportler auf dem Siegerpodium.

Bis zum Tag der letzten Prüfung war ich mir nicht sicher gewesen, ob ich auch alles gut hinbekommen würde. Was, wenn ich eine Prüfung verhauen würde? Was, wenn ich am Ende einen lausigen Schnitt hätte? Mit 1,8 hatte ich nämlich auf keinem Fall gerechnet.

Um so besser fühlte es sich an, das Abiturzeugnis mit einer Eins vor dem Komma in der Hand zu halten. Und als der Schulleiter es so vor dem ganzen Saal formulierte, wusste ich: Ich hatte wirklich etwas Bemerkenswertes erreicht, weil ich es mir fest vorgenommen hatte. Für mich war das Schulfremdenabitur genau die richtige Entscheidung gewesen!

Noch eine Anmerkung: Ich war in dieser Zeit bei der Clonlara School angemeldet, einer Fernschule, die maximale Freiheit beim Lernen erlaubt. Ich konnte also machen was auch immer ich wollte, es war meine Sache. Wenn ich aber organisatorische Unterstützung brauchte, standen mir Karen und Matthias Kern, meine Schulberater immer zur Seite. Sie halfen mir, das Anmeldungsschreiben aufzusetzten oder sagten mir, wo ich die Lehrpläne finden kann. Außerdem ließen sie mich bei ihnen in Markdorf am Bodensee wohnen, während ich die Prüfungen hatte. Ich machte das Abi in Baden-Württemberg, weil sie dort das Zentralabitur haben – da weiß man schon vorher, wie die Prüfungen ungefähr aussehen werden, und kann besser lernen. Mittlerweile sind Karen und Matthias nicht mehr bei Clonlara aktiv, sondern haben ihre eigene “Schule” eröffnet, Kern-Bildung. Sie spezialisieren sich nun darauf, Leuten wie mir bei Fragen zum externen Abschluss zur Seite zu stehen. Sie unterrichten jedoch nicht, das muss man schon selbst tun. Doch für die wertvollen Tips und Tricks, mit denen sie mich unterstützt haben, bin ich sehr dankbar!

Meine Materialien

Ohne gute Lehrbücher kann man sich nicht wirklich auf eine Prüfung vorbereiten. Ich hatte zum Glück ein paar Tips von Karen und Matthias und von den Lehrern bekommen. Diese Bücher kann ich jedem empfehlen, der auch das Abitur in BW anbelegen möchte:

Abitur-Training Mathematik / Analytische Geometrie: Bayern

Erfolg in Mathe Abi 2015

Geschichte – Deutschland im 19. Jahrhundert bis 1933

 

Fotos

Hier unten steht noch eine Bildergalerie , die uns unterwegs beim Lernen und Erfahrungen-sammeln zeigt.

Bildung muss nicht gleich büffeln sein! Klick um zu Tweeten

Für eine größere Darstellung klickt bitte auf die Bilder.

 

Mein eigener Blog “Vom-Leben-lernen” startet gerade erst – sei von Anfang an dabei!

Ein paar von meinen Texten hier im Blog:

Im Januar 2015 wurden Gabi und ich beim SWR interviewt. Den Fernsehbeitrag kannst Du Dir hier anschauen.

Es gibt eine neue Schulfrei Community, falls Du Dich für das freie Lernen interessierst und vernetzten möchtest!

In Zukunft wird es viele weitere Beiträge über das freie Lernen geben. Trag Dich beim Newsletter Abo ein, wenn Du nichts verpassen möchtest:

Autor: Esra

Ist der älteste Sohn seiner Eltern und hinterlässt überall Fahrradspuren.

48 Kommentare

  1. Hallo Esra,

    Wow, da hast Du ja wirklich etwas Großes geschafft, herzlichen Glückwunsch zur tollen Note und natürlich auch zu dem Blogbeitrag, der liest sich super und ich bin auf die Reaktionen gespannt, die bestimmt kommen werden.
    Müssen sich deine Geschwister an Dir messen lassen oder haben die zwei andere Pläne?

    Viele Grüße aus Izmir,
    Marion

    • Danke, Marion. Die beiden werden es wohl voraussichtlich auch so machen (genau wie übrigens meine Freundin, die in diesem Jahr schon dran ist). Im Vergleich zu mir haben sie aber einen Berater, nämlich mich, und so müssen sie nicht alles selbst herausfinden.
      Viele Grüße!
      Esra

  2. Respekt! Und danke! Nachdem ich mich heute den ganzen Abend mit dem Schreiben der “Zeugnisse” für die Clonlara School rumgeärgert habe, kam der Bericht gerade recht. Jetzt weiß ich wieder, wofür ich das tue.

    Laut lachen musste ich übrigens beim Anblick des Bibliothek-Fotos: Meine Jungs tragen prinzipiell unterschiedliche Socken. Ob das ein weiteres Symptom desselben Virus ist? 🙂

    Viele Grüße aus Sozopol, Bulgarien,
    Lena

    • Danke 🙂
      Wenn fünf paar Schuhe im Wohnmobil unterm Tisch liegen, dann hat man selten die Geduld, zwei gleichfarbige hervorzukramen. Außerdem wird man mit verschiedenen Schuhen eher von lustigen Leuten angesprochen!
      Viele Grüße
      Esra

  3. Herzlichen Glückwunsch ! Und Respekt für die Disziplin, die du über mehr als ein Jahr an den Tag gelegt hast. Planst du denn jetzt zu studieren (oder studierst du schon ?). Das geht ja vermutlich sehr viel einfacher in der Ferne…

  4. Vielen Dank für diesen Bericht aus erster Hand. Deine Feststellung “Ich lebte, statt das Leben in der Schule zu simulieren.” finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht.
    Manchmal denke ich, ich hätte meine Reiselust viel mehr in die Tat umsetzen sollen, als noch keines meiner Kinder schulpflichtig war. Aber “hätte” und “könnte” helfen einem ja auch nicht weiter. 😉

    An dieser Stelle ein Linktipp (nicht!) zu meinem eigenen Blog, sondern zu dem von Lena Marie, die mit ihrer Familie derzeit 11 Monate durch Südeuropa tourt: http://www.family4travel.de/about-family4travel/

    Ich werde jetzt hier noch ein wenig in den Foto-Artikeln herumstöbern. Denn damit “hätte” / “könnte” ich mich auch mal intensiver beschäftigen. 😉

    Viele Grüße,
    Sophie

    • Danke für den Kommentar.
      Tja, dann müsst ihr eben jetzt fahren 😉 Im Nachhinein werdet ihr es nicht bereuen!
      Lena Maries Blog hatte ich auch schon gesehen, die machen es genau richtig!
      Viel Spaß beim Stöbern,
      Esra

  5. Hallo Esra!

    Erstklassiger Bericht von Dir!! Wirklich wunderbar zu lesen. Unser großer macht nun das dritte Jahr im Homeschooling- es fühlt sich genau richtig an. Wenn man dann noch Berichte wie deinen lest ist man noch mehr bestärkt in seinem Tun 🙂

    Alles Gute für die Zukunft,
    Grüße aus Wien
    Daniela

  6. Großartiger Text! Ich wusste ja schon bescheid, aber ich weiß gar nicht wie ich betonen soll wie beeindruckt ich bin und ich möchte etwas Neid definitiv nicht abstreiten. Du lebst, anstatt das Leben zu simulieren, das ist wahr und wirklich unfassbar, fast niemand in unserem Alter wird eine solche Bildung was das “Kennen der Welt” angeht besitzen, mal abgesehen davon, dass du bewiesen hast, wie überflüssig Schule sein kann. Wirklich großartige Jahre haben Dir deine Eltern geschenkt und Du hast es durch viel Disziplin, Leidenschaft und Ehrgeiz zu einem Hauptgewinn gemacht würde ich mal sagen!

    Jan

  7. Hallo Esra !

    Glückwunsch zum Abi und zum sehr informativen Text.

    Wie sehen denn die Pläne für die Zukunft aus, ein Abi ist doch nicht für die Schublade, oder nimmst du dir erstmal eine Auszeit und gehst auf Reisen 😉 !?

    Gruß
    Lutz

    • Ich denke, fürs erste geht es so weiter wie bisher: ich nehme meine Bildung selbst in die Hand und eigne mir autodidaktisch an, was mich interessiert und weiterbringt. Wenn ich dann weiß, was mich am meisten interessiert, gehe ich wahrscheinlich auch studieren.

  8. Lieber Esra,

    herzlichen Glückwunsch zum Abitur!

    Das Schulfremdenabitur ist in der Tat nicht sehr geläufig und war auch mir nicht wirklich bekannt. Dein Notendurchschnitt ist super und zeigt das es auch ohne Lehrer und Schule geht.

    Etwas besonders wichtiges hast du nebenbei auch gelernt – dich selbst zu organisieren und dir selbst Dinge beizubringen. Etwas das man im Leben wohl viel mehr braucht als den Satz des Pythagoras 😉

    Super gemacht! Ich bin begeistert und habe es gleich auf FB geteilt.

    Liebe Grüße
    Christina vom MrsBerry Familien- und Reiseblog

    • Danke!
      Auf alle Fälle! Ich habe gelernt, wie man lernt. Eine enorm wichtige Fährigkeit, finde ich. Integrale und Vektorrechnung verstauben bereits in einem düsteren Abstellraum weit hinten in meinen Hirn, doch das wird mir hoffentlich für den Rest meines Lebens nützlich sein!
      Viele Grüße,
      Esra

  9. Danke Esra für den hochinteressanten Bericht. Und Hut ab!

    Würden alle Menschen so auf Reisen spielerisch lernen, dann hätten wir nicht mit diesem Pegida-Mist und anderen Bildungsproblemen zu tun, wie an den Unis wäre Vielvölkerei und gegenseitiges Lernen allgegenwärtig – anstatt mit dumpfen Parolen auf “Ausländer” zu zeigen.

    Ich habe auch in der Schule nur Grundwissen beigebracht bekommen und “richtig” im Leben gelernt. In jedem Ferienjob lernt man mehr als in zwei Jahren Schule. Englisch habe ich auch nach der Schule erst richtig gelernt, als ich eine geniale Shakespeare-Verflimung von Kenneth Branagh (Much Ado About Nothing) im Original sah und beschloss, diese geniale Ausdrucksweise, die nur sehr bedingt zu übersetzen ist, auch im Original zu lesen und fortan auch möglichst Filme und Serien im Original sah – da lernt man viel einfacher und schneller und natürlicher als in der Schule. Da ein vernünftiges System des Lernens zu finden, wird sicher noch dauern…

    Ihr werdet Euren Weg schon machen. 😉

    Glückauf, maach et joot, ‘ne schöne Jrooß & bess demnähx, Ollie

    • Hallo Oliver,
      danke für den Kommentar! 🙂
      Die Englischlehrerin an der Schule, wo ich das Abi gemacht habe, hat es mir bestätigt: Ich hätte Englisch auf die richtige Art gelernt, nämlich indem ich es einfach angewendet habe. Das sei viel effektiver als der Unterricht, den sie ihren Schülern geben kann.
      Wenn es selbst die Lehrer sagen… 😀

      bis denne!
      Esra

  10. Hallo Esra,
    herzlichen Glückwunsch zum Abi, eine super Leistung,auch deine Disziplin ist bemerkenswert..
    Irgendwie erinnern mich deine Schilderungen des “normalen” Schülers an meine inzwischen schon vor 14 Jahre frühzeitig beendete Tätigkeit. Damals hatte ich meinen Klassen sehr sehr viel Material( selbst zusammengestellt,geklebt,foliert,in Ordnern und Kästen bereitgestellt) für freies Arbeiten zur Verfügung gestellt und machte dann auch die Erfahrung, dass frei gewähltes Lernen viel effektiver ist.Gern erinnere ich mich an einen Schüler, der in Rechtschreiben auf 6 stand und plötzlich durch die Freiarbeit sich zahlloses Material freiwillig und mit Begeisterung “reinzog”. Auch anderen machte diese Freiarbeit viel Spaß.Selbstbestimmtes Lernen müsste viel stärker angeboten werden.
    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute.
    LG Maria

    • Du sagst es! Wenn man mit etwas Motivation (bzw aus eigenem Antrieb) and etwas heran geht, dann wird es viel eher gelingen, als wenn man dazu gezwungen wird.

      Ich finde auch, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, wenigstens einen Teil seines Lernens völlig selbst zu bestimmen.

      Viele Grüße,
      Esra

  11. Hallo, lieber Esra!
    Auch wenn ich ja von dir schon vorher etliches wusste, finde ich es toll, deinen ganzen Blog-Beitrag zu lesen! Nett geschrieben! Wenn du ein paar Tippfehler oder Kommafehler verbessert haben willst, melde dich bei mir, ja! Alles Liebe von Ulrike

  12. Lieber Esra,

    Respekt — dein Text ist wirklich spannend und klingt so erwachsen! Offensichtlich bildet Reisen tatsächlich, wie ihr in der Überschrift schreibt, aber ich denke mir (besonders nachdem ich deinen Text gelesen habe), dass das Abi nicht von alleine kommt, sondern du musstest tatsächlich konzentriert darauf hinarbeiten.

    Es freut mich sehr, dass es nicht nur geklappt hat, sondern, dass du so gut abgeschnitten hast. Und dass der Schulleiter viel mehr Zeit mit deiner Geschichte verbracht hat als die vom Mutabiturienten mit dem höchsten Schnitt finde ich absolut angemessen.

    Alles Gute euch fünf!
    Bojidar

    • Hallo Bojidar,

      nein, von alleine kam es bestimmt nicht, aber trotzdem hat das Reisen mir extrem geholfen – ich musste beispielsweise für Englisch und Geografie nahezu gar nichts tun und bekam trotzdem 15 Punkte. Man lernt so vieles unterwegs, ohne dass es einem überhaupt bewusst ist.

      Ja, ich war sehr (positiv) überrascht 🙂

      Viele Grüße,
      Esra

  13. Hut ab! Einen dicken Glückwunsch zu dieser stolzen Leistung!

    Ich gehöre zu denjenigen, die deine Mutter vor Kurzem noch gefragt hat, wie das mit euren Reisen und der Schule funktioniert. Danke für deinen detaillierten Erfahrungsbericht! Ich finde es sehr spannend, nicht nur über die reinen Fakten zum Schulfremdenabitur zu lesen, sondern deine persönliche Sicht dazu zu erfahren.
    Ich reise natürlich viel, viel weniger als du/ihr, trotzdem geht es mir ähnlich: Ich lerne unterwegs so viele interessante Dinge, die dauerhaft im Gedächtnis bleiben, mich in der Schule aber nie interessiert haben. Außerdem sind die Schulfächer stringent voneinander getrennt, während es im Leben einfach nicht so ist. In Norwegen im Gletschermuseum z.B. lerne ich Dinge, die in der Schule getrennt voneinander in Erdkunde, Geschichte und Biologie “behandelt” werden. Das ist einfach nur praxisfern.

    Viel Spaß weiterhin beim Reisen und Lernen! Ich bin gespannt, zu lesen, welche Richtung du irgendwann einschlagen wirst.

    • Vielen Dank, Nicole!

      Ja, genau so ist es! Unterwegs verschwimmen die “Grenzen” der Fächer total. Wenn man sich auf Englisch mit einem nowegischen Fischer unterhält, dann lernt man was über die Fische (Biologie), den Markt (Wirtschaft) seine Arbeitsweise (Landeskunde?) und wenn man das ganze auf dem Boot macht kriegt man auch noch ein bisschen was von Mechanik erzählt. Ach ja, und Englisch 😀

      Ich bin auch gespannt zu erfahren, welche Richtung ich später mal einschlagen werde! 😀

  14. Endlich habe ich diesen tollen Artikel gelesen. Super, toll, Glückwunsch!
    Ich sehe das eigentlich auch so, durch Reisen lernt man viel viel viel mehr als durch stupides Eintrichtern in der Schule.
    Ich merke das schon bei meinem fast 4-jährigen Sohn, der hat erst gestern in der Dusche einfach so “Gracias” statt “Danke” gesagt… hat gepasst 🙂 Und wenn ich diesen kleinen Schritte bis zum Abi extrapoliere, dann bin ich bei deiner Geschichte hier!

    Na mal sehen wie wir es handhaben, wenn unsere Kinder in die Schule müssen. Meine Frau ist Lehrerin (Eintrichterin :)) und ich glaub uns fehlt einfach der Mut diesen sicheren Beamtenstatus aufzugeben. Aber so haben wir immerhin extrem viel Ferien die wir auch jetzt schon für Reisen nutzen.
    Ich bin schon auf weitere Artikel gespannt!

    Grüße, Marc

    • Danke!
      Es hat mich tatsächlich selbst verwundert, wie viel man auf Reisen lernen kann, das sogar fürs Abi relevant ist. Es kam gelegentlich vor, dass ich den Lehrplan las und dachte “hey prima, das hab ich doch schon unterwegs mal mitbekommen!”. Vor allem in Erdkunde, bzw. Geografie.

      Das ist bestimmt keine leichte Entscheidung, wir haben sie auch erst relativ spät getroffen. Da war ich schon viele Jahre in der Schule gewesen. Aber wir haben es nie bereut!

      Viele Grüße,
      Esra

  15. Pingback: Weg mit der Leistungsprämie! | Anders Unternehmen

    • Hi Alex,

      ja, ich hätte es auch hier machen können. Aber in Baden-Württemberg haben sie das Zentralabitur, und darauf kann man sich viel besser vorbereiten, denn man weiß ganz genau, was auf einen zukommt. Es ist genau festgelegt, welche Themen und welche Aufgabentypen in den Prüfungen dran sein werden.

      Außerdem war der Anmeldeschulss in Rheinland-Pfalz schon im April gewesen, und da wusste ich noch gar nicht, ob ich das Abi überhaupt machen will. In Baden-Württemberg war bis Oktober Zeit mit dem Anmelden.

      Grüße,
      Esra

  16. Pingback: „Travel Schooling“ – Schule auf der Langzeit-Reise | family4travel

  17. Toller Text, ich habe ihn sehr gerne gelesen! Ich hoffe, du steckst mehr Jugendliche damit an, die Schule nach der Schulpflicht zu verlassen und das Pauken fürs Abi selbst (oder in einer Gruppe) in die Hand zu nehmen.
    Das grundsätzlichere Problem der Zertifikate (vgl. Illich) ist damit zwar noch nicht gelöst, aber mehr Vielfalt ist ja schon mal ein Anfang. Deine Geschichte zeigt, dass es geht in einer anregungsreichen Umgebung. Die Fotos sprechen für sich! 🙂

    Viele Grüße,
    Nicki

  18. Toller Artikel. Besonders in Bezug auf die verschwendete Zeit während der “Unterrichtsstunden” sprichst Du mir aus der Seele. Meine Tochter ist auch gerade in der Abiturvorbereitung und sie hasst es, dass sie ständig Zeit für völlig überflüssige Dinge verschwenden muss, die sie nicht weiter bringen. Möglicherweise wird es Zeit, das Lernen in der Oberstufe ähnlich zu gestalten wie an Universitäten, denn dort funktioniert es ja auch. Zumindest sollte man Schülern die Möglichkeit geben diese Option zu wählen.

    Allerdings muss man natürlich Deine besondere Situation berücksichtigen. Nicht jeder hat Eltern, die ein derartiges “Lehrprogramm” bieten können und sich dazu noch so auf Ihre Kinder einlassen. Das geht wirklich nur, wenn die gesamte Familie an einem Strang zieht.

    Grüße, Michael

  19. Hab’s grad via Twitter von @holgi gefunden und finde es einen sehr schönen Artikel. Als 2,5-Abiturient (1992 in Göppingen), hätte ich mal lieber auch reisen sollen um eine bessere Note zu bekommen.

    • Nicht um …. “eine bessere Note zu bekommen”,
      sondern um zu Reisen, in der Welt zu sein, um selbstbestimmt zu lernen.
      Meine “große” Tochter überlegt zur Zeit die Schule zu wechseln, um ihre “Wissbegierigkeiten” zu stillen, noch lieber würde sie Reisen, aber wir sind 4:
      Der Geldverdiener (der Arme)
      Die Dazuverdienende, Familienmanagerin, Psychologin, Fotografieinteressierte
      Die Große, die in die Welt möchte (meistens)
      Die Vierzehnjährige, deren “Familie” zur Zeit die Peergroup bestehend aus 5 Freundinnen ist (örtlich folglich sehr gebunden)
      Schwierig!
      Ersa, mir gefiel sehr Dein Kommentar: erstmal mache ich so weiter, reise….
      Und irgendwann studiere ich (?)… Ich bin mir sicher, das wirst Du dann richtig “gut”, engagiert u. innovativ machen. Viel Glück im/beim Leben!
      Liebe Grüße
      Michaela

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  25. Hallo Esra,
    ich wollte auch das Abitur nachholen aber weil ich aus Syrien bin und kein Deutschsprachige bin ,hat das mich demotiviert .
    aber nachdem ich dein Beitrag gelesen habe ,habe ich verstanden ,wenn man etwas will muss daran glauben und sich selbst vertrauen ,somit kann man es schaffen

    ich brauche mehr Information über die Anmeldung und Voraussetzungen ,wenn du das mir per Email schicken ,werde ich dir dankbar

    VG

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