Text Noah Calvin, Fotos Gabi
Schon seit Tausenden von Jahren gibt es Menschen am Bodensee.
Soviel ist sicher, aber wie genau lebten sie damals?
Wie sah das Umfeld aus, in dem sich die Grundlagen unserer Kultur zu bilden begannen? Wie wandelte sich das Leben unserer Urahnen, nachdem sie sich entschieden haben, sesshaft zu werden? Solche Fragen wurden in der Vergangenheit schon oft gestellt, doch selten waren konkrete Antworten zur Hand. Doch vor ungefähr hundertfünfzig Jahren ragten plötzlich bei Niedrigwasser reihenweise merkwürdiger Holzpflöcke aus dem flachen Uferwasser des Bodensees. Ihr Anordnung lies darauf schließen, dass es sich dabei um ein Überbleibsel von menschengemachten Bauwerken handelte. Dem Anschein nach schienen sie sehr alt zu sein. Umgehend begannen die Leute zu spekulieren. Waren es Überreste einer alten Römersiedlung? Oder vielleicht ein vergessener Handelsposten? Oder etwa nur ein langweiliger Steg aus dem frühen Mittelalter? Die Theorie, welche schließlich als am wahrscheinlichsten angenommen wurde, machte den größten Eindruck: Es waren Stelzen, auf denen vor etwa 6000 Jahren die Siedlungen unserer steinzeitlichen Vorfahren errichtet wurden, konserviert durch den kalten Schlamm und das Süßwasser des Sees.

Pfahlbauten Museum, Bodensee

Steinzeithäuser, die ältesten Bauwerke der Installation

Blick auf das Bronzezeitdorf
Erste Funde vor 150 Jahren
Die Stätte zählt heute zu den bedeutendsten Fundstellen vorgeschichtlicher Artefakte in Mitteleuropa. Sie ist der Fundort zahlloser Einzelstücke und eine der wenigen noch existierenden Zeugen dieser Zeit. Nach der Entdeckung der ersten Siedlung wurden auch anderorts weitere, ähnliche Überreste gefunden: In der Schweiz, an diversen deutschen Seen und auch in Frankreich.
Schnell waren die Bewohner dieser Gebiete auf den Beinen und begannen nach verlorenen Schätzen im Schlamm zu suchen. Von simplen Keramikscherben zu verrotteten Holzgeräten und sogar dem einen oder anderen Bronzemesser war fast alles vorhanden, was damals zum Alltag gehörte – nur wenige Zentimeter tief im Schlick vergraben. Diese zivilen Suchaktionen uferten so weit aus, dass ganze Uferstücke mit Spaten auf den Kopf gestellt wurden und es schließlich gesetzlich verboten werden musste, die Artefakte zu entwenden. Ganze Gelände mussten abgesperrt werden. Doch an Fundstücken mangelte es selbst nach den Plünderungen nicht, sogar heute, nach abertausenden von Tauchgängen, werden immer noch Scherben, Messer und Werkzeuge geborgen. Mehr als genug Material, um sich ein genaues Bild vom damaligen Leben machen zu können.
Wie das Pfahlbaumuseum entand
Schon um 1920 tat sich eine Gruppe von Archäologen zusammen und begann, basierend auf zahlreichen Holzfunden, an der Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Wohnhauses zu arbeiten. Über die Jahre kamen immer neue Gebäude aus verschiedenen Zeitaltern hinzu, verbunden durch lange Stege und weit in den See herausragend. Heute ist die Anlage zum Weltkulturerbe erklärt worden; sie ist für Besucher geöffnet.
Wir besichtigen das Pfahlbaumuseum
Als wir nun die 9 Euro pro Person bezahlt hatten und das Museum betraten, gab es erst mal nicht viel zu sehen. Eine eher langweilige Eingangshalle, das übliche Regal mit Broschüren und zwei Vitrinen mit steinzeitlich inspiriertem Schmuck.
Wir hatten Glück und kamen gerade rechtzeitig an, um an der nächsten Führung teilzunehmen. Die Multimediashow wird in drei Vorführungsräumen gezeigt. Die ersten beiden Installationen dienten dem Zweck, die Besucher in die Entstehung des Museums einzuführen. Statt Infotafeln wurden die Informationen durch ein Gespräch zwischen zwei Forschungstauchern vermittelt, abgespielt im liebevoll nachgestellten Taucherquartier und in einer Rundum-Projektion des Seegrunds. Der letzte Raum, das Highlight der Einführung, bot eine 360° Ansicht des Dorfes.
Der Film wird großflächig auf die Wand projiziert und durch Tonaufnahmen, Darsteller und Kameraschwenks zum Leben erweckt. Schließlich öffnete sich die letzte Pforte und gab den Blick frei, auf die Anlage, welche wir eben erst in ihrer Glanzzeit auf dem Bildschirm gesehen hatten. Hier nahm und die Museumsführerin in Empfang.

Wände im Unterwasser-Raum

Aufbrechendes Eis im letzten Raum

Am Grunde des Uferbereichs

Aufnahmen von der Projektion
Und warum stehen die Häuser eigentlich auf Pfählen?
Die erste und wohl wichtigste Frage die aufkam: „Weshalb sind die Siedlungen auf Stelzen gebaut?“. Es war nicht etwa, um Feinde oder wilde Tiere abzuhalten, das war jedenfalls nicht der Hauptgrund. Vielmehr standen die Siedlungen auf dem Wasser, um den wichtigsten Handelsrouten nahe zu sein. Das ganze Ufergelände wandelte sich ständig, große Flächen wurden regelmäßig überflutet. Feste Häuser konnten erst viel weiter landeinwärts errichtet werden. Ein zu langer Weg, um noch effektiv Anschluss an die Handelsschiffe auf dem Wasser zu haben.
Dieser Vorteil überwog, aber auf Stelzen zu leben, brachte auch Nachteile. In einer Zeit als Menschen gerade erst begonnen hatten, sesshaft zu werden, war das Beschaffen der Nahrung schon immer die wichtigste Tätigkeit. Gesammelte Beeren, Nüsse und Jagdbeute konnten auf Dauer einfach keine sesshafte Gemeinschaft ernähren. Zu diesen Zeiten verbreitete sich langsam der Ackerbau unter den Menschen. Die Uferflächen waren jedoch häufig nicht geeignet, um Nutzpflanzen anzubauen, große Teile der Felder lagen oft mehrere Kilometer im Hinterland. Ein anstrengender Weg zum Markt für die Farmer, der sich aber nicht vermeiden liess. Getreide und Obst wurde also herangeschafft, dafür hatten es die Pfahlbaubewohner einfach, sich vor ihrer Haustür mit Fisch zu versorgen.
Kulturzentren am Bodensee
Mit der Zeit entwickelten sich die Siedlungen am See zu wahren Kulturzentren. Der Handel mit Feuerstein, und später Bronze, erwieß sich als so rentabel, dass Bewohner selbst begannen, Güter herzustellen und zu verkaufen. Immer neue Technologien wurden somit entdeckt, angewandt und verfeinert, bis die einzelnen Handwerke nur noch von jeweiligen Spezialisten ausgeführt wurden. Dieser Wandel markiert einen Punkt in der Geschichte, wo sich erstmals eine Hierarchie zwischen Arm und Reich zu bilden begann. Nur wer Güter von hoher Qualität herstellen konnte, war in der Lage bei den Händlern Profit, in Form von Tauschgut, zu machen.
Das Museum
Solche Entwicklungen werden durch die Museumsanlage effektiv veranschaulicht, denn für jedes wichtige Zeitalter gab es eigene Häuserkomplexe. Die Siedlungen der Jungsteinzeit zum Beispiel waren kompakt, gefüllt mit simplem Steinwerkzeug und darauf ausgelegt, vielen Menschen Unterkunft zu gewähren. Jeh näher man jedoch der Bronzezeit jedoch kommt, desto öfter trifft man auf Häuser welche nur einem spezifischen Handwerk dienten. Ihre Wände waren behangen mit fein gearbeiteten Geräten und die Lager gefüllt mit teuren Rohstoffen.
Wir erfuhren, dass kleine Siedlungen, wie die Anlage des Museums, eher eine Außnahme waren. Große bronzezeitliche Städte konnten in ihrer Glanzzeit problemlos bis zu 70 Gebäude umfassen.

Palisade des zweiten Steinzeitdorfes

Ansicht vom Ufer

Steinzeithäuser des Pfahlbauten Museums, Bodensee
Niedergang der Kulturen durch die Klimaveränderung
Irgendwann wann verließen die Menschen jedoch die Seen. Sie wurden von etwas vertrieben, wogegen selbst viertausend Jahre der Anpassung hilflos waren: Der Klimaveränderung. Als unsere Vorfahren noch auf Pfählen lebten, war das Wetter wesentliche wärmer als heute. Selbst im Winter sanken Temperaturen nur selten unter den Gefrierpunkt, dass machte das Leben in den luftigen Hütten angenehm. Als das Klima aber begann sich abzukühlen, wurde es schnell unangenehm. Die lehmverputzten Wände sogen sich mit kaltem Regenwasser voll und sorgten nicht nur für unangenehme Lebensumstände, sondern erhöhten auch das Kankheitsrisiko. Die Pfahlbauten selbst wurden durch die aufgenommene Feuchtigkeit so schwer, dass ihre Stützpfähle beschädigt wurden. Den Menschen blieb nichts anderes übrig, als ihre Unterkünfte zu verlassen.
Die replizierten Pfahlbauten, die zahlreichen Ausstellungsstücke, und die Tatsache, dass die Anlage zum größten Teil von Bäumen und Schilf umgeben ist, gibt einen richtigen guten Einblick in das Leben der Menschen damals.
Einzig die Führung durch das Museum fand ich etwas zu oberflächlich – die kinderfreundliche Frau, welche die Führung leitete, übersprang in ihren Erklärungen einige Gebäude der Anlage, die mich interessiert hätten. Ja, klar, mir liegt das Thema. Glücklicherweise war es den Besuchern erlaubt, sich anschließend nochmal in Ruhe selbst umzuschauen und die zahlreichen Infotexte und Ausstellungen zu studieren. Den Trip zum Pfahlbaumuseum Unteruhldingen können wir jedenfalls ohne Bedenken empfehlen, selbst für Leute die für gewöhnlich nichts mit der Steinzeit am Hut haben.
Die Website des Museums.
Übersichtsseite Bodensee
Das Pfahlbauten Museum in Unteruhldingen
Text Noah Calvin, Fotos Gabi
Schon seit Tausenden von Jahren gibt es Menschen am Bodensee.
Soviel ist sicher, aber wie genau lebten sie damals?
Wie sah das Umfeld aus, in dem sich die Grundlagen unserer Kultur zu bilden begannen? Wie wandelte sich das Leben unserer Urahnen, nachdem sie sich entschieden haben, sesshaft zu werden? Solche Fragen wurden in der Vergangenheit schon oft gestellt, doch selten waren konkrete Antworten zur Hand. Doch vor ungefähr hundertfünfzig Jahren ragten plötzlich bei Niedrigwasser reihenweise merkwürdiger Holzpflöcke aus dem flachen Uferwasser des Bodensees. Ihr Anordnung lies darauf schließen, dass es sich dabei um ein Überbleibsel von menschengemachten Bauwerken handelte. Dem Anschein nach schienen sie sehr alt zu sein. Umgehend begannen die Leute zu spekulieren. Waren es Überreste einer alten Römersiedlung? Oder vielleicht ein vergessener Handelsposten? Oder etwa nur ein langweiliger Steg aus dem frühen Mittelalter? Die Theorie, welche schließlich als am wahrscheinlichsten angenommen wurde, machte den größten Eindruck: Es waren Stelzen, auf denen vor etwa 6000 Jahren die Siedlungen unserer steinzeitlichen Vorfahren errichtet wurden, konserviert durch den kalten Schlamm und das Süßwasser des Sees.
Pfahlbauten Museum, Bodensee
Steinzeithäuser, die ältesten Bauwerke der Installation
Blick auf das Bronzezeitdorf
Erste Funde vor 150 Jahren
Die Stätte zählt heute zu den bedeutendsten Fundstellen vorgeschichtlicher Artefakte in Mitteleuropa. Sie ist der Fundort zahlloser Einzelstücke und eine der wenigen noch existierenden Zeugen dieser Zeit. Nach der Entdeckung der ersten Siedlung wurden auch anderorts weitere, ähnliche Überreste gefunden: In der Schweiz, an diversen deutschen Seen und auch in Frankreich.
Schnell waren die Bewohner dieser Gebiete auf den Beinen und begannen nach verlorenen Schätzen im Schlamm zu suchen. Von simplen Keramikscherben zu verrotteten Holzgeräten und sogar dem einen oder anderen Bronzemesser war fast alles vorhanden, was damals zum Alltag gehörte – nur wenige Zentimeter tief im Schlick vergraben. Diese zivilen Suchaktionen uferten so weit aus, dass ganze Uferstücke mit Spaten auf den Kopf gestellt wurden und es schließlich gesetzlich verboten werden musste, die Artefakte zu entwenden. Ganze Gelände mussten abgesperrt werden. Doch an Fundstücken mangelte es selbst nach den Plünderungen nicht, sogar heute, nach abertausenden von Tauchgängen, werden immer noch Scherben, Messer und Werkzeuge geborgen. Mehr als genug Material, um sich ein genaues Bild vom damaligen Leben machen zu können.
Wie das Pfahlbaumuseum entand
Schon um 1920 tat sich eine Gruppe von Archäologen zusammen und begann, basierend auf zahlreichen Holzfunden, an der Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Wohnhauses zu arbeiten. Über die Jahre kamen immer neue Gebäude aus verschiedenen Zeitaltern hinzu, verbunden durch lange Stege und weit in den See herausragend. Heute ist die Anlage zum Weltkulturerbe erklärt worden; sie ist für Besucher geöffnet.
Wir besichtigen das Pfahlbaumuseum
Als wir nun die 9 Euro pro Person bezahlt hatten und das Museum betraten, gab es erst mal nicht viel zu sehen. Eine eher langweilige Eingangshalle, das übliche Regal mit Broschüren und zwei Vitrinen mit steinzeitlich inspiriertem Schmuck.
Wir hatten Glück und kamen gerade rechtzeitig an, um an der nächsten Führung teilzunehmen. Die Multimediashow wird in drei Vorführungsräumen gezeigt. Die ersten beiden Installationen dienten dem Zweck, die Besucher in die Entstehung des Museums einzuführen. Statt Infotafeln wurden die Informationen durch ein Gespräch zwischen zwei Forschungstauchern vermittelt, abgespielt im liebevoll nachgestellten Taucherquartier und in einer Rundum-Projektion des Seegrunds. Der letzte Raum, das Highlight der Einführung, bot eine 360° Ansicht des Dorfes.
Der Film wird großflächig auf die Wand projiziert und durch Tonaufnahmen, Darsteller und Kameraschwenks zum Leben erweckt. Schließlich öffnete sich die letzte Pforte und gab den Blick frei, auf die Anlage, welche wir eben erst in ihrer Glanzzeit auf dem Bildschirm gesehen hatten. Hier nahm und die Museumsführerin in Empfang.
Wände im Unterwasser-Raum
Aufbrechendes Eis im letzten Raum
Am Grunde des Uferbereichs
Aufnahmen von der Projektion
Und warum stehen die Häuser eigentlich auf Pfählen?
Die erste und wohl wichtigste Frage die aufkam: „Weshalb sind die Siedlungen auf Stelzen gebaut?“. Es war nicht etwa, um Feinde oder wilde Tiere abzuhalten, das war jedenfalls nicht der Hauptgrund. Vielmehr standen die Siedlungen auf dem Wasser, um den wichtigsten Handelsrouten nahe zu sein. Das ganze Ufergelände wandelte sich ständig, große Flächen wurden regelmäßig überflutet. Feste Häuser konnten erst viel weiter landeinwärts errichtet werden. Ein zu langer Weg, um noch effektiv Anschluss an die Handelsschiffe auf dem Wasser zu haben.
Dieser Vorteil überwog, aber auf Stelzen zu leben, brachte auch Nachteile. In einer Zeit als Menschen gerade erst begonnen hatten, sesshaft zu werden, war das Beschaffen der Nahrung schon immer die wichtigste Tätigkeit. Gesammelte Beeren, Nüsse und Jagdbeute konnten auf Dauer einfach keine sesshafte Gemeinschaft ernähren. Zu diesen Zeiten verbreitete sich langsam der Ackerbau unter den Menschen. Die Uferflächen waren jedoch häufig nicht geeignet, um Nutzpflanzen anzubauen, große Teile der Felder lagen oft mehrere Kilometer im Hinterland. Ein anstrengender Weg zum Markt für die Farmer, der sich aber nicht vermeiden liess. Getreide und Obst wurde also herangeschafft, dafür hatten es die Pfahlbaubewohner einfach, sich vor ihrer Haustür mit Fisch zu versorgen.
Kulturzentren am Bodensee
Mit der Zeit entwickelten sich die Siedlungen am See zu wahren Kulturzentren. Der Handel mit Feuerstein, und später Bronze, erwieß sich als so rentabel, dass Bewohner selbst begannen, Güter herzustellen und zu verkaufen. Immer neue Technologien wurden somit entdeckt, angewandt und verfeinert, bis die einzelnen Handwerke nur noch von jeweiligen Spezialisten ausgeführt wurden. Dieser Wandel markiert einen Punkt in der Geschichte, wo sich erstmals eine Hierarchie zwischen Arm und Reich zu bilden begann. Nur wer Güter von hoher Qualität herstellen konnte, war in der Lage bei den Händlern Profit, in Form von Tauschgut, zu machen.
Das Museum
Solche Entwicklungen werden durch die Museumsanlage effektiv veranschaulicht, denn für jedes wichtige Zeitalter gab es eigene Häuserkomplexe. Die Siedlungen der Jungsteinzeit zum Beispiel waren kompakt, gefüllt mit simplem Steinwerkzeug und darauf ausgelegt, vielen Menschen Unterkunft zu gewähren. Jeh näher man jedoch der Bronzezeit jedoch kommt, desto öfter trifft man auf Häuser welche nur einem spezifischen Handwerk dienten. Ihre Wände waren behangen mit fein gearbeiteten Geräten und die Lager gefüllt mit teuren Rohstoffen.
Wir erfuhren, dass kleine Siedlungen, wie die Anlage des Museums, eher eine Außnahme waren. Große bronzezeitliche Städte konnten in ihrer Glanzzeit problemlos bis zu 70 Gebäude umfassen.
Palisade des zweiten Steinzeitdorfes
Ansicht vom Ufer
Steinzeithäuser des Pfahlbauten Museums, Bodensee
Niedergang der Kulturen durch die Klimaveränderung
Irgendwann wann verließen die Menschen jedoch die Seen. Sie wurden von etwas vertrieben, wogegen selbst viertausend Jahre der Anpassung hilflos waren: Der Klimaveränderung. Als unsere Vorfahren noch auf Pfählen lebten, war das Wetter wesentliche wärmer als heute. Selbst im Winter sanken Temperaturen nur selten unter den Gefrierpunkt, dass machte das Leben in den luftigen Hütten angenehm. Als das Klima aber begann sich abzukühlen, wurde es schnell unangenehm. Die lehmverputzten Wände sogen sich mit kaltem Regenwasser voll und sorgten nicht nur für unangenehme Lebensumstände, sondern erhöhten auch das Kankheitsrisiko. Die Pfahlbauten selbst wurden durch die aufgenommene Feuchtigkeit so schwer, dass ihre Stützpfähle beschädigt wurden. Den Menschen blieb nichts anderes übrig, als ihre Unterkünfte zu verlassen.
Die replizierten Pfahlbauten, die zahlreichen Ausstellungsstücke, und die Tatsache, dass die Anlage zum größten Teil von Bäumen und Schilf umgeben ist, gibt einen richtigen guten Einblick in das Leben der Menschen damals.
Einzig die Führung durch das Museum fand ich etwas zu oberflächlich – die kinderfreundliche Frau, welche die Führung leitete, übersprang in ihren Erklärungen einige Gebäude der Anlage, die mich interessiert hätten. Ja, klar, mir liegt das Thema. Glücklicherweise war es den Besuchern erlaubt, sich anschließend nochmal in Ruhe selbst umzuschauen und die zahlreichen Infotexte und Ausstellungen zu studieren. Den Trip zum Pfahlbaumuseum Unteruhldingen können wir jedenfalls ohne Bedenken empfehlen, selbst für Leute die für gewöhnlich nichts mit der Steinzeit am Hut haben.
Die Website des Museums.
Übersichtsseite Bodensee
Reptilienhaus in Unteruhldingen, Bodensee
Text und Fotos von Amy
Als wir Uhldingen die Pfahlbauten ansehen wollten, parkten wir das Wohnmobil vor dem Repitilenhaus. So kam es, dass Noah und ich neugierig darauf wurden. Abends verpassten wir den letzten Eintritt nur um wenige Minuten. So starteten wir früh morgens erwartungsvoll Richtung Reptilienhaus. Ein Schulklasse wurde gerade herumgeführt. Ansonsten war wenig los.
Zusammen mit Noah kostete der Eintritt 10 Euro. Dies fand ich anfags etwas teuer, aber ich merkte bald, das es sich lohnte.
Wir gingen in das einzige Zimmer des Reptilienhauses, es war groß, und an den Wänden und in der Mitte waren Terrarien. Die Schulklasse was laut, was mich ärgerte, aber sobald ich die riesige Boa sah, die faul herumlag, hatte ich allen Lärm vergessen. Die Boa bewegte sich nicht, aber das war egal. Sie war wunderbar! Ewig lang und mit glatten Schuppen. Außerdem hatte sie ein „Hundemäulchen“, was sie sofort knuffig aussehen ließ.
Boa mit „Hundemäulchen“
Wir schauten uns der Reihe nach die Terrarien an. Vor jedem einzelnen blieben wir stehen, suchten dass Tier das sich darin befand, und beobachteten es eine Weile. Dann ging es weiter. Es gab viele Schlangen, mehrere echsenartige Tiere und drei Schildkröten. Die größten Tiere dort waren die zwei Boas und eine Anaconda – es könnte auch umgekehrt gewesen sein – eine von ihnen hatte sich in einem Loch versteckt, und man konnte sie nicht erkennen. Jedenfalls waren sie alle gigantisch groß. So um die fünf bis acht Meter lang. Sie schienen aber gerade zu schlafen, denn keine bewegte sich auch nur einmal.
Die kleinsten Tiere waren die fünf kleinen Madagaskarleguane. Diese waren sehr aktiv, sie hüpften über die Steine. Oder vielleicht auch die Jungschlangen, diese waren nur ein paar Zentimeter lang, und sie lebten in kleinen Terrarien.
Aber der Star der Show war der Bindenwaran. Er sieht aus wie eine große Echse – was er natürlich auch ist – und tapste die ganze Zeit an die Scheiben seines Terrarium, um sich die Besucher anzuschauen. Dabei schaute er einen direkt an. Dabei streckte er immer wieder seine gespaltene Zunge heraus.
Er war wunderbar, aber die anderen Tiere waren auch bezaubernd. Die grüne Mamba, mit ihren grellgrünen Schuppen, die halb im Sand vergrabene Hornviper und die Schildkröten, die ganz gemächlich durch ihr Terrarium watschelten.
Das gruseligste Tier dort war eine der Klapperschlangen. Sobald man sich ihr näherte schaute sie einen an. Sie ließ nie den Blick sinken, bis man weitergegangen war.
Etwas das mich besonders berührte war, das dieses Reptilienhaus auch verletzte Tiere aufnahm. Einer der Echsen musste ein Fuß amputiert werden, als er herkam und eine andere hatte sich den Rücken gebrochen. Zum Glück erholten sich beide anscheinend schnell wieder, auch wenn die mit dem gebrochen Rücken sich – verständlicherweise – nicht viel bewegen wollte.
Nachdem wir eine Runde gedreht hatten, liefen wir noch einmal herum, und ich machte Bilder von allen sichtbaren Tieren. Danach schauten wir uns eine Vitrine an. Darin lagen mehrere Sachen:
Bilder von Schlangenbissen, Spinnenhäute, Zähne, Schalen und Eier. Das Interessanteste war jedoch das 125 Millionen Jahre alte versteinerte Dinoaurierei. Es war nicht allzu groß – Ungefähr so groß wie ein Kinderkopf – aber sehr rund. Auf einem kleinen Schild neben dem Ei stand, dass es aus China kam. Leider stand nicht dabei von welchem Dino es kam…
Ich glaube das ist eine Schönnatter
Dem armen Kerl musste der Fuß amputiert werden
Er posiert für die Kamera
Madagaskarleguane
Bindenwaran
Das Terrarium der Boa
Ich denke dies ist eine Nashornschlange
Nach einer weiteren kurzen Runde, gingen wir wieder in das Wohnmobil. Dort überschütteten wir Gabi und Gunter mit Erzählungen unserer Erlebnisse. Wir erzählten ihnen über jede Bewegung der Schlangen und Echsen, zeigten ihnen die Bilder die ich gemacht hatte, und waren glücklich.
Das Reptilienhaus war ungeheuerlich interessant, und ich würde jederzeit noch einmal dort hingehen. All diese Schlangen, habe mich mit ihren gleitenden und eleganten Bewegungen in den Bann gezogen. Und die Echsen haben mich mit ihren hohen Sprüngen begeistert.
Ich werde diese Erinnerung immer behalten.
Spinnenhäute
Nachgemachte Schlangeneier
Vergrabene Hornschlange
Eine Reihe Terrarien
Ein Infoschild
Noah und die Kleintier-Terrarien
Grüne Mamba
Schildkröte
Übersichtsseite Bodensee
Bodensee Impressionen
Die Ufer des Bodensees sind sehr gefragt. Zahlreiche Ortschaften schmiegen sich an den See. Trotzdem finden sich idyllische Regionen, wo man die Natur genießen kann. Wir übernachteten etwas westlich von Lindau auf dem Campingplatz von Gorem. Ein Naturschutzgebiet unweit des Hafens war mit dem Rad erreichbar und wir radelten immer wieder, hin um die Stimmungen dort zu genießen.
An der Hafeneinfahrt ist immer etwas los
Naturschutzgebiet am Bodensee
Samstags und Sonntags war das Naturschutzgebiet nicht ganz so ruhig wie an den Wochentagen. Leute kamen zusammen, grillten über Lagerfeuern oder lagen einfach nur am Strand. Ich machte einen Zeitraffer mit der GoPro (merkte aber später, dass die Kamera zwar brav alle zwei Sekunden blinkte, aber keines der Bilder speicherte, weil die Karte voll war. Das kommt davon, wenn man die Sachen nicht vorher genau kontrolliert). So saßen wir auf den Steinen und der Parkbank und sahen zu, wie sich das Licht im Sonnenuntergang änderte.
Da unsere Beaglehündin Lucky erst vor kurzem von uns gegangen war, fanden wir die Familie mit Hund besonders interessant. So fotografierten wir munter weiter, bis die „Scherenschnitte“ ganz in Orange getaucht waren. Die Fotos fand ich super. Auf dem Rückweg lief ich also über die Kieselsteine zur Landzungen und zeigt den netten Hundebesitzern die Fotos auf dem Display der Kamera. Vielleicht hätten sie ja Spaß dran. Hatten sie! Wir plauderten kurz, ich erzähle von Esra und warum wir hier waren und hinterlies meine Visitenkarte.
Am nächsten Tag kam schon eine email und ein Reisetipp für schlechtes Wetter – das Hymer Museum – den setzten wir auch auf dem Rückweg um – dazu bald mehr. Und das Lustige ist: Esra war auf der Abifeier, um sein Zeugnis in Empfang zu nehmen und ein wenig zu feiern. Da kam eine Frau auf ihn zu und meine: „Deine Eltern haben meine Schwester fotografiert“. So klein ist die Welt :-)
Relaxen am Bodensee
Entspannung pur in der Natur
Wir schauten den Menschen auf der Sandbank zu, bis die Sonne untergegangen war – die Hundekommunikation war besonders herzlich anzusehen
Familie mit Hund am Bodensee
Die Farbe des Wassers
Auch ein aufziehendes Gewitter hat einen besonderen fotografischen Reiz
Das klare Wasser des Bodensees – der Reiz des Regenwetters
Abends allein am See
Übersichtsseite Bodensee
Scheidegger Wasserfälle, Bodensee, Deutschland
Auf dem Weg in die Berge fuhren wir in Scheidegg vorbei. Die Scheidegger Wasserfälle sind hier die Hauptattraktion. Die Rohrach hat sich in die Berge gegraben und den weicheren Sandstein weggespült. In dieser Region wechselt sich der Sandstein mit Schichten von Nagelfluh ab. Da dieser härter als der Sandstein ist, bilden sich Stufen. So haben sich für Fotografen wunderschöne Fotomotive gebildet.
Die Scheidegger Wasserfälle sind kaum zu verfehlen. Von Scheidegg aus folgst du der Bundesstraße 308 etwa einen Kilometer in westliche Richtung am Reptilienzoo vorbei. Links führt die Abbiegung zum Parkplatz an den Wasserfällen. Von da gehen Fußpfade zu den Aussichtsplattformen des oberen und des unteren Wasserfalls.
Am Kiosk auf der anderen Straßenseite lösten wir die Eintrittskarten. Wir zahlten 8 Euro – Erwachsene kosten 2,50 Euro, Kinder kosten 1,50 Euro.
Scheidegger Wasserfälle Motiv für Langzeitfotos
Wir fotografierten einige Zeit in der frischen Waldluft, umgeben vom Rauschen des fallenden Wassers. Leider waren gerade an diesem Tag sehr viele Leute unterwegs, die uns ständig ins Bild liefen. Ansonsten hätte ich mich noch stundenlang mit dem Fotografieren beschäftigen können.
Wie jeder Wasserfall eignen sich die Scheidegger Wasserfälle ideal für die Langzeitfotografie mit einem sogenannten ND Filter, einem neutraldichte Filter auch Graufilter genannt. Wir nutzten vor allem das 64fach Graufilter, weil sich das Wasser schnell bewegt und Belichtungszeiten von 1/4 Sekunde bis 5 Sekunden ausreichen. Dass wir die Aufnahmen vom Stativ aus machten, versteht sich.
Klick hier um zu erfahren, wie du Langzeitfoto bei Tag und bei Nacht mit und ohne Graufilter machen kannst.
Die Scheidegger Wasserfälle sind ein ideales fotografisches Reiseziel am Bodensee
Hier also erstmal ein paar Fotos damit ihr einen Eindruck davon bekommt. Die Wasserfälle sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Weil es in den Wochen vor unserem Besuch in der Gegend kaum geregnet hatte, führten die Wasserfälle recht wenig Wasser. Nach einem kräftigen Regenguss dürften die Fälle noch eindrucksvoller wirken. Ob dann der Pfad unter dem kleinen Wasserfall hindurch noch gangbar ist, kann ich nicht sagen.
Scheidegger Wasserfall
Der untere Wasserfall, Scheidegger Wasserfall
Nochmal der untere Scheidegger Wasserfall
Übersicht über die beiden großen Scheidegger Wasserfälle
Der kleine Scheidegger Wasserfall
Unter dem kleinen Scheidegger Wasserfall kann man auch durchlaufen – nur ist es glitschig, wie man am Zaun erkennt
Übersichtsseite Bodensee
Die Breitachklamm in Oberstdorf
Da die Berge so nah sind, machten wir einen Ausflug dahin. Die Kinder kennen nur die Berge von Norwegen. Jetzt war es an der Zeit, mal einen kurzen Abstecher nach Österreich zu unternehmen. Wir fuhren ins Kleinwalsertal, welches vom Bodensee aus nur ein Katzensprung ist. Am Anfang des Tals fährt man am Eingang der Breitachklamm vorbei.
Was tun bei schwülem Wetter mit wenig Weitsicht?
Das Wetter war schwül, diesig, Saharastaub lag in der Luft und verdeckte eine klare Sicht zu den gewaltigen Bergen. Bei fast 30 ° C trieften wir vor Schweiß. Die Breitachklamm versprach Schatten, kühle, frische Luft und gute Fotobedingungen.
Wir liefen also den steilen Pfad hinunter, begaben und auf Holzplanken über dem Bach, um schließlich zum Eingang der Klamm mit dem Kassiererhäuschen zu kommen. Jährlich wandern 300 000 Menschen durch die 2,5 km lange Klamm. Wir zahlten 12 Euro Eintritt und liefen weiter ins immer enger werdende Tal. Es rauschte ohrenbetäubend, die Hitze des Tags hatten wir bereits vergessen. Amy fand die enge Schlucht bedrohlich, denn das Gletscherwasser hatte sich bis zu 150m tief ins Gestein gebohrt. Doch unsere Tochter überwand ihre Angst, die Neugier war größer.
Breitachklamm
Breitachklamm
Breitachklamm
Durch die Klamm wieder zurück zum Wohnmobil
Unten angekommen ruhten wir uns nur kurz aus und liefen direkt wieder nach oben. Zahlreiche Touristen waren mit uns unterwegs, das machte die Fotografie mit Stativ hie und da etwas beschwerlich, da es so eng war und die Planken bei jedem Schritt bebten.
Kaum einer hatte sich übrigens auf den letzten Parkplatz in Österreich gewagt, da standen wir ganz allein. Doch gerade der Weg vom Kassiererhäuschen zum Parkplatz ist mit am beeindruckendsten, denn auf einer langen Strecke läuft man hier mit eingezogenen Köpfen über Holzplanken die dicht am Fels kleben über dem Bach. Das letzte Stück den schottrigen Hang hoch kam uns wieder die Föhn-Sahara Luft entgegen, die Steigung trieb uns wieder den Schweiß auf die Stirn.
Das war doch eine super gute Entscheidung gewesen, gerade an diesem Tag diese Klamm zu durchwandern.
Übersichtsseite Bodensee
Bodensee, Lindau – der „Beinahe“ – Raddiebstahl
Ich checkte die Emails und schaute kurz in Facebook rein. Mit Jürgen, den ich noch nie in „echt“ gesehen habe, tausche ich mich öfters mal über Leuchttürme aus. Er kennt sie alle, wie es mir scheint! Wir hatten schon mal geschrieben, dass wir uns wohl irgendwann mal an einem Leuchtturm treffen würden. Eine der Nachrichten in Facebook war von Jürgen: „wir sind morgen in der Nähe von Lindau auf dem Campingplatz“ meinte er. Was für ein Zufall! Völlig ungeplant waren wir zur gleichen Zeit in der gleichen Region. Wir hatten vor in Lindau noch jemanden wegen dem Mittelformat Scanner zu treffen und ich wollte den Leuchtturm noch im frühen Morgenlicht und am Abend mit Beleuchtung fotografieren. Also verabredeten wir uns auf dem Wohnmobilparkplatz.
Elke, Jürgen und Gabi vor dem neuen Lindauer Leuchtturm und dem bayrischen Löwen
Der Lindauer Leuchtturm im Abendlicht
Wie schön doch, Gleichgesinnte erst virtuell und dann auch wirklich kennenzulernen. Wir saßen also Mittags zusammen im Schatten und quatschten. Dann kam noch das nette Schweizer Ehepaar, welches den Scanner kaufte und wir saßen wieder im Schatten zusammen, danach sprach ich noch mit den Wohnmobilisten in der Nachbarschaft und da merkte ich schon, wie meine Arme brannten. Und das obwohl ich nur im Schatten gesessen hatte! Das war schon zu viel gewesen. Ich hatte die Sonnencreme zu spät drauf geschmiert und musste jetzt leiden.
Leuchtturm mit Beleuchtung
Amy und Noah waren den Tag über mit den Rädern in der Umgebung unterwegs gewesen, jetzt fuhren wir damit zur Altstadtinsel. Dort trafen wir nach einer erneuten Leuchtturm Besteigung auf Jürgen und dann auch auf seine Partnerin Elke. Wir tranken zusammen was in einem Cafe und es wurde so langsam dunkler. Viel Zeit blieb nicht zum Fotografieren des Turms in der Dämmerung mit dem Licht des Hafens, denn schnell wurde es zu dunkel und das Licht zu grell.
Der Lindauer Leuchtturm ist übrigens der einzige Leuchtturm den ich bisher gesehen habe, der eine Uhr in der Wand hat. Kennt ihr einen mit Uhr?
Abends, nun gab es endlich richtigen Schatten, saßen wir zusammen bei einem leckeren Glas Rotwein (den ich leider wegen meinen Magenbeschwerden nicht trinken kann) zusammen und erzählten.
Morgendlicher Adrenalinschub
Ich schlief nicht fest, wurde früh vom morgendlichen Stadtgetummel wach. So schwang ich mich aufs Rad, um den Leuchtturm jetzt auch noch bei Sonnenaufgang aufzunehmen. Leider vergass ich das Fahrradschloss. So stand ich denn da, das Stativ in der Hand, den Rucksack auf dem Rücken und das Rad vor mich herschiebend. Ich blieb einfach immer in der Nähe des Rads. Doch dann wollte ich zum Löwen und das Fahrrad nicht die Treppen hochschleppen. Da sowieso nur ein Jogger um die 50 auch zu dieser frühen Stunde trainierte, wickelte ich flugs den Expander um das Geländer und lief die Treppen hoch. Das Licht kam gerade über die Berge, der Leuchtturm und sein Löwe erstahlten im frischen Glanz. Da sah ich den Jogger, der mir vertrauenswürdig ausgesehen hatte, am Fahrrad rumzoppeln. Er blieb hängen, das hatte ich mit dem Expander ja bezweckt. Ich rief ihm zu, er solle das lassen und spurtete mit dem ausgefahrenen Stativ und der Kamera um den Hals in Richtung Rad.
„Hey, lass das Rad stehen!“ „Seh ich denn aus, als wollte ich Ihr Rad klauen?“ Was sonst?? Er wollte Dehnübungen machen, hatte dazu 20 Meter Geländer, völlig frei, nur da wo mein Rad stand wollte er hin?? Naja, ich hatte eine Menge Adrenalin im Blut und daher keine rechte Muse mehr für die Fotografie. Ein paar Aufnahmen machte ich noch, aber Spaß machte es mir nicht mehr.
Morgens um 6:00 ist er besonders schön
Der Mangenturm ist der ehemalige Leuchtturm Lindaus
Übersichtsseite Bodensee