Canon EOS M – Erster Praxistest
Wir wollen auf den nächsten Reisen vermehrt längere Fahrradreisen unternehmen, dafür ist unsere Spiegelreflexausrüstung einfach zu schwer und zu sperrig. Unsere Canon Powershot SX-20 hat einen riesigen Zoombereich und filmt auch erstaunlich gut, die Bildqualität auf Kompaktkamera-Niveau reicht uns aber nicht aus.
Ich habe recherchiert, welche Kamera unseren Bedürfnissen gerecht werden könnte. Eine robuste und wasserdichte Kompaktamera wäre für Radtouren ideal, hier haperst leider auch an der Bildqualität. Die Canon PowerShot G16
hat es bis ins Finale geschafft, und ich hätte sie fast schon bestellt, da bin ich auf die Canon EOS M gestoßen.
Canon EOS M – Übersicht
APS-C Sensor, Wechselobjektive, das Set kommt mit Standardzoom und Aufsteckblitz für teilweise weniger als 300 Euro – das ist so gut, da muss doch was faul dran sein. Dachte ich und forschte nach.
Die EOS M erschien 2012 mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 849 Euro. Eigentlich deutete alles auf Erfolg: Sie ist solide gebaut, auch das Zoom ist aus Metall, die Bedienung ist gut gelöst, und die Bildqualität ist auf Spiegelreflex-Niveau.

Sonnenhut im Gegenlicht. 55 mm, 1/83 sec. Blende 10, 200 ISO
Wo liegt also das Problem der EOS M?
Es liegt weniger daran, dass die EOS M nicht mit dem Micro-Four-Thirds System kompatibel ist, oder an der etwas spärlichen Auswahl an weiteren Objektiven und Zubehör.
Den Todesstoß für den Erfolg setzte ein anderes Feature: der Autofokus. Der war so langsam, dass die EOS M fast nicht und schon gar nicht für Schnappschüsse zu gebrauchen war. Die EOS M verschwand in der Folge fast vollständig vom amerikanischen Markt, in Europa wurde sie zu stark reduziertem Preis wie sauer Bier angeboten. Ihr Ruf war total im Eimer.
Warum ist die EOS M trotzdem interessant?
Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass der Schnecken-Autofokus in erster Linie ein Softwarefehler war. Ein Jahr nach ihrem Erscheinen veröffentliche Canon die aktuelle Firmware 2.02, und siehe da, der Autofokus ist deutlich schneller und liegt jetzt auf klassenüblichem Niveau. Der Preis allerdings, der ist unten geblieben. Ist der Ruf erst ruiniert…
Wir haben den Canon EOS M Kit in silber
bestellt, das war gerade günstig. Sonst ist das Canon EOS M Kit in schwarz
die billiste Variante. Die weiße und rote EOS M kostet leider deutlich mehr. Ich muss mich jetzt mit unserer EOS M beschäftigen, um zu entscheiden, ob sie unseren Anforderungen genügt. Ansonsten geht sie zurück.

Unsere neue „Kompaktkamera“, die Canon EOS M
Der erste Eindruck
Beim Auspacken fällt mir sofort der solide, angenehm abgerundete Metallbody auf. Das klingt zwar wie Werbung, ist aber so. Die EOS M hat erstaunlich wenig Einstellknöpfe und einen recht winzigen Handgriff, der seinem Namen kaum Ehre macht.
Das 18-55 mm Standard-Zoom, obwohl füs sich recht zierlich, wirkt an dem kompakten Gehäuse ganz schön massiv. Der Mini-Aufsteckblitz ist aus Kunststoff und wird mit zwei AAA-Batterien betrieben. So schont er den Kamera-Akku. Ich finde die Lösung mit dem externen Blitz sogar besser, da sich der Blitzreflektor so weiter weg von der optischen Achse befindet.

Der Mini-Blitz zur EOS M trägt kaum auf und ist sehr nützlich
Außerdem lassen sich alternativ alle Canon Systemblitze anschließen.
Und endlich mal ein Kameragurt, der sich ohne Gefummel anbringen lässt. Die Gurtenden werden einfach auf die Haltepins gesteckt und mithilfe einer Arretierschraube mit einem Dreh fixiert.
Jetzt Objektiv ansetzen, die voll geladene Batterie und eine SD-Karte in die Kamera gesteckt, und los gehts. Mir fällt gleich das Fehlen jeglicher Sucherinformation auf. Auch einen Zoomknopf suche ich, bis mir einfällt, gezoomt wird klassisch am Objektiv.
Die Anleitung der Kamera
Zeit- und Blendenautomatik und manuelle Belichtungseinstellung kann ich ums Verrecken nicht finden. Ich lade mir also das Benutzerhandbuch herunter, und auch da wird nichts davon erwähnt. Ist die EOS M eine reine Knipserkamera? Eigentlich unvorstellbar, denn schon nach den ersten Bildern deutet sich ene sehr gute Bildqualität an.
Ich schaue genauer hin, und sehe, dass ich die Kompaktanleitung heruntergeladen habe, die nur für das technikbefreite Knipsen gedacht ist. Die volle Anleitung finde ich auch, sie hat alle Erklärungen drin – auf 350 Seiten!

Die Canon EOS M im Größenvergleich zu meiner Hand
Und wie dumm. Ich habe doch glatt das Modus-Wahlrad am Auslöser ignoriert. Das hat drei Positionen: Eine fürs Video, eine für die Belichtungsprogramme, und ein grünes A-Symbol für automatische Motiverkennung. Die EOS M stand natürlich auf der grünen Vollautomatik, und da nimmt sie dem Fotografen wirklich alle Entscheidungen ab.

Auf dem Touchscreen ist gut zu erkennen, worauf die EOS M scharfstellt. Wem das nicht passt, kann mit dem Finger auf einen Punkt seiner Wahl tippen.
Das Einstell-Menü der EOS M
Die EOS M-Einstellungen lassen sich auf zwei Arten tätigen. Zum einen ist da die Schnelleinstellung mit der INF- oder der Q-Taste. Diese bringt alle wichtigen Einstellungen auf den Touchscreen, die dann mit einem Fingertippen, oder klassisch über das Wählrad, aufgerufen werden können. Das geht flott und ist selbsterklärend.
Das Kameramenü wird über die Menü-Taste aktiviert und ist ähnlich aufgebaut, wie das der Canon-DSLRs, also eine Reihe Tab-Reiter mit grundsätzlichen, aber weniger oft benötigten Einstellungen und Funktionen. Auch Custom-Einstellung sind vorhanden, aber zum Glück nicht so ausufernd zahlreich, wie bei unseren Canon-DSLRs.

Auf diesem Touchscreen können die grundlegenden Belichtungsparameter eingestellt werden

Das ist die alternative Möglichkeit, seine Einstellungen vorzunehmen. Wie ihr seht, sind die Informatioen auf dem Screen auf der drittstärksten Helligkeitsstufe auch im grellen Gegenlicht noch gut erkennbar
Die Bedienung der EOS M
Ich bin der Typ, der wissen will, was die Kamera macht, aber wenn ich die EOS M als unbeschwerte Schnappschusskamera einsetze, ertappe ich mich, wie ich die Einstellungen der Kamera überlasse. Sie kümmert sich um Bildstil, Weißabgleich, ISO-Einstellung und natürlich Autofokus. Die automatische Gesichtserkennung funktioniert gut, auch ohne Gesicht huschen die grünen Quadrate der Scharfstellung eifrig über den Screen und hängen sich an scharfstellbare Strukturen.
Angenehm ist auch, das scharfzustellende Objekt auf dem Touchscreen mit einem Fingertippen zu markieren. Das Fokusfeld bleibt am gewählten Objekt „kleben“, auch wenn ich die Kamera schwenke. Und ich kann auswählen, ob die EOS M nach dem Antippen auslösen soll, oder ob ich dafür den Aulöser drücken will.
Will ich mehr Kontrolle bei den Einstellungen haben, geht es am schnellsten mit dem Touchscreen. Programmwahl, ISO-Wahl, Autofokus- und Messfeldeinstellungen oder der Weißabgleich sind ruckzuck auf andere Werte umgestellt.
Es gibt natürlich noch viele Einstellungen, die ich in der kurzen Zeit nicht testen konnte. Beispielsweise, wie arbeitet die automatische Belichtungsoptimierung mit den Belichtungskorrekturen und der Tonwertpriorität zusammen.

Ein Größenvergleich der Canon EOS M mit der Canon EOS 7D. Der Zoombereich der Objektive ist in etwa gleich

Hier das ganze nochmal von oben. Das, je nach Brennweite !/2 bis 2 Blenden lichtstärkere Tamron-Zoom ist deutlich voluminöser
Die Bildqualität
Bisher war ich immer etwas misstrauisch, was die Bildqualität von Schnappschussbildern betrifft. Das hängt wahrscheinlich auch daran, dass Schnappschüsse meist mit Schnappschusskameras gemacht werden und eh keine Superqualität haben. Die Schnappschussbilder der EOS M aber sind ausgeglichen belichtet und die Schärfe sitzt da, wo sie sitzen soll. Die Auto-ISO-Empfindlichkeit geht recht schnell hoch, das Rauschen bleibt aber wegen des großen Sensors im vernünftigen Rahmen. Nicht schlecht!

Tomaten und alter Pfirsisch. 39 mm. 1/25 sec. Blende 9, 16oo ISO

Amy jongliert. Innenraumaufnahme mit Seitenlicht. Links mit 800 ISO ohne Blitz, rechts mit Blitz, Blitzkorrektur -2 Blenden.
Die Blitzaufnahmen mit dem Miniblitzgerät sind ausgewogen. Innenaufnahmen mit höherer ISO-Einstellung in Verbindung mit dem Blitz kommen natürlich rüber, das Mischlicht wirkt erhält die Raumatmosphäre, Schlagschatten gibt es so kaum. Auch die Aufhellung bei Gegenlichtaufnahmen funktioniert wunderbar, und die Blitzstärke lässt sich im Bereich von +/- zwei Blenden steuern.
Langzeitbelichtung als Nagelprobe: Ich stelle die EOS M auf Zeitautomatik, wähle 200 ISO und Blende 11 vor, schalte den Bildstabilisator aus, setze die Kamera auf das Gorillapod, schraube einen 1000-fach Graufilter vor das Objektiv und stelle die Kamera in den Garten.
Und siehe da – Der Autofokus findet sogar etwas zum scharfstellen, der Verschluss öffnet sich, wobei ich aufpassen muss, das leise Verschlussgeräusch nicht zu überhören, und die Kamera belichtet. Nach fast 30 Sekunden wieder ein leiser Klick, das Bild ist im Kasten.

Langzeitbelichtungstest. 18 mm 20 Sekunden, Blende 16, 200 ISO. Die Bildgestaltung erhebt keine Anspruch auf Ästhetik
Die Kontrolle im Display ergibt: Der Weißabgleich ist in Ordnung, die Schärfe ist O.K. und die Belichtung ebenfalls. Ein Blick auf das Histogramm bestätigt das. Ich bin ehrlich gesagt platt. Ich hätte bei einem Erstversuch mit Langzeitbelichtung kein so gutes Ergebnis erwartet. Auf das Motiv darfst du hier natürlich nicht achten. Wir haben leider keine Meereslandschaft in unserem Garten.
Gibt es auch Kritik?
Natürlich finden sich auch ein paar Haare in der Suppe. Damit meine ich die tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkelbereich. Auch in der Telestellung ist eine leichte Verzeichnung feststellbar. Bei Naturaufnahmen finde ich das aber kaum störend, und zudem fotografiere ich im RAW-Format, und da lässt sich im Lightroom die Verzeichnung leicht korrigieren.
Farbsäume sind mir bei den Testaufnahmen nicht aufgefallen. Vielleicht hatte ich einfach nur zu weit abgeblendet oder die Bedingungen waren nicht extrem genug. Egal, auch die chromatische Aberration lässt sich bei der RAW-Bearbeitung eliminieren.
Anmerkung: Die Bilder in diesem Bericht sind nicht mit Lightroom bearbeitet worden, sie wurden nur verkleinert und geschärft. Die Ausnahme ist das Bild mit den Gewitterwolken, hier habe ich noch den Gamma-Wert verringert.
Wo stößt die EOS M an ihre Grenzen?
Das Zoomobjektiv nicht der Brennweitenriese. 18 bis 55 mm entsprechem dem Kleinbildäquivalent von etwa 28 bis 85 mm, das ist der klassische Standardzoombereich. Auf der Habenseite steht dafür die sehr gute Bildqualität, auf die es mir letztlich mehr ankommt.
Das Objektivangebot ist überschaubar. Ein lichtstarkes, flaches 2.0/22 mm Objektiv und ein 11-22 mm Weitwinkelzoom gibt es bereits, ein 55-200 mm Telezoom kommt Anfang August. Und ein Tamron 18-200 mm Reisezoom ist auch seit kurzem erhältlich. Eigentlich gar nicht so schlecht.
Dazu gibt es den EF-Adapter, sogar als halb so teurer Nachbau. Damit kann ich alle unsere Objektive an der EOS M verwenden, vielleicht die ideale Lösung für Langzeitaufnahmen mit Graufilter?
In Innenräumen beim fotografieren ohne Blitz zieht die EOS M bei Auto-ISO zwar die Empfindlichkeit hoch (der Höchstwert lässt sich individuell einstellen), das kann trotzdem leicht zu relativ langen Belichtungszeiten führen.
Trotz Bildstabilisator kann 1/30 Sekunde schon zu lang sein, weil sich Personen bewegen und weil ich die Kamera mit zwei Händen freischwebend halten muss. Eine Kamera mit Durchsichtsucher drücke ich an die Stirn und stabilisiere sie damit zusätzlich.
Die Autofokus-Geschwindigkeit finde ich für allgemeine Fotografie und Schnappschüsse ausreichend. Für rasante Sportaufnahmen ist die EOS M nicht vorgesehen, aber dieses Schicksal teilt sie sich mit vielen anderen spiegellosen Systemkameras.
Ein ausklappbares Display und ein aufsteckbarer Durchsichtsucher würden den Einsatzbereich der EOS M spürbar erweitern und die Handhabung vereinfachen. Offensichtlich sind diese beiden Features dem Diktat der Kompaktheit zum Opfer gefallen, wie auch ein ausgeprägterer Handgriff. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig ihm das ist.

Sonnige Blumenwiese. Zum fokussieren habe ich einfach die Blume mit dem Finger angetippt. 22mm, 1/128 sec, Blende 8, 100 ISO
Was brauchen wir an Zubehör?
Wir haben uns noch einen Bundlestar Akku LP-E12
besorgt, da die Batteriekapazität aufgrund der kompakten Ausmaße nur bei etwa 400-500 Aufnahmen liegt.
Ein Slim Polfilter Zirkular in 52mm
muss unbedingt mit, der findet sofort seinen permanenten Platz auf dem Objektiv.
Von einer angepassten Fototasche lassen wir die Finger. Mit anderen Objektiven passt die dann nicht mehr. Und der Blitz findet auch keinen Platz. Für Fahrradtouren kommt die EOS M in die Lenkertasche. Ansonsten tut es eine kompakte Umhänge- oder Hüfttasche. Esra nutzte die Kamera jetzt mehrmals auf wochenlangen Radreisen.

Gewitterwolken über Bubenheim. 20 mm, 1/49 sec. Blende 4.0, 100 ISO
Fazit:
Die Canon EOS M
wird unsere neue Schnappschusskamera! Die Bildqualität, die einfache Bedienbarkeit, die solide Bauweise und die kompakten Maße haben mich überzeugt. Da verschmerze ich das Fehlen eines Schwenkmonitors und eines Durchsichtsuchers. Vor allem bei dem Preis. Das kleine Zubehörangebot stört mich weniger, mit der EOS M will ich ja keinen Objektivpark mit herumschleppen. Kann sein, dass wir die EOS M demnächst mit dem EF-M 11-22mm
und dem neuen EF-M 55-200 mm
erweitern. Das EF-M 22mm Pancake-Objektiv
wäre wegen der Lichtstärke interessant, diese Kombination wäre auch jackentaschengerecht. Und mit einem EF-Adapter
steht dem Einsatz als kompaktes Zweitgehäuse für die DSLR-Ausrüstung nichts entgegen.
Ausführliche Kameratest der EOS M als Reisekamera
Aland Inseln, Lumparland
Nach zwei Tagen ziehen wir ohne Esra und Anja weiter gen Norden. Das fühlt sich schon komisch an. Nun ist das Wohnmobil leichter und wir haben etwas mehr Platz, was auch gut ist.
Nach kurzer Zeit stecken wir im Stau in Stockholm fest, so dauert die Fahrt länger als es uns lieb ist. Aber, wir haben Zeit.
Grisslehamn
Die Fähre nach Aland geht erst am nächsten Morgen und nach Grisslehamn sind es nur etwa 200 km. Wir kaufen noch ein, und finden dann am Fähranleger einen schönen Stellplatz, den wir nicht zahlen können, weil die Bude schon geschlossen ist.
Am nächsten Morgen machen wir uns früh zum Fähranleger auf, denn wir haben zwar die Buchung aber keine Bordkarten.
Der Fischerhafen von Grisslehamn
Die Fährfahrt nach Aland
Die Fähre wird voll, zahlreiche Autos, ein paar Pferdewagen, eine Gruppe Motorradfahrer und zig Fußpassagiere stehen an. Entsprechend laut ist es im Inneren der Fähre, aber es ist warm und so setzen wir uns draußen aufs Deck und schauen den blauen Himmel und Ostsee und die weißen Wölkchen an. Die Leute trinken unglaublich viel Bier, und das obwohl es erst 10:00 Uhr morgens ist. Nach einer Weile holen immer mehr Leute auch noch Wein. Ich hoffe, die Auto- und LKW-Fahrer bleiben nüchtern.
Von weitem sieht Aland unspektakulär aus. Ein flaches Eiland mit viel Wald. Wir sind die ersten, die vom Schiff fahren, es ist also sehr gemütlich. Wir fahren direkt nach Mariehamn, um im Vistorcenter Infos zu bekommen. Vor allem die Fähren zu den kleinen Inseln und eine Möglichkeit zu den Leuchttürmen zu kommen interessieren uns. Die Leuchttürme scheinen nur schwerlich und für gutes Geld erreichbar zu sein. Für die Fähren bekommen wir ein kleines Heftchen. Es sieht schon was kompliziert aus – anscheinend beginnt am Montag bereits die Nachsaison, mal sehen, wieviele kleine Inseln wir erkunden können!
ein letzter Blick nach Schweden
Sonnenbad auf dem Deck der Fähre
Fähre nach Eckerö
Lumparland
Wir fahren nach Lunparland, wo Freunde – schwedische Homeschooler – wohnen. Am Ende einer Straße besuchen wir ein Naturreservat, wo es einen Vogelbeobachtungsturm gibt. Wir fahren ein klein wenig Rad – vielleicht so 10 km – und wandern im Naturschutzgebiet. Auch auf den Aland Inseln genießen wir die absolute Ruhe. Traumhaft.
Mit Stefan und seinen beiden Kindern gehen wir am nächsten Tag schwimmen. Die Ostsee hat jetzt nach einem langen, warmen Sommer 20°C, das ist sehr angenehm. Amy und ich schwimmen, die Männer sitzen nur am Steg und schauen zu. Feiglinge. Das Bad tut wirklich gut. Danach sitzen wir lange in der Sonne und wärmen und trocknen uns.
Wir machen eine erste kurze Radtour von 15 km, fahren entlang der Straße und fotografieren diese schönen Windmühlen. Auf einem geschotterten Feldweg quälen wir uns Richtung Ostsee, die leider nur selten zu sehen ist. Meist führen kleine, private Pfade zur See, wo Häuser oder Ferienhäuser stehen.
Ich meditiere gegen Abend mindestens eine Stunde ganz allein auf dem Steg – außer dem leisen Plätschern des Wassers, den Wind in den Blättern der Bäume und dem Gesang der Vögel höre ich nur meine Gedanken und selbst die schalte ich aus. Ich fühle mich wunderbar ruhig und entspannt. Das ist Genuß pur! Wunderbar!
Gabi in der Natur
Klohäuschen im Wald
Morgens am Meer
Selfie von Gunter
Mittsommerbaum und unser Mobil
Beim Reingehen ist das Wasser noch kalt
Amy springt mutig ins Wasser
Eine der schönen Windmühlen
Vogelbeobachtungsturm im Naturschutzgebiet
Aländische Briefkästen
Die live Reiseberichte über die Aland Inseln mit zahlreichen Interviews
Haare schneiden in der schwedischen Natur
Wie immer, wenn wir durch Schweden fahren, machen wir Halt in Askö, wo wir unsere Freunde besuchen. Einmal im Jahr muss das sein! Wir kennen uns seit mindestens 15 Jahren, sahen unsere Kinder gemeinsam groß werden. Im Jahr 2010 verbrachten wir drei Monate im Nachbarhaus. Das war der beste und schneereichste Winter, den wir je hatten.
Freunde besuchen
Nun, wir besuchten Maria & Magnus und Kids (bei unseren Freunden werden es auch mehr, Jake aus England und Andrew aus Neuseeland wohnen jetzt auch hier) Wir reisten diesmal ja auch zu sechst an.
Wir verteilten uns auf den großen Gelände, erzählten, kochten und aßen zusammen. Ich lief mit Maria schwätzend durch die Gegend. Die Gespräche und die Ruhe taten so gut!
Viktoria übt sich als Friseuse. Sie schneidet ihrem Freund Jake schon lange die Haare, mithilfe von Youtube Filmen verbesserte sie ihr Können. Noah hatten ganz dringend einen Haarschnitt nötig, er traute sich als erster. Dann war noch Jake und Marias Mutter dran.
Kurzhaarfrisur für alle
Erst später am Abend, Amy hatte die ganzen Frisuren den Tag über bewundert, wolle auch Amy eine neuen Haarschnitt. Sie will schon länger eine Kurzhaarfrisur, doch niemand traut sich da ran. Immer kommt doch ein Pagenschnitt raus. Nicht so bei Viktoria, munter schnippelte sie vor sich hin, die Haar fielen in langen Büscheln und schwupps da hat Amy endlich mal richtig kurze Haare. Das läßt Esra sich nicht entgehen – schließlich steht er vor seiner ersten langen Radtour. Auch er begibt sich unter die Schere und läßt seinen Kopf verschönern.
Das Ganze geschieht im Freien und dem Gelächter und den frechen Kommentaren zahlreicher Schaulustiger.
Amy vor dem Haarschnitt
Amy nach dem Haarschnitt
Esra mit den Krakenhänden
Esra bekommt auch eine neue Frisur
Fahrt nach Rostock – leider zu spät zur Hanse Sail und auf nach Schweden
Freunde in der Nähe von Halle
Wir übernachteten in der Nähe von Halle bei unseren Freunden Ina und Bernhard. Der Bauernhof der beiden beeindruckt mit immer sehr. Vor allem die Ziegen, die auf einer riesigen Wiese laufen und viel Platz und Futter haben. Was mich aber am meisten fasziniert ist der leckere Ziegenkäse. Wir begleiteten die beiden zu den Ziegen und Anja und Esra versuchten zu melken. Es war schwieriger als es aussah, doch beide schafften es, Milch aus den Zitzen zu befördern.
Wir saßen abends zusammen und quatschten und genossen es.
der Ziegenbock
Anja versucht sich beim Melken
Fahrt nach Warnemünde
Nach dem Frühstück zogen wir weiter gen Norden. Wir hatten die Fähre für Montags früh gebucht und ich dachte mit etwas Glück sehen wir noch ein paar Segelboote der Hanse Sail in Rostock. Ein Stau machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir bewegten uns im Schneckentempo Richtung Meer, kamen daher viel zu spät in Warnemünde an. Die Menschenmassen waren noch da, zwei Dreimaster lagen mit eingefahrenen Segeln im Hafen, ansonsten gab es nichts außergewöhnliches zu sehen. Wir parkten direkt am Hafen auf dem Stellplatz und liefen entlang der schließenden Essensbuden nochmal zum Leuchtturm.
Da der Wecker morgens um kurz nach sechs scheppern würde, legten wir uns gegen 22:00 Uhr ins Bett. Einer mußte auf dem Boden schlafen, wir sind ja zu sechst. Für diese kurze Nacht würde sich kein Campingplatz lohnen, meist kommt man von den Plätzen auch so früh nicht runter.
Aussicht vom Riesenrad – Amy und Noah waren mit dem Riesenrad gefahren. Danach wurde es bis spät in die Nacht abgebaut
Kreuzfahrtschiff
Die Fährfahrt nach Trelleborg
Wie erwartet rappelten die Wecker ganz früh, wir sprangen raus, frühstückten nicht, weil wir dachten, das könnten wir noch in der Warteschlange an der Fähre tun. Doch diesmal mußten wir nicht warten, überhaupt nicht. Wir wurden direkt durchgewunken und mußten leider ganz hoch über mehrere Rampen ins Schiff fahren.
Die Fähre hatte keine Tische außerhalb des Restaurants. Wir setzten uns also hinein und holten uns sogar Frühstück. Es kostet sechs Euro, was wir sehr günstig fanden. Wir futterten natürlich alles ratzeputz weg, das sind wir im Wohnmobil ja so gewohnt.
Unsere Kids waren entsetzt, wieviel sich die Leute auf die Teller luden, nur um es dann wegzuwerfen. Ganze Ladungen von Pfannenkuchen und Brötchen landeten im Müll. Die unversehrten hartgekochten Eier sammelte Esra aus dem Müll.
Amy schläft im Ruheraum der Fähre
Esra und Anja genießen die Sonne an Deck
Die Fähre tuckerte sechs Stunden lang Schweden entgegen, wir spielten Karten oder dösten vor uns hin. Das Herunterfahren dauerte unglaublich lange, was daran lag, dass alle Fahrzeuge im Schiff wenden mußten. Schließlich fuhren wir in den schwedischen Sonnenschein.
Kurz hinter Malmö fanden wir uns im Stau wieder. Hier gab es Bauarbeiten. Wir hatten etwa 570 km bis zu unseren Freunden in der Nähe von Stockholm vor uns, schafften die Strecke nicht.
Der Leuchtturm und der Mond am Vätternsee
Wir fuhren entlang des Vätternsees, wählten aber die Route ohne Autobahn, damit wir bessere Chancen auf einen Campingplatz hatten. Wir fanden keinen und da der See so wahnsinnig groß war, dauerte es extrem lang, bis wir zum auf der ADAC eingegezeichneten Campingplatz kamen. Am Bodensee wären wir schon über zig Campingplätze gestolpert. In Hjo sahen wir im Hafen ein Wohnmobil stehen, wir stellten uns dazu. Was mich ganz besonders begeisterte: es gab im Hafen gleich ZWEI Leuchttürme. Ah, wie genial! Das Licht war gerade super gut, ich zog sofort mit der Kamera los. Hinter eine Wolke kam der Supervollmond hoch! Noch besser, ich kramte das Teleobjektiv raus und klickte munter weiter vor mich hin. Lang hält so ein Mond-Leuchtturm-Motiv eh nicht, dann wir der Mond zu grell und er steigt zu hoch in den Himmel hinauf.
Wir schliefen wieder zu sechst im Mobil, wollten im Hafen nicht das Zelt aufbauen obwohl da ein frischen Strück Rasen gewesen war.
Leuchtturm in Hjo, Vätternsee
Leuchtturm in Hjo, Vätternsee
Leuchtturm und Mond am Vätternsee
Reisestart – Ostseeinseln
Wir sind endlich unterwegs. Das Packen war diesmal schwieriger als sonst, weil wir erstmals Fahrräder dabei haben. Und wir sind zu sechst: Esra’s Freundin Anja-Melanie ist mit uns unterwegs.
Wir haben da ein paar ziemlich alte Fahrräder, die aber noch gut sind, vor allem nachdem Gunter und die Jungs sie alle gründlichst überholt hatten. Nur entdeckte Gunter beim Warten seines 23 Jahre alten Mountain Bike einen Haarriss am Lenkrohr. Wir mussten also dieses Rad noch ersetzen, leider. Also kauften wir zwei Tage vor Abfahrt noch ein gebrauchtes Mountain Bike, Reiseräder gab es gerade keine. Das Aufrüsten mit Gepäckträger und Schutzblechen dauerte auch nochmal einen Tag aber dann packten wir es mit dem Packen.
Wir fahren jetzt erstmal zu unseren Freunden nach Askö, südlich von Stockholm und machen uns Ende der Woche nach Aland auf.
Canon EOS M – Unsere kleine immer dabei Schnappschusskamera
Canon EOS M – Erster Praxistest
Wir wollen auf den nächsten Reisen vermehrt längere Fahrradreisen unternehmen, dafür ist unsere Spiegelreflexausrüstung einfach zu schwer und zu sperrig. Unsere Canon Powershot SX-20 hat einen riesigen Zoombereich und filmt auch erstaunlich gut, die Bildqualität auf Kompaktkamera-Niveau reicht uns aber nicht aus.
Ich habe recherchiert, welche Kamera unseren Bedürfnissen gerecht werden könnte. Eine robuste und wasserdichte Kompaktamera wäre für Radtouren ideal, hier haperst leider auch an der Bildqualität. Die Canon PowerShot G16
hat es bis ins Finale geschafft, und ich hätte sie fast schon bestellt, da bin ich auf die Canon EOS M gestoßen.
Canon EOS M – Übersicht
APS-C Sensor, Wechselobjektive, das Set kommt mit Standardzoom und Aufsteckblitz für teilweise weniger als 300 Euro – das ist so gut, da muss doch was faul dran sein. Dachte ich und forschte nach.
Die EOS M erschien 2012 mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 849 Euro. Eigentlich deutete alles auf Erfolg: Sie ist solide gebaut, auch das Zoom ist aus Metall, die Bedienung ist gut gelöst, und die Bildqualität ist auf Spiegelreflex-Niveau.
Sonnenhut im Gegenlicht. 55 mm, 1/83 sec. Blende 10, 200 ISO
Wo liegt also das Problem der EOS M?
Es liegt weniger daran, dass die EOS M nicht mit dem Micro-Four-Thirds System kompatibel ist, oder an der etwas spärlichen Auswahl an weiteren Objektiven und Zubehör.
Den Todesstoß für den Erfolg setzte ein anderes Feature: der Autofokus. Der war so langsam, dass die EOS M fast nicht und schon gar nicht für Schnappschüsse zu gebrauchen war. Die EOS M verschwand in der Folge fast vollständig vom amerikanischen Markt, in Europa wurde sie zu stark reduziertem Preis wie sauer Bier angeboten. Ihr Ruf war total im Eimer.
Warum ist die EOS M trotzdem interessant?
Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass der Schnecken-Autofokus in erster Linie ein Softwarefehler war. Ein Jahr nach ihrem Erscheinen veröffentliche Canon die aktuelle Firmware 2.02, und siehe da, der Autofokus ist deutlich schneller und liegt jetzt auf klassenüblichem Niveau. Der Preis allerdings, der ist unten geblieben. Ist der Ruf erst ruiniert…
Wir haben den Canon EOS M Kit in silber
bestellt, das war gerade günstig. Sonst ist das Canon EOS M Kit in schwarz
die billiste Variante. Die weiße und rote EOS M kostet leider deutlich mehr. Ich muss mich jetzt mit unserer EOS M beschäftigen, um zu entscheiden, ob sie unseren Anforderungen genügt. Ansonsten geht sie zurück.
Unsere neue „Kompaktkamera“, die Canon EOS M
Der erste Eindruck
Beim Auspacken fällt mir sofort der solide, angenehm abgerundete Metallbody auf. Das klingt zwar wie Werbung, ist aber so. Die EOS M hat erstaunlich wenig Einstellknöpfe und einen recht winzigen Handgriff, der seinem Namen kaum Ehre macht.
Das 18-55 mm Standard-Zoom, obwohl füs sich recht zierlich, wirkt an dem kompakten Gehäuse ganz schön massiv. Der Mini-Aufsteckblitz ist aus Kunststoff und wird mit zwei AAA-Batterien betrieben. So schont er den Kamera-Akku. Ich finde die Lösung mit dem externen Blitz sogar besser, da sich der Blitzreflektor so weiter weg von der optischen Achse befindet.
Der Mini-Blitz zur EOS M trägt kaum auf und ist sehr nützlich
Außerdem lassen sich alternativ alle Canon Systemblitze anschließen.
Und endlich mal ein Kameragurt, der sich ohne Gefummel anbringen lässt. Die Gurtenden werden einfach auf die Haltepins gesteckt und mithilfe einer Arretierschraube mit einem Dreh fixiert.
Jetzt Objektiv ansetzen, die voll geladene Batterie und eine SD-Karte in die Kamera gesteckt, und los gehts. Mir fällt gleich das Fehlen jeglicher Sucherinformation auf. Auch einen Zoomknopf suche ich, bis mir einfällt, gezoomt wird klassisch am Objektiv.
Die Anleitung der Kamera
Zeit- und Blendenautomatik und manuelle Belichtungseinstellung kann ich ums Verrecken nicht finden. Ich lade mir also das Benutzerhandbuch herunter, und auch da wird nichts davon erwähnt. Ist die EOS M eine reine Knipserkamera? Eigentlich unvorstellbar, denn schon nach den ersten Bildern deutet sich ene sehr gute Bildqualität an.
Ich schaue genauer hin, und sehe, dass ich die Kompaktanleitung heruntergeladen habe, die nur für das technikbefreite Knipsen gedacht ist. Die volle Anleitung finde ich auch, sie hat alle Erklärungen drin – auf 350 Seiten!
Die Canon EOS M im Größenvergleich zu meiner Hand
Und wie dumm. Ich habe doch glatt das Modus-Wahlrad am Auslöser ignoriert. Das hat drei Positionen: Eine fürs Video, eine für die Belichtungsprogramme, und ein grünes A-Symbol für automatische Motiverkennung. Die EOS M stand natürlich auf der grünen Vollautomatik, und da nimmt sie dem Fotografen wirklich alle Entscheidungen ab.
Auf dem Touchscreen ist gut zu erkennen, worauf die EOS M scharfstellt. Wem das nicht passt, kann mit dem Finger auf einen Punkt seiner Wahl tippen.
Das Einstell-Menü der EOS M
Die EOS M-Einstellungen lassen sich auf zwei Arten tätigen. Zum einen ist da die Schnelleinstellung mit der INF- oder der Q-Taste. Diese bringt alle wichtigen Einstellungen auf den Touchscreen, die dann mit einem Fingertippen, oder klassisch über das Wählrad, aufgerufen werden können. Das geht flott und ist selbsterklärend.
Das Kameramenü wird über die Menü-Taste aktiviert und ist ähnlich aufgebaut, wie das der Canon-DSLRs, also eine Reihe Tab-Reiter mit grundsätzlichen, aber weniger oft benötigten Einstellungen und Funktionen. Auch Custom-Einstellung sind vorhanden, aber zum Glück nicht so ausufernd zahlreich, wie bei unseren Canon-DSLRs.
Auf diesem Touchscreen können die grundlegenden Belichtungsparameter eingestellt werden
Das ist die alternative Möglichkeit, seine Einstellungen vorzunehmen. Wie ihr seht, sind die Informatioen auf dem Screen auf der drittstärksten Helligkeitsstufe auch im grellen Gegenlicht noch gut erkennbar
Die Bedienung der EOS M
Ich bin der Typ, der wissen will, was die Kamera macht, aber wenn ich die EOS M als unbeschwerte Schnappschusskamera einsetze, ertappe ich mich, wie ich die Einstellungen der Kamera überlasse. Sie kümmert sich um Bildstil, Weißabgleich, ISO-Einstellung und natürlich Autofokus. Die automatische Gesichtserkennung funktioniert gut, auch ohne Gesicht huschen die grünen Quadrate der Scharfstellung eifrig über den Screen und hängen sich an scharfstellbare Strukturen.
Angenehm ist auch, das scharfzustellende Objekt auf dem Touchscreen mit einem Fingertippen zu markieren. Das Fokusfeld bleibt am gewählten Objekt „kleben“, auch wenn ich die Kamera schwenke. Und ich kann auswählen, ob die EOS M nach dem Antippen auslösen soll, oder ob ich dafür den Aulöser drücken will.
Will ich mehr Kontrolle bei den Einstellungen haben, geht es am schnellsten mit dem Touchscreen. Programmwahl, ISO-Wahl, Autofokus- und Messfeldeinstellungen oder der Weißabgleich sind ruckzuck auf andere Werte umgestellt.
Es gibt natürlich noch viele Einstellungen, die ich in der kurzen Zeit nicht testen konnte. Beispielsweise, wie arbeitet die automatische Belichtungsoptimierung mit den Belichtungskorrekturen und der Tonwertpriorität zusammen.
Ein Größenvergleich der Canon EOS M mit der Canon EOS 7D. Der Zoombereich der Objektive ist in etwa gleich
Hier das ganze nochmal von oben. Das, je nach Brennweite !/2 bis 2 Blenden lichtstärkere Tamron-Zoom ist deutlich voluminöser
Die Bildqualität
Bisher war ich immer etwas misstrauisch, was die Bildqualität von Schnappschussbildern betrifft. Das hängt wahrscheinlich auch daran, dass Schnappschüsse meist mit Schnappschusskameras gemacht werden und eh keine Superqualität haben. Die Schnappschussbilder der EOS M aber sind ausgeglichen belichtet und die Schärfe sitzt da, wo sie sitzen soll. Die Auto-ISO-Empfindlichkeit geht recht schnell hoch, das Rauschen bleibt aber wegen des großen Sensors im vernünftigen Rahmen. Nicht schlecht!
Tomaten und alter Pfirsisch. 39 mm. 1/25 sec. Blende 9, 16oo ISO
Amy jongliert. Innenraumaufnahme mit Seitenlicht. Links mit 800 ISO ohne Blitz, rechts mit Blitz, Blitzkorrektur -2 Blenden.
Die Blitzaufnahmen mit dem Miniblitzgerät sind ausgewogen. Innenaufnahmen mit höherer ISO-Einstellung in Verbindung mit dem Blitz kommen natürlich rüber, das Mischlicht wirkt erhält die Raumatmosphäre, Schlagschatten gibt es so kaum. Auch die Aufhellung bei Gegenlichtaufnahmen funktioniert wunderbar, und die Blitzstärke lässt sich im Bereich von +/- zwei Blenden steuern.
Langzeitbelichtung als Nagelprobe: Ich stelle die EOS M auf Zeitautomatik, wähle 200 ISO und Blende 11 vor, schalte den Bildstabilisator aus, setze die Kamera auf das Gorillapod, schraube einen 1000-fach Graufilter vor das Objektiv und stelle die Kamera in den Garten.
Und siehe da – Der Autofokus findet sogar etwas zum scharfstellen, der Verschluss öffnet sich, wobei ich aufpassen muss, das leise Verschlussgeräusch nicht zu überhören, und die Kamera belichtet. Nach fast 30 Sekunden wieder ein leiser Klick, das Bild ist im Kasten.
Langzeitbelichtungstest. 18 mm 20 Sekunden, Blende 16, 200 ISO. Die Bildgestaltung erhebt keine Anspruch auf Ästhetik
Die Kontrolle im Display ergibt: Der Weißabgleich ist in Ordnung, die Schärfe ist O.K. und die Belichtung ebenfalls. Ein Blick auf das Histogramm bestätigt das. Ich bin ehrlich gesagt platt. Ich hätte bei einem Erstversuch mit Langzeitbelichtung kein so gutes Ergebnis erwartet. Auf das Motiv darfst du hier natürlich nicht achten. Wir haben leider keine Meereslandschaft in unserem Garten.
Gibt es auch Kritik?
Natürlich finden sich auch ein paar Haare in der Suppe. Damit meine ich die tonnenförmige Verzeichnung im Weitwinkelbereich. Auch in der Telestellung ist eine leichte Verzeichnung feststellbar. Bei Naturaufnahmen finde ich das aber kaum störend, und zudem fotografiere ich im RAW-Format, und da lässt sich im Lightroom die Verzeichnung leicht korrigieren.
Farbsäume sind mir bei den Testaufnahmen nicht aufgefallen. Vielleicht hatte ich einfach nur zu weit abgeblendet oder die Bedingungen waren nicht extrem genug. Egal, auch die chromatische Aberration lässt sich bei der RAW-Bearbeitung eliminieren.
Anmerkung: Die Bilder in diesem Bericht sind nicht mit Lightroom bearbeitet worden, sie wurden nur verkleinert und geschärft. Die Ausnahme ist das Bild mit den Gewitterwolken, hier habe ich noch den Gamma-Wert verringert.
Wo stößt die EOS M an ihre Grenzen?
Das Zoomobjektiv nicht der Brennweitenriese. 18 bis 55 mm entsprechem dem Kleinbildäquivalent von etwa 28 bis 85 mm, das ist der klassische Standardzoombereich. Auf der Habenseite steht dafür die sehr gute Bildqualität, auf die es mir letztlich mehr ankommt.
Das Objektivangebot ist überschaubar. Ein lichtstarkes, flaches 2.0/22 mm Objektiv und ein 11-22 mm Weitwinkelzoom gibt es bereits, ein 55-200 mm Telezoom kommt Anfang August. Und ein Tamron 18-200 mm Reisezoom ist auch seit kurzem erhältlich. Eigentlich gar nicht so schlecht.
Dazu gibt es den EF-Adapter, sogar als halb so teurer Nachbau. Damit kann ich alle unsere Objektive an der EOS M verwenden, vielleicht die ideale Lösung für Langzeitaufnahmen mit Graufilter?
In Innenräumen beim fotografieren ohne Blitz zieht die EOS M bei Auto-ISO zwar die Empfindlichkeit hoch (der Höchstwert lässt sich individuell einstellen), das kann trotzdem leicht zu relativ langen Belichtungszeiten führen.
Trotz Bildstabilisator kann 1/30 Sekunde schon zu lang sein, weil sich Personen bewegen und weil ich die Kamera mit zwei Händen freischwebend halten muss. Eine Kamera mit Durchsichtsucher drücke ich an die Stirn und stabilisiere sie damit zusätzlich.
Die Autofokus-Geschwindigkeit finde ich für allgemeine Fotografie und Schnappschüsse ausreichend. Für rasante Sportaufnahmen ist die EOS M nicht vorgesehen, aber dieses Schicksal teilt sie sich mit vielen anderen spiegellosen Systemkameras.
Ein ausklappbares Display und ein aufsteckbarer Durchsichtsucher würden den Einsatzbereich der EOS M spürbar erweitern und die Handhabung vereinfachen. Offensichtlich sind diese beiden Features dem Diktat der Kompaktheit zum Opfer gefallen, wie auch ein ausgeprägterer Handgriff. Hier muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig ihm das ist.
Sonnige Blumenwiese. Zum fokussieren habe ich einfach die Blume mit dem Finger angetippt. 22mm, 1/128 sec, Blende 8, 100 ISO
Was brauchen wir an Zubehör?
Wir haben uns noch einen Bundlestar Akku LP-E12
besorgt, da die Batteriekapazität aufgrund der kompakten Ausmaße nur bei etwa 400-500 Aufnahmen liegt.
Ein Slim Polfilter Zirkular in 52mm
muss unbedingt mit, der findet sofort seinen permanenten Platz auf dem Objektiv.
Von einer angepassten Fototasche lassen wir die Finger. Mit anderen Objektiven passt die dann nicht mehr. Und der Blitz findet auch keinen Platz. Für Fahrradtouren kommt die EOS M in die Lenkertasche. Ansonsten tut es eine kompakte Umhänge- oder Hüfttasche. Esra nutzte die Kamera jetzt mehrmals auf wochenlangen Radreisen.
Gewitterwolken über Bubenheim. 20 mm, 1/49 sec. Blende 4.0, 100 ISO
Fazit:
Die Canon EOS M
wird unsere neue Schnappschusskamera! Die Bildqualität, die einfache Bedienbarkeit, die solide Bauweise und die kompakten Maße haben mich überzeugt. Da verschmerze ich das Fehlen eines Schwenkmonitors und eines Durchsichtsuchers. Vor allem bei dem Preis. Das kleine Zubehörangebot stört mich weniger, mit der EOS M will ich ja keinen Objektivpark mit herumschleppen. Kann sein, dass wir die EOS M demnächst mit dem EF-M 11-22mm
und dem neuen EF-M 55-200 mm
erweitern. Das EF-M 22mm Pancake-Objektiv
wäre wegen der Lichtstärke interessant, diese Kombination wäre auch jackentaschengerecht. Und mit einem EF-Adapter
steht dem Einsatz als kompaktes Zweitgehäuse für die DSLR-Ausrüstung nichts entgegen.
Ausführliche Kameratest der EOS M als Reisekamera
Sehnsucht nach dem Meer – 2015
Ja, ich habe große Sehnsucht nach dem Meer – doch jetzt möchte ich Euch erstmal meinen neuen Kalender vorstellen. Bei Amazon & Co könnt ihr ihn schon bestellen – Sehnsucht nach dem Meer 2015, Gabi Reichert
Sehnsucht nach dem Meer 2015, Kalender bei Weingarten
Hier im Blog zeige ich Euch jedes Foto und verlinke zum entsprechenden Live Reisetagebuch. Viel Spaß beim virtuellen Reisen durch den Kalender.
Blavand, Dänemark
Möwen über den Eiswellen, Blavand, Dänemark
Das war ein eisiger Tag im Februar in Dänemark. Nach einer Woche unter minus 10° C fingen die Wellen an zu gefrieren. Die Wellen bestanden nur aus „Slush“, jede Wellenbewegung erzeugte ein knirschendes Geräusch. Erst am nächsten Tag war das Eis so fest, dass man gefahrlos drüber laufen konnte.
Live Reisetagebuch: Esbjerg und Blåvand Fyr.
Eoropie Beach, Isle of Lewis, Schottland
Eoropie Dunes Park, Isle of Lewis, Schottland
Im Februar besuchten wir für drei Wochen die Isle of Lewis. Der Butt of Lewis liegt an nördlichen Ende der Insel. Der Strand bei Eoropie ist ein beliebter Surferstrand. Im Sonnenuntergang konnten wir zwar mit eiskalten Fingern, aber unglaublich glücklich, mächtige Wellen fotografieren.
Live Reisetagebuch: Butt of Lewis, Eoropie Beach
Grind of Navir, Shetland, Schottland
Grind o Navir, Shetland, Schottland
Es war schon immer ein Traum von mir, die Shetlandinseln zu besuchen. Als ich sah, dass man da sogar Leuchttürme mieten kann, konnte mich nichts mehr halten. Wir waren früh im Jahr, im März und April, dort und hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter. Leider durften wir die riesigen Wellen gleich auf der Fährfahrt zur Inselgruppe über uns ergehen lassen, danach war erstmal Ruhe.
Der Tag, an dem dieses Foto entstand, war der erste mit größeren Wellen. Das für seine Wildheit bekannte Meer bei Eshaness hatte die Tage davor nur müde vor sich hin gedümpelt. Am Abend zuvor hatten wir Nordlichter fotografieren können. Unser Plan war es, den folgenden Tag etwas ruhiger anzugehen. NUN, das funktionierte nicht. Von früh bis spät schauten wir gebannt übers Meer und auf das wilde Treiben der Naturgewalten.
Live Reisetagebuch: Wellen in Eshaness – mit Film!
Butt of Lewis, Isle of Lewis, Schottland
Butt of Lewis, Isle of Lewis, Schottland
Auch auf der Isle of Lewis warteten wir auf hohen Wellengang. Das Meer war für Februar ungewöhnlich ruhig. Doch endlich kam Wind auf und wir machten uns wieder auf zum Butt of Lewis. Der Sturm war schließlich so mächtig, dass wir fast nicht fotografieren konnten. Die Nutzung eines Stativs war unmöglich, denn der Sturm rüttelte zu sehr daran herum. Der Schaum der Wellen flog mir um die Ohren. Ich musste fast nach jedem Foto die Linse putzen.
Unser Auto bekam auch eine Gischtdusche ab. Mit dem Scheibenwischer und Waschanlage war es unmöglich das ganze Salz von der Scheine zu putzen. Wir nutzten schließlich den Tee aus der Kanne, denn im schrägen Abendlicht hätten wir sonst gar nichts mehr gesehen.
Live Reisetagebuch: Butt of Lewis im Sturm
Altenkirchen, Insel Rügen
Altenkirchen, Insel Rügen
Dieses Foto entstand auf unserer ersten Reise an die deutsche Ostseeküste. Als wir in Altenkirchen auf dem Campingplatz ankamen, herrschte trübes, regnerisches Wetter, das Wasser der Ostsee sah unspektakulär grau aus. Gegen Abend klarte das Wetter auf und bescherte uns einen Bilderbuch-Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen erinnerte der Strand eher an die Karibik. Im Wasser stehend fotografierte ich das klare Meer.
Live Reisetagebuch: Altenkirchen, Insel Rügen
Brue, Isle of Lewis, Schottland
Brue, Isle of Lewis, Schottland
Das war der Abschluss eines langen stürmischen Tages. Unsere Finger waren schließlich so kalt, dass wir nicht mehr in der Lage waren, die Objektiv-Filter an- und abzuschrauben. Der Strand bei Brue war einer dieser wilden Strände. Dort knallen die Wellen an der Wasserlinie mit großer Wucht auf den Strand und fließen dann über den abfallenden Kieselstrand schnell wieder ab. Wir erlebten eine faszinierende, energetische Brandung im besten Licht.
Live Reisetagebuch: Butt of Lewis im Sturm
Darßer Ort, Prerow, Deutschland
Darßer Ort, Prerow, Deutschland
Der Weststrand bei Prerow gehört zu den schönsten Stränden Deutschlands. Wir waren an einem herbstlichen Abend dorthin gewandert und hatten großes Glück mit einer phänomenalen Lichtstimmung – die leider ihren Preis hatte. Auf dem Rückweg wurden wir klatschnass. Dazu schreibe ich ausführlich auf der Seite zum Leuchtturm des Darßer Orts.
Live Reisetagebuch: Darßer Ort und Weststrand
Lizard Peninusla, Cornwall, England
Lizard Peninusla, Cornwall, England
Auf einer Wohnmobilreise im Süden Englands gefiel es uns in Lizard am besten. Wir campten dort auf einer Farm und konnten zu drei Seiten die Wanderwege entlang des Meeres erkunden. Die überaus freundlichen Engländer machten diese Reise zu einem besonderen Erlebnis, weil wir andauernd in anregende Gespräche vertieft waren. Vor allem für Familien mit Kindern ist Südengland zu empfehlen, weil zahlreiche sehr abwechslungsreiche und interessante Unternehmungen angeboten werden. Mehr dazu …
Südengland mit Kindern
Weststrand, Darßer Ort, Deutschland
Weststrand, Darßer Ort, Deutschland
Zu dem Titelbild lest bitte die Geschichte weiter oben und den Live Reisetagebuch Eintrag und den Text zum Leuchtturm.
Lyngvig, Dänemark
Lyngvig, Dänemark
Die eisigen Wintertage in Dänermark boten uns zahlreiche ungewöhnliche Fotomotive. Normalerweise ist es recht mühsam, die hohen Dünen zu erklimmen, weil der weiche Sand unter den Füßen dauernd wegrutscht. Jetzt war der Sand fest gefroren und wir kamen sehr gut vorran. So waren wir auch Tag und Nacht unterwegs um Fotos zu machen. Zum ersten Mal seit wir angekommen waren, war der Himmel bedeckt. Doch ich fand gerade diese Stimmung gut.
Zum Live Reisetagebuch – Lyngvig Fyr
Klippen bei Eshaness, Shetland
Klippen bei Eshaness, Shetland
Wir haben eine Woche im Leuchtturm von Eshaness gewohnt, und sind täglich auf den Klippen von Eshaness unterwegs gewesen. Früh morgens und spät abends und sogar in der Nacht waren wir draußen. Die Klippen sind etwa. 45 m hoch. Wenn Du auf dem Kalenderblatt genau schaust, siehst Du oben zwei Wanderer stehen – ein netter Größenvergleich.
Außerdem spuckt auf der anderen Seite dieser Aussicht der „Drache“ – „The Cannon“ – ein Blowhole, welches mit lautem Knall Wasserfontänen fünfzig Meter weit horizontal über das Meer schießt. Wir hatten keinen richtigen Sturm und doch war es beeindruckend anzusehen.
Live Reisetagebuch: Shetlandinseln
Pevensy Beach, Südengland
Pevensy Beach, Südengland
Unser erster Tag auf britischem Boden und schon hatten wir weiches Abendlicht. Ich finde es unglaublich, wie es Pflanzen schaffen auf diesem Shingle Beach – Kieselstrand – Nahrung zu finden. Der Strand war weitläufig, es waren nur wenige Spaziergänger unterwegs. In Wassernähe lief es sich wesentlich einfacher, weil dort die Kieselsteine nicht so unter den Füßen wegrutschten.
Live Reisetagebuch: Pevensy Bay, England