Von Esra
–
Als wir Anfang dieser Woche bei Heike waren erzählte sie uns, dass sie später am Tag noch auf den Fjord rausfahren würde, um mit ihrem Hydrophon nach Walen und anderem zu horchen und um das Boot wieder vollzutanken. Da könne auch gern jemand mitfahren, fügte sie hinzu, um ihr vielleicht bei der einen oder anderen Sache als Assistent zu dienen. So eine Chance konnte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen, und ich war schon am Schnürsenkelverknoten, da hatte sie den Satz noch kaum zu Ende gesprochen.
Es dauerte nicht lange bis wir aus dem Hafen von Henningsvaer raus waren, auf dem spiegelglatten, klaren Wasser des Westfjords. Es regte sich kein Lüftchen und die Sonne knallte, wie sie es sonst nur im Juli zu tun pflegt. Die Berglandschaft am Horizont sah einfach umwerfend aus, und es war ein richtiges Vergnügen, sich einfach nur die Umgebung anzuschauen – was aber nicht unbedingt das war, weswegen wir gekommen waren.

Ich auf dem Zodiac
Als erstes stand nämlich nicht Landschaft-Anstarren, sondern Unterwasserwelt-Abhorchen auf dem Plan. Vielleicht sollte ich hier etwas ins Detail gehen: Unter Wasser bewegen sich Schallwellen etwa fünfmal schneller fort als in unserer wohlbekannten Atmosphäre, und sie kommen auch ein ganzes Stück weiter, ohne einen Großteil ihres anfänglichen Volumens einzubüßen. Prima Voraussetzungen also für alle möglichen Arten von Meeressäugern, sich zu verständigen. Manche Wale können sich über ungeheure Distanzen hinweg „unterhalten“, indem sie verschiedenste Quietsch- und Klick-Geräusche von sich geben, die dann irgendwann fast am anderen Ende des Ozeans ankommen; Pottwale nutzen Echolokation, um in mehreren tausend Metern Tiefe ihre Orientierung nicht zu verlieren.
Dumm ist halt nur, dass nicht nur Walgespräche als Schallwellen unter der Meeresoberfläche unterwegs sind, sondern halt auch aller möglicher Lärm, der von Booten, Ölbohrinseln und anderen menschengemachten Gebilden herrührt. Und da die meisten Wale und Delfine über ein äußerst sensibles Gehör verfügen, ist es für sie zuweilen regelrechte Folter, wenn irgendwo in der Nähe ein laut rumpelnder Schiffsdiesel herumtuckert und jegliche Kommunikation unmöglich macht.

Heike und Esra ziehen los

Heike auf dem Zodiac
Wo man nun aber ein großes Schiff noch als schwere Lärmbelästigung abtun kann, sieht es mit den seismischen Messungen, die die Ölindustrie zur Erschnüffelung von neuen Ölquellen nutzt, und zwar ohne jede Rücksicht auf Verluste, ganz anders aus. In zehnsekündigen Intervallen verursachen sie ohrenbetäubende Explosionen, um durch das Echo über die Beschaffenheit des Meeresbodens schlau zu werden. Diese Explosionen sind auch noch in 1.000 Kilometern Entfernung zu hören, und jeder Fisch, der das Pech hat sich in relativer Nähe zum Schnüffelschiff aufzuhalten, hat ordentlich die Arschkarte gezogen. Der schwimmt dann nur noch aufwärts, und zwar mit dem Bauch nach oben.
Heike erklärte mir, dass die seismischen Messungen den kompletten Sommer über von morgens bis abends betrieben wurden, und nicht mal Sonntags haben sie Ruhe gegeben. Höchstens wenn es mal ein technisches Problem gab war kurz Pause, es dauerte aber nie lange, bis es wieder funktionierte. Einmal als es anfing, so erzählte sie, beobachtete sie gerade eine Gruppe Delfine, die vergnügt um ihr Schlauchboot kreiste und scheinbar in guter Stimmung waren. Auf einmal, wie auf ein Kommando, traten sie den Rückzug an und verschwanden wie vom Teufel gejagt in den nächsten Fjord. Sie hing ihr Hydrophon in die Wellen, um so der Sache auf den Grund zu gehen, und siehe da: man hatte gerade wieder angefangen zu messen.
Zurück zu unserer Tour: Heike wollte nachschauen, ob die Messungen immer noch am Laufen waren, also versenkten wir das Hydrophon. Zu ihrer freudigen Überraschung waren keine Explosionen zu vernehmen, und man konnte annehmen, dass damit nun für diesen Sommer mal genug war! Besonders leise war es natürlich trotzdem nicht im Westfjord, es klang eher wie in einer Fabrikhalle; „Siehst du das Schiff da hinten am Horizont?“, fragte sie. Ich kniff die Augen zusammen und machte in weiter Ferne, an der Grenze zwischen Wasser und Himmel, einen weißen Punkt aus. „Da kommt der Lärm her, den wir hier hören“.
Wir fuhren etwas weiter und wiederholten die Prozedur mit dem Unterwassermikrofon, diesmal war es still, das Schiff hatte also angelegt. Zu vernehmen war allerdings immer noch nichts, nur die kleinen Wellen, die an unser Boot plätscherten. Dass wir keine Delfingespräche abhören konnten musste aber nicht zwingend bedeuten, dass an dem Tag nicht doch der eine oder andere Wal unterwegs war; Schweinswale zum Beispiel machen nämlich gar keinen großen Lärm. Das hat auch seinen guten Grund, sie wollen nämlich nicht den hellhörigen Orcas als Mittagessen dienen und halten deshalb besser still.
Und wie es der Zufall wollte, bekamen wir sogar ein paar dieser Einzelgänger zu Gesicht. In relativer Entfernung zwar, da die Tiere sehr scheu sind, und besonders viel gemacht haben sie auch leider nicht, aber immerhin. Es schien sich um eine Mutter mit zwei Kleinen zu handeln; wobei, die Mutter selbst war auch ziemlich klein. Schweinswale werden nur etwa 1.30m lang. Irgendwann gingen sie weiter ihres Weges, und wir taten es ihnen gleich. Noch einmal musste das Hydrophon baden gehen, diesmal ging es wieder ordentlich ab unter Wasser. Es klang in etwas so, als wolle ein Düsenjet in einer großen Höhle starten, jedenfalls heulte und jaulte und kreischte es, dass sich einem die Fußnägel zusammenrollten. Das wäre die neue Personenfähre, die da so einen Lärm veranstaltete, erklärte mir Heike. In diese hatte man ein Paar neuer Turbinen zur schnelleren Fortbewegung eingebaut, daher das Geheule.
Schnelle Fortbewegung stand jetzt auch bei uns auf dem Plan – wir mussten in Svolvaer noch auftanken. Heike gab mir das Steuer, zusammen mit einer Schlauchbootfahrstunde. Hinter mir brummten und krachten 250 Pferdestärken, was für ein Wasserfahrzeug unserer Gewichtsklasse mehr als ausreichend war. Ich musste den Gashebel nur leicht antippen, und die Nase des Bootes hob sich aus dem Wasser. Das erste, was ich nach dem Gasgeben lernte, war das Bremsen – dabei ist nämlich eine gewisse Vorsicht geboten, denn wenn man zu abrupt anhält, wird man von der recht voluminösen Heckwelle eingeholt; dann steht das ganze Boot unter Wasser. Ich hatte den Dreh allerdings recht schnell raus, und wir sanken zum Glück nicht.
Heike navigierte mich nach Svolvaer, und wieder sog ich die atemberaubende Landschaft in mich hinein. Das Wetter war wie aus einem Bilderbuch herauskopiert, am Himmel lungerte kaum eine Wolke herum. Wir tankten auf, während ein paar Entchen im Hafenwasser herumschwammen, und fuhren dann wieder zurück nach Henningsvaer. Auf dem Weg hielten wir kurz, um mit der GoPro im klaren, relativ flachen Wasser Filmaufnahmen zu machen (die sich später allerdings leider als wenig spektakulär herausstellten).
Später am Tag, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, kam uns dann der Fuchs besuchen, aber das hatten wir ja schon hier im Blog…
Ps: irgendwie dumm, dass ich außer dem einen da oben keine Bilder gemacht habe, ich hatte meistens beide Hände voll zu tun…
Ocean Sounds Webpage
Nordlichter in stürmischer Nacht
Tagsüber kam die Sonne noch ein paar Mal durch die Wolken und tauchte fantastische Strände in warmes Licht. Die Wellen knallten, es war wunderbar. Wir verbrachten den ganzen Tag am Strand.
Ich experimentierte mit der GoPro, als Esra auf die Idee kam, doch noch näher ran zu gehen. Er warf erst Schuhe und Hose in den Sand. Doch die Wellen gefährdeten seinen Pullover, so flog auch der auf den Haufen. Jetzt stand er mutig in den Wellen. Es war bitterkalt. Das Wasser war nass! Er hielt aus, bis die Speicherkarte voll war. Flink wie ein Wiesel rannte er den Hügel hoch. „Mach doch mal den Kofferraum auf, ich brauch warmes Wasser. Schnell, schnell…“. Ich hechtete hinterher, nicht ganz so flink.
Esra in den Wellen
spritzende Wellen
Nach dem langen Tag im Wind und am Strand waren wir gegen Abend müde und schwer. Der Wind steckte uns in den Knochen. Und auch das auf und ab, zum Strand und zurück. Das Klettern über Felsen und schleppen der Fototaschen und Stative.
Und was haben wir sonst so gemacht: Hier einmal ein Vergleich der Belichtungszeiten. Ein genaue Anleitung zur Langzeitbelichtung findet ihr hier.
Am Strand – „normale“ Belichtungszeit
Drei Minuten Belichtungszeit – weit nach Sonnenuntergang. Gerade dann wird es erst interessant, die Farben der Dämmerung.
Die Wettervorhersage war eher schlecht für diese Nacht, die Nordlichtvorhersage aber vielversprechend.
Ich legte mich nur ganz kurz hin, um ein wenig auszuruhen. Die frische Luft, hatte mich müde werden lassen. Leider sackte ich in einen sehr tiefen Schlaf. Einer unserer drei Nordlichtwecker war jedoch auf Zack. Esra wollte gerade ein Testbild des Himmels machen, doch dann winkte er ab. Nicht nötig, das war ganz klar Nordlicht! Und so ein richtig schön flackerndes Nordlicht! „Raus, ihr Fotografen!“, jetzt war ich flink wie ein Wiesel :-)
Die Klamotten hatte ich sicherheitshalber angelassen, auch Kamera und Stativ lagen griffbereit. Trotzdem war ich noch ein wenig verschlafen. Ich stolperte den Hügel runter zum Strand. Stockfinster war es! Dicke Wolken verzierten den Himmel. Ein heftiger Wind blies uns Sand in die Gesichter. Fast bekamen wir Angst um die Kameras. (Mein Objektiv ist übrigens angekommen!)
Es dauerte nicht lange und wir waren wieder ganz wach und konzentriert bei der Arbeit. Es wurde eine lange Nacht. Das war unser erstes Nordlicht an einer unserer absoluten Wunschlocations.
Doch die Bedingungen waren eher schlecht. Im Stockfinster der Nacht gingen wir mit den Kameras ans Limit und kämpften mit den Fokuseinstellungen der Kameras. Meine neue Linse ist anders als die alte, ich muss mich erst daran gewöhnen. Was ist schon „Unendlich“? Doch, selbst die Wolken und der Wind waren optimal für das Motiv. Das gibt den Nordlichtfotos mal eine ganz neue Note :-) Was meint ihr?
Nordlicht am Strand
Nordlicht, Sturm und Lichtverschmutzung
Wir nutzen diese Seiten zur Nordlichtvorhersage:
http://www.swpc.noaa.gov/rt_plots/kp_3d.html
http://www.gi.alaska.edu/AuroraForecast/Europe/2013/09/15
http://www.meteoros.de/polar/polwarn.htm
Übersichtsseite Norwegenreise 2013
Lärm im Meer – ein Zodiac-Trip mit Heike Vester von Ocean Sounds
Von Esra
–
Als wir Anfang dieser Woche bei Heike waren erzählte sie uns, dass sie später am Tag noch auf den Fjord rausfahren würde, um mit ihrem Hydrophon nach Walen und anderem zu horchen und um das Boot wieder vollzutanken. Da könne auch gern jemand mitfahren, fügte sie hinzu, um ihr vielleicht bei der einen oder anderen Sache als Assistent zu dienen. So eine Chance konnte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen, und ich war schon am Schnürsenkelverknoten, da hatte sie den Satz noch kaum zu Ende gesprochen.
Es dauerte nicht lange bis wir aus dem Hafen von Henningsvaer raus waren, auf dem spiegelglatten, klaren Wasser des Westfjords. Es regte sich kein Lüftchen und die Sonne knallte, wie sie es sonst nur im Juli zu tun pflegt. Die Berglandschaft am Horizont sah einfach umwerfend aus, und es war ein richtiges Vergnügen, sich einfach nur die Umgebung anzuschauen – was aber nicht unbedingt das war, weswegen wir gekommen waren.
Ich auf dem Zodiac
Als erstes stand nämlich nicht Landschaft-Anstarren, sondern Unterwasserwelt-Abhorchen auf dem Plan. Vielleicht sollte ich hier etwas ins Detail gehen: Unter Wasser bewegen sich Schallwellen etwa fünfmal schneller fort als in unserer wohlbekannten Atmosphäre, und sie kommen auch ein ganzes Stück weiter, ohne einen Großteil ihres anfänglichen Volumens einzubüßen. Prima Voraussetzungen also für alle möglichen Arten von Meeressäugern, sich zu verständigen. Manche Wale können sich über ungeheure Distanzen hinweg „unterhalten“, indem sie verschiedenste Quietsch- und Klick-Geräusche von sich geben, die dann irgendwann fast am anderen Ende des Ozeans ankommen; Pottwale nutzen Echolokation, um in mehreren tausend Metern Tiefe ihre Orientierung nicht zu verlieren.
Dumm ist halt nur, dass nicht nur Walgespräche als Schallwellen unter der Meeresoberfläche unterwegs sind, sondern halt auch aller möglicher Lärm, der von Booten, Ölbohrinseln und anderen menschengemachten Gebilden herrührt. Und da die meisten Wale und Delfine über ein äußerst sensibles Gehör verfügen, ist es für sie zuweilen regelrechte Folter, wenn irgendwo in der Nähe ein laut rumpelnder Schiffsdiesel herumtuckert und jegliche Kommunikation unmöglich macht.
Heike und Esra ziehen los
Heike auf dem Zodiac
Wo man nun aber ein großes Schiff noch als schwere Lärmbelästigung abtun kann, sieht es mit den seismischen Messungen, die die Ölindustrie zur Erschnüffelung von neuen Ölquellen nutzt, und zwar ohne jede Rücksicht auf Verluste, ganz anders aus. In zehnsekündigen Intervallen verursachen sie ohrenbetäubende Explosionen, um durch das Echo über die Beschaffenheit des Meeresbodens schlau zu werden. Diese Explosionen sind auch noch in 1.000 Kilometern Entfernung zu hören, und jeder Fisch, der das Pech hat sich in relativer Nähe zum Schnüffelschiff aufzuhalten, hat ordentlich die Arschkarte gezogen. Der schwimmt dann nur noch aufwärts, und zwar mit dem Bauch nach oben.
Heike erklärte mir, dass die seismischen Messungen den kompletten Sommer über von morgens bis abends betrieben wurden, und nicht mal Sonntags haben sie Ruhe gegeben. Höchstens wenn es mal ein technisches Problem gab war kurz Pause, es dauerte aber nie lange, bis es wieder funktionierte. Einmal als es anfing, so erzählte sie, beobachtete sie gerade eine Gruppe Delfine, die vergnügt um ihr Schlauchboot kreiste und scheinbar in guter Stimmung waren. Auf einmal, wie auf ein Kommando, traten sie den Rückzug an und verschwanden wie vom Teufel gejagt in den nächsten Fjord. Sie hing ihr Hydrophon in die Wellen, um so der Sache auf den Grund zu gehen, und siehe da: man hatte gerade wieder angefangen zu messen.
Zurück zu unserer Tour: Heike wollte nachschauen, ob die Messungen immer noch am Laufen waren, also versenkten wir das Hydrophon. Zu ihrer freudigen Überraschung waren keine Explosionen zu vernehmen, und man konnte annehmen, dass damit nun für diesen Sommer mal genug war! Besonders leise war es natürlich trotzdem nicht im Westfjord, es klang eher wie in einer Fabrikhalle; „Siehst du das Schiff da hinten am Horizont?“, fragte sie. Ich kniff die Augen zusammen und machte in weiter Ferne, an der Grenze zwischen Wasser und Himmel, einen weißen Punkt aus. „Da kommt der Lärm her, den wir hier hören“.
Wir fuhren etwas weiter und wiederholten die Prozedur mit dem Unterwassermikrofon, diesmal war es still, das Schiff hatte also angelegt. Zu vernehmen war allerdings immer noch nichts, nur die kleinen Wellen, die an unser Boot plätscherten. Dass wir keine Delfingespräche abhören konnten musste aber nicht zwingend bedeuten, dass an dem Tag nicht doch der eine oder andere Wal unterwegs war; Schweinswale zum Beispiel machen nämlich gar keinen großen Lärm. Das hat auch seinen guten Grund, sie wollen nämlich nicht den hellhörigen Orcas als Mittagessen dienen und halten deshalb besser still.
Und wie es der Zufall wollte, bekamen wir sogar ein paar dieser Einzelgänger zu Gesicht. In relativer Entfernung zwar, da die Tiere sehr scheu sind, und besonders viel gemacht haben sie auch leider nicht, aber immerhin. Es schien sich um eine Mutter mit zwei Kleinen zu handeln; wobei, die Mutter selbst war auch ziemlich klein. Schweinswale werden nur etwa 1.30m lang. Irgendwann gingen sie weiter ihres Weges, und wir taten es ihnen gleich. Noch einmal musste das Hydrophon baden gehen, diesmal ging es wieder ordentlich ab unter Wasser. Es klang in etwas so, als wolle ein Düsenjet in einer großen Höhle starten, jedenfalls heulte und jaulte und kreischte es, dass sich einem die Fußnägel zusammenrollten. Das wäre die neue Personenfähre, die da so einen Lärm veranstaltete, erklärte mir Heike. In diese hatte man ein Paar neuer Turbinen zur schnelleren Fortbewegung eingebaut, daher das Geheule.
Schnelle Fortbewegung stand jetzt auch bei uns auf dem Plan – wir mussten in Svolvaer noch auftanken. Heike gab mir das Steuer, zusammen mit einer Schlauchbootfahrstunde. Hinter mir brummten und krachten 250 Pferdestärken, was für ein Wasserfahrzeug unserer Gewichtsklasse mehr als ausreichend war. Ich musste den Gashebel nur leicht antippen, und die Nase des Bootes hob sich aus dem Wasser. Das erste, was ich nach dem Gasgeben lernte, war das Bremsen – dabei ist nämlich eine gewisse Vorsicht geboten, denn wenn man zu abrupt anhält, wird man von der recht voluminösen Heckwelle eingeholt; dann steht das ganze Boot unter Wasser. Ich hatte den Dreh allerdings recht schnell raus, und wir sanken zum Glück nicht.
Heike navigierte mich nach Svolvaer, und wieder sog ich die atemberaubende Landschaft in mich hinein. Das Wetter war wie aus einem Bilderbuch herauskopiert, am Himmel lungerte kaum eine Wolke herum. Wir tankten auf, während ein paar Entchen im Hafenwasser herumschwammen, und fuhren dann wieder zurück nach Henningsvaer. Auf dem Weg hielten wir kurz, um mit der GoPro im klaren, relativ flachen Wasser Filmaufnahmen zu machen (die sich später allerdings leider als wenig spektakulär herausstellten).
Später am Tag, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, kam uns dann der Fuchs besuchen, aber das hatten wir ja schon hier im Blog…
Ps: irgendwie dumm, dass ich außer dem einen da oben keine Bilder gemacht habe, ich hatte meistens beide Hände voll zu tun…
Ocean Sounds Webpage
Übersichtsseite Norwegenreise 2013
Im Polarlightcenter bei Rob – was meint der Experte zur Nordlichtsaison
[yellow_box]Im Polarlight-Center in Laukvik
Auf der Fahrt von Henningsvær nach Digermulen schauten wir in Laukvik kurz bei Rob rein. Rob betreibt hier sein Polarlight-Center, worüber wir schon ausführlich berichtet hatten.
Als Rob uns öffnete, blickte er kurz fragend hinter seinem Vollbart hervor, dann erkannte er uns. Wie es der Zufall will, hatten wir ihn am ersten Tag seiner Nordlicht-Saisoneröffnung erwischt und er erwartete schon die erste Besuchergruppe.
Seit wir Rob zum letzten Mal besuchten, hatte sich viel getan im Polarlight-Center – einige technische Annehmlichkeiten sind dazugekommen. So sind jetzt in den Gästezimmern Monitore mit der aktuellen Nordlichtaktivität installiert, die auf das elektrische Feld der Atmosphäre ansprechen und Nordlichtaktivität direkt anzeigen. Manche Besucher würden nur mit einem Auge schlafen, immer die Anzeige des Monitors im Blick, nur um nichts zu verpassen!
Auf dem Dach des Centers ist jetzt als Webcam eine ferngesteuerte DSLR schwenkbar unter einer durchsichtigen Kuppel montiert. Schat mal auf Rob und Tereses Webpage nach!
Robs Traum ist es, als Erster die knisternden Geräusche, die das Nordlicht manchmal begleiten, gleichzeitig zu hören und aufzuzeichnen. Seine Frau Terese hat das einmal erlebt, er bislang noch nicht. Esra, meine Mutter und ich hatten es damals in Stø auch einmal hören können!
Rob und Terese empfangen regelmäßig Besuchergruppen, sie sehen sich dennoch mehr als Liebhaber und Hobby-Experten und beschränken deshalb ihre Vorträge und Touren durchs Center auf höchstens drei bis vier pro Woche.
Dass dieser „Amateurstatus“ schon weit ins Profilager hineinreicht, sieht man an der opulenten Ausstattung des Polarlight-Centers, und an der Tatsache, dass inzwischen wöchentlich eine Chartermaschine von Amsterdam aus Nordlichtbegeisterte direkt nach Evenes fliegt, die sich einen Besuch bei Rob nicht entgehen lassen.
Ja, aber was meint Rob zur nächsten Polarlichtsaison? Wird sie wirklich so stark kommen, wie von anderen Quellen vorhergesagt?
„Nein, das scheint eher eine schwaches Maximum zu sein!“, ist die Meinung des Experten. Wir als Deutsche sind ja nicht wirklich verwöhnt, was es das Nordlicht angeht. Deswegen haut uns auch schon eine leichte Nordlichtaktivität aus den Socken :-)
[/yellow_box]
Rob und das Polarlightcenter
herbstliche Lofoten
Digermulen, Ruhe pur!
Wir fotografierten ein wenig in Digermulen. Die Berge sind dort besonders hoch, der Raftsund schlängelt sich hindurch. Auf mehreren Reisen ist uns bisher diese ganz besondere Ruhe an diesem Fjord in Erinnerung. So natürlich auch in dieser Nacht. Wir verbringen sie mit drei angelnden deutschen Camper und schwätzen viel, was Freude macht.Die Nacht ist sternenklar aber völlig „ungrün“, leider! Wir warten wirklich sehnsuchtsvoll auf das Nordlicht!
Morgens zieht plötzlich und mit hoher Geschwindigkeit der Nebel ins Tal. Die Feuchtigkeit läßt uns die Kälte spüren. Auf der Suche nach etwas Sonne ziehen wir weiter.
Treffen am Fjord
Größere Kartenansicht
Übersichtsseite Norwegenreise 2013
Im Süden der Lofoten, Reine im Regen
Fotografieren auf den Lofoten bei Regenwetter
Das Wetter wechselt schnell auf den Inseln der Lofoten. Selbst Regentage bieten fotogene Motive. Irgendwie gehört das wechselhafte Wetter ja auch dazu. Klar, die Landschaft sieht natürlich im Sonnenschein fantastisch aus. Da strahlen die Farben, alles wirkt freundlich. Da vergisst man schnell mal, wie hoch im Norden man sich befindet.
Wir haben die Region im Süden der Lofoten für Euch im Regenwetter fotografiert. Ein klein wenig Sonne war auch dabei.
Abends warteten wir vergeblich auf das Nordlicht. Der Himmel war fast vollständig von Wolken verhangen.
Wir trafen eine Gruppe deutscher Wohnmobilreisender und quatschten eine ganze Weile. Die drei Rentnerpaare treffen sich immer mal wieder mit ihren drei Mobilen. Dann sind sie natürlich nicht zu übersehen!
Reine in Regen und Sonne
Im Museumsort Å ganz am Ende der Lofoten
Im Museumsort A ganz am Ende der Lofoten
Kleiner Leuchtturm in der Nähe von Moskenes
Ferienhütte im Hamnøy
Ferienhütte im Hamnøy
Blick auf den Hafen von Hamnøy
Altes Fischerboot im Abendlicht
Größere Kartenansicht
Reisebericht und Tipps für Norwegen
Leuchtturm in Henningsvaer und Gallerie Lille Kabelvåg
In Henningsvaer fällt der typische, gut geschützte Hafen als erstes auf. Er bietet sich wunderbar als Fotomotiv an. Im Sommer sitzen hier die Maler und bannen das Motiv in Öl. Natürlich lichteten wir den Hafen auch ab. Das Bild wurde bereits im vorherigen Beitrag veröffentlicht.
Doch, wo sich so viele Boote tummeln braucht es auch mindestens einen Leuchtturm. Die kleinen rotweissen Türmchen finden sich ja öfters in Hafennähe. Hier im Ort trohnt jedoch ein weiterer richtiger Leuchtturm hoch oben auf den Felsen. Dieser befindet sich in Privatbesitz. Schon weit vor dem Aufstieg begrüßte uns das Schild, welches dieses kund tat. Leider war der Zugang mit einer richtigen Tür und dem Hinweis auf Videoüberwachung verschlossen. Ich hätte gerne mal nachgefragt, traute mich dann aber nicht.
Wir fotografierten den Turm von der Ferne, am Horizont zog die „kleine“ Hurtigrute vorbei. Auf dem Fussballplatz unterhalb kickten Jungs den Ball herum, ein Fuchs kletterte gemütlich über die Felsen und störte sich nicht am Trubel.
Ein altes Haus
Fischfabrik auf der Insel
Der Leuchtturm von Henningsvaer
Berge im Abendlicht
letztes Licht auf den leeren Fischgestellen
Hurtigrute
Der Leuchtturm gehört eine Künstlerin, die in Henningsvaer eine Galerie eröffnet hatte. Am nächsten Morgen versuchte ich sie dort an zu treffen, doch auch da hatte ich kein Glück. Aber, das wird noch – ich werde berichten, wenn ich etwas herausgefunden habe.
Vor zwei Jahren hatten wir in Kabelvåg eine Ausstellung – Lofoten Beaches. Sonntags besuchten wir Inger Anne Nyaas und Thor Erdahl und holten die restlichen Fotos ab. Die beiden bauen die Galerie Lille Kabelvåg weiter aus. Die Gebäude schmiegen sich an den Hügel an, unglaublich, wieviel Platz die Künstler nun für ihre Werke haben.
Inger Anne und Thor
Thor Erdahl vor einem seiner Werke
Zur Zeit gibt es auf den Lofoten ein weiteres großes Kunstprojekt – Lofoten International Art Festival. Wir sahen uns einen hoch interessanten Film „Leave it in the ground“ von Oliver Ressler über die Ölförderung auf den Lofoten an.
Esra war an diesem sonnigen Tag mit Heike auf den Vestfjord unterwegs. Sie berichtete, dass sie keine seismischen Messungen gehört hätten, aber die Wale immer noch nicht zu finden seien. Doch darüber bald mehr.
Heike Vester von Ocean Sounds
Esra und Heike fahren raus
Die Nacht war sternenklar, wir sahen aber kein Nordlicht. Waren aber wohl nur zur falschen Zeit draußen….
Größere Kartenansicht
PS Schaut doch immer mal in Facebook vorbei, auch, wenn Ihr dort nicht angemeldet seid. Dort poste ich die aktuellsten Fotos, weil das schneller geht als der Text! Gestern Nacht hatten wir endlich Nordlicht!
Übersichtsseite Norwegenreise 2013
Ein Fuchs in Henningsvaer und Zugvögel auf den Lofoten
Wir besuchen Heike Vester in Henningsvaer
Wir besuchten Heike Vester in Henningsvaer. Über ihr OceanSounds-Projekt werden wir in den nächsten Tagen ausführlich berichten. Vor zwei Jahren hatten wir im Winter in Heikes Haus gewohnt. Es fühlt sich bei unserer Rückkehr ein wenig wie Heimat an. Wir sind alle einhellig der Meinung, dass die Lofoten im Winter noch schöner als im Sommer sind. Der Schnee und die Berge bieten dann Tag und Nacht traumhafte Motive. John Sternerson, ein in Henningsvaer wohnender Fotograf, den ich schon vor Jahren auf einer Orca-Tour kennengelernt hatte, schaute gerade bei Heike rein.
Zugvögel auf den Lofoten
„Ich habe die Netze aufgestellt, es wäre gut, wenn die Katze bis morgen gegen 9:00 Uhr drinnen bliebe“ bittet er Heike. Dany ist eine typische norwegische Waldkatze, nun ein Waldkater, der sich vorzüglich aufs Jagen versteht. John wird früh am nächsten Morgen Vögel beringen, da kann er eine Katzenhilfe wenig gebrauchen.
typisch Henningsvaer
Das Beringen von Zugvögeln auf den Lofoten
Ich stehe auch früh auf, denn das Beringen der Zugvögel möchte ich mir nicht entgehen lassen. Gegen 7:00 Uhr war ich schon fast zu spät. John hat bereits neun Vögel beringt. „Diese Route der Zugvögel liegt außerhalb der üblichen und mehr frequentierten Wege. Aber gerade deshalb sind diese Daten wichtig. Glücklicherweise müssen heutzutage keine Formulare mehr zur Post gebracht werden. Wir machen das jetzt alles schnell und praktisch per Internet.“ Da freiwillig keine Vögelchen ins Netz gehen mögen, lockt er sie mit Gesang vom I-Pod an. Das klappt überraschend einfach. John holt behutsam eine Singvogel aus dem Netz, verzeiht mir, dass ich mir den Namen nicht notiert habe.
Der Vogelfreund hat bereits mit 18 Jahren mit dem Beringen und Messen von Vögeln begonnen und dafür Prüfungen ablegen müssen. Innerhalb weniger Minuten hat er den Vogel beringt, ausgemessen und im Buch sicherheitshalber nochmal nachgeschlagen, ob es auch eindeutig ein ausgewachselnes Tier ist. Dann fliegt der kleine Kerl wieder weg in die reine, frische Meeresluft.
John beringt einen Zugvogel auf den Lofoten
John schlägt nach, ob der Zugvogel ein ausgewachsenes Tier ist
Spaziergang mit dem Fuchs
Mich lenkt ein größeres Tier von den Vögeln ab. Drüben sitzt unser altbekannter Fuchs vor der Terassentür. Wir kennen den schlauen Gesellen vom Winter, wo er auch ständig präsent war.
Im Gegensatz zu damals ist es sommerhell, das perfekte Licht für Fotos. Wir gingen quasi gemeinsam spazieren, der Fuchs und ich, und genossen die Tour.
„Ja, komm doch mit….“ – der Fuchs wartet auf mich und wir gehen gemeinsam spazieren
„Wie riechst denn Du?“ Der Fuchs ist noch nass vom Gras, Lofoten, Norwegen
Mittags war der Fuchs dann endlich trocken – Gunter kochte Gulasch, das roch so gut, dass der Fuchs dauern um das Mobil herumschlich. Fast wäre er sogar rein gekommen.
Portrait mit der GoPro
Füchse in Henningsvaer, Lofoten
In Henningsvaer sind viele Füchse unterwegs, wahrscheinlich finden sie hier viel frischen Fisch? In jedem Fall werden sie geduldet. Abends erfuhr ich, dass etwa 14 Füchse auf der Insel wohnen. Es ist also keine Seltenheit, auf diese Tiere zu stossen. Wenn du auf deiner Lofotentour also Füchse fotografieren möchtest, solltest du abends in Henningsvaer spazieren gehen. Wir haben Füchse auch am berühmten Sportplatz von Henningsvaer gesehen.
Größere Kartenansicht