Wir bereisen mit Vorliebe die Küsten der Welt. Leuchttürme ziehen uns dabei natürlich in ihren Bann. Unser Blog wimmelt daher nur so von Leuchtturmfotos und -erlebnissen. Klick Dich am besten mal durch die Sammlung dieser Seiten, oder gehe durch die einzelnen Reiseberichte.
Im Delius Kalsing Verlag erscheint der „Leuchttürme 2014, Gabi Reichert 2014″
Ich flüchte mich gerade in die „kalten“ Fotos. Mache die Panoramen vom Winter fertig, da liegen immer noch unbearbeitete Fotos auf der Festplatte. Diese Bilderflut nach monatelangen Reisen ist überwältigend.
Mir gefiel das wunderbar kristallklare Wasser in Nordnorwegen, daher versuchte ich, es in ein Panorama einzubauen. Doch auch die Lofotenberge haben es in sich. Zwei Panoramen vom gleichen Motiv, einmal mit Weitwinkel, einmal mit Teleobjektiv. Welches gefällt dir besser?
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/07/tranoy-klarem-wasser.jpg4261200Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-07-28 19:35:062023-01-28 10:33:51Welches Panorama des Tranoy Fyr gefällt Dir besser?
Wir verabschiedeten uns von Lovat und fuhren nach Dundee, aber stoppten dort nur, um im Tesco unsere schwindenden Vorräte aufzustocken. Heute wollten wir Edinburgh umfahren und hofften auf moderates Verkehrsaufkommen, die Mittagszeit schien dafür perfekt. Der Plan ging leidlich gut auf, ein kurzer Stau vor der Brücke und nur wenige Roundabouts. Wuchtige Wolkengebirge trieben den ganzen Tag über den Himmel und schufen einen fantastischen Rahmen für die berühmte Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth. Anhalten hätten wir aber vor der Brücke gemusst, wie schade: strahlende Farben in der Sonne, Boote überall, dazu diese enormen Wolken.
Bass Rock über den Häusern in North Berwick
Wolken aus Basstölpeln über dem Bass Rock
North Berwick im Abendlicht
Bass Rock und Regenwolken
Algen auf Felsen
North Berwick und der Bass Rock
Unser Tagesziel North Berwick rückte näher. Vor drei Jahren hatte ich einen ersten Blick auf den Bass Rock werfen dürfen. Damals sind wir nicht näher herangefahren und ich bereute das heute noch. Jetzt setzte ich alles dran, so nah wie möglich zu übernachten. Schwierig, schwierig. Wir erkundigten uns in einem Campingplatz mit Küstenblick nach den Übernachtungsgebühren und nahmen schnell Abstand von einem Stellplatz dort. Mehr als 40 Pfund hätte er gekostet, weil jedes der Kids 7 Pfund hätten zahlen müssen. Für alleinreisende Paare durchaus erschwinglich, aber absolut familienfeindlich. Nein, das unterstützen wir nicht! Wir fuhren als nächstes zur Schloßruine, die näher am Bass Rock liegt, und hofften, dass der Parkplatz übernachtungsfähig ist. Doch auch hier große Enttäuschung. Der Eintritt war wieder sehr teuer, wir wollten den Vogelfelsen sehen, nicht das Castle erwerben. Und der Parkplatz schloß um 17:00 Uhr. Also waren wir mal wieder ein, zwei Kilometer gelaufen nur um nichts als das Souvenirbüdchen zu sehen.
So schnell gebe ich nicht auf – Bass Rock am Abend
Hmm, Gunter wollte jetzt weiterfahren und das wäre es wieder gewesen. Nein, diesmal gab ich nicht auf, ich würde es wieder bereuen, denn ich wollte diesen Felsen sehen und auch fotografieren! Aber Zwischen Ruine, Campingplatz und Stadt gab es nur Golfplätze. Überhaupt ist dieser Zipfel Schottlands geradezu mit Golfplätzen „zugepflastert“. Es gibt keinen Ort von dem aus man nicht auf das kurzgetrimmte Grün schaut.
Wir parkten am Stadtrand von North Berwick und ich ging mit Esra auf Erkundung. Wir mußten wieder einige Kilometer zurücklegen um einen halbwegs vernünftigen Blick auf den Felsen werfen zu können. Doch auch das Städtchen war recht nett aufgemacht, natürlich sehr auf Golf-Tourismus getrimmt. Die Ferien hatten gerade in Schottland begonnen, es war Sonntag, und Scharen von Golfern waren auch noch unterwegs. Die Blechlawinen krochen träge durch die Gassen , die Parkplätze alle voll, für Womos sowieso kein Platz. Doch, Esra und ich fanden am anderen Ende weit hinter der Strandpromenade eine Stellmöglichkeit. Wir kehrten zurück zum Mobil und nahmen noch einen Umweg über die Touristeninfo. Ich hoffte auf eine Gelegenheit, mit dem Boot zum Felsen zu fahren!! Im Vogelzentrum fanden wir leider heraus, dass für den heutigen Tag alles ausgebucht war, aber morgen wäre es möglich. Ich buchte noch nicht, wollte das Wetter im Blick halten und mit Gunter Rücksprache halten. Den vulkanischen Felsen mit den Basstölpeln und einem Stevenson Leuchtturm würde ich unbedingt aus der Nähe sehen wollen! Auf dem Weg unterhielten wir uns mit einigen Sonntagsausflüglern. „Die Insel war mal grün und da lebten Schafe drauf“ meinte einer. Ob’s stimmt? Keine Ahnung!
Stellplatz am Golfplatz, North Berwick, Schottland
Eigentlich wollten wir uns noch mit Thania aus Edingburgh treffen, doch leider hatten wir uns mit der Zeitrechnung vertan. Irgendwie war uns die Zeit dafür abhanden gekommen. Ich hoffe, wir können die Fotosession mit Thania bald noch nachholen!
Als nächstes parkten wir unser Mobil auf einem golfnahen Parkplatz mit einem „no overnight parking“ Schild. Gerade als wir ankamen drangen ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken und fielen auf den Bass Rock. Tausende Basstölpel blitzten grell vor dunklen Regenwolken auf, während sie um den Felsen mit dem Leuchtturm kreisten.
Als Gunter unser Abendessen vorbereitete, lief ich mit Esra nochmal über den Golfplatz. Doch der Strand direkt vor dem Bass Rock ist privat, da durften wir nicht hin. Aber die Strände auf dem Weg dahin waren voller Fotomotive: Felsen, Tang und Algen. Gegen Abend lockerte die Bewölkung wieder etwas auf, und nach dem Essen lief ich mit Gunter mit Stativen bewaffnet im besten Licht am Strand lang.
Um nicht direkt vor dem Verbotsschild zu übernachten, parkten wir den großen Kasten etwas weiter unten am Strand in einer unauffälligen kleinen Bucht.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/07/wolken-basstoelpeln-ueber-bass-rock.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-07-06 13:44:492019-06-12 12:20:02Dundee Tesco, North Berwick – Bass Rock
Ich war bereits früh wach. Schon gegen 4:00 Uhr sah es sehr vielversprechend aus. Ich war hibbelig, konnte aber Gunter nicht wecken. „Hmm, noch ein paar Minuten.“ „Hmm, gleich….“ So lief ich gegen 4:30 Uhr alleine los, Gunter wollte nachkommen. Die Steine am Strand waren sehr glitschig, das wußte ich noch vom ersten Besuch, deswegen wollte ich nicht allein runter.
Auf dem Weg traf ich einen netten jungen Franzosen, der mich sogleich ansprach. „Ah, Fotografin?“ Schwer zu übersehen, ich war mit Rucksack, umgehängter Kamera und Stativ unterwegs:-) Und das um 4:30 Uhr. welcher normale Mensch geht dann schon los? Er war auch Fotograf, hatte seine Bilder aber schon gemacht, gerade erst blickte die Sonne über die kleine Front tiefhängender Wolken.
Sonnenaufgang am Dunnotar Castle
Das Licht war super, evtl etwas zu wenig wolkig, wenn man bedenkt, wieviele es gestern abend noch gegeben hatte. Schließlich kam mein Gatte, er mochte das Licht und die Wolken über den Getreidefeldern. Wir liefen gemeinsam zum Strand hinunter, nur ihm gefiel das nicht, ich mochte es hingegen sehr. Nur waren die Felsen nach dem gestrigen Regen noch glitschiger als zuvor. Es war fast unmöglich darauf zu laufen. So wußte ich auch nicht, warum ich nur so klatschnass geschwitzt war – aus Angst, mir wieder einen Knochen zu brechen oder weil noch zu viel Feuchtigkeit in der Luft war? Ich zog aus, was ich ausziehen konnte – dann war’s mir natürlich kalt.
Wir beendeten unseren dreistündigen Fotomorgen nachdem wir zweimal zum Strand und wieder raufgeklettert waren. Immer schön durchs klatschnasse hüfthohe Gras. Ich weiss schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal trockene Füße gehabt hatte? Uns taten nach der Tour alle Knochen weh. Um 8:00 Uhr weckten wir die drei schlafenden Teenager, frühstückten und spielten Rommee.
Strand mit glitschigen Felsen, Dunnottar Castle
Dunnottar Castle morgens um 5:00 Uhr
Dunnottar Castle
Kanninchen am morgen – diese bösen Biester haben am Castle so viele Löcher gebuddelt, ich habe mir in einem grasgetarnten Loch den Knöchel verstaucht!
Tod Head Lighthouse – matschige Feldwege und nervige Wohnmobilfahrt
Auf dem Weg gen Norden vor ein paar Wochen hatten wir schonmal versucht zum Tod Head Lighthouse in Catterline zu kommen. Die enge Straße hatte uns damals abgeschreckt, doch jetzt trauten wir uns. Hmm, und hatten erstmal keinen Erfolg. In Catterline ist es so eng, dass wir nur mit großer Mühe wenden konnten und auch Glück hatten, nicht zum Hafen zu fahren. Da wären wir garantiert nicht mehr hoch gekommen mit dem Mobil. Doch jetzt war unser Jägersinn eingeschaltet. Verdammt nochmal, es muß doch möglich sein, einen Leuchtturm zu finden!! Also schauten wir, wo evtl noch ein Weg hinführen würde.
Wir fanden eine kleine Gasse. Über viele km gab es keine Ausweichbucht. Hoffentlich kommt da keiner! Der grüne Seitenstreifen war im Regen der letzten Tage in eine braunen Matschpampefalle verwandelt worden. Da wollte ich nicht reinkommen, wir würden drinnen versinken. Dann wurde es noch enger und wirklich matschig, und zwar auf der ganzen Straße – ahm, Straße? Naja, dem kleinen Weglein. Schließlich sahen wir den weißen Leuchtturm, ein Stevenson wiedermal und wunderschön. Wir hatten die genialesten Fotowolken. Doch, würden wir auf dem nassen Grasstreifen, der sehr beengt war, auch wenden können?? Das war fraglich und ich tat mein Bestes: Ein paar km rückwärts, auch noch bergan auf dieser engen Straße wären mir sehr unrecht gewesen. Eine nette Frau arbeitete im Garten, sie lächelte und winkte uns freudlich zum Wenden herein. Was für ein Glück, wäre da niemand gewesen, hätte ich es mich nämlich nicht getraut, denn an der Einfahrt stand „privat – no enty“. So wendeten wir, parkten dann vor der Tür und kamen natürlich gleich ins Gespräch. Sheila lud uns ein, den Leuchtturm ausgiebig zu fotografieren, klar dürften wir rein, sie hätten das Schild nicht aufgestellt.
auf dem Weg zum Leuchtturm
Sheila im Garten vor dem Leuchtturm – in manchen Jahren wächst dort gar nichts, meint sie
unser Womo mit dem Tod Lighthouse
Können Möwen nerven?
Ihr Mann wohne seit ein paar Jahren hier, der 15 jährigen Tocher der beiden ist es wohl zu einsam hier? Wir lernten auch Harry kennen und Jeff, der auch immer hier wohnt. Die Wolken und das Licht waren aber erstmal so gut, dass wir sofort loslegten und das war auch gut so, denn nach etwa 30 Minuten lag alles wieder im Wolkenschatten. So schwäzten wir noch eine Weile. Die Möwen würden schon ziemlich nerven nach einer Weile, sie wären das ganze Jahr über da, aber im Sommen, weil es nachts hell ist, 14h lang laut. Vor allem, wenn sich ein Fuchs den Brutfelsen nähern würde. Ansonsten wäre es ein Traum hier zu leben!
Ja, traumhaft war es tatsächlich, auf der einen Seite steile Klippen auf der anderen der Blick zur sandigen Bucht, wo ein Wasserfall direkt auf den Strand fällt. Der Todhead Lighthouse wird gar nicht mehr betrieben, er ist ganz stillgelegt. Ich war mächtig froh, wieder auf einer richtigen Straße anzukommen und diesen engen Pfad hinter mir zu lassen.
Arbroath – Steilküste, Bell Rock Museum und ein freundlicher Eisverkäufer
Die Klippen von Arbroath
Wir überlegten noch, wieder in Montrose zu halten und den dortigen Leuchtturm nochmal anzusehen. Gerne hätten wir die beiden Leuchtturm Bewohner Teresa und David nochmal besucht. Doch wir fuhren weiter, denn wir wollten noch neue Regionen entdecken.
Arbroath hatten wir noch nie angesehen, hatten aber davon gehört. Die Klippen am Ortsrand wären sehr sehenswert. Im Vorbeifahren begeisterte mich der geschäftige Hafen, doch sah es auch sehr, sehr touristisch aus. Die lange Promenade am Meer entlang war breit und leer. Wir parkten, wollten uns erst mal ausruhen. Ich war aber mal wieder neugierig, lief zur Eisbude am Ende des Weges und wurde direkt vom Eisbudenverkäufer angesprochen. Wieder schwätzten wir lange, ich erfuhr natürlich wieder mal sehr viel.
Das Museum zur Geschichte des berühmtesten Leuchtturms – des Belle Rocks – hätte wahrscheinlich morgen zu. Es wäre besser, das heute noch anzusehen. Und die Klippen könne man von hier wunderbar erkunden. Wieder wurden wir philosophisch, ich weiss auch nicht, warum das dauernd passiert und wieder wurden wir zum Tee eingeladen:-) Gegen 17:00 Uhr sollen wir kommen. Es gäbe Fisch.
So lief ich mit den Kids zu den Klippen. Die kleinen Möwen Jungen sahen putzig aus, die roten Klippen waren im Zusammenhang mit den weißen Wolken sehr schön anzusehen.
Gunter ist immer noch auf der Suche nach Büchern, so parkten wir in der Stadt, besichtigten das Bell Rock Museum, welches kostenlosen Eintritt bietet und liefen dann noch in die Stadt auf der Suche nach Buchläden. Doch, wie alle anderen Städte, es gab nur WH Smith, diese große Ladenkette.
so sieht das Fundament des Leuchtturms aus – die Steine sind so ineinander verkeilt, dass auch ständige Wellen sie nicht losrütteln können
Im Museum
Das Bell Rock Museum – die Signalstation
der Regen der letzten Tage
Wir fanden uns um 17:00 Uhr bei Lovat ein, parkten das Mobil direkt in seiner Einfahrt. Er bekochte uns ganz köstlich, so richtig mit Aperitif und einem ´ganz besonders leckeren Eis zum Nachtisch. Lovat bot uns an, die Wäsche zu waschen, was wir in Anbetracht fehlender sauberer Unterwäche dankend annahmen. Gunter und Esra schauten mit unserem Gastgeber Komedies im Fernsehen an. Mich überfiel eine tiefe Müdigkeit, ich ruhte im Mobil, sakte in den Schlaf, wurde nur von dem absolut genialen Sonnenuntergang herausgerissen. Doch die Klippen lagen in der „falschen“ Richtung, sonst hätte ich mich nochmal aufgerafft.
Lovat mit seinen Bienen – er hilft in Jamacia, damit die Menschen dort mit Honig Geld verdienen können!
[yellow_box]Infobox von Esra und Noah:
Der Bell Rock Leuchtturm
12 Meilen vor der Küste von Angus, Schottland, liegt seit jeher und drei Tagen ein allerhöchst hinterhältiger Felsen, der bis Anfang des 19. Jahrhunderts Schiffe und Boote sank wie kein Anderer. Nur wenige Meter unter der wilden Wasseroberfläche gelegen, kann man ihn nur bei Ebbe für ein paar wenige Stunden am Tag sehen.
Im 14. Jahrhundert hatte man die originelle Idee, eine riesige Glocke an den Felsen zu binden, deren sturmgeschütteltes Lärmen Schiffe warnen sollte. Das hätte auch gut funktionieren können, wäre da nicht ein legendärer holländischer Pirat gewesen. Dieser hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, am Bell Rock zerschlagene Schiffe auszuplündern. Neuigkeiten von der Warnglocke machten ihn so wütend, dass er sie nach nur einem Dienstjahr klaute.
Ohne Glocke folgten also noch etwa vier Jahrhunderte splitternder Schiffsrümpfe und ertrinkender Seemänner, bis der Leuchtturmingenieur Robert Stevenson 1799 die Tür des Parlaments eintrat und ihnen metaphorisch einen Bauplan vor die Nasen klatschte. Mit einem entschuldigenden Wink in Richtung der begrenzten Schatzkammer wies man seinen Plan ab. Es bedurfte des Untergangs eines gigantischen Dreideckers HMS York mit ihrer 500-Mann Besatzung 1804, um Stevensons Leuchtturmbauplan aus den staubigen Archiven zu graben und noch einmal mit gerunzelter Stirn und ernster Miene zu überdenken. Man brauchte lediglich drei Jahre um eine Entscheidung zu treffen, und 1807 schiffte Stevenson seine 60 Arbeiter zum Bell Rock. Man hatte nur 4 Stunden Arbeitszeit am Tag, und verbrachte den ersten Sommer mit der Konstruktion einer Behausung für die Arbeiter. Im Winter, als es dank der wilden Stürme viel zu gefährlich war auf offener See, wurden die Granitsteine geformt und bereitgestellt. Es war nur ein einziges Lastenpferd, namentlich als Bassey bekannt, verfügbar um die Steine zum Hafen zu schleppen.
Stevenson wusste, dass sein Turm extremen Wetterbedingungen standhalten musste, also überlegte er sich einen besonders schlauen Trick, die Steine an ihrem Platz zu behalten. Wo gewöhnliche, quadratische Blöcke nach wenigen Jahrzehnten durch Verschiebungen und enormen Druck als Geröllhaufen geendet hätten, da stellte der visionäre Leuchtturmbaumeister ein Fundament aus ineinandergreifenden Steinen hin, welches noch 200 stürmige Winter später fest an seinem Platz steht. Man musste ganz ohne Zement auskommen, da Jeden Tag die See das Bauwerk für viele Stunden verschlang.
1810 ragte endlich ein fertiger Turm aus dem Wasser und Robert Stevenson wurde mit verdientem Lob und Respekt überschüttet. Ein Jahr später hatte man das Licht an Ort und Stelle, die Arbeit war getan. Von nun an mussten immer drei Wärter auf den Turm aufpassen (um natürlich in ihm leben), und wenn das Wetter nicht mitspielte, dann verlängerte sich ihre vierwöchige Schicht eben ein wenig. Über die Jahre hinweg entwickelte sich der eigenartige Brauch, dass die Ehefrauen ihre Wärtergatten die wenigen Meter vom Boot zur Turmtüre trugen, damit diese sich keine nassen Füße holen mussten.
1988 endete die letzte Leuchtturmwärterschicht, als man das Leuchtfeuer automatisierte.
Der Bell Rock Leuchtturm war der erste seiner Art, der mitten im Meer stand. Die Poeten bedankten sich breit grinsend und die Federn kratzten bis die Teetassen klapperten. Bald kursierten zahllose Gedichte, Legenden und Geschichten um den 35 Meter hohen, imposanten Turm. Meerjungfrauen tummelten sich allen Anscheins nach um ihn und gebaren den Wärtern ihre Kinder, Piratenschiffe segelten umher und kleine Kinder in Angus kamen jetzt nicht mehr vom Storch, sondern vom Bell Rock. Selbst heute ist seine Anziehungskraft nicht verflogen. Horden von Touristen und Reisenden lassen sich in kleinen Booten dort hin fahren, und man baute ein Museum in das ehemalige Signalhaus an der Küste. Robert Stevenson hat gute Arbeit geleistet![/yellow_box]
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/07/unser-womo-lighthouse.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-07-04 08:22:082018-08-05 12:38:26Dunnottar Castle, Tod Head Lighthouse und Arbroath – Bell Rock!
Wir verließen den Campingplatz viel zu spät. Hätten gegen 12:00 Uhr fahren sollen, es war aber weit nach 15:00 Uhr, als wir vom Platz rollten. Es hatte den ganzen Tag geregnet, der Nebel war aufgezogen und nahm die Sicht. Wir hörten nur die Geräusche des Hafens inklusive Nebelhorn. So versuchte ich zu schreiben, doch Esra liebt es, seine Artikel perfekt zu formulieren und das dauert meist auch eine Weile. Dummerweise hatte er den Internet und Schreibcomputer genutzt, ich wartete und wartete. In der kurzen verbleibenden Zeit hatte ich dann zwei, drei Tage zu vervollständigen und hochzuladen. Leider dauert die Arbeit am Blog auch immer länger, als es mir lieb ist. Das Einfügen und Beschriften der Fotos, das Zufügen der Schlagwörter, das Reinkopieren des Texte und der Infoboxen. Trotz allem ist es sehr gut, das Ganze schon unterwegs zu machen. Dann bleibt es sehr authentisch:-)
Das Fahren machte im Nebel gar keinen Spaß, wir schlichen dahin, sahen nichts, und wollten aus diesem Grund auch schnell irgendwo unterkommen. Wir entschieden uns für Cruden Bay, das eine Viertelstunde südlich lag. Dort könnten Mobile im Hafen stehen, die fünf Pfund in die…
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/07/wikingerboot-hafen-cruden.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-07-02 21:20:312018-08-05 12:38:13Cruden Bay dann weiter nach Aberdeen
Das Wetter blieb bedeckt, wir schliefen etwas länger als sonst. Es nieselte schließlich, und zwar auf eine tspisch schottische Art. Die nennt sich Smirr. d.h. es nieselt nur leicht, doch nach nur wenigen Minuten geht die Nässe bis auf die Haut. Klatschnass! Hmm, wir hatten noch viel nasse Kleidung vom Tag zuvor, Esra und Noah hatten am Pool ein unfreiwilliges Bad genommen. Ohne Heizung trocknet hier nichts.
Wir verabschiedeten uns von Nigel und Caroline. Ich lies den Motor warm laufen. Der kleine Weg vom Strand zum Ort ist steil, mit kaltem Motor schaffen wir das nicht. Jenny holte uns zu Fuß ab, sie hatten gedacht, wir würden laufen. Doch aufgrund der nassen Sachen und der Tatsache, dass wir danach eh weiterziehen würden, fuhren wir alle zusammen ins Ort und fanden glücklicherweise gleich einen Parkplatz.
Dann saßen wir gemeinsam am Frühstück, erzählten über verschiedene Reisen und hatten Spaß. Ein paar Stunden später machten wir uns, noch immer im Smirr auf nach Fraserburgh. Nach dem Tesco Besuch zum Auffüllen des zu kleinen Kühlschranks, fuhren wir direkt zum Leuchtturmmuseum. Und gerade noch rechtzeitig. Wir buchten einen Tour zum Leuchtturm um 16:00 Uhr und hatten zuvor gerade noch Zeit, durch das Museum zu gehen.
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/06/treppenhaus.jpg467700Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-06-30 06:12:402018-08-05 12:37:38Frühstück bei Jenny und Gerry, Fraserburgh Leuchtturm Museum
Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg, nur um festzustellen, dass die genannte Adresse der Zentrale die falsche war. Glücklicherweise war die Zentrale nur ein paar Straßen weiter, was sich aber im Wirrwarr des Invernesser Straßennetzes nicht so leicht erreichen liess. Endlich nach dem Durchfragen durch zwei Abteilungen waren wir an der richtigen Stelle.
Der Lagerist wunderte sich nur, dass das defekte T-Stück Zollmaße aufwies, er hatte nur metrische Teile an Lager!!!
Überlegt das mal: wir sind in GB, alles wird in Meilen und Yards angegeben und jetzt ist es andersrum. Wir haben die Zoll und „die“ haben die mm! Wir nahmen trotzdem ein 6mm-T-Stück mit und siehe da, es passte!
Erleichtert starteten wir den Kompressor und es passierte – nichts! Gunter kontrollierte, der Adapter hielt dicht, die Zischgeräusche kamen nun aus dem Kompressorgehäuse. Sch…. Wieder eine Werkstatt suchen. Die Tankstelle verwies uns an einen KWIK-STOP, der kümmerte sich aber nur um Reifen und Ölwechsel, und schickte uns zurück tief ins Industriegebiet zu einem anderen Autoservice. Wieder Kreisel! Wieder heftiger Samstagvormittagverkehr! Was war nur los in dieser Stadt??
Tarbat Ness, Schottland
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Regen, Wellen, Wolken
Tarbat bei Regenwetter, Schottland
Die Pumpe war an Überlastung gestorben
Auch dieser konnte uns nicht helfen, hatte aber gerade einen Mercedes-Techniker als Kunden, der sich nach Schilderung des Sachverhalts des Problems annahm und unters Womo kroch. Er zerlegte und zeigte uns die Pumpe, dabei erklärte er uns in breitem Schottisch, dass sie leider an Überlastung und Alter verstorben war.
Er wollte an das jetzt freie T-Ende ein Reifenventil zum Aufpumpen anbringen, Gunter hatte aber eine bessere Idee. Am Armaturenbrett ist ein Ventil, um Überdruck abzulassen, hier kann man auch aufpumpen. Ein kleiner Ersatzteilladen gegenüber verkaufte uns ein gerades Verbindungsstück für ein Pfund, und wir besorgten uns einen kleinen Kompressor mit Zigarettenanzünderanschluss in einem Geschäft auf der anderen Straßenseite (ein Gewerbegebiet ist doch für was gut). Und siehe da, es funktionierte. Wir schauen zwar immer noch ängstlich auf die Druckanzeige, aber bis jetzt bleibt alles stabil. Und das Beste war, der Mercedes-Mann wollte nichts fürs Helfen haben, wir hatten liebe Mühe, ihm wenigstens einen unserer Kalender zu geben, den er dann freudig annahm.
Die ganze Aktion hatte weit über Mittag hinaus gedauert, jetzt wollten wir uns wenigstens die Stadt ansehen, obwohl sie laut Reiseführer nicht unbedingt Womo-freundlich beschrieben ist. Wir gurkten genervt über eine Stunde kreuz und quer auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit durch die Stadt. Es blieb nur die Wahl, fünf Kilometer vom Zentrum entfernt zu parken, oder auf dem Supermarktparkplatz. Nur war dieser brechend voll, kein Platz für Womos. (Am nächsten Tag fand ich auch raus, was da los war in Inverness und war sowas von enttäuscht…. Aber das kommt ja erst morgen:-)
Endgültig frustriert verliessen wir Inverness und hielten in strömendem Regen auf dem Rastplatz der Tourist-Information auf der anderen Seite der Moray-Firth-Brücke. Wir wollten das Regenende abwarten -haha! witz komm raus – und dann weiterplanen. Speck, Eier und Toast sorgten für etwas bessere Stimmung, und ich bat noch einen Motorradfahrer, Rick, herein, der im Regen auf einen Kumpel wartete. So verflog die Zeit und irgendwann auch der Regen. Zwischenzeitlich arbeiteten wir am Blog, ich schrieb und übertrug die Texte und Fotos in das Blog (Michael – ich habs korrekt:-) Wir entschieden, zum 70 km entfernten Leuchtturm von Tarbat Ness zu fahren, den wir beim ersten Anlauf nur in dichten Regenwolken erlebt hatten. Zwar war es immer noch stark bewölkt, die Wolkendecke war aber deutlich strukturiert und die Sonne schickte hier und da ein paar Strahlen durch. In kurz, perfekte Fotokulisse.
[red_box]Ursache und Wirkung von defekten Kleinteilen
Das ganze Drama begann damit, dass die Luftfederung anfing, langsam aber ständig Druck zu verlieren. Normalerweise hat es ausgereicht, einmal morgens den Druck auf den Sollwert aufzupumpen, aber in den letzten Wochen mussten wir mehrmals täglich korrigieren. Ein Blick unters Womo zeigte, dass ein T-Verbinder-Stück der Luftleitungen undicht war. In den westlichen Highlands war so ein kleines Teil nicht zu bekommen, und die Situation verschärfte sich permanent, dass wir auch während der Fahrt aufpumpen mussten, was absolut nicht empfohlen ist.
Anscheinend hat die Halteschraube des Schwingarms beim Niedrigdruckfahren immer wieder Schläge abbekommen, als sie mit dem Träger kollidierte. Es war sowieso keine Originalschraube, wir hatten sie vor einigen Jahren in Nordschweden ersetzen müssen, als sie mitten im Nichts gebrochen war. Jedenfalls tat es auf der Straße nach Skye einen Schlag und Scheppergeräusche erklangen unter dem Fahrzeug, die sich aber bald wieder legten. Wir wissen jetzt, dass das ein erneuter Bruch der Schraube war. In diesem Zustand gurkten wir zum Neist Point, Auf dem Rückweg verabschiedeten sich die Schraubenreste mit einem Schlag am Womo-Boden vollends und der Schwingarm sackte komplett ab.
Mit Müh und Not und Schleifgeräuschen hatten wir einen Seitenweg erreicht und den ADAC informiert. Ein Techniker wurde geschickt und reparierte provisorisch, dass wir zur Werkstatt fahren konnten, wo die Aufhängung wieder Instand gesetzt wurde. Nur dass das Luftleck immer noch existierte.
Hierauf kam es zu der Odyssee durch die Industriegebiete von Inverness bis zur notdürftigen Reparatur des Druckluftsystems.
Im Rückblick sieht es aus, dass das lecke Verbindungsstück für den Druckabfall der Hinterachsluftfederung sorgte, was zumindest mitverantwortlich für den Bruch des Schwingarms war. Das fehlende Ersatzteil führte zur permanenten Überlastung und resultierte im Zusammenbruch des Kompressors. Kleine Ursache, große Wirkung!
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Ja, der Tag endete jedoch ziemlich gut. In Tarbat Ness zeigten sich grandiose Regenwolken durch deren kleine Lücken strahlende Sonnenscheinstreifen auf das dunkle Meer fielen. In Kombination mit den Wellen, die bei Ebbe auf den freiliegenden Tang knallten, ergab das wunderbare Motive. Ich konzentrierte mich also auf die Meeresküste und lies den Leuchtturm unfotografiert hinter mir liegen. Den wollte ich am nächsten Morgen nochmal intensiv ablichten.
Wir beobachteten Vögel, die sich an einer Fütterungsstation gleich vorm Mobil zahlreich eingefunden hatten. Der Regen setzte doch bald wieder ein, es wurde auch ziemlich dunkel. So schliefen wir aufgrund des plätschernden Lärms eher unruhig, doch beruhigt bezgl der provisorisch guten Wohnmobilreperatur!
https://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2012/06/TarbatNess-15.jpg613920Gabihttps://www.5reicherts.com/wp-content/uploads/2025/07/logo-5reicherts.webpGabi2012-06-28 06:07:452020-06-17 18:24:44Die Luftfederungs Odysee II und Tarbat Ness im Regen II