Letzte Aktualisierung März 2024
In diesem Artikel beschreiben wir unsere Methode der Datensicherung, die für engagierte Fotografen mit hohem Datenaufkommen gedacht ist. In einem weiteren Beitrag zeigen wir einfachere Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!
Wir fotografieren nun schon seit fünfundzwanzig Jahren digital, und wollen hier einmal unsere Erfahrungen und Speicherstrategien vorstellen.
Neue technische Entwicklungen und immer stärkere Internetbindung lassen die klassische Datenspeicherung auf Reisen scheinbar obsolet wirken. Mit Smartphones werden Schnappschüsse in nullkommanix in soziale Netzwerke, wie facebook hochgeladen und an alle Freunde verteilt. Andere legen ihre Fotoausbeute auf Online-Speichern ab, wo sie von überall zugänglich sind.
Wir haben auch mit etlichen Reisenden gesprochen, die mit ein paar größer dimensionierten Speicherkarten über etliche Wochen auskommen, indem sie immer wieder ihre Ausbeute sichten, durchsortieren und Teile löschen.
Und wir haben Reisende getroffen, deren Speicherkarte von jetzt auf gleich unlesbar geworden sind, die deswegen völlig verzweifelt waren.
Speicherkarten sind eben kein supersicheres Archivierungsmedium, und das Hochladen der Bild- und Videodateien stößt schnell an die Kapazitätsgrenzen. Wie bringen wir also unsere wertvolle Fotoausbeute sicher und wohlbehalten nach Hause zurück?

Kabelwirrwarr im Mobil – so sah das bei uns vor zehn Jahren aus.
Externe Festplatten für die Datensicherung auf Reisen
Wer als engagierter Fotograf mit Systemkamera-Ausrüstung arbeitet und im RAW-Format speichert, hat ein ungleich höheres Datenaufkommen (allein die RAW-Dateien brauchen 10-fach mehr Platz als das JPEG-Format), als ein Gelegenheitsfotogaf. Für das reicht eine mobile Internetanbindung nicht mehr aus, oder dauert unverhältnismäßig lang und ist teuer. Ein weiterer wichtiger Tatbestand ist, dass in vielen Regionen nur ziemlich langsames oder gar kein mobiles Internet verfügbar ist.
Auf jeder unserer Reisen kommen leicht einige hundert Gigabyte an Daten zusammen. Da würde auch ein entsprechendes Set von Speicherkarten viel zu teuer werden.
Speicherplatz auf einer mobilen SSD-Festplatte kostet etwa die Hälfte wie SD-Card Speicherplatz. Eine konventionelle mobile Festplatte ist sogar pro GB acht! Mal günstiger. Allerdings ist diese mechanisch anfälliger und langsamer im Kopieren.
SSD Mobile Festplatte mit 1TB Datenvolumen
Konventionelle Mobile Festplatte mit 5 TB Datenvolumen
Notebook und Kartenlesegerät
Die erste und wichtigste Anschaffung ist natürlich ein Notebook und ein Kartelesegerät. Das Notebook hat viel Speicherkapazität, über den großen Bildschirm lässt sich die Qualtität der Tagesausbeute qualifiziert beurteilen, und ausgewählte Bilder können für Online-Berichte bearbeitet und optimiert werden.
Bei der Notebookwahl sollte man besonders auf die Festplattenkapazität und die Bildschirmqualität achten, ansonsten hat man recht freie Wahl. Reine Bildbearbeitung und -betrachtung stellt keine hohen Anforderungen an Grafikkarte und Prozessor.
Als Kartenleser hatten wir viele Jahre den Hama CardReader 35in1 im Einsatz. Der ist sehr preiswert und arbeitet recht zuverlässig mit fast allen Kartenformaten. Im Gegensatz zum Download direkt von der Kamera, schont dieser Weg die Kamerabatterien und vermeidet Komplikationen, falls die Kamera beim Herunterladen schlapp macht.

Ein würdiger Nachfolger ist das Transcend All-in-1 Multi Kartenlesegerät, das mit USB3.0 schneller ist, und dabei nur unwesentlich teurer.
Nützliche Tipps zur Reisefotografie! Nichts mehr verpassen….
Unabhängig vom Notebook mit einem Image-Tank, war einmal
Als Backup-Lösung hatten wir früher einen Image-Tank dabei, in den man den Speicherkarteninhalt direkt einlesen kann. Dami ist man Notebook-unabhängig. Unser erster Imagetank vor 16 Jahren war das DIP-Wiesel (Modell PD 70X) mit 80 GB Kapazität, und lief mit vier AA Akkus als Stromversorgung. (das war sehr praktisch, weil ich dieses Gerät auch als Ladegerät für die Blitzakkus nutzen konnte und kein Extraladegerät mitnehmen mußte!) Das Wiesel hatte zwar kein nennenswertes Display, war aber das schnellste Gerät am Markt und dazu recht preiswert.
Inzwischen sind die Imagetanks ziemlich von der Bildfläche verschwunden. Auch vergleichbare Geräte, wie mobile Festplatten mit integriertem SD-Kartenleser sind mangels ausreichender Performance und den hohen Preisen von der Bildfläche verschwunden.
Die 5 Schritte des Foto-Backups unterwegs
1. Speicherkarteninhalte auf das Notebook kopieren
2. Sicherheitskopie vom Notebook auf erster externer Festplatte ablegen
3. Die Daten auf dem Notebook durchsortieren, schlechte Fotos löschen.
4. Sicherheitskopie der sortierten Daten auf zweiter externer Festplatte ablegen.
Damit hast du eine Festplatte mit allen geschossenen Fotos und Filmen, falls du beim Sortieren versehentlich zuviel gelöscht hast, und eine Festplatte für den späteren Import auf den Home-PC.
Arbeitest du unterwegs schon mit Adobe Lightroom, sichere auch die jeweils aktuelle Katalog-Version auf die zweite Festplatte.
Hardware Probleme sind nicht selten
Das ist jetzt keine Paranoia, auf unseren Reisen ist uns tatsächlich schon einiges an Hardware kaputtgegangen: Ein Notebook hatte sich ins Nirwana verabschiedet, eine externe Festplatte hat ihren Geist aufgegeben, und einmal hat ein Kartenlesegerät mit defektem Controller die Speicherkartendaten unbrauchbar gemacht.
Deswegen führen wir immer mehrere Kartenlesegeräte mit uns. Und zum Glück hatten wir die Daten schon sicher auf dem Image-Tank, bevor sie in die Fänge des Lesegerätes gerieten.
Was ist aber zu tun, wenn die Speicherkarte Fehler meldet, und die Bilddaten darauf unauffindbar sind?
Gute Datenrettungsprogramme
Auf einer Schottlandreise haben wir einen Reisenden getroffen, dem genau das passiert ist. Zum Glück hatte Robert, der Unglücksrabe, die besagte SD-Karte unangetastet beiseite gelegt, und wir konnten seine Bilder retten. Für eine erfolgreiche Wiederherstellung darf die defekte Karte weder weiter beschrieben noch formatiert worden sein.
Normale Datenrettungsprogramme wie Rescue-Disk oder Recuva retten gelöschte Daten von Festplatten und Speicherkarten, von versehentlich formatierten Festplatten, aber nicht immer von formatierten Flash-Speicherkarten. Sollte auch der Tiefenscan von Recuva (Piriform) keine Ergebnisse bringen, gibt es als letzte Instanz Photorec, das mit TestDisc zusammen ausgeliefert wird. Photorec ist allerdings etwas umständlicher zu bedienen (DOS-Fenster, textbasiert) ein zu verschmerzendes Manko, wenn du die Leistung berücksichtigst.
In Roberts Fall zeigte die SD-Karte keinerlei Inhalt an, die übliche Datenrettungssoftware fand auch nichts zum Wiederherstellen.
Erst einmal war ich ratlos, dann kam ich auf die Idee, das Dateisystem der SD-Karte zu prüfen:
Wie vermutet war die MFT (Master File Table) zerschossen, das ist das Inhaltsverzeichnis der SD-Karte. Die Lösung des Problems war mit dem Notebook relativ einfach:
Im Explorer mit Rechtsklick auf das Speicherkartenlaufwerk klicken, Eigenschaften wählen, und unter Extras oder Tools die Fehlerüberprüfung starten. Dabei “Dateisystemfehler automatisch korrigieren” wählen.
Die vormals korrupten Dateien sind hinterher wieder zusammengesetzt, befinden sich unter Umständen aber unter neuem Namen in einem separaten Ordner.
Ist das Löschen einzelner Bilder auf der Speicherkarte sinnvoll?
Noch eine Vorsichtsmaßnahme: ein Zusammenhang zwischen der Anzahl und Häufigkeit von in der Kamera gelöschten Bildern und dem Auftreten eines Datendefekts ist nicht auszuschließen. Deshalb löschen wir nur im Notfall Bilder über das Kameramenü.
Und nach dem Herunterladen formatieren wir die Speicherkartenn beim Wiedereinsetzen in die Kamera generell neu. Damit sind wir auch eventuell versteckte Dateisystem- und Schreibfehler los.

Speicherkarten (2012) im Kartensafe – die nich nicht gesicherten Karten lagern wir „andersherum“
Unsere Packliste fürs Speichern unterwegs
Neben des obligatorischen Ladegeräten für die Kamerabatterien ist noch ein ganzer Haufen Krimskrams nötig, um für alle Fälle gerüstet zu sein:
Software für die Datensicherung und Bildbearbeitung
Adobe Photoshop Lightroom Classic
Ideal für die Bildoptimierung, ist Lightroom mit seinen Möglichkeiten und der einfacheren Bedienbarkeit die Referenz für die Organisation und Bearbeitung großer Bilddatenbestände. Leider ist Adobe komplett auf das Abonnement-Modell umgestiegen. Die etwa 120 Euro teure Standalone-Version 6 ist nur noch vereinzelt im Handel zu finden. Für knapp 12 Euro pro Monat bekommst du Lightroom- und Photoshop-Abo als Bundle. Wenn du Lightroom und Photoshop regelmäßig nutzt, lohnt sich das.
Faststone Image Viewer 7.8
Sehr schneller, für private Zwecke kostenloser Bildbetrachter mit vielen Funktionen, wie Umbenennen, Konvertieren, Diashow erstellen, Basis-Bildbearbeitung und vieles mehr. Und noch ein Riesenvorteil: Faststone Image Viewer liest auch fast alle RAW-Formate ohne zusätzliche Plugin-Fummelei. Faststone Image Viewer bei uns im Blog.
FreeCommander XE
Kostenloser, wesentlich leistungsstärkerer Ersatz für den Windows-Explorer. Mit Zweifenstertechnik, Ordnergrößenanzeige, Screenshots, batchweises Umbenennen, FTP und tausend anderen Funktionen. Mit dem FreeCommander kannst du auch Ordner und Festplatten synchronisieren. Extrem anpassbar auf die persönlichen Bedürfnisse. Über den FreeCommander haben wir einen eigenen Artikel verfasst.
Free File Sync
Für Privatanwender kostenloses Backup- und Synchronisationsprogramm fürs sichere und bequeme Backups auf die externen Festplatten. Auch zum Synchronisieren und Spiegeln von Laufwerken, mit vielen Einstellmöglichkeiten.
Recuva Datenrettung
Findet gelöschte und verschwundene Daten, z.B. nach einem Crash, meist wieder. Leicht zu bedienen.
Photorec Datenrettung
Bei der Bedienung fühlt man sich zwar in die 80er Jahre zurückversetzt, so ohne Maus-Unterstützung und mit Befehlseingaben im DOS-Fenster, die Ergebnisse rechtfertigen aber den Aufwand. iPhotoRec ignoriert das Dateisystem und geht nach den darunter liegenden Daten, so daß es sogar funktioniert, wenn das Dateisystem deines Datenträgers schwer beschädigt oder formatiert ist.
Abschließende Tipps zur Sicherung der Fotos
1. Zuallererst: Sichert die frischen Bilddaten umgehend (Notebook, Festplatte, Online-Speicher, IPad etc.). Dann sind diese auch vor dir sicher, falls du dich mal vertippst. Wir haben schon öfter erlebt, dass Leute ihre Fotos für’s Web verkleinert und unter dem Originalnamen gespeichert haben. Das Original war dann mal weg!
2. Nachdem der Inhalt der Speicherkarte heruntergeladen wurde, ist die einfachste und gleichzeitig sicherste Löschmethode, die Karte nach dem Wiedereinsetzen in die Kamera zu formatieren.
3. Beim Kopieren und bei Backups immer für ausreichende und sichere Stromzufuhr sorgen!!!
4. Die USB-Geräte entweder unter Eigenschaften für schnelles Entfernen optimieren, oder vor dem Entnehmen unbedingt über „Hardware sicher entfernen“ im Info-Bereich der Taskleiste deaktivieren.
In einem weiteren Beitrag zeigen wir Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!
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Die Engländer und das Metrische System
Seit jeher benutzte der Mensch Maßeinheiten wie Fuß, Handbreit, Elle und Schritt; Sogar schon vor der Erfindung der Schrift wurden sie angewended, da sie jedermann zur Verfügung standen… immerhin hatten ja fast alle Menschen einen Fuß und einen Arm. Ein offensichtlicher Nachteil an dieser Art des Messens war zwar die Tatsache, dass die Körperteile jedes Menschen verschieden groß waren (Ein kurzarmiger Händler konnte weitaus mehr Ellen Stoff von einer Rolle wickeln wie ein Hühne der selben Berufung), doch man blieb trotzdem Jahrtausende lang dabei.
Über den Lauf der Zeit wurden noch ein paar zusätzliche Einheiten zu diesem System hinzugefügt, wie zum Beispiel Inch (Zoll), Unze, Meile usw., bis man schließlich das Angloamerikanische Maßsystem hatte. Die Definitionen der einzelnen Begriffe wurden in den vielen Jahrhunderten und verschiedenen Regionen unzählbar oft geändert und erneuert, bis man sich schließlich in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf ein paar mehr oder weniger standhafte Zahlen einigte.
Zur Erinnerung:
Ein Zoll, oder Inch = 2,54cm
Ein Fuß (12 Inch) = 30,48cm
Ein Yard (Drei Fuß) = 91,4cm
Eine Meile = 1,609km
Eine Flüssig-Unze = 28,4ml
Ein Pint = 0,568l
Eine Gallone = 4,55l
Eine Unze = 28,3g
Ein Pfund = 454g
Ein Stone (12 Pfund, wird nur zum Messen von Körpergewicht benutzt)= 6,36 kg
Beim Benzin und Diesel doch lieber Liter
Yards
Meilen
Dreiviertel und eindrittel Meile
Diese Werte liegen leider in keiner sinnvollen Relation mit dem metrischen System, was den Engländern im Umgang mit dem Rest Europas einige Schwierigkeiten beschehrt. Doch die Briten haben keine besondere Lust, sich dem bewährten französischen System anzupassen, sie behalten lieber ihre liebgewonnenen eigenen Einheiten. Man könnte dies vielleicht fast mit dem ausgeprägten Traditionssinn erklären, der auf der großen Insel überall anzutreffen ist… wenn man das Alter vom guten alten „Fuß“ bedenkt, scheint es dem traditionsbewussten Menschen fast obligatorisch, diese Einheit beizubehalten.
Doch man backt in England nicht nur bezüglich der Zollstöcke und Meßbecher seine eigenen Brötchen; auch in anderen Aspekten des Lebens wird mit Wehemenz die eigene Eigenart als die Richtige verteidigt. Zum Beispiel im Straßenverkehr, wo man auf der einzig wahren, der linken Seite fährt. Oder die guten, alten Grad Fahrenheit, bei denen man erst bei Hundert Grad fiebert. Auch der Pfund-Sterling darf dem Euro unter keinen Umständen weichen. Man macht es anders als die anderen, und ist Stolz darauf.
Dieser Umstand macht es den Nicht-Engändern wie bereits erwähnt recht schwer, sich einzugewöhnen und erfordert einen Haufen Umrechnungen im Alltag. Wie viel waren noch einmal 50 Meilen pro Stunde? Wie viel sind denn jetzt 10 Stone? 6 Fuß drei ist er groß… wie viel ist das mochmal in Metern? und wenn der Tunnel 12 Fuß hoch ist, passt unser Auto dann durch??
Probleme dieser Natur lauern überall, auf jedem zweiten Staßenschild und in vielen Konversationen und Lektüren. Doch ohne ihre vielen Eigenarten wären die Engländer wahrscheinlich keine richtigen Briten :-)
Norwegens wilder Norden – Artikel in Terra 3/12
In der aktuellen Terra findet Ihr einen 16 seitigen Artikel von mir über die Lofoten & Vesteralen.
16 Seiten Artikel über die Lofoten und Vesteralen im Terra Magazin 3/12
Sichern der Fotos unterwegs – für Vielfotografierer
Letzte Aktualisierung März 2024
In diesem Artikel beschreiben wir unsere Methode der Datensicherung, die für engagierte Fotografen mit hohem Datenaufkommen gedacht ist. In einem weiteren Beitrag zeigen wir einfachere Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!
Wir fotografieren nun schon seit fünfundzwanzig Jahren digital, und wollen hier einmal unsere Erfahrungen und Speicherstrategien vorstellen.
Neue technische Entwicklungen und immer stärkere Internetbindung lassen die klassische Datenspeicherung auf Reisen scheinbar obsolet wirken. Mit Smartphones werden Schnappschüsse in nullkommanix in soziale Netzwerke, wie facebook hochgeladen und an alle Freunde verteilt. Andere legen ihre Fotoausbeute auf Online-Speichern ab, wo sie von überall zugänglich sind.
Wir haben auch mit etlichen Reisenden gesprochen, die mit ein paar größer dimensionierten Speicherkarten über etliche Wochen auskommen, indem sie immer wieder ihre Ausbeute sichten, durchsortieren und Teile löschen.
Und wir haben Reisende getroffen, deren Speicherkarte von jetzt auf gleich unlesbar geworden sind, die deswegen völlig verzweifelt waren.
Speicherkarten sind eben kein supersicheres Archivierungsmedium, und das Hochladen der Bild- und Videodateien stößt schnell an die Kapazitätsgrenzen. Wie bringen wir also unsere wertvolle Fotoausbeute sicher und wohlbehalten nach Hause zurück?
Kabelwirrwarr im Mobil – so sah das bei uns vor zehn Jahren aus.
Externe Festplatten für die Datensicherung auf Reisen
Wer als engagierter Fotograf mit Systemkamera-Ausrüstung arbeitet und im RAW-Format speichert, hat ein ungleich höheres Datenaufkommen (allein die RAW-Dateien brauchen 10-fach mehr Platz als das JPEG-Format), als ein Gelegenheitsfotogaf. Für das reicht eine mobile Internetanbindung nicht mehr aus, oder dauert unverhältnismäßig lang und ist teuer. Ein weiterer wichtiger Tatbestand ist, dass in vielen Regionen nur ziemlich langsames oder gar kein mobiles Internet verfügbar ist.
Auf jeder unserer Reisen kommen leicht einige hundert Gigabyte an Daten zusammen. Da würde auch ein entsprechendes Set von Speicherkarten viel zu teuer werden.
Speicherplatz auf einer mobilen SSD-Festplatte kostet etwa die Hälfte wie SD-Card Speicherplatz. Eine konventionelle mobile Festplatte ist sogar pro GB acht! Mal günstiger. Allerdings ist diese mechanisch anfälliger und langsamer im Kopieren.
SSD Mobile Festplatte mit 1TB Datenvolumen
Konventionelle Mobile Festplatte mit 5 TB Datenvolumen
Notebook und Kartenlesegerät
Die erste und wichtigste Anschaffung ist natürlich ein Notebook und ein Kartelesegerät. Das Notebook hat viel Speicherkapazität, über den großen Bildschirm lässt sich die Qualtität der Tagesausbeute qualifiziert beurteilen, und ausgewählte Bilder können für Online-Berichte bearbeitet und optimiert werden.
Bei der Notebookwahl sollte man besonders auf die Festplattenkapazität und die Bildschirmqualität achten, ansonsten hat man recht freie Wahl. Reine Bildbearbeitung und -betrachtung stellt keine hohen Anforderungen an Grafikkarte und Prozessor.
Als Kartenleser hatten wir viele Jahre den Hama CardReader 35in1 im Einsatz. Der ist sehr preiswert und arbeitet recht zuverlässig mit fast allen Kartenformaten. Im Gegensatz zum Download direkt von der Kamera, schont dieser Weg die Kamerabatterien und vermeidet Komplikationen, falls die Kamera beim Herunterladen schlapp macht.
Ein würdiger Nachfolger ist das Transcend All-in-1 Multi Kartenlesegerät, das mit USB3.0 schneller ist, und dabei nur unwesentlich teurer.
Nützliche Tipps zur Reisefotografie! Nichts mehr verpassen….
Unabhängig vom Notebook mit einem Image-Tank, war einmal
Als Backup-Lösung hatten wir früher einen Image-Tank dabei, in den man den Speicherkarteninhalt direkt einlesen kann. Dami ist man Notebook-unabhängig. Unser erster Imagetank vor 16 Jahren war das DIP-Wiesel (Modell PD 70X) mit 80 GB Kapazität, und lief mit vier AA Akkus als Stromversorgung. (das war sehr praktisch, weil ich dieses Gerät auch als Ladegerät für die Blitzakkus nutzen konnte und kein Extraladegerät mitnehmen mußte!) Das Wiesel hatte zwar kein nennenswertes Display, war aber das schnellste Gerät am Markt und dazu recht preiswert.
Inzwischen sind die Imagetanks ziemlich von der Bildfläche verschwunden. Auch vergleichbare Geräte, wie mobile Festplatten mit integriertem SD-Kartenleser sind mangels ausreichender Performance und den hohen Preisen von der Bildfläche verschwunden.
Die 5 Schritte des Foto-Backups unterwegs
1. Speicherkarteninhalte auf das Notebook kopieren
2. Sicherheitskopie vom Notebook auf erster externer Festplatte ablegen
3. Die Daten auf dem Notebook durchsortieren, schlechte Fotos löschen.
4. Sicherheitskopie der sortierten Daten auf zweiter externer Festplatte ablegen.
Damit hast du eine Festplatte mit allen geschossenen Fotos und Filmen, falls du beim Sortieren versehentlich zuviel gelöscht hast, und eine Festplatte für den späteren Import auf den Home-PC.
Arbeitest du unterwegs schon mit Adobe Lightroom, sichere auch die jeweils aktuelle Katalog-Version auf die zweite Festplatte.
Hardware Probleme sind nicht selten
Das ist jetzt keine Paranoia, auf unseren Reisen ist uns tatsächlich schon einiges an Hardware kaputtgegangen: Ein Notebook hatte sich ins Nirwana verabschiedet, eine externe Festplatte hat ihren Geist aufgegeben, und einmal hat ein Kartenlesegerät mit defektem Controller die Speicherkartendaten unbrauchbar gemacht.
Deswegen führen wir immer mehrere Kartenlesegeräte mit uns. Und zum Glück hatten wir die Daten schon sicher auf dem Image-Tank, bevor sie in die Fänge des Lesegerätes gerieten.
Was ist aber zu tun, wenn die Speicherkarte Fehler meldet, und die Bilddaten darauf unauffindbar sind?
Gute Datenrettungsprogramme
Auf einer Schottlandreise haben wir einen Reisenden getroffen, dem genau das passiert ist. Zum Glück hatte Robert, der Unglücksrabe, die besagte SD-Karte unangetastet beiseite gelegt, und wir konnten seine Bilder retten. Für eine erfolgreiche Wiederherstellung darf die defekte Karte weder weiter beschrieben noch formatiert worden sein.
Normale Datenrettungsprogramme wie Rescue-Disk oder Recuva retten gelöschte Daten von Festplatten und Speicherkarten, von versehentlich formatierten Festplatten, aber nicht immer von formatierten Flash-Speicherkarten. Sollte auch der Tiefenscan von Recuva (Piriform) keine Ergebnisse bringen, gibt es als letzte Instanz Photorec, das mit TestDisc zusammen ausgeliefert wird. Photorec ist allerdings etwas umständlicher zu bedienen (DOS-Fenster, textbasiert) ein zu verschmerzendes Manko, wenn du die Leistung berücksichtigst.
In Roberts Fall zeigte die SD-Karte keinerlei Inhalt an, die übliche Datenrettungssoftware fand auch nichts zum Wiederherstellen.
Erst einmal war ich ratlos, dann kam ich auf die Idee, das Dateisystem der SD-Karte zu prüfen:
Wie vermutet war die MFT (Master File Table) zerschossen, das ist das Inhaltsverzeichnis der SD-Karte. Die Lösung des Problems war mit dem Notebook relativ einfach:
Im Explorer mit Rechtsklick auf das Speicherkartenlaufwerk klicken, Eigenschaften wählen, und unter Extras oder Tools die Fehlerüberprüfung starten. Dabei “Dateisystemfehler automatisch korrigieren” wählen.
Die vormals korrupten Dateien sind hinterher wieder zusammengesetzt, befinden sich unter Umständen aber unter neuem Namen in einem separaten Ordner.
Ist das Löschen einzelner Bilder auf der Speicherkarte sinnvoll?
Noch eine Vorsichtsmaßnahme: ein Zusammenhang zwischen der Anzahl und Häufigkeit von in der Kamera gelöschten Bildern und dem Auftreten eines Datendefekts ist nicht auszuschließen. Deshalb löschen wir nur im Notfall Bilder über das Kameramenü.
Und nach dem Herunterladen formatieren wir die Speicherkartenn beim Wiedereinsetzen in die Kamera generell neu. Damit sind wir auch eventuell versteckte Dateisystem- und Schreibfehler los.
Speicherkarten (2012) im Kartensafe – die nich nicht gesicherten Karten lagern wir „andersherum“
Unsere Packliste fürs Speichern unterwegs
Neben des obligatorischen Ladegeräten für die Kamerabatterien ist noch ein ganzer Haufen Krimskrams nötig, um für alle Fälle gerüstet zu sein:
Software für die Datensicherung und Bildbearbeitung
Adobe Photoshop Lightroom Classic
Ideal für die Bildoptimierung, ist Lightroom mit seinen Möglichkeiten und der einfacheren Bedienbarkeit die Referenz für die Organisation und Bearbeitung großer Bilddatenbestände. Leider ist Adobe komplett auf das Abonnement-Modell umgestiegen. Die etwa 120 Euro teure Standalone-Version 6 ist nur noch vereinzelt im Handel zu finden. Für knapp 12 Euro pro Monat bekommst du Lightroom- und Photoshop-Abo als Bundle. Wenn du Lightroom und Photoshop regelmäßig nutzt, lohnt sich das.
Faststone Image Viewer 7.8
Sehr schneller, für private Zwecke kostenloser Bildbetrachter mit vielen Funktionen, wie Umbenennen, Konvertieren, Diashow erstellen, Basis-Bildbearbeitung und vieles mehr. Und noch ein Riesenvorteil: Faststone Image Viewer liest auch fast alle RAW-Formate ohne zusätzliche Plugin-Fummelei. Faststone Image Viewer bei uns im Blog.
FreeCommander XE
Kostenloser, wesentlich leistungsstärkerer Ersatz für den Windows-Explorer. Mit Zweifenstertechnik, Ordnergrößenanzeige, Screenshots, batchweises Umbenennen, FTP und tausend anderen Funktionen. Mit dem FreeCommander kannst du auch Ordner und Festplatten synchronisieren. Extrem anpassbar auf die persönlichen Bedürfnisse. Über den FreeCommander haben wir einen eigenen Artikel verfasst.
Free File Sync
Für Privatanwender kostenloses Backup- und Synchronisationsprogramm fürs sichere und bequeme Backups auf die externen Festplatten. Auch zum Synchronisieren und Spiegeln von Laufwerken, mit vielen Einstellmöglichkeiten.
Recuva Datenrettung
Findet gelöschte und verschwundene Daten, z.B. nach einem Crash, meist wieder. Leicht zu bedienen.
Photorec Datenrettung
Bei der Bedienung fühlt man sich zwar in die 80er Jahre zurückversetzt, so ohne Maus-Unterstützung und mit Befehlseingaben im DOS-Fenster, die Ergebnisse rechtfertigen aber den Aufwand. iPhotoRec ignoriert das Dateisystem und geht nach den darunter liegenden Daten, so daß es sogar funktioniert, wenn das Dateisystem deines Datenträgers schwer beschädigt oder formatiert ist.
Abschließende Tipps zur Sicherung der Fotos
1. Zuallererst: Sichert die frischen Bilddaten umgehend (Notebook, Festplatte, Online-Speicher, IPad etc.). Dann sind diese auch vor dir sicher, falls du dich mal vertippst. Wir haben schon öfter erlebt, dass Leute ihre Fotos für’s Web verkleinert und unter dem Originalnamen gespeichert haben. Das Original war dann mal weg!
2. Nachdem der Inhalt der Speicherkarte heruntergeladen wurde, ist die einfachste und gleichzeitig sicherste Löschmethode, die Karte nach dem Wiedereinsetzen in die Kamera zu formatieren.
3. Beim Kopieren und bei Backups immer für ausreichende und sichere Stromzufuhr sorgen!!!
4. Die USB-Geräte entweder unter Eigenschaften für schnelles Entfernen optimieren, oder vor dem Entnehmen unbedingt über „Hardware sicher entfernen“ im Info-Bereich der Taskleiste deaktivieren.
In einem weiteren Beitrag zeigen wir Möglichkeiten für die „Wenigerfotografierer“ unter unseren Lesern: Datensicherung ist wichtig und zwar für JEDEN!
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Wir fuhren früh los, denn wir wollten möglichst ohne Stau an London vorbeikommen. Das Wetter war bescheiden, es nieselte heftig, das Fahren war aus diesem Grund eher unangenehm, doch kein Stau auf unserer Route.
Etwa 2 Stunden vor Fährabfahrt trafen wir in Dover ein, es regnete noch immer. Zuerst wurden wir überall durchgewunken, keine Passkontrolle, doch dann wurden wir in eine Halle geleitet, in der eine Sicherheitsbeauftragte das Womo kontrollierte. Sie marschierte durch das Mobil, war erstaunt, hinten drei Teenager zu finden. „do you have knives?“ „Well, yes, of course, we do!“ „Do you have pepper spray?“ uh, das hatten wir leider auch. Vor zig Jahren hatten wir das zum Schutz unseres Hundes zugelegt und da wir öfters an Autobahnraststätten übernachten, zur Sicherheit ins Mobil gelegt. „it’s good you are honest!“ uiui, was jetzt, wir hatten unwissentlich…
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Nach Cambridge, Freunde besuchen
Früh schlich sich lockerer Nebel über den Campingplatz, er schien die Bäume zu streicheln. Es sah klasse aus. Wäre die Straße zum Ort nicht so eng und steil gewesen, hätten wir uns nocheinmal ordentlich vom Meer verabschiedet, so hatten wir die ca. 400 km im Hinterkopf, die wir an diesem schönen Tag noch bewältigen wollten. Auf dem Plan stand, eine Freundin in der Näge von Cambridge zu besuchen.
Die Fahrerei klappte ziemlich gut, all die Kreisel, die unser veralterter Navi anzeigte, existierten nicht mehr. Wir fuhren die A1 anstatt die M1, so kamen wir nicht zu dicht an die großen Städte heran. Eine Überraschung erlebten wir: kurz vorm Ziel wurden wir mal wieder in eine viel zu enge Sackgasse geleitet. Hmm, ich versuchte gerade die Kiste zu wenden, da kam uns eine Frau so um die 60zig entgegen, rollte das Fenster runter und fragte, was wir denn hier wollten? da käme man nicht durch. Wir zeigten auf unseren Navi – in England sagen sie Sat Nav dazu – und nannten Corinnes Adresse. Ah, das sei tatsächlich richtig. Doch das wäre eine Privatstraße. Wir sollten ihr folgen, sie hätte einen Schlüssel, außen herum wäre es tatsächlich sehr viel weiter und überhaupt nicht gut zu finden. Die einspurige Straße war eng und kilometerweit. Die sehr nette Frau holte den Schlüssel winkte und wir folgten. Die Straße wurde nach etwa 5km von relativ hohen Pfosten begrenzt, Traktoren konnten darüber fahren, Autos nicht. Wir hätten spätestens da richtig festgehangen. Herzlichen Dank für die freundliche Hilfe!
Corinne wohnte in einem kleinen Ort, der eigentlich keiner ist. Eine Straße mit 5-6 Häusern, mitten in den Getreidefeldern. Mit meiner fanzösischen Freundin, die schon lange in England lebt, hatte ich jahrelang nur per Skype geredet, bis ich sie im Jahr 2010 im winterlichen Schweden getroffen hatte – darüber hatte ich im damals aktuellen Bericht schon geschrieben:-)
Wir kamen jedenfalls an, waren wirklich froh, denn müde und kaputt.
So nahmen wir uns außer ein paar Buchläden auch nichts vor, nicht mal Cambridge.
Das Verlangen nach Buchläden wird immer gegen Ende der Reise noch größer. Auf dieser Reise fanden wir immer mehr Gefallen an den Second Hand Läden und davon gibt es in GB reichlich. Nicht mehr so viele, wie früher mal, hatte ich den Eindruck, weil es diese ganzen Organisationen gibt – British Heard Foundation, British Red Cross und wie sie alle heißen.
Corinne hatte Spaß einige ihrer liebsten Läden mit uns zusammen zu besuchen. Nun, wir paßten natürlich nicht alle ins kleine Auto, so suchten immer nur drei der fünd Reicherts nach neuen Schätzen.
Cacao
ein Tisch voller Freunde
leckeres frisches Obst
nochmal Cacao, oder ist es Cleo?
Corinne und Cleo
Corinne und Gabi in der Küche
Chris & Corinne und Cleo & Cacao
Corinne kennt sich sehr gut mit Smoothies und Raw Food aus, so wurden wir auch kulinarisch verwöhnt. Der Neffe samt Freund fand sich für die Ferien ein, so füllte sich das Haus und zahlreiche Sprachen vermischten sich zu einem internationalen Geplapper. Corinne und ihr Freund Chris hatten sich gerade kleine Kätzchen gekauft, da hatte Amy richtig viel Spaß. Wir hatten also mal ein paar Tage Ruhe und gönnten uns diese Pause. Außer Schnappschüssen fotografierten wir auch nicht, obwohl gerade das Städtchen Ely fotogen gewesen wäre.
Fahrt nach Northumberland – Englands größter Second Hand Book Store in Alnwick
Es regnte morgens, kein Boot zum Bass Rock! Wieder mal Pech gehabt. Schade! Wir liefen noch am Strand entlang, sahen viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern und machten uns reisefertig. Die Heimat ruft und England ist noch „lang“. Im tüben Nieselwetter fuhren wir also aus Schottland hinaus. Was hatten wir für eine geniale Zeit gehabt dieses Jahr!!
Gunter suchte immer noch Bücher, und in Alnwick gibt es einen ganz besonderen Buchlanden. Also wollte Gunter da unbedingt hin. Ich hatte mir nur vorgenommen es nochmal mit den Puffins auf Farne Island zu versuchen. Doch schon waren wir an Seahouses und somit der Möglichkeit diese Insel anzufahren, vorbei. Ach, wie schade! Bei der nächsten Reise werde ich diese Bootstouren priorisieren und so lange warten, bis das Wetter stimmt!!!
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