Vor der Reise hatte ich eine Packliste angefertigt, jetzt kommt der Testbericht. Monatelang hab ich meine Ausrüstung in Benutzung gehabt und kann nun sehr gut Urteile darüber fällen.
Bei einigen Ausrüstungsgegenständen muss man nicht sonderlich auf die Qualität achten, um eine gute Reise zu haben – Wasserflaschen, Essgeschirr und Socken müssen keine exquisiten, handgefertigten Einzelstücke sein, da tut es auch das, was man zuhause sowieso im Schrank hat. Auch die Zahnbürste und Sonnencreme werde ich hier nicht weiter ausführen.
Wenn man aber am falschen Ende spart, macht die Reise bald keinen Spaß mehr. Mit undichter Regenkleidung und einem Fahrrad, das man alle 50 Kilometer reparieren muss, kommt man nicht weit.
Dieser Beitrag soll jenen helfen, die selbst eine Radreise planen (oder campen gehen wollen) und vielleicht die Neugierde jener befriedigen, die zwar selbst so etwas nicht vorhaben, sich aber fragen, was man für so eine Unternehmung dabei hat.
Es muss keine neues Rad sein – nur ein Gutes!

Das voll beladene Rad. Ich wählte die gelben Taschen, weil sie von weitem schon gut zu sehen sind
Mein Fahrrad ist zwar mit 25 Jahren schon älter als ich, doch es läuft noch wie geschmiert (das ist es ja auch). Viele der Teile sind noch original, auch die Gangschaltung, die Räder und alle Kugellager. Wenn man sie ordentlich pflegt, bereiten sie einem unterwegs keine Sorgen.
Bei den Reifen macht es Sinn, die extra zähe Variante zu kaufen. Die wiegen dann zwar ein paar Gramm mehr, doch Glasscherben und Nägel beißen sich daran die Zähne aus, und man sitzt nicht alle paar Tage im Gras und flickt einen Platten. Ich hatte auf der ganzen Reise nur eine Reifenpanne, obwohl ich über Unmengen an Unrat geradelt bin.
Ich fuhr auf Continental Touring Plus Reifen
, mit denen ich sehr zufrieden bin
- Pro: sie sind unglaublich zäh, fahren sich aber trotzdem gut
- Contra: Sie sind zäh. Sie auf die Felgen zu bekommen ist ein Kampf, und sie sind ein wenig schwerer als andere Reifen
Beim Sattel kann man auch ruhig ein bisschen mehr ausgeben, immerhin wird man unzählige Stunden lang darauf sitzen. Da mein alter Sattel langsam durch war, schaute ich mich in den Radreise-Foren im Internet um, was denn da empfohlen wird, und stieß auf den Brooks B17. So wie dieser Sattel von Langstreckenfahrern angebetet wurde konnte er so schlecht nicht sein. Es ist ein Ledersattel, und als solcher ist er formbar. Mit der Zeit passt er sich dem Allerwertesten des Radlers an, und wird dadurch sehr gemütlich.
Brooks B 17
- Pro: Sehr gemütlich, wenn er mal eingefahren ist.
- Contra: Es dauert eine Weile, bis er eingefahren ist, man muss ihn pflegen und er sollte nicht nass werden, und er ist teuer.
Packtaschen – unkaputtbar und dicht wie ein U-Boot
Irgendwo muss der ganze Kram rein. Die Form und Farbe der Taschen ist eigentlich egal, doch eines müssen sie sein: wasserdicht. Am besten, man holt sich zwei dieser Taschen aus Lastwagenplane, denn da kommt wirklich kein Tropfen durch. Ich fuhr mit den bekannten Ortlieb Fahrradtaschen
, doch die von RED tun es auch.
Es macht auch noch Sinn, sich Tragegurte für die Taschen zu holen. Ich hatte keine und vermisste sie manchmal sehr, zum Beispiel, wenn ich 5 Stockwerke auf Treppen hoch laufen musste.
Die Ortlieb Taschen lassen sich problemlos am Rad befestigen, es passt viel rein und sie sind zäh wie gegerbte Elefantenhaut. Ich bin total zufrieden! Allerdings muss man einen Haufen Scheine aus der Tasche kramen.
Das Zelt und die Isomatte waren nicht in einer eigenen Tasche, die wickelte ich an nassen Tagen einfach in einem Rucksacküberwurf ein, dadurch blieben sie auch trocken.

Mein „Cockpit“
Regenklamotten – hier bitte nicht sparen!
Ich fuhr nach Schottland, also mussten meine Regenklamotten für alles bereit sein. Es regnete zwar nicht immer, aber wenn, dann richtig. Ich hatte von Vaude neben dem Zelt eine Regenjacke, eine Regenhose und wasserdichte Fahrradschuhe zur Verfügung gestellt bekommen, und die wurden vor allem auf der Isle of Skye auf die Probe gestellt.
Die Yaras Regenjacke hatte ich mir in Knallorange schicken lassen, denn ich werde gerne gesehen, wenn ich auf schmalen Straßen mitten im Norgendwo unterwegs bin. Da es meistens bei Regenwetter nicht so viel kälter ist als wenn es bewölkt ist, darf man keine dicke Regenjacke mitnehmen. Die Jacke sollte wirklich nur den Regen fernhalten. Man muss bedenken, dass Radfahren enorm wärmt, und in einer dicken Jacke wird es bei sportlicher Betätigung so heiß, dass man darin ein Brot backen kann.
Die Jacke von Vaude war schön dünn, ich konnte sie also bei Bedarf überziehen ohne gleich ins Schwitzen zu geraten, und sie ließ sich relativ klein verstauen.
Im Laufe der Zeit ließ zwar der Abperleffekt etwas nach, doch sie blieb dicht. Ich muss sie nochmal imprägnieren.

Die Regenjacke hält dicht

Selbstportrait in Schlechtwettermontur
Die Yaras Regenhose hielt auch dicht wie ein Stummer im Kreuzverhör, allerdings wurde es in ihr schnell zu heiß. Warmes Regenwetter ist meiner Erfahrung nach das schlimmste, denn wenn man nicht von außen nass wird, dann schwitzt man. Doch wenn es kalt und nass war, war die Regenhose unverzichtbar. Sie war perfekt auf meine Bedürfnisse als Radfahrer zugeschnitten – der Hosenboden war verstärkt und man konnte sie an den Waden mithilfe von Klettverschlüssen enger machen. Dadurch scheuerte sie nicht am Sattel durch, und die Hosenbeine gerieten nicht in die fettige Kette.
Schuhe – sie müssen sich gleichzeitig zum Radeln und zum Laufen eignen
Ich fuhr mit Pedalen, in die man seine Schuhe einklicken konnte, meine Schuhe hatten also kleine Metallplatten im Profil versenkt. Sie sind primär zum Radfahren gedacht, doch im Gegensatz zu anderen solchen Schuhen kann man auch bequem in ihnen laufen. Ich machte auch oft kleine Wanderungen mit den Leuten, die ich traf, also mussten sie auch abseits der Pedale brauchbar sein.
Auch was ihre Wasserfestigkeit anging kann ich sie loben, doch bei tagelangem Regenwetter lief irgendwann doch das Wasser oben rein. Dagegen helfen nur Galoschen.
Kimon TR Radfahrschuhe
- Pro: Gemütlich, dicht und eigenen sich zum Radfahren genauso wie zum Laufen
- Conta: Kosten vielleicht etwas mehr als der ein oder andere ausgeben mag. Sie sind es aber wert.

Eine Warnweste hatte ich eigentlich immer an. Die Regenhose hatte ich manchmal auch schon an, wenn ich Regen nur vermutete.
Zelt – das „Zuhause“ muss dicht und stabil sein
Zwar hatte ich bereits ein billiges Zelt im Keller liegen, doch dem traute ich es nicht zu, dem schottischen Wetter standzuhalten. Ich suchte nach etwas widerstandsfähigerem und stieß auf das Vaude Mark L 2P, welches mir Vaude freundlicherweise zum Test zur Verfügung stellte.

Mein Zelt in der nassen Landschaft Schottlands. Es hielt immer dicht
Ich wählte ein Zwei-Mann-Zelt, immerhin würde ich viele Abende darin verbringen, und meine Ausrüstung sollte auch darin Platz haben. Der Extra-Raum bedeutete zwar auch Extra-Gewicht, doch dieser Kompromiss war es mir wert.
Als erstes fiel an dem Zelt auf, wie leicht und schnell es aufzubauen ist. Das Gestänge liegt außen, das Zelt muss nur eingehängt werden. Die Zelthaken sind robust und dank ihrer dreiseitigen Form lassen sie sich nicht verbiegen. Allerdings fehlt etwas, womit man sie wieder aus der Erde ziehen kann. Ich kaufte etwas Schur und behob das Problem selbst. Außerdem wurden ein paar Haken zu wenig geliefert – ich musste noch ein paar vom alten Zelt mitnehmen, um alle Leinen befestigen zu können, falls nötig.

Die Zelthaken verbiegen sich dank der drei „Flügel“ nicht, allerdings werden sie ohne Schnur geliefert, ohne die man sie kaum aus dem Boden bekommt.

Das Gestänge ist außen, was den Aufbau sehr schnell und einfach macht
Was die Wetterfestigkeit angeht, kann ich nichts außer Lob für das Zelt aussprechen. Selbst im tagelangen Regen blieb es innen trocken. Im Wind blieb es auch, wenn ordentlich befestigt, genau so stehen wie es sollte.
Das Zelt ist gut verarbeitet, allerdings ist der Boden so dünn, dass ich trotz aller Vorsicht (ich beseitigte stets spitze Zweige und Steine, bevor ich es aufstellte) irgendwann ein kleines Loch im Boden hatte. Ich ließ mir einen Floorprotector nachsenden, um weitere Schäden zu vermeiden. Dabei handelt es sich um eine zweite Plane, die man unter das Zelt legt, um es zu schützen. Zum Glück nahm der Floorprotector nicht sonderlich viel Platz weg. Ich konnte ihn noch zusammen mit dem Zelt in die Zelttasche stopfen.
Ein weiteres Problem war, dass die Zeltstangen sich eines regnerischen Abends nicht mehr zusammenstecken ließen, weil ein dünneres Stangensegment in der dickeren Stange verschwand. Ich wurde zum Glück von einem Farmer gerettet, der mein Problem erkannte und mir ein langes Stück Draht zur Reparatur besorgte. Danach verklebte ich die Stangen und behob das Problem endgültig.

Ups! Die Stange passt nicht mehr in das Loch. Hätte mir nicht ein netter Farmer geholfen, der zufällig vorbeikam, hätte ich doof da gestanden
Um es kurz zu machen:
- Pro: Sehr schnell und leicht aufgebaut, wetterfest, praktisch in der Benutzung, bezahlbarer Preis.
- Kontra: Es gibt einige Verarbeitungsfehler, die sich aber leicht selbst beheben lassen (Zelthaken mit Schnur versehen, Zeltstangen vorsorglich kleben). Der Boden ist etwas zu dünn und braucht Verstärkung.
Fazit: Wenn man mit den behebbaren Mängeln leben kann, ist es ein gutes und verlässliches Zelt für alle Wetterlagen, die ein schottischer Sommer zu bieten hat.

Das Zelt muss einfach in dem Gestänge „eingehängt“ werden

Ich hatte ein Zwei-Mann-Zelt gewählt, um noch gemütlich meine komplette Ausrüstung mit hinein nehmen zu können
Natürlich kann man eine Tour auch mit günstigerer Ausrüstung machen. Letztes Jahr war ich im billigen Zelt und mit meiner alten Regenjacke unterwegs, eine Regenhose hatte ich gar nicht dabei. Die Tour war klasse, aber wir hatten Glück, dass es nicht windig war (unser Zelt bog sich bereits bei einer moderaten Brise durch) und nach ein paar Regentagen in Dänemark hatte ich eine Erkältung. Das tat zwar der Tour kaum einen Abbruch, doch in Schottland war es noch eine Ecke kälter und nasser. Die Ausrüstung, die man braucht, hängt natürlich immer vom Reiseland und der Jahreszeit ab :)
Kamera EOS M
Die Fotos wurden mit der EOS M, unserer kleinen Reisekamera aufgenommen.
Mit dem Teckel auf Texel
Wir melden uns kurz mit einem Sehnsuchts-Fotobeitrag ohne langen Text. Heute kamen wir mit unserem Wohnmobil auf der holländischen Insel Texel an. Nicht nur wir, sondern vor allem unser Dackel Grindel sehnte sichnach Sandstrand, Wind und Wellen.
Der Sommer in Schottland hatte uns allen gut getan. Wir wanderten, fotografierten und Grindel war immer dabei und lernte vor allem an den Stränden unzählige große, kleine und mittlere Hunde kennen. Nach drei Wochen bellte unser Dackel nur noch selten. Doch kaum waren wir daheim, musste Grindel wieder mehr an die Leine und traf weniger Spielkameraden, da wurde das Kläffen wieder schlimmer.
Da kam uns die Gelegenheit, auf Texel an einem Kurs zur Hundesprache und bei der Rudelwanderung teilzunehmen, wie gerufen. Wir hoffen, auf diese Weise Grindels Bellerei wiederbesser in den Griff zu bekommen. Wir werden berichten. Hier ein paar Eindrücke von der Anreise.
Gunter mit Grindel auf der Fähre zur Insel Texel
Die Fährfahrt nach Texel dauert nur 20 Minuten. Da Grindel mit an Deck kann, ist die Fahrt auch für sie wesentlich entspannender, als allein im Wohnmobil zu bleiben.
Erster Blick zum Meer. Sofort schlägt bei Dackel Grindel der Glücksgradmesser (Schwanz) voll aus.
Der traumhafte Sonnenuntergang kommt Ende Oktober schon früh.
Wellen, Texel
Grindel kann es nicht lassen, einen Retriever anzubellen. sie beruhigt sich aber schnell wieder
Amy und Grindel beim Strandspaziergang
Einen Leuchtturm gibts auf Texel übrigens auch. Den werden wir später die Tage besuchen. Im Blog Teilzeitreisender von Janett könnt ihr aber schonmal was zum Leuchtturm Eierland lesen.
Da wir immer viel und lang unterwegs sind, machen wir uns wenig Gedanken übers Packen. Wir packen einfach und vergessen logischerweise auch hin und wieder mal was. Eine praktische „Hundepackliste“ findet ihr im Blog Hunde-reisen-mehr. Da können wir auch noch was lernen. Grindel hat bisher noch nicht soviel Gepäck benötigt, sie ist ja auch wesentlich kleiner als zwei ausgewachsene Rhodesian Ridgebacks :-)
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10 Gründe für einen Hausboot Urlaub
Unsere erste Tour mit einem Hausboot war eine Überraschung für mich. Ich dachte mir schon, dass diese Reiseart etwas für uns ist, dass es aber soviel Spaß macht, das hatte ich nicht erwartet. Schon unterwegs h
abe ich Kontakt mit Bootbesitzern geknüpft und sie ausgefragt: Warum macht ihr das? Wie teuer ist es? Welches Boot? Wo kommt man damit überall hin?
Wollte ich nicht schon IMMER auf einem Boot wohnen? Eigentlich schon. Gunter war immer dagegen, weil er schon beim Gedanke an eine Bootstour seekrank wird. Auf der Havel allerdings war alles gut. Wir fühlten uns wohl – die Langsamkeit ließ uns innerlich locker lassen.
Vielleicht ist bei uns einfach die Zeit gekommen, etwas Neues zu machen?
Esra hingegen meckerte: „Zu langsam. Mit dem Fahrrad wäre ich schon viel weiter gekommen und da bin ich auch in der Natur“. Tönte es neben mir während ich gerade versuche, die Ruhe in mich aufzunehmen. Noah sah man an, dass es ihm gefiel. Er mag Bäume und Wasser und ihm macht die Langsamkeit nichts aus. Von ihm hört man wenig, er genießt in aller Ruhe die Ruhe um uns herum. Amy nutzte die Einsamkeit auf dem Wasser, sie versank in ihre Bücherwelt. Auf dem Boot liest es sich während der Fahrt besser als im Mobil, wo es zu laut brummt und zu viel wackelt. Gegen Ende der Reise war Esra übrigens auch vom Hausboot überzeugt!
Amy auf dem Hausboot – wir haben gerade angelegt
Falls Ihr auch schon immer mal eine Hausboot-Tour machen wolltet, es aber noch nicht in die Tat umgesetzt habt, habe ich Euch 10 Gründe für eine solche Unternehmung zusammengetragen:
1 – Eine Hausboottour ist langsam und daher entspannend
Im Gegensatz zum Straßenverkehr geht es auf dem Wasser sehr gemächlich zu. Langsam gleitet das eckige Hausboot im Fußgängertempo über die spiegelnde Wasseroberfläche der Havel. Wir fühlen uns nicht gehetzt, sondern ausgebremst, entschleunigt. Anfangs irritiert es ein wenig und am liebsten würden wir anschieben. Wir gewöhnen uns jedoch schnell an die neue Reisegeschwindigkeit und lernen, dass das der wahre Genuß ist. Da uns den ganzen Tag frische, gegen Ende September auch frische Luft um die Nase weht, sind wir abends, obwohl wir uns nicht wirklich viel bewegt haben, rechtschaffen müde und fallen schon um 22:00 Uhr ins Bett.
Esra genießt die Naturlandschaft der Havel
2 – Wir befinden uns immer direkt am und auf dem Wasser
Wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind suchen wir auch immer die Nähe zum Wasser. Sei es ein Fluß, ein See, ein Fjord oder das Meer – wir wollen immer möglichst nahe am Wasser sein. Mit einem Hausboot gelingt das zu jeder Zeit. Wunderbar!
3 – Ein Hausboot bietet fast soviel Platz wie eine Ferienwohnung – es ist super gemütlich
Während wir im Wohnmobil, zumindest auf langen Reisen, das geringe Platzangebot als großen Nachteil empfinden, kann ein Hausboot richtig guten Komfort bieten. Es gibt natürlich auch wesentlich kleinere Boote, als das, welches wir hatten. Diese lassen sich dafür auch einfacher steuern. Wir genossen jedenfalls den Luxus!
Mit dem Hausboot mitten in der Natur
4 – Der Weg ist das Ziel
Das Reisen war so angenehm und trotz der Langsamkeit interessant, so dass wir nicht unbedingt das Bedürfniss hatten direkt an Land zu hüpfen, nachdem wir angelegt hatten. Nein, wir ruhten, saßen beisammen, schauten aufs Wasser, redeten und waren ausnahmsweise früh im Bett und schliefen den Schlaf der Gerechten. Wir fuhren nicht irgendwo hin um irgendetwas zu machen, wir machten es, indem wir fuhren.
5 – Teamwork stärkt die Familie
So ein Hausboot fährt sich nicht allein. Laut Vertrag müssen mindestens 2 Leute an Bord sein. Wir waren fünf-ein-halb (unser Dackel Grindel mit eingerechnet!). Kam eine Schleuse in Sichtweite, rief Gunter mit norddeutschen Akzent: „An die Leinen, Männer!“ Esra schnappte sich vorne eine Leine, Noah lief die fast 15 Meter nach hinten und stand mit der Leine in der Hand bereit. Wir wurden ein gutes Team, spätestens nach der dritten Schleuse wußte jeder, wohin und was tun war. Das machte Spaß, war aber auch aufregend, denn wir wollten das große Hausboot ja möglichst sicher durch alle Engpässe manövrieren. Das Teamwork war gut für die Familie!
Lichtdurchflutet – wie gut, dass sich das Hausboot nicht fürs Surfen im Internet eignet! Auch, wenn ich das auf dem Foto gerade versuche.
6 – Die Nähe zur Natur
Straßenverkehr ist nicht nur hektisch und anstrengend, meisten sieht man auf den Autobahnen auch kaum etwas von der Natur. Natürlich gibt es landschaftlich schöne Strecken, die sich auch für interessante Roadtrips eignen, doch so nah an der Natur wie auf einem HAUSboot kann man mit einem Auto nicht sein. Selbst mit einem Cabriolet nicht. Das Hausboot hatte den Vorteil, dass wir vorne nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche stehen oder sitzen konnten. In der freien Natur. Der Fahrtwind war nicht der Rede wert, die frische und vor allem saubere Luft jedoch schon! Aufgrund der geringen Geschwindigkeit konnten wir bequem Eisvögel, Reiher, Adler, Bisamratten und ähnliches beobachten, die Tiere fühlten sich auch nicht von uns belästigt. Wir sahen Bäume, die so nah am Fluß ganz anders aussahen, als in den Wäldern. Die Landschaft glitt an uns vorüber, fast wie im Film.
Wir sahen auf der Tour sehr viele Reiher
Bäume am Ufer neigen sich über die Havel
7 – Man kann sich während der Fahrt in Ruhe mit der ganzen Familie unterhalten
Das das Boot wirklich leise fährt (das Tuckern der beiden Dieselmotoren ist unauffällig), ist es möglich, sich auch während der Fahrt normal zu unterhalten. Im Wohnmobil ist das oft schwierig, vor allem auf den langen Autobahnfahrten. Da unterhalten sich Gunter und ich miteinander vorne im Fahrerhaus, und die Kids sitzen hinten und reden untereinander.
8 – Fotografieren während der Fahrt
Ich schoss die meisten Fotos dieses Trips während der Fahrt. Es lohnt sich, sehr früh loszufahren, denn frühmorgens ist an den Schleusen nichts los und die Flußlandschaft ist am fotogensten. Nebel hängt über dem Wasser, die Sonne taucht See oder Fluß in ein warmes Licht, nur Fischer und Angler sind unterwegs. Es ist einfach traumhaft schön!
Nebel über dem Stolpsee
Morgens um sieben: Blick zurück, kurz nach dem Ablegen
Sonnenaufgang, der Dunst steigt aus den Wäldern auf
9 – Im Prinzip kann man ganz Europa bereisen
Es dauert zwar länger, aber es ist möglich im Hausboot ganz Europa auf Flüssen und Kanälen zu bereisen. Wenn man ein seetüchtiges Boot auswählt, erweitert sich der Radius nochmal um die Küstengewässer!
10 – Etwas Neues lernen
Autofahren und Radfahren kann jeder, Bootfahren ist erstmal eine Herausforderung. Wir haben eine ungefähr vierstündige Einführung ins Hausbootfahren bekommen. Wir lernten neue Verkehrschilder und Zeichen kennen, wie wir ein Hausboot fahren und lenken müssen, wie man Knoten macht, um das Boot zu sichern, einiges über die Bordtechnik und anderes mehr. Klar, das war auch anstrengend. Es tat uns jedenfalls gut, etwas Neues zu lernen. Nach der einen Woche waren wir so gut eingespielt, dass wir gerne noch länger über die Havel und die Seen getuckert wären.
Sonnenuntergang bei Regenwetter ist uns egal! Oder sogar extra fotogen…
Übernachtungsplatz Burgwall – die Übernachtung war kostenlos, wenn man im Restaurant einkehrt!
Ich schaue mir den Sonnenuntergang am Röddelinsee vom Hausboot aus an!
ein klitzekleiner Vertreter der Hausbootfraktion, zurück zu den Wurzeln Huckleberry Finns
Früh morgens schon unterwegs auf der Havel
Sonnenschein und morgendliche Ruhe auf der Havel
Unser Hausboot – Loftboot – wartet vor einer Schleuse
Im Hafen Hindenburg am Röddelinsee im schönsten Abendlicht
Bewegte Bilder zur Hausboot-Tour auf der Havel. Wir verbinden in dem kurzen Youtube-Video kurze Filmsequenzen mit Zeitrafferaufnahmen. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, gell?
Viel Spaß damit!
Weitere Inspiration und praktische Infos:
Vor einiger Teit las ich in Inka’s Blog Blickgewinkelt über ihre Tour auf dem Floß durch Brandenburg. Seither hatte ich diese Fotos im Hinterkopf und wollte unbedingt auch mal Hausboot fahren.
Unterwegs sah ich diese BunBo – Bungalowboote – und fand die ziemlich interessant, weil sie wendiger waren. Inka schrieb in ihrem Blog: Mein Sommermärchen: Mit dem BunBo auf Hausboot-Tour durch Brandenburg. Da findet ihr alle wichtigen praktischen Informationen zu einer Hausboottour.
Nadine von Planet Hibbel unternahm auch eine kurze Hausboottour in der Uckermark. Falls Ihr mal ne kurze Tour machen wollt, könnt Ihr da nachlesen: 5 Gründe warum mein Herz für die Uckermark schlägt.
Theaterfotografie in Bubenheim – „Der grüne Kakadu“
Es ist so ruhig hier im Blog, weil wir aus aktuellem Anlass von der Reisefotografie und -berichterstattung abgelenkt wurden.
Timo Jahn hat eine Vision. Er möchte Theater machen – und zwar schon bevor er das alte Hofgut mit dem Versammlungssaal in Bubenheim gekauft hatte.
Als ich direkt nach unserer Hausboottour Wind von Timos Projekt, der Theateraufführung mit den historischen Kostümen, hörte, kam mir spontan die Idee, die Truppe zu fotografieren. Die Kamera und ich waren ja noch „warmgelaufen“. So setzten wir die Idee in die Tat um.
Dass es so cool werden würde hatte ich nicht gedacht. Dass ich mir noch einiges beibringen musste, hätte ich auch nicht erwartet. Normalerweise „bearbeite“ ich meine Fotos nicht. Diesmal war es aber notwendig, um die Kostüme und die Schauspieler auch fotografisch in der Zeit zurückzusetzen.
Ja, und jetzt ist auf die Schnelle ein Kalender draus geworden! Am Freitag den 16.10. ist hier in Bubenheim die erste von sechs Aufführungen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt! Was haltet ihr von den Fotos? Ich bin auf Eure Meinungen gespannt! Wer hat Lust, sich das Stück anzusehen? Karten gibt’s im 1900. (Da haben wir übrigens auch unsere Dackeldame Grindel her)
„Der grüne Kakadau“ – so ähnlich sieht auch das Kalendertitelblatt aus. Laßt Euch überraschen!
Szene aus dem Theaterstück „Der grüne Kakadu“
Szene aus dem Theaterstück „Der grüne Kakadu“
Szene aus dem Theaterstück „Der grüne Kakadu“
Alle Darsteller in ihren Kostümen – „Der grüne Kakadu“
Bei Sturm und Regen getestet: meine Ausrüstung auf der Radtour
Vor der Reise hatte ich eine Packliste angefertigt, jetzt kommt der Testbericht. Monatelang hab ich meine Ausrüstung in Benutzung gehabt und kann nun sehr gut Urteile darüber fällen.
Bei einigen Ausrüstungsgegenständen muss man nicht sonderlich auf die Qualität achten, um eine gute Reise zu haben – Wasserflaschen, Essgeschirr und Socken müssen keine exquisiten, handgefertigten Einzelstücke sein, da tut es auch das, was man zuhause sowieso im Schrank hat. Auch die Zahnbürste und Sonnencreme werde ich hier nicht weiter ausführen.
Wenn man aber am falschen Ende spart, macht die Reise bald keinen Spaß mehr. Mit undichter Regenkleidung und einem Fahrrad, das man alle 50 Kilometer reparieren muss, kommt man nicht weit.
Dieser Beitrag soll jenen helfen, die selbst eine Radreise planen (oder campen gehen wollen) und vielleicht die Neugierde jener befriedigen, die zwar selbst so etwas nicht vorhaben, sich aber fragen, was man für so eine Unternehmung dabei hat.
Es muss keine neues Rad sein – nur ein Gutes!
Das voll beladene Rad. Ich wählte die gelben Taschen, weil sie von weitem schon gut zu sehen sind
Mein Fahrrad ist zwar mit 25 Jahren schon älter als ich, doch es läuft noch wie geschmiert (das ist es ja auch). Viele der Teile sind noch original, auch die Gangschaltung, die Räder und alle Kugellager. Wenn man sie ordentlich pflegt, bereiten sie einem unterwegs keine Sorgen.
Bei den Reifen macht es Sinn, die extra zähe Variante zu kaufen. Die wiegen dann zwar ein paar Gramm mehr, doch Glasscherben und Nägel beißen sich daran die Zähne aus, und man sitzt nicht alle paar Tage im Gras und flickt einen Platten. Ich hatte auf der ganzen Reise nur eine Reifenpanne, obwohl ich über Unmengen an Unrat geradelt bin.
Ich fuhr auf Continental Touring Plus Reifen
, mit denen ich sehr zufrieden bin
Beim Sattel kann man auch ruhig ein bisschen mehr ausgeben, immerhin wird man unzählige Stunden lang darauf sitzen. Da mein alter Sattel langsam durch war, schaute ich mich in den Radreise-Foren im Internet um, was denn da empfohlen wird, und stieß auf den Brooks B17. So wie dieser Sattel von Langstreckenfahrern angebetet wurde konnte er so schlecht nicht sein. Es ist ein Ledersattel, und als solcher ist er formbar. Mit der Zeit passt er sich dem Allerwertesten des Radlers an, und wird dadurch sehr gemütlich.
Brooks B 17
Packtaschen – unkaputtbar und dicht wie ein U-Boot
Irgendwo muss der ganze Kram rein. Die Form und Farbe der Taschen ist eigentlich egal, doch eines müssen sie sein: wasserdicht. Am besten, man holt sich zwei dieser Taschen aus Lastwagenplane, denn da kommt wirklich kein Tropfen durch. Ich fuhr mit den bekannten Ortlieb Fahrradtaschen
, doch die von RED tun es auch.
Es macht auch noch Sinn, sich Tragegurte für die Taschen zu holen. Ich hatte keine und vermisste sie manchmal sehr, zum Beispiel, wenn ich 5 Stockwerke auf Treppen hoch laufen musste.
Die Ortlieb Taschen lassen sich problemlos am Rad befestigen, es passt viel rein und sie sind zäh wie gegerbte Elefantenhaut. Ich bin total zufrieden! Allerdings muss man einen Haufen Scheine aus der Tasche kramen.
Das Zelt und die Isomatte waren nicht in einer eigenen Tasche, die wickelte ich an nassen Tagen einfach in einem Rucksacküberwurf ein, dadurch blieben sie auch trocken.
Mein „Cockpit“
Regenklamotten – hier bitte nicht sparen!
Ich fuhr nach Schottland, also mussten meine Regenklamotten für alles bereit sein. Es regnete zwar nicht immer, aber wenn, dann richtig. Ich hatte von Vaude neben dem Zelt eine Regenjacke, eine Regenhose und wasserdichte Fahrradschuhe zur Verfügung gestellt bekommen, und die wurden vor allem auf der Isle of Skye auf die Probe gestellt.
Die Yaras Regenjacke hatte ich mir in Knallorange schicken lassen, denn ich werde gerne gesehen, wenn ich auf schmalen Straßen mitten im Norgendwo unterwegs bin. Da es meistens bei Regenwetter nicht so viel kälter ist als wenn es bewölkt ist, darf man keine dicke Regenjacke mitnehmen. Die Jacke sollte wirklich nur den Regen fernhalten. Man muss bedenken, dass Radfahren enorm wärmt, und in einer dicken Jacke wird es bei sportlicher Betätigung so heiß, dass man darin ein Brot backen kann.
Die Jacke von Vaude war schön dünn, ich konnte sie also bei Bedarf überziehen ohne gleich ins Schwitzen zu geraten, und sie ließ sich relativ klein verstauen.
Im Laufe der Zeit ließ zwar der Abperleffekt etwas nach, doch sie blieb dicht. Ich muss sie nochmal imprägnieren.
Die Regenjacke hält dicht
Selbstportrait in Schlechtwettermontur
Die Yaras Regenhose hielt auch dicht wie ein Stummer im Kreuzverhör, allerdings wurde es in ihr schnell zu heiß. Warmes Regenwetter ist meiner Erfahrung nach das schlimmste, denn wenn man nicht von außen nass wird, dann schwitzt man. Doch wenn es kalt und nass war, war die Regenhose unverzichtbar. Sie war perfekt auf meine Bedürfnisse als Radfahrer zugeschnitten – der Hosenboden war verstärkt und man konnte sie an den Waden mithilfe von Klettverschlüssen enger machen. Dadurch scheuerte sie nicht am Sattel durch, und die Hosenbeine gerieten nicht in die fettige Kette.
Schuhe – sie müssen sich gleichzeitig zum Radeln und zum Laufen eignen
Ich fuhr mit Pedalen, in die man seine Schuhe einklicken konnte, meine Schuhe hatten also kleine Metallplatten im Profil versenkt. Sie sind primär zum Radfahren gedacht, doch im Gegensatz zu anderen solchen Schuhen kann man auch bequem in ihnen laufen. Ich machte auch oft kleine Wanderungen mit den Leuten, die ich traf, also mussten sie auch abseits der Pedale brauchbar sein.
Auch was ihre Wasserfestigkeit anging kann ich sie loben, doch bei tagelangem Regenwetter lief irgendwann doch das Wasser oben rein. Dagegen helfen nur Galoschen.
Kimon TR Radfahrschuhe
Eine Warnweste hatte ich eigentlich immer an. Die Regenhose hatte ich manchmal auch schon an, wenn ich Regen nur vermutete.
Zelt – das „Zuhause“ muss dicht und stabil sein
Zwar hatte ich bereits ein billiges Zelt im Keller liegen, doch dem traute ich es nicht zu, dem schottischen Wetter standzuhalten. Ich suchte nach etwas widerstandsfähigerem und stieß auf das Vaude Mark L 2P, welches mir Vaude freundlicherweise zum Test zur Verfügung stellte.
Mein Zelt in der nassen Landschaft Schottlands. Es hielt immer dicht
Ich wählte ein Zwei-Mann-Zelt, immerhin würde ich viele Abende darin verbringen, und meine Ausrüstung sollte auch darin Platz haben. Der Extra-Raum bedeutete zwar auch Extra-Gewicht, doch dieser Kompromiss war es mir wert.
Als erstes fiel an dem Zelt auf, wie leicht und schnell es aufzubauen ist. Das Gestänge liegt außen, das Zelt muss nur eingehängt werden. Die Zelthaken sind robust und dank ihrer dreiseitigen Form lassen sie sich nicht verbiegen. Allerdings fehlt etwas, womit man sie wieder aus der Erde ziehen kann. Ich kaufte etwas Schur und behob das Problem selbst. Außerdem wurden ein paar Haken zu wenig geliefert – ich musste noch ein paar vom alten Zelt mitnehmen, um alle Leinen befestigen zu können, falls nötig.
Die Zelthaken verbiegen sich dank der drei „Flügel“ nicht, allerdings werden sie ohne Schnur geliefert, ohne die man sie kaum aus dem Boden bekommt.
Das Gestänge ist außen, was den Aufbau sehr schnell und einfach macht
Was die Wetterfestigkeit angeht, kann ich nichts außer Lob für das Zelt aussprechen. Selbst im tagelangen Regen blieb es innen trocken. Im Wind blieb es auch, wenn ordentlich befestigt, genau so stehen wie es sollte.
Das Zelt ist gut verarbeitet, allerdings ist der Boden so dünn, dass ich trotz aller Vorsicht (ich beseitigte stets spitze Zweige und Steine, bevor ich es aufstellte) irgendwann ein kleines Loch im Boden hatte. Ich ließ mir einen Floorprotector nachsenden, um weitere Schäden zu vermeiden. Dabei handelt es sich um eine zweite Plane, die man unter das Zelt legt, um es zu schützen. Zum Glück nahm der Floorprotector nicht sonderlich viel Platz weg. Ich konnte ihn noch zusammen mit dem Zelt in die Zelttasche stopfen.
Ein weiteres Problem war, dass die Zeltstangen sich eines regnerischen Abends nicht mehr zusammenstecken ließen, weil ein dünneres Stangensegment in der dickeren Stange verschwand. Ich wurde zum Glück von einem Farmer gerettet, der mein Problem erkannte und mir ein langes Stück Draht zur Reparatur besorgte. Danach verklebte ich die Stangen und behob das Problem endgültig.
Ups! Die Stange passt nicht mehr in das Loch. Hätte mir nicht ein netter Farmer geholfen, der zufällig vorbeikam, hätte ich doof da gestanden
Um es kurz zu machen:
Fazit: Wenn man mit den behebbaren Mängeln leben kann, ist es ein gutes und verlässliches Zelt für alle Wetterlagen, die ein schottischer Sommer zu bieten hat.
Das Zelt muss einfach in dem Gestänge „eingehängt“ werden
Ich hatte ein Zwei-Mann-Zelt gewählt, um noch gemütlich meine komplette Ausrüstung mit hinein nehmen zu können
Natürlich kann man eine Tour auch mit günstigerer Ausrüstung machen. Letztes Jahr war ich im billigen Zelt und mit meiner alten Regenjacke unterwegs, eine Regenhose hatte ich gar nicht dabei. Die Tour war klasse, aber wir hatten Glück, dass es nicht windig war (unser Zelt bog sich bereits bei einer moderaten Brise durch) und nach ein paar Regentagen in Dänemark hatte ich eine Erkältung. Das tat zwar der Tour kaum einen Abbruch, doch in Schottland war es noch eine Ecke kälter und nasser. Die Ausrüstung, die man braucht, hängt natürlich immer vom Reiseland und der Jahreszeit ab :)
Kamera EOS M
Die Fotos wurden mit der EOS M, unserer kleinen Reisekamera aufgenommen.
Leuchttürme 2016 bei Delius Klasing
Wie immer gibt es hier Infos, Fotos, Filmchen und ganz viel zum Schmökern zum Leuchtturm Kalender 2016!
Schaut mal in die Extraseiten rein. Leuchttürme 2016 bei Amazon kaufen– selbst an die Wand hängen oder verschenken! Ich freu mich, wenn ihr soviel Spaß am Kalender habt wie ich beim Fotografieren.
Leuchtturm Kalender bei Delius Klasing, 2016
Leuchttürme 2016 bei Delius Klasing
Leuchttürme 2016 bei Amazon
Wir fahren mit dem Hausboot auf der Havel
Mit dem Hausboot unterwegs auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Fast wie Huckleberry Finn
Normalerweise sind wir mit unserem Wohnmobil unterwegs. Auf unseren Touren suchen wir meistens die Nähe zum Wasser. Je dichter dran, desto besser. Jetzt machen wir das halt einmal anders. Wir nehmen gleich ein Boot, ein Hausboot. Anfangs dachte ich, das ist in etwa so, wie Huckleberry Finn auf dem Mississippi herumgegondelt ist. Eine Art Floß mit einem Dach überm Kopf. Auf unserer Tour dürfen wir ein Hausboot für eine Woche ausprobieren, was allerdings wenig mit den romantischen Vorstellungen Mark Twain’scher Art zu tun hat. Unser Boot ist mehr ein Haus, das notdürftig schwimmen gelernt hat. Nach den Wochen im engen Wohnmobil kommt uns der Komfort und das großzügige Platzangebot auf einem richtigen Hausboot gerade recht. Zudem gibt es in Deutschland noch viele wunderschöne Regionen, die wir als Meeresliebhaber noch nicht auf dem Radar hatten. Gabi aus Cammin schwärmte zum Beispiel immer von der Uckermark: die Ruhe, die Natur und die Seen. Warum also nicht mal dorthin fahren?
Wir lernen alles übers Hausbootfahren
Der Hafen von Zehdenik und traumhaftes Wetter
Das Hausboot im Hafen von Zehdenik
Gunter startet die Motoren
Esra blickt übern See
Blick nach hinten
Charterbescheinigung als Schiffsführer
Da keiner von uns einen Binnenschein zum Führen eines Schiffs hat, muss einer eine umfassende Schulung im Schnelldurchgang absolvieren. Wir starten mit ungefähr zwei Stunden Theorie, lernen die relevanten Seezeichen und die Eigenschaften des Hausboots kennen. Dann kommt der praktische Teil. Wie starten wir die Motoren, wie lenken wir ein Hausboot, wie ankern wir im See?
Herr Ottenberg hatte Gedult mit uns, das war auch nötig, denn wir waren noch vom gerade zu Ende gegangenen Schulfrei-Festival geschlaucht. Das Fahren mit dem knapp 15 Meter langen Hausboot ist nicht ohne Tücken. Die Lenken reagiert extrem träge, Ruder einschlagen, zurücklehen und warten bis das Boot irgendwann reagiert. Wir brauchen zudem sehr viel Platz zum manövrieren, und Drehen mit zwei Schiffsschrauben und ohne Staustrahldüsen ist kompliziert.
Auf dem See einfach den Anker runter lassen, wie man es sich gewöhnlich vorstellt, geht auch nicht. Geankert wird an der Uferseite, von der der Wind kommt. Die Entfernung zum Ufer ist mindestens die Länge der Ankerkette plus doppelte Schiffslänge, dabei ist die Ankerkette dreimal so lang wie die Wassertiefe. Obendrein muss der Anker durch Rückwärtsfahren fest in den Grund getrieben, und später durch vorsichtiges Lavieren wieder gelöst werden.
Am Ende der vier Stunden erhält Gunter als Schiffsführer die Charterbescheinigung mit der Auflage, das er Nachts und bei schlechter Sicht nicht fahren darf.
An diesem Tag fahren wir nicht mehr los. Stattdessen füllen wir unsere Vorräte auf, und schaffen unseren Kram ins Hausboot, wo wir uns wohnlich einrichten. Wir haben wesentlich mehr Platz im Vergleich zu unserem Wohnmobil.
Die erste Nacht auf dem Hausboot ist angenehm ruhig, morgens wecken uns die laut schnatternden Enten aus dem tiefen Schlaf. Nach einem Schnellbesuch beim Friseur und ausgiebigem Frühstück kann es los gehen.
Die erste Fahrt mit dem Hausboot
Endlich rollen wir das Stromkabel ein und lösen die Leinen. Ein wenig mulmig ist es uns schon. Werden wir es schaffen, das behäbige Hausboot auf der Havel und den Seen zu manövrieren? Wie wird es uns in den engen Schleusen ergehen? Das kann spannend werden.
Leider ist das Wetter am „Fahrtag“ trüb
Dackel Grindel in ihrem Körbchen
Wir werden überholt
Amy und Grindel auf dem Hausboot
Das nennen wir eine entspannte Fahrt
Was für ne coole Idee – falls unser Mobil mal nicht mehr will, dann machen wir das auch
Schöne Regenwolken überm See
Unsere erste Schleuse
Gunter am Steuer des Hausbootes
Grindel auf dem Vordeck
Abends im Hafen von Hindenburg
Immerhin schaffen wir es auf Anhieb, das Hausboot aus der recht engen „Parkbox“ herauszumanövrieren. Danach ist es ganz easy. Langsam tuckern wir den Fluß entlang. Ein paar Boote überholen uns, ansonsten passiert nicht viel. Es ist unglaublich entspannend. Während der Fahrt fotografiere ich, dazu stelle ich sogar das Stativ aufs Vorderdeck und mache Langzeitaufnahmen. Ich koche zwischendurch Wasser für einen Kaffee. Esra übernimmt das Steuer und Gunter fängt an, das Mittagessen zu kochen. Cool – sowas machen wir im Mobil nicht. Auf dem Hausboot ist wirklich der Weg das Ziel.
Vogelbeobachtung vom Hausboot aus
Schillernd blaue Eisvögel beobachten unser Vorankommen vom Ufer aus. Immer wieder fliegen Reiher über uns hinweg. Kraniche gleiten majestätisch über den See. Wir beobachten sogar einen Adler bei der Jagd. Er ist so nah, dass ich staunend dastehe und gar nicht auf die Idee komme, das Tele draufzuschauben. Das ganze spielt sich in fast absoluter Ruhe ab. Das leise Tuckern unserer beiden kleinen Schiffsdieselmotoren ist das fast einzige Fremdgeräusch.
Wir nähern uns der ersten Schleuse und überraschenderweise klappt alles ganz problemlos. Nur mit der Geschwindigkeitseinschätzung sind wir zu optimistisch. Wir brauchen länger als gedacht und erreichen Hindenburg erst am frühen Abend. Beim „Einparken“ hilft der Hafenmeister mit Anweisungen, und er hilft uns auch mit den Knoten beim Sichern des Hausbootes. Wir wundern uns, dass unsere zukünftigen Nachbarn lachen, als wir anlegen. Auch sie sind das erste Mal auf dem Wasser unterwegs und haben das Anlegen schon hinter sich. Später erfahren wir vom Hafenmeister, dass diese großen Hausboote auch „Zerstörer“ genannt werden. Denn meist werden diese schweren Kähne von Greenhorns gesteuern, die sich noch nicht auf die Massenträgheit eingestellt haben. Und so werden durch Fehleinschätzungen der Geschwindigkeit immer wieder mal Anleger ramponiert.
Wir sind erstmal froh, heil angekommen zu sein. Unsere Dackeldame Grindel muss unbedingt an Land ihr Geschäft erledigen und spazieren gehen. Wir futtern als hätten wir vier Tage nichts bekommen und gehen sehr früh ins Bett. Die frische Luft auf dem Wasser macht tierisch müde.
Diese Reise wird unterstützt von FeWo Direkt. Wir bedanken uns ganz herzlich. Unsere Meinung bleibt dadurch jedoch unbeeinflußt.