Wir sind endlich weg. Seit Wochen schon wollten wir unterwegs sein, aber es lag viel Arbeit an, und eine Migräne nach der anderen hielt mich davon ab. Ich brauche definitiv das Meer um zu funktionieren. Anscheinend vertrage ich die Weinberge und die damit verbundenen Spritzmittel nicht, denn im Sommer geht es mir schlechter im Winter.
Jetzt bin ich am Meer und fühle mich schon viel, viel besser.
Womotour nach Schottland
Wir sind wieder mit dem Wohnmobil unterwegs. Unsere gute alte 20-jährige Kiste bereitete uns schon einmal im Jahr 2013 große Sorgen, als wir in Norwegen festhingen. Die begehrte TÜV Plakette kostete dieses Jahr so viel, dass uns fast nichts mehr zum Reisen übrig bleibt. Einige essentielle, und nicht billige Teile mussten erneuert werden, aber die Werkstatt meinte wenigstens, jetzt müsste wieder für ein paar Jahre Ruhe sein.
Wir kommen wir mit Hund nach England
Esra tourt momentan noch mit dem Fahrrad durch Schottland, wir sind also nur zu viert. Naja, nicht ganz. Zum ersten Mal reisen wir mit der Dackeldame Grindel. Was wieder ganz andere Probleme generiert. Unser ursprünglicher Plan, mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle zu fahren scheiterte daran, dass sich unser Hund die ganze Fährzeit über entweder im Mobil oder in einer Hundebox im sogenannten Hundehotel aufhalten müsste. Das wollen wir Grindel nicht zumuten. Die kürzeste und schnellste Verbindung zur Insel ist der Tunnel zwischen Calais und Dover. Ich bin leider gar kein Tunnelfan. Außerdem ist der Eurotunnel ungefähr doppelt so teuer wie die Fähren. Dummerweise wird Calais-Dover gerade bestreikt. Da haben wir echt keine guten Karten. Tunnel und Fähren fahren nur unregelmäßig und nicht zuverlässig. Wir buchen schließlich die Fähre von Dünkirchen nach Dover. Dieser Fahrt dauert zwei Stunden, wir hoffen, dass sich unser Dackel bis zur Abfahrt in einer Woche an das Mobil gewöhnt hat und die zwei Stunden alleine durchhält.
Leuchttürme in den Niederlanden
Wir vertreiben uns derweil die Zeit, einige der zahlreichen Leuchttürme in den Niederlanden zu fotografieren. Campingplätze sind uns zu teuer: Animation für Kinder, Restaurants, Pools und sonstigen Komfort brauchen wir nicht, bezahlen ihn aber immer mit. Darum halten wir Ausschau nach kostengünstigen Stellplätzen.
Mit unserem alten Navi, Wendy, lohnt es sich nicht, das Kartenmaterial zu aktualisieren. So fahren wir ständig auf Strecken, die es gar nicht mehr gibt. Macht es heute eigentlich noch Sinn, einen Navi zu kaufen?
Ein Tablet für die Reise – Welche Apps machen Sinn
Ich liebäugelte schon lange mit einem Tablet. Ich habe mir ein günstiges gekauft und setze mich nun mit Apps auseinander. Da gibt es Landkarten, Stellplatzführer und allerlei Nützliches und Nutzloses. Das kleine Ding macht viel Spaß, ärgert mich auch hin und wieder. Jedenfalls können wir damit navigieren, Stellplätze finden, Yoga-Übungen machen, Filme ansehen, Podcasts hören, Fotos zeigen und noch viel mehr.

Amy und Grindel mit dem Basset Jochem

So macht Spielen Spaß
Damit wir die Daten auch offline nutzen können, habe ich zwei Wohnmobil Stellplatzfüher gekauft: den von Promobil und Campercontact. Gerade für die Niederlande, wo Stellplätze noch nicht so verbreitet sind, sind diese Verzeichnisse Gold wert. Gleich am ersten Tag unserer Tour suchen wir einen Stellplatz direkt hinter der Grenze bei Stokkum. Wir haben die Zieldaten in unseren alten Navi eigegeben, nun kurven wir über enge Schotterwege, scheinbar immer im Kreis. Uns platzt gerade der Kragen, da kommt ein netter Typ mit Hund vorbei, er lacht, zeigt auf unser Mobil und meint auf Deutsch: „Ihr sucht ’nen Platz für den Kasten? Da rechts rein, 50 Meter weiter, da findet ihr vier Stellplätze am Ende der Gasse.“ Alle vier Plätze sind frei. Andere Reisende haben den Platz auch nicht gefunden. Dabei ist es hier echt schön. Vor allem ruhig, genau das, was wir jetzt brauchen. Gunter füttert den Automaten, mit unserem gesamten Kleingeld. 10 Euro inklusive Strom, das ist in Ordnung. Es ist spät, wir sind müde von der Hektik des Packens und der Fahrerei, da hauen wir uns ohne weitere Aktionen aufs Ohr. Wir schlafen durch bis 9:00 Uhr am nächsten Morgen, sind ausgeruht, und machen erst mal Frühstück.
Die Leuchttürme in Stavoren
Danach lege ich eine halbe Stunde Yoga ein, dann fahren wir weiter Richtung Meer. Am Ijsselmeer zeigen zahlreiche Leuchttürme den Booten den Weg. Unser erstes Ziel ist Stavoren, dort gibt es gleich drei Leuchttürme und einen Wohnmobilstellplatz. Leider kurven wir auf der Suche nach dem Stellplatz schon wieder vergeblich durch die Gassen und müssen nachfragen. Der liegt nicht am Stadthafen, sondern 2 Kilometer weiter südlich am Yachthafen. Wir zahlen mit vier Leuten und Hund 15,50 Euro. Der Parkplatz liegt direkt vor einer saftig grünen Wiese, gleich dahinter das Meer. Segelboote und Dreimaster ziehen in der Ferne am Horizont vorbei.
Auf der Wiese liegen einige Badegäste herum, aber vor allem gibt es hier Hunde. Große und kleine und sie laufen fast alle frei herum. Unser Dackel muss noch lernen, mit großem Hunden umzugehen. Er bellt jeden an, rennt mutig hinterher und zieht dann den Schwanz ein, wenn sich einer umdreht. Wie bringen wir ihm das wohl bei?
Plötzlich sehen wir zwei weitere Dackel mit Herrchen. Das ist natürlich die optimale Größe für unseren. Leider will keiner der beiden spielen. Wir fachsimpeln mit dem Besitzer über Dackel, dann über Segelboote und Reisen.

Grindel schaut wie der Rauhaardackel buddelt

Grindel lernt schwimmen

Dackel Moritz wollte nicht spielen, sondern schwimmen

Schafe und Leuchtturm von Stavoren

Der Hafenleuchtturm

Der Hafenleuchtturm im Gras

Der Leuchtturm von Stavoren
Der Ort Stavoren wirkt zugleich entspannend und lebhaft. Bunte Häuser, große Flachboote im Hafen, kleinere Boote auf den Wasserwegen, Schulklassen, die gerade einen Ausflug machen. In den Cafes sitzen braungebrannte Touristen, sippen an ihrem Kaffee und lassen den Blick über den Hafen schweifen. Wir radeln entlang der mit Booten gesäumten Kanäle. Das hat ein wenig Zigeunercharakter. Ich träume davon, mal in einem Boot zu leben und einfach weiterziehen zu können, wenn mir danach ist. Und ich wäre immer nah am Wasser.
Der große Leuchtturm von Stavoren steht auf dem Deich. Schafe grasen friedlich an seinem Fuß, sie haben keine Scheu vor uns und kommen als Fotomotiv gut daher. Fotografierend bewegen wir uns entlang des Deiches zu den beiden kleineren Hafenleuchtfeuern.

Der Hafen von Stavoren

Fischerboot im Hafen von Stavoren

Zugbrücke in Stavoren
Vom Hafen zum Wohnmobilstellplatz sind es 2 Kilometer, die sind wir flott hin und her geradelt. Unser Hund ist immer noch nicht ausgepowert, wir laufen also wieder über die Wiese, wo wir jetzt einen Bassetwelpen treffen. Sein Frauchen wohnt hier und wir schwätzen erst auf Deutsch, dann auf Englisch. Zum besten Licht radeln wir hinterher nochmal in den Ort, Spaß hier in den radfreundlichen Niederlanden macht das richtig Spaß, kein Stress, jeder nimmt Rücksicht. Die Sonne verschwindet in einer Wolkenfront, der Himmel wird nicht rot, das Licht ist trotzdem weich und fotogen.
Die Leuchttürme in Harlingen und „Der lange Jaap“ in Huisduinen
Ein paar Tage Holland – Leuchttürme in Harlingen und „Der lange Jaap“, Huiduinen
Wir haben nur ein paar Tage für Holland eingeplant. Viel zu kurz, wie wir schnell bemerken. Es gefällt uns hier am Meer extrem gut. Die zahlreichen Kanäle und Wasserwege, in denen mannigfaltige Boote ankern, strahlen eine ansprechende Art Zigeunerflair aus. Wir sehen überall ein reges Kommen und Gehen, aber auch ein „Angekommensein“.
Die Reisenden machen es sich auf dem Schiffsdeck oder davor in Liegestühlen gemütlich, sie plaudern miteinander, lösen Kreuzworträtsel oder lesen. Wir radeln entlang der Kanäle zu den Stränden, oder laufen mit dem Hund. Treffen immer wieder auf andere Hunde und deren Frauchen und Herrchen. Wir schwätzen miteinander, tauschen uns aus und fotografieren.
Der Leuchtturm hinter dem Hafen von Harlingen
Ein Leuchtfeuer-Boot im Hafen von Harlingen
Der Leuchtturm in Harlingen
Noah ist krank
Nur einer macht das nicht mit: Noah. Er liegt mit fast 40°C Fieber im Alkoven des Mobils und brütet eine heftige Sommergrippe aus. Wir hören fast gar nichts von ihm, er hat keinen Hunger und keine Lust auf Nichts. Wir schauen zu, dass das Fieber nicht über 40°C geht und machen einfach mal langsam.
Der Hunger kehrt nach drei Tagen wieder, Noah macht auch schon wieder freche Sprüche. Wie gut, dass wir es nicht eilig haben, und keinen Zeitdruck haben.
Regenwetter
Das Wetter schwenkt von sonnig und etwas zu heiß nach wolkig und etwas zu nass. Dicke Wolken hängen tief am Himmel und regnen sich immer mal wieder ab. Wir fahren trotzdem ein paar Leuchttürme an und suchen in „Radnähe“ nach Stellplätzen. Das ist nicht immer einfach. In einigen Ortschaften ist entweder Kirmes oder Zirkus oder beides – wir quälen das Mobil durch die engen Gassen. Das nevt. Wir beschließen für die Niederlade mehr Zeit einzuplanen, und später für mindestens 2 Wochen wiederzukommen.
Im Hafen von Harlingen
Im Hafen von Harlingen ist was los, die großen Segelboote rangieren herum, es wird gerufen und gebrüllt. Uns weht ein kalter und nasser Wind um die Nase, während wir versuchen, den Leuchtturm mit der Kamera einzufangen. Der schöne Turm steht nicht gerade fotogen mitten in der Stadt hinter einer Bahnlinie. Wir laufen hin und her und wieder zurück. Unsere Dackeldame ist von der Aussicht wenig beeindruckt, sie bellt lieber die großen Hunde an und sorgt so für weiteren Trubel. Wir fahren weiter als der Himmel die Pforten wieder mal öffnet und es uns zu nass wird.
Über dem Damm zum Leuchtturm „Langer Jaap“
Am nächsten Morgen wollen wir Esra von der Fähre in Amsterdam abholen. Er hat seine Schottlandtour inzwischen beendet und ist auf dem Weg nach Schweden zu unseren Freunden Maria und Magnus und deren Kindern. Dort gibt es wie jedes Jahr ein großes Freilernertreffen, das er endlich nach 10 Jahren einmal besuchen möchte. Wir wollten da auch gern hin, schaffen es aber zeitlich nicht.
Das Leuchtturmschiff von Texel
Der lange Jaap
Zwei Leuchttürme im Norden von Holland
Über den Damm des IJsselmeers
Die Holländer haben das Ijsselmeer durch einen großen Damm vom Meer abgetrennt. Wir fahren entlang des ungefähr 30 Kilometer langen Damms und bemitleiden die radfahrenden Familien, die sich gegen den kräftigen Wind stemmen müssen. Die Eltern schieben ihre Kinder auf den Rädern an. Es rüttelt am Mobil, und wir machen lieber etwas langsamer. Das Mobil kommt zwar gerade aus der Werkstatt, aber so ganz in Ordnung scheint es nicht zu sein. Wir hören bei jeder kleinen Bodenwelle üble Geräusche an der hinteren Radaufhängung oder Federung. Das Problem kennen wir bereits, wir finden das jetzt echt nicht mehr lustig. Ob doch die Schaube, die wir auf der Isle of Skye haben einbauen lassen, zu schwach ist? Ich fahre vorsichtig, Gunter checkt die Schaube, die schon zweimal defekt war, er kann aber keinen Fehler entdecken.
Jenseits des Deichs bei der Fähre nach Texel fotografieren wir den Leuchtturm „der Lange Jaap“. Er steht ählich schlecht wie der in Harlingen, nämlich hinter dem Deich. Dafür ist er umso höher und gewaltiger und wunderbar knallrot. Das Wetter meint es nicht gut mit uns. Kaum ein Sonnenstrahl schafft es an diesem Tag hinab zur Erde. Es ist grau in grau und es schein auch so bleiben zu wollen. Eine Übernachtung vor Ort im einige Kilometer entfernten Stadtkern lohnt nicht.
Wir finden den Stellplatz nicht
Also fahren wir weiter nach Süden Richtung Amsterdam, damit wir Esra morgens gleich bei dessen Ankuft gegen 10:00 Uhr abholen können. Der Navi tut sich schwer mit der Interpretation der Straßen und Kanäle. Auf der Suche nach dem Stellplatz stehen wir nach Anbruch der Dunkelheit vor einer Fähre, die schon längst Feierabend hat. Über den Kanal kommen wir nur, wenn wir wieder 25 Kilometer zurück fahren, über eine Brücke und wieder retour. Dazu haben wir aber absolut keine Lust mehr. Wir bleiben da, wo wir gerade stehen, vor einem Betonmischwerk, wir wollen sowieso früh los.
Das mit dem früh los hat wohl das Betonwerk mitbekommen. Schon kurz nach 5 Uhr fängt es an zu scheppern, zu quietschen und zu dröhnen, ein weiterer Arbeitstag fängt geräuschvoll an. Wir krabbeln aus den Federn, machen uns schnell frisch und fahren in das graue Morgenlicht.
Zurück zur Übersichtsseite Schottland Wohnmobiltour
Stavoren am Ijsselmeer, Niederlande
Wir sind endlich weg. Seit Wochen schon wollten wir unterwegs sein, aber es lag viel Arbeit an, und eine Migräne nach der anderen hielt mich davon ab. Ich brauche definitiv das Meer um zu funktionieren. Anscheinend vertrage ich die Weinberge und die damit verbundenen Spritzmittel nicht, denn im Sommer geht es mir schlechter im Winter.
Jetzt bin ich am Meer und fühle mich schon viel, viel besser.
Womotour nach Schottland
Wir sind wieder mit dem Wohnmobil unterwegs. Unsere gute alte 20-jährige Kiste bereitete uns schon einmal im Jahr 2013 große Sorgen, als wir in Norwegen festhingen. Die begehrte TÜV Plakette kostete dieses Jahr so viel, dass uns fast nichts mehr zum Reisen übrig bleibt. Einige essentielle, und nicht billige Teile mussten erneuert werden, aber die Werkstatt meinte wenigstens, jetzt müsste wieder für ein paar Jahre Ruhe sein.
Wir kommen wir mit Hund nach England
Esra tourt momentan noch mit dem Fahrrad durch Schottland, wir sind also nur zu viert. Naja, nicht ganz. Zum ersten Mal reisen wir mit der Dackeldame Grindel. Was wieder ganz andere Probleme generiert. Unser ursprünglicher Plan, mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle zu fahren scheiterte daran, dass sich unser Hund die ganze Fährzeit über entweder im Mobil oder in einer Hundebox im sogenannten Hundehotel aufhalten müsste. Das wollen wir Grindel nicht zumuten. Die kürzeste und schnellste Verbindung zur Insel ist der Tunnel zwischen Calais und Dover. Ich bin leider gar kein Tunnelfan. Außerdem ist der Eurotunnel ungefähr doppelt so teuer wie die Fähren. Dummerweise wird Calais-Dover gerade bestreikt. Da haben wir echt keine guten Karten. Tunnel und Fähren fahren nur unregelmäßig und nicht zuverlässig. Wir buchen schließlich die Fähre von Dünkirchen nach Dover. Dieser Fahrt dauert zwei Stunden, wir hoffen, dass sich unser Dackel bis zur Abfahrt in einer Woche an das Mobil gewöhnt hat und die zwei Stunden alleine durchhält.
Leuchttürme in den Niederlanden
Wir vertreiben uns derweil die Zeit, einige der zahlreichen Leuchttürme in den Niederlanden zu fotografieren. Campingplätze sind uns zu teuer: Animation für Kinder, Restaurants, Pools und sonstigen Komfort brauchen wir nicht, bezahlen ihn aber immer mit. Darum halten wir Ausschau nach kostengünstigen Stellplätzen.
Mit unserem alten Navi, Wendy, lohnt es sich nicht, das Kartenmaterial zu aktualisieren. So fahren wir ständig auf Strecken, die es gar nicht mehr gibt. Macht es heute eigentlich noch Sinn, einen Navi zu kaufen?
Ein Tablet für die Reise – Welche Apps machen Sinn
Ich liebäugelte schon lange mit einem Tablet. Ich habe mir ein günstiges gekauft und setze mich nun mit Apps auseinander. Da gibt es Landkarten, Stellplatzführer und allerlei Nützliches und Nutzloses. Das kleine Ding macht viel Spaß, ärgert mich auch hin und wieder. Jedenfalls können wir damit navigieren, Stellplätze finden, Yoga-Übungen machen, Filme ansehen, Podcasts hören, Fotos zeigen und noch viel mehr.
Amy und Grindel mit dem Basset Jochem
So macht Spielen Spaß
Damit wir die Daten auch offline nutzen können, habe ich zwei Wohnmobil Stellplatzfüher gekauft: den von Promobil und Campercontact. Gerade für die Niederlande, wo Stellplätze noch nicht so verbreitet sind, sind diese Verzeichnisse Gold wert. Gleich am ersten Tag unserer Tour suchen wir einen Stellplatz direkt hinter der Grenze bei Stokkum. Wir haben die Zieldaten in unseren alten Navi eigegeben, nun kurven wir über enge Schotterwege, scheinbar immer im Kreis. Uns platzt gerade der Kragen, da kommt ein netter Typ mit Hund vorbei, er lacht, zeigt auf unser Mobil und meint auf Deutsch: „Ihr sucht ’nen Platz für den Kasten? Da rechts rein, 50 Meter weiter, da findet ihr vier Stellplätze am Ende der Gasse.“ Alle vier Plätze sind frei. Andere Reisende haben den Platz auch nicht gefunden. Dabei ist es hier echt schön. Vor allem ruhig, genau das, was wir jetzt brauchen. Gunter füttert den Automaten, mit unserem gesamten Kleingeld. 10 Euro inklusive Strom, das ist in Ordnung. Es ist spät, wir sind müde von der Hektik des Packens und der Fahrerei, da hauen wir uns ohne weitere Aktionen aufs Ohr. Wir schlafen durch bis 9:00 Uhr am nächsten Morgen, sind ausgeruht, und machen erst mal Frühstück.
Die Leuchttürme in Stavoren
Danach lege ich eine halbe Stunde Yoga ein, dann fahren wir weiter Richtung Meer. Am Ijsselmeer zeigen zahlreiche Leuchttürme den Booten den Weg. Unser erstes Ziel ist Stavoren, dort gibt es gleich drei Leuchttürme und einen Wohnmobilstellplatz. Leider kurven wir auf der Suche nach dem Stellplatz schon wieder vergeblich durch die Gassen und müssen nachfragen. Der liegt nicht am Stadthafen, sondern 2 Kilometer weiter südlich am Yachthafen. Wir zahlen mit vier Leuten und Hund 15,50 Euro. Der Parkplatz liegt direkt vor einer saftig grünen Wiese, gleich dahinter das Meer. Segelboote und Dreimaster ziehen in der Ferne am Horizont vorbei.
Auf der Wiese liegen einige Badegäste herum, aber vor allem gibt es hier Hunde. Große und kleine und sie laufen fast alle frei herum. Unser Dackel muss noch lernen, mit großem Hunden umzugehen. Er bellt jeden an, rennt mutig hinterher und zieht dann den Schwanz ein, wenn sich einer umdreht. Wie bringen wir ihm das wohl bei?
Plötzlich sehen wir zwei weitere Dackel mit Herrchen. Das ist natürlich die optimale Größe für unseren. Leider will keiner der beiden spielen. Wir fachsimpeln mit dem Besitzer über Dackel, dann über Segelboote und Reisen.
Grindel schaut wie der Rauhaardackel buddelt
Grindel lernt schwimmen
Dackel Moritz wollte nicht spielen, sondern schwimmen
Schafe und Leuchtturm von Stavoren
Der Hafenleuchtturm
Der Hafenleuchtturm im Gras
Der Leuchtturm von Stavoren
Der Ort Stavoren wirkt zugleich entspannend und lebhaft. Bunte Häuser, große Flachboote im Hafen, kleinere Boote auf den Wasserwegen, Schulklassen, die gerade einen Ausflug machen. In den Cafes sitzen braungebrannte Touristen, sippen an ihrem Kaffee und lassen den Blick über den Hafen schweifen. Wir radeln entlang der mit Booten gesäumten Kanäle. Das hat ein wenig Zigeunercharakter. Ich träume davon, mal in einem Boot zu leben und einfach weiterziehen zu können, wenn mir danach ist. Und ich wäre immer nah am Wasser.
Der große Leuchtturm von Stavoren steht auf dem Deich. Schafe grasen friedlich an seinem Fuß, sie haben keine Scheu vor uns und kommen als Fotomotiv gut daher. Fotografierend bewegen wir uns entlang des Deiches zu den beiden kleineren Hafenleuchtfeuern.
Der Hafen von Stavoren
Fischerboot im Hafen von Stavoren
Zugbrücke in Stavoren
Vom Hafen zum Wohnmobilstellplatz sind es 2 Kilometer, die sind wir flott hin und her geradelt. Unser Hund ist immer noch nicht ausgepowert, wir laufen also wieder über die Wiese, wo wir jetzt einen Bassetwelpen treffen. Sein Frauchen wohnt hier und wir schwätzen erst auf Deutsch, dann auf Englisch. Zum besten Licht radeln wir hinterher nochmal in den Ort, Spaß hier in den radfreundlichen Niederlanden macht das richtig Spaß, kein Stress, jeder nimmt Rücksicht. Die Sonne verschwindet in einer Wolkenfront, der Himmel wird nicht rot, das Licht ist trotzdem weich und fotogen.
Zürück zur Übersichtsseite Schottland Wohnmobiltour
Ein paar Zeilen von unterwegs. Schottland: Raue Landschaften, uralte Autos, nette Leute.
Auf dem Weg durch die Highlands
Ich sitze gerade bei einer netten schottischen Lady im Gästezimmer und tippe ein kleines Reiseupdate in ihren Laptop, bevor ich nach der Tour den „richtgen Bericht“ verfasse.
Ich bin seit dem letzten Blogbeitrag von Glasgow zur Isle of Skye gefahren, von dort aus zur Black Isle und Inverness, und dann wieder nach Süden. Momentan mache ich in einem kleinen Doerfchen namens Muthill Station, morgen geht es dann weiter nach Edinburgh.
Das Bergaufradeln wird in den Highlands immer gut belohnt
Die Hauptverkehrsstrassen im Norden sind gar nicht so voll wie erwartet
Unterwegs habe ich immer wieder Servas genutzt. Servas ist eine Organisation, die im Namen der Völkerverständigung Reisende und gastfreundliche Anwohner zusammenbringt. Als Reisender bekommt man eine Liste mit Adressen und Namen, und man kann sich bei diesen Leuten melden, wenn man zwei Tage bei ihnen verbringen möchte. Zum Beispiel traf ich auf diese Weise Ranald und Su, ein nettes älteres Pärchen in Arisaig (nahe der Isel of Skye). Ranald hat ein 95 Jahre altes Auto, einen Varley Woods von 1920, den er wieder zum Laufen gebracht hat. Er lud mich auf eine kleine Probefahrt ein:
Ranald in seinem 1920er Varley Woods
Auf Skye wurde ich von einer netten Frau mit einem lieben Staffordshire-Terrier zum Tee eingeladen…
Lisa-Jane und ihr Staffordshire-Terrier
Zelten auf der Isle of Skye. Am Tag darauf drehte der Himmel den Hahn auf
Ich blieb nicht lange auf Skye. Nach drei Tagen hatte mir der Himmel zu verstehen gegeben, dass ich nicht willkommen war. Oder vielleicht fand er, dass ich schon lange keine Dusche mehr gehabt hatte. Oder mein Rad war schmutzig. Auf jeden Fall regnete es ziemlich heftig und andauernd.
Nach dem Aufenthalt auf Skye fuhr ich zu Phil und Susan, die auf einer netten kleinen Farm bei Nairn leben.
Phil, ein Servas-Gastgeber in der Naehe von Nairn
Eines von vielen Huehner auf Phil und Susans Farm
Die Dalwhinnie Distillerie, neben welcher ich an dieem Abend zeltete
Ein Radroutenschild – manchmal ein willkommener Anblick, manchmal Vorbote fuer schreckliche Radwegzustände
Und jetzt bin ich in Muthill bei Val Hadden, auch einer Servas Gastgeberin. Sie hat momentan noch andere Deutsche zu Besuch, Freunde von ihr aus der Gegend um Aachen.
Muthill am Abend
Marina, Klaas, Val, und die beiden kleinen
Mal sehen, wo mein Rad mich morgen hin fährt. Vielleicht frag ich es gleich mal, was es so vor hat…
Die richtige Kamera für die Reise – kostenloses EBook
Welche Kamera ist für mich die richtige auf Reisen?
Wir haben für Dich eine Übersicht in einem 44-seitigen EBook zusammengestellt. Mittlerweile ist das Angebot von Kameras auf dem Markt so groß, dass es schwerfällt, die Übersicht zu behalten.
Die Recherche im Internet dauert ewig, die Beschreibungen der Kameras sind gespickt mit Fachausdrücken, und es ist oft unklar, ob das Gelesene aus vertrauenswürdigen Quellen stammt, oder werbefinanzierte Lobhudelei ist.
Im EBook erklären wir kurz und bündig, was die verschiedenen Kamerassyteme können und für wen sie sich besonders eignen.
Die richtige Reisekamera – kostenloses EBook – gibt es zur Zeit nicht mehr
Wir hoffen, dass es Dir dabei hilft, die optimale Kamera zu finden. Diese Kameras besprechen wir im EBook.
ACHTUNG – DIESES EBook ist nicht mehr verfügbar!!!
Das Reise-Fotografie Tutorial Lies unbedingt diesen Blogbeitrag, den wir immer aktuell halten!
Wenn Du magst, melde Dich bei unserem Newsletter an. Du bekommst damit auch Zugriff auf unsere kostenlosen eBooks. Mit der Eintragung deiner EMail Adresse erkennst du unsere Datenschutzbedingungen an. Du kannst dich jederzeit vom Newsletter abmelden.
Serie über die Reisefotografie im Allradler Magazin
Für das Allradler Magazin haben wir eine Serie zum Thema Reisefotografie geschrieben. Die jeweils 5 Seiten im gedruckten Heft hatten wir dabei voll mit Informationen gepackt.
Hier eine Übersicht über die Themen im Heft und im EBook
Beim Schreiben für das Magazin dachten wir jedesmal, dass es schön wäre, ein wenig weiter auszuführen und auch größere Fotos zeigen zu können. Deswegen beschlossen wir, daraus ein EBook zusammenzustellen. Wegen der zahlreichen großformatigen farbigen Bilder liegt es nur im PDF-Format vor.
Kameratests hier im Blog
Logischerweise können wir aus Kostengründen nicht allzuviele Kameras testen. Unsere eigene Ausrüstung testen wir natürlich täglich und schreiben auch darüber und hier und da bekommen wir interessante Kameras in die Finger. Die Testberichte findest Du auf unserer umfangreichen Seite zum Fotografieren lernen
Sommer-Radtour, Teil 1: Der romantische Rhein, der Beginn einer Schottland Radreise, die vorläufig in Düsseldorf endete
Das ist ein „nachgeschobener“ Beitrag über meine erste Reiseetappe vor einigen Wochen. Ich musste wegen Knieproblemen abbrechen, bin aber mittlerweile da, wo ich hin wollte: Schottland!
Vor einiger Zeit fuhr ich mit dem Rad von zuhause los, mein Ziel war Schottland. Anfangs sah ich den Rhein nur als Wegweiser, dem ich bis an die Nordsee folgen musste, um zum Fährhafen zu kommen. Als ich dann aber durch das Rheintal hinter Bingen rollte, änderte sich meine Einstellung dem Rhein gegenüber abrupt.
Brauchen wir den Reiz des Neuen, um ein Urlaubsziel toll zu finden?
Wir übersehen oft die Schönheit unserer gewohnten Umgebung. Der Rhein, die Weinberge – das fand ich lange Zeit nicht allzu spannend. „Da fahre ich doch lieber nach Norwegen und schaue mir die Nordlichter an“ dachte ich mir schon oft. Als ich dann in Norwegen das Lichterspektakel ansprach, winken die Norweger ab: „Ach, das schon wieder. Wenn wir Nordlicht haben, wird’s nur kalt.“
Der romantische Rhein
Verliert eine Sehenswürdigkeit ihren Reiz, wenn sie direkt vor unserer Haustür liegt? Ich denke nicht. Wir vergessen ihn nur. Als ich nämlich am Rhein entlang radelte, vorbei an Burgruinen, Wäldern und malerischen kleinen Ortschaften, bemerkte ich einmal wieder, dass meine Heimat auch einiges zu bieten hat. Am schönsten ist der Rhein zwischen Bingen und Remagen – ein Abschnitt von 140 Kilometern, bekannt als „Romantischer Rhein“.
Zu beiden Seiten türmen sich die Hügel auf, zwischen denen sich der Rhein im Laufe der Jahrtausende eingegraben hat. Alle paar Kilometer münden andere Flüsse ein den Rhein, die ähnlich tief in der Landschaft liegen; die Mosel kommt in den Sinn.
Ich tastete mich auch ein paar Kilometer an der Lahn hinauf, um einen Freund zu besuchen. Ich fahre am Euro-Velo Fernradweg 15 entlang. Dieser gehört zu einem internationalen Radweg-Netzt, welches sich über ganz Europa spannt. Die Wege am Rhein entlang sind Spitze, ich bin oft nur wenige Meter vom Wasser entfernt.
Ich bleibe eine Nacht in Bad Ems und fahre dann weiter, erst durch Koblenz, dann nach Bonn, Köln und Düsseldorf. Leider fängt mein Knie nach ca. 100 Kilometern an, zu schmerzen. Erst denke ich mir nichts dabei, es ist immerhin aushaltbar, doch als ich in Düsseldorf bei Freunden Rast machte, wird es immer schlimmer. Ich muss schließlich abbrechen.
Trotzdem genoss ich die Strecke am Rhein entlang sehr. Es machte richtig Spaß, sich im Rheintal durch die Landschaft zu winden und ohne Sorge um navigatoriche Probleme oder steile Hügel die Landschaft zu genießen. Ich freue mich schon auf den Weg zurück aus dem Norden :)
Der Rhein direkt hinter Bingen, hier ging es für mich los
Ich mit meinem Gesamten Hausrat!
Ein verlassener Kran am Rhein
Das Rheintal windet sich geschmeidig durch die Landschaft
Beim Einbiegen in die Lahn bietet sich mir dieser Anblick
Die Lahn, ich war auch dem Weg nach Bad Ems
Der Rhein bei Koblenz
Der Blick auf einen Zeltplatz bei Remagen
Selfie auf dem Radweg
Eine Allee im verregneten Köln
Eine Brücke voll mit Liebeschlössern in Köln
Ein paar Zeilen von unterwegs: Mit dem Rad nach Schottland.
Die Reise hat begonnen! Schon seit dem ersten Juni bin ich unterwegs, um genau zu sein. Ich setzte mit der DFDS-Seaways Fähre von Amsterdam nach Newcastle über, besuchte dort eine Freundin und machte mich nach ein paar Tagen auf Richtung Norden. Kurz vor der schottischen Grenze traf ich zwei Jungs aus England, die auch nach Schottland wollten. Ihr Ziel war Edinburgh, und wir entschieden uns kurzerhand, die Strecke gemeinsam zurückzulegen. Wir campten jede Nacht in der Wildnis, was in Schottland erlaubt ist, und genossen das erstklassige Wetter. Es ist echt unverschämt gut.
Auf der Fahrt nach England war das Wetter etwas rau
In Edinburgh verabschiedeten wir uns und ich radelte alleine weiter nach Glasgow, wo ich gerade eine andere Freundin besuche. Gleich gehen wir wieder los, die Stadt erkunden. Bisher war die Reise spitze – ich traf viele alte und neue Freunde, Radfahren ist hier im ruhigen Norden ohne weiteres möglich, und das Wetter ist zu gut, um wahr zu sein.
Wenn ich wieder zuhause bin, gibt es einen ausführlicheren Bericht!
Joey und Chris, zwei andere Radler, mit denen ich drei Tage lang zusammen nach Edinburgh furh
Die Aussicht über den River Tweed bei Berwik
Wir radelten einmal quer durch Edinburgh, was überraschend unkompliziert war
Auf dem Weg nach Edinburgh auf einer ruhigen Landstrasse
Süschottische Landschaft, vom Strassenrand aufgenommen
Chris, Ich, und Joey
Jetzt bin ich in Glasgow. Das ist der botanische Garten, wo ich mit einer Freundin das Wetter geniesse